Nun hat das Kind also auch einen Namen: Seit Wochen haben Elbow schon die Tourplakate aufgehängt, womit sie allerdings auf Reisen gehen, war bis jetzt noch nicht so recht klar. Nun aber steht fest, dass ihre neue Platte "Giants Of All Sizes" am 11. Oktober erscheinen wird, aufgenommen wurde in Hamburg, Brixton, Salford und Vancouver und zwar mit Tracks und Spuren, die jedes Bandmitglied beisteuern durfte. Als Gäste werden Jesca Hoop, The Plumedores und Chilli Chilton genannt und auch bei den Referenzen ist die Bandbreite erstaunlich weit gefaßt - Velvet Underground und John Carpenter werden hier ebenso aufgeführt wie Ennio Morricone und die Plastic Ono Band. Die erste Single "Dexter And Sinister" ist dann mit den kantigen Rockriffs im Vergleich zum eher zahmen Vorgängeralbum "Little Fictions" aus dem Jahr 2017 schon mal ziemlich ungewöhnlich geraten.
10.11. Wiesbaden, Schlachthof
12.11. München, Tonhalle
13.11. Köln, Live Music Hall
14.11. Berlin, Huxley's Neue Welt
16.11. Rolling Stone Beach Festival, Weissenhäuser Strand
Mittwoch, 7. August 2019
Pixies: Vollständiger
Nun, die Arbeit ist soweit gemacht bei den Pixies: Die Tour für den Oktober steht, das Album "Beneath The Eyrie" wurde für den 13. September angekündigt, die erste Single mit "On Graveyard Hill" auch draußen, gefolgt von "Catfish Kate" als zweitem Appetizer. Zu letzterem Song hat nun das Krank! Collective ein Animations-Video nachgeschoben, das wir hier natürlich auch präsentieren wollen.
Marika Hackman: Besser bald normal
Marika Hackman
„Any Human Friend“
(Caroline/Universal)
Nun gut, auf den ersten Blick möchte man wirklich glauben, es sei alles in Ordnung. Der Queer-Pop mischt in den Charts kräftig mit, die Genderdebatte wirbelt den Alltag aller Geschlechter kräftig durcheinander und der Feminismus ist allerorten auf dem Vormarsch. Gut so. Geht aber besser. Denn gar so lang ist es auch noch nicht her, dass ein russisches Duo namens t.A.T.u. die Popwelt hyperventilieren ließ, ein Bühnenkuss zwischen Star (Madonna) und Sternchen (Britney Spears) als Skandal galt und Katy Perry auf die Idee kam, dass Frauenküsse nicht nur anders, sondern vielleicht sogar besser schmecken könnten. All das in einem Zeitraum von knapp zwanzig Jahren – und auch wenn die Menschheit heute schon wieder ein paar Schritte weiter ist, von Normalität ist sie noch sehr weit entfernt. Weiß auch Marika Hackman. Denn wir reden hier nicht von kichernden Teenagern, die zwischen ernsthafter Suche und herausfordernder Provokation noch kaum unterscheiden können oder wollen, wir reden auch nicht von der bigotten Akzeptanz sexueller Vorlieben für Fetischisten und patriarchalische Allmachtsfantasten. Sondern davon, dass es besser jetzt als bald egal sein sollte, wer wen wie liebt und nicht jedes Mal ein riesiges Bohei darum veranstaltet und das Abendland zu Grabe getragen wird.
Also macht Hackman aus der Not doch eine Tugend und die Sexualität zum Thema ihrer neuen, dritten Platte. Und sie tut das auf zweierlei Weise. Neben deutlichen Wortmeldungen versucht sie, mit ihren Songs auch eine intime, sinnliche Ebene auf gleichwohl selbstbestimmte Art zum Klingen zu bringen – dass sie dabei manche/n vor den Kopf stößt (und zu allererst waren das, wie sie selbst sagt, ihre eigenen Eltern), läßt sich nicht vermeiden. Einige müssen vielleicht schon beim Blick aufs Cover das erste Mal schlucken, es ist schließlich nicht eines/einer jeden Sache, mit den normierten und nicht selten verlogenen Werten unserer Körperwahrnehmung derart offensiv und öffentlich zu brechen, Widerspruch herauszufordern – dumme Kommentare, reichlich Trollpost garantiert. “I really didn’t want to create an image that was sexual in any way - even though it’s a sexual record,” sagte sie dem Portal DIY, “The sexuality of the record is from a very raw, open perspective. Yes, I’m in my giant pants, but I’m just going to stand here, that’s exactly how the record feels to me. Take it or leave it.”
