Sonntag, 4. Dezember 2016

Soffía Björg: Kein Wunder

Island, so ist zu lesen, erschrickt gerade mächtig über das Interesse der restlichen Welt an Land und Leuten. Gut 330.000 Bewohner zählt die karge Lavainsel und laut einer aktuellen Erhebung wurden in diesem Jahr bislang ganze 1,5 Millionen Besucher gezählt, eine Quote, von der warme Südländer (gemessen an der Zahl der Eingeborenen) nur träumen können. Von ungefähr kommt das nicht: Erst bringt ein Vulkan mit unaussprechlichem Namen den kompletten binneneuropäischen Flugverkehr durcheinander, dann verstrickt sich ein Regierungschef vor laufenden Kameras so sehr in steuerrechtliche Widersprüche, daß eine handfeste Staatskrise folgt. Die Nationalmannschaft wiederum spielt in Frankreich einen derart erfrischenden Fußball, darauf man jeden der tapferen Nordmänner umgehend ins Herz schließt und auf dem restlichen Festland das große Huhh! in nahezu jedem Kreisklassenspiel zur Aufführung kommt. Und auch die Zeiten, in denen sich die isländische Popkultur ausschließlich auf den Dreiklang Björk, GusGus und Sigur Rós reduzieren lies, sind längst vorbei - Bands wie Of Monsters And Men, FM Belfast oder Pascal Pinon mischen frische Töne zu den bekannten. Und eben auch Soffía Björg. Die Sängerin aus Reykjavík plant für das Frühjahr 2017 die Veröffentlichung ihres Debütalbums, das immerhin von Ben Hillier (Blur, Depeche Mode, Doves, Elbow) produziert hat - mit "I Lie" und "The Road" gibt es davon zwei wunderbare Vorabtracks zu hören, zu letzterem seit einigen Tagen auch ein Video. Das und nicht mehr wollten wir nur erwähnt haben, soll sich danach keiner beschweren, warum sich wieder ein paar mehr Menschen als üblich in den Flieger setzen.



Samstag, 3. Dezember 2016

MUNA: Neue Buchstaben

Über den erfrischenden Synthpop des Trios MUNA aus Los Angeles hatte man sich im Frühjahr schon anlässlich ihrer "Loudspeaker EP" freuen dürfen - die drei Damen gaben auch optisch Gesprächsstoff ab und sorgten so für doppeltes Aufsehen. Das dürfte sich nun wiederholen, denn gerade ist die erste Single ihres kommenden Debütalbums "About U" (VÖ 03.02.) erschienen und "I Know A Place" ist die konsequente Fortführung dessen, was sie mit ihren ersten Stücken angekündigt hatten. Wer diese Art von Musik bisher mit den Buchstaben H, A, I und M verband, kann hier dazulernen.

Grandaddy: Elektrische Melancholie

Fast ist man versucht, dem Post ein "Hach!" voranzustellen, denn Lieder von Jason Lytle haben ein nicht zu unterschätzendes Sehnsuchtspotential. Die Meldung, daß sein Projekt Grandaddy nach elf Jahren die Veröffentlichung eines neuen Albums plant, hat uns aber schon vor einigen Wochen verzückt und so dürfen wir heute "nur" einen weiteren neuen Song von eben jenem "Last Place" vorstellen, das dann am 3. März kommenden Jahres (vermutlich blind) gekauft wird. "A Lost Machine" verkörpert dabei genau das, was einen Grandaddy-Song ausmacht - elektrische Melancholie.

