An diesem Tag gibt es ja nun einiges zu feiern, auch wenn der Karneval schon längstens vorbei ist. Eine Piccolo-Sektflasche darf man auch auf die Rückkehr La Luz, Surfrockband aus Los Angeles, köpfen. Zwei Alben haben Shana Cleveland, Marian Li Pino, Alice Sandahl und Lena Simon bereits veröffentlicht, für den 11. Mai ist jetzt via Hardly Art das nächste mit dem Namen "Floating Features" angekündigt und wenn man sich das Video zur ersten Single "Cicada" von Ryan Daniel Browne anschaut, möchte man möglichst schnell auch den Rest dazu haben. Aber Geduld, schließlich will auch Freude wohldosiert sein.
Update: Und hier noch ein kleiner, gruseliger Nachtrag zum Thema Kettenbrief - sollten Sie einen solchen in Ihrem Briefkasten (resp. Mailpostfach) vorfinden, denkne Sie immer an das Video zur aktuellen Single "The Creature". Huahhh!
10.09. Karlsruhe, Kohi
01.10. Köln, Bumann und Sohn
02.10. Berlin, Musik und Frieden
03.10. Dresden, Beatpol
04.10. Hamburg, Hafenklang
Donnerstag, 12. April 2018
Ice Baths: Klirrend kalt [Update]
Na das scheppert ja wohl gewaltig - und erinnert einen mit der geballten Frostigkeit irgendwie an die ersten Töne, die von den New Yorker Darkwavern Interpol um die Jahrtausendwende über den großen Teich nach Europa schwappten. Naja, ein wenig jedenfalls. Die Ice Baths stammen allerdings aus London, benennen ihre Vorbilder mit den Swell Maps, Television Personalities, Devo, US Maple und werden am 11. Mai via Blank Editions ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichen - die erste Single davon also "New Strapping Pt. I", da heißt es dranbleiben.
Update: Drangeblieben - und so die zweite Single "Relic" entdeckt. Bittesehr.
Update: Drangeblieben - und so die zweite Single "Relic" entdeckt. Bittesehr.
Mittwoch, 11. April 2018
Diamond Thug: Astropop
Diamond Thug
„Apastron“
(Kudukudu)
[uh-pas-truh n, -tron]
noun, plural apastra [uh-pas-truh]. Astronomy.
The point in the path of a celestial object orbiting a star at which
it is farthest from the star.
So, jetzt mal Hand auf’s Herz: Was fällt uns denn zu folgenden Stichworten ein: Heliozentrisches System, Gravitationskraft, numerische Exzentrizität, Drehimpulserhaltung? Na, klingelt’s? Genau: Popmusik. Äh, bitteschön, was?! Okay, also genaugenommen reden wir hier erstmal vom deutschen Wissenschaftler Johannes Kepler, der ein maximal gescheiter Mann war und Anfang des 17. Jahrhunderts eine Reihe wegweisender Gesetze austüftelte, mit denen man nicht nur Planetenbahnen herleiten konnte, sondern die neben der Astronomie gleich die komplette neuzeitliche Wissenschaft revolutionierten. Wem diese recht stümperhafte Zusammenfassung zu sehr nach öder LK-Streberei klingt, der darf sich jetzt gern mal ein paar Jugendliche dazu vorstellen, die so viel Spaß an des klugen Mannes „Spinnereien“ hatten, daß sie diese ihrem Hobby zugrunde legten. Und schon sind wir bei der südafrikanischen Band Diamond Thug, also Chantel Van T, Ted Buxton, Danilo Queiros und Adrian Culhane aus Kapstadt.
Die vier haben nämlich gerade ihr Debütalbum mit einem Begriff aus der Keplerschen Himmelsmechanik, dem Apastron, benannt (was den fernsten Punkt auf der Umlaufbahn eines Sterns kennzeichnet) und das nicht nur, weil es mega klingt und mal eben hipp ist. Aus der Handreichung zur Platte (siehe auch nachfolgende Bilder von Hannah Shone) kann man nämlich entnehmen, daß sie den Sound ihrer Songs in enger Beziehung sowohl zu den Unbegreiflichkeiten als auch den Gesetzen des Weltalls sehen, den Forscher sogar namentlich mehrfach erwähnen und auch sonst alles ziemlich abgespaced klingen lassen. Astropop, you know? Wir hören Van T’s wandelbare, volumenreiche Stimme, wunderbar dahinfließende Lavelampen-Synthetik, schillernde Gitarrenakkorde und jede Menge kluge Effektspielereien, Flöten, Madolinen, solche Sachen.
