Donnerstag, 7. August 2014

Milwalkie: Should I stay or should I go?

Gerade erst haben wir gelesen, dass der Schotte King Creosote sein aktuelles und viel gelobtes Album "From Scotland With Love" genannt hat, man darf also vermuten, es gefällt ihm dort. Zwei andere Schotten - die Gebrüder Matt und Steve Morris - hat es dagegen in die Ferne gezogen und so sind sie in Berlin gelandet. Dort gründeten sie die Band Milwalkie und nach einer Reihe von Platten (siehe Bandcamp) kommt in der nächsten Woche ihr dritter Longplayer heraus. "Adjustments" bietet reichlich verträumten Gitarrenpop und auch die erste Single "Black Alexander" kann sich (schon mal) hören lassen.

11.09.  Berlin, Monarch (Record Release Party)

Arcade Fire: Punk Rock Song

Just another version: Arcade Fire, immer noch auf Welttournee, überraschen ja jeden Tag mit einer neuen Coverversion, die sie dem gespannten Publikum vor Ort als Encore präsentieren und sie machen vor nichts und niemandem Halt. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit hätten wir da unter anderem Blondie, Harold Faltermeyer, Boys II Men, Kansas, The Smiths, Pixies, Echo And The Bunnymen, DEVO, R.E.M., Jane's Addiction, CCR und so weiter... Im Netz kursieren folglich schon Listen, welche der Neubearbeitungen unter "awesome" und welche besser unter "a piece of shit" abzulegen sind - die Meinungen gehen erwartungsgemäß ziemlich auseinander. Kürzlich in San Diego kam ein Titel auf die Bühne, der definitiv zur ersten Kategorie zählt - Win Butler bracht mitsamt Maske den Punk-Klassiker "California Uber Alles" der Dead Kennedys von ihrem Debütalbum "Freah Fruit For Rotten Vegetables" (1980) auf die Better und je länger man wartet, desto länger und besser werden auch die Mitschnitte des Vortrags - hier ein leidlich präsentabler Zwischenstand.

Buster Shuffle: Fresh tunes for rotten couchpotatoes

Apropos Sommerhit - wie wäre es denn mit der neuen Single von Buster Shuffle, der Skapunk-Kombo aus London. Denn die werden am 12. September bei People Like You Records ihr drittes Album mit dem Titel "Naked" herausbringen und genauso heißt auch die aktuelle Vorauskopplung.

29.08.  Niedergörsdorf, Spirit Festival
12.09.  Frankfurt, Das Bett
13.09.  Sarstedt, Open Air
14.09.  Köln, Blue Shell
15.11.  Chemnitz, AJZ
21.11.  Berlin, SO36
06.12.  Magdeburg, Ska Fest


Mittwoch, 6. August 2014

God Help The Girl: Pop matters

Gerade sind Pulp durch, da flattern schon die nächsten Bilder herein: Mindestens genauso wichtig und sehenswert ist der Film "God Help The Girl" von Belle-And-Sebastian-Mastermind Stuart Murdoch. 2012 als Musical gestartet, kommt nun also die Kinovariante hinterher, in den Hauptrollen die entzückende Australierin Emily Browning, Hannah Murray und Olly Alexander. Wie man sich denken kann, geht es im Wesentlichen um die beiden wichtigsten Dinge im Leben - die Liebe und die Musik, hier die Liebeswirrnisse der Protagonisten Eve und James und die Gründung einer erfolgreichen Popgruppe. Den Filmtrailer gibt es hier zu sehen, ein extra von Murdoch zusammengeschnittener Musikclip mit dem Titelsong folgt dem Text. Der Soundtrack erscheint hierzulande übrigens am 2. September.

Pulp: Have you seen them lately?

