Dienstag, 24. November 2015

On Dead Waves: Geheimniskrämerei

Ein wenig klingt der Song wie die kürzlich auch hier hochgelobte Kollaboration von Anton Newcombe und Tess Parks - auch wenn Mute Records es sehr spannend machen, die beiden werden sich dahinter wohl nicht verstecken. Wer oder was genau nun On Dead Waves, das neueste Signing des Labels, sind, wissen wir also zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, der erste Song "Blackbird" und das Video von Lukasz Pytlik lassen sich aber schon mal gut an und irgendwann werden sie schon was rauslassen, die Plattendealer. Versprochen.

Wolf Alice: Spaßeshalber

Ein Beweis dafür, dass die falschen Pilze nicht nur viel Schaden, sondern manchmal auch ebensoviel Spaß anrichten können, liefern Wolf Alice in ihrem neuen Video zu "Freazy" - knallbunt, durchgeknallt und obendrein poppig wie nur was. Auf dem Album "My Love Is Cool" ist dieses Stück allerdings klar in der Unterzahl.

Montag, 23. November 2015

The Cure: Planungsvorsprung

Alte Männer auf Reisen und trotzdem jetzt schon der Rede wert: The Cure werden im kommenden Herbst, also in knapp einem Jahr, für ein paar Termine vorbeikommen, ob sie dabei auch neue Songs präsentieren, ist bislang noch nicht klar, nur der Support soll mit The Twilight Sad schon feststehen. Die offizielle Website kündigt schon mal vollmundig an, dass neben Hitsingles und Raritäten auch bislang unveröffentlichte Songs zu hören sein werden und zwar "in a brand new stage production that promises to be one of the 'must see' shows of the year!" Hier die entsprechenden Daten - Vorverkaufsstart ist übermorgen, also am 25.11.2015:

17.10.  Hamburg, Barclaycard-Arena
18.10.  Berlin, Mercedes-Benz-Arena
24.10.  München, Olympiahalle
26.10.  Wien, Marx-Halle
04.11.  Basel, St.-Jacobs-Halle
06.11.  Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle
08.11.  Leipzig, Arena
09.11.  Köln, Lanxess-Arena

Sonntag, 22. November 2015

Adele: Zuviel des Guten

Adele
„25“
(XL Recordings)

Am Ende des Albums wissen wir alle dann mit Sicherheit, was vorher eigentlich schon bekannt war: Adele Laurie Blue Adkins hat eine sagenhafte, eine tolle Stimme. Warum man aber dennoch Bauchschmerzen hat? Nun, eigenartigerweise ist es nicht die große Traurigkeit, die fast alle Songs des neuen Albums durchzieht – gegen jugendliche n Weltschmerz ist nichts einzuwenden und Anlässe dazu gibt es, wie man hört (und vorher schon liest), auch in Adeles Leben genug. Sie zieht hier im Übrigen mit ihrer zwei Jahre älteren schwedischen Kollegin Lykke Li gleich, die ebenso gern viel Schwermut in ihre Lieder packt – auch deren letztes Album „I Never Learn“ war beileibe keine einfache Kost und trotzdem recht eindrucksvoll. Nein, es krankt an anderer Stelle: Irgendwie scheint jeder der so zahlreichen wie namhaften Produzenten und Co-Writer ihres Albums – wir reden hier immerhin von Schwergewichten wie Paul Epworth, Mark Ronson, Greg Kurstin, Bruno Mars und Danger Mouse – der Künstlerin denselben Tipp gegeben zu haben, und unablässig alle Welt davon zu überzeugen, wie toll doch eben jene Stimme ist und dass dieses Stilmittel unbedingt ihr wichtigstes sein und bleiben müsse. Über diesem Diktat haben die Herren dann aber leider vergessen, der Stimme auch ein paar wirklich gute, meint abwechslungsreiche Songs zu schreiben oder Adele wenigstens darauf hinzuweisen, dass Trübsal und Trauer auf Dauer auch ziemlich anstrengend sein können.

