Donnerstag, 6. Mai 2021

Little Simz: An Tagen wie diesem [Update]

Es würde einen wundern, wären dieser Clip, dieser Song, diese Meldung nicht bewusst an diesem Tag online gegangen, zu gut passt alles zur Nachrichtenlage: "I'm a black woman and I'm a proud one, we walk in blind faith not knowing the outcome, but as long as we unified then we've already won" reimt die Londoner Grime-Rapperin Little Simz also in ihrem neuesten Track "Introvert" just in dem Moment, da der Urteilsspruch über den Mörder des schwarzen George Floyd über alle Bildschirme flimmert. Gut so. Der Hintergrund zur Veröffentlichung ist schnell erzählt - die Künstlerin hat mit dem Song den Nachfolger ihres furiosen Debüts "Grey Area" und der ebenso fabelhaften EP "Drop 6" bekanntgegeben, der unter dem Namen "Sometimes I Might Be Introvert" am 3. September bei Age 101 erscheinen soll. Das Video zur Auskopplung hat im Übrigen Salomon Ligthelm gedreht, der neben zahlreichen Werbefilmen auch Clip für die Young Fathers, The Weeknd und Daughter im Portfolio zu stehen hat.

Update: Gestern das LineUp für die 22er Runde von Rock am Ring gesehen, heute das neue Video von Little Limz und ihrer Single "Woman" gesehen - viel größer könnten die Gegensätze nicht sein. And which side are you on?





Ganser: Zu Ende gebracht

Den besten haben sie sich also für den Schluß aufgehoben: Mit dem heutigen Tag bringt die Post-Punk-Kapelle Ganser aus Chicago ihr (nicht nur hier) vielgelobtes Remix-Projekt zu Ende - unter dem Namen "Look At The Sun" hat die Band in den letzten Wochen fünf Stücke ihres Albums "Just Look At That Sky", erschienen im Sommer vergangenen Jahres, an ausgewiesene Fachleute und durchaus auch überraschende Partner*innen gegeben. So dekonstruierten Andy Bell, Gitarrist von Ride, und Sadie Dupuis (Sad13, Speedy Ortiz) genauso lustvoll und verwegen die vorgelegten Tracks wie Adam Faulkner (Girl Band) und Mitglieder von Algiers. Dass es hierbei nicht um bloße Verlängerung oder Klangschminke ging, sondern die Stücke tatsächlich durch die Reworks in neue Zusammenhänge gesetzt wurden, davon kann sich hier jede und jeder mit eigenen Ohren überzeugen. Und dazu gehört seit heute denn auch wie erwähnt der mutmaßlich beste Song des Albums "Emergency Equipment And Exits" in der Neubearbeitung von Bartees Strange. Der gebürtige Brite, aufgewachsen in Oklahoma und wohnhaft in Washington, hatte erst im letzten Jahr mit seinem Debütalbum "Live Forever" für Aufsehen gesorgt, nun widmete er sich also der Veredelung gänzlich anderen Sounds aus Chicago. Dass es die Remix-12" bislang nur digital zu kaufen gibt, ist eigentlich das einzige Manko daran, die Band träumt allerdings von einer Deluxe-Edition des Albums inklusive EP - wir werden sehen.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Fräulein: Lautes Wunder

Jaja, aussehen als könnten sie kein Wässerchen trüben - nett, sympathisch, charmant und so - und trotzdem machen die beiden anständig Krach: Joni Samuels und Karsten van der Tol kommen aus Bristol und haben sich dort 2018 den hübschen Namen Fräulein ins handelsgewerbliche Register eintragen lassen. Zwei Jahre nach Gründung dann die beiden Demos "Mary" und "Drag Behind", nun kommen sie uns mit dem feinen Grungetrack "Pretty People" und wir denken kurz an die White Stripes in verteilten Rollen. Sind also schon ein kleines Wunder, wenn auch ein sehr lautes.





Dienstag, 4. Mai 2021

Ja, Panik: Systemfrage

Ja, Panik
„Die Gruppe“

(Bureau B)

Muss es denn immer gleich das ultimative Lockdown-Album sein? Seien wir ehrlich: Wer Andreas Spechtl, einem der klügsten Köpfe des deutschsprachigen Pop der Jetztzeit, unterstellt, er habe mit seiner Band Ja, Panik endlich die langerwartete Platte zur Pandemie gemacht, der begeht im Grunde einen Akt der Rufschädigung. Denn diese Behauptung unterschlägt, dass Spechtl politische Unwuchten, die mit menschlichen Tragödien, mit zunehmender Vereinsamung, konsumistischer Verblendung und medialer Verirrung einhergehen, schon in den Jahren zuvor mal mehr, mal weniger deutlich zum Thema seiner Songs gemacht hat. Die Welt geht schließlich nicht erst seit vergangenem Jahr vor die Hunde, sie tut dies schon sehr lange. Das Virus wirkt eben nur, wie der Burgenländer kürzlich sagte, als ein Brandbeschleuniger unseres eigenen Scheiterns. Natürlich ist von verlorenen Geisterstädten die Rede, von zunehmender Düsternis, Apokalypse, Endzeitstimmung – alles Dinge, die wir gerade mehr als sonst mit unserem Alltag in Bezug setzen müssen, die wir plötzlich nicht mehr nur aus dem Arthouse-Kino kennen, sondern am eigenen Leibe, in der eigenen Familie, gleich nebenan und rund um die Uhr miterleben.