Man ist geneigt, sich das Album bei angemessener Lautstärke unter der gewölbten Kuppel eines Planetariums vorzustellen und plötzlich kommt einem das Ganze überhaupt nicht mehr trocken und theoretisch vor, sondern offenbart einen fast schon liebevollen Bezug zu den unfassbaren Weiten des Universums: Das leicht psychedelische „Choo Choo“, der Neofolk von „Sapphire“, die kunstvoll verschlaufte Melodik bei „Quietly Become“ und die satten, perkussiven Passagen gleich darauf in „The Descent“ – alles sehr dicht, auf den Punkt strukturiert, ausgewogen. Fast so wie der Kosmos selbst eben. Folgerichtig nehmen sie in „The Pale Blue“ auch Bezug auf die berühmte Rede des (eher neuzeitlichen) Genies Carl Sagan zu einer Erdaufnahme der Raumsonde Voyager, es wird lang, es wird episch und auch mal laut und bleibt wie das ganze Album in der Wirkung fast hypnotisch. Seit drei Jahren haben Diamond Thug ihr Talent Stück für Stück immer wieder aufblitzen lassen – mit diesem Album dürften sie sich in Lichtgeschwindigkeit auf die Erfolgsbahn katapultieren. http://www.diamondthug.com/
„Apastron“
(Kudukudu)
[uh-pas-truh n, -tron]
noun, plural apastra [uh-pas-truh]. Astronomy.
The point in the path of a celestial object orbiting a star at which
it is farthest from the star.
So, jetzt mal Hand auf’s Herz: Was fällt uns denn zu folgenden Stichworten ein: Heliozentrisches System, Gravitationskraft, numerische Exzentrizität, Drehimpulserhaltung? Na, klingelt’s? Genau: Popmusik. Äh, bitteschön, was?! Okay, also genaugenommen reden wir hier erstmal vom deutschen Wissenschaftler Johannes Kepler, der ein maximal gescheiter Mann war und Anfang des 17. Jahrhunderts eine Reihe wegweisender Gesetze austüftelte, mit denen man nicht nur Planetenbahnen herleiten konnte, sondern die neben der Astronomie gleich die komplette neuzeitliche Wissenschaft revolutionierten. Wem diese recht stümperhafte Zusammenfassung zu sehr nach öder LK-Streberei klingt, der darf sich jetzt gern mal ein paar Jugendliche dazu vorstellen, die so viel Spaß an des klugen Mannes „Spinnereien“ hatten, daß sie diese ihrem Hobby zugrunde legten. Und schon sind wir bei der südafrikanischen Band Diamond Thug, also Chantel Van T, Ted Buxton, Danilo Queiros und Adrian Culhane aus Kapstadt.
Die vier haben nämlich gerade ihr Debütalbum mit einem Begriff aus der Keplerschen Himmelsmechanik, dem Apastron, benannt (was den fernsten Punkt auf der Umlaufbahn eines Sterns kennzeichnet) und das nicht nur, weil es mega klingt und mal eben hipp ist. Aus der Handreichung zur Platte (siehe auch nachfolgende Bilder von Hannah Shone) kann man nämlich entnehmen, daß sie den Sound ihrer Songs in enger Beziehung sowohl zu den Unbegreiflichkeiten als auch den Gesetzen des Weltalls sehen, den Forscher sogar namentlich mehrfach erwähnen und auch sonst alles ziemlich abgespaced klingen lassen. Astropop, you know? Wir hören Van T’s wandelbare, volumenreiche Stimme, wunderbar dahinfließende Lavelampen-Synthetik, schillernde Gitarrenakkorde und jede Menge kluge Effektspielereien, Flöten, Madolinen, solche Sachen.
Man ist geneigt, sich das Album bei angemessener Lautstärke unter der gewölbten Kuppel eines Planetariums vorzustellen und plötzlich kommt einem das Ganze überhaupt nicht mehr trocken und theoretisch vor, sondern offenbart einen fast schon liebevollen Bezug zu den unfassbaren Weiten des Universums: Das leicht psychedelische „Choo Choo“, der Neofolk von „Sapphire“, die kunstvoll verschlaufte Melodik bei „Quietly Become“ und die satten, perkussiven Passagen gleich darauf in „The Descent“ – alles sehr dicht, auf den Punkt strukturiert, ausgewogen. Fast so wie der Kosmos selbst eben. Folgerichtig nehmen sie in „The Pale Blue“ auch Bezug auf die berühmte Rede des (eher neuzeitlichen) Genies Carl Sagan zu einer Erdaufnahme der Raumsonde Voyager, es wird lang, es wird episch und auch mal laut und bleibt wie das ganze Album in der Wirkung fast hypnotisch. Seit drei Jahren haben Diamond Thug ihr Talent Stück für Stück immer wieder aufblitzen lassen – mit diesem Album dürften sie sich in Lichtgeschwindigkeit auf die Erfolgsbahn katapultieren. http://www.diamondthug.com/
The Ninth Wave: Drama, Baby!
