Mittwoch, 24. August 2016

Redspencer: Maximal entspannt

Ein feines, maximal entspanntes Stück Gitarrenpop kommt heute zu später Stunde aus Downunder: Redspencer, vierköpfige Band aus Melbourne, sind im vergangenen Jahr mit ihrer Debüt EP vorstellig geworden, nun wird noch in diesem Jahr ihr erstes Album "Perks" bei Deaf Ambitions erscheinen, von diesem hören wir hier die Single "Fuss".

Frank Ocean: Durchlauferhitzer

Frank Ocean
„Blond“

(iMusic)

Ob nun „Blond“ oder „Blondee“, die Fragen werden kommen: War‘s das jetzt? Kommt da noch was? Und überhaupt: Ist es das, worauf wir so lange gewartet haben? Frank Ocean ist ganz sicher einer der begnadedsten Musiker der letzten Jahre, ohne ihn gäbe es den RnB moderner Prägung in dieser Form nicht, der Sound seines Mixtapes „nostalgia.Ultra“ und des Debüts „channel.Orange“ haben einer ganzen Generation von Musikern als Blaupause gedient und zugleich einen Maßstab gesetzt, den die zahlreichen Nachahmer und Hear-a-likes dann schwerlich erreichen, geschweigedenn übertreffen konnten. Doch warum so schnell? Ob dieses „Alles muss raus!“, die ganze verrückte Veröffentlichungshektik der letzten Wochen rund um ein fiktives Album namens „Boys Don’t Cry“, das dann doch eine Finte war und plötzlich wieder ganz anders hieß, einem gewissen (branchenüblichen) Gruppenzwang folgte? Weil doch die ganze Possé um Beyoncé, Kanye West, Kendrick Lamar, Drake, Chance The Rapper – you name it – unablässig am Verlautbaren, Herausposaunen und Dementieren war und man keiner ist, wenn man da nicht mittut?

Dabei ist „Blond“ beileibe nicht schlecht gelungen, klingen gerade die ersten drei Stücke „Nikes“, „Ivy“ und „Pink+White“ durchaus inspiriert und hätte einen guten Einstand für den lang erwarteten Nachfolger abgeben können. Dummerweise wird es danach nicht noch besser, sondern eher beliebiger, die Platte (so sie denn überhaupt eine ist) zerfasert zusehends und läßt es an einer verbindlichen Struktur fehlen. Die Eigenheit, solche Werke durch eine Vielzahl von Intros, Outros, Interludes und Skits zu unterbrechen, ist ja nun keine neue, verleitet aber seit jeher dazu, allzu sorglos mit den Hörgewohnheiten der Rezipienten umzugehen, die sich gern mal länger als anderhalb Minuten auf eine Idee, eine Dramaturgie konzentrieren würden, vielleicht auch dabeisein wollten, wie sich ein Stück langsam entwickelt, wie sich ein Kern herausschält und das Schemenhafte sich langsam ordnet und an Form gewinnt. Bereitschaft und Geduld braucht es dazu auf beiden Seiten. Der Triumph, mit halbfertigen und dennoch grandiosen Demos die Kritik im Sturm zu nehmen, wie es kürzlich Lamar mit „Untiteled. Unmastered.“ vorgeführt hat, wird nicht vielen gelingen.

Trotz allem hat „Blonde“, mehr als das verwegene Klang- und Geräuschpuzzle „Endless“, das Tage vorher im Netz erschien, natürlich eine Reihe schöner Höhepunkte zu bieten. Ocean kann mit seiner Stimme immer noch beides bringen: Die lässige Beiläufigkeit, die alles so herrlich lazy und verschlurft klingen läßt, so dass sich beim Zuhören unmittelbar eine angenehme, betäubte Mattigkeit einstellt. Und zugleich diese unglaublich irisierende, erotische Aufgeladenheit, für die es völlig unerheblich scheint, wer gerade welchem Geschlecht sein Herz ausschüttet. Das Heer an tatsächlichen Produzenten und angeblicher Begleitprominenz (Pharrell Williams, Tyler The Creator, Rostam Batmanglij, Jamie xx,…) hat zudem mit schillernden Cocteau-Twins-Hooks, hübsch geloopten Synthiesequenzen, Wolfsgeheulwahwah („Self Control“), Streicherkitsch und jeder Menge dicker Beats eine angemessen aufwändige Kulisse für den Crooner bereitgestellt. Leider können die Songs gegen Ende, bei aller Zerrissenheit, einen gewissen Gleichklang nicht verleugnen, Abwechslung auf wäre hier sicher ein guter Ratgeber gewesen. Aber wer weiß, vielleicht sollte sich Frank Ocean, wie jeder ernstzunehmende Künstler auch, einen feuchten Dreck um unsere Erwartungen scheren, in seinen weißen Ferrari steigen und der Welt im Rückspiegel den Mittelfinger zeigen…? http://boysdontcry.co/

