Freitag, 18. August 2017

COSBY: Sommer in der Stadt

Wo wir gerade vom Spätsommer reden, darf München natürlich nicht fehlen - "Sommer in der Stadt", "Isarflimmern", woast eh! Und auch wenn COSBY mit derlei Klischees nicht viel gemeinsam haben, frisch und geschmeidig klingt ihre neue Single "Get Up", die heute samt feiner Tanzchoreo erschienen ist, allemal. Das dazugehörige Album "Milestone" ist übrigens für den Beginn des kommenden Jahres angekündigt, dann ist zwar der Sommer schon wieder Geschichte, aber wir haben dennoch etwas, worauf wir uns freuen können.

23.09.  Karlsruhe, Laut und Leise Festival

IDER: Zum Einstand

Immer wieder schön zu hören, wenn Pop in Großbuchstaben geschrieben wird. Wie zum Beispiel beim Londoner Duo IDER. Megan Marwick und Lily Somerville haben ja vor nicht allzu langer Zeit mit ihrer EP "Gut Me Like An Animal" bei den einschlägigen Musikportalen schon für Aufsehen sorgen können, nun stand ein Labelwechsel zu Glassnote Records ins Haus und was macht man, wenn man neu ankommt? Richtig, man bringt ein Einstandsgeschenk mit. Dieses hier nennt sich "Learn To Let Go" und kommt in sommerlichem Gelb daher. Gut so, von dem und der Musik kann man nämlich nie genug bekommen. Und wer die beiden Damen live sehen will, hat im September sogar noch die Gelegenheit.

21.09.  Hamburg, Reeperbahn Festival
29.09.  Dortmund, Way Back When Festival

Third Culture Kings: Erleuchtung garantiert [Update]

Was für ein Glücksfall, daß die Woche mit solch einem Lichtblick beginnen kann: Obwohl Lichtblick etwas irreführend ist, denn die Musik des dänisch-amerikanischen Duos Third Culture Kings ist alles andere als hell und hoffnungsvoll, sondern eher von verhaltener Schattigkeit, Elektrofolkblues zeitgemäßer Prägung, ganz was feines. Jan Johansen aus Kopenhagen, früher mit seiner Band Glorybox unterwegs, und Alap Momin aus New York, bekannter unter dem Moniker Oktopus und Mitbegründer der Hip-Hop-Formation dälek, werden am 18. August ihr Debüt "Is That Light You Carry?" veröffentlichen und den beiden Stücke "Flamingo" und "Done And Gone" gehen Feinschmecker mit Sicherheit schnell ins Netz. Wird das Album von vergleichbarer Güte, dann dürfen wir auf Erleuchtung hoffen.

Update: Das komplette Album im Stream und ein erstes Video zur neuen Single "Sunshine For Sadie".



Donnerstag, 17. August 2017

The Duke Spirit: Unumkehrbar

The Duke Spirit
„Sky Is Mine“

(Ex Voto Records)

Nein, man muß nicht immer und immer wieder auf den Vergleichen mit dem Frühwerk dieser Band herumreiten – ist die Wende hin zu einem anderen Sound erst einmal vollzogen (und daran gab es schon nach der Veröffentlichung des Vorgängers „KIN“ kaum noch Zweifel), dann darf man diese ruhig zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. Ob einem der neue Stil, nennen wir ihn mal Dreamrock, tatsächlich gefällt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Fakt ist jedenfalls, daß Liela Moss und Kollegen ihre Band The Duke Spirit auf eine deutlich vorsichtigere, ja poppigere Gangart getrimmt haben, die Gitarren werden brav in den Hintergrund gepegelt, der einst so bissige Gesang gerät jetzt deutlich einschmeichelnder und zuweilen regelrecht zart und auch Bass und Drums bleiben, von zwei, drei Stücken einmal abgesehen, eher Begleitung denn energische Antreiber. Was das Quintett aus London seit dem vergangenen Jahr anbietet, fällt also eher unter die Kategorie Shoegazing – verträumte Streicher und Pianoklänge überwiegen, die vereinzelten Ausbrüche (hier die Leadsingle „Magenta“ und später das flotte „Yoyo“) irritieren vielleicht, sind aber für eine etwaige Umkehr zu deutlich in der Minderheit. Dass Moss ein ernsthaftes und anhaltendes Faible für die wütenden Tiraden der Sleaford Mods entwickelt hat, mag man da gar nicht so recht glauben, ist aber letztendlich unerheblich. Denn hat man sich einmal an die beschaulicheren Töne gewöhnt, dann entdeckt man auch an Stücken wie „See Power“ oder „Houses“, um nur zwei Beispiele zu nennen, schöne Seiten. Und im Ganzen ein durchaus gelungenes Album. https://www.musicglue.com/the-duke-spirit/

