Posts für Suchanfrage twin shadow werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage twin shadow werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 4. Juli 2012

The Boy of Summer

Twin Shadow „Confess“ (4AD)

An den Sommer des Jahres 1984 werden sich nur wenige erinnern können, gern schon gleich gar nicht, denn der war deutlich zu kalt und gnadenlos verregnet („B-b-bitte heizen“/BILD, „Der Sommer ist im Eimer“/Spiegel). Der Sommerhit des Jahres allerdings wird dagegen vielen  in guter Erinnerung sein, denn kaum einer davor und danach war so zwingend und unumstritten – in diesem Jahr erschien Don Henleys „The Boys Of Summer“: „I can see you, your brown skin shining in the sun, I see you walking real slow, smiling at everyone...“ Selten, dass sich alle so einmütig auf einen Song einigen konnten – auf ein Gefühl, ein süßes Versprechen, Konsenspop at it’s best.

Weil jedoch von besagtem Don Henley nach seinem Überhit nicht mehr so viel Erinnernswertes kam, hat es sich nun offensichtlich George Lewis jr, besser bekannt unter dem Pseudonym Twin Shadow, zur Aufgabe gemacht, dem Mann, dem Song und der Zeit mit einem Großteil seiner zweiten Platte „Confess“ ein Denkmal zu setzen. Schon sein Debüt „Forget“ war ähnlich angelegt – obschon noch etwas dunkler gehalten, gab es auch hier schon reichlich Bezug zum gestylten Powerpop der späten 80er, zu ABC, Double und wie die smarten Jungs noch alle hießen.

Was Lewis mit den zehn Stücken seines Albums anstellt, ist natürlich weit entfernt von einer platten Kopie, dafür ist der Mann aus der Wahlheimat Florida einfach zu clever. Er dekliniert vielmehr mit viel Gespür für Zwischentöne das komplette Erfolgsmodell dieser doch recht synthetischen Musikepoche für diese eine Platte herunter und versieht alles mit reichlich frischem, schmückendem Beiwerk. „Five Seconds“, die erste offizielle Single, besticht trotz fetter Elektronik durch Leichtfüßigkeit und zwingenden Beat, den auch Bloc Party als Erfolgsgeheimnis ihr Eigen nennen. Ähnlich gelagert und ebenso gelungen „Run My Heart“ und das angefunkte „Patient“, auch der Opener „Golden Light“, wo Twin Shadow mehrmals und blitzschnell von feinem Gefrickel auf satte Popoper mit Falsettchor umschaltet, und das traurige „When The Movie Is Over“ gefallen – überall funkelt etwas von diesem hübschen Italodisko-Tant, geschmackvoll verpackt, durch’s prunkvolle Gewebe.
Die beiden Schlußstücke „I Don’t Care“ und das zweigeteilte „Be Mine Tonight“ schließen dann eher an die schon erwähnte, verhangene Grundstimmung des Debüts an, perfekter Pop auch das, nichts sonst. In der Mischung passt diese Platte somit zum durchwachsenen Sommer, es gibt vieles von allem und doch nur das Beste. Der letzte Satz der gleiche wie beim Vorgänger: Ein ordentliches Cover hat der Herr Lewis noch immer nicht zustande gebracht, sei’s drum, so kleinlich wollen wir mal nicht sein. http://www.twinshadow.net/


Komplettstream auch bei exclaim.ca

Freitag, 6. September 2013

Twin Shadow: Feuerwerker

Wenn man sich bei Bruce Springsteen und seiner Platte "Born In The USA" auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen will, bleibt man meistens bei "I'm On Fire" hängen, der wunderschönen Ballade inmitten der ansonsten doch recht plakativen Rockbolzen. Das ging wahrscheinlich auch George Lewis jr. alias Twin Shadow nicht anders und so hat er sich nun für die Serie seiner allmonatlichen Cover "Under The CVRS" ebenjenen Song herausgesucht und sehr ansprechend variiert - hier bei Youtube.

Mittwoch, 27. November 2013

Twin Shadow: Keine Angst

Berührungsängste kennt der Mann offenbar überhaupt keine: George Lewis jr. alias Twin Shadow hat sich im Rahmen seiner Video-Serie "Under The CRVS" an einen weiteren Dauerbrenner gemacht - diesmal covert er tatsächlich den Alltime-Heuler "With Or Without You" von U2 - hier bei Youtube.

