Sonntag, 1. Januar 2012

Brot und Böller



Da braucht's nicht viele Worte - das Jahr 2012 wird kein Jahr des "oder", sondern des "und". Schön, dass das mal geklärt ist.

Freitag, 30. Dezember 2011

Deine Mutter



Wußten Sie zum Beispiel, dass die Berliner Band Mutter ursprünglich mal Camping Sex hieß und sich mit ihrem endgültigen Namen erst seit 1986 schmückte? Ach ja, war bekannt? Glückwunsch, ich meinerseits habe diesbezüglich das bestmögliche, wenn auch traurige Alibi, in den Achtzigern noch auf der anderen Seite der Mauer zu hocken. Und da weder SFB noch RIAS aus dem Berliner Untergrund schöpften, gelangten Mutter erst spät, sehr spät in mein Plattenregal. Überaus freundlich deshalb, dass nun Gründungsmitglied Frank Behnke via Mauerstadtmusik ein Album zum 25jährigen Bandjubiläum kuratierte, bestückt mit Unbekannten, Raritäten und teilweise recht spektakulären Live-Mitschnitten, alles verpackt im geschmacklosen Tortenschachtelcover. Zugegriffen!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Glaubenssache


A.A. Bondy „Believers“ (Fat Possum)
Der schattig verhangene Elektro-Folk von Auguste Arthur „Scott“ Bondy, hat einen, gehört man denn zur Zielgruppe der Berufsmelancholiker, schnell am Haken. Die Mischung aus klassischem Spelunken-Country und schluchzendem Slowcore, versetzt wahlweise mit kratzigen Gitarren oder behutsam gestreuten Störgeräuschen und pochenden Beats – traurig, traurig und deshalb auch so schön. Den wenigsten exklusive des Rezensenten wird die frühere Band des Mannes aus Alabama ein Begriff sein – in den 90ern sang Bondy für die Grungekapelle Verbena, deren Bekanntheitsgrad mutmaßlich in direktem Zusammenhang zur Güte ihrer Songs stand. Ungleich besser jedenfalls das, was Bondy auf seinem dritten Soloalbum „Believers“ dem Hörer bietet und nicht allzu weit entfernt von der Klasse eines Ryan Adams oder Gus Black. Schillernde Gitarren vor taumelnder Noisekulisse bei „Down In The Fire“, vorsichtiges Zupacken bei „Skull & Bones“ oder „Drmz“, die Herzstücke „The Heart Is Willing“ und „Hiway/Fevers“ wegen ihrer düsteren Catchyness ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Zusammen mit seinen Mitstreitern Macey Taylor am Bass und Ben Lester am Schlagwerk gibt hier einer überzeugend den versonnenen und gefühlvollen Crooner. Dass ihm dafür die Frauenherzen zufliegen werden, kann als gesichert gelten, wenn sich zudem auch der eine oder andere harte Kerl verstohlen eine Träne von der Wange wischt, so muss er sich dessen beileibe nicht schämen.
http://www.aabondy.co/

Weiterwarten



Womöglich war es Romy Madley Croft, Jamie Smith und Oliver Sim etwas unangenehm, dass dieses alte Jahr so ganz ohne etwas Greifbares zu Ende zu gehen drohte, ohne etwas also, das nach Arbeit, nach Bemühen und Fortschritt aussah. Wohl deshalb stellten The XX kurz vor dem Silvester-Countdown dieses zweieinhalbminütige Demo "Open Eyes" ins Netz. Ein enigmatisches, formlos waberndes Etwas, dunkel dräuend, kein Beat, der Hintergrund ein rauschendes Auf und Ab - klingt wie früher und läßt sich doch als Orientierung für's neue Album kaum verwenden. Was nichts weiter heißt als: Weiterwarten.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Komplettierung



