Freitag, 12. November 2021
Nation Of Language: Blick zurück nach vorn
„A Way Forward“
(Play It Again Sam)
Es ist ja leider ein weit verbreiteter Irrglaube, wenn einige Mitmenschen denken, sie müssten sich die albernen Auftritte der vergreisten Stars ihrer Jugendtage auch heute noch anschauen, wenn sie auf deren Musik partu nicht verzichten wollen. Nein, das müssen sie nicht. Es gibt tatsächlich Unmengen wunderbar gelungener Popmusik, die der aus früheren Tagen in nichts nachsteht. Und nur wer wirklich meint, auf die ranzigen Altherrenwitze ergrauter Showmaster und Bilder von in wunderliche Neoprenanzüge gequetschten Senioren, noch dazu weit über dem Verfallsdatum, nicht verzichten zu können, sollte das tun. Wer aber beispielsweise ein Faible für die elektronische Musik der Endsiebziger und deren dunkle Verfeinerung aus den Achtzigern hat, also Bands wie Kraftwerk, OMD und Ultravox verehrt und wem zudem deren geniale Wiedergänger Jason Lytle (Grandaddy) und die Herren Gibbard und Tamborello (The Postal Service) nicht unbekannt sind, für den hat sich schon vor fünf Jahren eine sehr lohnende Alternative aufgetan.
Da nämlich gründete sich im New Yorker Stadtteil Brooklyn die Synthpop-Formation Nation Of Language, ausgestattet mit feinstem Gespür für geschmeidige, melancholische Melodien und der flauschig weichen Stimme von Ian Devaney. Das Trio legte dann auch mit „Introduction, Presence“ ein derart bezauberndes Debütalbum vor, dass manche der besagten Originale, ganz ohne bösen Willen, erstaunlich schnell vergessen waren. Ja, und nun gibt es also einen zweiten Schwung Nostalgieware. Diesmal ein wenig krautrockiger – Devaney nimmt zusammen mit Aidan Noell und Michael Sui-Poi nach eigener Auskunft sogar Bezug zur synthetischen Avantgarde der Gründerjahre, namentlich auf die Amerikanerin Laurie Spiegel, die seit den 70ern als Pionierin in Sachen Maschinenmusik gilt (und die wir ohne diese Erwähnung wohl niemals kennengelernt hätten).
Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Band – die erhabenen, auserlesenen Melodien also – bleibt natürlich weiterhin gewahrt, auch auf „A Way Forward“ finden sich reichlich Songs zum Tanzen und/oder Schwelgen. So zum Beispiel das wunderbare Doppel „Across That Fine Line“/„Wounds Of Love“, ersteres markiert zu munter pluckernden Beats den zarten Moment, wo aus Freundschaft Liebe wird, letzteres beklagt zu getrageneren Klängen die Unauslöschbarkeit des Verlustschmerzes nach Beendigung derselben. Bei „The Grey Commute“ zeigt sich Devaney erstmals vorsichtig politisch, indem er mit den Nachwirkungen der Trump-Ära abrechnet, „This Fractured Mind“ und „Former Self“ wiederum thematisieren die Veränderung des Selbst durch die Widrigkeit der äußeren Umstände, der Sound mal lässig, mal mit cineastischem Drama. Ein Album, auf dem man nichts vermisst, der viel zitierte Blick zurück nach vorn, ganz ohne jede Peinlichkeit.
Donnerstag, 11. November 2021
Rosalía: Ziemlich dringend [Update]
Viel ist es noch nicht, was wir an Neuigkeiten haben, aber die Schlagzeile steht soweit schon mal und das ist ja jetzt auch nicht wenig: Rosalía hat ein neues Album angekündigt, 2022 soll es kommen und auf den Namen "Motomami" hören. Der dringlich erwartete Nachfolger für das vor vier Jahren veröffentlichte "El Mal Querer" erscheint auch nach einer Reihe von eigenständigen Kollaborationen, so zum Beispiel mit James Blake, Billie Eilish, Oneohtrix Point Never, Tokischa, Travis Scott und und und ...
Update: Und da ist sie, die erste neue Single - "La Fama" featuring The Weeknd und dem Machetenmann Danny Trejo.
