Montag, 18. Juni 2018

Pumarosa: Drohendes Unheil

Ein willkommene Gelegenheit, zu einem der Album-Highlights 2017 zurückzukehren, bieten uns heute die Londoner von Pumarosa. Die Band, deren Sound angenehm zwischen Waverock , Noise und Post-Punk wechselt, hat bekanntlich im vergangenen Jahr ihr Debütalbum "The Witch" veröffentlicht, von diesem stammt auch der Song "Lions' Den", den das Quartett nun mit einem Videoclip veredelt hat. Das Filmchen stammt von Niall Trask und beginnt eigentlich recht idyllisch, bald wird aber klar, daß hier Unheil droht und dieses läßt dann auch mit eindringlichen Bildern nicht lang auf sich warten.

Beach House: Mobile Meditation

Klar, es gibt Autovideos und Autovideos. Das letzte, was einem in Erinnerung ist und das nicht dem üblichen Bling-Bling-Gehabe folgte, war James Blake und sein wunderbares Stück "If The Car Beside You Moves Ahead". In die gleiche Kiste gehören auch Beach House, auch sie handeln weniger mit Stereotypen, auch ihre Musik bezieht ihren Reiz eher aus der Kontemplation, der Versunkenheit. Auf ihrem aktuellen und ziemlich tollen Album "7" befindet sich u.a. auch der Song "Black Car", zu dem die beiden nun einen Clip von Alistair Legrand nachreichen - ein bisschen bedrohlich und deshalb natürlich mit einem schönen Gruß an Elliot Silverstein.

Freitag, 15. Juni 2018

Estrons: Brett aus Wales

Ja, und die mußten unbedingt auch noch mit auf das Tableau für's Wochenende: Die walisische Alternativrock-Kapelle Estrons (allen voran deren beeindruckende Frontfrau Tali Källström) hat zusammen mit Alex Newport (At The Drive-In, Death Cab For Cutie, Pissed Jeans) einen neuen Song namens "Lilac" aufgenommen, der sich irgendwo zwischen Wolf Alice und Rolo Tomassi einschwingt, also auch ziemlich derbe ist. Von dem Trio gibt es bislang eine überschaubare Anzahl an Singles und EP, das erste Lebenszeichen stammt aus dem Jahr 2011mit der Single "C-C-Cariad!", das letzte kam im vergangenen Jahr unter dem Titel "Strobe Lights/Glasgow Kisses" ins Regal. Wann ein kompletter Longplayer zu erwarten ist, wird sich weisen, im September kommen sie erst mal für zwei Termine nach Deutschland.

22.09.  Hamburg, Reeperbahn Festival
23.09.  Berlin, Maze

Boys Noize ft. Marteria + Haftbefehl: Rebell Yell

Schnell mal einen Track zwischenposten, weil ja Wochenende ist und wir ja irgendwie auch eine kleine Tradition pflegen müssen - Beats für's Weekend: Marteria hat zusammen mit Boys Noize und Haftbefehl das Stück "Disco Inferno" aufgenommen, der Clip stammt von LILINTERNET, alles beste grobkörnige Plattenästhetik und auch sonst ziemlich aggro. Kickt.

Protomartyr: Weit mehr als ein Trost [Update]

Sie waren ja gerade erst unterwegs und haben dafür (unter manch eigenwilliger Überschrift) großes Lob geerntet. Und damit der Flow anhält (läuft halt), bringen die Detroiter Post-Punks Protomartyr nun am 15. Juni zu ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Album "Relatives In Descent" eine neue EP mit dem Titel "Consolation" heraus. Vier Stücke soll das Kurzformat enthalten, zwei davon wurden zusammen mit Kelley Deal von The Breeders eingesungen und wiederum eines davon - "Wheel Of Fortune" - gibt es vorab als Video zu sehen/hören. Gedreht hat übrigens Yoonha Park, der auch schon für die Preoccupations, die Liars, M83 oder Deerhoof arbeitete.

Update: Und hier nun auch der zweite Song, der mit Kelley Deal eingespielt wurde - "You Always Win".