Zunächst reden wir hier mal über ein Gemälde des armenischen Künstlers Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, genannt "Die neunte Woge" - beeindruckende Dramatik, Schiffbrüchige in tosender See vor Sonnenuntergang, gemalt 1850, hängt in St. Petersburg. Aber eigentlich geht es uns mehr um eine junge schottische Band gleichen Namens, The Ninth Wave aus Glasgow. Auch dramatisch, aber eher im musikalischen Sinne - Wavepop, Gothrock, irgendwo dazwischen. Am 20. April wird bei Distiller Records ihre EP "Never Crave Attention" erscheinen und hört man sich die beiden Vorabtracks "New Kind Of Ego" und das aktuelle "Swallow Me" an, fühlt man sich auf angenehme Weise flugs ein paar Jahrzehnte zurückversetzt - wenn auch nicht gleich bis ins neunzehnte Jahrhundert.
20.04. Berlin, Badehaus
21.04. Hamburg, Molotow
20.04. Berlin, Badehaus
21.04. Hamburg, Molotow
Dienstag, 10. April 2018
Janelle Monáe vs. Grimes: Pretty in PYNK
Schon früher hatten sich die beiden zusammengetan, nun gibt es erneut eine Kollaboration: In zwei Wochen soll "Dirty Computer", die dritte Platte von Janelle Monáe erscheinen und die beiden Vorabsingles, die wir mit "Django Jane" und "Make Me Feel" bislang kennen, lassen nur das Beste ahnen. Und auch beim dritten Track "PYNK" gibt es Sound und Bild satt, ersteres gemeinsam mit Claire Boucher aka. Grimes (die sich damit also für Monáes Auftritt im Song "Venus Fly" ihres Albums "Art Angels" revanchiert), letzteres mit einer quietschbunten und wilden Party voller politischer Anspielungen und Zitate, choreografiert von Regisseurin Emma Westenberg.
Hinds: Nur nichts übereilen
Hinds
„I Don’t Run“
(Lucky Number)
Starker Satz, soweit: „On this album, the struggles are clear. We want to be brave“, das jedenfalls sagten die Hinds, genauer Sängerin Ana Perrote, dem Onlineportal CoS zur neuen, zweiten Platte. Bei solch einer Ankündigung erwartet man dann natürlich nicht weniger als den Weltumsturz, die 180-Grad-Wende, die endgültige Abrechnung. Geworden ist es dann aber – und das ist jetzt beileibe keine Enttäuschung – die Fortsetzung mit ähnlichen Mitteln. Vielleicht sind die elf neuen Songs der madrilenischen All-Girl-Formation etwas griffiger, schneller auf den Punkt, möglicherweise sind auch die Texte eine Spur näher am Leben der vier Damen. Klingen tun sie immer noch ziemlich hingerotzt (und das soll eher als Lob verstanden werden), sehr LoFi, sehr Proberaum.