Jasmyn: Genauso weiter
Dienstag, 9. November 2021
Charly Hübner: Teufelsritt
"Motörhead"
(KiWi Musikbibliothek)
Jetzt also noch mal zum Mitlesen: Ein kleines Bändchen, keine 200 Seiten, und trotzdem eine dringende Empfehlung. Alex Bukow – äh, falsch – Charly Hübner schreibt über sein Idol Lemmy Kilmister und Motörhead, und das, obwohl er lange Zeit aus Gründen gar nicht wusste, wie die wohl aussehen und er sie (Achtung: Spoiler!) gar nicht mal live gesehen hat. Kann, nein, muss man natürlich trotzdem lesen. Warum? Nun, Hübner ist eben nicht nur Hübner, sondern eben auch Bukow und das kommt, vermuten wir mal, nicht zufällig von Bukowski, seiner zweiten großen Liebe. Wer besagten Bukow im Polizeiruf neben der König (also genauer Sarnau, ebenso grandios) mit entrückt teuflischem Blick hat wüten sehen, der weiß, dass nur brachialer und turboschneller Lärm ihm die nötige Entspannung verschaffen kann. Einziger Endgegner also. Und natürlich will man wissen, wie der Hübner, bevor er zum Bukow wurde, an die irren Rock’n Roller aus London kam. Er bedient sich dazu eines tatsächlich sehr feinen Kniffes, einer Art literarischen Delirium Tremens‘ und weil der Verfasser dieser Zeilen mit Hübner nicht nur das Alter, sondern auch die ostdeutsche Herkunft teilt, gerät der wilde Ritt mit dem Luzi (Verzeihung: Memphis) zu einer überaus nostalgischen Reise in die eigene Jugend. Und zwar einer erfreulich deckungsgleichen und detailgetreuen. Begriffe wie Dorfdisko mit Tonbandkassette, Rockerrunden plus reichlich Bier und Rausch und Prügelei und ein paar röhrenden Hirschen – als Außenseiter bei diesen denkwürdigen Abenden musste man nicht unbedingt auf der gleichen Seite stehen, um ähnliche Erfahrungen zu sammeln. Sie prägten das Leben, gaben die Richtung vor, härteten ab. Hübner gerät diese Rückschau mal mit wehmütigem Ernst und meistens in liebevoller Komik, das eingestreute Platt macht die Sache nicht ernster, als sie sein muss. Und ein paar Runden mit dem krächzenden Lemmy in den Ohren können sowieso nicht schaden, diese Empfehlung nimmt man vom Autor gerne entgegen …
Mastodon: Triumph folgt Tragik
"Hushed And Grim"
(Reprise Records)
Erst das Bild, dann der Ton: Da stehen dann also die vier Männer in blaugefärbter Kälte – gefurchte, tiefernste Gesichter, die nicht nur vorgeben, einiges gesehen zu haben im Leben, sie haben ja tatsächlich allen Grund zu mäßiger Laune. Metalbands geben sich ja seit jeher gern als Kämpfer an der Seite des Teufels, die von Berufs wegen dem Tod unablässig auf Augenhöhe entgegentreten müssen, meistens jedoch sind die Schlachten, die sie schlagen und die Wunden, die sie einstecken müssen eher Metaphern aus dem Widerstreit mit den eigenen Dämonen. Auch die sind nicht ohne, aber Mastodon haben nun leider wirklich ein sehr intensives Verhältnis zu Leid und Vergänglichkeit, im Umfeld der vier gab es in den letzten Jahren doch recht viele Verluste zu beklagen. Peter Richter schrieb gerade recht treffend in der SZ, die Band habe wohl inzwischen „mehr Passionszyklen vertont als Bach“ und gäbe es nicht die Familie Ramone als unfreiwilligen Gradmesser, sie würden wohl den Spitzenplatz in dieser bizarren Statistik belegen.
Im Jahr 2018 nun ist ihr Freund und Manager Nick John an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben, ein Einschnitt, der maßgeblich zur Ausrichtung dieses Albums und zur nachhaltigen Gemütslage der Musiker generell beigetragen hat. Zwar stammt der Titel der Platte aus der Romanvorlage des Erfolgsfilms „Vom Winde verweht“, für Mastodon erschienen diese drei Worte aber vor allem als die passendsten, die traurigen Momente am Sterbebett des Gefährten zu umschreiben: „Zum Schweigen gebracht und düster“. Dass John zudem auf dem Cover der Platte eine zentrale Würdigung erfahren hat, erscheint da fast selbstverständlich. Sterblichkeit, Verlust, Trauer und Wut spielen denn auch und gerade auf diesem (sorry, plattes Wortspiel) Mammutwerk eine zentrale Rolle, den direktesten Bezug stellen die vier später im fast balladesken Stück „Had It All“ her, wo der Abschied von John nochmals durchlitten wird – dankenswerterweise für uns Zuhörer mit einem phänomenalen Gastsolo des Soundgarden-Gitarristen Kim Thayil.
