Montag, 23. August 2010

Gehört_173



Klaxons „Surfing The Void“ (Universal)
Unter all den soziokulturellen Studien der letzten Jahre wird sich mit Sicherheit eine finden, die sich mit dem Wandel der Hörgewohnheiten nachwachsender Generationen beschäftigt. Dabei dürften dann garantiert Begriffe wie Download, Filesharing, iPod, MySpace und Klingelton auftauchen – das Stichwort „Konzeptalbum“, angegraut und schon schwer zu Fuß, wird man wohl vergeblich suchen. Dabei wäre es interessant zu erfahren, ob sich die Veränderungen im Konsum mittlerweile auch auf die – sagen wir mal ganz schnöde – Produktion eines Albums niederschlagen. Oder andersherum gefragt: Warum spielen Bands heute noch Platten mit mehr als fünf Songs und einer Spieldauer von weit über zwanzig Minuten ein, wenn doch eh‘ nur die Singles von den Radiostationen aus dem großen Ganzen gepickt und in ein kunterbuntes und wenig anstrengendes Potpourrie verbastelt werden. So gesehen ist das, was die britischen Klaxons gerade auf den Markt geworfen haben, einmal mehr Stückchen Widerstand. Die Single „Echoes“ ist ein schönes Beispiel für eingängigen Indiepop, wie ihn so locker wohl nur die Inselbewohner hinbekommen, doch spätestens beim programmatischen „Surfing The Void“ ist Schluß mit lustig, hier wird der auf Stromlinie gebügelte Massengeschmack schon mal einem ersten Härtetest unterzogen – schräge, fast ungenießbare Riffungeheuer, wer solch einen Kontrapunkt setzt, der weiß, was er tut. Was das Thema Verträglichkeit angeht, liegen die Klaxons mit ihrem kantigen Progpop im Übrigen ziemlich nahe bei den vormals gehypten MGMT, auch deren aktuelles Album „Congratulations“ geriet ja eher zum musikalischen Wechselbad, das sich dem Hörer erst nach mehreren Anläufen erschloß. Die Klaxons lassen auf ein dunkel anrollendes „Venusia“ mit interpol- bzw. editorstauglichem Basslauf ein recht zerfasertes „Extra Astronomical“ folgen, geradeso als hätten sie Angst, man könnte ihnen ein Zuviel an Harmonie zum Vorwurf machen. Das hat zur Folge, dass es auf Dauer etwas anstrengend wird, ihnen auf ihrer interstellaren Reise zu folgen, so apprupt sind die Kehrtwendungen und so vollgepackt die einzelnen Tracks, hier mehrstimmige Choräle (Twin Flames), dort Drumstakkato (Flashover, Cypherspeed), Ruhepunkte Fehlanzeige. Am Ende hätte man sich etwas weniger astronomisches Unwetter und etwas mehr Wohlklang gewünscht, nicht automatisch wird wegen des bloßen Mutes zur Verstörung aus einem unerwarteten Album auch gleich ein gutes.
http://www.klaxons.net/

3:1



Sheriff Tiraspol, Litex Lovech, Omonia Nikosia - was für Namen, welch ein Klang! Und alles mögliche Gegner des FC St. Pauli. Wenn: das der Tabellenentstand wäre, St. Pauli also um die Qualifikation der Champions-League 2011/12 spielen würde. Tagträumereien, klar, ansonsten schöne und verdiente drei Punkte und, wie der Stani richtig meint, die passende Motivation für die Jungs zum Ligastart. Weitaus ärgerlicher der Umstand, dass der HSV zum neuen Hansa Rostock mutiert, was die These untermauert, dass es bei jedem Verein eine Menge Idioten gibt - egal ob West oder Ost, da hat die Wiedervereinigung schon bestens funktioniert.

Freitag, 20. August 2010

Ongspuit_6



Für alle, die den Artikel in der Münchner Kultur der SZ gelesen haben und sich noch immer fragen, wie das denn klingen mag - Bayrischer Rap - bitteschön: Reinhören lohnt sich, Oida!
Doppel D: B-aya-N im Stream

Donnerstag, 19. August 2010

Dringeblieben!