Holy Holy: Gefühlsecht

Ob es, wie der Waschzettel vollmundig behauptet, reicht, den Anhängern von The National oder Interpol die Freudentränen in die Augen zu treiben, lassen wir jetzt mal dahingestellt. Fakt ist, dass wir mit Holy Holy an dieser Stelle auch schon die Rettung des melancholischen Schwärmerrock ausgerufen hatten - ihr letztes Album "When The Strorms Would Come" sollte das richten und auch zuvor gab es schon reichlich Material, die eine solche Aktion nahelegten. Nun haben Timothy Carroll aus Brisbane und Gitarrist Oscar Dawson mit "Darwinism" eine neue Single in petto und auch die kann sich hören lassen.

21.-24.09.  Hamburg, Reeperbahn-Festival

John Alcabean: Elektrisch [Update]

Gitarren - geht eigentlich kaum was drüber. Sehen sicher auch die Jungs der dänischen Post-Punk/Shoegazing-Formation John Alcabean so. Darf man zumindest annehmen, wenn man sich ihre neue Single "Fire" anhört - das schmirgelt und kratzt ganz wunderbar elektrisch. Am 2. September erscheint ihre EP "Real Time Fiction" bei Tapetown Records, mit dabei auch das Stück "Need Comfort", von dem es das nachfolgende Video zu sehen gibt.

Update: Jetzt gibt es auch für "Fire" die passenden Bewegtbilder zu sehen.



Dienstag, 23. August 2016

Few Bits: Trotzphase [Update]

Irgendwie war klar, dass Belgien noch kommen musste, passt es doch ganz gut ins gesamteuropäische Neuerscheinungsbild der letzten Wochen, wo aus jeder Ecke des alten Kontinents so wunderbare Sachen hereinschwappen: Die Few Bits also und ihre bezaubernde Sängerin Karolien Van Reensbeck - nach ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2013 wird die Band aus Antwerpen am 30. September ihr neues Album "Big Sparks" veröffentlichen. Von diesem ist bislang die Single "Summer Sun" bekannt, nun folgt "Anyone Else". Und auch wenn Kinderbilder auf Plattencovern eigentlich ein NoGo sind - dieses Trotzgesicht geht soweit in Ordnung.

Update: Und hier ein weiterer Song aus dem zukünftigen Album - "Sweet Warrior".

Sonntag, 21. August 2016

Frank Ocean: Fette Packung

Okay, das ist dicke: Zwei Alben innerhalb von wenigen Stunden, selbst für Frank Ocean eine ordentliche Ansage. Keines der beiden trägt den ursprünglich kolportierten Titel "Boys Don't Cry" stattdessen zunächst "Endless" (auf dem sich auch ein Feature des Fotografen Wolfgang Tillmans befindet) und nun "Blonde". Von letzterem stammt auch der Eröffnungstrack "Nikes", diesmal zusammen mit einem Video.

Samstag, 20. August 2016

Willow Layne: Leichte Masche

Vom Punk zum Folk - großer Schritt, trotzdem schön anzuhören: Zac Barfoot und Ben Hall sind Willow Layne aus Lancaster (GB) und ihre gleichnamige Single klingt zusammen mit der Flipside "Birthday Scene" doch sehr entspannend. Wer also für sechs Minuten mal alles vergessen möchte, der ist bei den beiden Jungs an der richtigen Adresse.

Freitag, 19. August 2016

Messer: „Die Schönheit ins Dunkel zu bringen ist meine große Herausforderung"

Foto: Katja Ruge
Sommer in der Stadt, und der soll ja auch in Berlin ganz schön sein. Die Nebengeräusche rund um die Veröffentlichung des dritten Albums der Münsteraner Band Messer werden von Tag zu Tag lauter, die Promomaschine rollt. Und Hendrik Otremba? Hätte eigentlich jede Menge zu tun – Termine jeden Tag, Radiointerviews stehen an, zudem liegt die Arbeit an seinem ersten Roman in den letzten Zügen – dennoch: Der Sänger macht es sich, entspannt und erstaunlich undüster, mit einem Eis auf der Couch bequem, den Blick auf sein Plattenregal gerichtet, bereit, ein paar Fragen zum Stand der Dinge zu beantworten.