Interpol: Tage wie diese

Interpol
Support: Froth
Muffathalle, München, 16.08.2017

"I had seven faces
Thought I knew which one to wear
But I'm sick of spending these lonely nights
Training myself not to care
The subway is a porno
The pavements they are a mess
I know you've supported me for a long time
Somehow I'm not impressed
It is up to me now, turn on the bright lights."
(NYC)


Fünfzehn ist ja nun eigentlich kein Alter, auch nicht für eine Platte. Aber diese ist wie kaum eine andere eine New-York-Platte und weil New York bekanntlich nicht irgendeine, sondern die Stadt ist, gelten hier andere Maßstäbe. Denn die Zeit hat sich seit 2002, dem Jahr der Veröffentlichung von „Turn On The Bright Lights“, nicht nur, aber gerade dort deutlich beschleunigt, Bush und Obama sind längst Geschichte und die Gegenwart ist auch nicht berauschend. Aufgenommen kurz nach dem Fall der Zwillingstürme des World Trade Centers, verkörpert das Album wie kaum ein anderes die Dämmerphase der Vergegenwärtigung von Verletzlichkeit, Schmerz und Schutzbedürfnis der sonst so lebenshungrigen, stolzen Metropole und Interpol waren plötzlich die unfreiwilligen Chronisten dieses Umbruchs. Die in schwarz und rot getauchte Mischung aus Waverock und Post-Punk malte ein schauderndes, düsteres Bild vom Sehnsuchtsort; wo die Strokes kurz zuvor mit „Is This It“ noch Lässigkeit, Trotz und Selbstgewißheit verkauften, kamen Interpol nun mit Angst, Zweifel, Entfremdung und Hilflosigkeit. Unvergessen die frostige Einleitung „This one’s called Stella was a diver and she’s always down“ – die Platte zu mögen galt in Zeiten, da es noch kein Instagram, Twitter und Je-Suis-Irgendwas-und-Jedermann-Shirt gab, schon als Statement.



Dennoch war es ein Wagnis, an diesem Abend in die Muffathalle zu kommen, zumindest für die wenigen, die fünfzehn Jahre zuvor im Orange House des Feierwerks standen. Denn dort spielten Interpol ihre erste Münchner Show und dies nicht etwa vor ausverkauftem Haus mit über eintausend Gästen. Gut fünfzig Unerschrockene fanden sich damals, das mutmaßliche beste Album des Jahres zu hören – am Bass noch der bleiche, lang aufgeschossene Carlos Dengler, gekleidet in seine schwarze Ledermontur, abwesender Blick, unnahbar. Die gleiche Platte, ein anderer Ort, eine andere Zeit – genauso würde es gewiss nicht mehr werden. Was sicher auch daran liegt, daß sich Sound und Band selbst merklich gewandelt haben. Die Folgewerke, mit denen sie das Jubiläum des Debüts umrahmten, haben Stück um Stück einen Großteil der geheimnisvollen, majestätischen Aura verloren, Fogarinos Schlagzeug und Kesslers Gitarrenspiel wirken nun schablonenhafter und Banks‘ einst so dunkler, rauher Gesang klingt jetzt seltsam hoch und gepreßt.



Natürlich läßt sich der Zauber der alten Songs, beginnend mit dem markanten Einstiegs-Akkord von „Untitled“ bis hin zur ersten Zugabe „The Specialist“, immer noch ausmachen, die grenzenlose Melancholie ist da, die unnachahmlichen, konsequent auf Moll gesetzten Melodien ebenfalls. Dennoch wirken die aktuellen Interpretationen im Vergleich zu den Originalen etwas überproduziert und verwaschen, vom sperrigen LoFi der Gründertage ist nicht mehr viel zu vernehmen. Und trotzdem: „PDA“, „Hands Away“, „The New“ und vor allem „Leif Erikson“ bleiben unverwüstliche und unerreichte Erinnerungslieferanten, Stücke von dieser Eindringlichkeit waren selbst auf dem mehr als passablen Nachfolger „Antics“ kaum zu finden. Wie es zukünftig damit aussieht, ist schwer vorauszusagen, „El Pintor“, die erste Arbeit ohne den schmerzlich vermißten Taktgeber Dengler ließ eher Zweifel am kreativen Potential der drei verbliebenen Bandmitglieder aufkommen (und nicht ganz zu Unrecht verirrte sich mit „All The Rage Back Home“ nur ein Lied auf die Setlist dieses Abends). Der Qualität von „Turn On The Bright Lights“ tut das allerdings keinen Abbruch – es waren traurig-schöne Tage, damals vor fünfzehn Jahren.


