Neuen Pop gibt es an diesem Wochenende nicht nur von Rihanna und ihrem gerade mit voller Marketing-Wucht platzierten "ANTI", sondern auch von den vielleicht nicht ganz so weltbekannten, dafür aber um so reizvolleren Londonern Arthur Beatrice. Das Quartett hat ja vor knapp zwei Jahren mit dem feinen Debüt "Working Out" für einen Achtungserfolg gesorgt, nun wollen sie nachlegen und werden deshalb im Mai ihre zweite Platte "Keeping The Peace" veröffentlichen. Produziert hat im Übrigen Paul Epworth - dass die Band von ihrem Popappeal nichts eingebüßt hat, davon kann man sich gleich hier vor Ort anhand ihrer ersten Single "Real Life" überzeugen.
Update: Das Video zur neuen Single stammt von George Belfield, der neben Arthur Beatrice auch schon Kwabs und Richard Hawley bebildert hat.
Mittwoch, 10. Februar 2016
Lust For Youth: Anhaltende Ambitionen
Kein Zweifel, einmal mehr hat das dänische Trio Lust For Youth seiner Liebe für den Synthpop der Achtziger Leine gelassen: Am 18. März soll der Nachfolger von "International", dem letzten Album, erscheinen und von "Compassion", so der Name des Werkes, gibt es mit "Sudden Ambitions" eine erste Auskopplung zu hören - alles natürlich wie gewohnt via Sacred Bones Records.
Dienstag, 9. Februar 2016
Agent Blå: Nie zu jung [Update]
Astreiner schwedischer Indiepop aus dem Umfeld von Westkust und Makthaverskan: Das Quintett Agent Blå aus Götheburg klingt nicht nur erstaunlich frisch, Lucas, Felix, Emelie, Josefine und Arvid sind auch alle gerade mal zwischen 16 und 18 Jahre alt. "Strand", die Debütsingle, in der vergangenen Woche in ihrem Heimatland erschienen, dreht also eine Binsenweistheit ins Gegenteil und zeigt, dass man für gute Musik eigentlich nie zu jung sein kann.
Update: Und natürlich gibt's zur wundervollen A-Seite auch eine ebenso wundervolle B-Seite, "Frustrerad" heißt übersetzt nichts anderes als "Frustrated", klingt aber gar nicht mal so deprimierend, sondern ziemlich geradeaus.
Update: Und natürlich gibt's zur wundervollen A-Seite auch eine ebenso wundervolle B-Seite, "Frustrerad" heißt übersetzt nichts anderes als "Frustrated", klingt aber gar nicht mal so deprimierend, sondern ziemlich geradeaus.
Junior Boys: Großmeister der Täuschung
Junior Boys
„Big Black Coat“
(City Slang)
Das ist in der Tat schon eine witzige Randnotiz: Jeremy Greenspan and Matt Didemus, die beiden Herren hinter dem kanadischen Electropop-Duo Junior Boys, entfernen sich nicht nur Jahr um Jahr von der ursprünglichen Assoziation ihres gemeinsamen Pseudonyms, sie sehen auch so aus, als würden sie eher allnächtlich die Türen der Clubs bewachen, statt drinnen mit ihrer Musik für ausgelassene Unterhaltung zu sorgen. Insbesondere Greenspan mit seinem zerknautschten, mäßig rasierten Gesicht würde man eher dem Facility-Management als dem Stardom eines weltbekannten DJs und Produzenten zuordnen, dabei ist der Mann seit Ende der Neunziger als Soundtüftler eine bekannte Größe und mithin Schöpfer zahlreicher erfolgreicher Singles und Alben. Und genau wie diese ist auch die aktuelle Platte wieder prall gefüllt mit allerfeinster Tanzmusik. Wer möchte, darf hier gern den Begriff LoFi ins Spiel bringen, denn wenn dieser bedeutet, dass ganz bewusst auf ablenkendes Beiwerk zugunsten punktgenau gesetzter Töne verzichtet wird, dann sind die Junior Boys noch immer ganz dicke drin im Reduktionsbusiness.
