Man darf davon ausgehen, dass das trotzdem eine Menge Arbeit gemacht hat: Der Song "As A Bell" von Ofelia K., Songwriterin aus Los Angeles, klingt so zart und hingetupft, wie es nur der Sommer schaffen kann - klug abgemischter Pop, den man so schon von ihrem letzten Achtungszeichen "White T-Shirt" kannte. Bald soll den Stücken eine EP folgen, vielleicht gelingt es dem Mädchen ja, etwas von der beschwingten Stimmung in die kälteren Tage zu retten.
Mittwoch, 15. Juli 2015
Dienstag, 14. Juli 2015
Sfir: Am Ende das Chaos
16.07. Berlin, Monarch
07.08. Berlin, Tiefgrund
MIYNT: Klare Sache
Über das Herkunftsland für diesen Sound muss man nicht lange herumrätseln - düster dronige Synthieklänge zu weichem Timbre kommen standesgemäß aus Schweden, so auch hier: MIYNT ist eine junge Dame aus Stockholm, die vor einiger Zeit mit ihrem Cover des Britney-Spears-Smashers "Hit Me Baby One More Time" bekannt geworden ist. Mitte August folgt nun eine neue 7", die neben dem Song "Nick Drake" auch das betörende "Civil War" enthält - ach ja, nebenbei noch ein paar Grüße an Lana Del Rey...
Protomartyr: Agent Provocateur
Detroit ist also mal wieder an der Reihe und wer könnte da besser passen als die Post-Punk-Formation Protomartyr. Im Frühjahr 2014 mit "Under Color Of Official Right" mehr als einen Achtungserfolg gelandet, haben die Jungs nun ihre dritte Platte angekündigt - "The Agent Intellect" soll Anfang Oktober bei Hardly Art erscheinen, "Why Does It Shake" ist die erste Single und nach Deutschland wird es die Band auch bald verschlagen.
10.11. Wiesbaden, Schlachthof
11.11. Hamburg, Hafenklang
14.11. Berlin, Berghain Katine
16.11. Köln, MTC
10.11. Wiesbaden, Schlachthof
11.11. Hamburg, Hafenklang
14.11. Berlin, Berghain Katine
16.11. Köln, MTC
Corrina Repp: Allein unterwegs
Wenn das der Preis war, dann war er nicht zu hoch: Wie die SPEX berichtet, hatte sich Corrina Repp, Sängerin der 2012 aufgelösten nordamerikanischen Band Tu Fawning, nach dem Splitt eigentlich eine längere Musikpause verordnet - von der sie glücklicherweise schnell wieder Abstand genommen hat. Es folgte also im Mai die Veröffentlichung ihres bislang fünften Soloalbums "The Pattern Of Electricity", mit diesem geht sie nun auf Tour - von diesem stammt auch das unten stehende Video zu "The Beast Lives In The Same Place"
20.09. Offenbach, Hafen 2
22.09. Wetzlar, Cafe Vinyl
23.09. Düsseldorf, Die Kassette
24.09. Berlin, ACUD
26.09. Hamburg, Reeperbahn Festival/Hasenschaukel
20.09. Offenbach, Hafen 2
22.09. Wetzlar, Cafe Vinyl
23.09. Düsseldorf, Die Kassette
24.09. Berlin, ACUD
26.09. Hamburg, Reeperbahn Festival/Hasenschaukel
Montag, 13. Juli 2015
POSTÅAL: Gegenüberstellung
Was sich akustisch, zumindest am Anfang, wie Moby ausnimmt, kommt optisch mit deutlich härteren Bildern daher und geht somit eher in Richtung Justice: POSTÅAL sind ein Elektronik-Duo, das dem Vernehmen nach aus zwei Cousins besteht, von denen der eine von der englischen Südküste und der andere vom Nordzipfel der Bretagne stanmt - quasi von gegenüber also. Mittlerweile machen sie zusammen in Paris Musik, den Clip zur Single "Freedom" drehte Charlotte Cassart.
