Sonntag, 30. April 2017

The Technicolors: Phoenix für Spätstarter

Das ist vielleicht jetzt etwas arg böse, aber als kürzlich dieser neue Track dieses noch etwas unbekannten Trios aus Phoenix um die Ecke kam, da dachte man über zwei Ecken auch gleich daran, dass doch gerade auch die französischen Phoenix ihre langerwartete Rückkehr mit einem neuen Stück angekündigt hatten ("J-Boy") und dass einen dieser Song so recht nicht zu überzeugen wußte. Nun haben The Technicolors noch lange nicht so viele Jahre auf dem Buckel und so viele wunderbare Songs und Alben im Portfolio wie die Herren aus Versailles, aber der Anfang ist mit "Little Charmer", ihrer Debütsingle, schon mal respektabel gelungen - Frontmann Brennan Smiley singt darin eine Ode an alle Spätstarter und die Band verpackt seine Worte in locker lässige Hooks. Vor zwei Jahren ist ihre letze EP "Ultraviolet Disguise" erschienen, gut möglich, dass es mit den nächsten Neuigkeiten diesmal nicht so lange dauert - für den 7. Juli jedenfalls ist schon mal das Album "Metaphysical" terminiert.

Samstag, 29. April 2017

Algiers: Auf den Grund der Seele

Das hier müssen wir unbedingt noch unterbringen in der Wochenend-Berichterstattung: Algiers, zum Quartett gewachsene Band aus Atlanta, hat einen Nachfolger für sein gleichnamiges Debüt aus dem Jahr 2015 angekündigt und wenn nicht alles täuscht, dann wird es recht soulig ausfallen. Der Titelsong "The Underside Of Power" jedenfalls kommt mit gehörig Energie daher, Franklin James Fisher schreit sich für den Klagegesang über die vorherrschenden politischen Verhältnisse die Seele aus dem Leib und der Rest der Kapelle musiziert mit einer Leidenschaft, die nur Gutes für die Platte ahnen läßt - am 23. Juni soll sie bei Matador erscheinen.

Annabel Allum: Weiterknirschen [Update]

Hier noch eine gute Nachricht für den morgigen Tag - dann nämlich ist der offizielle Release der neuen Single von Annabel Alum. Die junge Dame aus London war hier im letzten Sommer mit ihrem Song "Tricks" vertreten und hat auch zuvor schon hoffnungsvolles Material präsentiert - nun also "Rich Backgrounds" samt Böllerdrums und Knirschgitarre, produziert hat Adrian Hall (Goldfrapp, Du Blonde, Anna Calvi).

Update: Sie wird tatsächlich Song um Song interessanter - gerade ist "Eat Greens" erschienen und zu diesem gibt es gleich noch ein paar Gedanken mit auf den Weg: “’Eat Greens’ is a song about the conflict of doing what you feel is right and what you think is wrong. Doing what you want as opposed to doing what you need. Finding balance, searching for balance, what is balance? Self destruction and self love. Vegetables.”

Freitag, 28. April 2017

Faber: Stündlich wachsend

Genau in diesem Moment spielt der junge Schweizer, der schon so viel älter klingt, in Augsburg, morgen in München und wenn man sich die Ticketverkäufe der letzten Tage und Wochen anschaut, wächst die Fangemeinde von Faber in Potenz. Heute ging ebenfalls eine neue Single ins Rennen, dem Titelsong seines für den 7. Juli angekündigten Albums "Sei ein Faber im Wind" folgt "Bratislava", hier mit Lyric-Video.

Black Fly: Sprichwörtlich [Update]

Es ist wie so oft - viel wissen wir nicht. Den Song deswegen einfach zu ignonieren verbietet sich trotzdem, denn dafür ist er zu schön: Black Fly ist ein Musikprojekt aus Vermont, der Waschzettel vermerkt "gothic synth" und mit David Tolomei keinen ganz so unbekannten Produzenten, der immerhin schon für Beach House, die Future Islands und auch die Dirty Projectors die Regler bediente. Dieses Stück jedenfalls heißt "I Don't Know" und trifft den Nagel unfreiwillig auf den Kopf, erschienen ist es via Samedi Records, weitere Hinweise nehmen wir gern entgegen.