Steigen wir doch dort ein, wo wir vor einigen Tagen ins Gespräch gekommen sind: In einem der neuen Stücke singst Du die Zeile „ … chercher les mots … “ – auch oder gerade mit dem neuen Album hat man nicht den Eindruck, als müßtest Du lange nach Worten suchen. Wo findest Du Deine Inspiration?
Was mich zum Schreiben anstößt sind in der Regel Umstände, Beobachtungen, auch Träume, gerade beim neuen Album vermischen sich oftmals viele dieser Dinge auf einmal. Man ist einfach vor Beginn der Arbeit lange Zeit in einer Art Empfangsmodus, ist sensibilisiert und die Worte und Bilder kommen dann zu dir, ohne daß du sie unbedingt suchst. Dann nimmt man es auf und weiß, das ist jetzt etwas, kann es vielleicht noch gar nicht so genau zuordnen und erst später fügen sich diese Dinge fragmentarisch zusammen. Eine Ausnahme war da vielleicht „Schwarzer Qualm“ auf „Jalousie“, da habe ich mich gegen die Gewohnheit wirklich hingesetzt und bewusst etwas geschrieben, das dann vielleicht auch greifbarer als sonst einen politischen Kontext hatte.

Düster und wütend wirken auf den ersten Blick alle drei Platten, und auch wenn die neue deutlich abwechslungsreicher daherkommt – täuscht der Eindruck oder hat sich am Zorn nichts geändert, wird er vielleicht nur feiner gezeichnet?
Die Formulierung gefällt mir eigentlich ganz gut, dass man also auch auf dem dritten Album sehr wohl eine ungebrochene Wut, ein Unbehagen wahrnimmt, die Zeichnung aber weicher geworden ist. Das hat sicher, um im Bild zu bleiben, auch damit zu tun, daß ich gelernt habe, besser zu zeichnen, also mit Energie und Zorn anders umzugehen. Wir haben in den drei Jahren, in denen die Platte entstanden ist, auch viel mehr Gelegenheit gehabt, die Texte zu reflektieren, länger und konzentrierter daran zu arbeiten. Ein Stück der Dunkelheit unserer Songs kommt aber mit Sicherheit auch daher, daß wir alle Gefallen an einer gewissen Ästhethik gefunden haben, insofern ist das auch nach wie vor eine stilistische Entscheidung. Für mein Empfinden steckt aber gerade bei den neueren Stücken auch der Versuch dahinter, innerhalb der Dunkelheit und den Abgründen Schönheit und glückliche Momente auftauchen zu lassen. Das in Sprache zu fassen war für mich eine sehr große Herausforderung.

Zwischen Album 1 und 2 verging nicht weniger als ein Jahr, nun hat es für „Jalousie“ ganze drei gedauert – was war der Grund?
Im Grunde sind die beiden ersten Alben in unserer Wahrnehmung ja fast an einem Stück entstanden, wir haben also während der Tour zu „Im Schwindel“, fast wie im Rausch, schon an den Songs für „Die Unsichtbaren“ geschrieben. Wir haben in dieser Zeit auch mehr und mehr die Band als ein Teil unserer selbst begriffen, haben uns gefragt, wo genau wir hinwollen. Und waren uns einig, daß wir alle den Anspruch hatten, unbedingt etwas Neues auszuprobieren. Dazu kamen diverse Umzüge, unsere tägliche Arbeit natürlich, viele Konzerte, wir sind in China getourt, haben mit Manuel Chittka unseren Studiodrummer offiziell in die Band genommen, Milek kam hinzu, dafür ist Pascal Schaumberg ausgestiegen. Für uns alle war das einfach eine wahnsinnig belebte und sehr intensive Zeit, die man von außen dann gar nicht so richtig mitbekommen hat und die, je nach Perspektive, dem einen dann kurz und dem anderen eher lang anmutete. Weil die Hörer eben erst jetzt das Resultat, die Platte also, mitbekommen.



In einem Artikel der taz wirst Du mit dem Satz zitiert, Post-Punk passe deshalb so gut zu Messer, weil der Genrebegriff anders als sonst zunächst einmal sehr offen ist. In der Regel scheuen Künstler ja das Etikett und die Einordnung – ist das also bei diesem leichter zuzulassen?
Also ich scheue mich grundsätzlich schon auch vor solchen begrifflichen Definitionen, mich und uns einzuordnen, finde aber auch, dass man sich dem nicht komplett verschließen sollte. Das liegt vielleicht daran, daß ich selbst schon immer gern über Musik und Bands geschrieben habe, ich also weiß, daß es manchmal bestimmte Etiketten und Genres braucht, um Dinge einzuordnen. Spannender sind für mich aber immer die Sachen, die sich dem Künstler aus einer anderen Perspektive, mit einem ungewöhnlichen Ansatz nähern. Wenn ich jetzt gerade auf die Plattensammlung vor mir schaue, dann stehen dort sehr viele Sachen, die unter dem Begriff Post-Punk geführt werden, das ist dann schon etwas, das meine Herkunft gut beschreibt. Wehren würde ich mich also nicht dagegen, nur dann eben, wenn mich die Kategorisierung einschränkt und mir bestimmte Freiheiten nicht zugesteht.