The Weeknd „Echoes Of Silence“
Das Jahr ist offenbar erst komplett, wenn The Weeknd das sagen – mit der Veröffentlichung ihres dritten Mixtapes „Echoes of Silence“ tun sie dies nun. Wie auch schon die beiden Vorgänger „House Of Balloons“ und „Thursday“ ist auch das neue Werk von Abel Tesfaye kostenlos auf seiner Website herunterzuladen. Dass es auch ohne Bezahlung wieder ein äußerst lohnenswertes Vergnügen geworden ist und also der Regel widerspricht, nur Teures könne auch Gutes sein, macht The Weeknd zu einem Dauerphänomen. Gleich zu Beginn eine feine Überraschung – Tesfaye startet den Reigen mit einer fetten Coverversion von Michael Jacksons „Dirty Diana“. Das folgende „Montreal“ mutet fast etwas fernöstlich an, ist ansonsten aber so smooth und brillant wie der Großteil der restlichen Stücke. Selten, dass es mal etwas derber wird, nach dem gut siebenminütigen „XO/The Host“ klopft es bei „Initiation“ mal etwas nachdrücklicher zu verfremdeten Vocals, auch „The Fall“ gefällt mit einem stumpfen, trockenen Beat. Getragen und feierlich geht es zu Ende, zu spärlichen Pianoklängen wärmt einem Tesfayes anrührender Bittgesang das Herz: „Baby please, would you end your night with me, don’t you leave me all behind, don’t you leave my little light ...“ Nun also: Das Jahr hat seine Schuldigkeit getan, das Jahr kann gehen. Download - hier.

Merry Christmas with Siri



Eine kleine Horrorshow für all jene die immer noch glauben, Apple wären die Guten und ohne die Sprachsteuerung ihres neuen iPhone kämen sie in dieser Welt da draußen nicht mehr klar - hier.

"All I know ...



... is that there were rumours ..."
(Pixies/"I'm Amazed")

Die Frage, ob man mit ausgiebiger Vervielfältigung die allgemeine Erwartungshaltung so in die Höhe treiben kann, dass aus Gerüchten am Ende Tatsachen werden, läßt sich auf die Schnelle nicht beantworten - fest steht: Sicher nicht mit dieser Seite. Das SPIN-Magazine jedoch versucht derzeit hartnäckig, aus einer der heißesten Nicht-Meldungen eine Schlagzeile zu machen und mit etwas Getumble und Getwitter könnte am Ende vielleicht folgende kleine Sensation zu lesen sein: "The Digable Planets reunion is happening!"

Zweifellos würde die Rückkehr einer der best beleumundetsten Hip-Hop-Bands der 90er, des Trios The Digable Planets aus Brooklyn also, perfekt ins Bild passen - De La Soul, die dem Rap die Lässigkeit und den Spaß brachten, touren zur Zeit kräftig und Jazzeinflüsse sind wieder en vogue. Warum also sollten Butterfly, Doodlebug und Ladybug Mecca nicht noch einmal in den Ring steigen und versuchen, einen respektablen Nachfolger für ihre Meisterwerke "Reachin" (1993) und "Blowout Comb" (1994) zu basteln? Schaumermal.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Traurige Nacht



Wer sich in grauer Vorzeit beim Trivial Pursuit das pinkfarbene Tortenstückchen für "Unterhaltung" sichern wollte, hätte die folgende Frage wohl ohne Zögern beantworten müssen: Wer verbirgt sich hinter dem Namen Scott Weiland? Richtig lag, wer den Amerikaner mit der kalifornischen Grungeband Stone Temple Pilots in Verbindung brachte, mit dieser Kombo hat Weiland nicht nur das mittelprächtige Album "Core", sondern auch dessen bekannteste Auskopplung "Plush" zu verantworten. Damals galt er als verrückter, schwer zugänglicher, aber okayer Zeitgenosse, über seine weitere Karriere jedoch breitet man besser den Mantel des Schweigens. Wenn Herr Weiland allerdings in diesen Tagen unter dem gefühligen Titel "The Most Wonderful Time Of The Year" eines von diesen unerträglichen Weihnachtsmachwerken veröffentlicht, kann man nicht mehr als mitleidig den Kopf zu schütteln. Ob man ihm den Sunnyboy nun abnimmt oder das alberne Outfit mit Hütchen und Punkteschlips eher als Suchtmittelfolge abtut, die Lieder (Silent Night, Winter Wonderland, White Christmas, etc.) sind unabhängig davon kaum erträglich - da hilft es auch nicht, wenn Weiland das ganze als Bundle mit zusätzlicher Cover-CD (Depeche Mode, Nirvana, Rolling Stones) unter die Leute schmeißt. Traurige Sache, das.