Zu wissen, dass Hackman selbst gerade eine lange Beziehung mit Amber Bain aka. The Japanese House schmerzvoll beenden mußte, hilft da auch nicht viel weiter, der Mut, mit dem sie sich ihres Themas annimmt, ist deshalb trotzdem nicht leicht zu finden und um so bemerkenswerter. Wie sie durch den eigenen Gefühlswirrwarr kämpft, Zweifel zwar gelten läßt, aber hinter sich bringen möchte, wie sie sich auf ihre Eigenarten, ihr ganz persönliches Wesen beruft, all die Vorurteile, die sie treffen (könnten), vorsichtshalber gleich selbst benennt („You’re such an attention whore!“), das nötigt schon gehörigen Respekt ab. Stücke wie „The One“ oder „I’m Not Where You Are“ sind Manifeste der eigenen Willensbildung, der Selbstbehauptung und des Entschlusses, sich künftig keinesfalls mehr verstecken zu wollen. Wohl wissend, dass auch sie selbst Fehler machen kann, jemanden vor den Kopf stößt, enttäuscht. Denn darum geht es ja schließlich bei der Normalität.
Erfrischend Hackmans Kommentar zum Song „Hand Solo“ (den man so wohl kaum von einem Mann hören würde). Den ungewöhnlich deutlichen Worten („My finger touch, I’ve been feeling stuff, dark meat, skin pleat, I’m working - a monkey glove, you threw away two pounds of blood, it’s alright; I’m jerking”) folgt der Wunsch: “I think we need more wank anthems, especially for women. The more the merrier, that’s how I feel (DIY)”. Der Sound übrigens, auch das nicht ganz unwichtig, bringt eine gute Mischung aus crispy Gitarrenakkorden, synthetischen Klängen und tanzbaren Beats, mal schwappt das Ganze ins leicht Psychedelische, dann wieder zurück zum Diskofutter, so recht festlegen möchte sich Hackman wohl nicht und nutzt ihre Freiheiten weidlich aus. Auch wenn man sie öfters mit Courtney Barnett verglichen hat, so ist ihr unaufgeregter, klarer Stil eine noch eher seltene Erfahrung. Wir hätten nichts dagegen, wenn das recht schnell Alltag wäre. http://marikahackman.com/
„Any Human Friend“
(Caroline/Universal)
Nun gut, auf den ersten Blick möchte man wirklich glauben, es sei alles in Ordnung. Der Queer-Pop mischt in den Charts kräftig mit, die Genderdebatte wirbelt den Alltag aller Geschlechter kräftig durcheinander und der Feminismus ist allerorten auf dem Vormarsch. Gut so. Geht aber besser. Denn gar so lang ist es auch noch nicht her, dass ein russisches Duo namens t.A.T.u. die Popwelt hyperventilieren ließ, ein Bühnenkuss zwischen Star (Madonna) und Sternchen (Britney Spears) als Skandal galt und Katy Perry auf die Idee kam, dass Frauenküsse nicht nur anders, sondern vielleicht sogar besser schmecken könnten. All das in einem Zeitraum von knapp zwanzig Jahren – und auch wenn die Menschheit heute schon wieder ein paar Schritte weiter ist, von Normalität ist sie noch sehr weit entfernt. Weiß auch Marika Hackman. Denn wir reden hier nicht von kichernden Teenagern, die zwischen ernsthafter Suche und herausfordernder Provokation noch kaum unterscheiden können oder wollen, wir reden auch nicht von der bigotten Akzeptanz sexueller Vorlieben für Fetischisten und patriarchalische Allmachtsfantasten. Sondern davon, dass es besser jetzt als bald egal sein sollte, wer wen wie liebt und nicht jedes Mal ein riesiges Bohei darum veranstaltet und das Abendland zu Grabe getragen wird.
