London Grammar
Atomic Café, München, 6. November 2013
Noch vor vier Jahren spielten The XX, die Band also, deren Sound dem von London Grammar am nächsten kommt, in den ähnlich großen Räumen des 59:1, allerdings konnte damals das Publikum dank ausreichender Beinfreiheit noch etwas entspannter mitwippen. Das nun war im restlos ausverkauften Atomic Café kaum mehr möglich – der Coolnessfaktor der von der Kritik bejubelten Band war schon komplett durchgeschlagen und so erwartete die drei Twens ein Club, vollgestopft mit neugierigem Szenepublikum, das endlich wissen wollte, ob der Hype, der um ihr erstes Album veranstaltet wurde, auch berechtigt ist. Passenderweise heißt das Debüt “If You Wait”, was man gern programmatisch verstehen durfte – warten musste man wirklich einige Zeit, ehe sich das Trio um Sängerin Hannah Reid mit verhuschtem Lächeln vor den Glitzervorhang traute.
Auch das kein Problem gewesen, wenn nicht die Deckenbeleuchtung nach einer knappen Stunde schon wieder angegangen wäre – ein sehr kurzes Vergnügen also. Dennoch: Der Umstand, dass das Publikum den meistenteils besinnlich-schummrigen, gedämpften Synthienummern derart gebannt lauschte, läßt auf gehörigen Respekt auf der einen und unstrittige Qualität auf der anderen Seite schließen. Geführt von der seltsam rauen und markanten Stimme Reids, wurden die bekanntesten Stücke wie “Sights”, “Wasting My Young Years”, “Metal & Dust” und “Strong” raumgreifend und anrührend in Szene gesetzt – die angestrengte Stirnfalte der Sängerin wich in den Pausen einem sympathischen Plauderton, der Keyboarder Dot Major gab sich als launiger Münchenliebhaber zu erkennen und selbst Gitarrist Dan Rothman ließ sich ab und an zu einem verstohlenen Lächeln hinreißen.
Es waren also nicht nur kurze, sondern auch kurzweilige sechzig Minuten – die Wahl zum Publikumsliebling (der Band) und ein kleines Geburtstagsständchen für den Tourmanager gaben dem Ganzen fast etwas familiäres, und wenn die drei da oben dann doch mal etwas schneller und lauter musizierten, so wurde das dankbar aufgenommen. Zum Abschied das zweite Cover des Abends, nach Kavinsky’s wunderbarem “Nightcall” aus dem Soundtrack zu “Drive” ein nicht minder gelungenes “Wicked Game” von Chris Isaak – einmal mehr erweisen sich London Grammar hier als geschmackssicher bei der Auswahl und versiert in der Umsetzung der Interpretation. Das Fazit ist schnell gezogen: Mit etwas mehr Material ließen sich die Konzerte schnell auf die handelsübliche Länge bringen, hätte dies dann noch die Güte des bisherigen – um so besser!
Donnerstag, 7. November 2013
Shearwater: Freundschaftsdienste
Nicht wenige werden schon bei der eigentümlichen Verpackung hängen geblieben sein, aber auch der Inhalt lohnt die Aufmerksamkeit: Shearwater aus Texas haben eine ungewöhnliche Idee für ein Coveralbum in die Tat umgesetzt - Songs von Bands, die sie im Laufe ihres Bestehens auf Tourneen begleitet haben, wurden von ihnen neu aufgenommen, die ausgewählten Künstler durften auch selbst an der Platte mitarbeiten, allerdings nicht an dem Stück, welches von ihnen stammt. Verwirrend? Alles halb so schlimm. Mit dabei nun also u.a. Coldplay, St. Vincent, Clinic, Xiu Xiu und Sharon Van Etten. "Fucked Up Life" von The Baptist Generals gibt es mit Unterstützung von Clinic nun bei Soundcloud, ebenso "I Love The Valley OH!!" von Xiu Xiu.
Marteria: Bissiger Vorbote [Update]
Dunkel wummert's, düster ist der Text: Marteria hat einen Vorabtrack seines kommenden Album "Zum Glück in die Zukunft 2" fertig - "Bengalische Tiger" gibt es inklusive praktischer Sprühschablone auf seiner Website zu holen, die Tourdaten stehen schon hier.