Kein Jahr mehr



Die bitterste Nachricht kommt ganz zum Schluß - da muß man schon hart im Nehmen sein: "14. Dezember 2012" steht dort. Positiv betrachtet: Nicht mehr ganz ein Jahr, und dann kommt der erste Teil der Verfilmung des Kleinen Hobbits in die deutschen Kinos, korrekter Titel "The Hobbit An Unexpected Journey". Es gab ja unerträglich viel Krach und Knatsch um die Verfilmung des Prequels zur fast schon legendären Triologie "Der Herr der Ringe", wobei nur die alteingesessensten Mitbewohner von Mittelerde am Ende wirklich noch wußten, wo genau das Problem lag. Erfreulicher Nebeneffekt der ganzen Keilerei: Peter Jackson ist wieder federführend mit von der Partie, dass es zwei Teile werden mußten, ist diskutabel - zum ausgiebigen Vorfreuen bleibt jedenfalls genügend Zeit. Voilá - der erste Trailer!

Kompilieren wider Willen



Guided By Voices „Let’s Go Eat The Factory“ (Fire Records)
Wieder eine Band also, mit deren Ableben man seinen Frieden mehr schlecht als recht schon gemacht hatte. In guter Erinnerung die Konzerte, auf denen man war und mit Wehmut an die gedacht, die man ausließ, weil man meinte, sie kämen ja bald wieder. Irgendwann kamen sie dann nicht mehr – Guided By Voices, wohl die wandelbarsten Vertreter des LoFi-Indierocks der beginnenden 80er, galten laut Gründervater Robert Pollard spätestens seit Mitte des Jahrzehnts als beerdigt. Umso größer die Freude über die diesjährige Meldung, dass sich die Originalbesetzung der 90er wieder mit Bühne und Studio zu befassen gedachte. Und nun, das Ergebnis mit „Let’s Go Eat The Factory“ (so gut wie) in den Händen, die Erkenntnis, dass sich eigentlich nicht geändert hat.

Guided By Voices anno 2011 klingen im Grunde so, wie sie es auf den unzähligen Alben und Songs der letzten Jahrzehnte schon taten: Ihre Platten hatten schon immer die unfreiwillige Anmutung von Compilationen verschiedener Schaffensphasen – die Stilvielfalt brachte sie dazu. Auch auf dem aktuellen Album hört man ein buntes Nebeneinander aus klassischem Indierock („The Head“, „God Loves Us“, „Cyclone Utilities“), zärtlichen, fast balladesken Tönen („Doughnut For A Snowman“, „Hang Mr. Kite“, „Who Invented The Sun“), knarzigem Blues („The Big Hat And Toy Show“) oder psychedelischen Ausflügen („Spiderfighter“, „Imperial Racehorsing“). Die Länge der Songs wie immer auf das Notwendigste beschränkt, das bissige Schlußstück „We Won’t Apologize For The Human Race“ nimmt hier mit vier Minuten die unangefochtene Spitze ein, andere Tracks bleiben mit gut dreißig Sekunden bloße Andeutungen.

Auch beim Inhalt der Stücke keine Auffälligkeiten – Guided By Voices frönen auch hier wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung, der fantasievollen Vertonung gedanklicher Einspalter. Eingebungen, Spinnereien, Kurzgeschichten, Miniaturen, Meditationen, wie immer man das nennen will, manchmal reicht eine einzige Zeile, um daraus und darum ein Lied zu stricken. Verschrobene Frauenzimmer („Everything goes right for her when everything goes wrong“/“Doughnut For A Snowman“), die Liebe des Amerikaners zum alten Europa („My Europa“), das Schicksal des „Chocolate Boy“ in der Sommerhitze – manches Mal erinnern die GbV unweigerlich und keinesfalls unangenehm an Ben Folds und seinen eigenwilligen Humor („The Unsinkable Fats Domino“). Eine Rückkehr ohne Enttäuschung also, besser kann das alte Jahr kaum enden.

Nicht zu bremsen



Während Dave Gahan zur Zeit eher repräsentative Aufgaben wahrnimmt - kürzlich besuchte er zusammen mit seiner Frau die Vorstellung des neuen Madonna-Films "W.E." im New Yorker MOMA - steckt Martin Gore Energie und Genius unverdrossen in diverse Nebenprojekte. Nach der Kollaboration mit Ex-Bandmate Vince Clarke (VCMG/Spock) gibt es nun auch ein offizielles Go für "Man Made Machine", die Zusammenarbeit mit Techno-Duo MOTOR - das Video dazu: hier.