Mastodon waren und sind bekanntlich nie eine Band für die Puristen und Ultraorthodoxen unter den Schwermetallern, ob nun Progressive, Sludge, Stoner- oder Mathrock, sie wollen nie nur einem Subgenre genügen und finden so auch abseits der eingetretenen Pfade viele Anhänger. Und weil sie an diesem Credo zu Glück nicht rütteln lassen und zudem der Weisheit „Gut Ding will Weile haben“ huldigen, ist dieses achte Album nicht nur ihr monumentalstes, sondern zugleich wohl auch vielschichtigstes und bestes geworden. Troy Sanders, Brent Hinds und Brann Dailor wechseln sich in gewohnter und immer wieder erstaunlich stimmiger Manier am Mikrophon ab, die Tempi variieren ebenso klug wie die Charaktere der Stücke und trotz aller überraschenden Effekte und Umschwünge bleiben Mastodon von angenehmer Härte und Konsequenz.
Einzelne Titel aus einem Album herauszuheben, dass so gut wie keine Schwachstellen kennt, ist da fast unmöglich, Favoriten kann man dann aber doch ausmachen: Die Hinwendung der Amerikaner zu den ausufernden Instrumentalparts im Geiste David Gilmours und Pink Floyds beispielsweise ist uneingeschränkt zu begrüßen – gleich mehrmals („The Crux“, „Skeleton Of Splendor“, „Eyes Of Serpents“ und „Gigantium“) lassen sie die Gitarren derart von der Leine und tun sehr gut daran. Der Einsatz verzerrter Orgeltöne (wie u.a. im fabelhaften, gut achtminütigen „Gobblers Of Dregs“), fernöstlicher Melodien, das Verbauen von Unmengen an bleischwerer Riffmasse, aber auch die derbe Direktheit von „Pushing The Tides“ und der lässig treibende Groove eines „Sickle And Peace“ – all das ist kunstvollster, betörender Lärm und in der Summe schlicht umwerfend. Entstanden ist hier ein aus der Tragik persönlicher Erfahrungen geschöpftes Meisterwerk, von dem es in einer Dekade wohl nur sehr wenige gibt und geben wird.
Montag, 8. November 2021
Sunn O))): Für den Heimgebrauch
Sonntag, 7. November 2021
Warm Graves: Verdunklung
Mandy, Indiana: Kaum zu fassen
Samstag, 6. November 2021
Jennylee: Doppelte Vorfreude [Update]
Update: Für die dazugehörige Flipside "Clinique" hat, so ist zu lesen, die komplette Band mit angepackt. Wozu hat man denn sonst seine Freundinnen?
Gewalt: Im Fegefeuer
„Paradies“
(Clouds Hill Records)
Lustig? Nein, lustig ist hier mal gar nichts. Obwohl – Patrick Wagner, dem zornigen, aber grundsympathischen Schreihals und Frontmann der Band Gewalt, wäre auch das noch zuzutrauen. Schließlich ist ihm nichts mehr zuwider als Langeweile und Stumpfsinn, Hauptsache es bewegt sich was, in welche Richtung auch immer. Doch wenn schon nicht lustig, dann ist das zumindest unfreiwillig komisch, dass also eine Band, die das Deutsche so ostentativ verabscheut wie das Berliner Quartett, deutscher nicht klingen könnte. Also nach zackigem Stechschritt, nach Drill, mit Worten, gebrüllt wie Kasernenkommandos, schmerzhaft wie Peitschenhiebe. Überhaupt: Schmerz. Um den geht’s bei Gewalt, bei Wagner vordringlich. Wer Schmerz spürt, ist am Leben, bewegt sich, instinktiv. Alles andere zählt nicht. Das mag jetzt vielleicht kein originärer Ansatz sein, vor Gewalt gab es schließlich schon viele, die sich an der Körperlichkeit und Unbedingtheit menschlicher Existenz abarbeiteten –und doch ist es neu, ist es hierzulande einzigartig, was Wagner zusammen mit Helen Henfling an der Gitarre, der wunderbaren Jasmin Rilke am Bass und Schlagzeuger LMMS da veranstaltet.
Suicide also, D.A.F., Atari Teenage Riot vielleicht und auch die allzeit sträflich unterschätzten Public Image Ltd., all diese Querverweise lassen sich aus den zehn neuen und den elf nicht mehr ganz so aktuellen Songs, die zu diesem herrliche Doppelalbum gehören, herleiten. Die Zusammensetzung aber, die Verkantung der Zutaten zu diesem furchterregenden, überwältigenden Sound lässt einem, hört man ihn in dieser Massierung, den Atem stocken. Die bösen Maschinenbeats von „Gier“, das mächtige stampfende Intro der Single „Es funktioniert“ (das man so ähnlich vielleicht schon mal bei The Art Of Noise gehört haben will), die wild kreischenden Gitarren von „Stirb es gleich“ oder der Bass, der bei „Stumpfer werden“ direkt in die Magengrube zielt. Gewalt kennen keine Gnade – dieses Album kommt als eine Art musikalisches Ultimate Fighting daher und gibt erst Ruhe, wenn der Gegner erschöpft am Boden liegt - Kapitulation.