06.03. Rostock, Stadthalle
07.03. Dresden, Alter Schlachthof
08.03. Magdeburg, Stadthalle
09.03. München, Tonhalle
11.03. Wien, Arena
12.03. Zürich, Komplex
14.03. Stuttgart, Porsche Arena
15.03. Frankfurt, Hugenottenhalle
16.03. Köln, Palladium
18.03. Hamburg, Sporthalle
10.04. Erfurt, Stadtgarten
11.04. Hannover, Capitol
12.04. Berlin, Max-Schmeling-Halle
Update: Jetzt auch mit Bildern...
06.03. Rostock, Stadthalle
07.03. Dresden, Alter Schlachthof
08.03. Magdeburg, Stadthalle
09.03. München, Tonhalle
11.03. Wien, Arena
12.03. Zürich, Komplex
14.03. Stuttgart, Porsche Arena
15.03. Frankfurt, Hugenottenhalle
16.03. Köln, Palladium
18.03. Hamburg, Sporthalle
10.04. Erfurt, Stadtgarten
11.04. Hannover, Capitol
12.04. Berlin, Max-Schmeling-Halle
Update: Jetzt auch mit Bildern...
Mittwoch, 6. November 2013
ClickClickDecker: Deutlicher geht's nicht
An Zweideutigkeit nicht zu überbieten, so sind sie halt: ClickClickDecker, also Kevin Hamann und Oliver Stangl, haben ihr neues Album fertig und nennen es mal eben "Ich glaube Dir gar nichts und irgendwie doch alles". Na, das kann ja was werden. Ende des Monats wird dann vom generalbevollmächtigten Label Audiolith eine erste Digitalsingle gereicht, die wiederum "Tierpark Neumünster" heißt und deshalb mit viel Spannung erwartet werden darf. Ach ja, eine Filmdoku gibt's auch noch, „Emmelsbüll und die letzten 12“ wird zeitgleich mit dem Longplayer erscheinen. Ansonsten - soll's auch ein bisschen Tour sein? Bitteschön:
13.02. Münster, Gleis 22
14.02. Oberhausen, Druckluft
15.02. Köln, Werkstatt
16.02. München, Feierwerk
17.02. Stuttgart, Keller
18.02. Wiesbaden, Schlachthof
19.02. Hannover, Lux
20.02. Kassel, Schlachthof
21.02. Leipzig, Elipamanoke
22.02. Dresden, Beatpol
23.02. Berlin, Roter Salon
26.02. Hamburg, Uebel & Gefährlich
27.02. Kiel, Hansa 48
28.02. Flensburg, Volksbad
01.03. Bremen, Tower
Snowbird: Leicht zerbrechlich
Derbes war bei der Paarung nun wirklich nicht zu erwarten: Simon Raymonde, einst Gitarrist und Bassist bei den wunderbaren Cocteau Twins und Sängerin Stephanie Dosen, schon in Lohn und Brot bei Massive Attack, Midlake und den Chemical Brothers, haben zusammen ein Projekt mit dem Namen Snowbird ins Leben gerufen. Ihr erstes Album wird nun im Januar 2014 unter dem Titel "Moon" via Bella Union erscheinen, daran mitgewirkt haben u.a. auch Ed O'Brien und Phil Selway von Radiohead und Midlake's Eric Pulido. Eine erste Kostprobe namens "Porcelain" kann bei Soundcloud vorgehört werden.
Minor Alps: Vorbeugende Maßnahme
Minor Alps
“Get There”
(Ye Olde Records)
Hier heißt es, Supergroup mal etwas kleiner zu denken: Matthew Caws, im Hauptberuf Sänger der New Yorker Band Nada Surf, und Juliana Hatfield haben sich für das Projekt Minor Alps zusammengetan und ganz so düster und schaurig, wie das Cover ihres Debüts vermuten läßt, ist die Platte dann doch nicht geworden. Im Stile der gefühlig beseelten Mann-Frau-Kapellen wie The Civil Wars oder Lightning Dust versuchen sich auch die Minor Alps an einer Mischung aus elektronisch verziertem Folk, traditionellem Americana-Sound und elegischen Countryballaden. Richtig gerockt wird auf “Get There” nur zweimal, zunächst gibt’s für das fabelhafte “I Don’t Know What To Do With My Hands” ein wenig Indie-Noise, etwas konventioneller gerät später der Kracher “Mixed Feelings”. Davor, danach und zwischendrin dann das, was Kritiker gern als akustisches Lagerfeuer bezeichnen – berückende Downtempo-Duette mit Wohlfühlfaktor, manche wie der Einstieg “Burried Plans” oder “Radio Static” recht spannend arrangiert, viele mit programmierten Drums versehen und allesamt recht schön anzuhören. In der musikalischen Hochgebirgsfamilie (Vermerke dazu: Alps, Sic Alps, Nine Black Alps) sind die beiden ganz im Sinne von Caws’ Hauptanstellung Nada Surf eher die Feinmechaniker, die Goldschmiede – wer sich also gerade die passende Untermalung für die kalten Winterabende zusammenstellt, der darf hier gerne zugreifen.