Im selben Text kam auch Susan Sontags Manifest Against Interpretation zur Sprache, mit dem Du Dich auseinandergesetzt hast. Nun schreibst Du sehr mit einer sehr bildhaften, metaphorischen Sprache – wie nähert man sich also am besten den Texten von Hendrik Otremba?
Ich wünsche mir schon, daß die Texte vom Rezipienten wie ein Element von vielen eines Musikstückes, also Bass, Gitarre, Schlagzeug, wahrgenommen werden, ich kann aber auch nachvollziehen, wenn die Worte manchmal in den Fokus rücken, da ein Text weitaus weniger abstrakt funktioniert als ein Instrument. Wir haben das Artwork des Albums aber auch extra sehr aufwändig gestaltet, damit man sich den Texten nähern, sie lesen kann, auch wenn man zunächst keinen unmittelbaren Bezug dazu hat. Es sollte aber niemals darum gehen, zu dekodieren oder zu dechiffrieren, was genau ich mit dem einen oder anderen Satz gemeint habe. Ich bewege mich ja selbst manchmal ganz bewusst in einen gewissen Nebel, insofern ist es besser, einfach zuzuhören, zu schauen, was macht das mit mir, berührt mich das, weckt das in mir Assoziationen?

Also lieber Inspiration als Interpretation?
Genau, das trifft es auf den Punkt.

Der Maler Neo Rauch hat einmal in einem Interview mit dem Rolling Stone gesagt, ihm seien Liedtexte ganz und gar unwichtig, Stimme sei für ihn mehr ein Instrument. Bei deutschen Bands wünsche er sich öfters, sie würden englisch singen, weil ihn die Informationen, die transportiert würden, einfach nicht interessierten. Der ideale Zuhörer also oder ein unglaublicher Ignorant?
Also wenn ich den Zusammenhang richtig verstehe, dann ist es eher der Ignorant, denn er verweigert sich ja der Beschäftigung mit dem Inhalt per se, wenn er nicht-deutsche Texte überhört. Das passt ja zu Neo Rauch. Ich kann den Ansatz, etwas Strukturgebendes in einem Song, was ja ein Text sein kann, überhören zu wollen aber schon verstehen, weil ich selbst auch öfters Musik höre, die eher als Geräusch und reiner Klang funktioniert, der man dann nicht folgt und in die man sich hineinfallen lassen kann. Das ist auch ein Anspruch, den ich an meinen Texten habe, daß ich nicht versuche, eine Richtung vorzugeben, sondern die Zuhörer manchmal lieber irritiere. Ich möchte nicht, dass mir jemand blind hinterherläuft um herauszufinden, was ich sagen will, sondern vielmehr, daß sich Zuhörer in meiner Spur verirren und dann selbst einen Weg entdecken.

Zur Musik von „Jalousie“: die Gastsängerinnen Stella Sommer und Katharina Maria Trenk, Jochen Arbeits Unterstützung, Micha Achers Trompeten, Jazzanklänge, der Funk von „Detektive“ und „Der Staub zwischen den Planeten“, wilde Perkussions – was gab den Ausschlag für die Erweiterung des Repertoires? Habt ihr Euch vorher nicht aus der Deckung getraut, ist das personellen Änderungen geschuldet oder eher ein ganz normaler Entwicklungsschritt?
Also da spielen wohl viele Dinge eine Rolle, natürlich die personellen Umbesetzungen – die funkigen Gitarren stammen zum Beispiel von unserem neuen Gitarristen Milek – und auch der zeitliche Faktor, weil man in drei Jahren einfach viel länger mit den Stücken experimentieren kann. Unsere Herangehensweise hat sich natürlich auch durch die räumliche Entfernung geändert, zudem haben wir früher immer klassisch mit Gitarre, Schlagzeug, Bass, Gesang komponiert, jetzt entstehen einzelne Songskizzen, teilweise auf Pogos Orgel, die dann auch mal liegen dürfen, die man später aufbricht, auch schon mal ad absurdum führt. Jeder von uns hört unterschiedliche Musik und den Anspruch als Band haben wir ja auch, dass dieser Unterschiedlichkeit im Ergebnis Rechnung getragen wird.



Wenn das dann so ungewohnt klingt und zugleich so grandios gelingt wie bei „So sollte es sein“ oder „Die Hölle“ – ist da dann auch Erleichterung, vielleicht sogar Stolz dabei, es geschafft zu haben? Oder nimmt man das gar nicht als so maßgeblich wahr, weil man ja ständig damit befasst ist?
Gute Frage. An „So sollte es sein“ haben wir ewig gearbeitet und uns dann an einem Punkt bewusst auf dünnes Eis gewagt: Das Stück haben wir als unfertige Skizze auf der Bühne ausprobiert und geschaut, wie es denn funktionieren könnte – und es danach doch noch oft umgebaut und ergänzt. Und so ist dann ein Song daraus geworden, den ich so eigentlich schon immer haben wollte. Stolz ist da nicht so der passende Ausdruck, es hat uns einfach glücklich gemacht, daß es so gut gelungen ist. „Die Hölle“ und „Schaumbergs Vermächtnis“ sind beide in einer Zeit entstanden, als Pascal schon auf dem Absprung war, wir haben die Grundgerüste zu zweit entwickelt und erst später sind sie dann, wieder in anderer Form, auf die Platte gelangt, letzteres quasi als ein Gruß, eine Hommage an einen engen Freund.