"Na dann ist ja alles gut." möchte man sagen - SpiegelOnline tippt die Absteiger der kommenden Saison und meint zu St. Pauli "Gefühlte Platzierung: 15". Das ist zwar nicht das internationale Geschäft ;-), bedeutet wohl auch jede Menge schweißtreibende Spannung, wäre aber ausreichend. Also, her mit dem Formular, wo man das gegenzeichnen kann ...

Gehört_172



Matthew Dear „Black City“ (Ghostly International)
Da arbeitet sich einer, so scheint es, von ganz unten an die Oberfläche, kommt aus Grabestiefen nach und nach ans Tageslicht, noch müden Schrittes und mit verhangenem Blick. Matthew Dear gelingt gleich mit dem ersten Titel seines Albums (Honey) eine kleine Irritation, denn dieser Track lässt rein gar nichts von Dears eigentlicher Profession ahnen, Techno-DJ, Remixstar, Produzent, wat willste? Auch Song Nummer zwei „I Can’t Feel“ löst die Spannung noch nicht ganz, obschon mit feinen Loops unterlegt, bleibt er doch seltsam zurückhaltend, ja fast abweisend. Man ertappt sich dabei, wider besseren Wissens zu fragen: „Das ist doch, klar, kenn ich – Frank Tovey, aber ist der nicht schon ...?!“ Doch während wir noch beim seeligen Fad Gadget verharren, gibt Dear auf dem Titeltrack schon den Bowie, und jetzt endlich ist er ganz bei sich. Hier und auf dem Rest der großartigen Platte präsentiert das smarte Multitalent aus Detroit eine Art technoiden, düsteren Bastardbeat, meilenweit entfernt vom puristischen, reinen Dance seines Debüts „Leave Luck To Heaven“, eher die unterkühlte Weiterentwicklung des Nachfolgers „Asa Breed“ aus dem Jahr 2007. Mal sphärisch und verschwommen, mal mit punktgenauen, perkussiven Synthiechords, die zuweilen so wunderbar analog und staubig klingen, dass einem gleich auch noch eine Menge anderer Vorbilder einfallen aus Zeiten, als Elektronik noch Avantgarde war und Spielwiese einiger weniger Verwegener. Sein eintöniger Sprechgesang dient als perfekte Ergänzung, die Songs wälzen sich schwer und behäbig durch die dunkle Kulisse und erreichen selten, wie beim brazzigen „You Put A Spell On Me“ eine höhere Schlagzahl. Am Ende geht’s dann mit „Gem“ wieder zurück in die kühle Gruft – uns lässt er mit der ungeklärten Frage zurück, wie denn diese klaustrophobische Musik zum stylischen Äußeren passen will, wie ein Untoter sieht er nun weiß Gott nicht aus ...
http://www.matthewdear.com/