“Get There”
(Ye Olde Records)
Hier heißt es, Supergroup mal etwas kleiner zu denken: Matthew Caws, im Hauptberuf Sänger der New Yorker Band Nada Surf, und Juliana Hatfield haben sich für das Projekt Minor Alps zusammengetan und ganz so düster und schaurig, wie das Cover ihres Debüts vermuten läßt, ist die Platte dann doch nicht geworden. Im Stile der gefühlig beseelten Mann-Frau-Kapellen wie The Civil Wars oder Lightning Dust versuchen sich auch die Minor Alps an einer Mischung aus elektronisch verziertem Folk, traditionellem Americana-Sound und elegischen Countryballaden. Richtig gerockt wird auf “Get There” nur zweimal, zunächst gibt’s für das fabelhafte “I Don’t Know What To Do With My Hands” ein wenig Indie-Noise, etwas konventioneller gerät später der Kracher “Mixed Feelings”. Davor, danach und zwischendrin dann das, was Kritiker gern als akustisches Lagerfeuer bezeichnen – berückende Downtempo-Duette mit Wohlfühlfaktor, manche wie der Einstieg “Burried Plans” oder “Radio Static” recht spannend arrangiert, viele mit programmierten Drums versehen und allesamt recht schön anzuhören. In der musikalischen Hochgebirgsfamilie (Vermerke dazu: Alps, Sic Alps, Nine Black Alps) sind die beiden ganz im Sinne von Caws’ Hauptanstellung Nada Surf eher die Feinmechaniker, die Goldschmiede – wer sich also gerade die passende Untermalung für die kalten Winterabende zusammenstellt, der darf hier gerne zugreifen.
Dienstag, 5. November 2013
Chrysta Bell: Berühmter Ziehvater
Die Bilder sind beeindruckend, der Fürsprecher ist es nicht minder: Vor dreizehn Jahren hat David Lynch die Texanerin Chrysta Bell entdeckt und seit dieser Zeit intensiv mit ihr gearbeitet. Im Januar wird das erste, von Lynch produzierte Album der Künstlerin mit dem Titel "This Train" erscheinen, vorab soll Ende November die EP "Friday Night Fly" in den Handel kommen - zum Titelsong derselben gibt es bei Vimeo das entsprechende Video.
09.12. Berlin, Grüner Salon
09.12. Berlin, Grüner Salon
Montag, 4. November 2013
Yoko Ono: Der lausige Tanz der lässigen Witwe
Das entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie: Kürzlich wusste der olle McCartney mit seinem öden Promi-Stelldichein zum Song "Queenie Eye" gar nicht wohin mit der Unmenge an gepflegter Langeweile, die all seine herangekarrten Statisten da so am Set ausstrahlten, da kommt nun mit Yoko Ono die Witwe seines Kompagnons und Intimfeindes John Lennon um die Ecke. Die behauptet in der ersten Single zu ihrem neuen Album "Take Me To The Land Of Hell", sie wäre eine lausige Tänzerin ("Bad Dancer") und läßt dazu ganz lässig ein paar Freunde hüpfen - als da wären Ad-Rock und Mike D. von den Beastie Boys, Questlove (The Roots), Greg Saunier (Deerhoof), Reggie Watts und Roberta Flack. Und irgendwie hat man den Eindruck, der Paul hätte in Sachen Coolness mal wieder den deutlich Kürzeren gezogen.
Chvrches: Lauter Lügen
Gattaca, Phantomas, Napola, irgendwo dazwischen scheint sich Sing J. Lee für das knappe Drehbuch zum Video zu "Lies", dem Song aus dem aktuellen Album der Chvrches, seine Anregungen geholt zu haben - es geht jedenfalls mächtig symbolisch und pathetisch zur Sache und an nervösem Geblitze wird nicht gespart. Das Gute: Der Song bleibt erstklassig, anschauen hier bei SPIN.