Mach mal locker



"You're the hole in my head, you're the space in my bed, you're the silence inbetween what I thought and what I said, you are the night-time fear, you are the morning when it's clear ...", Dave Sitek von TV On The Radio hat sich mit "No Light, No Light" sicher nicht den schwächsten Song von Florence & The Machine's Album "Ceremonials" vorgenommen. Wenn das Original noch schwer und verhangen klingt, so lockert Siteks Überarbeitung das Ganze deutlich auf und gibt ihm - nichts anderes war zu erwarten - ein angenehm tanzbaren Dreh - hier.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Post mortem



Schon in der ersten Hälfte dieses Jahres, genauer am Record-Store-Day (16. April), erschien ja eine E.P. von Franz Ferdinand mit Coverversionen ihres letzten Studioalbums "Tonight: Franz Ferdinand" aus dem Jahr 2009. Die Beiträge dazu stammten von Peaches, ESG, Stephen Merritt und Debbie Harry und auch die allzu früh verblichenen LCD Soundsystem hatten sich mit "Live Alone" wieder einmal erfolgreich an einem Stück der Glasgower vergriffen. Zu diesem Track gibt's jetzt ein siebeneinhalbminütiges Video, zu dem man wahlweise wehmütigen Gedanken über das frühe Aus von James Murphys Bandprojekt nachhängen, den Zeitraum bis zum nächsten Album von Franz Ferdinand überbrücken oder einfach nur ein paar interessante Blicke auf New York genießen kann. Your Choice - hier.

Montag, 19. Dezember 2011

Ab jetzt: Zugabe!



Es war über weite Strecken natürlich nicht gerade ein Leckerbissen, eher das letzte Aufbäumen zweier saisonmüder Mannschaften kurz vor der Winterpause. Aber was die Jungs des FC St. Pauli heute daheim gezeigt haben, war so grundverschieden zur Leistung vom vergangenen Wochenende, dass man sich die Augen reiben musste: Aufopferungsvoller, leidenschaftlicher Kampf um wirklich jeden Ball, mit Herz und Tschauner verteidigt und nach vorn das wenige genutzt, was sich bot. Ein Billardtor mit Glück durch den Kapitän, danach aber ein fabelhafter Konter von Bartels und Kruse, sie haben sich diesen Sieg über die Frankfurter Eintracht redlich verdient. Mit 39 Punkten ist die Nichtabstiegsmiete drinnen, ab Anfang Februar geht's also um die Zugabe. Bis hierhin besten Dank - walk on!

Lass es, tu es



Das macht Sachlage doch schon um einiges erträglicher: Jim Sclavunos, langjähriger Weggefährte von Nick Cave, hat dem Internetdienst Faster Louder für das nächste Jahr eine neue Platte der Bad Seeds in Aussicht gestellt, nachdem Nick Cave ja erst kürzlich das Ende der Grinderman am Rande eines Konzerts in Australien verkündet hatte. Ohnehin musste man sich um das Wohlergehen der Herren keine großen Sorgen machen, neben Sclavunos und Cave gehören auch die Grindermänner Martin Casey und Warren Ellis zur Stammbesatzung von Caves Hauskombo, deren letzte Veröffentlichung "Dig!!! Lazarus, Dig!!!" nun schon drei Jahre zurückliegt. Geplant war ein neues Album eigentlich schon für dieses Jahr, nun kommt es etwas später - man wird es verschmerzen. Für die Wartezeit: "The Weeping Song" (BBC/1990) - hier.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der nächste Schritt



Im Februar 2010 noch auf einem Bandworkshop der Münchner Villa Stuck aus Anlaß der dortigen Ausstellung "343 m/s" von Cris Koch (Ricochet#1) die ersten öffentlichen Gehversuche unternommen und unter den Mitbewerbern bei nicht wenigen den besten Eindruck hinterlassen, mit "Can't Run Away" auf dem dazugehörigen Sampler "Sonic Stuck" vertreten - nun veröffentlichen die vier Jungens von Dave A Marat aus der Hauptstadt der Herzen ihre neue EP "King Of The Sun" mit Material der letzten zwei Jahre. Sechs Songs mit zarten Postpunkanleihen, nervös, verspielt, melodisch fein gewoben, nahe an den Foals zu Zeiten ihres Debüts "Antidotes". Reinhören beim Kollegen OhFancy.