Mittwoch, 18. August 2010

Gehört_171



Minus The Bear „OMNI“ (CoOp)
Der Begriff „konventionell“ ist ja in Musikerkreisen, so hat man den Eindruck, ein wenig verpöhnt und riecht etwas streng. Warum das so ist, weiß ich nicht so recht, denn geht man nach der offiziellen Definition, so ist die Konvention ja nur „eine nicht formal festgeschriebene Regel, die von einer Gruppe von Menschen aufgrund eines Konsens eingehalten wird“. Dieses theoretische Kauderwelsch auf den musikalischen Bezug hin umzubiegen hieße ja dann, dass genau das konventionell ist, auf was sich eine möglichst große Schnittmenge an Hörern einigen können. Und da hinkt nun die Herleitung etwas, denn man könnte nun behaupten, Minus The Bear haben ein sehr konventionelles Rockalbum gemacht, die Zahl der Anhänger dieser Band allerdings ist gemessen an ihrer Spielart des Rock’n Roll und ihrer beachtlichen Produktivität (3 LP, 5 EP) verschwindend gering. Und wenn mir zu dieser Musik noch Vokabeln wie "simpel", "eingängig" und "schnörkellos" einfallen, so sollen all diese Begriffe nur meine uneingeschränkte Bewunderung zum Ausdruck bringen, mit welch einfachen Mitteln die fünf Jungs aus dem sagenumwobenen Seattle diese ihre Platte zum Glänzen und Klingen bringen. Offen gestanden bin ich selbst etwas überrascht, wie schnell einen die zehn Stücke von „OMNI“ einzufangen – verse/bridge/chorus und trotzdem so bezaubernd? Referenzen möchte ich gar keine nennen, auch wenn mir eine Reihe durch den Kopf gehen während ich das hier schreibe – irgendwie will man der Band nicht unrecht tun mit unnötigen Querverweisen. Erwähnt werden muß dagegen, dass das Album keinen wirklichen Schwachpunkt hat, interessante Ausreißer aber sehr wohl. Das Gros der Titel wird mit üblichem Rockinstrumentarium absolviert, „Summer Angel“, „Excuses“ und „Into The Mirror“ bleiben einem stellvertretend im Gedächtnis haften, bei „My Time“ und „Animal Backwards“ kann man ahnen, dass Minus The Bear früher auch mal gern mehr Zeit an den Reglern und Knöpfen im Studio verbrachten. „OMNI“ klingt wie das unprätentiöse Spätwerk einer Band, die auf Schnörkel und Verzierungen zu verzichten gelernt hat. Clevere Jungs allemal, da darf gern noch mehr von kommen ...
http://minusthebear.com/

Dienstag, 17. August 2010

Gefunden_72



Es gibt Menschen, die haben zur Musik von Belle & Sebastian ein derart inniges Verhältnis, dass die Ankündigung eines neuen Albums die Welt eine Weile still stehen läßt, hernach erscheint sie dann für einige Zeit in helleren, wärmeren Farben. Am 8. Oktober lohnt sich also ein Blick aus dem Fenster, vielleicht hat 'wer Glück und ...

Gehört_170



!!! „Strange Weather, Isn’t It?“ (Warp)
Da muß sich Nic Offer, der Frontmann von !!!, auf dem üblichen Werbetingeltangel aber gewaltig anstrengen, um der neusten Platte seiner Band eine bedrohliche Aura zu verpassen, die noch zu allem Überfluß eine, ihre Berlin-Platte geworden sein soll. Der entspannte Beat aus House, Elektro und Funk spricht da eine deutlich freundlichere Sprache und hat mit dem, was !!! auf früheren Alben abgeliefert haben, nicht mehr ganz so viel zu tun. Fast komplett verschwunden sind nun die verqueren Gitarren vom Vorgänger „Myth Takes“ - das muß einen nicht eben ärgern, denn statt dessen wird es nun grooviger und quirliger, kaum ein Track, der nicht nach schweißnasser und durchtanzter Clubnacht schreit. „AM/FM“ und „The Most Certain Sure“ als lockere und lockende Opener, „Wannagain Wannagain“ lässt die düstere Seite, die Offer in Interviews beschwört, wenigstens kurzzeitig ahnen, bevor dann für „Steady As The Sidewalk Cracks“ das Saxophon, eigentlich seit Huey Lewis und Curtis Stigers verdammt bis in alle Ewigkeit in den Folterkellern des Pop verschimmeln sollte, fröhliche und keineswegs unangenehme Wiederauferstehung feiert. Spätestens das federleichte „Even Judas Give Jesus A Kiss“ gerät !!! derart catchy, dass man sich auch mal kurz an die wenigen guten und gelungenen Seiten der 80er zurückerinnern darf. Eine Tanzplatte, die man so allenfalls von Hercules & Love Affair, aber nicht von den Drei Ausrufezeichen erwarten konnte, die aber bestens hineinpaßt zwischen all die LCD Soundsystems, WHBs und Chemical Brothers dieses Sommers. Und natürlich paßt die Platte auch nirgendwo besser hin als nach Berlin, ist doch Ehrensache.
http://www.myspace.com/chkchkchk

Montag, 16. August 2010

Gefunden_71



Das isser, der neue. Der Steffen. Und was ist die Mami stolz!
Hey, Mutter Beimer, eat your heart out!
SZ Online, 16.08.2010