Preoccupations: Restart geglückt [Update]

Preoccupations
„Preoccupations“

(Jagjaguwar)

Zwischen den Stühlen saßen sie ja schon vorher, da scheinen sie sich wohlzufühlen: Die Preoccupations waren schon zu Zeiten, da sie noch unter ihrem ursprünglichen Namen Viet Cong spielten, nicht die klassische Post-Punk-Band, mischten sie den düsteren Sound doch gekonnt mit allerlei elektronischen Verzierungen und reichlich Pop- und Wave-Elementen. Hat sie der Identitätswechsel hernach auch unnötig Zeit und sicherlich auch Nerven gekostet, von ihrem Konzept sind sie danach dennoch nicht abgerückt und so präsentieren sich Matt Flegel, Mick Wallace und Kollegen auch auf Album Nummer zwei (ein neuerliches Debüt muss man ihnen ja wohl nicht extra andichten) noch immer sehr wandelbar und überraschend. Der Sound reicht auch hier vom düsteren, unheilvoll grollenden Oldschool-New-Wave eines Fad Gadget („Anxiety“) über die schillernden Synthpopanleihen bei New Order („Memory“) bis hin zu Indie- oder auch Gothrock. Berührungsängste scheinen sie, zumindest musikalisch, keine zu kennen, die Gitarrenriffs schillern mal in erhabener Schönheit, um kurz darauf wieder dirty und rough das Gegenteil zu behaupten, gleiches gilt auch für Flegels Gesang, der von hymnisch bis monton alles darf und kann. Bauhaus bleiben weiterhin, so darf man vermuten, eine ihrer wichtigsten Bezugsgrößen, dennoch wildert die Band wie eh und je angstfrei in fremden Vorgärten – der Restart hat also nicht geschadet, sondern der Hoffnung Nahrung gegeben, daß hier noch einiges zu erwarten ist. http://preoccupationsband.com/

15.11.  Hamburg, Molotow
16.11.  Berlin, Bi Nuu
28.11.  Köln, Luxor

Update: Zur nach wie vor gültigen Rezension gesellt sich nun auch der offizielle Clip des überlangen Herzstücks - "Memory" wurde von Kevan Funk gedreht und kommt als Mischung aus Banddoku und surrealem Kunstfilm daher.



Freitag, 2. Dezember 2016

Run The Jewels: Goldfinger

Und noch eine lang erwartete Vermeldung zum Wochenende: Killer Mike und El-P alias Run The Jewels haben endlich für den 13. Januar "RTJ3", ihr drittes Album, angekündigt - dazu gibt es zu den bislang bekannten Tracks "2001", "Talk To Me" und "Panther Like A Panther (I'm The Shit)" auch noch die nächste Hörprobe "Legend Has It" - zur Gästeliste des Gesamtwerkes zählen im Übrigen Joi Gilliam, Danny Brown, Tunde Adebimpe (TV On The Radio), Boots und Kamasi Washington.

Justice vs. The Rolling Stones: Eine Wagenlänge

Man möchte ja jetzt niemandem zu nahe treten, weder Susan Sarandon noch den Herren Gaspard Augé und Xavier de Rosnay aka. Justice. In dieser Woche haben die beiden ihr Video zur aktuellen Single "Fire" vorgestellt, die durchaus verehrungswürdige Schauspielerin durfte sich darin mit einem chromglänzenden Sportwagen vergnügen - schöne Sache, das. Der Preis für die beste Karre nebst Begleitung geht dann aber doch (tada!) um eine Wagenlänge an die greisen Rolling Stones. Denn diese wiederum haben ja gerade ihr Album "Blue And Lonesome" abgeliefert und wären mit diesem hier gar nicht aufgetaucht, wenn - ja wenn nicht im Clip zu "Ride 'Em On Down" die zauberhafte Kristen Stewart einen blauen Mustang durch die Klischeekulisse kutschieren würde. Und das sieht dann doch alles eine Spur sportlicher aus. Über die Musik dazu darf man natürlich trefflich streiten...