Interpol: Mexikanische Eröffnung [Update]

Ein spätes, aber herzliches Willkommen natürlich noch für das sechste Album von Interpol. Dass etwas in der Luft lag, ließ sich schon anhand der üblichen kryptischen Inschriften und Wortmeldungen erahnen - Häuserwände, Blankoformulare für eine Pressekonferenz und das alles in Mexiko City, wohin die New Yorker ebenso gern verreisen, wie sie in ihre Heimstadt zurückkehren. In einem altehrwürdigen Gemäuer gab es dann auch eine ziemlich feierliche Verlautbarung der Herren Fogarino, Banks und Kessler - natürlich zu allererst über "Marauder", so der Titel der nächsten Studioplatte, Nachfolger des letzten Werkes "El Pintor" aus dem Jahr 2014 und terminiert auf den 24. August via Matador Records. Viel Getöse, man gab sich charmant und konnte selbst kleinere Unterbrechungen wie die innige Liebesbezeugung eines Fans recht locker wegmoderieren. Die erste Single des Albums "The Rover" klingt auf den ersten Durchgang recht kraftvoll und ungewohnt schroff, was von der zweiten Arbeit ohne genialen Bassisten Carlos Dengler sonst noch zu erwarten ist, wird sich weisen. Produziert hat jedenfalls Dave Fridmann, der schon für MGMT, die Flaming Lips und Mogwai an den Reglern saß, das Cover, so darf man erfahren, zeigt den amerikanischen Justizminister Elliott Richardson, der sich in den Siebzigern während der Watergate-Affäre einen passablen, rechtschaffenen Ruf erworben hat.



Update: Tourdaten
25.06.  Wien, Arena
23.11.  Hamburg, Mehr! Theater
25.11.  Berlin, Temprodrom



Wildhart: Wie gehabt [Update]

Dass aus dem schwedischen Göteborg nicht musikalisch Bewundernswertes kommt, das weiß der treue Leser - Baula, Emmecosta, Pale Honey, Agent Blå, Westkust und natürlich Little Dragon, es ist eine lange Reihe, von Zufall kann keine Rede mehr sein. Das gilt natürlich auch für das Duo Wildhart. Ihre erste "EP1" haben wir hier zumindest erwähnt, kurz danach gab es 2016 das Debütalbum "Shine", nun teilen die Ylva Holmdahl und Kiwi Berg ein neuen Song. Und - nicht überraschend - handelt es sich auch bei "New Beginning" wieder um erstklassigen Electropop, er stammt von der künftigen EP "Caught In A Fisheye", zu haben als Stream und Videoclip. Feinkost wie gehabt.

Update: Auch für die zweite Single bleibt es dabei - die beiden Schweden sind immer für ein paar vertrackte Wohlklänge gut - hier also der nächste Track "Every Touch".




Donnerstag, 14. Juni 2018

Hotel Lux: In bester Gesellschaft

Diese fünf jungen Herren hatten wir hier auch schon mal (verdientermaßen), da ging es um das Moskauer Hotel und Henkersmahlzeiten. Heute wieder der Ostblock, diesmal widmen sich die ziemlich britischen Hotel Lux der Berliner Mauer. "Berlin Wall" ist die B-Seite ihrer aktuellen Single "Daddy" und klingt wieder mal schnoddrig, lässig, leicht angenervt, eben nach all dem, was einen guten Song von der Insel ausmacht. Hotel Lux veröffentlichen übrigens auf dem Label Big Score, dort also, wo auch die Idles-Lieblinge Lice zu Hause sind - kein Zufall, möchte man meinen.

Eliza Shaddad: Wider besseren Wissens

Da ist fast schon Vorsicht angesagt, denn die zügellose Schwärmerei könnte einem irgendwann auch als Stalking oder gekaufte Liebedienerei ausgelegt werden. Dennoch werden wir nicht müde, die Londoner Künstlerin Eliza Shaddad auf das Ausgiebigste zu loben - gerade hat das Mädchen ihre neue Single "My Body" samt Video von Joe McCrae ins Netz gestellt, das Album "Future" soll via Beatnik Creative in ebenjener näheren Zukunft erscheinen. Der Song beschreibt, so die Sängerin, das Gefühl, vom eigenen Körper hinters Licht geführt zu werden, zu wissen, dass man oft besser allein klarkommt und dann doch dem Zweifel nachzugeben, wider besseren Wissens.