Begleitet von Greenspans butterweichem Leadgesang pulsiert auf „Big Black Coat“ wieder alles in feinster Perfektion. Jedes Klackern, Ticken und Pumpen wirkt einerseits mit mathematischer Kühle platziert, in der Gesamtheit können die Melodien dann aber doch eine wohlige, sphärische und energiegeladene Wärme verbreiten, die für gutes Nightclubbing von Nöten sind. Dass dabei häufiger die gute, alte Italo-Disco beliehen wird, ist ganz sicher kein Schaden, zudem findet man in den elf Stücken des Albums ebensoviele RnB- und Soulkomponenten – intelligenter kann Dance-Musik heutzutage kaum klingen. Besonders viel Spaß bringt neben den beiden Vorauskopplungen „Over It“ und „Big Black Coat“ in Überlänge natürlich das famose Cover „What You Won’t Do For Love” von Bobby Caldwell, einem der Überraschungshits weißer Soulgeschichte, die Junior Boys beschränken sich hier nicht auf bloßes Sampling, sondern interpretieren komplett neu und mit gewohnt sicherem Gespür für den begehrten Platz unter der Glitzerkugel.
18.02. Zürich, Papiersaal
20.02. München, Kammerspiele
21.02. Wien, B72
24.02. Hamburg, Uebel und Gefährlich
25.02. Berlin, Berghain
03.03. Köln, Gewölbe
„Big Black Coat“
(City Slang)
Das ist in der Tat schon eine witzige Randnotiz: Jeremy Greenspan and Matt Didemus, die beiden Herren hinter dem kanadischen Electropop-Duo Junior Boys, entfernen sich nicht nur Jahr um Jahr von der ursprünglichen Assoziation ihres gemeinsamen Pseudonyms, sie sehen auch so aus, als würden sie eher allnächtlich die Türen der Clubs bewachen, statt drinnen mit ihrer Musik für ausgelassene Unterhaltung zu sorgen. Insbesondere Greenspan mit seinem zerknautschten, mäßig rasierten Gesicht würde man eher dem Facility-Management als dem Stardom eines weltbekannten DJs und Produzenten zuordnen, dabei ist der Mann seit Ende der Neunziger als Soundtüftler eine bekannte Größe und mithin Schöpfer zahlreicher erfolgreicher Singles und Alben. Und genau wie diese ist auch die aktuelle Platte wieder prall gefüllt mit allerfeinster Tanzmusik. Wer möchte, darf hier gern den Begriff LoFi ins Spiel bringen, denn wenn dieser bedeutet, dass ganz bewusst auf ablenkendes Beiwerk zugunsten punktgenau gesetzter Töne verzichtet wird, dann sind die Junior Boys noch immer ganz dicke drin im Reduktionsbusiness.
Begleitet von Greenspans butterweichem Leadgesang pulsiert auf „Big Black Coat“ wieder alles in feinster Perfektion. Jedes Klackern, Ticken und Pumpen wirkt einerseits mit mathematischer Kühle platziert, in der Gesamtheit können die Melodien dann aber doch eine wohlige, sphärische und energiegeladene Wärme verbreiten, die für gutes Nightclubbing von Nöten sind. Dass dabei häufiger die gute, alte Italo-Disco beliehen wird, ist ganz sicher kein Schaden, zudem findet man in den elf Stücken des Albums ebensoviele RnB- und Soulkomponenten – intelligenter kann Dance-Musik heutzutage kaum klingen. Besonders viel Spaß bringt neben den beiden Vorauskopplungen „Over It“ und „Big Black Coat“ in Überlänge natürlich das famose Cover „What You Won’t Do For Love” von Bobby Caldwell, einem der Überraschungshits weißer Soulgeschichte, die Junior Boys beschränken sich hier nicht auf bloßes Sampling, sondern interpretieren komplett neu und mit gewohnt sicherem Gespür für den begehrten Platz unter der Glitzerkugel.