Collapsing Scenery: Ausreißer

Eigentlich ist es traurig - an einem gewöhnlichen Wochentag wie dem heutigen werden in unzähligen Redaktionen und nerdigen Blog-Hinterzimmern Unmengen an ambitionierten Musikstücken in die unendlichen Weiten der Ablage durchgewinkt. Auch wenn so viel Mühe und Hoffnung drinsteckt - sich bei jedem einzelnen für die Nichtbeachtung zu entschuldigen würde Tage, ja Wochen dauern und da stehen ja auch schon die nächsten Kandidaten ungeduldig vor der Tür... Schön also, wenn sich zwischendrin mal ein Track festhakt und querstellt. Wie "The Cat Looks At The King" von Collapsing Scenery aus New York City. Don De Vore und Reggie Debris arbeiten unter diesem Namen seit 2013 zusammen und verschrauben recht gekonnt wummernden Electroclash mit gerapptem Textwerk. Und die beiden älteren Stücke "Deep State" und "Metaphysical Cops" gibt es hier ebenfalls zum Nachhören.

Der Ringer: Weiche Ware

Nun geht es also wieder alleine los. Und zwar nicht irgendwie, sondern gleich mit der vollen Packung: Noch sind Der Ringer aus Hamburg ja mit Isolation Berlin in Sachen Split-EP "Ich gehör nur mir allein" unterwegs, jetzt haben sie ihr Debütalbum angekündigt. "Soft Kill" heißt der lang erwartete Erstling und soll am 27. Januar bei Staatsakt erscheinen. Dazu passend erleben die Jungs im Video zur Vorabsingle "Orbit" auch gleich ihre Space Oddity, ob die nachfolgende Tour ebenso abgefahren ist, wird sich bald zeigen.

08.12.  Hamburg, Festival Für Junge Menschen
15.12.  Hamburg, Übel und Gefährlich (w/ Isolation Berlin)
16.12.  München, M94.5 Fest im Feierwerk
17.12.  Berlin, Columbia Theater (w/ Isolation Berlin)
18.12.  Köln, Gebäude 9 (Cologne Act)
15.02.  Hamburg, Hafenklang (Goldener Salon)
16.02.  Mainz, Schon Schön
17.02.  Stuttgart, 1210
18.02.  München, Orangehouse
19.02.  Wien, RHIZ
21.02.  Düsseldorf, FFT
22.02.  Leipzig, NAUMANNs
24.02.  Berlin, ACUD

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Schnipo Schranke: Hinter dem Fleischgebirge

Als wir vor gut einem Jahr noch die geschändete Tamponade mit großem Bahnhof ins Abflussrohr verabschiedet haben, da war die Freude groß über eine Band wie Schnipo Schranke - Daniela Reis und Fritzi Ernst kümmerten sich herzlich wenig um die gängigen Schamgrenzen, nahmen die Liebe mit Haut und Haar beim Wort und besangen so ihr wunderbar ehrliches, lüsternes und humoriges Debütalbum "Satt". Buback Tonträger vermeldet heute den Nachfolger namens "Rare", der am 27. Januar erscheinen soll und teilt dazu das hübsche GIF-Video zur ersten Single "Murmelbahn". Im März gehen die Damen mit den zwölf neuen Stücken auf Tour - schon das Fleischgebirge auf dem Cover läßt vermuten, daß uns Großes erwarten dürfte.

08.03.  Oberhausen, Druckluft
09.03.  Köln, Gebäude 9
10.03.  Frankfurt, Zoom
11.03.  Stuttgart, Im Wizemann
13.03.  München, Feierwerk
14.03.  Erlangen, E-Werk
15.03.  Leipzig, Conne Island
16.03.  Dresden, Beatpol
17.03.  Berlin, SO36
18.03.  Hamburg, Uebel und Gefährlich

Mittwoch, 30. November 2016

Dead Naked Hippies: Kein Zufall

Okay, über den Namen kann man sich schon streiten - Dead Naked Hippies kommt in der Tat ein wenig wie das Ergebnis eines Zufallsgenerators daher, wenn es cool und punky klingen soll. Der Argwohn gilt aber wirklich nur für den Namen selbst, denn das Trio aus Leeds kann sich ja durchaus hören lassen. Die Debütsingle "Lights Out" wird am 3. Dezember offiziell erscheinen, produziert hat ihn Matt Peel (Eagulls, Pulled Apart By Horses, Autobahn) und die Stimme von Lucy Jowett darf sich gern noch ein wenig öfter austoben.