Sonntag, 12. Juli 2015
Holy Holy: Stürmischer Konjunktiv
Die beiden Jungs waren hier schon zu Gast und nun schicken sie sich an, Größeres zu stemmen: Nach der "Pacific EP" planen die Australier von Holy Holy im Oktober die Veröffentlichung ihres Debüts "When The Storms Would Come" und ähnlich wie die früheren Stücke kommt auch die erste Auskopplung "Sentimental And Monday" sehr gefühlig und episch daher - klingt trotzdem gut.
Freitag, 10. Juli 2015
Maximum Balloon: Klingt nach mehr
So - passt: Wochenende, endgültig. Mit dem Track geht nix mehr schief, da dürfen die Temperaturen über 40 steigen, macht nichts. Maximum Balloon, das Soloprojekt von und mit David Sitek, hat wieder (also seit 2010 und dem gleichnamigen Debüt) von sich hören lassen. "Let It Grow" hat zwar noch keinen verbürgten Familienanschluß, es fehlt also ein Album dazu, dafür singen Karen O von den Yeah Yeah Yeahs und Tunde Adebimpe (TV On The Radio) mit - klasse!
AUTOBAHN: Zwischenstopps
Bevor das Debütalbum von AUTOBAHN aus Leeds endlich erscheint, haben die Jungs die Terminkalender gewälzt und ein paar Tourtermine festgesteckt (vorerst leider nur England), zum Trost gibt's aber wenigstens nach "Immaterial Man" noch einen weiteren Vorgeschmack vom Album - "Society" ist natürlich wieder sehr dunkel gehalten und lärmt recht schön.
Shopping: Gute Fragen
Zwei Minuten, acht Sekunden - und das Wochenende kann gar nicht so schlimm werden: Die Londoner Postpunks von Shopping haben ein neues Album fertig - der Nachfolger von "Consumer Complaints" aus dem Jahr 2013 soll "Why Choose" heißen und Anfang Oktober bei Fat Cat Records erscheinen. Hier deshalb schon mal die sehr feine erste Single "Why Wait?".
Gurr: Gemeinsame Abneigung
Ist Neukölln das nächste, heiße Ding? Hatten wir doch gestern erst, als die Platte von DIÄT vorbeigeschaut hat. Nun sind also die Mädels dran - namentlich Andreya Casablanca, Laura
Lee und Jil März, seit 2012 unter dem Namen Gurr unterwegs und gerade mit neuer Single "I Don't Like You" samt Video am Start. Die EP zum Lied gibt's schon ein paar Wochen länger, nennt sich "Furry Dream", enthält sechs Titel und ist bei Duchess Box Records erschienen.
15.08. Kassel, Spästival
22.08. Köln, tba
27.08. Nürnberg, K4
28.08. Vienna, tba
29.08. Graz, SUB Sommerfest
30.08. Graz, Culture Exchange
01.09. Salzburg, Denkmal w/ Robotra + Stuhl
08.09. Kreuzlingen at Horst Klub w/ Dead Ghosts
09.09. Stuttgart, JuHa West
10.09. Berlin, White Trash
11.09. Leipzig, Conne Island
12.09. Potsdam, Hauswagenfestival
13.09. Hamburg, Frau Hedi
15.08. Kassel, Spästival
22.08. Köln, tba
27.08. Nürnberg, K4
28.08. Vienna, tba
29.08. Graz, SUB Sommerfest
30.08. Graz, Culture Exchange
01.09. Salzburg, Denkmal w/ Robotra + Stuhl
08.09. Kreuzlingen at Horst Klub w/ Dead Ghosts
09.09. Stuttgart, JuHa West
10.09. Berlin, White Trash
11.09. Leipzig, Conne Island
12.09. Potsdam, Hauswagenfestival
13.09. Hamburg, Frau Hedi
Formation: Egal, aber gut
Elektropunk ist schnell geschrieben, The Prodigy soll welcher gewesen sein, auch LCD Soundsystem, die Sleaford Mods sind's sowieso - aber Formation? Das Brüderpaar Will und Matt Ritson aus Londons Süden fabriziert eher sehr tanzbare Synthieklänge, klingt natürlich sehr britisch, ist aber softer als zum Beispiel das komplette erste Album der Foals. Und trotzdem gut - vor einiger Zeit kam mit "Hangin" ein neuer Track in Umlauf, ein paar existieren schon - wann das sich das alles zu einem Longplayer versammelt, ist bislang noch nicht bekannt. Der abschließende Clip stammt im Übrigen aus dem Dezember des vergangenen Jahres - "Young Ones" sein Name.