Donnerstag, 11. November 2010

Gehört_207



Twin Shadow „Forget“ (4AD)
Seit über einem Jahr wird nun unter dem ohnehin schon recht müde gerittenem Slogan „Die 80er sind tot. Es leben die 80er!“ ein Nutzvieh nach dem anderen durch’s Popdorf getrieben. Und auch wenn es absehbar war, so ist es doch recht lustig zu beobachten, dass The XX – letztjährige Kritikerlieblinge und selbst referenzgeplagte Kinder der besagten Epoche (Young Marble Giants, etc.) – nun selbst schon als Vorbilder herhalten müssen.

So gerade geschehen bei George Lewis jr. aka Twin Shadow, eine Art elektronisches Einmannorchester aus Brooklyn. Wie bei The XX aus London ist auch bei ihm die Retrokeule schnell bei der Hand und natürlich kann man, wenn man sich lang genug vor die Boxen hockt, einen ganzen Sack voll an Verweisen auf den Zettel notieren. Lewis hat damit nach eigener Auskunft kein größeres Problem, die kreative Nutzung der 60jährigen Popgeschichte in all ihren Facetten sieht er geradezu als das Gebot der Stunde und als reine Blaupause mag man „Forget“ auch keinesfalls bewerten.

Zudem hinkt der Vergleich mit The XX beträchtlich, denn obschon seine Texte ziemlich schattig gehalten sind, offenbart die Musik dazu ein Mehr an offensivem Schwung, Eleganz und aufgehellter Grundstimmung. Wenn sich der Beginn mit „Tyrant Destroyed“ noch vorsichtig und bedrohlich pochend anschleicht, so geht’s danach schon deutlich beschwingter und entspannter zur Sache. Für „I Can’t Wait“ hat Lewis eine schöne Cyndie-Lauper-Gedächtnisgitarre im Gepäck, für das schöne „Shooting Holes In The Moon“ beleiht er nicht zum letzten Mal die smarten ABC, Spandau Ballet und natürlich Bryan Ferry, bei „At My Heels“ croont er gar zu schrägen Riffs.

Wenn als schon der anfängliche Verweis auf das Londoner Trio nicht stimmig ist, so kann sich mancher vielleicht mit Hot Chip als naheliegendere Entsprechung anfreunden, auch diese haben ja durchaus Parallelen zu Howard Jones, Heaven 17 oder Human League im Programm. Bei „Tether Beat“ und „Castles In The Snow“ knippst Lewis das Licht noch mal kurz aus, düsterer Beat Marke Fever Ray, Midas Touch für Tiefkühlfreunde: „Your my favorite daydream, I’m your famous nightmare, ... everything I touch grows cold.“ Den Mercury Prize hat der Mann mit der Platte zwar noch nicht gewonnen, die Rettung des Herbstes für Teilzeit-Melancholiker dürfte ihm mit „Forget“ jedoch schon mal gelungen sein. Ach, und zum Thema Cover: Brauche mer ned drübber redde ...
http://twinshadow.net/

Freitag, 17. Juni 2011

Le Frisur [reloaded]



Kürzlich hatte ich überlegt, der legendären Zwiebelfischchen-Sammlung zur fragwürdigen Namensgebung von Friseur-Innungen zwei neue Kuriositäten aus dem Münchner Landkreis beizusteuern (NiederMyHair/Moosburg und 4Haareszeiten/Wolfratshausen). Hab’s dann aber doch gelassen, das Thema schien wohl durch. Dachte ich. George Lewis aka. Twin Shadow, im letzten Jahr auffällig geworden durch sein gelungenes Elektronikdebüt „Forget“, sieht das offenbar anders und hat sich für seine aktuelle Konzertreise mit dem lustigen Namen „Clear Cuts Tour Fall 2011“ eine nette Idee einfallen lassen. Fünfzehn der angekündigten Gastmetropolen ist eine äußerst schmucke Trendfrisur zugeordnet (hier beachtlich: El Paso) – bestellen Konzertbesucher in einem bestimmten Zeitraum ihre Tickets, erhalten sie zusätzlich ein T-Shirt mit dem Hair-Do ihrer Heimatstadt und einen passenden Button obendrauf. Ganz zuende gedacht scheint das Projekt allerdings nicht, gewünscht hätte man sich, dass Lewis allen Fans freien Eintritt gewährt, die sich dem Veranstaltungsort nach passend frisieren, denkbar für diese Fälle wäre auch eine Art Gutschein für einen Coiffeur im Einzugsgebiet gewesen. Aber vielleicht hebt sich das Twin Shadow ja für seine Deutschlandkonzerte auf – dann nämlich wäre unter Umständen ein Besuch in Moosburg oder Wolfratshausen fällig (s.o.) und der Kreis wäre geschlossen.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Twin Shadow: Aus der Finsternis