Chris Liebing: Alte Liebe

Die Neuigkeit, daß Chris Liebing kürzlich bei Mute unterschrieben hat, ist ja nun auch so neu nicht mehr, was aus dieser Liason werden sollte, stand allerdings noch nicht fest. Das hat sich jetzt geändert, denn der Mann hat für den 7. September seinen Einstand bekanntgegeben - "Burn Slow", so der Name des Albums, wird zehn Tracks enthalten und auch die Gästeliste ist mit Polly Scattergood (onDeadWaves), Miles Cooper Seaton, Cold Cave und Aleen erfreulich delikat besetzt. Nach dem ersten Vorgeschmack "Novembergrey" spendiert Liebing auch gleich noch einen zweiten, "Polished Chrome (The Friend Pt.1)" schmückt sich mit der Stimme von Wave-Urgestein Gary Numan, unschwer zu hören, daß die Liebe für den Sound der 80er keine kleine ist.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Hope: Begeistertes Entsetzen

Nicht, dass uns die vier nicht auch schon aufgefallen wären. Aber mit dem richtigen Zitat im Rücken geht die Sache noch dreimal schneller durch die Decke. Joe Talbot, Sänger der britischen Kombo Idles aus Bristol (gerade mit der neuen Platte "Joy As An Act Of Resistance" auf den Absprung), hat im vergangenen Jahr sein Herz oder vielmehr seine Ohren für die Berliner Post-Punk-Band Hope entdeckt: "I found Hope to be mesmeric live. They have a soulful integrity, that resides in a pounding resonance with chromatic washes, that cut through a dark, dark black; leaving you aghast. Beautiful music by beautiful people" - kurzum, er war ziemlich begeistert. 2017 ist auch das selbstbetitelte Album des Quartetts erschienen, von diesem stammt die Single "Drop Your Knives", die wiederum gerade mit ein Clip von Ricardo Bernardi auf Sendung ging. Kommt also eins zum anderen - irgendwann.

Deaf Wish: Pure Energie

Schnell mal in den digitalen Erinnerungen gekramt - und: Siehe da, irgendwie kam einem der Name doch bekannt vor. Klar, Deaf Wish aus Melbourne sind ja auch nicht irgendeine x-beliebige Kapelle, vier Alben haben sie bislang veröffentlicht und am 27. Juli soll nun via Sub Pop die Nummer fünf dazukommen. "Lithium Zion" wurde genauso wie der Vorgänger "Pain" aus dem Jahr 2015 von Mickey Young abgemischt, das Video zur ersten Single "FFS" mit der wunderbaren Sarah Hardiman  wiederum stammt von Gitarrist Jensen Tjhung und Drummer Daniel Twomey.



Snail Mail: Alles in einem

Snail Mail
„Lush“

(Matador)

Man sollte Lindsay Jordan wirklich nicht unterschätzen. Sie ist zwar noch keine zwanzig und eine eher zarte Erscheinung. Liest man aber die Interviews zur Veröffentlichung ihres Debüts, dann wird recht schnell klar, dass man ihr und ihrer Band Snail Mail mit dummen Sprüchen und Kleinmädchengetue nicht kommen muß. Jordan kann durch aus eine ziemlich rüde Rede schwingen, wo es vor fucks und shits nur so wimmelt, sie steht auf Gitarrenklänge aller Art, vorzugsweise die von Sheer Mag, Alvvays und Mark Kozelek, hat schon einige weniger angenehme Erfahrungen mit garstigen Plattenfirmen gemacht und träumt davon, ein Video zusammen mit Kristen Stewart zu drehen. Nur weil sie also aus einem kleinen Städtchen an der Ostküste kommt, ist sie noch lange kein schüchternes, blondes Hascherl – vielleicht taugt der Clip zur Single „Heat Wave“ deshalb so gut, die Dinge etwas gerader zu rücken, denn dort vermöbelt am Ende sie die tumben Kerle und nicht umgekehrt. Die Musik, die Snail Mail, also auch Alex Bass und Roy Brown, gemeinsam machen, klingt da zugegebenermaßen etwas weniger schroff.