Donnerstag, 9. Juli 2015
¡Son Turistas! : Besser um die Ecke
¡Son Turistas!
„s/t“
(Gzygusk)
Die Frage, ob das zu nerdig rüberkommt – nun ja, man kann sie stellen. Angriffsflächen, Anhaltspunkte gibt es genug. Angefangen damit, dass die Hamburger Kapelle ihre Platte ausschließlich digital veröffentlicht. Der Sänger heißt dann auch tatsächlich Henrik Demcker Ankerstjerne Schimkus, wofür er nichts kann und was, je öfter man es versucht auszusprechen, auch einen ganz charmanten Klang bekommt. Das Badetuchcover, die vorwitzigen Ausrufezeichen im Bandnamen – es fehlt nicht an kautziger Eigenwilligkeit. Was beim Sound der Jungs aus der Hansestadt ganz sicher von Vorteil ist. Denn der pendelt, sucht man seine Vorbilder in der näheren Umgebung, zwischen dem luftigen Elektrofunk der leider zu früh verblichenen Berliner Formation The Whitest Boy Alive, dem Gitarrenpop von Slut und den Weilheimer Edelfricklern von The Notwist. Kurz: Klug verbastelte Indiemucke, melodisch, melancholisch, vielseitig. Locker federnde Klänge wie im Eingangsstück „The Consequence“ oder bei „A Closet That’s Empty“ stehen neben den zackigen Franz-Ferdinand-Riffs beim flotten „Dry Run“ und dunkel dräuenden Tönen von „The Unnatural Shapes“. Das Meisterstück gelingt ihnen allerdings mit der Single „Backs“ (übrigens auch im feinen Phoooala-Remix zu haben), da pochen die Drums, schmeicheln die Saiten, dass es einem gleich ganz warm und schwer ums Herz wird – ein nahezu perfekter, ein großartiger Song. Zehn davon wären die Nummer Sicher gewesen, sie aber bleiben lieber unberechenbar, probieren hier, experimentieren da und wollen auf das Verzwickte nicht verzichten. So hüpft „The Bitters“ nervös und seltsam unentschieden durch die Kulisse und bekommt das gutgelaunte Midtempo von „The Envelope“ kurzerhand noch ein paar quietschende, lärmende Takte angehängt, so enttäuscht man schnell mal ein paar wohlfeile Erwartungen, um die Spannung zu halten. Nicht die schlechteste Idee für jemanden, der im Gespräch bleiben will, man wünscht ihnen wirklich, gerade wegen dieser Eigenheiten, den verdienten Erfolg – an ödem Mittelmaß herrscht hierzulande bekanntlich keinerlei Mangel …
25.07. Hamburg, Pooca
„s/t“
(Gzygusk)
Die Frage, ob das zu nerdig rüberkommt – nun ja, man kann sie stellen. Angriffsflächen, Anhaltspunkte gibt es genug. Angefangen damit, dass die Hamburger Kapelle ihre Platte ausschließlich digital veröffentlicht. Der Sänger heißt dann auch tatsächlich Henrik Demcker Ankerstjerne Schimkus, wofür er nichts kann und was, je öfter man es versucht auszusprechen, auch einen ganz charmanten Klang bekommt. Das Badetuchcover, die vorwitzigen Ausrufezeichen im Bandnamen – es fehlt nicht an kautziger Eigenwilligkeit. Was beim Sound der Jungs aus der Hansestadt ganz sicher von Vorteil ist. Denn der pendelt, sucht man seine Vorbilder in der näheren Umgebung, zwischen dem luftigen Elektrofunk der leider zu früh verblichenen Berliner Formation The Whitest Boy Alive, dem Gitarrenpop von Slut und den Weilheimer Edelfricklern von The Notwist. Kurz: Klug verbastelte Indiemucke, melodisch, melancholisch, vielseitig. Locker federnde Klänge wie im Eingangsstück „The Consequence“ oder bei „A Closet That’s Empty“ stehen neben den zackigen Franz-Ferdinand-Riffs beim