Update: Der Junge ist immer noch genauso sparsam mit indentitätsstiftenden Daten - deshalb hier einfach mit "Sign 2" ein weiterer Track des nahezu Unbekannten.



Febueder: Erwachen [Update]

Und noch einmal Alternativ-Pop, diesmal aus dem englischen Ascot: Von dort stammt das Trio Febueder - seit 2010 musizieren Kieran Godfrey (Gesang, Gitarre) und Samuel Keyssel (Percussion) miteinander, 2015 kam Toby Ingram (Bass) hinzu, am 12. Mai soll nun ihre neue EP "From An Album" erscheinen. Fünf Tracks wird sie enthalten, für "Morning Yawn" hat Timothy Jacob Elledge ein Video mit starken Bildern beigesteuert.

Update: Und hier kommt mit "Shapeshifter" noch ein weiterer Song der EP.



Levin Goes Lightly: Nachhall

Levin Goes Lightly
„GA PS“

(Staatsakt)

Man möchte es kaum glauben, aber es gibt selbst dunkle Erinnerungen, die einem angenehm erscheinen. Im Grunde reden wir hier von zweien, einer ziemlich frischen und einer, die nicht mehr ganz so aktuell ist, die aber von Musikern wie eben jenem Levin Goes Lightly dankenswerterweise am Leben gehalten wird. Der Reihe nach: Den Tod von David Bowie vor mehr als einem Jahr haben wohl alle von uns noch schmerzhaft vor Augen, auch wenn der Abgang an Kunstfertigkeit kaum etwas zu wünschen übrig ließ, ist die Lücke, die der Thin White Duke gerissen hat, auf lange Sicht eigentlich kaum zu schließen. Gerade weil sich der Mann auf der Höhe seines kreativen Schaffens verabschiedet hat, was man sich bei ihm nicht wie einen Gipfel, sondern wie eine dauerhafte Kammwanderung in luftiger Höhe vorstellen muß. Vor fünfzehn Jahren wiederum erlag Frank Tovey aka. Fad Gadget in London einem Herzversagen und auch diese Leerstelle konnte trotz vieler Bewerber nicht mehr nachhaltig gefüllt werden. Gaps also – Löcher, Lücken, nur in anderem Zusammenhang, als Levin Stadler, schillerndes Chamäleon hinter dem besagten Projekt, sie vielleicht mit der Benennung seines neuen Albums beabsichtigt hatte.



Wer aber das Andenken an die beiden genannten Künstler bei sich daheim in einem sorgsam gepflegten Schrein bewahrt, der wird Levin Goes Lightly mögen, wird ihm dankbar sein für den Nachhall, welchen er mit seiner Mischung aus funkelnder Grandezza und düsterer Maschinenmusik heraufbeschwört. Stücke wie „Bluescreen“ und „Cotton“ sind trotz ihrer komplett synthetischen Textur so nahe bei Bowie wie nur wenige Neuerscheinungen in diesem Jahr, „O’Neill“ und „Ground“ wiederum stampfen so weltverachtend und kalt als dunkle, schwarze Masse, als „supermassive black hole“ ins Bild, wie der Wave der frühen Achtziger es nicht besser hätte hinbringen können. Nach dem gleichfalls wunderbaren „Neo Romantic“ gelingt Levin Goes Lightly mit „GA PS“ also der zweite Coup, und das mit einem Sound, den er selbst als romantische Dystopie, als nostalgisch, modern und meditativ, aber eben ganz sicher nicht sonderlich gutgelaunt bezeichnet. „Sad, but beautiful“ – diesen Slogan möchte man gern unterschreiben, ein schwarzer Stern, der denen leuchtet, die ihn zu erkennen vermögen.