Arrangiert hat diesen ungeglätteten Sound der Dauerproduzent der Strokes Gordon Raphael, von dem man ehrlicherweise sagen muß, daß nach den Strokes auch kein ganz so großer Wurf mehr auf der Sedcard hinzugekommen ist. Sei’s drum – für die Hinds war’s ein Glücksfall, die rocken ihre mehrstimmigen Dreiminüter ganz lässig über die Bühne, etwas schräg, mäßig wütend. Meistenteils hören wir ansteckendes und sehr unterhaltsames Surfgitarren-Gedengel oder knackigen Garagenpunk, es geht um Trennungsschmerz, Liebesentzug, Coming of Age – und auch der Pop bekommt seine Momente. Besonders schön, wenn sie für „Tester“ scheinbar zwei Geschosse tiefer, also scheinbar im Kohlenkeller, mit den Aufnahmen beginnen, ganz am Schluß ziehen sie das für „Ma Nuit“ mit dreisprachigem Textwirrwarr über die komplette Spiellänge durch. Manchmal, wie zum Beispiel bei „Rookie“, stellt man sich zur Abwechslung mal ein paar Trompetentöne vor und wünscht sich, sie hätten’s vorher auch getan. Aber die Hinds sind schließlich noch jung und können sich ihren Mut für die nächsten Alben ja noch aufsparen. Wir bleiben gerne dran. http://www.hindsband.com/
26.04. Hamburg, Molotow
27.04. Berlin, Bi Nuu
29.04. Zürich, Mascotte
„I Don’t Run“
(Lucky Number)
Starker Satz, soweit: „On this album, the struggles are clear. We want to be brave“, das jedenfalls sagten die Hinds, genauer Sängerin Ana Perrote, dem Onlineportal CoS zur neuen, zweiten Platte. Bei solch einer Ankündigung erwartet man dann natürlich nicht weniger als den Weltumsturz, die 180-Grad-Wende, die endgültige Abrechnung. Geworden ist es dann aber – und das ist jetzt beileibe keine Enttäuschung – die Fortsetzung mit ähnlichen Mitteln. Vielleicht sind die elf neuen Songs der madrilenischen All-Girl-Formation etwas griffiger, schneller auf den Punkt, möglicherweise sind auch die Texte eine Spur näher am Leben der vier Damen. Klingen tun sie immer noch ziemlich hingerotzt (und das soll eher als Lob verstanden werden), sehr LoFi, sehr Proberaum.
Arrangiert hat diesen ungeglätteten Sound der Dauerproduzent der Strokes Gordon Raphael, von dem man ehrlicherweise sagen muß, daß nach den Strokes auch kein ganz so großer Wurf mehr auf der Sedcard hinzugekommen ist. Sei’s drum – für die Hinds war’s ein Glücksfall, die rocken ihre mehrstimmigen Dreiminüter ganz lässig über die Bühne, etwas schräg, mäßig wütend. Meistenteils hören wir ansteckendes und sehr unterhaltsames Surfgitarren-Gedengel oder knackigen Garagenpunk, es geht um Trennungsschmerz, Liebesentzug, Coming of Age – und auch der Pop bekommt seine Momente. Besonders schön, wenn sie für „Tester“ scheinbar zwei Geschosse tiefer, also scheinbar im Kohlenkeller, mit den Aufnahmen beginnen, ganz am Schluß ziehen sie das für „Ma Nuit“ mit dreisprachigem Textwirrwarr über die komplette Spiellänge durch. Manchmal, wie zum Beispiel bei „Rookie“, stellt man sich zur Abwechslung mal ein paar Trompetentöne vor und wünscht sich, sie hätten’s vorher auch getan. Aber die Hinds sind schließlich noch jung und können sich ihren Mut für die nächsten Alben ja noch aufsparen. Wir bleiben gerne dran. http://www.hindsband.com/
26.04. Hamburg, Molotow
27.04. Berlin, Bi Nuu
29.04. Zürich, Mascotte
A Place To Bury Strangers: Comebacker [Update]
Fast alles neu in New York City: Die Noise-Kombo A Place To Bury Strangers, mit ihrem letzten Studioalbum "Transfixiation" 2015 im Ring, vermeldet gerade die Fertigstellung der fünften Platte "Pinned", Veröffentlichung ist für den 13. April bei Dead Oceans geplant. Ebenfalls gilt es bekanntzugeben, daß mit Lia Simone Braswell eine neue Drummerin mit von der Partie ist, die sich auch stimmlich einzubringen weiß. Überzeugen dürfen wir uns davon schon bei der ersten Single "Never Coming Back", die gerade mit einem Video von Oliver Ackermann und Ebru Yildiz erschienen ist.
Update: Wir haben von der neuen Drummerin gesprochen - bei "There'S Only One Of Us" nun sehen wir sie in Action. Darüberhinaus gibt es mit "Frustrated Operator" Vorabtrack Nummer drei zu hören/sehen.
18.04. Wiesbaden, Schlachthof
28.04. Dortmund, FZW
07.05. Berlin, BiNuu
08.05. Hamburg, Logo
Update: Wir haben von der neuen Drummerin gesprochen - bei "There'S Only One Of Us" nun sehen wir sie in Action. Darüberhinaus gibt es mit "Frustrated Operator" Vorabtrack Nummer drei zu hören/sehen.