LCD Soundsystem: Trotzdem schön

Immer schön, wenn etwas Formen annimmt. LCD Soundsystem haben sich zwar nie viel aus Optik gemacht - hier ein dahingeschluderter DFA-Blitz, da eine kaputte Diskokugel. Dennoch freut man sich, wenn man mal ein liebloses Cover (wie vor ein paar Tagen) oder einen Videoclip (gestern) bekommt, weil man sich nicht ewig mit den beiden schon bekannten Tracks "Call The Police" und "American Dream", dem Titelsong des neuen Albums, herumschlagen will. Nach einer Überschrift "LCD Soundsystem Touring Dates Germany" sucht man zwar immer noch vergebens, aber für's erste wollen wir mal zufrieden sein, mehr dann spätestens am 1. September.

Mittwoch, 16. August 2017

Queens Of The Stone Age: Der King lebt

Und das auf den Tag genau am fünfzigsten Todestag des Kings! Die Queens Of The Stone Age, im Speziellen Josh Homme, präsentieren dem Publikum kurz vor Erscheinen ihres neuen Albums "Villains" eine neue Leidenschaft - den Rock'n Roll - im Video zum Song "The Way You Used To Do". Das wiederum läßt nur einen Schluß zu: He's still alive!

Protomartyr: Abwärts [Update]

Neuigkeiten aus der Motor City, allerdings weit weg von dem, was man sich bei diesem Namen früher so vorgestellt hat: Protomartyr, der Stadt Detroit bekannteste Post-Punk-Kapelle, haben die Veröffentlichung ihres nächsten Albums "Relatives In Descent", den Nachfolger des 2015er Werkes "The Agent Intellect", angekündigt. Am 29. September wird die Platte bei Domino Records erscheinen, die erste Single heißt "A Private Understanding" und kommt mit einem epischen Video daher. Für die beiden ebenfalls ins Haus stehenden Tourtermine gilt es zu ergänzen, daß dabei als Support die kanadische Hardcore-Band Metz eingeplant wurde - ein Grund mehr, sich schnell ein paar Tickets zu sichern.

06.11.  Berlin, Bi Nuu
08.11.  Hamburg, Knust

Update: Einen weiteren Song gibt es von den Punks aus der Autostadt - "My Children".



Ghostpoet: Black Bowie [Update]

Vielleicht ist die Bezeichnung Black Bowie nicht ganz seine Kragenweite, dennoch kommt die Musik von Obaro Ejimiwe aka. Ghostpoet dem Thin White Duke wirklich sehr nah. Sein letztes Album "Shedding Skin" ist ja 2015 nicht nur in höchsten Tönen besprochen, sondern auch für den Mercury Prize nominiert worden und mußte sich dann Benjamin Clementine beugen - es könnte gut sein, daß mit der nun vierten Platte ein weiterer Anlauf gelingt. Für den 18. August nämlich hat der Künstler mit nigerianischen Wurzeln "Dark Days And Canapés" angekündigt und nach den beiden Vorabsingles "Trouble + Me" und dem wunderbaren "Immigrant Boogie" kommt nun mit "Freakshow" ein weiterer toller Song daher, das Video dazu stammt von Zhang + Knight.

Update: Am Freitag erscheint das neue Album, hier noch schnell ein weiterer Track davon - "Dopamine If I Do".





Dienstag, 15. August 2017

AUTOBAHN: Eins nach dem anderen

Erst kamen die Tourdaten (vorerst leider nur auf der Insel selbst), nun auch der Grund dafür: AUTOBAHN, britische Post-Punk-Kapelle aus Leeds, haben den Nachfolger für ihr beachtliches Debüt "Dissemble" aus dem Jahr 2015 fertig - am 3. November soll "The Moral Crossing" via Tough Love Records erscheinen. Zehn neue Songs hält die Band mit dem sehr deutschen Namen bereit und den Titelsong kann man sich in Folge gleich im Stream anhören.