Das rührt an den Grundfesten unseres Selbstverständnisses, fragt nach dem Sinn und Unsinn des Mühens, wird grundsätzlich, ja – stellt die Systemfrage. Nach den Auswüchsen des Neoliberalismus und Superkapitalismus, der immer schneller dreht und uns nur deshalb kurieren will, um sich selbst am Laufen zu halten („The Cure“). Spechtl nimmt hier die direkte Verbindung zu den Theorien des britischen Autors Marc Fisher auf, dessen Bücher er, wie er sagt, mit großem Interesse gelesen hat. Vieles, was Spechtl in den Songs auf „Die Gruppe“ spiegelt, ist existenzialistisch, stellt grundlegende Fragen. Die nach der Rolle des Menschen beispielsweise als Vereinnahmer, Besitznehmer und letztlich Zerstörer, den die Natur nicht braucht, um fortzubestehen, der nur eine Fußnote im Großen, Ganzen ist („Memory Machine“). Der Mensch, der sich selbst und anderen ein andauerndes „Gift“ ist, unfähig, die Dinge zu einem guten Ende zu bringen, der sich in Parallelwelten flüchtet ("On Livestream") und die Verbindung zur Realität zugunsten von leicht verdaulichen Trugbildern zusehends aufzugeben bereit ist.



Und natürlich spielt auch die Vergangenheit, die Sozialisation der Kindheit eine gewichtige Rolle. Mal als melancholische Rückschau wie in „1998“ („I was a country boy, afraid to go online, all alone for the first time…“), mal die Erinnerung an den Jungen, der Trouble sucht, ein „Tunichtgut, ein bockiges Kind, eins, das gern schreien tut“ – zwanzig Jahre ohne „BackUp“, herausgekämpft aus der Isolation und Verlorenheit des Heranwachsenden. Schöne, dunkle Poesie, ins Szene gesetzt von wunderbaren Tönen – das Album kommt mit zahlreichen flirrenden Saxophonpassagen, mit zartem Gitarrenpicking, pochenden Drums und vereinzeltem Feedback daher. „The Cure“ erinnert mit seinem reduzierten Hall auf’s Schönste an den Sound von The Jesus And Mary Chain, „BackUp“ zitiert verwegen die Proclaimers – all das nimmt der Platte etwas von der Schwere, mit der der bloße Text einem wohl auf’s Gemüt drücken würde. Mehr als ein würdiger Nachfolger für „Libertatia“, das einem vor sieben Jahren schon groß erschien. Das hier ist größer.

24.10.  Leipzig, Conne Island
25.10.  München, Strom
26.10.  Wien, Flex
28.10.  Salzburg, ARGEkultur
29.10.  St. Gallen, Palace
30.10.  Schorndorf, Manufaktur
31.10.  Offenbach, Hafen 2
01.11.  Köln, Gebäude 9
02.11.  Hamburg, Uebel und Gefährlich
04.11.  Berlin, Festsaal Kreuzberg 

Montag, 3. Mai 2021

Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen: Gute Laune

Zufall oder nicht? Vor kurzem jährte sich der 80ste von Filmemacher Werner Enke und zu diesem Anlass schrieb die hochverehrte Uschi Glas einen schönen Gastbeitrag in die Süddeutsche Zeitung. Klar, dass uns dabei ein Song einfiel, mit dem Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen wiederum vor ungefähr sieben Jahren den unterschätzten Regisseur auf ihre unverwechselbare Art pries. Und heute dann also die Nachricht, dass eben jene Liga Anlauf zu einem neuen (ihrem sechsten) offiziellen Studioalbum genommen hat. Ein Anlauf von gewisser Länge, nimmt man mal die Auskopplung ihrer Single "Ferien für immer" (Original von den Merricks) her, die schon auf den August 2020 datiert - danach kam die Pandemie und es ist davon auszugehen, dass ein paar Umdrehungen langsamer geschippert werden musste hoch oben im Norden und in Berlin. Jetzt also "Gschichterln aus dem Parkcafé", Veröffentlichung am 9. Juli bei Tapete Records. Der Arbeitstitel lautete übrigens vor einiger Zeit noch "11 neue Songs in DLDGG-Dur", doch weil sich die Band um Sänger Carsten Friedrichs einerseits vorgenommen hatte, nur Lieder mit positiver Grundstimmung zu listen, andererseits aber mit "Rebekka will ihr Rad zurück" einen unverzichtbaren Konflikt-Knaller dann nicht hätte unterbringen können, gab es ergo - den Konsenstitel.