In „Schwarzer Qualm“ geht es offenkundig nicht um das, aber um ein Bild von Deutschland, hier ein schwarzes Loch mit Mauern, düster, ratlos, ohne Hoffnung. Dann also doch die recht plakative Frage: Wie kommst Du mit dem Land im Moment zurecht? Macht es Dir Angst? Gibt es Dinge, die trotzdem Mut machen?
Wir haben zusammen ja seit jeher das Selbstverständnis einer linken Punkband und deshalb natürlich Probleme mit Deutschland, mit deutscher Politik, mit der deutschen Identität, zugleich bin ich hier geboren, lebe hier, treffe meine Freunde. Ich würde den Kreis auch gern weiter ziehen. Es geht in „Schwarzer Qualm“ eben um die schrecklichen Ereignisse, die vor den Grenzen Europas passieren, für die Deutschland mitverantwortlich ist. Und ja, das macht Angst und Unbehagen und da gibt es natürlich den Impuls, sich mit den eigenen Mitteln dagegen aufzulehnen. Wir versuchen Wunden zu zeigen und die Finger reinzulegen, auch weil ich eine Zufriedenheit mit den herrschenden Zuständen nicht nachvollziehen kann. Genauso ist es aber für mich als Künstler auch eine Herausforderung, in dieser Dunkelheit, wie eingangs schon gesagt, Schönheit, Liebe und Glück auftauchen zu lassen. Selbst ein so radikaler Mensch wie William S. Borroughs hat das mit seinem speziellen Humor geschafft und ist in dieser Hinsicht für mich auch heute noch ein ganz großer Ansporn, auch immer wieder Brüche zuzulassen.

Die niederländische Band DŸSE spielt gerade die Premiere von Peter Richters Buchadaption “89/90” am Dresdner Staatsschauspiel, ihr selbst habt auf dem Hamburger Kampnagel einen Liederabend über Boris Vian gegeben, die Tagebücher von Romy Schneider vertont – ist da mehr zu erwarten und was reizt Euch daran?
Ich bin dem Ganzen nicht abgeneigt, weil solche Grenzüberschreitungen auch spannend sind, eben weil es hier nicht diesen festen Rahmen eines Konzerts gibt, eben nicht dieses „Tut das, was ihr immer tut,“ sondern „Tut etwas Einmaliges!“ Dieses Ausprobieren reizt einen als Künstler sowieso und natürlich ergeben sich auch viele Sachen, weil man immer mehr Leute kennenlernt, die solche Ideen haben. Wir werden aber sicher keine reine Theaterband, sondern wollen einfach die Augen offenhalten und das tun, was uns interessiert und für uns Sinn macht.

Ebenso (naja) beliebt wie die Frage nach dem Etikett ist die nach Referenzen – für meine Begriffe sind Mutter eine Band, die für einen Vergleich immer näher ins Bild rückt?
Also Mutter und Max Müller waren für mich immer Motivation, überhaupt Musik zu machen, dabei ging und geht es nicht darum zu versuchen, ihrer Sprache und Musik nachzueifern, sondern eher um ihre radikale Art, sich ihre Freiheit zu bewahren, sich auch heute noch nicht einordnen zu lassen. Manchmal denke ich tatsächlich in einer Art „Mutter-Kriterium“ – ‚Würde Max jetzt den Kopf schütteln?‘ – die Band spielt für mich also immer noch eine ganz große Rolle, weil sie einfach sehr selbstbestimmt sind.

Zum Schluß doch noch eine Interpretationsfrage: Warum die “Jalousie”?
Zum einen wollten wir so ein wenig mit der Titelfolge der bisherigen Alben brechen, da war Jalousie ein schönes Bild, weil das Motiv für das Album fast leitmotivisch ist, das Spiel von Licht und Schatten etwa. Zudem ist das Artwork, das ich mit dem Leipziger Designer Jim Kühnel entwickelt habe sehr katalogisch geraten. Wie ein Ausstellungsstück, das man einfach so wahrnimmt, ohne das Davor und Dahinter – sondern mit der Aufforderung, sich eigene Gedanken zu machen.

Im Frühjahr 2017 erscheint im Verbrecher Verlag der erste Roman von Hendrik Otremba mit dem Titel "Über uns der Schaum", das Album "Jalousie" wurde gerade bei Trocadero veröffentlicht.