13.05.  Bremen, Lagerhaus (mit All Diese Gewalt)
14.05.  Hamburg, Westwerk (mit All Diese Gewalt)
15.05.  Berlin, Lido (mit All Diese Gewalt)
16.05.  Leipzig, Werk 2
17.05.  München, Unter Deck
18.05.  Karlsruhe, Kohi
19.05.  Köln, King Georg
20.05.  Essen, Hotel Shanghai

Donnerstag, 27. April 2017

Phoenix: Liebe Jungs

Nun ist sie also doch noch gekommen, die erste hochoffizielle Single: Die einstigen Lieblingsfranzosen von Phoenix haben ja nicht wenige ihrer Anhänger vor gut drei Jahren mit einem ziemlich müden Album "Bankrupt!" enttäuscht, das gute Stück entpuppte sich leider als eine Ladung Platzpatronen, wo man doch bei ihnen mit scharfer Munition gerechnet hatte. Entsprechend skeptisch nimmt man also die Nachricht von der Wiederaufnahme der Geschäfte für den 9. Juni zur Kenntnis - "Ti Amo" soll die neue Platte heißen, eine Tour gibt es natürlich und eben die erste Single "J-Boy". Hier und jetzt.

24.09.  München, Tonhalle
25.09.  Köln, Palladium
26.09.  Hamburg, Große Freiheit

Sløtface: Nicht ganz so brav

Okay, Haim waren heute sicherlich ein Knaller. Aber so gut sie klingen - ein wenig brav sind sie eben schon. Da passt es ganz gut, daß wir mit Sløtface noch eine Band für heute in petto haben, die etwas wilder ist. Die Norweger um Leadsängerin Haley Shea hatten ja im vergangenen Jahr eine Reihe vielversprechender Songs veröffentlicht, nun ist für den 15. September endlich ihr Debütalbum "Try Not To Freak Out" angekündigt und mit "Magazine" gibt es davon auch gleich die erste Single zu hören.

17.09.  Berlin, Musik und Frieden
19.09.  Köln, MTC
21.09.  Hamburg, Reeperbahn Festival
24.09.  Wiesbaden, Schlachthof
26.09.  München, Strom

Bonobo: Geschickte Täuschungen

Der Mann hat wirklich ein Händchen für Kurzfilmmomente: Simon Green aka. Bonobo hat bekanntlich vor einigen Wochen sein wunderbares Album "Migration" veröffentlicht und zu diesem bereits eine Reihe bemerkenswerter Videos. Der allerneueste kommt nun zum Song "Bambro Koyo Ganda", ein Ausflug in Sachen Afropop zusammen mit Innov Gnawa. Der Clip spielt mit vielen tricktechnischen Wiederholungen und Basteleien in verschiedenen Geschwindigkeiten - gewohnt beeindruckend. Und als zusätzliche Überraschung gibt es zwei Livetermine für den Herbst obendrauf.

08.11.  München, Tonhalle
09.11.  Köln, Palladium

HAIM: Hype on!

Auf den Tag hatten ja schon viele hingezittert: Die Geschwister HAIM, clevere Mädchenkombo mit einer ziemlich sagenhaften Debütplatte im Portfolio, hatten in den vergangenen Tagen ja schon kräftig für ihr bald anstehendes, neues Album getrommelt, nun lassen sie zumindest mal die erste Single "Right Now" aus dem Sack und die darf schon mal als sehr gelungen gelten. Der Rest folgt dann garantiert scheibchenweise in den nächsten Stunden. Hype on!

Little Grim: Gar nicht niedlich

So so, der kleine Tod also. Klingt wie eine Verniedlichung des Bösen und sieht auch so aus, wenn man den Namen mal durchs weltweite Netz schickt. Natürlich verbirgt sich dahinter kein putziges Sensenmännchen, sondern eine vierköpfige Band aus London. Little Grim sind also Joe Murphy (Gesang, Gitarre), Jeremy Barclay (Gitarre), Chris Alger (Bass) und Roger Muntzer (Drums), wobei wir, gerade bei der Präsentation ihrer aktuellen Single "Hoodie" auf Joe Murphy zurückkommen müssen. Der nämlich nennt ein wirklich beeindruckendes Falsett sein eigen und genau diese Stimme macht den vorliegenden Schmachtfetzen zu einem echten Ohrwurm. Der Videoclip, gedreht von Brett Cox vor der Kulisse eines alten Klärwerks bei Tilbury, tut ein Übriges, so wie der Hauptdarsteller mit sich und den offenkundig sehr traurigen Umständen hadert, ahnt man, daß es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Trennungsschmerz handeln muß. Oder halt im übertragenen Sinne um ein altes Kapuzen-Hoodie, von der Freundin in aller Eile vergessen ...