Nick Cave: Seltenes Glück
Irgendwie hat man fast das Gefühl, der Mann wird sein Pulver bis zum ersten Termin in Deutschland wohl verschossen haben: Gestern Abend gesellte sich niemand Geringeres als Kylie Minogue in London zu Nick Cave und seinen Bad Seeds auf die Bühne, um gemeinsam ihr wunderbares "Where The Wild Roses Grow" anzustimmen - Vermutung: Sie gehört wohl leider nicht zum täglichen LineUp... Trotzdem - hier bei Youtube.
Broken Bells: Nichts verlernt
Sie können es also noch immer: Der erste Titel vom neuen Album "After The Disco" der Broken Bells ist draußen und was soll man sagen - eine verteufelt smarte Mischung aus Bee Gees, Folk und samtweichem Synthpop. "Holding On For Life" heißt der Track, den es jetzt bei Soundcloud gibt, Mitte Januar folgt dann der Rest.
Arcade Fire: Ach, Berlin...
Sie reißen nicht ab, die Meldungen über unsere Lieblingskanadier Arcade Fire: Am übernächsten Dienstag, den 19. November, sollen sie nun laut SPEX im Berliner Astra spielen, angeblich wurden im Stadtbild Plakate von den Reflektors gesichtet. Bei den gestrigen YouTube-Awards - ganz großes Ding das - traten sie zusammen mit der Schauspielerin Greta Gerwig auf, diese legte unter dem Kamera-Auge von Spike Jonze einen fabelhaften Workout hin - hier bei Vimeo.
19.11. Berlin, Astra Kulturhaus
19.11. Berlin, Astra Kulturhaus
Sonntag, 3. November 2013
Islands: Tarnen und Täuschen
Islands
„Ski Mask“
(Cargo Records)
Man möchte Nicholas Thorburn ja keinesfalls irreführende, gar böswillige Absichten unterstellen, noch weniger, nachdem man diese fabelhafte Platte seines Quartetts nun kennt und eben ausdrücklich mag. Aber es wäre schon interessant zu erfahren, was den Mann dazu getrieben hat, für die Verpackung dieser Sammlung wunderbarster Indiepop-Perlen eine so scheußliche Verpackung zu wählen. Wollte da einer mit aller Gewalt den großen Durchbruch verhindern, weil er wußte, dass Musik aus dem kanadischen Montreal (denn diesen Ursprungsort teilen seine Bandmitglieder mit – eben: Arcade Fire) zur Zeit da draußen Hysterie oder wenigstens grenzenlose Begeisterung auszulösen pflegt? Also schnell mal ein grinsenden Teerkopf auf’s Cover, da denkt alle Welt an Zola Jesus und deren kunstvoll gepflegtes Weltschmerzpathos oder sonstwelche Widrigkeiten, nur nie im Leben an lässiges, sympathisches Songwriting? Nun, die Platte wird es so jedenfalls etwas schwerer als nötig haben, ihr verdientes Publikum zu finden, unmöglich ist es natürlich nicht.