18.02. Zürich, Papiersaal
20.02. München, Kammerspiele
21.02. Wien, B72
24.02. Hamburg, Uebel und Gefährlich
25.02. Berlin, Berghain
03.03. Köln, Gewölbe
The Vryll Society: Begeisterungsalternative
Liverpool gerät ja gerade wieder etwas mehr in den Blick des Festlandes - nicht etwa, weil den Beatles ein großes Jubiläum droht, sondern weil sich seit einigen Monaten ein deutscher Fußballtrainer namens Jürgen Klopp damit müht, einer traditionsreichen, aber doch recht untalentierten Truppe das Ballspiel neu beizubringen. Nun, der Erfolg läßt noch auf sich warten, derweil kann man sich ruhig auch mal nach einer passenden Begeisterungsalternative umsehen bzw. -hören und mit The Vryll Society haben wir hier vor einiger Zeit schon eine vorgestellt. Das Quintett war im Herbst letzten Jahres mit seiner Debüt-EP "Pangea" unterwegs, nun haben die Jungs mit "Self Realization" eine neue Single am Start und die klingt, ist man fast schon versucht zu sagen, gewohnt gut.
Montag, 8. Februar 2016
Jochen Distelmeyer: Dankbares Publikum
Jochen Distelmeyer
„Songs From The Bottom Vol.1“
(Four Music)
Wer wollte schon allen Ernstes behaupten, Jochen Distelmeyer wäre nur ein Wünstler. Dass dieser Mann nicht nur will, sondern auch kann, hat er schließlich nicht nur mit einem halben Dutzend grandioser Blumfeldplatten, fast alle gemacht für die Ewigkeit, bewiesen, auch sein erstes Solo „Heavy“ überzeugte vor gut fünf Jahren aus dem Stand mit Feingefühl, bissigem Wortverschnitt und sogar ein paar zuckenden Beats. Als er dann auch noch zum Buchautor („Otis“) ansetzte, war klar, dass Schaffenskrise nicht zum Distelmeyerschen Vokabular zählt. Und dennoch läßt einen das nun erschienene Album zuweilen etwas ratlos zurück. Man fragt sich, was er wohl mit diesem (Achtung: erste haltlose Verallgemeinerung) 'Klampfenalbum' voller selbstgeliebter Coverfavoriten bezwecken wollte. Und findet in den Linernotes schon eine erste Antwort dazu: Entstanden seien diese „Lieder von unten“ während seiner Lesereisen, wo er einige von ihnen regelmäßig anzuspielen pflegt(e). Und um den häufigen Nachfragen der Fans Genüge zu tun, hat er sie halt nun in die Rillen gepresst. Und sich gleich ein wenig selbst entschuldigt.
Denn das Zeug zum Klassiker, wie es die Alben seiner Band fast durch die Bank besitzen, möchte man hier wirklich nur wenigen seiner Variationen zusprechen. Und das liegt keinesfalls an der mehr als sparsamen Bearbeitung – es lenkt nichts ab, das ist nicht falsch und Distelmeyer selbst hat bekanntlich eine so tragfähige wie charismatische Stimme. Es ist einfach so, dass sich manches der Stücke schon so abgehört hat, dass eine abermalige, wenn auch gut gemeinte Überarbeitung am Sättigungsgehalt nichts wirklich ändern kann. Das gilt leider für Lana Del Reys „Video Games“ ebenso wie für Al Green’s All-Time-Classic „Let’s Stay Together“ und Pete Seegers „Turn, Turn, Turn“. Den Beweis, dass Britney Spears‘ „Toxic“ entgegen anderslautenden Meinungen ganz gewiss kein großartiger Popsong ist, hätte Distelmeyer nicht erst antreten müssen, nach dem famosen „I Read A Lot“ von Nick Lowe treten textliche Einfalt und kompositorischen Simplizität mehr als deutlich zu Tage.