Sonntag, 2. Mai 2021

Bleib Modern: Weiter tiefschwarz

Bleib Modern
"Afraid To Leave"

(Icy Cold Records)

Für den Rezensenten ist das jetzt natürlich eine einigermaßen knifflige Situation: Wollte man behaupten, dem neuen Album von Bleib Modern sei gar nicht anzumerken, dass es unter anderen Umständen eingespielt worden sei als die vorangegangenen, wäre die Enttäuschung bei Band und Produzententeam wohl groß, würde es doch bedeuten, die Wahl des Entstehungsortes sei kaum von Bedeutung gewesen. Allzu großes Lob für die neue Professionalität wiederum könnte der Reputation der Band und ihren bisherigen drei Platten schaden, denn ohne Leidenschaft und Mühe waren ja auch die nicht zu haben. Bleiben wir also besser bei den Fakten und die besagen, dass sich das Quintett aus München und Berlin erstmals mit einem Profi an den Reglern zusammengetan hat - Magnus Wichmann nämlich und seine LaLa-Studios werden auch in einem Atemzug mit Namen wie Neonschwarz, den Leoniden und Pabst genannt, was für Bleib Modern durchaus ein Schritt heraus aus der schattigen Nische bedeutet. 



Geändert hat sich damit aber nur die Qualität des Sounds, nicht dessen Charakter, wir dürfen Bleib Modern also weiterhin mit Genres wie Post-Punk, Dark Wave und Gothrock in Beziehung setzen, nach wie vor zählt der satte Bass von Leo Beck mindestens ebenso viel wie die wuchtigen Drums, der verzerrte Noise dreier Gitarren und natürlich Philipp Läufers eindringliche Stimme. Soll heißen: Auch die zehn neuen Stücke überzeugen ausnahmslos mit Emotionalität, Tiefe und natürlich auch angemessener Düsternis. Schon der erste Song des Albums "Glow" legt eine wortwörtliche Schwärze an den Tag, die diesen im Nu verblassen lässt: "I look at you, you look at me, you see this world is black, to look at me it takes a view, this world is dead. I had the view to look at you, it's all just dark and bright, you had the view to look at me, just makes you feel so right", und weiter: "They make you shine, they make you glow, but they don't know - afraid to leave, afraid to feel, afraid to grow." Viel heller wird es nicht - ganz zum Schluß nur bei "Into The Night" hat man den Eindruck, es ginge ein Stück weniger schwermütig zur Sache, hier wirken die Akkorde plötzlich etwas aufgelockerter. So oder so, es bleibt ein tolles Album.

31.10.  München, Milla (mit PAAR und M!R!M)
19.11.  Leipzig, Werk 2, Grey Days Festival (mit Hante, GOLD u.a.)
20.11.  Berlin, Synästhesie Festival (mit FAUST, Beak>, The KVB u.a.)



Anika: Zwischen den Mauern


Man könnte sich jetzt Gedanken darüber machen, warum eine Künstlerin wie Anika so nur aus Berlin kommen kann - der kühle, unnahbare Klang ihrer Stimme, die experimentelle, düstere Elektronik, beides verbindet man mit stilbildenden Phasen, die eben nur dort ihren Anfang nehmen konnten. Und jetzt eine Fortsetzung finden. Denn nachdem Annika Henderson, eigentlich gebürtige Britin, wieder bei Sacred Bones unter Vertrag ist, hat sie nun mit "Finger Pies" eine erste neue Single seit acht Jahren veröffentlicht. Henderson selbst schreibt in den Linernotes dazu: "A song that never had a name, like an artist that never had a face. Caught between roles, a jack of all trades, she slips between your fingers like a moment that never was, or was it? So many faces tailored to a myriad of occasions. Walls built between ourselves and the outside world. For protection. Passes grant access to another level. So where are you at? Those with all the keys, please remember, access comes with responsibility. Yet responsibility has been lost, like tissue paper in the rain, a battle without rules, to save face, exploit weakness, to save getting slayed, by the faceless generation. Welcome to the world of 'Finger Pies.'" Mit im Boot war übrigens auch Geoff Barrow (Beak>, Portishead), der schon ihr Debütalbum produzierte und dessen Label Invada Records nun mit der Künstlerin zusammenarbeitet. Das Video zum Song hat Anika mit Sven Gutjahr gedreht - anbei noch "I Go To Sleep" von ihrem besagten, selbstbetitelten Erstling aus vergangenen Tagen. 