Auch dieser Mann kann schon mit zwei respektablen Alben glänzen und kündigt nun ebenso einen Nachfolger an: George Lewis jr. alias Twin Shadow hat mit "Forget" und "Confess" das Genre des zeitgemäßen R'n'B entscheidend mitbeeinflußt, nach einer Reihe vereinzelter Coverversionen soll nun Mitte März "Eclipse" erscheinen und der Song "Turn Me Up" klingt nicht nur vielversprechend, sondern sieht auch noch ganz schick aus.



Der Clip folgt im Übrigen der ersten Vorauskopplung "To The Top" aus dem Sommer diesen Jahres.

Mittwoch, 27. Januar 2021

Xiu Xiu: Menschenkenner

Na gut, wir geben zu, dass wir ganz kurz zusammengezuckt sind, als wir den Namen der neuen Single von Xiu Xiu gelesen haben: "A Bottle Of Rum". Jamie Stewart jetzt bei Tik Tok? Shanty Trend, echt!? War natürlich Quatsch, der Mann ist jedwedem Netzhype völlig unverdächtig und das bleibt zum Glück auch so. Denn der Song ist eben einer von fünfzehn des neuen Albums "OH NO", dass der Amerikaner heute via Polyvinyl für 26. März ankündigte. Aufgenommen hat er ihn zusammen mit Liz Harris, womit wir bei einer tatsächlichen Besonderheit der Platte wären, die als eine Ansammlung von Duetten daherkommt. Und so finden sich dort u.a. Gäste wie Sharon Van Etten, Alice Bag, Owen Pallett und Chelsea Wolfe, dazu Twin Shadow, Liars, Sheawater und einzelne Teile von Deerhoof. Klingt prächtig, klingt spannend. Und weil von Stewart immer auch Zumutungen zu erwarten sind, weil er bekanntermaßen ein (vorsichtig formuliert) sehr eigenwilliger Mensch ist, lesen wir folgenden Satz von ihm mit Erstaunen: "The guest stars of OH NO reflect the types of people, and many of the very same, who helped remind me that the ratio of beautiful humans to shitty humans is more like 60/40 rather than what I have always assumed was 1/99. Although there is an ‘I HATE PEOPLE’ pin on my guitar strap, I hate them less now."



Dienstag, 17. Juli 2018

Alt-J: Relax hooray!

Das ist ja jetzt keine Unsitte, sondern für Künstler, die ihre Arbeit ohnehin stark elektrifiziert haben, noch einmal eine sehr lohnende Übung: Auch Alt-J haben, ähnlich wie kürzlich erst Goldfrapp, ihr Erfolgsalbum "Relaxer" in Gänze einem Rework unterzogen - oder besser die zahlreichen, existierenden Remixe ausgemistet und die besten, vorzugsweise aus der Gattung Hip Hop, auf der Platte "Reduxer" versammelt. Mit dabei so bekannte Namen wie Twin Shadow, Alchemist, Terrace Martin, Lomepal und Kontra K. Als Termin für die Veröffentlichung ist bei Amazon der 28. September verzeichnet, hier schon mal zwei vorab bekannte Beispiele.



Dienstag, 19. November 2013

Blood Orange: Verwandlungskünstler

Blood Orange
„Cupid Deluxe“

(Domino Records)

Mit Sicherheit war Devonté Hynes schon als Kind immer mit Spaß dabei, wenn es um’s Verkleiden ging, die Lust an der wechselnden Identität hat er sich offensichtlich bis heute bewahrt. Zusammen mit den Test Icicles gab er ein recht ruppigen Punksound zum Besten, als Lightspeed Champion wiederum kümmerte er sich um erwachsenen, melodischen Indiepop und nun schickt er sich an, unter dem Alias Blood Orange die R&B-Platte des Jahres vorzulegen – der Mann kann einem fast schon unheimlich werden. Ganz im Stile seiner Kollegen George Lewis Jr. (Twin Shadow) und Abel Tesfaye (The Weeknd) präsentiert er sich auf dem zweiten Album seines Monikers als Feinschmecker in Sachen Songwriting, zusätzlich zum artverwandten, versierten Gebrauch diverser Synthesizer mischt Hynes seinen Tracks eine gehörige Portion Funk unter Zuhilfenahme (auch hier ganz up to date) einer illustren Gästeschar bei.