Gegner ist genaugenommen natürlich schwierig, denn es ist nicht anzunehmen, dass die Adressaten von Wagners verbaler Wut jemals eine Zeile davon zu hören bekommen: Die öden Spießer also, die Kontrollfreaks, Wohlstandsbewahrer und Änderungsverweigerer. Draußen ist immer noch feindlich, da ist er ganz in den 80ern bei Blixa Bargeld und dem infernalischen Gesplitter der Einstürzenden Neubauten. Draußen sind die anderen Menschen, da will er nicht hin, denn die tun ihm nicht gut. Die verstecken die Abweichler in geschlossenen Zellen und erklären sie zu hoffnungslosen Fällen, zu Irren. Doch wer gehört dazu? Wer ist normal und wer verrückt? Und wo ist es, das versprochene „Paradies“ – ist es außerhalb der Mauern oder doch hier drinnen? Unerbittlich ist er, der Wagner, Selbsthass ist ihm vertraut. Denn er weiß, dass er und wir alle, die wir gern mit dem Finger auf andere zeigen, ebenso schuldig sind, dass wir mit dazu gehören zum ganzen Schlamassel. Einzig diese Erkenntnis verspricht, wenn schon keine Rettung, so doch wenigstens die Linderung der Schmerzen. Eine Platte wie ein Fegefeuer – wildes Geheul, weiße Glut, keinerlei Hoffnung. Und doch, ganz zum Schluss, in der Stille zwischen Nacht und Tag, um „3:35“, da entdeckt Wagner die Liebe. Und erzählt uns von ihr, zum Trost.
Donnerstag, 4. November 2021
The Ninth Wave: Wut im Bauch
Mittwoch, 3. November 2021
Alt-J: Andere Prioritäten [Update]
Update: Für die zweite Single "Get Better" gibt es zarte Gitarren und eine fest schon antike Pixelparade der Regisseurin Stefanie Grunwald (Moertel).
Idles: Energischer Kriechgang [Update]
Update: Wie von der Band angekündigt, gibt es für die neue Single nun auch ein weiteres Video - hier kommt "The Beachland Ballroom, Part 2" und auch gleich noch den nächsten Song "Car Crash".
Spiritualized: Raumdeutungen
Laura Lee And The Jettes: Kein Aufschub mehr [Update]
Da mussten selbst wir kurz mal nachschauen, damit bei allem Überschwang nicht doch noch ein falscher Zungenschlag reinkommt: Heute ist nämlich eine neue Single von Gurr-Mitbegründerin Laura Lee und ihrer neuen Band, The Jettes, erschienen und weil in Zeiten wie diesen nichts ohne erklärendes Statement geht und ja auch bald das Album "Wasteland" ansteht, gab Lee Folgendes zu Protokoll: "Die Situation in den letzten 1,5 Jahren war fürchterlich. Aber ich glaube, ohne diesen Lockdown und die damit einhergehende komplette Stille des öffentlichen Lebens hätten wir das Album nicht auf diese Weise machen können. Wir waren so konzentriert, durch nichts abgelenkt oder irgendwie in Versuchung, zu prokrastinieren. Ich glaube, diese Aufmerksamkeit hört man den Songs auch an. Alles ist sehr ausgetüftelt, sowohl von Arrangement Seite als auch von den Sounds." Nun also, 'Prokrastinieren' hat nichts mit gesundheitlichen Problemen alter Männer zu tun, sondern meint das mögliche Aufschieben von notwendigem Tun. Haben sie demnach nicht gemacht, sondern tatsächlich alles eingetütet und so erscheint dann am 26. November unter Mithilfe von Die-Nerven-Mastermind Max Rieger bei Duchess Box Records das Studiodebüt. Im September vergangenen Jahres haben wir hier ja schon einige Songs präsentieren können, (ob) welche davon auf der Platte landen, wird man sehen. Hier jedenfalls erst mal der Neuling "Absolut".
Update: Krautrock können sie also auch - hier kommt mit "Caterpillar" die zweite Single ... gleich noch gefolgt von Single Nummer drei "Craigslist Boy".
22. bis 25.09. Hamburg, Reeperbahn Festival
19.11. Berlin, Synasthesie Festival
Pauls Jets: Jets ist anders [Update]
01.03. Augsburg, Kantine
02.03. Freiburg, Jazzhaus
04.03. München, Technikum
05.03. Zürich, Bogen F
06.03. Stuttgart, Im Wizemann
08.03. Frankfurt am Main, ZOOM
09.03. Düsseldorf, Zakk
10.03. Bochum, Rotunde
11.03. Münster, Gleis 22
12.03. Köln, Gebäude 9
14.03. Hannover, Béi Chéz Heinz
16.03. Leipzig, Conne Island
17.03. Kiel, Die Pumpe
18.03. Hamburg, Mojo Club
19.03. Rostock, Peter Weiss Haus
24.03. Dresden, Beatpol
25.03. Berlin, Festsaal Kreuzberg
Update: Und hier kommt ein weiterer Song zum Warmwerden - "So richtig in Love".