Schlachthofbronx: Basslover zum Dritten

Na, da wäre sie uns doch fast noch ausgekommen, die dritte Runde der wunderbaren "Haul And Pull Up"-Serie von Schlachthofbronx. EP Nummer 3 (nach #1 und #2) kommt wieder mit vier ausgewählt feinen Tunes daher, als Gäste treten diesmal Doubla J und Otto Von Schirach in Erscheinung.

Gemischtes Doppel: The Japanese House vs. Babeheaven

Selten hat man die Gelegenheit, gleich zwei tolle Bands mit zwei tollen Songs in einem Post anzupreisen. Bei den beiden folgenden macht das durchaus Sinn, denn Amber Bain alias The Japanese House und Babeheaven werden bald für acht Termine in England die Bühne teilen. In Vorbereitung also das folgende Material: Bain hat für den 16. Juni ihre bislang vierte EP angekündigt, die erste Single daraus, "Saw You In A Dream" (produziert mit George Daniel/1975), stellen wir jetzt vor. Die wunderbaren Babeheaven wiederum, hier schon mit ihren Songs "Moving On" und "Ode To Dom" gewürdigt, haben sich für ihren Neuling "Your Love" mit Deem Spencer zusammengetan - Hammersong!

The Japanese House (solo)
02.05.  Hamburg, Prinzenbar
03.05.  Berlin, Privatclub
06.05.  Wien, Chelsea
07.05.  Zürich, Papiersaal



Mittwoch, 26. April 2017

Forest Swords: Schicht um Schicht [Update]

Die erste Single seit ein paar Tagen draußen, hier nun kommen die restlichen Informationen zu einer der spannendsten Neuerscheinungen dieses Sommers: Am wird bei Ninja Tune das zweite Album "Compassion" des Produzenten und Klangtüftlers Matthew Barnes aka. Forest Swords erscheinen. Wollte man die Stil-Elemente alle aufzählen, die der Künstler für diese Platte ankündigt, würde der Post wahrscheinlich um ein Vielfaches anwachsen - Barnes ist bekannt für seine experimentellen, vielschichtigen Sounds und schon die erste Single "The Highest Flood" lieferte einen eindrucksvollen Vorgeschmack. Nun geht mit "Arms Out" der zweite Track ins Rennen, das dazugehörige Video drehte Barnes zusammen mit Sam Wiehl (Vessel, Hookworms, Autobahn).

26.09.  Berlin, Berghain (Certain People)
27.09.  Leipzig, UT Connewitz
29.09.  Wien, Waves
10.10.  Bern, Dachstock
11.10.  Zürich, Rote Fabrik
12.10.  Hamburg, Uebel und Gefährlich

Update: Und da ist das nächste düstere Kunstwerk - wiederum ein Video von Sam Wiehl, diesmal zur Single "Panic".



Bantam Lyons: Verlässlich

Vor einem knappen Jahr haben wir uns hier noch darüber mokiert, dass das restliche Europa den Franzosen in Sachen zeitgemäßer Rock- und Popmucke die Butter vom Brot, also vom Baguette, nimmt. Dieser Tage haben sich wenigstens Phoenix mit einem Lebenszeichen zurückgemeldet (ob das angesichts der letzten, ziemlich lauen Platte eine gute Botschaft ist, muß anderweitig geklärt werden), und auch sonst kann sich Frankreich ja um Aufmerksamkeit nicht beklagen. Was aber eher mit Herrn M. und Frau LP. zu tun hat. Wenigstens die Waverocker Bantam Lyons aus Nantes erweisen sich als verlässlich und so haben sie gerade für den 24. Mai ihre neue EP "Oh, Cordelia!" angekündigt - der Nachfolger des Albums "Melatonin Spree" hält für Eilige auch noch die erste Single ""When Lips Turn Blue" bereit.