Still dancing



Und wieder ein Duo, diesmal aber eines, was schon ein paar mehr Jährchen auf dem Buckel hat und nun mit einer fetten Überraschung um die Ecke kommt: Lisa Gerrard und Brendan Perry, seit 1981 unter dem Namen Dead Can Dance nicht nur Freunden mittelalterlicher, elektronischer Klänge ein feststehender Begriff, planen nach eigener Auskunft im kommenden Jahr, ihrer letzten offiziellen Studioveröffentlichung "Spiritchaser" aus dem Jahr 1996 (!) einen Nachfolger hinterherzuschicken. Damit diese Pause von mehr als portisheadscher (grmpf...) Dimension aber nicht zu quählend wird, gibt's kurz vor dem Jahreswechsel die kostenlose 4-Track-Live-E.P. "Live Happenings" zum Download. Darauf enthalten sind Stücke, die allesamt während ihrer letzten Tournee 2005 aufgenommen worden sind - namentlich "Nierkia", "Babylon", "Compassion" und "The Ubiquitous Mr. Lovegrove". Das alles bei schallgrenzen.de - feine Sache.

Justice [not] for all



Gaspard Augé und Xavier de Rosnay, Eletroniker des französischen Duos Justice, sind ja bekanntlich um eine Provokation nie verlegen – gut in Erinnerung sind sie nicht nur mit ihrer kompromisslosen Dancemucke, sondern eben auch durch das Video ihres Tracks „Stress“, welches sie 2008 zusammen mit Romain Gavras einer so entrüsteten wie bigotten Gesellschaft vor die Nase setzten: minderjährige Kleinkriminelle mit dem Bandlogo auf dem Kapuzenhoodie prügeln sich brutal und angstfrei durch die Pariser Banlieue, mon dieu!

Wo allerdings bei der neuerlichen Entrüstung das provokative Element steckt, bleibt ein Rätsel. Das Cover ihrer Single „On’n’On“ zeigt schließlich nicht mehr als ein nacktes Mädchen, welches den Fortgang der Arbeit in einem Steinbruch begutachtet. Ästhetisch ansprechend, ist es wohl eher die Gleichzeitigkeit von croix und nu de femmes, die manchem Spießer hier sauer aufstößt – der zornige Zuruf der Band an die Klemmer aus diesem Grunde klar und verständlich: „Let's play a new game my friends, please oh please stop following us, let's get less fans, we don't need you here. It's time to make a choice, if you don't trust us, you should not waste your time with such a shitty label right ? To the other ones, those who are following us since day one, those discovering us now, let's stay strong, … thanx to you.”

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ganz die Alten



Es ist mehr als die reine Chronistenpflicht, an dieser Stelle zu erwähnen, dass Radiohead am 19. Dezember eine Doppelsingle mit den Songs "The Daily Mail"/"Staircase" veröffentlichen werden. Beides sind zwar keine unbekannten Stücke, die Band hat sie bei diversen Sessions und Konzerten schon live gespielt. Erwähnenswert aber, dass zumindest "The Daily Mail", gemessen am Charakter des letzten Albums "King Of Limbs", ein nachgerade wütendes, unwirsches Stück Musik geworden ist, kein sanftes Pluckern, kein Dancebeat, sondern Gitarrencrescendo zu bissigem Text, fast wie in den guten alten Tagen von "Pablo Honey" und "The Bends".

Dienstag, 13. Dezember 2011

Schwarze Liste



Für den Gabentisch langt es leider nicht mehr, aber vielleicht tut's ja auch ein Wertgutschein für den Februar 2012 - dann nämlich veröffentlichen Wire unter dem Namen "The Black Session – Paris 10 May 2011" ein Live-Album, eingespielt bei einer exklusiven Show in den Räumen von Radio France in Paris. Die Setlist ein buntes Allerlei aus alt und neu:

1. Adapt
2. Comet
3. Smash
4. Please Take
5. Kidney Bingos
6. Clay
7. Map Ref 41°N 93°W
8. Moreover
9. Two People In A Room
10. Down To This
11. Drill
12. Red Barked Trees
13. Pink Flag