Cold Cave: Schicksalslektionen

Es bleibt frostig, wir kommen zu einem wahren Meister des Fachs: Wesley Eisold hat ja das Genre Cold Wave mit seiner Formation Cold Cave fast im Alleingang geprägt. Was ja nun auch etwas ungerecht ist, gehört doch wenigstens Amy Lee mit zum festen Personal der Band. Zusammen mit Anthony Anzaldo,  Nils Blue und Ryan McMahon hat er jetzt eine neue EP mit dem Titel "Fate In Seven Lessons" angekündigt, die 12" soll am 11. Juni bei Heartworm Press erscheinen und - wen wundert's - sieben neue Stücke enthalten. Eines davon hört auf den Namen "Prayer From Nowhere" und kommt jetzt mit einem hübschen Schwarz-Weiß-Video von Travis Shinn und Jeremy Danger daher, ein weiteres ist mit "Night Light" schon vor einiger Zeit erschienen.





Ursina: Verbindung zweier Welten

So richtig hell und quietschvergnügt klingt auch das nicht. Was daran liegen könnte, dass die Protagonistin mit dem seltsam schönen Namen Ursina Giger eigentlich aus den Bergen der Schweiz stammt, nach eigener Auskunft aber die Weite des Nordens liebt. Und so hat es die Künstlerin nach dem Besuch der Luzerner Jazzschule recht bald nach Dänemark verschlagen, genauer ans Rytmisk Musikkonservatorium in Kopenhagen. Nach einer Reihe von EP veröffentlichte sie 2017 ihr Debütalbum "You Have My Heart", produziert hatte es Wir-Sind-Helden-Schlagzeuger Pola Roy. Nachdem sie zunächst viele Songs in Rätoromanisch einsang, kam nun als Ausgleich auch die englische Sprache hinzu. Und das gilt auch für ihr neues, zweites Album "When I Let Go", das dieser Tage bei Radicalis Music erscheint und dessen Single "Let Go" wir hier zusammen mit dem Song "Miu Cor" teilen wollen. An den Reglern stand diesmal im Übrigen der Ire David Odlum, der schon für Sam Smith, Glen Hansard und Gemma Hayes gearbeitet hat.

Samstag, 1. Mai 2021

Warpaint: Die Zeichen mehren sich (vielleicht)

Natürlich geht es hier um die Nachricht, die gerade zu lesen ist und es geht auch um die, welche leider nicht zu lesen ist: Warpaint aus Los Angeles haben tatsächlich einen neuen Song veröffentlicht, "Lilys" heißt er und so dunkel und deep wie er daherkommt, gibt es eigentlich nichts daran auszusetzen. Leider aber, und das ist der Wermutstropfen, haben die vier Frauen das Stück für die HBO-Serie "Made For Love" geschrieben, nichts also mit der erhofften Vorankündigung auf ein neues Album, das wir ja nun seit geraumer Zeit arg vermissen. Vielleicht aber darf man sagen, dass die Abstände zwischen den Meldungen der Band immer kürzer werden und mutmaßen, dass dies ein Zeichen für kommende Dinge sein könnte. Zunächst Jenny Lee Lindbergs Coverversionen, dann die der Gruppe selbst für den Tribute-Sampler "The Problem Of Leisure" zu Ehren Andy Gills und nun eben das. Wir warten weiter...





Freitag, 30. April 2021

Shatten: Neuerfindung

Shatten
"Shatten"

(Rookie Records)

Schön ist das ja nie, wenn die Lieblingsband Schluß macht. Manch eine Kapelle hat den Abschied zwar fast schon zur dauerhaften Kunstform erhoben, jedes Jahr die letzte Tour, solange die Strahlkraft erhalten und das Publikum treu bleibt, kann das komischerweise sogar funktionieren. Bei Findus allerdings war 2016 tatsächlich Schluss - Schlagzeuger weg, Label perdu, Klappe zu. Doch weil man sich - alte Floskel -  im Leben immer mindestens zweimal sieht, gibt es Findus nun irgendwie doch wieder. Nicht dem Namen nach natürlich, denn Shatten sind eben nun mal Shatten. Aber wenn vier Mitglieder, also der Danny Steinmeyer (früher mal an der Gitarre, jetzt hinterm Schlagzeug), Kristian Kühl (Gitarre), Simeon Kschamer (Gesang) und Stefan Kühl (Bass) gemeinsam mit einem weiteren Gitarristen Jonas Kohlschmidt wieder das Studio und danach hoffentlich auch bald die Bühnenbretter entern, dann hat das schon ein klein wenig was von Homecoming.



Auch in Sachen Sound hat sich nicht so furchtbar viel verändert, Kschamers rostige Stimme, die kratzenden Gitarren, deutsche Texte, da darf man schon noch Punkrock zu sagen. Heißt ja auch nicht, dass ein paar schöne Hooks fehl am Platz wären - bei Songs wie "Einen Duft umarmen", "Falsche Faerthe" oder "Verdammte Enge" gibt es die nämlich in Bestform. Ansonsten alles gewohnt wuchtig, schnoddrig, düster - es geht um Verfall vs. Gentrifizierung, müden Trott und heißen Trotz. Für das Lob der Unangepasstheit wird Döblins Franz Biberkopf aus "Berlin Alexanderplatz" beliehen, bei "Taumeln" dann der tiefe Fall ins schwarze Nichts. Auch wenn das Gros der Stücke als klassische Dreieinhalbminüter daherkommt - sie versuchen durchaus, durch Breaks, Interludes und diverse Effekte die Sache unter Spannung zu halten. Und das gelingt ihnen überraschend gut.