So ist „Hello“ zweifellos ein bemerkenswerter Song mit viel Leidenschaft und wunderbarer Melodie, leider folgen auf diesen aber noch einige andere, die in dieselbe Kerbe hauen, nicht halb so gut sind und doch auf Pathos und Bombast nicht verzichten wollen. Viel Piano also, Streicher, Backgroundchöre, getragenes Largo plus barmendes Lamento und über allem ihre Stimme, die in verheißungsvollen Schattierungen beginnt und die Songs doch allzu oft, man muß es leider so sagen, mit Dominanz und Lautstärke erdrückt. „Send My Love“, mit funkigem, minimalistischem Unterton gestartet, stellt da als weltmusikalisches Jauchzen, zu dem es später wird, eher die Ausnahme, diese Leichtigkeit wird keinem der restlichen Stücke mehr vergönnt. Kaum zarte Momente, hübsche Soundideen wie die schleppenden Beats bei „Water Under The Bridge“ geraten früher oder später unter die Räder des anbefohlenen Balladenzwangs, man hat das Gefühl, sie wolle mit „Remedy“ oder „All I Ask“ nach Möglichkeit die Leerstelle füllen, die Whitney Houston hinterlassen hat. Es gibt nebenbei eine weitere Parallele zu Lykke Li, deren frühere Alben ebenfalls etwas mutiger und weniger eindimensional klangen und die vielleicht einen Ausweg aufzeigen kann: Beide haben zu unterschiedlicher Zeit einen ihrer Songs jemanden an die Hand gegeben, der ohne Vorbehalt und mit ein paar klugen Kniffen Reizvolle(re)s daraus zauberte – Beck bei „Get Some“ und Jamie xx für „Rolling In The Deep“. Ob nun also respektvolles Schulterzucken oder bedauernde Hochachtung, Adele wäre gut beraten, für ihre nächste Platte etwas verwegener zu Werke zu gehen – auf ihre Stimme, soviel ist sicher, kann sie sich ohnehin verlassen. http://adele.com/

Freitag, 20. November 2015

Porches: Ein guter Anfang

Geschmeidig dunkler Synthpop, wie gemacht für eine lange Freitagnacht: Porches, also das aktuelle Einmann-Projekt von Aaron Maine aus Pleasentville/New York, hat mit "Hour" eine neue Single am Start - der Track stammt vom neuen, zweiten Album "Pool", das am 5. Februar bei Domino erscheinen wird.

Chvrches: Immer eine Möglichkeit

Wer B sagt, kommt auch an C nicht vorbei: Auf Bowie folgen also die Chvrches - natürlich nicht halb so spektakulär, aber darum geht es auch gar nicht. Das Video zu "Empty Threat" illustriert den Tagesausflug einer eingeschworenen Emo-Clique und will eigentlich nicht mehr zeigen als die Möglichkeit von Freundschaft trotz Ausgrenzung und Außerseiterdasein - Austin Peters findet dazu sehr schöne Bilder. Der Song stammt natürlich vom Album "Every Open Eye".

Donnerstag, 19. November 2015

David Bowie: Horrortrip

Ganz und gar nichts für schwache Nerven oder Menschen, die nach befremdlichen Bildern zu Albträumen neigen: Das neue Video von David Bowie zum Titeltrack seiner neuen Platte "Blackstar", die am 8 Januar erscheinen soll, ist ein zehnminütiger Horrortrip zwischen Exorzismus und Science Fiction der düsteren Sorte. Regie führte Johan Renck, der auch schon für Teile von "Breaking Bad" verantwortlich zeichnete.

BATTS: Für später [Update]

Das ist dann eher für die Abendstunden: Das Duo BATTS stammt zu gleichen Teilen aus England und Australien (genauer Birmingham und Melbourne) und auf die Debütsingle "Morals", die vor einigen Monaten on air ging, folgt nun "For That I'm Sorry", ein schwelgerisches Stück Dreampop mit ganz viel Gefühl. Das liegt natürlich hauptsächlich an der warmen und kräftigen Stimme von Tanya Batt selbst, aber auch an den feinen Klangteppichen, die Alsdair Mason beisteuert.

Update: Erst im Stream, jetzt mit einem schönen Videoclip, gedreht von Kathleen Mary Le.



Mittwoch, 18. November 2015

Junior Boys: Darüberhinaus

Einen neuen, zweiten Track gibt es vom neuen Album der Junior Boys zu vermelden - auf den Titeltrack folgt heute das fiebrige "Over it", am 5. Februar kommt dann via City Slang der komplette Rest der Platte "Big Black Coat" hinterher.

Dienstag, 17. November 2015

John Cale: Mister Cool

Jetzt gibt's gleich mehrere Aufreger auf einen Schlag resp. Post: John Cale, mithin einer der genialsten Musiker unserer Zeit (und der davor), hat sich entschlossen, sein Soloalbum "Music For A New Society" aus dem Jahr 1982 einem Remastering zu unterziehen. Die Arbeit mit den alten Originalaufnahmen brachte ihn dann aber auf die Idee, die Tracks der Platte für eine weitere Version komplett neu zu arrangieren und als Rework einzuspielen, das Ergebnis wird am 22. Januar bei Domino Records erscheinen und den Titel "M:FANS" tragen. Die erste Kostprobe davon gibt es nun samt Video zu hören/sehen, den Clip zu "Close Watch" drehte Abby Portner (Schwester von Avey Tare/Animal Collective), als weibliche Nebenrolle tritt die bezaubernde Amber Coffman (Dirty Projectors) in Erscheinung (zum Vergleich hier die Originalversion).