Dienstag, 25. April 2017

Fazerdaze: Nur für den Moment

Fazerdaze
„Morningside“

(Groenland Records)

Es funktioniert tatsächlich. Wer also Lust auf ein kleines und harmloses Experiment in Sachen Autosuggestion hat, muß sich nur, sofern er oder sie solche Aufnahmen nicht vorm inneren Auge abrufen kann, durch ein paar Landschaftsaufnahmen aus Neuseeland googeln und hernach so oft wie möglich das aktuelle Album von Amelia Murray alias Fazerdaze hören. Die Tageszeit spielt dabei keine entscheidende Rolle – auch wenn der Titel des Albums Bezug zur aufgehenden Sonne nimmt, paßt die Platte ebenso gut zum Fade-Out am Ende des Tages. Die Kombination aus Klang und Kopfkino jedenfalls sollte alsbald zu einem Wohlgefühl und einer Leichtigkeit führen, wie man sie sonst nur nach einem mehrtätigem Wellnessurlaub zu spüren vermag. Oder eben bei einer Reise durch Neuseeland.

Wem Ähnliches schon mit der Musik der Sneaky Feelings, The Chills oder The Verlaines passiert ist, liegt nicht ganz falsch, gehören diese Bands doch, auch wenn ihre Glanzzeiten noch im vergangenen Jahrtausend verortet sind, unter den Sammelbegriff des Dunedin-Sounds, mithin also zu einem landestypischen Phänomen und Subgenre. Murray stammt zwar aus Auckland, hat aber Zeit ihres noch jungen Lebens die Liebe zum Dreampop und Shoegazing derart verinnerlicht, daß kein größerer Zeitsprung herauszuhören ist. Waren die Stücke ihrer selbstbetitelten Debüt-EP aus dem Jahr 2014 noch etwas weniger geschmeidig, unrund vielleicht, so kann man sich dem Charme und Zauber der neuen Stücke kaum entziehen – wie Murray im Video der ersten Single “Little Uneasy” auf einem Skateboard überaus lässig durch die Vorstadt rollt, später die Lust am Augenblick besingt, die jeden Gedanken, jeden Atemzug anhalten möchte – das hat schon eine bewundernswerte Qualität. Ab und an, wie bei “Friends” oder “Half Figured”, blitzt auch mal die Lust am ungezügelten Gitarrenkrach bei ihr durch, richtig nachgeben will sie dieser aber vorerst nicht.



Und weil Fazerdaze bald auch nach Deutschland kommen, schnell noch ein paar Fragen an Amelia Murray:

Backpacker-Träume, Herr der Ringe, Whalerider, Rugby, das sind so die Sachen, die Westeuropäer, auch wir Deutsche, von Deiner Heimat Neuseeland gemeinhin kennen und interessieren. Kannst Du uns denn etwas zur Musikszene sagen, in der Du Dich bewegst?

Ha, Du hast Lorde und Flight Of The Conchords vergessen! Ich bin in der Szene rund um Auckland aufgewachsen, die größtenteils aus vielen einzelnen Soloprojekten besteht. Gemeinsam teilen und mieten wir uns dort Proberäume, und auch wenn jede/r seine/n eigenen Stil, seine eigenen Ziele hat, findet ein großer Austausch statt, spielen die Leute gleichzeitig in verschiedenen Bands, tauschen Songs, etc. Ich für meinen Teil wäre ohne die Hilfe der Künstler um mich herum, speziell Merk, Gareth Thomas, Tom Lark und Madeira wirklich aufgeschmissen.

Wie bist Du eigentlich zum Shoegazing gekommen?

Eine bewusste Entscheidung war das nicht, ich denke, ich habe mir eher die Musik gesucht, die zu meiner Stimme am besten passt. Mein Gesang ist ja eher ein leiser und verträumter und ich liebe es, ihn über die anderen Soundspuren zu legen.

Gibt es für Deinen Stil besondere Vorbilder, die Dir einfallen?

Als ich ein Teenager war, hat mir mein Bruder Mazzy Star vorgespielt und ich kann mich noch genau daran erinnern, daß ich Hope Sandovals Stimme schon damals einfach umwerfend fand. Ich denke, das hat meine Musik sehr beeinflusst, ich wollte immer, daß sie genauso entspannt und schön klingt wie dort.



Man hört Stücke wie „Half Figured“ oder „Friends“ – kann es sein, daß dahinter ein Mädchen steckt, das einfach nur laute Gitarren liebt?

Haha, stimmt – ich liebe diesen Lärm! Seit ich denken kann, habe ich Noise gemocht, irgendwie haben den aber immer die Männer gespielt. Ich denke, ein Teil von mir möchte zeigen, dass auch Frauen Spaß an an diesem Krach haben, daß auch Frauen diese Instrumente so spielen können.