18.04. Wiesbaden, Schlachthof
28.04. Dortmund, FZW
07.05. Berlin, BiNuu
08.05. Hamburg, Logo
Montag, 9. April 2018
Le Butcherettes: Auf Kriegspfad
Allzu viel sollte man vielleicht noch nicht hineininterpretieren. Aber es könnte schon sein, daß gerade aus dieser Ecke in nächster Zeit mit mehr Getöse zu rechnen ist: Die mexikanische Garage-Punk-Band Le Butcherettes hat ja vor drei Jahren auf ihrem Album "A Raw Youth" ziemlich laut ihrem Unmut zum Weltenlauf Ausdruck gegeben - wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, da noch kein durchgeknallter US-Präsident ein ganzes Volk mit Mauerplänen und sonstigen Schmähungen als Verbrecher und Faulpelze diffamierte. Es könnte also Gründe haben, daß sich Sängerin Teri Gender Bender jetzt für das Video zum ersten neuen Song "spider/WAVES" die Kriegskluft des Volksstammes der Chichimeka angelegt hat - Stereogum hat herausgefunden, daß dies aus Verehrung für ihre Großmutter passierte, vielleicht ist es aber auch ein Vorgriff zur eventuell bevorstehenden Veröffentlichung einer weiteren Platte.
Sonntag, 8. April 2018
Mit Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis ... [5/18]
Rich Girls: Guter Anfang
Rich Girls
„Black City“
(Tricycle Records)
Am Ende ist man dann doch immer ganz froh, dass sich alle Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben. Wobei das mit dem Ende ja genaugenommen auch nicht stimmt. Denn das Ende soll ja hier eher der Anfang sein und für eine Band wie die Rich Girls aus New York City vielleicht ja sogar der Anfang von etwas Großem. Darauf hofft man ja schließlich, wenn das Debütalbum endlich erscheint. Vor einem Jahr haben Luisa Black (mit deren Soloarbeiten alles angefangen hatte), August Churchill und Gavin Haag ja schon eine vielbeachtete EP mit dem Titel „Love Is The Dealer“ veröffentlicht. Und auch die ersten Singles von „Black City“ kamen als großes Versprechen – das sie jetzt mit dieser Platte eingelöst haben. Sie ist nicht ganz so hart und düster geworden, wie das Eröffnungsstück „In The Streets“ vielleicht vermuten ließ, dafür läßt sich jetzt hören, dass die drei ein feines Händchen für schön verschlungene Melodien und basslastigen Dreampop haben, der zwar angemessen melancholisch, aber nicht allzu traurig daherkommt. Songs wie „Wayne“, „Blood Brother“ oder „Laid Eyes“ werden von schönen, fast anmutigen Gitarrenakkorden und Synthpassagen getragen, die Harmonien verschwenderisch, Blacks Stimme (die nicht selten an Siouxsie Sioux erinnert) angenehm vielfarbig – die neun Stücke haben einen schnell auf ihrer Seite. Als ihre erste Band – passenderweise: The Blacks – auseinanderbrach, fiel auch Black, so konnte man lesen, in ein tiefes Loch, schließlich schien damit auch ihre Berufung zur Musikerin in Frage gestellt. Hört man sich die Songs dieser Platte an, möchte man sie von ihren Zweifeln erlösen – sie klingen wirklich nach einem verheißungsvollen Anfang.
„Black City“
(Tricycle Records)
Am Ende ist man dann doch immer ganz froh, dass sich alle Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben. Wobei das mit dem Ende ja genaugenommen auch nicht stimmt. Denn das Ende soll ja hier eher der Anfang sein und für eine Band wie die Rich Girls aus New York City vielleicht ja sogar der Anfang von etwas Großem. Darauf hofft man ja schließlich, wenn das Debütalbum endlich erscheint. Vor einem Jahr haben Luisa Black (mit deren Soloarbeiten alles angefangen hatte), August Churchill und Gavin Haag ja schon eine vielbeachtete EP mit dem Titel „Love Is The Dealer“ veröffentlicht. Und auch die ersten Singles von „Black City“ kamen als großes Versprechen – das sie jetzt mit dieser Platte eingelöst haben. Sie ist nicht ganz so hart und düster geworden, wie das Eröffnungsstück „In The Streets“ vielleicht vermuten ließ, dafür läßt sich jetzt hören, dass die drei ein feines Händchen für schön verschlungene Melodien und basslastigen Dreampop haben, der zwar angemessen melancholisch, aber nicht allzu traurig daherkommt. Songs wie „Wayne“, „Blood Brother“ oder „Laid Eyes“ werden von schönen, fast anmutigen Gitarrenakkorden und Synthpassagen getragen, die Harmonien verschwenderisch, Blacks Stimme (die nicht selten an Siouxsie Sioux erinnert) angenehm vielfarbig – die neun Stücke haben einen schnell auf ihrer Seite. Als ihre erste Band – passenderweise: The Blacks – auseinanderbrach, fiel auch Black, so konnte man lesen, in ein tiefes Loch, schließlich schien damit auch ihre Berufung zur Musikerin in Frage gestellt. Hört man sich die Songs dieser Platte an, möchte man sie von ihren Zweifeln erlösen – sie klingen wirklich nach einem verheißungsvollen Anfang.