flotten „Dry Run“ und dunkel dräuenden Tönen von „The Unnatural Shapes“. Das Meisterstück gelingt ihnen allerdings mit der Single „Backs“ (übrigens auch im feinen Phoooala-Remix zu haben), da pochen die Drums, schmeicheln die Saiten, dass es einem gleich ganz warm und schwer ums Herz wird – ein nahezu perfekter, ein großartiger Song. Zehn davon wären die Nummer Sicher gewesen, sie aber bleiben lieber unberechenbar, probieren hier, experimentieren da und wollen auf das Verzwickte nicht verzichten. So hüpft „The Bitters“ nervös und seltsam unentschieden durch die Kulisse und bekommt das gutgelaunte Midtempo von „The Envelope“ kurzerhand noch ein paar quietschende, lärmende Takte angehängt, so enttäuscht man schnell mal ein paar wohlfeile Erwartungen, um die Spannung zu halten. Nicht die schlechteste Idee für jemanden, der im Gespräch bleiben will, man wünscht ihnen wirklich, gerade wegen dieser Eigenheiten, den verdienten Erfolg – an ödem Mittelmaß herrscht hierzulande bekanntlich keinerlei Mangel …
25.07. Hamburg, Pooca
Nicolas Godin: Ride with the devil
Natürlich waren es eher Titel und Storyboard, die den Clip hierher gebracht haben, andererseits ist Nicolas Godin nicht irgendwer, sondern die eine Hälfte des französichen Electroduos Air und ebendieser wird am 18. September sein Solodebüt "Contrepoint" veröffentlichen. Darauf zu finden auch der Song "Widerstehe doch der Sünde", textlich unterstützt von Thomas Mars (Phoenix) und seit kurzem mit einem Video versehen, in dem sich hübsch hässliche Zombies beim Surfen haben filmen lassen - incredible! Gedreht haben übrigens die Damen und Herren von The Sacred Egg, die auch schon für Band Of Skulls, Lily Allen und Breach hinter der Kamera standen.
DIÄT: Börlin calling
Grundsätzlich ist es natürlich nicht okay, wenn man auf eine Band aus Berlin erst bei einem Portal wie Stereogum aufmerksam wird - andererseits: Die Jungs von DIÄT wird die PR sicher freuen und eine gewisse Internationalität kann man ihnen schon jetzt nicht absprechen, schließlich erscheint ihr Debütalbum "Positive Energy" bei Iron Lung Records aus Seattle. Und wenn die spärlichen Infos stimmen, gehören ohnehin zwei Australier zur Besetzung der Neuköllner Postpunk-Kapelle. Nun, sie selbst sprechen ja eher von "tough New Wave", das LP-Cover kommt in passend billiger Punk-Ästhetik daher - am Ende kann sich jeder selbst ein Bild machen. Die acht Stücke des Albums jedenfalls gehen Anfang September in den Handel - "Toonie" kann man hier schon mal vorhören.
26.08. Berlin, Tiefgrund/Records Release Party
26.08. Berlin, Tiefgrund/Records Release Party
Mittwoch, 8. Juli 2015
Rocky Nti: Der bessere Kele?
Es soll ja nicht wenige geben, die sich ob der letzten Verlautbarungen aus dem Studio verdutzt und ratlos gefragt haben, ob das noch die Bloc Party sind, die sie mögen wollen würden. Nun, Genaues wird man erst wissen, wenn denn das neue Album rauskommt - bis dahin darf sich der geneigte Hörer gern mal mit einem jungen Mann namens Rocky Nti und seinem Song "Ride On" beschäftigen. Der Londoner hat schon mit Katie Melua und Ghostpoet musiziert und arbeitet gerade unter Hochdruck zusammen mit dem Produzententeam The Suppliers am Debütalbum. Der Einstieg ist ihm jedenfalls schon mal ganz ordentlich gelungen.