Sonntag, 31. Oktober 2021
GEWALT: "Wenn sich nichts bewegt, ist's Scheiße!"
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Ich trete ja bei den aktuellen Konzerten als eigene Vorband auf, lese also vor dem Konzert…
Zwischendrin würde es wahrscheinlich ohnehin nicht funktionieren, wäre der Kontrast wohl zu groß?
Nein, das wäre nicht zu schaffen, auch weil das Lesen ehrlich gesagt ähnlich kraftraubend ist wie die Musik. Grundsätzlich versuche ich, das schon eher ruhig zu machen, aber manchmal geht es auch da mit mir durch. So einen Text wie „Manchmal gehe ich unter Leute“, den habe ich jetzt Wien und Hamburg gelesen und musste beide Male weinen. Das ist okay, das ist dann eben so. Gemerkt hat das wohl keiner, aber mir war sofort klar – ups, da ist er, der Schmerz. Und genauso schreibe ich auch, kucke, wo sich etwas bewegt bei mir und notiere das dann sofort. Wenn sich nichts bewegt, ist’s Scheiße.
Das merkt man auch sehr beim Lesen. Ich denke da nur an die Geschichte „Wir waren Könige“, die mich zum einen etwas an Clemens Meyers „Als wir träumten“ erinnert hat und auch an eine ähnliche Begebenheit, wie ich sie selbst in Berlin zu dieser Zeit erlebt habe …
Ja, das ist ein bisschen so wie eine untold story. Jeder hat ja ein Bild von der Zeit und dem Osten Berlins, von der wilden Clubszene und so – aber eigentlich war das ja ganz anders, eher trist und fast postapokalyptisch. Und das wird irgendwie nie erzählt. Man wusste ja auch nicht, was da los war, niemand im Westen wusste das – und da konnte man sich dem entweder ergeben und sagen: ‚Das ist nichts für mich‘, aber für mich war das was, ich wollte und mochte das.
Auch der Text zu „Deutsch“ vor dem Bundeskanzleramt ist mir sehr im Gedächtnis geblieben …
Entscheidend ist hier natürlich, dass ich mich da selber so reinwerfe. Denn wenn man mal genau draufschaut, ist man halt, wie so oft, selbst der Schlimmste von allen. Es ist ja immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wir machen das ja alle immer gern. Aber wenn ich auf mich selbst schaue, da sehe ich eben auch so unglaublich viel Enge.
Du hast die Zuhörer*innen/Zuschauer*innen bei der Aufnahme der Kurzfilme an den unterschiedlichsten Orten bewusst die Imperfektion, vielleicht auch manchmal dein Unwohlsein, deine Nervosität spüren lassen, war das Absicht?
Das war wirklich ganz bewusst. Es sollte überhaupt nicht glatt wirken. Es ist ja so, dass man sich bei allem, was man macht – bei mir also die Musik, die Texte, jetzt auch noch das Buch – immer die Frage stellt, warum man das alles macht. Aber diese ganze Aktion, die wir für diese Onlinelesungen da zusammen gemacht haben, an drei Tagen zehn Locations mit diesem total jungen Team, das war superanstrengend, aber eben auch wirklich wunderschön. Und dafür macht man das! Egal, ob das jetzt jemanden interessiert, ob sich das jemand anschaut – diese Momente, die wir da miteinander hatten, sind unbezahlbar.
Die Lust am Ausprobieren war tatsächlich immer spürbar…
Man darf ja auch nicht vergessen, dass es dieses Format sonst nicht gibt, dass man also versucht, die Texte, die man liest, auch noch in die Bilder der Umgebung zu übersetzen. Sonst sieht man ja eher Ohrensessel und Vorleser – aber wir haben uns echt stundenlang Gedanken gemacht, wie man das jetzt in Szene setzen kann. Und dann versuch mal, an einem Samstagabend eine Running-Sushi-Bar zu finden, die erlaubt, dass ich mich mit meinem Anzug da ans Band setze und und laut lese!
Zur Platte selbst: Zählt „Paradies“ denn überhaupt für Euch noch als Debütalbum? Nach so vielen Singles über all die Jahre – hat das dann noch diesen Stellenwert, ist das dann noch so etwas Besonderes?