Benefits: Keine weiteren Fragen

Das ist ja das Erschreckende: Da möchte man glauben, viel Schlimmer könne es mit Pandemie und Brexit in England gar nicht kommen (über das ehrenwerte Königshaus und seine Querelen breiten wir mal, weil nicht so wichtig, den Matel des Schweigens) - und doch. Es geht sehr wohl noch eine Stufe tiefer. Denn gerade haben sich ein gänzlich unfähiger Prime-Minister Johnson und sein geschasster Berater Cummings in die Wolle bekommen und beharken sich nun auf's Hässlichste, heraus kommt eine weitere mediale Schlammschlacht, die keinem hilft und das ohnehin schon unter den Nullpunkt gesunkene Vertrauen der Bevölkerung in die politischen Handlungsträger weiter unterminiert. Das sieht auch Kingsley Chapman und seiner Formation Benefits nicht anders, kürzlich hatten wir hier seine Single "Flag" vorgestellt, heute kommt mit "We See You" ein weiterer wütender Track hinzu. Langes Rätselraten, wen genau er mit "we" und "you" meint, ist nicht nötig, der Text lässt keine Zweifel zu. Ein kurzer Auszug: "Because I’m bored of yer racist shit. As equality and diversity are great words to bleat, but you turn it off when you leave work, call it bollocks, racist craic in the pub, typical sexist shit, tweeting abuse to black footballers, blending in, get fucked, I’m sick of it, And you know what,
WE SEE YOU. WE SEE YOU." Any questions!?




Kings Of Convenience: Rückkehr der Leisetreter

So hat das damals auch angefangen, dieselbe Irritation: Sind denn Simon And Garfunkel wieder im Rennen? Klar, Paul Simon und Art Garfunkel haben ihre gemeinsame Band so oft gegründet wie beerdigt, aber mit jeweils knapp achtzig muss man heute noch lange nicht in den Sack hauen. Zumal der zarte Folkrock des Duos sich auch in hohem Alter noch mühelos praktizieren ließe. Ist aber gar nicht nötig, denn wir reden hier nicht von den Staaten, sondern von Norwegen. Von dort nämlich stammen Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye, unter dem Namen Kings Of Convenience sind sie wegen des Titels ihres Debüts "Quiet Is The New Loud" nicht nur verantwortlich für die nervtötendste Sloganisierung quer durch alle Medienformate, sie haben tatsächlich sehr viele wunderbare Lieder verfasst. 2009 war dann nach der Platte "Declaration Of Dependence" erst mal Schluß, nun kommen sie wieder - "Rocky Trail" heißt die neue Single und das dazugehörige Album "Peace Or Love" soll im Juni folgen. 

17.03.2022  Zürich, Theater 11
07.06.2022  Berlin, Admiralspalast
14.06.2022  Hamburg, Laeiszhalle



Donnerstag, 29. April 2021

Billie Eilish: Bitte Abstand halten [Update]

Kann ja gar nicht schaden, wenn wir hier schon mal so eine Art Platzhalter anlegen, bevor der Sturm losbricht: Gerade nämlich hat die schwerstverehrte Billie Eilish mit einem fünfzehnsekündigen Clip und gerade mal elf Worten für ein ordentliches Durcheinander gesorgt - knapp vier Millionen Klicks und ebensoviele Hyperventilationen. Klar ist soweit - am 30. Juli diesen Jahres kommt das lang ersehnte zweite Album der Kalifornierin und es wird genauso heißen wie die Textzeile, die gerade wie wild im Netz rotiert, "Happier Than Ever". Eine Ankündigung, die kein Stück zu früh kommt, hatten sich doch schon einige gefragt, ob denn außer dem formidablen Debütalbum "When We Fall Asleep, Where Do We Go?", einem leidlich überraschenden Bondsong, ein paar feinen Kollaborationen und dem Biopic "The World's A Little Blurry" noch etwas zu erwarten ist von der Senkrechtstarterin. Alle Sorge umsonst also, die Medienmaschine läuft an und in den nächsten Tagen werden wir an dieser Stelle sicherlich mehr liefern können als den Miniteaser.

Update: Und das ist er dann, der erste Song - "Your Power", das Video mit der Schlange ist in Eigenregie entstanden.




