Sonntag, 20. September 2020

AUA: Auf Entdeckungsreise

AUA
"I Don't Want It Darker"

(Crazysane Records)

Auf der Suche nach einer Referenz, um Uneingeweihten diese Musik näherzubringen, stößt man auf ein anderes Duo, dessen Klangkosmos zu Hochzeiten ähnlich umfangreich war, das sich also, um im Bild zu bleiben, ebenfalls in entferntere Galaxien vorwagte. Heißt: Wer AUA meint, darf auch AIR sagen. Denn auch bei den Herren Godin und Dunckel hatte man den Eindruck, sie liebten es, ihre Zuhörer*innen in neue Welten zu entführen und hätten so viel Spaß am Experimentieren, dass sie bewusst jede ihrer Platten mit einem neuen Sound versahen. Nun, AUA haben mit diesem Debüt erst ein Album veröffentlicht, beweisen darauf aber auch schon eine ähnlich große Bereitschaft, verschiedenste Stile miteinander zu kreuzen. So begegnen uns in der halben Stunde Spielzeit wabernde Psychedelia, Krautrockanleihen, Darkwave-Verweise und auch bei Synthpop und Surfrock haben sich Henrik Eichmann und Fabian Bremer ihre Ideen geholt. Sie zeigen sowohl ihre Vorliebe für sphärische Klangflächen ("The Energy Vampire") als auch für den eingängigen, punktgenauen Beat ("Coke Diet"). Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz, wenn sich zu den forschen Gitarren von "Umami Karoshi" ganz am Ende noch ein paar irrlichternde Spukgeräusche aus den B-Movies der 60er mischen. Diese wiederum brechen ein wenig die Ersthaftigkeit der beiden Musiker und unterstreichen so die Aussage in der Titelzeile des Albumnamens. Und die wollen wir ja immer noch hartnäckig als Entgegnung auf den altehrwürdigen und maximal eleganten Großmeister der Dunkelheit, Leonard Cohen, verstanden wissen. Diese Platte jedenfalls ist zweifellos ein Kleinod, kurz zwar, aber sehr unterhaltsam.



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