Samstag, 7. April 2018
Alice Merton: Wieder von vorn
Da ist man immer hin- und hergerissen, wenn ein Song das Zeug zum Indiehit hat und dann doch in der heavy rotation der größeren Funkstationen landet. Schlechter ist er deswegen ja nicht geworden und heißt es nicht immer so schön: Man muß auch mal loslassen können? Haha. So erlebt Anfang 2017 bei der Deutsch-Kanadierin Alice Merton und dem Titelsong ihrer EP "No Roots" - ein Stück, dem man im vergangenen Jahr kaum entkam (und zu dem es hernach auch noch eine ganze Reihe an Dance-Reworks und auch den obligatorischen Late-Night-Auftritt gab). Gerade hat sie sich mit "Lash Out" wieder zurückgemeldet und nun geht das gleiche Spiel wohl wieder von vorn los - ihr kann es Recht sein.
Freitag, 6. April 2018
Sisteray: Abrechnung
Und noch ein paar Comebacker: Auch die Londoner Krachkapelle Sisteray melden sich heute mit einem neuen Track zurück. Mit "Algorithm Prison" läutet das Quartett die Veröffentlichung einer neuen EP bei Vallance Records für Mai ein, der Titel beschäftigt sich, wie könnte es anders sein, mit einem der großen Themen dieser Tage - der Datensicherheit und Cambridge Analytica, Niall Rowan rotzt dazu die Zeile "We ain't your target market!" Angeblich soll bei der Aufnahme auch eine Original-Gitarre von Pete Townsend mit von der Partie gewesen sein, ob das herauszuhören ist, muss dann jede/r für sich selbst entscheiden.
Ladytron: Rückmeldung
Als hätten wir dieser Tage nicht oft genug an Liverpool denken müssen, gibt es nun auch noch eine weitere gute Nachricht aus der Stadt an der Mersey: Ladytron, eine der dienstältesten Synthpop-Bands der Insel, haben gerade nach Auflösungserscheinungen und Schaffenspausen ihr neues, sechstes Album angekündigt. Die erste Single der noch unbetitelten Platte nennt sich "The Animals" und wurde gerade mit einem Video von Fernando Nogari veröffentlicht, ebenso erwähnenswert ist der feine Remix des Titels durch keinen Geringenen als Depeche-Mode-Gründer Vince Clarke.
The Magic Numbers: Writings on the wall [Update]
Protestsongs? Och nö, wer macht denn das heute noch? Typische Frage der Generation Y. Klar brauchen wir die, gibt es ohnehin viel zu wenige davon in diesen Brennstoffzeiten, wo man manchmal das Gefühl hat, die Jugend gibt sich lieber konsumsediert als rebellisch. Interessant deshalb der Slogan, den sich die Londoner Geschwisterkombi The Magic Numbers für die Präsentation ihres neuen Albums "Outsiders" an die Wand gesprüht haben: "This is our music. These are rebel songs. Are you in or out?" Am 11. Mai soll die Platte (ihre fünfte) bei Role Play Records erscheinen und Romeo Stodart hat schon mal ein kleines Flugblatt dazu erarbeitet: "I never wanted to be a part of anything, the cool kids at school, the pretend outlaws. I was always an outsider, we’ve always been an outsider band. We don’t fit in, never have and never will. Especially now. As you get older you realise your strength in not giving a fuck. You realise what you’ve been trying to do your whole life. Create something that’s yours, your own world, your own views, make something special, start your own gang but always be YOU within it. Don’t conform. Don’t fall in line. Be free. Be inspired. Inspire. Live & Love. To all the Outsiders!" Die erste Single "Sweet Divide" gleich hier vor Ort.
Update: Auch für die aktuelle Single gibt es natürlich einen Videoclip - und dann auch gleich noch die nächste Hörprobe mit "Ride Against The Wind".
Update: Auch für die aktuelle Single gibt es natürlich einen Videoclip - und dann auch gleich noch die nächste Hörprobe mit "Ride Against The Wind".