Das ist unser Debüt, das eigentlich ein Best-Of ist, aber ja, das fühlt sich für uns alle immer noch so an. Und wir sind wahnsinnig aufgeregt, weil wir nicht wissen, ob das jemand mag …
Aber das kann doch jetzt nur Koketterie sein …
… Nein! Wirklich nicht, Null Komma Null! Wir selbst wissen natürlich schon, dass es total großartig ist, selbst die Stücke, bei denen wir uns am Anfang eher unsicher waren. Wir haben ja ganz bewusst in ganz kurzer Zeit die Lieder geschrieben und dann gleich komplett live im Studio eingespielt. So also, dass es auch für uns aufregend ist und nicht alles so klingt wie bei anderen Bands, die lange hinarbeiten und proben. Wir wollten es wie in den Siebzigern mit allem Drumherum, auch dem Gesang, an einem Stück aufnehmen und sind im Nachhinein total glücklich, weil genau diese Energie auch herauszuhören ist.
Du schreibst ja in den Notizen zur Veröffentlichung davon, die Platte sei wie das Schiff, das Kinski in „Fitzcarraldo“ durch den Urwald ziehen lässt – wahnwitzig, überfordernd, zügellos. Meint das diese Aufnahme für Dich?
Ja, genau das war die Idee dabei. Dass man sich selber angreifbar macht und nicht einfach nur Dinge im Studio abarbeitet.
Ich lese da auch eine gewisse Sehnsucht nach Planlosigkeit und Kontrollverlust heraus?
Ja, das fehlt mir heute total, das ist für mich eines der wichtigsten Elemente des Lebens. Inzwischen können Menschen nicht einmal mehr miteinander telefonieren, ohne sich vorher dreimal zu überlegen, was denn wohl herauskommt bei dem Gespräch, vom Treffen ganz zu schweigen. Neulich hat ein Freund einfach bei mir daheim an der Wohnungstür geklingelt – und ich war schockiert! Kann man sich kaum vorstellen …
Und da hat die Pandemie sicher noch ein Übriges zu getan ...
Ja natürlich, noch mehr wollen wir vorher wissen, was passiert, was kommt dabei raus, im besten Fall – was kommt dabei für mich selbst raus.
Du hast, das kann man wohl sagen, keine besonders hohe Meinung von der Spezies Mensch und Du nimmst Dich selbst da auch nicht aus?
Es gibt da schon beide Seiten, ich bin in der Hinsicht eher zwiegespalten. Ich liebe den Menschen, und ich versuche ihn auch so zu sehen, dass ich immer wieder naiv und unvoreingenommen auf ihn zugehe. Aber ich werde genauso oft und immer wieder von ihm enttäuscht. Deshalb dann ein Text wie „Stumpfer werden“.
Aber gibt es dennoch Momente, wo Du positiv überrascht, ja vielleicht überwältigt wirst?
Ja schon, beispielsweise beim kreativen Arbeiten, wie vorhin beschrieben, da passieren solche Dinge. Oder die Tage in Wien, wo wir tagelang aufgenommen, viel geredet, viele Menschen getroffen haben. Andere würden sagen, dass das vor allem harte Arbeit ist, aber wir haben das schon auch als Geschenk empfunden, eine sehr intensive Zeit. Das gibt es immer wieder, der Funken glimmt also noch. Wenn man keine Erwartungen hat, geht es einem natürlich besser. Aber man hat sie halt trotzdem …
Und die Enttäuschung gehört dann mit dazu, genauso wie die Freude?
Ja. Ich denke mir, wenn man etwas will vom Leben, muss man halt auch bereit sein, sich reinzuschmeissen, der Typ bin ich eben. Ich habe so was Christoph-Schlingensief-haftes, den Willen, erst mal alle Energie reinzugeben. Und wenn dann nichts zurückkommt, dann ist das so. Und dann tut das weh, aber dann schaust du, was der Schmerz mit dir macht – und schon ist da der nächste Punkt, der interessant ist. Die Alternative dazu ist: Du liegst nur im Bett und kuckst Netflix. Da bist du auf der sicheren Seite, das kannst du ewig machen, kannst dich immer weiter runtergraden und dich dann irgendwann über Squid Games freuen.
Du scheinst mir ein sehr rigoroser Mensch zu sein, sehr klar in seinen Entscheidungen. Gibt es für Dich Sachen, die unverhandelbar sind – nicht nur musikalisch, sondern generell?
Also eines, das ich aus meinen tausend Jahren Leben gelernt habe: Ich möchte nichts mehr mit Idioten zu tun haben. In dem Moment, wenn sich jemand als solcher offenbart – und das geht in der Regel recht schnell – dann bin ich da einfach raus, egal ob er mir etwas bringt oder nicht. Weil ich weiß, dass mich das unglücklich macht. Was die Musik und die Texte angeht, da möchte ich zu keiner Sekunde beliebig sein. Entweder es macht mich glücklich oder verschafft mir eine Gänsehaut, bewegt etwas – oder ich lass es einfach bleiben.
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Ja, unbedingt. Das ist überhaupt kein Problem. Und das ist dann natürlich auch eine gewisse Arroganz, die man mir gern vorhalten kann. Aber wir schulden als Band überhaupt niemandem irgendwas, nur wir müssen selber glücklich sein.