Es ist nun wirklich nicht so, als ob wir sie nicht vermissen würden: Pulp waren in den 80ern und ganz sicher in den 90ern mit kaum einer anderen Band zu vergleichen und auch wenn Pulp natürlich in allererster Linie Jarvis Cocker waren und sind (laut Wiki-Timeline ist er ohnehin der einzige, den man als Stammbesetzung definieren könnte), sie waren ebenso: Charme, Cleverness, Smartness und fiebrig-feuchte Pubertätsträume. Das letzte Album stammt zwar aus dem Jahr 2001 ("We Love Life"), seit 2011 sind sie aber zumindest live wieder auf einigen Festivals unterwegs. Florian Habicht hat über ihr letztes Konzert im heimatlichen Sheffield eine wunderschöne Dokumentation mit dem Titel "Pulp: A Film About Life, Death And Supermarkets" gedreht - dieser kommt nun in die Kinos und der amerikanische Trailer kann schon mal besichtigt werden. Wann und wo genau der Streifen in Deutschland gezeigt wird, steht wohl noch nicht fest.

Dienstag, 5. August 2014

Lace Curtains: Stellenbeschreibung

Hat was, das Stück. Vielleicht reicht's ja zum Verlieben? Michael Coomers ist manchem vielleicht als Gründungsmitglied der Indieformation Harlem ein Begriff, später rief er das Soloprojekt Lace Curtains ins Lieben und veröffentlichte unter diesem Namen 2012 die Platte "The Garden of Joy And Loneliness". Nun gibt es einen neuen Song von ihm, "Wilshire And Fairfax" heißt er und ist benannt nach der Stelle in Los Angeles, an welcher der Rapper Notorious B.I.G. ermordet wurde. Das Album dazu soll "A Signed Piece Of Paper" heißen und Ende Oktober bei Female Fantasy erscheinen.

The Drums: Kurs Nord/Nordost

Gute Nachrichten - mal wieder für Berlin und Hamburg. Denn genau dort werden die New Yorker The Drums auf ihrer kurzen Herbst-Tournee Station machen, um ihr neues Album "Encyclopedia" zu promoten.

13.11.  Berlin, Fraanz Club
14.11.  Hamburg, Molotow

FKA Twigs: Des Widersprüchlichen Schönheit

FKA Twigs
„LP1“

(Young Turks)

Ganz und gar komplizierte Sache, das. Taliah Barnett, maximal gehyptes Gesamtkunstwerk FKA Twigs aus London, ist ein Phänomen. Und zwar ein im wortwörtlichen Sinne wenig selbsterklärendes. Der sechsundzwanzigjährigen Londonerin mit jamaikanisch-spanischen Wurzeln, geboren im südwestenglischen Provinzstädtchen Gloucestershire, sind, wie man lesen darf, Etiketten und Schubladen herzlich egal. Wo die Presse R’nB schreit, erwidert sie Punk, wo sich jeder wundert, wie ganzheitlich und perfekt die Inszenierung aus Musik, äußerlichem Erscheinungsbild und audiovisueller Ästhetik doch ist, zuckt sie leicht genervt die Schultern und pfeift auf die Konvention. Okay, etwas beängstigend ist es schon, dass die Frau mit zwei EPs, also gerade mal acht Tracks, für mehr Aufmerksamkeit gesorgt hat als manch etablierte/r Künstler/in mit seinem gesamten Back-Katalog. Und wer sich nur einmal die großartigen Kurzfilme zu den Stücken „How’s That“, „Water Me“ und „Papi Pacify“ anschaut, die trotz aller Unterschiedlichkeit allesamt eine verstörende Körperlichkeit und Intensität ausstrahlen, der bekommt eine Ahnung davon, auf welchem Potential sich die leicht herablassende Selbstsicherheit von FKA Twigs gründet.

Schließlich steht es nirgendwo geschrieben, dass Bewunderung nur diejenigen verdienen, die sich jahrelang unbeobachtet durch die Mühen der Ebene quälen – Barnett startet 2012, noch ohne FKA, ihre Karriere und schon zwei Jahre danach wird ihr Debütalbum „LP1“ aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Decke gehen. Das ist erstaunlich, denn auch wenn sie mit Ikonen wie Prince oder Aaliyah verglichen wird (mit dem einen teilt sie die Liebe zum Pseudonym, mit der anderen sogar den Geburtstag), ist ihr Stil doch ebenso schwer zu klassifizieren wie zu rezipieren. FKA Twigs bietet dem Zuhörer über die gesamte Spiellänge kaum Eingängiges und verzichtet fast vollständig auf flächige Hintergrundtexturen, die einem Song üblicherweise Rahmen, Gefälligkeit und einen gewissen Flow verpassen. Reduktion rules, die scheinbar unerschöpfliche Mixtur aus programmierten Loops, Beats und Bleeps wird durch ihre am Operngesang geschulte, extrem hohe Stimme ergänzt. Dabei handelt es sich eher um ein Hauchen und Flüstern oder auch ein tonloses Schreien, das in die vielschichtigen Soundmuster eingeflochten wird.