Also macht Hackman aus der Not doch eine Tugend und die Sexualität zum Thema ihrer neuen, dritten Platte. Und sie tut das auf zweierlei Weise. Neben deutlichen Wortmeldungen versucht sie, mit ihren Songs auch eine intime, sinnliche Ebene auf gleichwohl selbstbestimmte Art zum Klingen zu bringen – dass sie dabei manche/n vor den Kopf stößt (und zu allererst waren das, wie sie selbst sagt, ihre eigenen Eltern), läßt sich nicht vermeiden. Einige müssen vielleicht schon beim Blick aufs Cover das erste Mal schlucken, es ist schließlich nicht eines/einer jeden Sache, mit den normierten und nicht selten verlogenen Werten unserer Körperwahrnehmung derart offensiv und öffentlich zu brechen, Widerspruch herauszufordern – dumme Kommentare, reichlich Trollpost garantiert. “I really didn’t want to create an image that was sexual in any way - even though it’s a sexual record,” sagte sie dem Portal DIY, “The sexuality of the record is from a very raw, open perspective. Yes, I’m in my giant pants, but I’m just going to stand here, that’s exactly how the record feels to me. Take it or leave it.”
Zu wissen, dass Hackman selbst gerade eine lange Beziehung mit Amber Bain aka. The Japanese House schmerzvoll beenden mußte, hilft da auch nicht viel weiter, der Mut, mit dem sie sich ihres Themas annimmt, ist deshalb trotzdem nicht leicht zu finden und um so bemerkenswerter. Wie sie durch den eigenen Gefühlswirrwarr kämpft, Zweifel zwar gelten läßt, aber hinter sich bringen möchte, wie sie sich auf ihre Eigenarten, ihr ganz persönliches Wesen beruft, all die Vorurteile, die sie treffen (könnten), vorsichtshalber gleich selbst benennt („You’re such an attention whore!“), das nötigt schon gehörigen Respekt ab. Stücke wie „The One“ oder „I’m Not Where You Are“ sind Manifeste der eigenen Willensbildung, der Selbstbehauptung und des Entschlusses, sich künftig keinesfalls mehr verstecken zu wollen. Wohl wissend, dass auch sie selbst Fehler machen kann, jemanden vor den Kopf stößt, enttäuscht. Denn darum geht es ja schließlich bei der Normalität.
Erfrischend Hackmans Kommentar zum Song „Hand Solo“ (den man so wohl kaum von einem Mann hören würde). Den ungewöhnlich deutlichen Worten („My finger touch, I’ve been feeling stuff, dark meat, skin pleat, I’m working - a monkey glove, you threw away two pounds of blood, it’s alright; I’m jerking”) folgt der Wunsch: “I think we need more wank anthems, especially for women. The more the merrier, that’s how I feel (DIY)”. Der Sound übrigens, auch das nicht ganz unwichtig, bringt eine gute Mischung aus crispy Gitarrenakkorden, synthetischen Klängen und tanzbaren Beats, mal schwappt das Ganze ins leicht Psychedelische, dann wieder zurück zum Diskofutter, so recht festlegen möchte sich Hackman wohl nicht und nutzt ihre Freiheiten weidlich aus. Auch wenn man sie öfters mit Courtney Barnett verglichen hat, so ist ihr unaufgeregter, klarer Stil eine noch eher seltene Erfahrung. Wir hätten nichts dagegen, wenn das recht schnell Alltag wäre. http://marikahackman.com/
Wives: Bewußte Irreführung [Update]
Die nächste Kapelle im Reigen kommt aus New York und nennt sich Wives. Keine Überraschung, dass sich mit Sänger Jay Beach, Gitarrist Andrew Bailey, Alex Crawford am Bass und dem Schlagzeuger Adam Sachs ausschließlich Männer im Quartett befinden. Der Sound der vier geht eher in Richtung elektrifizierter Bluesrock, Beachs Stimme hat zuweilen Ähnlichkeit mit der des großartigen Michael Hutchence, allerdings gehen's die Jungs hier etwas härter an als INXS zu ihrer Zeit. Am 4. Oktober jedenfalls soll das Debütalbum bei City Slang erscheinen, von "So Removed" wollen wir hier drei Songs vorstellen - die aktuelle Single "The 20 Teens" sowie die etwas älteren Stücke "Workin'" und "Waving Past Nirvana".