Aber der Mann hätte seinen Ruf nicht, wenn ihm nicht auch ein paar Überraschungen gelängen. Nein, nicht der „Pyramid Song“, dem fehlt dann doch einiges vom zarten Zauber des Originals – wie Distelmeyer aber beispielsweise Avicii’s „I Could Be The One“ mit wenigen Handgriffen, also Piano und sachten Drums, zum sphärischen Entspanner macht oder sich die tatsächlich arg abgenudelte (meint: Gegenbeweis) „Bitter Sweet Symphony“ von The Verve mittels ein paar hart angeschlagener Akkorde im wahrsten Wortsinn zurechtpfeift, das nötigt schon wieder einigen Respekt ab. Mehr als versöhnlich der Abschluss der Liedersammlung – Kris Kristofferson’s „The Old Road“ und das so kurze wie sagenhafte „Beautiful Cosmos“ von Ivor Cutler: Wie so oft sind es die schnörkellosen, die geradlinigen Dinge, die einen in den Bann ziehen und hier gehört Jochen Distelmeyer, nicht unclever, einfach mal für ein paar Momente dazu. Davon abgesehen – man hört ihn halt doch immer noch gern beim Singen zu … http://www.jochendistelmeyer.de/
22.01. Stuttgart, Merlin
04.03. Chemnitz, Atomino
05.03. Dessau, Kurt Weill Fest, Beatclub
06.04. Dresden, Groove Station
07.04. Bremen, Lagerhaus
08.04. Magdeburg, Moritzhof
09.04. Hamburg, Knust
12.04. Essen, Zeche Carl
13.04. Bielefeld, Forum
14.04. Frankfurt, Brotfabrik
15.04. München, Volkstheater
16.04. Augsburg, Kantine
18.04. Düsseldorf, Zakk
19.04. Heidelberg, Karlstorbahnhof
20.04. Köln, Gebäude 9
21.04. Hannover, Lux
23.04. Stade, Hanse Song Festival
10.05. Braunschweig, Brunsviga
11.05. Berlin, BiNuu
13.05. Rostock, Zwischenbau
19.05. St. Pölten, Cinema Paradiso
20.05. Ebensee, Kino
21.05. Wörgl, Astnersaal
22.05. Feldkirch, Theater am Saumarkt
25.05. Salzburg, Rockhouse
28.05. Husum, Speicher
„Songs From The Bottom Vol.1“
(Four Music)
Wer wollte schon allen Ernstes behaupten, Jochen Distelmeyer wäre nur ein Wünstler. Dass dieser Mann nicht nur will, sondern auch kann, hat er schließlich nicht nur mit einem halben Dutzend grandioser Blumfeldplatten, fast alle gemacht für die Ewigkeit, bewiesen, auch sein erstes Solo „Heavy“ überzeugte vor gut fünf Jahren aus dem Stand mit Feingefühl, bissigem Wortverschnitt und sogar ein paar zuckenden Beats. Als er dann auch noch zum Buchautor („Otis“) ansetzte, war klar, dass Schaffenskrise nicht zum Distelmeyerschen Vokabular zählt. Und dennoch läßt einen das nun erschienene Album zuweilen etwas ratlos zurück. Man fragt sich, was er wohl mit diesem (Achtung: erste haltlose Verallgemeinerung) 'Klampfenalbum' voller selbstgeliebter Coverfavoriten bezwecken wollte. Und findet in den Linernotes schon eine erste Antwort dazu: Entstanden seien diese „Lieder von unten“ während seiner Lesereisen, wo er einige von ihnen regelmäßig anzuspielen pflegt(e). Und um den häufigen Nachfragen der Fans Genüge zu tun, hat er sie halt nun in die Rillen gepresst. Und sich gleich ein wenig selbst entschuldigt.