Seit 2015 schreibt Jordan ihre Songs, größter Erfolg war bislang ihre EP „Habit“, die 2016 erschienen ist und sie schnell auf den Radar der größeren Labels brachte, nach einigen Umwegen ist sie nun bei Matador, einem Indie-Schwergewicht gelandet. Das Netzportal Fader schrieb vor einem Jahr die so hübsche wie passende Überschrift „The Old-School Beauty Of Snail Mail’s Suburban Slowcore“, wenige Worte, in denen eigentlich alles gesagt ist. Denn „Lush“ ist bei aller Attitüde in erster Linie schöner, lässiger Pop-Stoff – die Gitarrenhooks perlen und tänzeln anmutig durch die zehn Stücke und wirklich nur ganz selten werden sie dabei (wie bei besagtem „Heat Wave“ und „Deep Sea“) durch harschere Anschläge gestört. Auch Jordans Stimme reiht sich da nahtlos ein, einzig für „Speaking Terms“ wagt sie sich mal etwas weiter aus der Deckung und klingt etwas fordernder, bestimmter. Weniger ernst ist es ihr mit den Anliegen der Songs deshalb trotzdem nicht, hier werden Teenager-Nöte, Trennungsschmerz und Beziehungssorgen verhandelt und wer behauptet, das wäre nicht der Ernst des richtigen Lebens, der hat sie nicht wirklich erlebt. Irgendwie also ein All-in-one-Album, wo das Kleine groß wird und der Moment das ist, was zählt. https://www.snailmail.band/

Death Cab For Cutie: Getreu dem Motto

Immer weiter, schon klar. Es gibt wohl kaum eine größere Entfernung als die zwischen dem einst so verbissenen Torwart Oliver Kahn und den leichtfüßigen Indierockern Death Cab For Cutie. Aber das Motto des gebürtigen Badeners ist einfach omnipräsent, er scheint im Alter zudem etwas milder geworden zu sein und dann das: Es war schon fast ein kleines Wunder, dass die Band vor vier Jahren den Weggang von Chris Walla derart unaufgeregt und ohne hörbare Qualitätseinbußen weggesteckt hat, sie haben einfach weitergemacht und mit "Kintsugi" ein zweifellos hervorragendes Album ohne ihren genialen Gitarristen veröffentlicht. Wäre ja auch zu schade gewesen. Jetzt kündigen die nunmehr drei verbliebenen Amerikaner (ergänzt um die beiden Tourmitglieder Dave Depper und Zac Rae) mit "Thank You For Today" eine weitere Platte an und "Gold Rush", die erste Vorauskopplung, schafft es dann vielleicht auch mal auf die Playlist des ehemaligen Ballfängers.



Dienstag, 12. Juni 2018

Kristin Hersh: Nicht nur leise Töne [Update]

Eigentlich sind Sandstürme ja kein Spaß, man darf aber annehmen, daß beigefügte Warnung nicht allzu ernst gemeint ist: Kristin Hersh, Sängerin der verehrungswürdigen Bands Throwing Muses und 50 Foot Wave, seit langer Zeit ebenso erfolgreich solo unterwegs, hat nach dem Doppelschlag "Wyatt At The Coyote Palace" aus dem Jahr 2016 ein neues Album in Eigenregie angekündigt - und dieses soll den Titel "Possible Dust Clouds" tragen. Der Wechsel zu Fire Records, wo die Platte am 5. Oktober erscheinen wird, flankiert das Vorhaben, Livetermine der stimmgewaltigen Künstlerin gibt es vorerst nur einige wenige auf der Insel (und dem von Robert Smith kuratierten Meltdown Festival), als kleinen Trost hier vorab aber schon mal eine frühe Version der Single "LAX", die erstaunlich rau und krachert daherkommt. Recht so.

Update: Und auch von "Breathe In", dem nächsten Song vom neuen Album, gibt es eine sogenannte rough version - nicht zu viel versprochen.

Low: Anstehende Feierlichkeiten

Den fünfundzwanzigjährigen Geburtstag, den darf man gern feiern, auch wenn man selbst schon deutlich drüber ist. Aber darum geht es schließlich nicht. Alan Sparhawk und Mimi Parker werden also in diesem Jahr mit ihrer Band Low das Vierteljahrhundert voll machen, seit 1993 sind die beiden unterwegs und haben gemeinsam als Musiker und Ehepaar viel Erfreuliches und auch einiges Schmerzliche erlebt. Zusammen mit Bassist Steve Garrington werden sie nun am 14. September mit "Double Negative" bei Sub Pop ihr nächstes Studioalbum (nach "Ones And Sixes" 2015) veröffentlichen und mit diesem auch auf Tour gehen. Zur Einstimmung gibt es ein fulminantes Videotriptychon aus den Titeln "Quorum/Dancing Blood/Fly", knapp fünfzehn Minuten Essenz des bisherigen Schaffens und dennoch viele neue Einblicke und Klangfacetten.