Charlotte Cardin: Für große Jungs [Update]

Die letzte Nachricht von der bezaubernden Frankokanadierin Charlotte Cardin durfte man hier zu Zeiten der Europameisterschaft lesen, es war die Rede von den beiden Stücken "Faufile" und "Les Èchardes". Nun, wie es weiter ging, ist bekannt, Herr Griezmann wurde sehr traurig und seine Landsleute ebenso und gerade heute sind es alle vernünftigen Menschen, die ein Herz (für dieses Land) haben. Das nun an diesem Tag auch endlich Cardins komplette EP "Big Boy" erscheint, war so sicher nicht geplant, dennoch nutzen wir die Gelegenheit, einen weiteren Song davon vorzustellen, hier also "Dirty Dirty".

Update: Und da kommt dann auch noch der Videoclip zum Song daher, gedreht von Sebastien Dugay in Montreal.



The Smiths: Kein und aber

Bevor jetzt gleich wieder das große Geschrei losbricht - nein, The Smiths werden nicht wieder in den Ring steigen, von Reunion keine Rede, aber wenigstens das: Die Haus- und Hof-Website von Morrissey True To You vermeldet gerade, daß es eine außerplanmäßige Single der Indie-Ikonen geben wird, auf welcher sich jeweils eine alternative Version von "The Boy With The Thorn In His Side" und "Rubber Ring" befinden soll. Das Cover dazu hat Morrissey selbst ausgekuckt, es zeigt den Schaupsieler Albert Finney (Mord im Orient-Express, Miller's Crossing, Erin Brokowich), einen VÖ-Termin gibt es bislang noch nicht.

Montag, 28. November 2016

Laura Marling: Für immer

Das ist natürlich Zufall, daß gerade jetzt die neue Single von Laura Marling erscheint, da Kate Bush wieder auf dem Bildschirm erschienen ist. "Soothing", das bewußte Stück, klingt schon verdammt nach den Großwerken der Londonerin, mit regionalen Parallelen (Marling stammt aus Eversley in der Grafschaft Hampshire) ist das aber sicher nicht zu begründen. Vielmehr kündigt die Folksängerin damit ihre neue Platte "Semper Femina" an, die auf "Short Movie" aus dem Jahr 2015 folgt - das Album soll am 10. März via More Alarming Records erscheinen, das kunstvolle Video zur Single hat Marling im Übrigen selbst verantwortet.

The XX: Kein Beamtenmikado [Update]


So langsam füllt sich die Liste, Zeit also, einen ersten Post zu setzen: The XX, also Romy Madley Croft, Jamie Smith und Oliver Sim haben sich wohl entschieden, mit ihrem dritten Album bald Ernst zu machen und so vagabundieren seit einigen Tagen geheimnisvolle Snippets durch's Weltweitnetz. Der Nachfolger des famosen "Coexist" soll mit "I See You" auch schon einen Namen haben und ganze zwölf Stücke beinhalten - das obige Bild stammt allerdings nicht aus der aktuellen #MannequinChallenge (zu deutsch: Beamtenmikado) der Band, sondern einfach aus dem Proberaum.

Update: Nun sehen wir klarer. Der Titel stimmt, das Cover steht (s.o.) und auch die erste Single "On Hold" (mit einem Sample von Hall And Oates) gibt es bereits im Stream als Video. Der Silberling erscheint am 13. Januar abermals bei Young Turks, produziert haben Jamie Smith selbst und Rodaidh McDonald. Ach ja - eine Tour gibt's im nächsten Jahr natürlich auch. In ganz groß.