Deshalb vielleicht auch die Singles als Ausdrucksform?
Möglich. Am Anfang hat uns natürlich jeder gefragt: Warum macht ihr das denn so, seid ihr verrückt? Wenn ihr kein Album habt, dann könnt ihr doch nicht touren. Und wir: Ja, dann touren wir halt nicht. Und am Ende waren wir jedes Jahr weit mehr unterwegs als andere. Und jetzt fragen uns die gleichen Leute: Warum macht ihr denn ein Album, das ist doch gar nicht mehr zeitgemäß? Aber diese Frage interessiert uns gar nicht! Wenn es nach der zehnten Single nicht mehr spannend ist, machen wir halt etwas anderes. Es sind also keine strategischen Überlegungen, die uns zu den Entscheidungen bringen, sondern eher die Überlegung: Was bewegt uns?
Da hilft es natürlich auch, independent, also unabhängig zu sein?
Absolut. Es gibt da keinerlei Masterplan, wir haben uns nichts Spezielles vorgenommen. Das Einzige, was wir als Band versuchen wollen, ist, eine gute, eine außergewöhnliche Zeit zu haben. Weil unser aller Leben in der Regel total langweilig ist – das ist okay, aber die Musik gibt uns die Möglichkeit, daraus für eine Zeit lang auszubrechen. Gerade planen wir beispielsweise eine Tour durch Osteuropa, wir werden also zum Beispiel in Bukarest spielen! Da war ich noch nie. Das ist vielleicht ein bisschen so wie Berlin in den Neunzigern und ich bin mir ganz sicher, dass dort etwas passieren wird.
Ja, das fing ja schon mit der Produktion an: Dass sich einer der Top-Leute wie Alexander Almgren aus New York meldet und fragt, ob er was mit uns machen kann, ist ja eh schon unglaublich. Ich habe ihm dann, noch etwas skeptisch, einen Song geschickt und ein paar Stunden später schon kam etwas zurück – und das war richtig gut gemischt. Almgren sagte, er sei mit siebzehn in Berlin gewesen, habe dort ganz viel Beton und eben auch Aphex Twin gesehen und genau daran habe ihn unser Sound erinnert. Und so habe er die Aufnahmen dann klingen lassen. Und ich spür das! Und auch das Cover …
Genau, eine organische Figur, die total seelenvoll wirkt, die man aber nicht versteht. Für mich ist das ein Sinnbild für uns alle, so sind wir Menschen, wir raffen gar nichts. Wenn man das Cover dann auseinanderklappt, sieht das so ein wenig wie Hieronymus Bosch aus. Ich meine, Cameron Michel, von dem das Bild stammt, verkauft sonst Bilder und Collagen für richtig viel Geld und dann gibt er uns das einfach, weil ihm gefällt, was wir machen! Da sind wir dann wieder bei dem besagten Funken, bei den positiven Überraschungen. Die neuen Songs scheinen noch härter, noch kantiger, klarer zu sein – mehr Industrial, mehr Elektronik, wie würdest Du ihren Charakter definieren? Das ist total lustig, weil wir das als absolute Popmusik empfinden, ganz hart am Schlager.
Ähh – okay!?
Nee, jetzt mal ernsthaft: Entscheidend ist für mich das Gefühl, dass vor uns sowas noch niemand gemacht hat. Ich denke manchmal wirklich, dass wir diese Musik erfunden hätten! Klar, die dockt schon irgendwo an, in den 80ern, irgendwo bei PIL vielleicht, aber die Art, wie wir damit umgehen, wie wir Musik und Texte zusammensetzen, das ist für mich tatsächlich neu. Wenn ich zum Beispiel Jasmin [Rilke] bei „Manchmal gehe ich unter Menschen“ höre, wie sie singt: “Wir sind mechanisch, wir sind zerbrechlich!“, das hat für mich so viel Stärke …
… da muss ich Dir gestehen, dass ich beim ersten Mal, wo ich das Lied noch ohne Textvorlage gehört habe, immer statt „mechanisch“ komischerweise „McDonalds“ verstanden und es überhaupt nicht kapiert habe!
Haha, da bist du tatsächlich schon der Zweite! Same, same, but different … Aber es ist ja nicht so, dass wir vorher keine Zweifel gehabt hätten. Als wir beispielsweise den Kinderchor für „Stumpfer werden“ eingespielt haben, war uns nicht ganz klar, ob das so funktioniert. Aber wir wollten es dann alle drei eben so haben und jetzt haben wir es live gespielt und die Leute sind einfach durchgedreht.
Ihr seid ja vor allem eine Live-Band. Was muss dort sein, was ist auf der Bühne – mal abgesehen von Deinem Anzug – wirklich unabdingbar?