Sonntag, 15. August 2010

0:1



Raus aus dem Pokal, der schon auch mal als Lieblingsspielwiese am Kiez galt - erinnert sei da nur an die sagenhafte B-Serie, das legendäre "Eis"-Spiel gegen Werder, ach, St. Pauli ... Beim verdienten 0:1 gegen den Chemnitzer FC gingen einem gleich drei Sachen durch den Kopf: 1. Dafür extra ein Trikot? 2. Vor ein paar Monaten hätte es wahrscheinlich keinen hinterm Ofen hervorgelockt, zweite Liga, was soll's. Aber nun ist man "der erste Erstligist, der für eine Niederlage und Pokalsensation gesorgt hat" - na prima. Und 3. Wie lange bis zum, leider auch beim ach so kultigen Alternativklub, stereotypischen Geplapper "... kann sich der Profikader nun voll und ganz auf die bevorstehende Saison konzenrieren." - ging ganz schnell, heute schon im App. Glückwunsch Jungs!

Freitag, 6. August 2010

Es ist (so ziemlich) vollbracht!



Fast hatte ich die Hoffnung ja schon aufgegeben, dass sich jemand des Bilderrätsels im Header erbarmt oder dass es vielleicht doch eine Spur zu schwer geraten ist. Doch der unerschrockene Hans hat sich ein Herz gefaßt und, wenn nicht alle, so doch einen Großteil der Bildausschnitte den richtigen Titeln und Künstlern zuordnen können - Respekt. Im Folgenden die vollständige Auflistung, als Anerkennung für den Unermüdlichen, die richtigen Nennungen eingefärbt, als Mahnung an die Mutlosen, Unwissenden und Bequemen ...

(Kästchen, links oben wie gelesen)
Joy Division: Love Will Tear Us Apart (Single)
Kraftwerk: Radio-Aktivität (LP)
U2: War (LP)
Bauhaus: Bela Lugosi's Dead (Single)
Grauzone: Die Sunrise-Tapes (LP)
Dead Kennedys: Fresh Fruit For Rotten Vegetables (LP)
Fehlfarben: Monarchie & Alltag (LP)
Sylvia Juncosa: Is (LP)
Laurie Anderson: Big Science (LP)
Pixies: Here Comes Your Man (Single)
The Breeders: Title TK (LP)
Herbst in Peking: To Be HIP (LP)
Johnny Cash: American III/Solitary Man
Wire: Chairs Missing (LP)
The XX: XX
The Strokes: Is This It

(Text, links oben wie gelesen)
Nick Cave And The Bad Seeds: Your Funeral, My Trial (LP)
Radiohead: Kid A (LP)
Interpol: Our Love To Admire (LP)
Frankie Goes To Hollywood: Welcome To The Pleasure Dome (2LP)
David Bowie: Hunky Dory (LP)
Neil Young: Weld (2LP)
Depeche Mode: Construction Time Again (LP)
Velvet Underground & Nico: Live (2LP)
R.E.M.: Green

Gefunden_70



Bei der Auflistung der musikalischen Highlights des bevorstehenden kühlen Jahresviertels, genannt: Herbst, ist mir letzte Woche doch tatsächlich das neue Album von Antony & The Johnsons entfallen, ein unentschuldbarer Fehler, den ich hiermit wieder glattzubügeln versuche: Also, am 8. Oktober erscheint hierzulande "Swanlights" von Antony Hegarty. Als Appetizer gibt es am 30. August schon mal als kleinen Vorgeschmack eine E.P. mit Namen "Thank You For Your Love", dessen Titeltrack man sich auf der Website des bleichgesichtigen Meisters kostenlos downloaden kann. Mit dieser kleinen Vorabplatte wird im Übrigen auch endlich die Frage geklärt, wann denn Mr. Hegarty endlich "Imagine" von Mr. Lennon covert - eben dann & dort.
http://www.swanlights.com/

Es ist angerichtet ...



... die Stecktabelle hängt (Steckfolge noch willkürlich) und die Saison kann beginnen.