Gitarre, Skateboard – vielleicht nicht gerade die üblichen Hobbies für ein Mädchen Deines Alters. Hattest Du denn früher Schwierigkeiten, Deinen Kopf durchzusetzen?

Eigentlich habe ich schon immer das gemacht, was ich wollte und glücklicherweise gab es gerade in der Musikszene genügend Freunde, die das gut fanden und mich unterstützten. Ich denke, es gibt mehr und mehr Frauen, die ihre eigene Musik produzieren, die noch dazu großartig klingt. Beim Skateboard liegen die Dinge ein wenig anders, in dieser Welt bin ich nicht so richtig drin. Aber ich verfolge beispielsweise mit Interesse die New Yorker All-Girl-Gruppe The Skate Kitchen, was die machen ist einfach unglaublich und ich kann nur jedem empfehlen, sich das mal anzuschauen.

Magst Du es, persönliche Erfahrungen Deines Lebens wie bei den Songs „Jennifer“ oder „Lucky Girl“ in den Texten zu verarbeiten?

Natürlich, die meisten meiner Songs sind wirklich sehr persönlich, fast schon wie eine Art Tagebuch. „Jennifer“ beschreibt das Ende einer Freundschaft aus Teenager-Tagen, „Lucky Girl“ wiederum handelt davon, wie undankbar wir sein können, auch wenn uns etwas Schönes geschenkt wurde.

Gibt es denn auch andere Dinge, über die Du gern schreiben würdest?

Noch lerne ich viel dazu, aber möglicherweise kommt mit der Zeit auch die Übung und dann werde ich auch über andere Dinge singen als über meine eigenen Gefühle …

Welchen Bezug hast Du zu Europa und wann werden wir Dich dort sehen und hören?

Oh, ich habe gerade einen Plattenvertrag bei dem Berliner Label Groenland Records unterzeichnet und es wird nicht mehr lang dauern, dann gehe ich auf eine längere Tour durch Deutschland, England, Schottland, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Und ich freue mich wirklich auf diese tolle Erfahrung!

19.05.  Hamburg, Molotow
20.05.  Köln, Gebäude 9
27.05.  Neustrelitz, Immergut Festival

HOAR: Sehr ernste Sache

Junge Männer, die sich vornehmlich schwarz kleiden und sehr ernst dreinschauen, die gibt es auch in Belgien: Diese vier heißen Jeroen, Álvaro, Jelle und Tim und gehören zur Brüssler Band HOAR. Von dieser wiederum ist gerade eine erste Single mit dem Titel "Venice Of The North" erschienen und die klingt eben so wie die Herren aussehen - dunkel, interessant, geheimnisvoll. Viel mehr gibt es ehrlicherweise noch nicht zu berichten - aber wie so oft bei solchen Neuvorstellungen, das könnte sich bald ändern.

Montag, 24. April 2017

Goldfrapp: Premiere

Das Album hallt ja noch kräftig nach, da kommt die Single gerade recht: Vor Wochen ist "Silver Eye" von Goldfrapp, flankiert von Lobeshymnen, erschienen, nun schicken die beiden ein Video zum Song "Systemagic" hinterher. Die Tanzchoreografie des Clips ist Alison Goldfrapps erste richtige Regiearbeit, nachdem sie ja schon am Artwork der Platte kräftig mitgeschraubt hatte: “I wanted the focus to be on the dancers, their bodies and their movement. It’s my first outing into directing. And wow, what an experience! I hope I’ll do more. Its a world I’d like to explore and learn much much more in!”

Sonntag, 23. April 2017

London Grammar: Nichts als die Wahrheit [Update]

Wir wußten daß, aber nicht was und wann: London Grammar haben jetzt ein paar Daten zu ihrem neuen Album folgen lassen. Nachdem die Singles "Rooting For You" und "Big Picture" quasi als Vorhut vorausgeschickt worden waren, gibt es nun den Titeltrack der neuen Platte "Truth Is A Beautiful Thing", die für den 9. Juni angekündigt ist.

Update: Und das wäre dann der vierte Song vom neuen Album, "Oh Woman Oh Man" im Stream.