Denn das Zeug zum Klassiker, wie es die Alben seiner Band fast durch die Bank besitzen, möchte man hier wirklich nur wenigen seiner Variationen zusprechen. Und das liegt keinesfalls an der mehr als sparsamen Bearbeitung – es lenkt nichts ab, das ist nicht falsch und Distelmeyer selbst hat bekanntlich eine so tragfähige wie charismatische Stimme. Es ist einfach so, dass sich manches der Stücke schon so abgehört hat, dass eine abermalige, wenn auch gut gemeinte Überarbeitung am Sättigungsgehalt nichts wirklich ändern kann. Das gilt leider für Lana Del Reys „Video Games“ ebenso wie für Al Green’s All-Time-Classic „Let’s Stay Together“ und Pete Seegers „Turn, Turn, Turn“. Den Beweis, dass Britney Spears‘ „Toxic“ entgegen anderslautenden Meinungen ganz gewiss kein großartiger Popsong ist, hätte Distelmeyer nicht erst antreten müssen, nach dem famosen „I Read A Lot“ von Nick Lowe treten textliche Einfalt und kompositorischen Simplizität mehr als deutlich zu Tage.
Aber der Mann hätte seinen Ruf nicht, wenn ihm nicht auch ein paar Überraschungen gelängen. Nein, nicht der „Pyramid Song“, dem fehlt dann doch einiges vom zarten Zauber des Originals – wie Distelmeyer aber beispielsweise Avicii’s „I Could Be The One“ mit wenigen Handgriffen, also Piano und sachten Drums, zum sphärischen Entspanner macht oder sich die tatsächlich arg abgenudelte (meint: Gegenbeweis) „Bitter Sweet Symphony“ von The Verve mittels ein paar hart angeschlagener Akkorde im wahrsten Wortsinn zurechtpfeift, das nötigt schon wieder einigen Respekt ab. Mehr als versöhnlich der Abschluss der Liedersammlung – Kris Kristofferson’s „The Old Road“ und das so kurze wie sagenhafte „Beautiful Cosmos“ von Ivor Cutler: Wie so oft sind es die schnörkellosen, die geradlinigen Dinge, die einen in den Bann ziehen und hier gehört Jochen Distelmeyer, nicht unclever, einfach mal für ein paar Momente dazu. Davon abgesehen – man hört ihn halt doch immer noch gern beim Singen zu … http://www.jochendistelmeyer.de/
22.01. Stuttgart, Merlin
04.03. Chemnitz, Atomino
05.03. Dessau, Kurt Weill Fest, Beatclub
06.04. Dresden, Groove Station
07.04. Bremen, Lagerhaus
08.04. Magdeburg, Moritzhof
09.04. Hamburg, Knust
12.04. Essen, Zeche Carl
13.04. Bielefeld, Forum
14.04. Frankfurt, Brotfabrik
15.04. München, Volkstheater
16.04. Augsburg, Kantine
18.04. Düsseldorf, Zakk
19.04. Heidelberg, Karlstorbahnhof
20.04. Köln, Gebäude 9
21.04. Hannover, Lux
23.04. Stade, Hanse Song Festival
10.05. Braunschweig, Brunsviga
11.05. Berlin, BiNuu
13.05. Rostock, Zwischenbau
19.05. St. Pölten, Cinema Paradiso
20.05. Ebensee, Kino
21.05. Wörgl, Astnersaal
22.05. Feldkirch, Theater am Saumarkt
25.05. Salzburg, Rockhouse
28.05. Husum, Speicher
Mogwai: Fortsetzung folgt
Über den neuen Filmscore von Mogwai zur BBC-Doku über den siebzigsten Jahrestag des Abwurfes der Atombombe auf Hiroshima haben wir hier schon berichtet, nach dem ersten Track "U-235" gibt es davon nun einen zweiten Vorabtrack zu hören - "Ether" baut sich erst ganz behutsam auf, um dann zur Hälfte hin eine ordentliche Wucht zu entwickeln. Großes Kino, fürwahr.