Donnerstag, 5. August 2010

Gehört_169



Autolux „Transit Transit“ (ATP/Konkurrent)
Würde man eine Umfrage unter allen Bands machen, die sich derzeit unter dem Sammelbegriff „Indierock“ beheimatet fühlen, so stünde unter dem Punkt Vorbilder mit ziemlicher Sicherheit in neun von zehn Fällen der Name Sonic Youth. Der Grund dafür dürfte weniger in den musikalischen Parallelen liegen als vielmehr in der uneingeschränkten Hochachtung, welche man den New Yorker Halbgöttern seit fast dreißig Jahren für Stiltreue, Unbeirrbarkeit, Wahrhaftigkeit und Ausdauer entgegenbringt. In puncto Sound schaffen es nur wenige, mit aller Konsequenz die Mixtur aus Noise, Punk, Gitarrenpop und Garage mitzugehen, denn auch eine gepflegte Disharmonie will ausgehalten werden und erfordert Mut zum Unbequemen und obendrein eine kluge Komposition. Autolux aus L.A., ganz offensichtlich ganz Kinder der beschriebenen Musikergeneration, trauen sich in dieser Hinsicht einiges zu und wagen auch auf „Transit Transit“, ihrer zweiten regulären LP, manchen schrägen Ton und überraschende Wendung, ohne gleich ins Epigonenhafte abzugleiten. Ganz offenkundig kennen sie sich mit Feedback und Pedals bestens aus und wissen auch elektronische Rafinessen mit Bedacht zu nutzen, deshalb klingt nicht jeder Song, wie eben „Census“ und „Audience No. 2“, gleich wie eine Wahlverwandschaft mit Moore, Gordon und Ranaldo. Übertriebenes Tempo ist ihre Sache nicht, die Songs kommen alle kraftvoll, aber doch entschleunigt daher und bieten mit dieser fast meditativen Gitarrenarbeit genügend Potential für eine anständige Rückkopplungs- und Verzerrungsorgie auf den Bühnenbrettern dieser Welt, das feine Schlußstück „The Science Of Imaginary Solutions“ bringt es schon auf dem Album auf gute sechs Minuten. Eine gelungene Platte jedenfalls, eine kleine Herausforderung für alle Harmoniebedürftigen unter uns, eine jedoch, die anzunehmen sich durchaus lohnen kann.
http://www.myspace.com/autolux

Erster Titel!



Na also, das geht ja gut los: Eine vierköpfige Jury der Mediadesign-Hochschule hat nach reiflicher Überlegung das kupferfarbene Trikot unseres Herzensvereins zum besten aller 18 Bundesligisten gekürt - der Wortlaut: "In der diesjährigen Saison schmeichelt St. Pauli nicht nur mit anschmiegsamen und glänzendem Material, sondern mit der Ungewöhnlichkeit eines Wendetrikots." Außer dem ersten Platz ist das Ranking allerdings nicht hundertprozentig nachzuvollziehen, denn es gibt bei weitem schlimmere Verfehlungen als den langweiligen Schlafanzug aus Mönchengladbach, das Bayern-Trikot ist für ein Adidas-Produkt gar keine sooo schlechte Wahl (natürlich nur aus designtechnischen Gründen ;-), dagegen bleibt rätselhaft, wie Freiburg zum zweiten Platz gekommen ist. Platz 1 beim Sponsorenwettrennen dürfte an Kaiserslautern gehen - "Allgäuer Latschen-Kiefer-Mobil-Gel" liegt knapp vor GAZI und der Fernsehlotterie. Nicht so schön dagegen der mitleidige Kommentar zum Trikotentscheid pro Pauli: "Sollte es für den Aufsteiger in der neuen Spielzeit sportlich also nicht so gut laufen, könnte er wenigstens behaupten, eine gute Figur abgegeben zu haben." So, und jetzt natürlich: Feuer frei für den Ciri ...
Der Artikel bei Spiegel-Online

Mittwoch, 4. August 2010

Katalog des Grauens



Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des sensationellen Fotomaterials im Rahmen des Forschungsprojektes "Census Of Marine Life" wurde nun eine weitere Studie bekannt, die unter dem verwirrend ähnlichen Namen "Census Of Modern Life" in die Öffentlichkeit gelangte. Erstmals werden dort sowohl optische als auch geistige Verirrungen der menschlichen Spezies in einem kompletten Katalog zusammengefaßt und so für die Nachwelt - wenn es denn eine geben sollte - aufbereitet. MAPAMBULO liegen (s.o.) erste, erschreckende Dokumente vor ...