So trafen im Studio unter anderem Dave Longstreth von den Dirty Projectors, Caroline Polachek, Sängerin der amerikanischen Elektropopband Chairlift, Samantha Urbani, die sonst bei der New Yorker Formation Friends am Mikro steht, Clams Casino und Rapper Skepta aufeinander – herausgekommen sind dabei elf sehr smarte, smoothe Downtemponummern, deren Spannweite vom Pop der 80er bis hin zum zeitgemäß angereicherten R&B des Frank Ocean reicht. Der Groove von “Unkle Ace”, das fabelhafte Gitarrenpicking bei “No Ring Thing” oder die angejazzten Ausschweifungen in “Chosen” (bei “It Is What It Is” linst sogar mal Prince über den Gartenzaun) – alles gelingt hier mit perfektem Timing und läßt die Stücke verführerisch funkeln. Selbst die beiden kurzen Rap-Passagen bei “Clipped On” und “High Street” passen perfekt ins Bild, bei der Gelegenheit fällt auf, dass das Scratchen im Laufe der Jahre irgendwie unter die Räder gekommen sein muss. Nicht so hier, nicht bei dieser Platte, die sich als sehr seltene Mischung erweist, nämlich der aus lässiger Coolness und großem Gefühl. Darauf einen ‘Bleeding Sun’.

Kompletter Albumstream bei Dailymotion.

Samstag, 10. Mai 2014

Kwabs: Der nächste Hoffnungsträger

An aktuellen Maßstäben gemessen kann man Kwabena Adjepong, kurz Kwabs, aus London durchaus als neue Hoffnung des RnB bezeichnen, obwohl 'weitere' vielleicht passender wäre, denn an jungen Talenten, die sich um die erfolgreiche Neuausrichtung des Genres verdient machen, mangelt es zu Zeit wirklich nicht. SOHN, The Weeknd, Twin Shadow, Sam Smith, How To Dress Well, BANKS, Arthur Beatrice, die Liste könnte noch länger sein. Kwabs hat im letzten Jahre eine Reihe von Songs geschrieben, die aufhorchen ließen, nun kommt am 20. Mai die EP "Pray For Love" heraus und von dieser sind bereits das Titelstück und "Something Right" bekannt - jetzt kommt noch "Brother" hinzu.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Charmante Reduktion



Little Dragon „Ritual Union“ (Peacefrog)
Es gibt Menschen, die wecken in ihrem Gegenüber einen reflexartigen Beschützerinstikt – hohes Stimmchen, zartes Wesen, da möchte man unweigerlich alles Böse dieser ach so verruchten Welt in den hintersten Winkel verbannen, weit weg vom vermeintlich Schutzbefohlenen. Paart sich scheinbare körperliche Zerbrechlichkeit dann noch mit dem passenden Soundtrack wie etwa bei Yukimi Nagano und der Musik ihrer schwedischen Band Little Dragon, wird aus dem Hörer erst der Fan und dann der Schirmherr.

Pure Einbildung, genauer besehen natürlich Nonsens, auch wenn sich mit Damon Albarn und David Sitek schon zwei ehrenamtliche Betreuer gefunden hatten – für ersteren besang Nagano zwei Tracks des letzten Gorillaz-Albums „Plastic Beach“, mit Sitek arbeitete sie für dessen Sideprojekt Maximum Balloon zusammen. Ihre Meriten haben sich Little Dragon allerdings mit den beiden Vorgängeralben erarbeitet – das selbstbetitelte Debüt und der Nachfolger „Machine Dreams“ enthielten eine beachtliche Menge feinster Elektronika, die sich auch optisch angenehm von gängiger Formatware unterschieden – die Clips zu „Twice“, „After The Rain“, „Fortune“ und „Never Never“ sind noch heute in guter Erinnerung.