12.02.  Hamburg, Sporthalle
18.02.  Basel, St. Jacobshalle
23.02.  Wien, Marx Halle
24.02.  München, Zenith
25.02.  Berlin, Arena
26.02.  Frankfurt, Jahrhunderthalle
28.02.  Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall

Donnerstag, 24. November 2016

Friedrich Liechtenstein: Groovy

Friedrich Liechtenstein
Milla, München, 23. November 2016

So, und jetzt versuchen wir mal, uns den gestrigen Abend mit einem Dreiundzwanzigjährigen vorzustellen. Klappt nicht? Eben. Es gibt Dinge – und das ist ein gewisser Trost in Zeiten vielfach bejammerten Jugendwahns – die funktionieren erst ab einem gewissen Alter, mit Patina, Angstfreiheit und lebenserfahrener Coolness. Das meint nicht den albernen Milka-Opa-Klamauk aus den 90ern und bedeutet auch nicht, daß jede und jeder Frührentner per se ein humoriger Alleinunterhalter ist. Eine Vita wie die von Friedrich Liechtenstein und der Wohnort Berlin können dabei natürlich sehr hilfreich sein und plötzlich ist dann die vollmundige Ankündigung des großen Performers und Künstlers durch  J.J. Jones, wie man sie sonst nur bei Stars James Brown oder Aretha Franklin zu hören bekommt, gar nicht mehr so vermessen. Unbekannt ist der charmanteste deutsche Soulman ja beileibe nicht mehr, selbst Menschen, die private TV-Kanäle wie Pro Sieben und Tele 5 bevorzugen, kamen in den vergangenen Jahren nur schwer an ihm vorbei.



Mit Goldbrille, glitzerndem Nagellack und Einstecktuch präsentierte sich also der mondäne Hipster-Liebling samt Mitmusikern Arnold Kasar und Sebastian Borkowski in der ausverkauften Münchner Milla dem staunenden Landbewohner. Warum sich der Veranstalter für eine Bestuhlung des Gewölbes entschied, will einem nicht so recht eingehen, denn so gebrechlich sah der Anhang des Entertainers gar nicht aus, zudem war der Hauptteil seines Programms auf Bewegung, sprich Tanz ausgelegt – da sind Sitzmöbel bekanntermaßen so unnütz wie hinderlich. Der Stimmung auf und vor der Bühne tat das dennoch keinen Abbruch, Liechtenstein erwies sich einmal mehr als launiger Großmeister schwofigen Wohlgefühls, er plauderte sich maximal entspannt durch die Songs seiner letzten beiden Werke „Bad Gastein“ und „Schönes Boot aus Klang“, gab dem „Delphinmann“ seine rauchige Stimme, nahm die Zuhörer an die Hand zum FKK-Camping, „Pan-Am“-Boarding und nach Boizenburg an der Elbe.

Was sich als Buchstabenkette ziemlich unspektakulär ausnimmt, gewinnt mit Liechtensteins Performance vor Ort mühelos alle Sympathien. Der Groove ist sein Freund, soviel ist klar. Sparsame Bewegungen, Gefühl für das richtige Timing, ein wenig Vogelgezwitscher hier und vielsagendes Raunen da – mehr braucht es nicht, um den Abend mitsamt Publikum in die Tasche zu stecken. Nur ein Beispiel: Aus einem Kaiserschnitt eine Pointe ohne zotigen Unterton zu basteln, gelingt tatsächlich nur ganz wenigen, Liechtenstein behauptet forsch, er sei nicht zur Welt, sondern diese zu ihm gekommen und fortan habe er sich entschlossen, Probleme mit deutlich mehr Gelassenheit zu begegnen – oh yeah, come on, relax and dance to the beat! Haben dann auch alle gemacht und wer partu sitzen musste, hat wenigstens mitgewippt. Wenn irgendeine Partei auf die verrückte Idee käme, diesen Mann im besten Alter zum Bundespräsidenten aufzustellen, würde Liechtenstein vermutlich rundweg ablehnen – nicht cool genug. Für Land und Leuten allerdings wäre es ein Segen.