Belgrad: Zwangsläufig

Daß diese Band irgendwann mal hier landen würde war in gewisser Weise zwangsläufig - ansprechend düster, maximal melancholisch, da gibt es eigentlich kaum ein Entrinnen: Belgrad wurden 2015 von Hendrik Rosenkranz und Leo Leopoldowitsch gegründet, kurze Zeit später kamen noch Ron Henseler und Stephan Mahler hinzu. Drei Städte (Hamburg, Berlin, Dresden), die Erfahrungen verschiedener Formationen (Stalin vs. Band, Dikloud, Slime, Torpedo Moskau, Kommando Sonne-nmilch) - hier kam einiges zusammen, entsprechend eigenwillig der Stil der vier Musiker, eine Mischung aus Wave, Post-Punk, Synth-Pop der 80er und deutschem Singer/Songwriting. Das Debütalbum ist nun für den 1. September via Zeitstrafe angekündigt und nach den ersten beiden Stücken "Niemand" und "Osten", die es schnell vom Geheimtip zum viralen Netzerfolg schafften (sicher auch dank der vollmundigen Promo der Herren Schulz und Böhmermann), geht nun mit "Schellack und Gewalt" die dritte Vorabsingle ins Rennen.





Montag, 14. August 2017

Wolf Alice: Hoffnungslos

Puh, schon noch was hin bis zur Veröffentlichung des neuen Albums "Visions Of A Life" von Wolf Alice und daß die Songs, die man bislang davon hören konnte - also "Yuk Foo" und "Don't Delete The Kisses" - ausgesprochen gelungen sind, macht es nicht einfacher. Vielleicht also mal Durchatmen mit dem neuen "Beautifully Unconventional"? Pah, nicht drin, das Stück ist so kurz wie gut und heizt die Vorfreude nur noch weiter an. Hoffnungslos.

Downtown Boys: Der Sturm nach der Stille

Downtown Boys
„Cost Of Living“

(Sub Pop)

Es hat ja einige Zeit gedauert, bis sich Amerika vom Schreck des 8. November 2016 so einigermaßen erholt hat – wenn man zuvor den Eindruck hatte, die kritische Zivilgesellschaft der Vereinigten Staaten verharre in einer ungläubigen, auch ängstlichen Schockstarre, so mehren sich nun die Anzeichen, daß sich allmählich Widerstand und Behauptungswillen formieren, um dem wahnsinnigen Toupetträger und seinen so zweifelhaften wie gefährlichen Anhängern das Land nicht kampflos zu überlassen. In diesem Zuge rückt eine Band wie die Downtown Boys aus dem Städtchen Providence in Rhode Island wieder in den Fokus, auch wenn die Punk-Kapelle um Sängerin Victoria Ruiz beileibe nicht erst seit gestern politisch aktiv ist. Nur werden sie jetzt eben besser gehört. Das Quartett gehört (wie im Übrigen auch die Sleaford Mods aus dem mehr als fünfeinhalbtausend Meilen entfernten britischen Nottingham) zu der Sorte von Musikern, die sich seit Jahren getreu dem Motto „Think global, act local“ in ihren Heimatstädten organisieren und engagieren, soziale Projekte unterstützen und nicht klein beigeben, wenn es mühevoll wird. Gern wird hier die Geschichte erzählt, daß Ruiz vor Beginn eines jeden Konzerts das Mikrophon zunächst einmal an den Veranstalter vor Ort übergibt, damit dieser Werbung für die Arbeit Aktivisten vor Ort machen kann – danach, man glaubt es unbesehen, rockt die Band den Saal blank bis auf die Knochen.