21.11. Berlin, Urban Spree
22.11. Wien, Fluc
25.11. Hamburg, Aalhaus
29.11. Basel, Kaserne
Update: Hier wird nachgebessert - das Artwork der kommenden LP "So Removed" steht jetzt fest und mit "Hit Me Up" gibt es gleich noch eine weitere Auskopplung zu hören plus drei neue Tourtermine.
21.11. Berlin, Urban Spree
22.11. Wien, Fluc
25.11. Hamburg, Aalhaus
29.11. Basel, Kaserne
Update: Hier wird nachgebessert - das Artwork der kommenden LP "So Removed" steht jetzt fest und mit "Hit Me Up" gibt es gleich noch eine weitere Auskopplung zu hören plus drei neue Tourtermine.
Dienstag, 6. August 2019
half•alive: Spaßfraktion
Was das nun wieder ist? Nun, fragen wir mal besser nicht - schreiben alle drüber, machen wir das natürlich auch: half•alive sind ein Synthpoptrio aus dem kalifornischen Long Beach, bestehend aus Leadsinger Josh Taylor, Drummer Brett Kramer und Bassist J Tyler Johnson. Ihre erste EP "3" (2017) war trotz nur dreier Tracks voller prickelnder Ideen, Loops und betörender Melodien, Entkommen zwecklos. Wollte ja auch eigentlich niemand. Das galt natürlich auch für die nächste Single "Feel It", schon wieder erstklassige, angefunkte Tanzmucke. Und nun also bald das vollwertige Debütalbum "Now, Not Yet", nächsten Freitag ist es soweit. Das neueste Video zum Song "Ok Ok" erinnert übrigens an eine Mischung an Marlen Haushofers "Die Wand" (nur lange nicht so beklemmend) und die Sci-Fi-Serie "Under The Dome" (nur lange nicht so gruselig) - die Jungs hier haben einfach nur jede Menge Spaß. Und mit dem sind sie auch bald unterwegs.
29.10. Zürich, Papiersaal
30.10. Wien, WUK
04.11. Berlin, Frannz Club
05.11. Hamburg, Knust
06.11. Köln, Stadtgarten
29.10. Zürich, Papiersaal
30.10. Wien, WUK
04.11. Berlin, Frannz Club
05.11. Hamburg, Knust
06.11. Köln, Stadtgarten
Hendrik Otremba: Skurrilitäten mit Kachelbad
Zeit für einen wichtigen Zwischenruf in Sachen Bücher: Die Münsteraner Band Messer hat ja für das kommende Jahr eine neue Platte angekündigt, die erste Single soll noch in diesem erscheinen. Das sind gute Nachrichten, die allerdings Nerven kosten, denn schließlich haben wir gerade mal August und bekanntermaßen vergeht die Zeit um so zäher, je länger man auf ein Ereignis hinwartet. Was hilft als Trost? Nun, zum einen die Tour, die noch in diesem Herbst mit ersten Terminen startet. Und dann natürlich das neue Buch von Leadsänger Hendrik Otremba. Denn gestern ist bei Hoffmann und Campe mit "Kachelbads Erbe" sein zweiter Roman erschienen und wie wir dem Teaser unten entnehmen können, ist auch dieser wieder von allerlei merkwürdigen Außenseitern bevölkert. Otremba, der sich auf einem Visitenkarten-Entwurf in seinem Blog als ein Mensch mit vielen Befähigungen ausweist - Writer, Painter, Musician steht dort, dazu noch Hooker, Driver, Private Investigator, Exterminator und natürlich Scott-Walker-Expert - hatte ja schon in dem düsteren Endzeitstück "Über uns der Schaum" seinen Detektiv Joseph Weynberg durch chaotische Megacities und dystopische Landschaften jagen lassen auf der Suche nach Sehnsüchten und Trugbildern. Nicht weniger dürfen wir wohl auch hier erwarten, die hochverehrte Radiomoderatorin und Autorin Marion Brasch hat gerade notiert: "... der leuchtende Stoff, aus dem Weltliteratur entsteht." Wem im Übrigen der Titel des Buches bekannt vorkommt - ja, es gab von Messer eine EP mit dem Namen "Kachelbad", erschienen ist sie im Juni 2016.