Auch das neue Album „Ritual Union“ bietet jede Menge kunstvoll arrangierte Songs, deren Wirkung noch immer hauptsächlich auf der umsichtigen und sparsamen Instrumentierung und auf Naganos einschmeichelnden und letztendlich doch erstaunlich wandlungsfähigen Vocals beruht. Wie schon Twin Shadow, SBTRKT oder hierzulande Notwist und Lali Puna bevorzugen die Schweden eher die Reduktion und die Überraschung durch seltsame und ungewöhnliche Facetten, mit denen die Tracks verziert werden. Und wenn gelegentlich behauptet wird, Drumpads würden der Musik ihre Seele nehmen – hier kann davon keine Rede sein: Schon beim Titelstück nimmt einen der warme Beat bei der Hand, „Little Man“ danach hüpft förmlich zu denkbar einfacher Melodie, bei „Please Turn“ wird es zwingender, für „Summertearz“ fast tropisch.

Dazwischen werden synthetische Fleckenteppiche verlegt, die mal an die allgegenwärtigen 80er erinnern („Shuffle A Dream“), später zusammen mit Naganos Stimmpart verfremdet und leicht verzerrt wirken und an anderer Stelle nur noch als simples Pluckern („Seconds“), einem steten Tropfen gleich, dem Takt folgen. Angenehme Leichtigkeit bestimmt die Stücke, nichts ist überladen und die knappe Dreiviertelstunde erweist sich am Ende als unterhaltsame Distanz, fast zu kurz für den, der Gefallen daran gefunden hat.
http://www.little-dragon.se/

Mittwoch, 2. Mai 2012

Geständnis

Vor zwei Jahren legte George Lewis jr. alias Twin Shadow mit seinem Debütalbum "Forget" (4AD) ein ganz feines Stück elektronischer Handarbeit vor, nun ist für Anfang Juli mit "Confess" der Nachfolger angekündigt. Einen ersten Track gibt es auch schon dazu - "Five Seconds", anhören, downloaden: hier.

Freitag, 10. Dezember 2010

Angespielt_10



Schöne Idee, um aus etwas Gutem noch etwas Besseres zu machen: DJ-Inkone Matthew Dear, an dieser Stelle schon für sein aktuelles Album "Black City" gepriesen, unterlegt die neue Single der juwenilen Drums "Me And The Moon" mit dunkler Maschinenmusik - nach der hibbeligen Version von Twin Shadow ein schöne Alternative. Gibt's hier.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Lobinger

Das ist natürlich gar nicht grausam, das ist sogar sehr angenehm: Stereogum kümmert sich um unseren Sommer und stellt auf seiner Seite zwei Mixtapes zum Download zur Verfügung, die prall gefüllt sind mit jeder Menge guter Sommermucke. Mit dabei u.a. Grimes, Diplo, Twin Shadow, Death Grips, Yeasayer, die Cloud Nothings und und und. Da muß man auch mal loben - zu haben: hier.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Familienalbum # 32: Robert Forster

Das ist jetzt fast ein bisschen unfair, weil das eigentliche Ereignis etwas in den Hintergrund rückt, also die für den März geplante Veröffentlichung des neuen Albums von Robert Forster, Ex-Go-Betweens und Grand Seigneur des australischen Gitarrenpops (hier mit Tourdaten und Infofilmchen via Tapete Records). Aber so hilfsbedürftig wie der Mann vom Cover der künftigen Platte "Inferno" schaut, ruft das dringend nach Stöberei in der Verpackungsbranche und so haben wir aus aktuellem Anlass schnell ein neues Familienalbum zum sehr weit gefassten Thema "Männer, die von Liegemöbeln starren" zusammengesammelt (nicht zu verwechseln im Übrigen mit dem Stuhl-Dingens). Und da ist klar zu erkennen, dass Forster beileibe nicht der einzige Musiker ist, der mit müdem, lässigem oder gar abgewandtem Blick der Kamera entgegendämmert - schon vor ihm gab es eine Reihe von Exemplaren seiner Zunft, die das Fläzen zum Stilmittel erhoben haben. Nicht vorenthalten, obwohl kein Plattencover, wollten wir die wunderbare Aufnahme des britischen Künstlerkollektivs Hipgnosis von The-Who-Drummer Keith Moon, der das Couchsurfing zur wahren Perfektion gebracht hat. Alle Cover wie immer von links nach rechts und oben nach unten.