Also wichtig ist zunächst, dass es kontrastreich ist, schwarz-weiß fast – sehr hell, sehr dunkel. Es muss laut sein und, ganz entscheidend, man muss die Texte verstehen können. Bei vielen Bands ist die Lautstärke der einzige Faktor, aber für uns muss es eben auch verständlich sein, sonst ist es leer und Quatsch. Und tanzen muss man können! So gesehen sind die Anforderungen an ein Gewalt-Konzert schon ziemlich hoch: Man soll es sehen, fühlen, verstehen können, es soll körperlich sein – und eben tanzbar. Viele Künstler picken sich daraus meist eine einzelne Komponente heraus – wir wollen das alles auf einmal haben! In den besten Momenten auf einem Konzert machen die Leute dann die unterschiedlichsten Dinge – schreien, weinen, springen und zwar gleichzeitig, in einem einzigen Augenblick. Und das ist wundervoll!
Donnerstag, 28. Oktober 2021
Spoon: Lass knattern!
Dienstag, 26. Oktober 2021
Little Simz: Die Mutmacherin [Update]
Little Simz
„Sometimes I Might Be Introvert“
(Age 101/Rough Trade)
Jetzt müssen wir zu Beginn doch ganz kurz mal in die Zukunft und das gemeinsam mit Sibylle Berg. Diese hat ja vor einiger Zeit eine grandiose Dystopie mit dem Namen „GRM“ geschrieben, in der es nur am Rande um Grime geht – die Musik ist hier mehr Trost und Rückzugsort der Protagonisten und weniger Hauptthema des Romans. Namen werden selten genannt, der von Little Simz aus London ist allerdings schon mit dabei. Und weil sie in dieser heraufdämmernden, endzeitlichen Utopie schon zu den Etablierten, den Superstars gehört, sind die Kommentare zu ihr eher zurückhaltend, vielleicht sogar enttäuscht. Wie schnell diese Zukunft Realität werden kann, sieht und hört man nun an dem aktuellen zweiten Album der Künstlerin. An Selbstvertrauen hat es Simbiatu Ajikawo, Spitzname Simbi alias Little Simz aus dem Stadtteil Islington seit Anbeginn ihrer Karriere noch selten gemangelt, das ist gut so und vollkommen berechtigt – insofern ist der Titel der neuen Platte natürlich schon mal einen Extrapunkt wert.
Ihr Debüt „Grey Area“ war ein Meilenstein, schon dort merkte man deutlich, dass sie unbedingt Grenzen weiten, Stile verbinden wollte, ausschließlich Grime war nicht die Lösung. Den Weg setzt sie auf „Sometimes I Might Be Introvert“ konsequent fort, es beginnt orchestral, mächtige Bläser kündigen den Auftritt an und setzen auf beeindruckende Weise den Kurs – weiblich und schwarz, darum kreist das Album, das ist die Klammer, das Anliegen, das später noch um den Wert der Familie ergänzt wird. „I’m a black woman and I’m a proud one“ – die Zeile aus „Introvert“ ist Tatsache und unverhandelbares Statement zugleich, im darauffolgenden „Woman“ fügt sie diesem zusammen mit Dauergast Cleo Sol die entsprechenden Facetten hinzu. Weniger hart dann, sondern mit souligem Groove.
Little Simz beherrscht ihr Fach, als wäre sie schon Jahrzehnte im Geschäft – die stilistischen Wechsel meistert sie mit bewundernswerter Sicherheit, sie sind die herausragende Stärke dieses Albums. Die schnellen Rhymes sind mal eingebettet in weichen, sanft federnden RnB, dann wieder zu harten Beats gesetzt wie bei „Speed“ und „Rolling Stone“, perkussive Elemente wechseln mit musicalhaften Interludes, später wendet sie sich überzeugend und in Begleitung von Obongjayar aus Nigeria dem Afropop zu. Thematisch wird in der Rückschau ihr Weg bis ins Heute nachgezeichnet, gibt es beißende Ironie („The Rapper Came To Tea“ mit Schauspielerin Emma Corin), nachdenkliche Adressen an Männer im Allgemeinen und den Vater im Speziellen (u.a. „I Love You, I Hate You“), Liebeslieder natürlich und vor allem die Mutmacher, die Aufrufe, es ihr gleichzutun, sich nicht unterkriegen zu lassen. Self-Empowerment rules, in der Tat drängen derzeit viele Künstlerinnen mit Talent nach vorne – so schnell so gut wie Little Simz war bisher noch keine.
Update: Der kenianische Filmemacher Jeremy Ngatho Cole (Cleo Sol, Young Fathers) hat ein neues Video für den Song "I Love You, I Hate You" gedreht, in welchem Little Simz die Beziehung zu ihrem Vater thematisiert.






