Automatic: Those were the days
Ein kurzer, aber durchaus lohnenswerter Zwischenruf in Sachen Post-Punk: Das Trio Automatic aus Los Angeles haben wir hier ja schon diverse Male vorgestellt und angepriesen, ihr Album "Signal", das für den 27. September bei Stones Throw geplant ist, wird auch schon mit Sehnsucht erwartet. Und damit die Zeit bis dahin nicht allzu lang wird, haben sie gerade die Flipside ihrer Single "Calling It" veröffentlicht, diesmal eine Coverversion des alten Delta-5-Klassikers "Mind Your Own Business" aus dem Jahr 1979. Those were the days ...
Dry Cleaning: Schön schräg [Update]
Schön kalkuliert: Natürlich bekommt man bei der Suche nach Dry Cleaning auf den einschlägigen Videoportalen zunächst nicht das Video zu ihrer Single "Magic Of Meghan" zu sehen, sondern eine Unmenge an Wasch- und Bügeltutorials. Für manche/n sind diese ebenfalls schräg und aberwitzig, gleiches kann man von dem Clip sagen, um den es hier geht. Die Band aus London wurde im vergangenen Jahr zum Gesprächsthema, nachdem sie von den New Yorker Post-Punk-Shooting-Stars Bodega als Support gebucht waren. Nun also ein erster Tonträger - ihre Debüt-EP "Sweet Princess" enthält neben der besagten Auskopplung noch weitere fünf Songs und erscheint am 16. August bei It's OK.
Update: Und hier haben wir mit "Goodnight" noch einen zweiten Song vorab.
Update: Und hier haben wir mit "Goodnight" noch einen zweiten Song vorab.
Montag, 5. August 2019
Bat For Lashes: Zurück in die Kindheit [Update]
Als vor drei Jahren das letzte Album von Natasha Khan aka. Bat For Lashes erschien, war von Aufatmen kaum etwas zu spüren, zu düster, zu dramatisch war "The Bride" als Gesamtkonzept geraten, als dass losgelöste Freude hätte aufkommen können. Gut und wichtig war die Platte natürlich trotzdem, handelte sie doch getreu dem Motto: Kunst, die nicht wenigstens verunsichert und irritiert, hat keine Berechtigung. Auf der gerade angekündigten neuen Platte soll es, glaubt man dem Beipackzettel, dennoch etwas optimistischer zugehen, bei "Lost Girls" dreht sich diesmal vieles um Kindheit, Aufwachsen, Erwachsenwerden. Sie ist für den 6. September bei AWAL gelistet und die erste Single "Kids In The Dark" kommt schon mal sehr getragen daher.
Update: Nachdem das Video für die erste Single raus ist, hier schon der nächste Song - "Feel For You", gefolgt vom Video zur dritten Single "The Hunger".
Update: Nachdem das Video für die erste Single raus ist, hier schon der nächste Song - "Feel For You", gefolgt vom Video zur dritten Single "The Hunger".
Friedberg: Zurück aus der Wüste [Update]
Assoziationen sind ja nicht gleich Vorbehalte, aber manchmal sollte man sie kurz beiseite lassen. Schließlich geht es um einen Einstand, und ob da nun die Städte London und Los Angeles stehen, ist letztlich unerheblich. Wichtig ist dagegen der Klang. Und der ist bei "Boom", der Debütsingle von Friedberg, ein durchaus verheißungsvoller. Anna Friedberg, die Namensgeberin des Quartetts, ist viel herumgekommen in den letzten Jahren. Ihre Wurzeln hat sie in Österreich und Italien, eine Weile hat sie in Berlin gelebt, war für den Fernsehsender Arte in der kalifornischen Wüste (Joshua Tree, U2, you know?) und hat dort in L.A. auch die Idee für den neuen Song geboren. Gemeinsam mit Daniel Brandt (Brandt Brauer Frick) und Matthias Biermann (Roosvelt) gab es erste Aufnahmen, aber erst in London, ihrer neuen Heimat, und mit ihren neuen Kolleginnen Emily Linden, Laura Williams und Cheryl Pinero wurde Friedberg, wurde der jetzige Sound daraus. Und wir dürfen jetzt mal ganz entspannt abwarten, was das Jahr noch so bringen wird.