Robert Forster "Inferno", Gavin Friday "Catholic", Gil Scott-Heron "The Revolution Will Not Be Televised", Jake Shears "Creep City", Crosby, Stills And Nash "Crosby, Stills And Nash", Spoon "Transference", Martin Kerr "Better Than Brand New", John Lee Hooker "Chill Out", Tony Allen "The Source", Bleachers "Strange Desire", Charlie Puth "Voicenotes", George Michael "Patience", Morrissey "Spent The Day In Bed", Will Smith "Born To Reign", Lil Peep "Come Over When You're Sober Pt.1", Rödelheim Hartheim Projekt "Direkt aus Rödelheim", Farin Urlaub Racing Team "Herz verloren", The Drums "Enzyclopedia", Vic Chesnutt "Watching The Sleeping Man", Smile And Burn "Action Action", Twin Shadow "Saturdays feat. Haim", Keith Moon 1970 by Hipgnosis (unten)

30.04.  Berlin, Festsaal Kreuzberg
01.05.  Hamburg, Knust
03.05.  Münster, Gleis 22
04.05.  Bielefeld, Forum
05.05.  Bonn, Harmonie
07.05.  Frankfurt, Zoom Club
08.05.  Schorndorf, Manufaktur
09.05.  München, Feierwerk
10.05.  Wien, Theater Akzent
11.05.  Linz, Posthof

Freitag, 26. Oktober 2012

So gut wie und besser als

Chad Valley 
“Young Hunger”
(Universal)

Puhh! Das ist natürlich schon ziemlich dick aufgetragen. Superpop – here we go again! Nach M83 und Pop etc. versucht sich in diesem Jahr nun auch Hugo Manuel unter dem Alias Chad Valley an der finalen Ausbaustufe populärmusikalischer Klangkunst. Da man von dem jungen Mann aus Oxford selbst beim gewöhnlich ausnehmend gut sortierten Discogs nur zweieinhalb EPs findet, darf man wohl annehmen, dass „Young Hunger“ sein Debütalbum ist und zwar eines, dass nicht nur eine recht erlesene Gästeliste, sondern eben auch manch feine, schillernde und nahezu perfekte Melodie aufzuweisen hat.

Allein die beiden ersten Songs, „I Owe You“ als wunderbar eingängiges Duett mit Twin Shadow und das nicht minder geglückte „Tell All Your Friends“, weisen bestechende Qualitäten aus – sakraler Falsett inklusive. Klar, ohne die 80er wäre Chad Valley nicht denkbar, er hat sie – bewußt oder nicht – nahezu verinnerlicht. In den besten Momenten hat seine Musik soviel Schmelz und Sentiment wie George Michael und das Popappeal der Thompson Twins, in den schlechteren (die gottlob in der Unterzahl sind) kommt einem leider auch mal Jason Donovan in den Sinn. Im Gedächtnis bleiben aber neben den beiden erstgenannten Songs vor allem die beiden Tracks mit weiblicher Begleitung: Für „Evening Surrender“ holte sich Manuel Sarah Assbring aka. Perro Del Mar an die Seite, bei „Fathering Mothering“ die Norwegerin Anne Lise Frokedal, beides sind eher bedächtige, zarte Kompositionen.

Auch die Zuarbeiten von Totally Enormous Extinct Dinosaurs, also Orlando Higginbottom als dem Mann der Stunde („My Life Is Complete“), und Pat Grossi von Active Child („Manimals“) gehen in Ordnung, letzteres hat einige dieser berückenden Momente, denen man sich (pssst … auch bei Coldplay, aber nicht weitersagen) kaum entziehen kann. Was heißt: Mit etwas Mut zum Kitsch und im richtigen Moment erwischt, kann das eine wirklich schöne Platte sein. Kannste echt glauben.

Chad Valleys "Young Hunger" bei Hype Machine.

Freitag, 6. September 2013

They Might Be Giants: Hör auf's Hack

Albtraum oder kindliche Wunschvorstellung: Nachdem Twin Shadow brannte (s.u.), zündeln nun auch They Might Be Giants. "You're On Fire" stammt vom Album "Nanobots" und das (nun wirklich) witzige Video wurde von Hoku Uchiyama und Adam Bolt gebastelt. Und was sieht man da nicht alles - Hack mit Gesicht, Karottenklampfen und tanzende Brokkoli, herzallerliebst.