„Cost Of Living“, von Fugazi-Mastermind Guy Picciotto produziert, klingt auf der einen Seite noch immer ähnlich roh und ungeschliffen wie der wilde Vorgänger „Full Communism“ und ist andererseits noch ausreichend originär, auch wenn das stilprägende Saxophon nicht mehr ganz so offensiv zum Einsatz kommt. Die Wut trifft hier, wenn will es wundern, all das, was in diesem, ihrem Land schon seit Jahren aus dem Ruder läuft und nun unter Trump eine Potenzierung, eine Beschleunigung ins Negative erfährt: Gentrifizierung, Rassenhass, weiße All- und Übermachtsfantasien, Armut, Geschlechterkrieg. Gleich der Einstieg „A Wall“ spinnt die fixe Maueridee des verrückten Präsidenten weiter zum Unsinnbild der gegenwärtigen Zeit, schließlich gibt es von diesen Ungetümen genug auf der Welt und in den Köpfen: "A wall is a wall, a wall is just a wall and nothing more at all.“ Nicht nur bei den Ausflügen ins Spanische sind die Parallelen zu den mexikanischen Le Butcherettes unüberhörbar, ungezügelt, schrill, aggressiv, ungebrochen der Zorn, unaufhaltsam die Energie der vier. Daß sich Ruiz, wie man liest, für ihre Liveauftritte ausgerechnet Bruce Springsteen zum Idol gewählt hat, ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, in Sachen Einsatz und Ausdauer ist der Mann nahezu ungeschlagen und was Geradlinigkeit betrifft, gibt es – wer will das leugnen – weitaus schlechtere Vorbilder. https://downtownboys.bandcamp.com/

22.10.  Münster, Gleis 22
24.10.  Köln, Tsunami Club
25.10.  Berlin, Urban Spree
26.10.  Hamburg, Hafenklang

The Lumes: With Compliments

Das ist mal ein Satz, auf den man sicher auch im Raum Stuttgart nicht wenig stolz ist: "‘Envy’ combines the relentless noise rock of Protomartyr and Die Nerven with the dynamic shifts of The Pixies." Daß Die Nerven als Referenzgröße für die niederländische Formation The Lumes herhalten, dürften die schwäbischen Noiserocker schon als Kompliment verstanden wissen, zeigt es doch, daß ihr Stil - gerade wieder auf dem fulminanten Album "Live in Europa" manifestiert - durchaus ein prägender ist. Die Parallelen jedenfalls sind schnell herauszuhören, Post-Punk meets treibenden Gitarrenlärm, im Oktober wird besagte EP "Envy" bei Crazysane Records erscheinen und die erste Vorabsingle "Compulsion" ist schon mal eine Wucht - wen es nach mehr verlangt, der darf sich gern mal bei Bandcamp umtun, dort steht die ältere 12" "Lust" im Stream bereit.

Freitag, 11. August 2017

Trash: Von wegen billig! [Update]

So richtig fair ist das nicht, aber wenn man hierzulande jemanden nach seiner Assoziation zu Chesterfield befragt, kommt meistens als erste Wortmeldung: Billigzigarette. Das es sich dabei auch um das gleichnamige Städtchen handeln kann, gelegen in der englischen Graftschaft Derbyshire, geht dann fast schon unter, Etikett drauf, fertig. Doch zu kurz gedacht, denn hört man sich die Musik der vierköpfigen Kapelle Trash an, die eben dort zu Hause ist, dann wird schnell klar, daß hier Qualität durchaus über Quantität steht. Daniel Longmore (Gesang, Gitarre), Tom Barton (Bass), Evan Martin (Gitarre) und Bradley Weston (Drums) musizieren unter diesem etwas gewöhnungsbedürftigen Sammelbegriff schon seit 2014 und dieser Tage ist ihre neue Single "81" erschienen. Gemeint ist hier, laut ihrer Gesichtsbuchseite, die Alterssumme der vier, aber auch der Hinweis, man solle doch bitte nicht bis zum Greisendasein warten, bevor man Spaß am Leben hat. Sondern einfach losmachen. Tun sie auch, zusammen mit einem weiteren Track "Migraines" klingt das alles nach sehr lockerem und maximal entspanntem Gitarrenpop - die selbstbetitelte EP erscheint im Übrigen am 11. August via Clue Records ...

Update: ... und die gibt's nun im Komplettstream.

Wolf Alice: Nicht ihr Ernst?! [Update]

Es soll ja tatsächlich Leute geben, die haben sich - mit nur einem einzigen Song in Vorleistung - schon ihre Tickets für die anstehende Kurztournee von Wolf Alice gesichert. Zugegeben, "Yuk Foo" war und ist schon auch ein gewaltiger Brecher und ohnehin lassen sich Ellie Rowsell und Kollegen auch ohne Kenntnis des restlichen Albums "Visions Of A Life", das am 29. September erscheinen soll, bestens ertragen. Damit aus dem Ganzen nicht doch ein Glücksspiel wird, hier die nächste Hörprobe mit dem Titel "Don't Delete The Kisses" (samt Video-Update) und daran angeschlossen die erstaunte Frage: Wie, in aller Welt, könnten wir!?