Samstag, 6. Februar 2016
Sheer Mag: Kampflied
Dass Christina Halladay Zeit ihres Lebens mit einigen Vorurteilen zu kämpfen hatte, glaubt man der wuchtigen Sängerin der Punk-Kapelle Sheer Mag sofort. Nach zwei erfolgreichen Singles, über die hier schon berichtet wurde, hat ihre Kampfeslust in keinster Weise nachgelassen, deshalb ist der neue Song "Can't Stop Fighting" wohl Statement und Selbstmotivation gleichermaßen.
Freitag, 5. Februar 2016
Familienalbum # 16: Adele vs. Moderat
Ein bisschen weit an den Kinderhaaren herbeigeholt, aber dieser Tag endet mit zwei Gesichter und fördert zudem die Erinnerung: Das Berliner Elektroniktrio Moderat hat gerade mit dem Track "Reminder" eine neue, gleichnamige EP angekündigt, die am 19. Februar bei einem Sublabel von Mute Records erscheinen soll - mit der Zeit, wo alles jung und schön war, beschäftigt sich auch Schätzchen Adele in ihrer just heute veröffentlichten Single "When We Were Young" und das Netz freut sich über das Cover wie sonst nur über Katzenfotos. Hier also der mürrische Junge, dort das ausgelassene Mädchen - da müsste es doch mehr von geben. Gibt's auch und das wenigste davon ist wirklich lustig. Voilá, das nächste Familienalbum in Sachen Coverart, hier zum Thema Kindsköpfe (von links nach rechts und oben nach unten) - die Single von Moderat am Ende noch als Leckerbissen, der von Adele wird man, so steht's zu befürchten, in den nächsten Tagen ohnehin kaum entkommen können.
Adele "When We Were Young" (Single), Caspar Brötzmann "Free Jazz und Kinder", U2 "Boy", U2 "War", The Used "Vulnerable", Drake "Nothing Was The Same", Lil Wayne "Tha Carter IV", Nas "Illmatic", Fall Out Boy "American Beauty/American Psycho", Moderat "Reminder", Manic Street Preachers "Journal For Plague Lovers", Smashing Pumpkins "Siamese Dreams", The Temper Trap "Conditions", Placebo "Placebo", Heintje "Mama", Pearl Jam "Jeremy", Dinosaur jr "Green Mind"
Adele "When We Were Young" (Single), Caspar Brötzmann "Free Jazz und Kinder", U2 "Boy", U2 "War", The Used "Vulnerable", Drake "Nothing Was The Same", Lil Wayne "Tha Carter IV", Nas "Illmatic", Fall Out Boy "American Beauty/American Psycho", Moderat "Reminder", Manic Street Preachers "Journal For Plague Lovers", Smashing Pumpkins "Siamese Dreams", The Temper Trap "Conditions", Placebo "Placebo", Heintje "Mama", Pearl Jam "Jeremy", Dinosaur jr "Green Mind"
Alma Elste: Undercut
Das Gespür für die passende Tonlage und den dazugehörigen Ausdruck hat sie wohl von ihrer Mutter, selbst Pianistin, geerbt, die kompositorische Arbeit dagegen stammt aus eigener Arbeit am Berkeley Music College: Alma Elste, Pariser Jungmusikerin mit mutmaßlich großer Zukunft, wird Ende Februar ihren ersten Headline-Auftritt in den Londoner Servant Jazz Quarters haben, mit im Gepäck neben den beiden älteren Stücken "Virtualism" und "Heart Melter" auch die neue, gerade erschienene Single "Limitless", entstanden mit dem Produzenten Fabian Prynn (Douglass Dare, Hockeysmith). Zarte Melodien, verschnitten mit elektronischer Rafinesse - ob man ihr deswegen gleich mit dem großen Vergleichstableau a lá Lana Del Rey oder London Grammar kommen muß, sei dahingestellt, eine gewisser Anfangsreiz läßt sich aber wohl kaum leugnen.