Mine: Das Gewicht der Welt

Mine
„Hinüber“

(Caroline)

Der Übersichtlichkeit halber lassen sich die Menschen in solche einteilen, die Probleme sehen und solche, die sie nicht sehen – letztere wiederum deshalb, weil sie entweder nicht können oder nicht wollen. Aber auch die erstgenannte Gruppe kann man noch einmal spezifizieren, denn da gibt es wiederum die, welche angesichts eines Missstandes beschließen, nichts zu unternehmen. Und eben jene, die nicht anders können, als das Unglück zu benennen und dagegen anzugehen. Die oft gestellte Frage lautet nun: Ist dieser Teil, spöttisch und gar herablassend auch als „Gutmenschen“ tituliert, der unglücklichste von allen, weil er am Leid der Welt nicht vorbeikommt, es ein Stück weit zum eigenen macht und deshalb so viel mehr kämpft, hadert und nicht selten ob der eigenen Ohnmacht verzweifelt? Oder sind Empathie und Mitgefühl dafür verantwortlich, dass sie und er sehr viel bewusster, unmittelbarer und vielleicht doch zufriedener leben? Weil der Sinn dieses Lebens, wenn auch dem Sisyphos und seinem vergeblichen Mühen sehr nahe, greifbarer und die Erfüllung selbst im Kleinen zu finden ist? Wir wissen es nicht.

Dass Jasmin Stocker alias Mine zur letztgenannten Spezies zählt, dürfte jedoch zweifelsfrei feststehen, an entsprechendem Beweismaterial fehlt es zum Glück nicht. Angesichts des Flüchtlingselends in Moria hat sie beispielsweise Anfang des Jahres mit dem Song „Unfall“ in aller Unmissverständlichkeit auf die Not und den Schmerz vor Ort und zugleich die Privilegiertheit unseres westeuropäischen Daseins hingewiesen. Ein Stück, das ein Album zum Ende bringt, wie es auch hierzulande beileibe nicht selbstverständlich ist. Denn die Thematisierung gesellschaftspolitischer Verwerfungen, das persönliche Zeugnis von Angst, Frust und Wut zählt im deutschen Pop noch immer zu den eher seltenen Übungen und wird lieber den Nischenbereichen Deutschrap, Punk oder Indierock zugeschoben. Der Glamourfaktor menschlichen Elends ist halt doch sehr überschaubar.



Mine hat kein Problem damit, auf Unzulänglichkeiten, Schwächen und aufreibende Kämpfe zu verweisen, schon im Titellied, gemeinsam eingespielt mit der Schweizerin Sophie Hunger, singt sie davon, wie schwer ihr (siehe oben) der katastrophale Zustand der Welt auf der Brust lastet. Gefolgt von der traurigen Erkenntnis oder auch Warnung, dass alles nur so lang weh tut, bis es endgültig „Hinüber“ ist – kein sehr tröstlicher Gedanke. Unterlegt wird das von angemessen dramatischen, dronigen Synthklängen, die allerdings über die komplette Spiellänge der Platte eher die Ausnahme bilden. Denn Mine, Musikerin und Produzentin in Personalunion, bevorzugt eher den reduzierten LoFi-Bedroom-Pop, trockene Beats auf den Punkt, Verzierungen wie Gitarrensoli eher sparsam eingesetzt. Der Wirkung der Tracks tut das eher gut, der Fokus bleibt beim Text und der darf gern auch tanzen.



So das Lob der Veränderung bei „Bitte bleib“, die flehentliche Frage „Kannst du mich halten (KDMH)“, die sich aus der Verunsicherung und Orientierungslosigkeit speist, der Schmähgesang zusammen mit Dexter und Crack Ignaz an all jene, die ihren Geschmack an Algorithmen verraten und der Oberflächlichkeit preisgegeben haben („Audiot“). Und natürlich der wunderbare „Elefant“, der sich dem eingangs benannten Problem von der humorigen Seite nähert. Zwischendurch gibt es noch etwas Speiseeis mit Lambada, maximal entspannte Tunes, angemischt aus Sommerfrische und Selbstvergessenheit. Die das Album, deutlich politischer, dringlicher als der Vorgänger „Klebstoff“, letztendlich auch ein wenig ausbalancieren können. Man muss also keine Angst davor haben, hier mal genauer hinzuhören, bei aller Sorge und Nachdenklichkeit bleibt immer noch genügend Raum für die ausgelassene Freude am Augenblick.