Adiam: Wohlklang, schwarz gemalt [Update]

Adiam
"Black Wedding"
(Vertigo/Capitol)

Dass ein Album wie "Black Wedding" aus Schweden kommt, ist jetzt keine wirkliche Überraschung, schließlich steht hier nicht nur die Wiege der europäischen Popmusik, die Skandinavier haben mit The Knife mindestens auch eine verbriefte Teilhabe am Urheberrecht auf avantgardistischen Synthpop der Jahrtausendwende, das Duo hat wie wenige zuvor der Dunklen Seite das Tanzen beigebracht. In den Referenzen von Adiam Dymott, das erstaunt dann schon eher, tauchen Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer allerdings gar nicht auf, vielmehr fallen dort Namen wie Ty Dolla $ign, die Young Fathers oder TV On The Radio auf - letzteres nicht ganz ohne Grund, hat doch David Sitek die vorliegende Platte produziert. Was sich also vordergründig als abermaliges Dark-Pop-Erfolgsmodell aus dem Norden ausnimmt, bringt mit der Hinwendung zu Soul und RnB mehr Abwechslung im Klangspektrum unter und macht den Sound der gebürtigen Stockholmerin mit eritreischen Wurzeln, die heute auch in Berlin eine zweite Heimat gefunden hat, so interessant.



Vom Punk ihrer Anfangstage ist zwar kaum noch etwas zu hören, andere Versatzstücke der neueren Musikhistorie mischt Adiam aber durchaus gekonnt in die zwölf Stücke des Albums. Der Wechsel aus analogen und programmierten Drums, klackernde Beats zu gedoppelten Stimmsequenzen, Bläser, Streicher - das Instrumentarium ist reichhaltig und neben den genannten Einflüssen schieben sich so auch die Stilmittel des Trip-Hop von Massive Attack und Morcheeba, der EDM von Poliça oder Verweise auf den Wave der Kanadier Austra deutlich ins Bild. Getragenes Downtempo wechselt mit pochenden Rhythmen bis hin zum hektisch-atemlosen Techno bei "Bigger", trotz der warm modulierten Stimme bleibt die Grundstimmung allerdings meistenteils schwarz gemalt - Verlust, Tod, persönliche Enttäuschungen, trotziger Behauptungswille, die schönsten Stücke der Platte sind mit "Runaway", "Fearless" und "Sleep" zweifellos die düsteren. Vielleicht gar nicht so falsch platziert also im goldenen Nachglanz des Spätsommers. http://www.adiam-music.com/

Update: Zum Tag der VÖ noch eine Nachreichung - "Fearless" im feinen FTSE-Remix.



Messer: Mögliche Selbstfindung

Messer
„Jalousie“
(Trocadero)

„What is behind the jalousie? 
There’s nothing behind the jalousie. 
It is all a lie.“ 

Keine Angst, die wollen nur irritieren: Es wäre sicher vollkommen okay gewesen, hätten Messer ein weiteres Mal eine von diesen scheppernden, windschiefen Post-Punk-Platten abgeliefert, mit denen sie seit 2012 für Furore sorgen. Hendrik Otrembas Stimme hätte wieder alles in Fetzen gerissen, klirrende Gitarren, tiefschwarzer Bass, trockenes Schlagzeugwummern, nicht die schlechteste Idee. Dennoch haben sie die bessere gewählt. Messer wollten sich verändern, wollten sich Zeit lassen mit dem Nachfolger von „Im Schwindel“ und „Die Unsichtbaren“, Dinge ausprobieren, umbauen, Neues wagen. Der Umsturz ist es nicht geworden, aber die Richtung ist eine andere – neue Schichten, neue Klänge, neue Perspektiven. Und neues Personal. Der Abschied von Pascal Schaumberg, der Einstieg eines zweiten Drummers und eines neuen Gitarristen lassen sich quasi nachhören, an mancher Stelle des Albums funkt und jazzt es schon mal recht ungewohnt und Pogo McCartneys aktuelles Lieblingsspielzeug, eine Orgel, schiebt sich deutlich in die jetzt facettenreichere Kulisse.

Dunkel und wütend sind sie geblieben, vielleicht haben sich die Schattierungen geändert, gibt es nun in den Arrangements und auch bei Otrembas Gesang mehr Zwischentöne als zuvor. Mit Unterstützung von Jochen Arbeit (Einstürzende Neubauten), mit Micha Achers (The Notwist) wundervoller Trompete und den Gaststimmen von Stella Sommer (Die Heiterkeit) und Katarina Maria Trenk (Sex Jams) sind nunmehr Stücke entstanden, die vieles können: Mal zieht es einen in den düsteren Malstrom hinab, mal schwebt man im fahlen Licht des Planetenstaubs dahin oder spürt das lustvoll fiebrige Zucken der Lust am eigenen Körper. Der Wandel hat Musik und Musiker erfasst und schiebt die Grenzen deutlich auseinander. Wo sich der Zorn vor Jahren noch einzig im Schrei manifestierte, findet die Band nun neue Ausdrucksformen – auf den psychedelischen Taumel folgt die monoton pochende Künstlichkeit programmierter Beats, das wilde Geschredder der Gitarren wird durch feinkörnige, diffuse Soundflächen unter- und aufgebrochen, Stücke wie „So sollte es sein“, „Die Hölle“ und „Schaumbergs Vermächtnis“ als Widmung an den alten Freund zeigen die neuen Wege auf.