Freitag, 12. Oktober 2012

Selber groß

Gemäß der Direktive "Ins Wochenende immer mit einer schönen Frau" (häh?) gibt's heute mal nicht nur das obligatorische neue Video von Lana Del Rey ("Ride"), sondern auch den ebenso erquicklichen Clip von Solange Knowles zum Song "Losing You", die gerade mit jeder Menge bestens gelaunter Dressboys durch Kapstadts Vorstädte gehüpft ist. Obendrauf via pitchfork auch noch einen Remix von Twin Shadow zu "Sleep In The Park" - hier.

Montag, 24. Februar 2014

Goldfrapp: Tanz mal wieder!

Tanzbarkeit war ja nicht gerade das Hauptwesensmerkmal des ansonsten so herausragenden Albums "Tales Of Us" von Goldfrapp. Nun, das soll offenbar nachgeholt werden, denn Mitte März erscheint eine digitale EP zum Song "Thea" mit ein paar durchaus bewegungsfördernden Remixen, mit dabei u.a. Twin Shadow.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Haim: Der Ruhm vergangener Tage

Haim
„Something To Tell You“

(Vertigo)

Es gibt ja nicht wenige Menschen, die neigen zu übertriebener Selbstspiegelung und hinterfragen nicht nur ihre Umwelt auf das Allergenaueste, sondern vor allem sich selbst. Und die werden ans Grübeln kommen, weil sie auf das aktuelle, zweite Album des Geschwistertrios Haim nicht so euphorisch reagieren, wie sie es noch vom Debüt in Erinnerung haben. Nun, „Days Are Gone“ liegt ganze vier Jahre zurück, im Schnelldrehergeschäft des Pop ist das eine vergleichsweise große Zeitspanne und was damals wie ein Schnelldurchlauf aussah, ist heute schon Normalgeschwindigkeit. Viel passiert also seitdem, was auch heißt, daß ein Album, das 2013 die Kritik verzückte, sich heute deutlich schwerer tut. Ein Album, wohlbemerkt, denn Alana, Este und Danielle Haim haben entschieden, dem Nachfolger zwar elf neue Songs, aber kaum neue Impulse mit auf den Weg zu geben und so wirken die aktuellen Stücke wie eine bloße Verlängerung der bislang bekannten.

Keine schlechte, wohlbemerkt, denn auch diesen perfekt austarierten Singalong-Pop muß man erst mal so hinbekommen. Hauptamtlich zuständig dafür ein gewisser Ariel Rechtshaid, dessen Name jetzt nicht gleich das große Hallo auslöst, der aber schon das komplette ‚Who is Who?‘ des Musikbusiness auf seiner Sedcard zu stehen hat. Und wenn sich zudem noch Fachleute wie Rostam Batmanglij (Vampire Weekend) und George Lewis jr. aka. Twin Shadow als Coproduzenten finden lassen und Devonte Hynes (Blood Orange) nebst Owen Pallet zum Orchester zählen, dann ist ganz gewiss nicht mit Murks zu rechnen. Entsprechend geschmeidig und maximal eingängig klingen dann auch die Lieder, es hüpft und federt, mal opulent verdichtet, mal zart arrangiert durch die Dreiviertelstunde und man hat, das darf man dann ruhig zugeben, nicht wenig Freude daran.



Und dennoch – auch wenn mit dem Titelsong und den trockenen Beats von „Walking Away“ zwei der Stücke besonders herausstechen, bleibt am Ende ein schaler Beigeschmack. Es hätte vielleicht nicht geschadet, etwas mehr Mut und Inspiration in die Waagschale zu werfen. Eben nicht den Weg der Future Islands zu gehen, die ein paar Wochen zuvor auch nur den Pfad breiter trampelten, den sie vor drei Jahren unter Jubelstürmen angelegt haben. Betrachtet man sich vergleichbare Veröffentlichungen in diesem Jahr, dann ist bei Muna oder Lorde eine Entwicklung zu hören, die bei Haim leider ausbleibt. Ganz davon abgesehen, daß sich die Damen mit dem Albumtitel ein kleines Eigentor geschossen haben, denn ganz so harmlos, wie man bei der Herz-Schmerz-Lyrik vermuten muß, wird auch das Leben der drei Geschwister nicht sein, wer meint, etwas zu sagen zu haben, darf ruhig auch mehr Substanz mitbringen. Für’s nächste Mal also gern etwas weniger brav, bitteschön. http://haimtheband.com/