Apropos Erscheinung: Die Plattenfirma veröffentlichte zur Nachricht auch ein Bild von Cale (Credit: David Reich), das den Mann so unglaublich lässig mit Jacket, Shorts und Sneakers zeigt - allein dieses Foto wäre ein paar Zeilen wert gewesen.

Savages: Letzte Warnung

Neues von der Band, die ihren Albumtitel gerade im Zuge der Anschläge von Paris zum trotzigen Lebensmotto erhob: Die Savages werden am 22. Januar bekanntlich ihre zweite Platte "Adore Life" veröffentlichen und nach "The Answer" ist gerade die zweite Single "T.I.W.Y.G." im Netz erschienen - "This is what you get when you mess with love" lautet die betreffende Zeile im Text, den Song gibt's derzeit u.a. bei Dooloop zu hören. Für Berlin wurde im Übrigen auch einen Livetermin bekanntgegeben:

30.11.  Berlin, Kantine Berghain

Gang Signs: Einen Schritt weiter

Gang Signs
„Geist“

(File Under Music)

Ach, was gab es nicht alles für gelungene und weniger erfreuliche Versuche, auf der Erfolgswelle der britischen Senkrechtstarter The XX, losgetreten mit ihrem grandiosen Debüt vor zehn Jahren, mitzureiten (und dabei ist der gestohlene Tanz von Milky Chance als Dauerbrenner noch nicht einmal der übelste). Weil der Erfolg eben nicht nur Neider, sondern auch viele Nachahmer hervorbringt, will die Liste der Kopisten bis heute nicht abreißen und auch das kanadische Trio Gang Signs wird von Unbedachten schnell in diese Ecke geschoben werden. Dabei gehen Peter Ricq, Adam Fink und Matea Sarenac die Sache deutlich druckvoller an – ihr aktuelles Album „Geist“ kann deshalb nur bedingt als Blaupause taugen. Klar haben sie ähnlich zarte und glitzernde Gitarrenhooks wie Romy Madley Croft im Programm, die zauberhaften Melodien ebenso, allerdings geben die drei ihren Songs entschieden mit Beats und Popappeal mit auf den Weg, mancher Track ließe sich so eher bei den Crystal Castles verorten als bei verträumten Minimal Wave der introvertierten Londoner. Wo der Maschinensound regiert, geraten naturgemäß die Feinheiten etwas in den Hintergrund, über die komplette Spiellänge klingen die Stücke von Gang Signs dann tatsächlich etwas zu schablonenhaft. Die Unnahbarkeit, das Sinstere, das sich mit den beiden ersten Stücken „Mate“ und „Antidot“ noch andeutet, geht gegen Ende leider etwas verloren – eine schöne, hörenswerte Platte bleibt es trotzdem. http://gangxsigns.com/

Chk Chk Chk: Ein Strauß bunter Ideen

Ganz klar ein Hingucker: Das neue Video zu "Ooo" von Chk Chk Chk aka. !!! kommt als total alberne Klingonenparty daher und macht mächtig viel Spaß, stammen tut der Song natürlich von der aktuellen Tanzplatte "As If" der Band. Passend dazu hat Pitchfork gerade die Nachricht geteilt, dass die Spaßkombo für ihre bevorstehende Konzertreise entschieden hat, sich selbst zu supporten und zwar unter dem Namen Stereolad - Ähnlichkeiten mit real existierenden Gruppen und Personen natürlich beabsichtigt. Einen Kommentar zu dieser revolutionären Idee gibt es wiederum von Frontmann Nic Offer: “Why? Just for a kicks, for a laugh, just cuz we want to. Same reasons we’ve been !!! all along. But seriously, we like a challenge, it seemed like a fun way to press our boundaries, we like to play, it was cheaper than hiring the real Stereolab to open for us and I look fantastic in a dress. So there. That seems like enough good reasons, no?” Aber sicher - ein Foto mit der neuen Identität weiter unten.





Montag, 16. November 2015

Poliça: Neue Töne [Update]

Eine gute Nachricht für alle Fans der amerikanischen Indieformation Poliça: Channy Leaneagh und ihre Mitstreiter haben für das kommende Jahre ihr drittes Album angekündigt, der Nachfolger von "Shulamit" von 2013 mit dem Titel "United Crashers" soll am 4. März erscheinen, den ersten Song davon ("Lime Habit") gibt es hier schon mal im Stream. Hier auch noch mal das Interview, das wir mit Channy Leaneagh anläßlich ihres letzten Auftritts in München führten.