Deftones: Herzenssachen
Sie gehören zu den wirklich Unbeirrbaren im sonst so wechselhaften Rockbiz: Die Alternativ-Metal-Band Deftones aus dem kalifornischen Sacramento fertigt seit den späten Achtzigern wahre Monumente leidenschaftlichen Lärmens, allen voran natürlich ihr charismatischer Sänger Chino Moreno. Dessen Solowerk unter des Moniker ††† (Crosses) wurde ja eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen, deshalb ist es eine durchaus beglückende Nachricht, dass die Band nun für den 8. April via Warner Bros. ihr nächstes reguläres Album nach "Koi No Yokan" aus dem Jahr 2012 angekündigt hat. "Gore" soll es heißen und mit der ersten Single "Prayers/Triangles" war Moreno auch gerade bei Zane Lowe zu Gast.
04.06. Rock am Ring, Nürburgring
05.06. Rock im Park, Nürnberg
14.06. Köln, Palladium
15.06. Berlin, Collumbiahalle
04.06. Rock am Ring, Nürburgring
05.06. Rock im Park, Nürnberg
14.06. Köln, Palladium
15.06. Berlin, Collumbiahalle
Donnerstag, 4. Februar 2016
Bent Shapes: Der zweite Schritt
Das klingt so einfach dahingespielt, regelrecht simpel und darin liegt wohl auch der Reiz des Quartetts: Die Bent Shapes aus Boston beherrschen einen fast britischen Gitarrenstil, lässig und entspannt sofort ins Ohr, wie es auch The Smiths, Belle And Sebastian oder The Beautiful South glänzend konnten bzw. können. Ihr zweites Album "Wolves Of Want", das dem Debüt "Feels Weird" aus dem Jahr 2013 folgt, ist schon seit vergangenem Jahr im Kasten, einige Stücke davon sollen sogar noch vor Veröffentlichung des Debüts fertig gewesen sein. Hier zu hören die beiden aktuellen Vorauskopplungen "New Starts In Old Dominion" und "Realization Hits", die Veröffentlichung des Komplettpakets ist für den 11. März via Slumberland Records angekündigt. Und wer weiß, wenn das mit der Karriere so richtig vorangeht, reichts dann vielleicht auch für ein paar bessere Promofotos ...
Ty Segall: Zurück auf Start
So richtig angenehm ist es nicht, Ty Segall auf seinen kleinen Speziergang durch die nächtliche Großstadt zu begleiten: "Emotional Mugger", seine aktuelle Single aus dem gleichnamigen Album, wird von einem knapp fünfzehnminütigen Kurzfilm flankiert, der mit der Bezeichnung Horrortrip ganz gut leben kann. In gleichem Maße, wie Segall als schweigender Beobachter selbst zerfällt, dreht auch seine Umwelt die erschreckendsten Kapriolen - wer wollte da nicht wieder dorthin gelangen, wo wir alle ursprünglich herstammen?! Von Regisseur Matt Yoka stammen im Übrigen schon die Videos zu "The Singer", "Manipulator", "Goodbye Bread" und "Thank God For Sinners" von Segall - wer Zeit und starke Nerven hat, darf sich die auf der Website des Künstlers gern mal näher anschauen.
Mittwoch, 3. Februar 2016
Junior Boys: Der erste Heuler
Diese Woche wird das neue Album "Big Black Coat" der Junior Boys erscheinen (wir sprachen schon davon), als kleine Kaufstimulation schicken die beiden Kanadier nun einen Videoclip zur aktuellen Single "Over It" hinterher und das beginnt mit einen furchtbar komischen, sympathischen Heuler - selber kucken...