Little Boots: Die besten Jahre
Little Boots
„Working Girl“
(Rycodisc)
Irgendwann muss es passiert sein. Da hat Madonna jahraus, jahrein den Tanzboden dominiert und mit jedem neuen Album den Trend gesetzt, die Messlatte wieder ein Stück weit höher gelegt – sie war im Gespräch. Und: Music was the cause. Doch mit oder nach “Hard Candy” ging role-model-mäßig nicht mehr viel zusammen, das Rebellentum der letzten Jahre wirkte schal bis antiquiert, von sich reden machte das einstige Girlie-Idol nur noch, wenn sie sich zu abenteuerlichen politischen Kommentaren verstieg, eine Treppenstufe übersah oder einem überraschten Jungstar um den Hals fiel. Warum das signifikant, aber nicht weiter tragisch ist? Weil diese (ihre) musikalische Kernkompetenz in Sachen Dancefloor mittlerweile an Damen wie Nicki Minaj, Iggi Azalea, Robyn, FKA twigs und La Roux weitergereicht worden ist. Und eben Little Boots.
Ganz davon abgesehen, dass man mit diesen ewigen Madonna-Vergleichen keiner Künstlerin einen wirklichen Gefallen tut, hat Victoria Christina Hesketh mit ihrer dritten Platte „Working Girl“ mal eben im Vorbeigehen die Tanzplatte dieses Sommers abgeliefert. So lässig und ironisch, wie sie mit dem Artwork der Platte weibliche Business-Stereotypen persifliert, so perfekt mischt sie den Funk und den House mit bunt schillernden Pop zusammen, schraubt noch ein paar smarte Gitarrenhooks dazu und schickt das Ganze in die Clubs – Motto: „Go Make Something happen!” Das zuckt und pulsiert ganz wunderbar, “You are my hero, I was your heroine” zu fetten Beats und hymnischen Synthieloops, selbst dezenten RnB im Stile von Aaliyah ("Taste It") scheut sie nicht.
Das Erstaunliche daran ist, dass alles an diesem Album so selbstverständlich und von leichter Hand gemacht klingt, das Federn und Wippen ist ein unablässiges und die kleinen, feinen Ideen und Verzierungen, die ihren Sound vom Durchschnitt trennen, gehen ihr offensichtlich nicht aus. Dass sie sich damit richtig wohl fühlt, hört man den Songs an, dem Independent sagte Hesketh dazu: “I live, breathe and die pop, so I write these big pop melodies but now I find the weirdest beats to work with or the most out-there producers. I marry both worlds – weird electronic music and really sugar-pop melodies. That’s my favourite marriage – pushing pop to somewhere new. It’s like hardcore pop.“ Gut möglich also, dass die besten Jahre von Little Boots gerade erst beginnen… http://www.littlebootsmusic.co.uk/workinggirl/
„Working Girl“
(Rycodisc)
Irgendwann muss es passiert sein. Da hat Madonna jahraus, jahrein den Tanzboden dominiert und mit jedem neuen Album den Trend gesetzt, die Messlatte wieder ein Stück weit höher gelegt – sie war im Gespräch. Und: Music was the cause. Doch mit oder nach “Hard Candy” ging role-model-mäßig nicht mehr viel zusammen, das Rebellentum der letzten Jahre wirkte schal bis antiquiert, von sich reden machte das einstige Girlie-Idol nur noch, wenn sie sich zu abenteuerlichen politischen Kommentaren verstieg, eine Treppenstufe übersah oder einem überraschten Jungstar um den Hals fiel. Warum das signifikant, aber nicht weiter tragisch ist? Weil diese (ihre) musikalische Kernkompetenz in Sachen Dancefloor mittlerweile an Damen wie Nicki Minaj, Iggi Azalea, Robyn, FKA twigs und La Roux weitergereicht worden ist. Und eben Little Boots.
Ganz davon abgesehen, dass man mit diesen ewigen Madonna-Vergleichen keiner Künstlerin einen wirklichen Gefallen tut, hat Victoria Christina Hesketh mit ihrer dritten Platte „Working Girl“ mal eben im Vorbeigehen die Tanzplatte dieses Sommers abgeliefert. So lässig und ironisch, wie sie mit dem Artwork der Platte weibliche Business-Stereotypen persifliert, so perfekt mischt sie den Funk und den House mit bunt schillernden Pop zusammen, schraubt noch ein paar smarte Gitarrenhooks dazu und schickt das Ganze in die Clubs – Motto: „Go Make Something happen!” Das zuckt und pulsiert ganz wunderbar, “You are my hero, I was your heroine” zu fetten Beats und hymnischen Synthieloops, selbst dezenten RnB im Stile von Aaliyah ("Taste It") scheut sie nicht.