Gold Class: Schlagabtausch

Dass es auch in Australien durchaus ernstzunehmende Post-Punk-Bands neueren Datums gibt, haben wir spätestens im Jahr 2015 gelernt, da nämlich erschien mit "It's You" das feine Debüt von Gold Class, einer vierköpfigen Kapelle aus Melbourne. Diese haben nun den Nachfolger fertig und so wird in einer Woche "Drum" erscheinen - bislang gab es davon mit "Rose Blind" und "Twist In The Dark" zwei Stücke zu hören, gerade eben ist der Clip zu "Get Yours" dazugekommen. Und wer mag, kann sich die Jungs dann auch gleich auf dem Reeperbahn-Festival anschauen.

20.09.  Hamburg, Reeperbahn Festival





Donnerstag, 10. August 2017

Black Mekon: Laß knattern!

Post aus Schweden, genauer aus dem Hause PNKSLM, ist es immer wert, daß man sich etwas Zeit nimmt und genauer draufschaut, denn das ambitionierte Label ist das, was man in der Branche einen Perlentaucher nennt. Hater, Chemtrails, Luxury Death, um nur einige zu nennen - sie alle stehen als Neuentdeckungen auf den Zettel. Und nun kommen mit Black Mekon ein paar alte Bekannte aus Birmingham zurück. Das Debüt der maskierten Garagen-Punk-Kapelle zählt mit 2007 schon ein paar Jahre zurück, nun ist für den 25. August ihr neuestes Werk "One In The Hate" angekündigt und von diesem sind bislang drei Songs bekannt - die beiden älteren Stücke "No Prom" und "Salt Liquor" und seit heute die aktuelle Single "Natural Disaster". Laß knattern, Baby!

5 Billion In Diamonds: Immer was dabei

Wer morgen noch nichts Bestimmtes vorhat, kann im Laufe des Tages gern mal beim Plattendealer seines Vertrauen vorbeischlendern und ein Ohr für die neue Platte riskieren, die Nirvana-Produzent und Garbage-Drummer/Gründer Butch Vig mit einer Reihe weiterer Berühmtheiten zusammengeschraubt hat. Unter dem Projektnamen 5 Billion In Diamonds versammeln sich neben dem umtriebigen Vig auch noch Gitarrist Alex Lee (Goldfrapp, Strangelove, Suede), Bassist Sean Cook, Drummer Damon Reece (Spiritualized, Massive Attack) und als Gastsänger/innen Helen White (Alpha), Sandra Dedrick (The Free Design), David Schelzel (The Ocean Blue) plus Ebbot Lundberg von der schwedischen Kapelle The Soundtrack Of Our Lives. Viel Betrieb also auf der Payroll, in der Folge gleich noch die drei bislang bekannten Songs vom selbstbetitelten Album, als da wären "I'm Becoming You", "Gravity Rules" und ganz aktuell das balladeske "Travelling". Für den Sound hat Vig, wie man unschwer hören kann, das Rad nicht neu erfinden müssen, aber wie das eben so ist mit der Retromucke - etwas ist für jeden dabei. Garantiert.





Mogwai: Auflösung [Update]

Nur die Tour allein wäre auch zu komisch gewesen: Daß bei den schottischen Mogwai noch mehr im Busche war, hätte man ahnen können, als vor einiger Zeit die Herbsttermine verschickt waren, nun kommt heute die dazugehörige Auflösung. Für den 1. September ist der Nachfolger des letzten Albums "Rave Tapes" geplant, "Every Country's Sun" wird via Rock Action Records erscheinen und die erste Single nennt sich "Coolverine" und steht hier im Stream bereit.

Update: Sechs Minuten Kontemplation - das Video zur Vorabsingle ist mehr als grandios geraten, Regie führte der Hand Held Cine Club, die auch schon für die wunderbaren Clips der Minor Victories verantwortlich zeichneten. Und vier obendrauf - der neue Song "Party In The Dark" mit ebenso zauberhaftem Kurzfilm.