Team Picture: Besser bunt [Update]
Neues aus Leeds - schon wieder, möchte man fast sagen: Gerade melden sich Team Picture, sechsköpfiges Ensemble mit speziellen Kenntnissen in der Sparte Fuzzrock zurück, zuletzt hatten wir sie mit neuem Material 2016 auf dem Schirm. Nun also die Ankündigung einer neuen EP mit dem Titel "Recital" und einem lustig bunten Retro-Video zur Single "(I Want Your) Life Hack", das Komplettwerk ist für den 1. Juni bei Big Dumb Music geplant. Als Zugabe noch den Song "(I Have A) Little Secret", der vor einem Monat erschienen und mutmaßlich auch auf der 12" zu finden ist.
Update: Und noch eine Ergänzung - Single Nummer drei ist mit "Strange Year" nun im Rennen.
Update: Und noch eine Ergänzung - Single Nummer drei ist mit "Strange Year" nun im Rennen.
Arctic Monkeys: Genug der Häme
Recht machen kann man es keinem, das ist soweit klar, aber die Arctic Monkeys haben sich in den letzten Wochen viel anhören müssen. Weil die Band aus Sheffield treffsicher jedes Festival bebucht hat, was in diesem Sommer an welchem Ende der Welt auch immer stattfindet, witzelten schon manche, man könne ja einfach für das heimische Kuhdorf auf die Schnelle eine Veranstaltung erfinden, den Headliner habe man ja schon sicher. Haha. Soviel Häme haben die vier Herren gar nicht verdient, denn ihr letztes Album "AM" war, auch wenn es schon wieder ein paar Jährchen her ist, zweifellos ein gutes und das neue, mit dem sie nun um die Ecke kommen, könnte durchaus wieder toppen. Am 11. Mai also soll die Platte mit dem ungewöhnlich vertrackten Titel "Tranquility Base Hotel + Casino" nämlich bei Domino Records erscheinen, mehr als einen Teaser gibt es noch nicht zu hören, aber wir wissen immerhin von elf neuen Songs und kennen schon mal die Verpackung. Mehr folgt bald.
Forth Wanderers: Bild und Ton
Vor zwei Jahren, als sie hier mit ihren Singles aufschlugen, waren die Forth Wanderers - wir haben das neidvoll vermerkt - unverschämt jung. Sie sind es heute immer noch und das Schöne daran ist, daß sie auch musikalisch nicht nachgelassen haben. Die Gitarren scheppern wie in den Anfangstagen, der Gesang von Ava Trilling ist nach wie vor sehr präsent, kurz: Das bleibt gut. Erfreulich deshalb, daß die Band für den 27. April ihr selbstbetiteltes Labeldebüt bei Sub Pop angekündigt hat und dafür eine recht große Anzahl der zehn neuen Songs mit den Zeichnungen von Gitarrist Ben Guterl versehen hat. In diesem Falle dürfen wir uns also mal mit Texten zurückhalten - hier kommen Ton und Bild zu "Ages Ago", "Nevermine" und "Not For Me".
Donnerstag, 5. April 2018
Chris Liebing: Wieder im Gespräch
Daß diese Gattung Musik anders gewichtet und gewertet, überhaupt anders wahrgenommen wird, ist kein Geheimnis. Daß es sich lohnt, auch heute noch über deutschen Techno zu reden, ist unbestritten und gerade mit Veröffentlichung von Sven Regeners Roman "Magical Mystery" noch eine Spur klarer. Fangen wir also damit an: Das Label Mute Records hat gerade mit stolzgeschwellter Brust bekanntgegeben, einen Vertrag mit Chris Liebing abgeschlossen zu haben. Die Jünger der Bewegung kennen den Mann natürlich bestens, Begriffe wie Loveparade, Mayday, Omen und Speedy J setzen die Meilensteine und Trivia wie seine Teilnahme bei Stefan Raabs "Schlag den Raab" interessieren da nur am Rande. Liebing hat nicht gerade viele Alben veröffentlicht (in seinem Genre zählen solche Sachen nicht zur harten Währung), bei Mute hat er aber mit "Novembergrey" zumindest eine erste Single platziert. Was darüberhinaus noch kommen wird, wird sich zeigen.