Das Erstaunliche daran ist, dass alles an diesem Album so selbstverständlich und von leichter Hand gemacht klingt, das Federn und Wippen ist ein unablässiges und die kleinen, feinen Ideen und Verzierungen, die ihren Sound vom Durchschnitt trennen, gehen ihr offensichtlich nicht aus. Dass sie sich damit richtig wohl fühlt, hört man den Songs an, dem Independent sagte Hesketh dazu: “I live, breathe and die pop, so I write these big pop melodies but now I find the weirdest beats to work with or the most out-there producers. I marry both worlds – weird electronic music and really sugar-pop melodies. That’s my favourite marriage – pushing pop to somewhere new. It’s like hardcore pop.“ Gut möglich also, dass die besten Jahre von Little Boots gerade erst beginnen… http://www.littlebootsmusic.co.uk/workinggirl/
BOY: Zettelwirtschaft
Da ist er nun also, der erste Song vom neuen Album: Das Duo BOY hatte ja schon vor geraumer Zeit sein zweites Album "We Were Here" via Groenland Records mitsamt Clubtour angekündigt - nun gibt es zum Titelsong ein Lyrics-Video, das entfernt an die Urform des ersten Musikclips von Bob Dylan (und viel später dann an Wir sind Helden) erinnert - Zettelwirtschaft also. Der Song ist Klasse, das auch noch. Wer für die mittlerweile ausverkauften Release-Shows keine Karten ergattern konnte, für den gibt's hier das zweite RoundUp im größeren Rahmen.
29.10. Bremen, Schlachthof
30.10. Düsseldorf, New Fall Festival
31.10. Erlangen, E-Werk
02.11. Wien, Arena
03.11. Graz, PPC
04.11. Linz, Ahoi! Pop Festival/Posthof
05.11. Ulm, Roxy
08.11. Stuttgart, Im Wizemann
09.11. München, Muffathalle
10.11. Bern, Bierhübeli
12.11. Luzern, Schüür
13.11. Basel, Volkshaus
14.11. Zürich, Kaufleuten
15.11. Heidelberg, Halle 02
17.11. Frankfurt, Gibson
18.11. Dortmund, FZW
20.11. Osnabrück, Hyde Park
22.11. Leipzig, Werk 2
23.11. Berlin, Tempodrom
24.11. Hannover, Capitol
25.11. Hamburg, Grosse Freiheit 36
29.10. Bremen, Schlachthof
30.10. Düsseldorf, New Fall Festival
31.10. Erlangen, E-Werk
02.11. Wien, Arena
03.11. Graz, PPC
04.11. Linz, Ahoi! Pop Festival/Posthof
05.11. Ulm, Roxy
08.11. Stuttgart, Im Wizemann
09.11. München, Muffathalle
10.11. Bern, Bierhübeli
12.11. Luzern, Schüür
13.11. Basel, Volkshaus
14.11. Zürich, Kaufleuten
15.11. Heidelberg, Halle 02
17.11. Frankfurt, Gibson
18.11. Dortmund, FZW
20.11. Osnabrück, Hyde Park
22.11. Leipzig, Werk 2
23.11. Berlin, Tempodrom
24.11. Hannover, Capitol
25.11. Hamburg, Grosse Freiheit 36
Maui: Kein Entkommen
London with strange names: Vier Junge Männer aus der britischen Metropole schicken sich an, mit einem feinen Gitarrenbrett den Sommer zu rocken - Maui um Sänger Harry Edwards überschlagen sich für "Kiss Chase" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stück von Lush) in bester Indie-Manier und klingen dazu noch ziemlich lässig. Werden also hoffentlich noch ein paar Stücke mehr im Kasten haben...
Dienstag, 7. Juli 2015
Helen: Gruppendynamisch
Es war fast ein wenig in Vergessenheit geraten, dass Lizz Harris, die Frau hinter dem Moniker Grouper, nebenbei auch noch in der Band Helen eine Anstellung innehat. Nun hat das Trio sein Debütalbum "The Original Faces" via Kranky für Anfang September angekündigt und gleich noch mit "Motorcycle" einen Vorgeschmack darauf vernetzt.
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