Die Stücke auf „Ski Mask“, dem mittlerweile fünften Album der Band, sind einfach zu gut, um lange verborgen zu bleiben. Wer Titel wie „Death Drive“, „Becoming The Gunship“ und „Shotgun Vision“ hört, denkt zwar eher an prügelhartes Gangstabrett oder martialischen Metal, die Songs entpuppen sich aber schnell als bestechend eingängige Popsongs, die so gar nichts Gewalttätiges an sich haben, sondern den Zuhörer eher mit feinen Harmonien und gewitzten, kurzweiligen Arrangements überrumpeln wollen. Ein bestimmter Stil läßt sich bei den Islands nicht ausmachen, mal mag man auf die Beach Boys tippen, dann wieder auf The Clash, in ihrer Begabung, auf kleinstem Raum erstaunlich Großes zu erschaffen, erinnern sie ab und an auch an They Might Be Giants. Letztenendes ist es ganz egal, wo auf was Bezug genommen wird und welches Zitat an wen gemahnt, Platten wie „Ski Mask“ sind kleine, seltene Geschenke, die das Zeug dazu haben, aus einem trüben einen goldenen Tag zu machen, gerade weil man es von ihnen so gar nicht erwartet hat. Und wer sich von so zauberhaften Liedern wie „Here Here“, „Of Corpse“ oder „Winged Beat Drums“ nicht das Herz weiten läßt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. http://islandsareforever.com/
„Ski Mask“
(Cargo Records)
Man möchte Nicholas Thorburn ja keinesfalls irreführende, gar böswillige Absichten unterstellen, noch weniger, nachdem man diese fabelhafte Platte seines Quartetts nun kennt und eben ausdrücklich mag. Aber es wäre schon interessant zu erfahren, was den Mann dazu getrieben hat, für die Verpackung dieser Sammlung wunderbarster Indiepop-Perlen eine so scheußliche Verpackung zu wählen. Wollte da einer mit aller Gewalt den großen Durchbruch verhindern, weil er wußte, dass Musik aus dem kanadischen Montreal (denn diesen Ursprungsort teilen seine Bandmitglieder mit – eben: Arcade Fire) zur Zeit da draußen Hysterie oder wenigstens grenzenlose Begeisterung auszulösen pflegt? Also schnell mal ein grinsenden Teerkopf auf’s Cover, da denkt alle Welt an Zola Jesus und deren kunstvoll gepflegtes Weltschmerzpathos oder sonstwelche Widrigkeiten, nur nie im Leben an lässiges, sympathisches Songwriting? Nun, die Platte wird es so jedenfalls etwas schwerer als nötig haben, ihr verdientes Publikum zu finden, unmöglich ist es natürlich nicht.
Die Stücke auf „Ski Mask“, dem mittlerweile fünften Album der Band, sind einfach zu gut, um lange verborgen zu bleiben. Wer Titel wie „Death Drive“, „Becoming The Gunship“ und „Shotgun Vision“ hört, denkt zwar eher an prügelhartes Gangstabrett oder martialischen Metal, die Songs entpuppen sich aber schnell als bestechend eingängige Popsongs, die so gar nichts Gewalttätiges an sich haben, sondern den Zuhörer eher mit feinen Harmonien und gewitzten, kurzweiligen Arrangements überrumpeln wollen. Ein bestimmter Stil läßt sich bei den Islands nicht ausmachen, mal mag man auf die Beach Boys tippen, dann wieder auf The Clash, in ihrer Begabung, auf kleinstem Raum erstaunlich Großes zu erschaffen, erinnern sie ab und an auch an They Might Be Giants. Letztenendes ist es ganz egal, wo auf was Bezug genommen wird und welches Zitat an wen gemahnt, Platten wie „Ski Mask“ sind kleine, seltene Geschenke, die das Zeug dazu haben, aus einem trüben einen goldenen Tag zu machen, gerade weil man es von ihnen so gar nicht erwartet hat. Und wer sich von so zauberhaften Liedern wie „Here Here“, „Of Corpse“ oder „Winged Beat Drums“ nicht das Herz weiten läßt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. http://islandsareforever.com/
The Notwist: Rechenspiele
Wenn die Band selbst schon auf die Kontinuität der Zahlen verweist, dann sollte man ihnen doch genauer zuhören: 2002 erschien "Neon Golden", das kommerziell erfolgreichste Album der Weilheimer The Notwist, sechs Jahre später dann "The Devil, You + Me", nach dieser Rechnung wäre es 2014 also wieder an der Zeit für neues Material. Eine Tour ist jedenfalls schon geplant:
24.01. Innsbruck, Weekender Club
25.01. Wien, FM4 Geburtstagsfest
24.02. Wiesbaden, Schlachthof
25.02. Bielefeld, Forum
26.02. Berlin, Heimathafen
10.03. Stuttgart, Wagenhallen
20.03. Köln, E-Werk
12.04. Linz, Posthof
13.04. München,Circus Krone
27.05. Hamburg, Laeiszhalle
24.01. Innsbruck, Weekender Club
25.01. Wien, FM4 Geburtstagsfest
24.02. Wiesbaden, Schlachthof
25.02. Bielefeld, Forum
26.02. Berlin, Heimathafen
10.03. Stuttgart, Wagenhallen
20.03. Köln, E-Werk
12.04. Linz, Posthof
13.04. München,Circus Krone
27.05. Hamburg, Laeiszhalle
Samstag, 2. November 2013
Turntable Kitchen: Feinschmecker
Uneingeschränkt empfehlenswert: Einer der neuen Lieblingsblogs von Mapambulo muss an dieser Stelle dringend einmal erwähnt werden - Turntable Kitchen. Er verbindet auf sehr unterhaltsame Weise zwei der wichtigsten Sinne miteinander, nämlich das Schmecken und das Hören. Kürzlich wurde dort die Playlist für das laufende Jahr (so far) zusammengestellt - mit dabei London Grammar, Haerts, BANKS, Lorde und viele andere Kostbarkeiten. Unbedingt reinhören - hier.