Update: Und jetzt hat's auch ein kleines Vertikal-Filmchen zum Song ... und dann die nächste neue Single "Go Wild" gleich noch obendrauf, ebenso mit einem Vertikalclip geschmückt.
Update: Und jetzt hat's auch ein kleines Vertikal-Filmchen zum Song ... und dann die nächste neue Single "Go Wild" gleich noch obendrauf, ebenso mit einem Vertikalclip geschmückt.
Sonntag, 4. August 2019
MIYNT: Erneut traumhaft
Die ersten Notizen, die wir uns zur schwedischen Künstlerin MIYNT gemacht haben, stammen aus dem Jahr 2015, sind also auch schon etwas älter. Damals erschienen die ersten gestreamten Songs von ihr, mit dabei eine schöne Version von Britney Spears' "Baby One More Time". Es folgten eine Reihe neuer Stücke, EPs und nun die neueste 12" - "Stay On Your Mind" vereint feinsten Dreampop, der durchaus auch mit kantigen Gitarren versetzt ist. Und sich, wie im Video zum Titelsong zu sehen ist, auch wunderbar als Soundtrack eignet. Der Klang ihrer Stücke gemahnt stark an den einer anderen großen Dame namens Alison Goldfrapp, aber selbst ohne diese Referenz wird MIYNT für dieses neue Werk mindestens ebensoviel Lob einfahren wie für ihre früheren.
Steve Buscemi's Dreamy Eyes: Wieder eingefangen
Noch einmal Dreampop, noch einmal Schweden: Die Band Steve Buscemi's Dreamy Eyes war hier auch, aber nicht nur wegen ihres wunderschönen Namens schon zu Gast, vor zwei Jahren erschien ihre Debüt-EP "Four Waters" bei Rama Lama Records und wir waren angemessen begeistert. Nach langer Pause ist nun wieder Neues auf dem Weg, der Song "Change Of Heart" sollte nur ein Vorbote für Größeres sein. Die Stimme von Siri Sjöberg ist noch immer betörend, genauso wie die Musik ihrer drei Freunde aus Stockholm und so werden sie wohl keine Schwierigkeiten haben, uns auch dieses Mal wieder einzufangen.
Freitag, 2. August 2019
Tove Lo vs. ALMA: So wie die Kerle auch
Klar, im ersten Moment ist das natürlich ein ordentliches Troll-Fressen, weil hier mindestens eine Hälfte weit weg ist von dem blankpolierten Popgeschäft und zwar ganz bewusst. Und das ist dann auch sehr gut so, denn man tut sich tatsächlich leichter, auch mal den Töchtern daheim zu erklären, dass halt nicht alles so superstylisch aussehen muß und trotzdem - wie in diesem Falle - einfach sehr gut zusammenpasst und klingt. Die Rede ist von der aktuellen Single "Bad As The Boys" der Schwedin Tove Lo, die sich gerade die finnische Durchstarterin ALMA zum Duett mit ans Mikrophon geholt hat - der Song wird sich, wie auch die letzte Single "Glad He's Gone", auf dem kommenden Album "Sunshine Kitty" wiederfinden, das für den 20. September geplant ist. Die letzte Veröffentlichung der Finnin heißt übrigens "Lonely Night", wann die dazugehörige Platte "Have You Seen Her?" hierzulande erscheint, ist allerdings noch nicht bekannt.