Und auch textlich geht es einen weiteren Schritt voran – weg von der Aussichtslosigkeit, der unbedingten Tristesse. Zwar bleibt es dabei, Otremba will und wird dem Zuhörer nichts erklären, er bewegt sich bewusst weiter im Ungefähren seiner Metaphorik, zieht die Zwei- der Eindeutigkeit vor. Aber wenn da ein Licht im Dunkel des Tunnels auftaucht, dann ist es nicht immer der sprichwörtlich entgegenkommende Zug, dann ist das Unsagbare auch mal der Trost, die Schönheit und die Liebe. „Doch diese Welt läßt sich nicht träumen, sie läßt sich leben einfach so, gib mir dein Herz, ich will es hüten, das Flimmern schweigt, chercher les mots“, heißt es an einer Stelle ganz unverstellt, kurze Zeit später schwebt er zweisam unter dem Schaum der Tage dahin und bei „Der Mann, der zweimal lebte“ greift ihn die Leidenschaft und läßt ihn im Wortsinn liebesvoll schwärmen. In seltener Direktheit dagegen die Zeilen für „Schwarzer Qualm“, wo er sich reibt und stößt an der deutschen Identität und allem, was diese tut und auch läßt vor den Grenzen unserer umzäunten Idylle. Es ist wieder ein großer Wurf geworden, auch weil Messer sich nicht auf Gewohntes verlassen wollten. Den Rest wird ein jeder allein suchen müssen und mancher findet dabei vielleicht ein Stück seiner selbst. http://gruppemesser.blogspot.de/

28.10.  Essen, Zeche Carl
29.10.  Bremen, Lagerhaus
30.10.  Bielefeld, Forum
31.10.  Kaiserslautern, Kammgarn
01.11.  Wiesbaden, Schlachthof
02.11.  Köln, Gebäude 9
03.11.  Berlin, Frannz
04.11.  Giessen, MuK
05.11.  Stuttgart, Zwölfzehn
06.11.  Wien, B72
07.11.  München, Kranhalle
08.11.  Dresden, Groovestation
09.11.  Leipzig, Naumanns
10.11.  Jena, Kassablanca
11.11.  Hannover, Cafe Glocksee
12.11.  Hamburg, Molotow
03.12.  Münster, Gleis 22

Liana: Smooth Kick

Schöne Überraschung am Morgen: Liana Bureau stammt aus dem kanadischen Québec und schickt gerade mit "On The Run" einen angenehm federnden Wake-Up-Call in die Runde, der das Zeug dazu hat, dem Tag einen ordentlichen Schub zu verpassen.

Donnerstag, 18. August 2016

Slow Mass: Am Höllentor

Noch etwas erfrischenden Hardcore zum Ausklang, bevor morgen (Achtung - geheimer Hinweis) die Messer gezückt werden: Slow Mass sind ein Quartett aus Chicago, bestehend - kein Scherz - aus den Herren Josh Parks und Josh Sparks, dazu noch Mercedes Webb und Dave Collis. Die beiden waren, wie man hört, schon mit METZ auf der Bühne und am 9. September soll ihre erste EP "Treasure Pains" bei Landland erscheinen. Hier jedenfalls schon mal die Stücke "Dark Dark Energy" und "Portals To Hell". Yeah!

Junk Son: The Big Picture

Auch das ist schon eine Art Dauergast: Der Londoner Soundtüftler John Dunk alias Junk Son gefällt durch wunderbar ausbalancierten, hypnotischen Synthpop und mit Songs wie "Fool", "Breathless" oder auch "True" konnte er hier durchaus schon punkten. Nun hat er für den 4. November via 37 Adventures seit Debüt "Beginning, Ending, Pretending" angekündigt und schickt gleich den nächsten von elf neuen Tracks hinterher - hier ist "Picture".

St. Tropez: Kurz vor knapp

In regelmäßigen, wenn auch großen Abständen gibt es hier Neues von der holländischen Garagenfraktion: St. Tropez aus Amsterdam haben schon zwei famose Titel droppen können - nach "Son Of God" und "I Wanna Live In St. Tropez" kommt nun mit "Which Side Are You On" Nummer drei dazu, in einer knappen Woche soll dann schon das komplette und selbstbetitelte Debütalbum folgen.