Gehört_168



Jaill „That’s How We Burn“ (Sup Pop)
Wieder so ein kleines, feines Stück Popmusik, das einfach so aus dem Nichts aufpoppt und trotz reichhaltigem Angebot mit manchem „Oh!“ und „Ah!“ in diesem Sommer rechnen kann. Die Sache mit dem „Nichts“ stimmt im Übrigen nur bedingt, schließlich machen Jaill, man mag es kaum glauben, schon seit acht Jahren in wechselnden Besetzungen gemeinsame Sache und haben so immerhin schon zwei komplette LP und eine EP zustande gebracht. Warum es mit dem großen Durchbruch bisher trotzdem nichts geworden ist, läßt sich nur mutmaßen – wahrscheinlich ist das Zutrauen in eine Band mit der Heimatstadt Milwaukee/Wisconsin außerhalb von Milwaukee/Wisconsin nicht eben groß, unterstellt man dazu noch eine gewisse bescheidene Genügsamkeit, kommt man der mangelhaften Popularität von Jaill wahrscheinlich etwas näher. Mit diesem Mauerblümchendasein könnte es nun allerdings bald vorbei sein, denn in „That’s How We Burn“ stecken eine ganze Menge Qualitäten, die dringend eines größeren Publikums bedürfen: erstklassiges Songwriting und eine verführerische Mixtur aus frischem 60’s Rock’n Roll und zartem Surfpop. Entspannt lassen die Jungs die Gitarren twangeln und man sollte annehmen, dass Oberbeachboy Brian Wilson und auch Go-Betweens Mastermind Robert Forster Gefallen an dieser Musik finden. Natürlich ist die Platte von „Pet Sounds“ oder „16 Lovers Lane“ so weit entfernt wie Dieter Bohlens Stimme von Enrico Caruso. Aber im Gegensatz zum Depp aus Berne haben die Jungs noch alle Möglichkeiten, sich an das große Ziel heranzuarbeiten. Sollten ihnen auf diesem Weg noch weitere Perlen wie das bedächtig glitzernde „Summer Mess“, das lässige „Demon“ oder auch die etwas atypische, weil rauere Single „The Stroller“ gelingen, sollte das recht schnell gelingen.
http://www.subpop.com/artists/jaill

Dienstag, 3. August 2010

Gefunden_69



Neuigkeiten von den Swans und ihrer für Oktober dieses Jahres angekündigten Platte "My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky": Wir haben a) ein Tracklisting (inkl. unmißverständlichem Titel "You Fucking People Make Me Sick"), b) einen ersten Song zum Reinhören (Eden Prison) und die Tourdaten, wobei mit Berlin und Hamburg auf deutscher Seite (leider nur) die üblichen Verdächtigen dabei sind.
Einzelheiten bei Stereogum

Montag, 2. August 2010

Kommt bald?



Schon klar - aber wann? Das dritte, mutmaßlich für Pokalspiele eingesetzte Trikot des Herzensvereins sollte eigentlich heute - wie man so schön sagt - "gelauncht" werden, bisher war's aber nix damit. Ungeduldig!

Sonntag, 1. August 2010

Gefunden_68



Das Bild dieser Münchner Boazn (bayr. für Trinkhalle, Pilsstube, etc.) zeigt exemplarisch, was derzeit zur Grundausstattung einer städtischen Absturzstelle gehört:

- Bayernfahne und Sprachsäuberungsaufruf
- Abstimmhilfe zum Bürgerentscheid inkl. Frankenberger-Bashing
- Raucherklubhinweis
- Sechzgeraufkleber

Hier am Heimeranplatz in der "Kloanen Kneip'n bei Gisi" hat man also alles richtig gemacht, das verdient Lob und Anerkennung, die Gäste werden es sicher zu schätzen wissen.
Mehr Infos unter: www.raucherspass.de