12.05. München, Blitz
13.05. Berlin, Berghain
12.05. München, Blitz
13.05. Berlin, Berghain
The Vaccines: Raus auf die Straße
The Vaccines
"Combat Sports"
(RCA)
Worauf es ankommt? Auf die Hits! Zumindest manchmal und bei dieser Band schon mal um so mehr. Seit acht Jahren sind The Vaccines mittlerweile am rocken, haben dabei zweieinhalb gute Platte abgeliefert, wobei das letzte schon erste Ermüdungserscheinungen aufwies. Ganz offensichtlich hat aber Justin Young den "Push"-Bottom bei seiner Band gefunden und dann auch gleich mächtig draufgehauen, denn "Combat Sports" bietet für den Moment alles, was man so braucht. Und das sind ... ? Eben. Spätestens bei "I Can't Quit" ist alles klar, Drums mit Wumms, Gitarren satt - ein Song für's Freidrehen, und beileibe nicht der einzige auf der Platte. "Surfing In The Sky", "Nightclub", "Out On The Street", Proklamationspop der schnellen, feinen Sorte, da wird nicht lange überlegt, sondern einfach rausgezimmert. Mal ein Schweinerock-Riff, zwischendurch ein bisschen Psychedelia zum Durchschnaufen, und schon zucken die Takte für den nächsten Abräumer. Zwischendrin haben sie mit dem balladesken "Young American" sogar einen kleinen Bowie-Moment, bei dem allerdings nicht ganz so klar ist, wieviel Ironie bei dem ganzen Schwulst mit im Spiel ist. Egal, danach geht es ohnehin wieder in die Vollen. Alles in allem ein Album, bei dem man nicht lange überlegen muß (und sollte), wer das kann, hat hier - versprochen - sehr viel Spaß. http://www.thevaccines.com/
"Combat Sports"
(RCA)
Worauf es ankommt? Auf die Hits! Zumindest manchmal und bei dieser Band schon mal um so mehr. Seit acht Jahren sind The Vaccines mittlerweile am rocken, haben dabei zweieinhalb gute Platte abgeliefert, wobei das letzte schon erste Ermüdungserscheinungen aufwies. Ganz offensichtlich hat aber Justin Young den "Push"-Bottom bei seiner Band gefunden und dann auch gleich mächtig draufgehauen, denn "Combat Sports" bietet für den Moment alles, was man so braucht. Und das sind ... ? Eben. Spätestens bei "I Can't Quit" ist alles klar, Drums mit Wumms, Gitarren satt - ein Song für's Freidrehen, und beileibe nicht der einzige auf der Platte. "Surfing In The Sky", "Nightclub", "Out On The Street", Proklamationspop der schnellen, feinen Sorte, da wird nicht lange überlegt, sondern einfach rausgezimmert. Mal ein Schweinerock-Riff, zwischendurch ein bisschen Psychedelia zum Durchschnaufen, und schon zucken die Takte für den nächsten Abräumer. Zwischendrin haben sie mit dem balladesken "Young American" sogar einen kleinen Bowie-Moment, bei dem allerdings nicht ganz so klar ist, wieviel Ironie bei dem ganzen Schwulst mit im Spiel ist. Egal, danach geht es ohnehin wieder in die Vollen. Alles in allem ein Album, bei dem man nicht lange überlegen muß (und sollte), wer das kann, hat hier - versprochen - sehr viel Spaß. http://www.thevaccines.com/
Therese Lithner: Einzelleistung [Update]
Jemanden gleich anhand eines einzigen Songs zu bewerten ist natürlich unsinnig. Es nicht zu tun, ist es ebenso. Therese Lithner aus dem schwedischen Umea konnte schon in verschiedenen Bands ihrer Heimat Erfahrungen sammeln, nun schickt sie sich an, zusammen mit Andreas Sandberg und Co-Produzent Linus Johansson eine Solokarriere zu starten. Erste beslastbare Arbeit hierfür ist die eben erschienene Single "Drown" - ansprechend wavig und düster, wie sich das für skandinavische Verhältnisse gehört, was sonst noch von ihr bei Lazy Octopus Records kommt, werden wir sehen.
Update: Und auch das dazugehörige Video hat diese düstere Aura, die einen sofort für den Song einnimmt. Bei Facebook kann man im Übrigen sehen, daß es tatsächlich noch drei weitere Stücke gibt, die eine EP ergeben - sicher bald via Lazy Octopus Records.
Update: Und auch das dazugehörige Video hat diese düstere Aura, die einen sofort für den Song einnimmt. Bei Facebook kann man im Übrigen sehen, daß es tatsächlich noch drei weitere Stücke gibt, die eine EP ergeben - sicher bald via Lazy Octopus Records.
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