Mittwoch, 23. November 2016

Sløtface: Anders gut [Update]

Nach Viet Cong (in Preoccupations) mußten vor einiger Zeit ja auch die norwegischen Slutface ihren Bandnamen ein wenig korrigieren, er wurde in den Netzwerken und Suchmaschinen schlicht zu oft blockiert und das Quartett schaffte es so nur mühevoll auf den öffentlichen Radar. Nun also: Sløtface. Und damit sich die Sache auch lohnt, folgt der letzten Single "Kill 'Em With Kindness" der Hinweis auf die neue EP "Empire Records", die am 18. November bei Propeller Records erscheinen soll. Verbunden mit dem Stream des Vorabtracks "Bright Lights" via Soundcloud.

08.10.  Berlin, Rosis 
14.01.  Köln, Cardinal Sessions Festival

Update: So, und hier ist mit "Empire Records" nun auch der Titeltrack der EP im Stream und dazu noch das aktuelle Video zum Song "Bright Lights".



W. H. Lung: Aller Anfang

Okay, eine Band nach einer Supermarktkette zu benennen ist jetzt vielleicht nicht gerade der ganz große Rock'n Roll, aber was soll's, entscheidend ist ja, wie's klingt. Und da haben W. H. Lung aus Manchester mit ihrer Debütsingle "Inspiration" keinen schlechten Einstieg gewählt - schiefer Indierock auf knapp acht Minuten Spieldauer, das geht ja gut los. Das Trio verfügt dazu über ganze drei Presseshots, von denen das obige noch das Aussagekräftigste ist, aber auch darüber schauen wir mal hinweg. Kann ja alles noch kommen.

Printworks: Zum Totentanz in der Brache

Gefängnisse zu Hotels, Kirchen zu Restaurants, Schwimmbäder zu Konzertsälen, von sogenannten PopUp-Stores ganz zu schweigen - Gebäude zweckzuentfremden ist heutzutage keine Seltenheit mehr und manchmal ja auch gar keine schlechte Idee, um die Bausubstanz zu erhalten oder neues Publikum zu locken. Das haben sich wahrscheinlich auch die Macher von Printworks gedacht. Gerade haben findige StartUpler im Südlondonder Quartier Canada Water gemeldet, die ehemalige Zeitungs-Druckerei von Evening Standard, Metro und Daily Mail von einer Industriebrache zu einer Musik-Location mit einem Fassungsvermögen von bis zu 5.000 Gästen umzubauen - schon am 1. Dezember ist die erste Veranstaltung geplant. Einzig die Überschrift, unter der man diese News bei DIY findet, geht etwas in die Irre: "Print isn't dead" muß eigentlich genau das gegenteil heißen, denn an diesem Ort ist der Druck mit Sicherheit mausetot.

Dienstag, 22. November 2016

Childcare: Von den Kleinsten empfohlen

Okay, die Geschichte mit dem Kindermännchen (so sagt man doch zu einer 'male nannie'?) ist wirklich ganz putzig, daß also Ed Cares, Sänger der Londoner Gitarrenkapelle Childcare, quasi von Katie (6) und Josh (8), zweien seiner schutzbefohlenen Quälgeister, dazu überredet worden ist, endlich eine Band zu gründen. Weil er fast so gut sei wie Katy Perry. Hat er dann auch gemacht - gemeinsam mit Bassistin Emma Topolski, Gitarrist Rich Legate und Glyn Daniels an den Drums wurde vor einem Jahr die Debütsingle "Omega Grey" aufgenommen und nun, Ende November, kommt via Lost in Manor Records das neue Stück "Film Club". Bis zur nächsten Lieferung darf's dann aber ruhig etwas schneller gehen ...

Peter Doherty: Einer geht noch

Er bleibt ein Großer, auch allein: Pete oder neuerdings Peter Doherty wird ja bekanntlich am 2. Dezember sein zweites Soloalbum "Hamburg Demonstrations" veröffentlichen, drei Stücke davon waren hier mit "I Don't Love Anyone...", "The Whole World Is Our Playground" und "Flags Of The Old Regime" schon zu hören, nun kommt mit "Kolly Kibber" der Eröffnungstrack dazu. Konzerttermine für die Hansestadt sind übrigens noch nicht bekannt - vielleicht wird ja gerade die Elbphilharmonie auf Tauglichkeit geprüft...