The New Pornographers: Eine Chance für die Liebe
Dass Pornographie etwas mit Liebe zu tun hat, ist in der Tat eine sehr steile These, gerade in Zeiten von #MeToo und #NewFeminism läßt sich diese sicher recht schwer aufrecht erhalten. Das sich aber die kanadische Band The New Pornographers Gedanken um die Liebe macht, das dürfen wir schon durchgehen lassen, schließlich zählt sie seit dem Millenium zu den einflußreichsten Indierockformationen der Neuzeit und Sänger Carl Newman wiederum zu den begabtesten Songschreibern. Nach sechs Alben bei Matador ist das achtköpfige Musik-Kollektiv mit der letzten Platte "Whiteout Conditions" 2017 zu Concord Records gewechselt, wo nun auch ihr neues Werk "In The Morse Code Of Brake Lights" erscheinen wird. Und zwar am 27. September. Der eigenwillige Titel läßt erahnen, dass Newman sich wie erwartet wieder sehr viel Mühe beim Liederschreiben gegeben hat, die Vermutung, es käme ein Konzeptalbum dabei heraus, sei aber, sagte er dem Netzportal Under The Radar, nicht zutreffend. Vielmehr gehe es eben fast ausschließlich um das Thema Liebe, wie man unter anderem bei der ersten Single "Falling Down The Stairs Of Your Smile" hören kann: "Ich denke, es geht viel um die Art, wie wir mit den Ideen der Liebe und des Glücks in dieser Welt im Moment umgehen. Wenn die aktuellen Ereignisse stressig sind, dann belastet das die Liebesbeziehungen der Menschen und sie versuchen herauszufinden, wie sie mit ihrer Partnerschaft in einer Gesellschaft, die auf Schritt und Tritt immer hässlicher erscheint, glücklich sein können. Was nicht so einfach ist, wie es scheint.“
Foals: Zweiter Anlauf
Kytes: Wiederholte Auflockerung
Dass das noch immer nicht normal ist, zeigt uns, wie viel wir noch aufzuholen haben. Oder eben auch, dass man sich noch überraschen lassen kann und nicht Alltag ist, was andere schon als Routine wegdrücken. Meint: Dass die Münchner Band KYTES in ihrer Heimatstadt zwar schon ein großes Ding ist, aber international noch in den Kinderschuhen steckt, kann man bedauern, manchmal ist es aber auch nicht schlecht, wenn es Schritt auf Schritt geht. Nach dem Debütalbum "Heads And Tales" und der letztjährigen EP "Frisbee" ist im Frühjahr 2019 die Single "Alright" aufgetaucht - flirrend, unverschämt groovy und mit feinem Telegym-Video. Nun haben sie sich von André Allen Anjos aka. RAC einen Remix anfertigen lassen, der ihnen garantiert noch ein paar Fans mehr einbringen wird. Was man dann wieder bei der nächsten Tour (s.u.) wird beobachten können.
28.02. München, Milla
12.03. Wien, Arena
17.03. Wiesbaden, Schlachthof
18.03. Köln, Luxor
19.03. Berlin, Lido
20.03. Hamburg, Knust
21.03. Leipzig, UT Connewitz
28.02. München, Milla
12.03. Wien, Arena
17.03. Wiesbaden, Schlachthof
18.03. Köln, Luxor
19.03. Berlin, Lido
20.03. Hamburg, Knust
21.03. Leipzig, UT Connewitz
MUNA: Nur die wenigsten [Update]
Sie kam quasi über Nacht, die neue Single. Wenn auch nicht ganz so überraschend. Denn die Anzeichen, dass sich beim Trio MUNA aus Los Angeles etwas tut, mehrten sich in den letzten Wochen - Profilbildwechsel, Studiobilder, reichlich Anspielungen über die üblichen Kanäle. Und nun also "Number One Fan": trockene Drumbeats, fette Synths, Katie Gavins überraschend dunkle Stimme, fürwahr ein Killer. Nach dem wunderbaren Debüt "About U" gab es vor gut einem Jahr noch eine Akkustik-EP zu hören, sie waren im Vorprogramm von Harry Styles in ganz Europa unterwegs. Neben einem neuen Album wünscht man sich nun aber eine ausgedehnte Headlining-Tour, denn auch wenn sich mittlerweile viele an ihrer Art von Dark-Pop versuchen - so gut wie Muna bekommen es nur die wenigsten hin.
Update: Wunsch Nummer 1 ist mittlerweile erfüllt - am 6. September wird das Album "Saves The World" mit zwölf neuen Stücken bei RCA Records erscheinen. ... Und gerade kommt mit "Who" die zweite Auskopplung des Albums plus Video. ... Und von der Single ersten "Number One Fan" gibt es seit kurzem eine Remix-Version des New Yorker Duos Sofi Tukker, mit ganz viel Beat und Groove.
Update: Wunsch Nummer 1 ist mittlerweile erfüllt - am 6. September wird das Album "Saves The World" mit zwölf neuen Stücken bei RCA Records erscheinen. ... Und gerade kommt mit "Who" die zweite Auskopplung des Albums plus Video. ... Und von der Single ersten "Number One Fan" gibt es seit kurzem eine Remix-Version des New Yorker Duos Sofi Tukker, mit ganz viel Beat und Groove.