Und dennoch, trotz aller Spielereien, Pausen, trotz dieser irrlichternden Geräuschkulisse habe die Stücke eine Seele, hier: einen Soul, trotzdem fügen sich die Töne, die zarten wie die mächtigen, und der Gesang wunderlicherweise immer wieder zu einem bezaubernden Gesamtbild. Barnetts riesiges Ego kontrastiert auf bemerkenswerte Weise mit den vielgestaltigen Avataren, mit denen sie ihre Musik illustriert – mal gibt sie das wächserne Porzellanpüppchen, die Schutzbedürftigkeit in Person, dann wieder (wie im Video zu “Two Weeks”) mutiert sie mit zartem Stimmchen zu Cleopatras Wiedergängerin. Wo sie noch bei “Papi Pacify” in der besitzergreifenden männlichen Umarmung fast zu zerbrechen droht, schickt sie beim aktuellen “Kicks” den Lover zum Teufel. Eindeutig ist bei ihr gar nichts, mehr noch, die Widersprüchlichkeit ist Programm für FKA Twigs und genau daraus bezieht diese Platte ihren Reiz. Dazu gehört dann natürlich auch ein Stück wie “Closer”, das mit seiner hymnischen Entrücktheit, seiner Choralhaftigkeit einen weiteren Gegenpol zum Rest der Platte setzen will. Das mag, wer will, in der Summe feines Futter für Nerds und Hipster nennen, auch James Blake erging es mit seinem Debüt nicht anders. Gut bleibt’s deshalb trotzdem. http://fkatwi.gs/#

Der Komplettstream des Albums steht momentan bei Tape.TV.

Moko: Killah vibes

Alle und jeder sind doch immer auf der Suche nach dem passenden Sommerhit des laufenden Jahres - das hier könnte tatsächlich einer werden: Moko ist gerade mal 23, heißt eigentlich Diane Nadia Adu-Gyamfi und lebt in London - Profession: Angehender Soulstar. Nach der EP "Black" im vergangenen Jahr kommt nun bald die nächste mit dem Titel "Gold" in die Läden, von dieser stammt nachfolgendes Stück "Ceremony" und das wiederum ist, was man einen echten Killer nennt.

Montag, 4. August 2014

Franz Ferdinand: Einer geht noch...

Na, da geht er aber ab, der Punk: Normalerweise sind die vier Schotten von Franz Ferdinand auf Konzerten eine etwas ausgelassenere Stimmung gewöhnt, entsprechend pikiert schauen sie drein, weil sich im Video zum Song "Stand On The Horizon" ziemlich wenig auf der Tanzfläche tun will - zu sehen bei Vevo. Der wissenswerte Rest zum Song stand hier.

Vince Clarke vs. Future Islands: Vaterfreuden

Da kümmert sich quasi ein Vater um seine Kinder: Vince Clarke, Gründungsmitglied von Depeche Mode, Yazoo, The Assembly und Erasure, hat sich des Songs "Doves" der Future Islands angenommen, derzeitige Aushängeschilder der Electronic Dance Music und mit ihrem Album "Singles" noch immer zu Recht dicke im Geschäft. Wer mag, kann auch gleich die Downloadtaste drücken - den Remix gibt's für lau.

Zoot Woman: Jetzt offiziell

Was wir zur ersten Ankündigung des neuen Albums "Star Climbing" von Zoot Woman Ende vergangenen Jahres anzubieten hatten, war also nicht die erste Single - diese heißt "Don't Tear Yourself Apart" und kann bei Youtube eingesehen werden - der komplette Rest folgt dann Ende August.