Poliça: Kindgerecht
Es hat eine Zeit gedauert, bevor wir dieses Video nachreichen konnten, es nicht zu tun, wäre schade gewesen: Über die visuelle Umsetzung von "Wedding", der letzten Single von Poliça, ist viel diskutiert worden - darf man also Polizeigewalt derart kindgerecht thematisieren, wie es die Band um Sängerin Channy Leaneagh hier tut? Nun, die Künstler wird man nicht fragen müssen, sie haben in zahlreichen Clips, Bildern und Songtexten oft genug Misstände aufgegriffen und dabei nicht selten drastische Überhöhungen gewählt. Es bleibt wohl dabei, jede/r wird sich selbst damit auseinandersetzen müssen. Das Album "United Crushers" kommt dann am 4. März für besonders Lernwillige hinterher.
Kal Marks: Wahrhaft kapital [Update]
"We are a band from Boston, MA. We make a variety of sounds." Viel mehr muss man über Kal Marks eigentlich gar nicht wissen. Denn was Alex, Mike und Carl so spielen, läßt sich sehr nachdrücklich anhand ihrer Musik hören - brachialer, leidenschaftlicher Indierock, noisey, grunchy und rough. Am 19. Februar soll ihr neues Album "Life Is Alright, Everybody Dies" via Exploding In Sound erscheinen und davon hören wir hier die beiden ersten Vorboten "Mankind" und "Dorothy", mehr gibt's bei Bandcamp.
Update: Heute kommt noch eine dritte Nummer hinzu - "Coffee" ist ein siebenminütiges Ungetüm, schwerblütig und mit Sicherheit tiefschwarz.
Update: Heute kommt noch eine dritte Nummer hinzu - "Coffee" ist ein siebenminütiges Ungetüm, schwerblütig und mit Sicherheit tiefschwarz.
Dienstag, 2. Februar 2016
Eagulls: Neue Frische
Man weiß zwar noch nicht warum, aber zumindest dass: Album Nummer zwei der Eagulls soll, so hat das Netzportal DIY erfahren, um einiges abwechslungsreicher, freundlicher klingen, mit richtigen Melodien und so - diese hatten sich ja auf das störrische Debüt der fünf jungen Männer aus Leeds noch eher selten verirrt. Sei's drum, einen ersten Vorgeschmack gibt es auch schon und zwar "Lemontrees", den Titelsong.
New Order: Zeitsprung
Da sieht man wieder einmal, wieviel Potential noch in dieser Band und in ihrem Album "Music Complete" stecken: New Order haben ein weiteres Mal das veröffentlicht, was zu ihren Hochzeiten als das Non Plus Ultra galt - eine Maxiversion, für Nachgeborene einen extendet mix. Und zwar von "Singularity" und nur die ersten paar Takte reichen aus, um einen in eine komplett andere Welt zu beamen, in's Damals der 80er. Aber bitte, ein bisschen Nostalgie darf dann schon sein...
Primal Scream: Frauensachen
Und auch das findet hier seinen Platz: Primal Scream haben den ersten Vorboten vom neuen Album "Chaosmosis" in die Runde geschickt - clevererweise ein Duett mit Sky Ferreira, die ja mit ihrer eigenen Platte nicht so recht vorankommen will. Regie zu "Where The Light Gets In" führte Douglas Hart, auf dessen Liste sich die komplette britische Créme de la Créme des Rock und Pop versammelt hat. Bobby Gillespie wird sich dem Vernehmen nach nicht nur auf eine Chanteuse beschränken, sondern auch noch die Geschwister Haim und Rachel Zeffira ans Mikrophon bitten - VÖ ist dann am 18. März.
PJ Harvey: Aufarbeitung
Das sollte hier natürlich schon erscheinen: PJ Harvey hat einen ersten Videoclip zu ihrem Album "The Hope Six Demolition Project", genau wie M.I.A. nimmt sich Harvey der Flüchtlingsproblematik an - anders als diese aber nicht unter einem künstlerischen, sondern eher dokumentatorischen Aspekt. Die in Zusammenarbeit mit Freund und Fotograf Seamus Murphy entstandenen Bilder von Reisen ins Kosovo aus den Jahren 2011 bis 2015 wurden nun also für "The Wheel" aufbereitet.
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