Update: Auch Poliça jetzt mit Video für alle.




Fat White Family: Für Mutti [Update]

Definitiv eine Band, die man seiner Mutter noch vorstellen möchte: Den Jungs der Fat White Family geht das offenbar genauso und deshalb hat die Londoner Punkformation ihr neues Album auch "Songs For Our Mothers" betitelt, erscheinen soll es im Januar bei Fat Possum Records. Wenn auch noch kein Ton davon zur Anhörung freigegegben ist, so ist man mit der Lektüre der Selbstauskunft schon genug unterhalten, die liest sich wie folgt:

"While our first LP might be considered an assault, a spasmodic outpouring of disdain generated by the utter tedium of life when it is found unlivable, Songs For Our Mothers is an invitation. It is an invitation, sent by misery, to dance to the beat of human hatred. In it we ask that you take us gently by the hand as we lead you on a journey, a journey that leads us from the blinding white heat of a midday Mediterranean shore, to the embattled boudoir of Ike and Tina Turner, from the clotted grey droll of Dr Harold Shipmans waiting room, to the final hours of the Third Reich in the Berlin bunker. It is as much a catalogue of our obsessions as it is a sensual odyssey; sex, drugs, politics, death, the Northern Irish A-lister Sam Neil, it's all here, all that's left to do now is breathe it in."

Der Nachfolger von "Champagne Holocaust" enthält im Übrigen so hübsche Songs wie "Whitest Boy On The Beach", "Tinfoil Deathstar", "Lebensraum" und "Goodbye Goebbels", es gibt also genügend, worauf man gespannt sein darf - rein äußerlich haben die Herren (siehe oben) ja schon mal vorgelegt.

Update: Und da ist er, der erste Track vom neuen Album - ebenjenes "Whitest Boy On The Beach".

Pelzig: Vorbote

Noch ein Vorgriff auf's neue Album also, welches bekanntlich am 27. November erscheinen soll (und das, wie wir schon wissen, grandios werden wird): Pelzig haben einen weiteren Song von "Medium Cool World" mit einem Videoclip versehen - "No Routine Night" wurde von Alexander Schuktuew gedreht.

Freitag, 13. November 2015

Missy Elliott: Volle Packung

Sie hat's halt noch drauf: Die über alles verehrte Missy Elliott ist zurück im Ring und hat ein Video zu ihrem Song "WTF (Where They From)" mitgebracht, aufgenommen mit Pharrell Williams, gedreht hat Dave Meyers - Moves zum Zungeschnalzen, Breakdance, das ganze Programm. Kick's Ass!


Donnerstag, 12. November 2015

Deaths: Abgrundtief

Die Düsternis schreitet voran: Das Berliner Elektronik-Kollektiv Deaths hat seine neue EP veröffentlicht und der Sound ist auch weiterhin so somnambul und wie interessant. "Under Old Sun" vereinigt vier Stücke, ein stetiges Flackern, manches dissonant, anderes mit einem trägen Beat unterzogen, die Stimme von Igor Bruso zart und verletzlich dazu. Zum Track "Voices" existiert zudem bei Nowness ein Videoclip, Regie führte Lubos Rezler, wer sich ältere Sachen anhören möchte, kann dies bei Soundcloud ausgiebig tun.

ANDERSON .PAAK: Alleine weiter

Als Feature auf der grandiosen "Compton" schon mehrfach aufgefallen, nun wieder solistisch unterwegs: Der Kalifornier Brandon Anderson Paak, kürzer und prägnanter ANDERSON .PAAK, hat sich nach seiner Kollaboration mit der Produzentenlegende Dr. Dre gerade mit ScHoolboy Q zusammengetan und die Single "Am I Wrong" aufgenommen, zudem gibt es von ihm aktuell noch den Song "The Season/Carry Me" zu hören. Beide Tracks werden im Übrigen auf dem neuen Album "Malibu" enthalten sein, das für Anfang 2016 angekündigt ist.

18.02.  Berlin -Lido
21.02.  München - Ampere

Mittwoch, 11. November 2015

Tindersticks: Gemeinsame Sache

Vom neuen Album der Tindersticks "The Waiting Room", terminiert auf den 22. Januar 2016 bei City Slang, ist eine zweite Single samt Videoclip vernetzt worden - auf "We Are Dreamers!", das Duett von Stuart Staples mit Savages-Sängerin Jehnny Beth, folgt nun eine weitere Kollaboration. "Hey Lucinda" hat Staples mit der 2010 verstorbenen Künstlerin Lhasa De Sela, die auch schon für andere Songs ("That Leaving Feeling", "Sometimes It Hurts") gemeinsam mit dem charismatischen Bandleader am Mikrophon stand.