Holly Johnson: Alive and kickin'

Ziemlich unbeobachtet (warum eigentlich?) hat sich die folgende Nachricht hereingeschlichen: Holly Johnson, ehemaliger Sänger der überaus großartigen Frankie Goes To Hollywood, wird am 3. Oktober sein erstes Studioalbum seit fünfzehn Jahren ("Soulstream", 1999) veröffentlichen. "Europa" soll es heißen und seit vergangener Woche kann man mit "Follow Your Heart" auch schon eine erste Single davon hören.

Motörhead: Reife Leistung

Gerade weil es kein selbstverständlicher Auftritt war, muss man diesen hier herausheben: Motörhead haben  wieder mal auf Wacken gespielt und Lemmy Kilmister stand, nach all den Absagen der letzten Zeit, leibhaftig auf der Bühne: "Hello, we are Motörhead and we play Rock'n Roll!" Na sicher, wussten wir doch. Schauen wir trotzdem rein...

Sonntag, 3. August 2014

Phillip Boa: Ruhelos

Kaum zu glauben, der Mann kann und will einfach keine Ruhe geben - muss er ja auch nicht, so lange seine Musik kaum Abnutzungserscheinungen aufweist: Phillip Boa, Deutschlands altgedienter Indieonkel, hat sich nach seinem letzten Album "Loyalty" entschlossen, einfach da weiterzumachen, wo er aufgehört hat und so wird am 22. August "Bleach House" erscheinen. Die Platte soll, so flüstert der Promoengel von Cargo Records, einerseits wieder etwas "räudiger" klingen, andererseits wird berichtet, das hätte mit dem alten Boa nicht mehr ganz so viel zu tun und ginge etwas mehr in die Richtung 'internationaler Alternativ-Rock'. Nun, so richtig schlau wird man daraus nicht, aber der alte Knurrer hat ohnehin schon immer seine höchsteigene Suppe gekocht und so wird man auch dieses Mal darauf vertrauen müssen, dass was Ordentliches dabei herauskommt.

Wer Boa live sehen möchte, dem kann übrigens auch geholfen werden, im November und Dezember tourt er durch die Lande:

05.11.  Marburg, Kulturladen KFZ
06.11.  Mainz, KUZ
07.11.  Magdebugr, Factory
08.11.  Dresden, Alter Schlachthof
13.11.  Nürnberg, Hirsch
14.11.  Karlsruhe, Substage
15.11.  Köln, Essigfabrik
28.11.  Bremen, Kulturzentrum Lagerhaus
29.11.  Hamburg, Markthalle
04.12.  Göttingen, Musa-Saal
05.12.  Erfurt, Gewerkschaftshaus
06.12.  Berlin, Huxley's Neue Welt

Freitag, 1. August 2014

Dope Body: Mietwaffe

Waren hier schon mal im Gespräch, dann waren sie weg und nun tauchen sie wieder auf: Dope Body, Noise-Kapelle aus Baltimore, haben via Drag City ihre nächste Platte angekündigt - "Lifer" soll das Ding mit den großen, weißen Lettern heißen und "Hired Gun" nimmt schon mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Dirk Darmstadter: Büroalltag

Der Büroalltag in allen Facetten scheint ein dankbares Thema zu sein: Wir hatten kürzlich Disclosure, dann Foxygen und nun kommt auch Dirk Darmstaedter und singt seinen Song "Top Of The World" vom bald erscheinenden Album "Before We Leave" direkt aus der Großraumzelle - hier bei Muzu.


Neonschwarz: Selber Schuld!

Dass Neonschwarz mit "Fliegende Fische" bald ein tolles Debüt am Start haben, das hatten wir doch schon erwähnt, oder? Wie, da möchte man bitteschön auch mal was von hören?! Könnte ja jeder kommen?! Hallo, sind wir 'jeder'? Aber weil's gerade so gut passt, haben wir gleich mal den Clip der aktuellen Single "Hinter Palmen" dabei, die heute bei Audiolith erscheint - wer's jetzt immer noch nicht glauben will, ist selber Schuld ...