Idles: Back from beef [Update]
Schön, wenn man von seinen Idolen zur Abwechslung mal gute Nachrichten zu hören bekommt. Denn ganz ehrlich, die Streitereien der letzten Monate, wer denn nun für den Punk die richtige Realness mitbringt und ob die Middle-Class, in der Jason Williamson Joe Talbot verortet hat, überhaupt politisch links stehen und glaubhaft kämpferisch sein könne - sie ist nicht wirklich nachvollziehbar, diese Diskussion und bringt auch keinen voran, von Sympathiepunkten ganz zu schweigen. Heute nun besagte Ankündigung, dass die Idles im August eine neue 7" veröffentlichen werden, auf der sich zwei bislang unveröffentlichte Songs aus dem Pool ihres aktuellen Albums "Joy As An Act Of Resistance" befinden. Nachfolgend der Stream zu "Mercedes Marxist", sicher bald gefolgt von der B-Seite "I Dream Guillotine". Talbots Kommentar zum ersten Song: "'Mercedes Marxist' war ein seltsames Biest für uns, nach 'Rottweiler'. Es war das erste Lied, das wir für 'Joy...' geschrieben haben. Ich war wütend auf das, was ich war und wo ich war: Die Wochenenden verbrachte ich auf der Couch, während der Woche kümmert ich mich um meine Mutter. Die Balance in meinem Leben war futsch und dieses Lied spiegelt wieder, wie nutzlos ich mich fühlte. Es war eine meiner schlimmsten Zeiten und ganz ohne die sonstige Lebensfreude wurde sie zu Katharsis. ... Ich mag es jetzt."
Update: Videos von den Idles sind immer ein Hingucker, so auch das heute erschienene zur Sonderpressung "Mercedes Marxist", gedreht von Will Lovelace und Dylan Southern von ThirtyTwo. Die dazugehörige Flipside "I Dream Guillotine" gibt's noch als Zugabe on top.
Update: Videos von den Idles sind immer ein Hingucker, so auch das heute erschienene zur Sonderpressung "Mercedes Marxist", gedreht von Will Lovelace und Dylan Southern von ThirtyTwo. Die dazugehörige Flipside "I Dream Guillotine" gibt's noch als Zugabe on top.
Trettmann: Schon gehört? [Update]
Update: Seit Mitternacht draußen - ein neuer Track vom neuen Album, "Intro" heißt er. Und ab! ... Bestellbar ist das Album jetzt auch, natürlich bei Kitschkrieg. Nachgereicht gleich noch "Du weißt feat. GZUZ".
Tracklist
Intro
Bye Bye aka Delicious
Stolpersteine
Retro Shirt
Zeit steht feat. Alli Neumann
Du weißt feat. GZUZ
MDMDF
Hätten Wir sein können
Wir bleiben wach
Wenn du mich brauchst feat. Keke
Margarete
Donnerstag, 1. August 2019
Girl Ray: In die Pedale
Fragt man hierzulande in den Großstädten nach, dann ist (zumindest in München) eines der meistbenutzen Worte - oft verbunden mit dem entsprechenden Hashtag - das Fahrrad. Neue Verkehrkonzepte, ökologischer Sinneswandel, Fridays for Future, zu diesem Umfeld wird ja mittlerweile fast jeder Begriff ins Verhältnis gesetzt, das Rad ist da keine Ausnahme. Macht auch gar nix, ist ja seit jeher ein äußerst sympathischer Gegenstand. Mit dem man auch recht unterhaltsame Videoclips drehen kann - wie die Londoner Mädchenband Girl Ray gerade mit ihrer aktuellen Single "Show Me More" beweist. Poppy Hankin, Sophie Moss und Iris McConnell haben vor zwei Jahren ihr Debüt "Earl Grey" abgeliefert, nun steht für November der Nachfolger "Girl" ins Haus. Auf dessen Cover sind die drei zwar in einem Oldtimer abgebildet, wir gehen aber mal davon aus, dass sie sich lieber auf die Kraft der Pedale verlassen - wäre doch sehr sympathisch.
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