Annabel Allum: Größenordnung [Update]

Auf der Musik von Shooting Star Annabel Allum darf man schon mal einen Aufkleber mit der Warnung "Achtung - nicht verpassen!" anbringen. Das zwanzigjährige Mädchen aus dem südenglischen Städtchen Guildford/Surrey hat im vergangenen Jahr seine  zweite EP "Absent" veröffentlicht, nun kommt die neue Single "Tricks" via Killing Moon Records daher und klingt noch rougher, noch mehr nach Größen wie PJ Harvey und Cat Power und ist damit eigentlich ein sehr schönes Versprechen. Davon gab es zwar in letzter Zeit schon viele, aber warum sollte es gerade bei ihr nicht klappen?

Update: Für dieses erste Versprechen gibt es nun auch bewegte Bilder.



The Wedding Present: Großkaliber [Update]

Selbst mit allergrößtem Wohlwollen betrachtet sind das natürlich keine wirklichen News mehr: Seit Beginn des Jahres ist ja bekannt, das The Wedding Present mit "Going, Going" am 2. September ein neues und ihr mittlerweile neuntes Studioalbum veröffentlichen werden. Wie die Band schon augenzwinkernd mitgeteilt hat, ist es natürlich keine normale Platte geworden, sondern ein zwanzig Stücke umfassendes Großwerk samt DVD, auf der sich zu jedem Song ein gesonderter Kurzfilm befinden wird. Und das von einer Band, die mit Singles startete, die keinesfalls länger als anderthalb Minuten sein durften. Nun ja, die Dinge ändern sich halt und auch das letzte Werk der Schrammel-Ikonen aus Leeds "Valentina" (2012) war ja schon von ähnlich ausladendem Kaliber. Hier nun jedenfalls mit "Bear" der erste Song im Stream und die Livedaten für den Herbst.

15.10.  Bremen, Lagerhaus
16.10.  Hamburg, Hafenklang
17.10.  Berlin, Privatclub
18.10.  Leipzig, Werk 2
21.10.  Wien, Chelsea
22.10.  Lugau, Landei

Update: Nun also auch mit Artwork und einem passenden Videofilmchen zur Single - obwohl, naja, selber schauen...



Mittwoch, 17. August 2016

Peter Bjorn And John: Flashmob

Kunst mit Menschen, bevorzugt nackten und in allen Farben - Stichwort Spencer Tunick, ist ja aktuell noch immer sehr beliebt und taucht in regelmäßigen Abständen in den Medien auf. Das, was die schwedische Popband Peter Bjorn And John für ihr Video zum Song "Dominos" arrangiert haben, ist da weitaus unverfänglicher und nicht ganz so ernst zu verstehen, Regie führte übrigens Henry Moore Selder, das Stück stammt noch immer von der erstklassigen Tanzplatte "Breakin' Point".

Pixies: Zweite Lesung

Eine neue Single von den Pixies hat noch immer den Rang eines sakralen Vortrages, ob man dem dann kniend oder tanzend in lauschender Andacht folgt, muss jeder selbst entscheiden. Vom für den 30. September angekündigten Album "Head Carrier" jedenfalls kennen wir bislang die erste Lesung "Um Chagga Lagga", nun kommt mit "Talent" die zweite hintendrein.

Dienstag, 16. August 2016

BANKS: Heilige Messe [Update]

Mitte Juli gab's die erste offizielle Nachricht, nun kommt der Rest hintendrein: BANKS wird am 30. September ein neues Album mit dem Titel "The Altar" veröffentlichen, auf die Single "Fuck With Myself" folgt nun die zweite namens "Gemini Feed", die man sich hier vor Ort anhören kann.

Update: Das Video zum Song gibt es mittlerweile auch bei Vevo zu bestaunen.

The Hidden Cameras: Heimatkunde

Die Frage, die sich hier stellte: Werden sie ihrem neuen Stil treubleiben oder wieder anders reüssieren? The Hidden Cameras hatten zuletzt ja mit ihrem Album "Age" (2014) und Songs wie "Gay Goth Szene", "Doom" und "Skin And Leather" für Furore gesorgt, alles war auf einmal schwärzer, härter, waviger, mit neuer Ästhetik obendrein. Nun, der Vorbote für das kommende Album "Home On Native Land", das noch in diesem Jahr erscheinen soll, klingt deutlich folkiger und smarter als angenommen und erinnert somit eher an frühere Phasen der Band aus dem kanadischen Toronto. Wie man hört, geht es auch genau darum - Heimat - Sänger Joel Gibb besingt seine Rückkehr in selbige und hat sich dazu, man staune, auch Unterstützung geholt, Rufus Wainwright, Neil Tennant, Feist und Ron Sexsmith sollen mit auf Erkundungstour gegangen sein. Könnte spannend werden...

02.09.  Berlin, Pop Kultur Festival
02.11.  Wien, WuK
04.11.  Linz, Posthof (Jamie Lidell)
17.11. Dornbirn, Spielboden