Bill Callahan: Der Mann als Mond

Die Anfangszeile des Songs ist Legende: "You looked like worldwide Armageddon, while you slept..." Bill Callahan ist ein Meister der lakonischen Feinstbeobachtung und sein Song "Javelin Unlanding" vom grandionsen Album "Dream River" hat nun einen ebenso bemerkenswerten Videoclip bekommen. Regie führten Hanly Banks und Chris Rusch, Banks begleitete Callahan schon zuvor auf seinen Konzerten zu "Apocalypse" und drehte einen gleichnamigen Konzertfilm, Rusch stand ihr an der Kamera zur Seite.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Spoon: Her damit!

Spoon
„They Want My Soul“

(Anti/Indigo)

Nun, dem Status eines Geheimtipps scheinen Spoon wohl endgültig entwachsen zu sein – ähnlich wie ihre Kollegen von den Black Keys hat sich die Veröffentlichung von Alben allererster Güte auf Dauer bezahlt gemacht. „Gimme Fiction“, „GaGaGaGaGa“ und „Transference“, um nur die letzten zu nennen, hoben den lässigen und elektrisch verstärkten Bluesrock auf eine neue Stufe, von Talent redet jetzt keiner mehr, der Hypefaktor steigt unablässig – sie sind big in business. Natürlich birgt das ein paar Gefahren, jetzt, da der ganz große Druck endlich weg ist und sie auf Festivals nicht mehr in die Nachmittagssonne blinzeln müssen – man wird vielleicht genügsamer, hier und dort auch mal etwas weniger kritisch, wo man früher eine Extraschicht eingelegt hat, sperrt man das Tonstudio heute schon etwas eher zu. Kann passieren, muss aber nicht – ehrlicherweise darf man sagen, dass das aktuelle Album des Quintetts aus Texas zu solchem Geunke noch wenig Anlass bietet.

Sie spielen noch immer ihren trockenen, beschwingten Beat, der durch die spröde Stimme von Britt Daniel unverwechselbar wird – routinierter, aufgekratzter Gitarrentwang. „Rent I Pay“ und das Titelstück würden anderswo als Leadsingles glänzen, hier bleiben sie eher gelungener Durchschnitt, den Spitzenplatz teilen sich das funkig roughe „Knock Knock Knock“ und der Beziehungskistenrock von „Let Me Be Mine“. Ein wenig Murmeltiertagsgefühl stellt sich ein, wenn es – wie so häufig in den letzten Monaten – in Richtung Disko geht, Spoon machen da keine Ausnahme und werden wohl auch nicht die letzten sein. Wie sie für „Do You“ durch die Kulisse wippen, ohne ihren Biss zu verlieren, das ist schon aller Ehren wert, Versuch Nummer zwei mit „Outlier“ ist dann nicht mehr ganz so zwingend, vielleicht auch, weil sich kein Stück so weit vom bisherigen Kerngeschäft der Band entfernt wie dieses.

Nach vierzig Minuten ist schon Schluss, sie wollten es – gute Idee – anscheinend nicht in die Länge ziehen. Ein Ratschlag, den sie wohl auch von ihrem Haus- und Hofproduzenten Jim Eno bekommen haben, schließlich hat der Mann alle acht Alben der Band produziert und wenn jemand weiß, was das Beste für sie ist, dann wohl er. Wessen Idee es war, ein Cover von „I Just Don’t Understand“ der amerikanischen Schauspielerin und Sängerin Ann-Margret Smith mit auf die Platte zu nehmen, könnte man sicher recherchieren – da das Original von 1961 allerdings mindestens genauso frisch klingt wie die Neubearbeitung, lohnt sich die Mühe eher nicht. Dass Spoon, Stand heute, auf nur zwei Termine nach Deutschland kommen, muss man ihnen allerdings wirklich ankreiden (schon Daniel’s Band Divine Fits hatte sich hierzulande kaum blicken lassen), man hätte schon gern öfter gesehen, wie sich die Jungs die Seele aus dem Leib spielen. Schließlich ist sie doch genau das, was wir von ihnen wollen … http://www.spoontheband.com/

02.11.  Hamburg, Uebel und Gefährlich
03.11.  Basel, Kaserne
04.11.  Köln, Luxor