Nick Cave: Für einen Kuss von unterwegs
Ein gute Gelegenheit, noch einmal auf einen Durchreisenden hinzuweisen: Nick Cave wird zusammen mit seinen Bad Seeds in diesem Monat vier Mal auf deutschen Bühnen stehen. Während ihrer Englandtour haben sie wiederholt einen neuen Song mit dem Titel "Give Us A Kiss" gespielt, wie auch hier auf Youtube im Hammersmith Apollo in London zu hören und zu sehen.
10.11. Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle
12.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
13.11. Offenbach, Stadthalle
21.11. München, Zenith
10.11. Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle
12.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
13.11. Offenbach, Stadthalle
21.11. München, Zenith
Interpol: Aufnahmebereit
Das sieht nach Arbeit aus: Interpol haben sich an die Aufnahme ihres nächsten, fünften Albums gemacht und weil Daniel Kessler ein leidlich begabter Tweeter ist, gibt's davon auch das eine oder andere Bild - das neueste zeigt Schlagzeuger Sam Fogarino in freudiger Erwartung der Session.
Freitag, 1. November 2013
Arcade Fire: Außer Kontrolle
Zur Hölle mit diesen Amateuraufnahmen, aber es gibt Momente, die gehören selbst unscharf und verwackelt festgehalten: Arcade Fire haben gestern Abend im Hollywood Palladium von Los Angeles gespielt, und dass die Band als Zugabe eine schmissige Version von Devo's "Uncontrollable Urge" zum Besten gegeben hat und Win Butler das Ganze komplett mit einer dieser überdimensionalen Pappmachémasken absolvierte, blieb nicht lang geheim - kurz darauf stand der Clip bei Youtube.
Laurie Anderson: Letzte Zeilen
Das muss nicht weiter kommentiert werden: Laurie Anderson, genialische Musikerin, Performancekünstlerin und seit 2008 mit Lou Reed verheiratet, hat dem Lokalblättchen The East Hampton Star ein paar letzte Zeilen zu ihrem soeben verschiedenen Mann überlassen - hier der Originalwortlaut:
"What a beautiful fall! Everything shimmering and golden and all that incredible soft light. Water surrounding us.
Lou and I have spent a lot of time here in the past few years, and even though we’re city people this is our spiritual home.
Last week I promised Lou to get him out of the hospital and come home to Springs. And we made it!
Lou was a tai chi master and spent his last days here being happy and dazzled by the beauty and power and softness of nature. He died on Sunday morning looking at the trees and doing the famous 21 form of tai chi with just his musician hands moving through the air.
Lou was a prince and a fighter and I know his songs of the pain and beauty in the world will fill many people with the incredible joy he felt for life. Long live the beauty that comes down and through and onto all of us.
Laurie Anderson
his loving wife and eternal friend"
"What a beautiful fall! Everything shimmering and golden and all that incredible soft light. Water surrounding us.
Lou and I have spent a lot of time here in the past few years, and even though we’re city people this is our spiritual home.
Last week I promised Lou to get him out of the hospital and come home to Springs. And we made it!
Lou was a tai chi master and spent his last days here being happy and dazzled by the beauty and power and softness of nature. He died on Sunday morning looking at the trees and doing the famous 21 form of tai chi with just his musician hands moving through the air.
Lou was a prince and a fighter and I know his songs of the pain and beauty in the world will fill many people with the incredible joy he felt for life. Long live the beauty that comes down and through and onto all of us.
Laurie Anderson
his loving wife and eternal friend"
Dum Dum Girls: Wieder größer
Wieder mal ein Versuch in groß: Nach ihrem letztjährigen Volltreffer mit dem Kleinformat "End Of Daze" haben sich die Dum Dum Girls für Ende Januar einen weiteren Longplayer vorgenommen - dann erscheint via Sub Pop "Too True", ihr drittes Album. Daraus gibt es den Song "Lost Boys And Girls Club" schon als Audio und Video zum probieren - hier bei Youtube.
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