23.06.  Duisburg, Traumzeit Festival
25.06.  München, Ampere
26.06.  Dresden, Beatpol
06.10.  Zürich, Bogen F
08.10.  Leipzig, Conne Island
09.10.  Berlin, Festsaal Kreuzberg 

Deafheaven: Rückkehr der Außenseiter [Update]

Der Tag startet schon mal gut, ach was: sehr gut. Denn die Nachricht, daß die kalifornischen Schwarzmetaller Deafheaven nach drei Jahren ein neues Album veröffentlichen werden, hatte zwar die Gerüchteküche schon vermeldet, eine offizielle Verlautbarung stand bisher aber noch aus. Diese gibt es nun - "Ordinary Corrupt Human Love" soll am 13. Juli bei ANTI- erscheinen und damit die Freude komplett ist, gibt es auch gleich den knapp zwölfminütigen Track "Honeycomb" und die Single "Canary Yellow" davon zu hören.

Übrigens - hier noch einmal aus reiner Nostalgie die Hinweise auf das letzte Konzert der Band in München, die außergewöhnliche Plakatkunst der Band und natürlich die Review des Vorgängers "New Bermuda".

Update: Konzertdaten
15.09.  Dresden, Beatpol
26.09.  Köln, Essigfabrik
27.09.  Berlin, Bi Nuu
28.09.  Karlsruhe, Jubez
09.10.  München, Hansa 39
10.10.  Winterthur, Salzhaus
14.10.  Wien, Arena



Starling: Seele mit Kontrast

Was zuerst ins Auge fällt? Nun, das britische Mistwetter ist nicht sonderlich überraschend, im Kontrast dazu steht allerdings die eigenwillige Modekollektion, die hier präsentiert wird. Die Londoner Künstlerin Starling, vor Ort schon mehrmals seit Karrierestart 2015 mit markanter Stimme und feinen Popsongs auffällig geworden, schickt sich an, ihre neue EP "The Soul" zu veröffentlichen. Am 22. Juni soll die 12", die den Vorgängern "The Heart" und "The Body" folgt, erscheinen - produziert hat Henry Binns (Zero7) und die erste Single "Profiteroles" eben führt uns beim Dreh durch altehrwürdige Strandhäuser und die besagte Kleidersammlung. Starling selbst dazu: “The video vision was about dance and art and Englishness. We filmed in this old wonky high street to symbolise the journey from restriction to freedom and dance is an extension of that, as is the open beach.” Ob mit oder ohne diesen Kontext, Musik und Bild zusammen haben einen gewissen Reiz, auf den Rest der EP darf man also durchaus gespannt sein.

Kluster: Gleich beim ersten Ton [Update]

Manche Songs brauchen einfach nur ein paar Takte, um sich festzuhaken, man weiß im nächsten Moment, daß da was draus werden kann. Aktuelles Beispiel sind Kluster aus dem schwedischen Malmö. Das Quintett, bestehend aus Linnea Hall (Gesang), Pontus Örnstrand (Keyboard), Sebastian Hegedüs (Gitarre), Adam Jonsson (Gitarre) und Andreas Pollak (Drums), hatte im Februar seine Debütsingle "Over My Head" platziert und schon damit wohlwollende Kommentare der einschlägigen Musikportale eingesammelt. Nun gibt es mit "In Your Hometown" ein zweites Stück zu hören, auch dieses sowohl beschwingt arrangiert und doch tricky genug angelegt, um aus der Flut täglicher Neuerscheinungen angenehm herauszustechen. Für den 15. Juni hat ihr Label Rama Lama Records das erste Album "civic" angekündigt - wir freuen uns darauf.

Update: Hier noch zwei weitere, feine Auskopplungen aus dem neuen Album namens "Afterglow" und ganz aktuell "Tightrope".


LIFE: Auf geht's! [Update]

Laut Teil zwei, diesmal aus dem englischen Städtchen Hull. Wir reden also vom Quartett LIFE, einer Band, die ihr Debütalbum vor einem Jahr sinniger Weise "Popular Music" nannte und damit natürlich auch hier schon im Gespräch war. Sie standen mit den Idles, Nadine Shah und den Slaves auf der Bühne, waren Dauergäste in den einschlägigen Radioprogrammen. Nun soll neues Material kommen, ein zweites Album ist in Planung, von dem wir hier schon mal die aktuelle Single "Grown Up" teilen dürfen. More to follow - go for it!

Update: Klar, stehst du am Anfang deiner Karriere, haste nicht so viel Geld, das du in Video und sonstigen Kram stecken kannst. Entsprechend sieht dann auch der Clip zu "Grown Up" aus - passt aber bestens zum Sound.