11.11.2021  Freiburg, Jazzhaus
12.11.2021  Hamburg, Große Freiheit 36
13.11.2021  Dresden, Tante Ju
14.11.2021  Erfurt, Club Central
16.11.2021  Bremen, Lagerhaus
17.11.2021  Hannover, Capitol
18.11.2021  Mannheim, Alte Feuerwache
19.11.2021  München, Muffathalle
20.11.2021  Wien, WUK
23.11.2021  Stuttgart, Im Wizemann
24.11.2021  Nürnberg, Hirsch
25.11.2021  Wiesbaden, Schlachthof
26.11.2021  Köln, Gloria
21.04.2022  Braunschweig, Westand
22.04.2022  Chemnitz, AJZ
24.04.2022  Kiel, Die Pumpe
29.04.2022  Münster, Skaters Palace
30.04.2022  Augsburg, Kantine
01.05.2022  Düsseldorf, Zakk

Mittwoch, 28. April 2021

Black Midi: Lebe lieber ungewöhnlich [Update]

An kaum einer der neueren Bands scheiden sich die Geister wohl derart deutlich wie an der Formation Black Midi. Die einen halten sie für überzüchtetes Posing, jugendliche Selbstüberschätzung und Nerdgenerve, andere wiederum preisen sie wegen ihrer unkonventionellen, mutigen Performances und des überbordenden Genies der vier Londoner Musiker. Das Debüt "Schlagenheim" stand denn 2019 auch entweder ganz unten oder ganz oben auf den Must-Hear-Listen. Will man den aktuellen Verlautbarungen Glauben schenken, so wird das gerade für den 28. Mai angekündigte Folgealbum "Cavalcade" das genaue Gegenteil des Vorgängers und wohl auch aller Erwartungen. Was genau uns da erwartet, bleibt abzuwarten, das Video zur ersten Single "John L", einem von acht neuen Tracks, ist jedenfalls schon mal eine wilde, choreographische Meisterleistung unter Regie von Nina McNeely. Darf mehr kommen.

Update: Okay, das ist mal krass - die neue Single "slow" als sechsminütiges, kryptisches Chaos (besser nix essen vorher), Regie Gustaf Holtenas.





Squid: Hoffentlich schwindelfrei [Update]

Und noch ein Video, an dem man nicht vorbeikommt: Die Londoner Band Squid hat gerade den Song "Narrator" veröffentlicht und wer sich den Clip dazu anschauen will, sollte zum einen Zeit mitbringen - das Stück dauert etwas achteinhalb Minuten - und noch dazu halbwegs schwindelfrei sein. Die Handlung ist laut Band an die letzte Verfilmung von "A Long Day's Journey Into Night" angelehnt, mit Computergametexturen versehen und äußerst rasant, die Musik bewegt sich ebenfalls auf mehreren Ebenen und kann noch dazu eine Gastrolle von Martha Skye Murphy verzeichnen. Das Album, auf welchem sich das Stück befindet, heißt "Bright Green Field" und wird am 7. Mai bei Warp Records erscheinen. Wir hatten die fünf Herren übrigens zuletzt 2020 im Programm, als ihr Song "Sludge" erschienen ist.

Update: Sieht ganz so aus, als könnten Squid eine der großen Überraschungen der Saison werden, denn nach dem verrückten "Narrator" ist auch ihre nächste Single "Paddling" ein absoluter Treffer - flirrende, schiefe Sounds, eine feine Hookline im Refrain, Gegensätzliches scheint ihnen zu liegen. Der Song thematisiert übrigens unser Konsumverhalten, unser Getriebensein im täglichen Wahnsinn, unsere Zerrissenheit. Ganz vorzüglicher Stoff! ... Und ganz in diesem Sinne sind auch die gut acht Minuten der dritten Vorauskopplung "Pamphlets" keine Überraschung - der Story continues well.





Dienstag, 27. April 2021

Dino Brandão: Immer wieder aufstehen

Tja, hätte sie mal mehr als fünfzehn Sekunden gepostet, dann ginge der Song des Tages vielleicht an Billie. So aber und völlig verdient fällt diese Auszeichnung an Dino Brandão für seinen Song "Bouncy Castle". Als wir den Schweizer zuletzt im Programm hatten, brachte er uns zusammen mit Faber und Sophie Hunger auf berückende Weise (und dazu in Schwyzerdütsch) die Liebe näher - mit "Ich liebe dich" war dem Trio ein in seiner Schlichtheit einzigartiges Album gelungen, Brandão tat mit seiner ungewöhnlich wandelbaren Stimme und den Percussions seinen gewichtigen Teil dazu. Heute nun tritt er wieder als Solokünstler an und das mit einer sehr persönlichen Geschichte. Am Ende eines Aufenthalts in Paris wurde bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert, er selbst nennt sie in den Liner Notes zum Song auch die "Krankheit der 1000 Gesichter". Den Umgang mit der Nachricht spiegelt Brandão nun im Video zum Song - die "Hüpfburg" als Ausdruck von lustvoller Bewegung von Körper und Geist, Skateboarden wiederum als Zeichen der Selbstbestimmung, wo das Aufstehen nach dem Sturz so selbstverständlich mit dazugehört wie die Freude über den gelungenen Move. Das Stück groovt in einer bewundernswerten, lebensbejahenden Grundstimmung, nicht selbstverständlich in seiner Situation, nicht selbstverständlich für keine und keinen von uns - auch wenn das oft in Vergessenheit gerät.

14.02.  Berlin, Kantine am Berghain
15.02.  Hamburg, Nachasyl
16.02.  Köln, Bumann und Sohn
18.02.  München, Milla



Dinosaur jr.: Überlebenskünstler

Dinosaur jr.
„Sweep It Into Space“

(Jagjaguwar)

Schon komisch irgendwie, da sind Wissenschaftler*innen ja sonst um keine Einschätzung verlegen, aber was die Lebenserwartung eines Dinosauriers angeht, geraten die Damen und Herren regelmäßig ins Schwimmen. Irgendwo zwischen vierzig und hundert Jahren soll, abhängig von Körpergröße und Ernährungsgewohnheiten, so ein Urviech geworden sein, bevor der große Steinklumpen auf die Erde gerauscht ist und dem lustigen Brüllen und Fressen ein jähes Ende bereitet hat. Doch auch wenn die Herren Masics, Barlow und Murphy mit ihrer Band die untere der geschätzten Altersgrenzen noch nicht einmal erreicht haben – gemessen am Durchhaltevermögen so viele ihrer Kolleg*innen wäre es doch langsam mal an der Zeit, ihre Band in Dinosaur sr. umzutaufen. Und das ist überhaupt nicht despektierlich gemeint, sondern mit höchster Anerkennung verbunden, gibt es doch kaum eine Formation, die auf so unpeinliche Weise die Klänge ihrer Gründerjahre unverändert und trotzdem frisch bis ins Heute gerettet hat.



Dabei ist es völlig unerheblich, ob man nun jeden Song der bislang zwölf erschienenen Alben seit 1984 benennen und mitsummen kann, selbst mit der Erkenntnis, dass viele (gerade der neueren) Stücke ähnlich, manche auch mal weniger inspiriert klingen, lässt sich prima leben. Es reicht, die wichtigsten, stilbildenden zu schätzen, um die Ehrfurcht vor der Unbeirrbarkeit des Trios zu bewahren. In diesem Licht ist auch das neue Album natürlich ein überaus gelungenes, eines mit fantastischen Wiedergängern alter Glanztage („I Met The Stones“, „To Be Waiting“ und vor allem „Walking To You“) und spärlichen, aber durchaus erstaunlichen Wendungen. Denn der Sound von „Take It Back“ beispielsweise ist durchaus ein ungewöhnlicher – der eigenwillige Rhythmus zu Beginn, das Abgleiten ins Artrockige zur Mitte hin, da traut sich nur hin, wer sich seiner Sache so sicher ist wie diese drei.



Das Schönste aber, neben der altersmilden Poesie, dem Gastspiel von Kurt Vile und natürlich den ikonografischen Gniedelriffs von J Mascis, ist die Tatsache, dass Dinosaur jr. einer Tradition huldigen, die dem Trio bestens zu Gesicht steht und den Anhang regelmäßig zum Staunen bringt: Seit nämlich 2005 Gründungsmitglied und Bassist Lou Barlow die Kernbesetzung wieder komplettierte, schreibt er pro Veröffentlichung immer genau zwei Songs pro Platte und diese zählen dann ein jedes Mal zu den Highlights derselben. Hier und jetzt also „Garden“ und „Wonder“. Ersteres mit feinster Melodik, knackigem Solo vom weißhaarigen Gitarrengandalf und Barlows angenehm warmer Stimme, letzteres kommt sogar mit einem augenzwinkernden Nirvana-Hearalike-Intro und ebenfalls ganz wunderbarem Getöse. Wenn wir mal davon ausgehen, dass der rasende Steinhaufen 2009JF1 im kommenden Jahr die Erde verfehlen wird, steht einem Weiterbestehen der Band nichts im Wege und uns noch eine Reihe lohnender Veröffentlichungen ins Haus.

Samstag, 24. April 2021

Fritzi Ernst: Unter dem Spannungsbogen [Update]

Da war man doch tatsächlich gespannt, was denn die eine Hälfte der leider viel zu früh verschiedenen Schnipo Schranke nach einigem Anlauf solo veröffentlichen würde - das Hamburger Duo war ja weit mehr als der vordergründige "Pipi-Kaka-Humor" (detektor.fm), den Fritzi Ernst gemeinsam mit Daniela Reis auf zwei Alben einsang und -spielte. "Keine Termine" heißt jedenfalls das Album, welches am 11. Juni bei Bitte Freimachen Records erscheinen wird. Produziert hat das Komplettwerk Ted Gaier von Die Goldenen Zitronen, dem Label zufolge spannt sich der Bogen musikalisch von den ebenso schmerzlich vermissten Stereo Total über K.I.Z. bis hin zum aparten Kleinkunstprogramm von olle Helge Schneider. Das Titelstück plus dazugehöriges Effektfeuerwerk-Video hier schon mal vorab.

Update: Das ist also der zweite Song vom Solo - "Ich flirte mit allen", Regie Fabian Epe.

15.06.  Hamburg, Molotow
16.06.  Hamburg, Molotow
18.06.  Berlin, Badehaus