Montag, 24. März 2014

Wolfmother: Knall auf Fall

So geht's natürlich auch: Nachdem Andrew Stockdale, Sänger der eigentlich ganz wunderbaren australischen Hard-Rock-Kapelle Wolfmother, seinen Arbeitsplatz kurzzeitig wegen einer Solokarriere geräumt hatte, ist er danach schnell wieder in den wärmenden Schoss der Wolfsmutter zurückgekrochen und hat nun, mehr oder weniger überraschend, mit seinen Kumpanen ein weiteres Album veröffentlicht - den offiziellen Nachfolger also zu "Cosmic Egg" von 2009. Den gibt es zwar in physischer Form noch nicht zu kaufen, bei Bandcamp allerdings darf man sich "New Crown" schon mal herunterladen. Saubere Sache!

Samstag, 22. März 2014

Haerts: Das bessere Ende

Die fünf wissen, wie man die Spannung hält: Haerts aus Brooklyn sollten eigentlich langsam mit ihrem Debüt kommen, stattdessen gibt es via GvB eine neue Auskopplung aus dem selbigen. "Call My Name" startet ein bisschen wie Foreigners "I Wanna Know What Love Is", hat aber das bessere Ende für sich, klar.

Future Islands vs. Jimmy Fallon: The Lords Of Dance

Ja, ja, okay, hundealt, tausendmal gesehen. Aber eben noch nicht hier, wa!? Der herrliche Auftritt von Samuel T. Herring und seinen Future Islands bei David Letterman hat sich mittlerweile als die einzig mögliche Antwort auf Jimmy Fallons legendäre Tanzworkshops erwiesen und als günstige Gelegenheit, diese hier noch einmal alle nachzusenden. Wer also noch nicht infiziert ist, darf das gern nachholen. Aber Vorsicht - hohe Suchtgefahr!

Zunächst also mal die Future Islands:



Dann der Klassiker - The Evolution of Dad Dancing, gefolgt von Mom Dancing feat. Michelle Obama und natürlich Hip Hop Dancing mit Carlton - äh, Will Smith. Den Timberlake schenken wir uns jetzt mal...



Swans: Für Vorarbeiter

Im Mai kommt ja bekanntlich "To Be Kind", das neue Album der Swans, in die Läden und bis September wiederum wird es mutmaßlich dauern, dass man sich durch das Mammutwerk gekämpft hat. Zum Glück hat sich Michael Gira entschlossen, zum sechsteiligen  Coverartwork von Bob Biggs via FACT mit "A Little God In Our Hands" schon mal ein erstes Stück zu posten - wir können also schon mal vorarbeiten.

Freitag, 21. März 2014

Black Keys + De La Soul: Wochenvorschau

Erfreuliches erwartet uns in der nächsten Woche: Nicht nur, dass die Black Keys für den Montag mit "Fever" eine erste Auskopplung (Teaser hier) aus einem neuen Album "Turn Blue" angekündigt haben, auch De La Soul lassen sich nicht lumpen. Nachdem die drei Jungs erst kürzlich ihren kompletten Backkatalog für lau verscherbelt haben, bringen sie nun das Mixtape "Smell The D.A.I.S.Y." unter die Leute.


Das Ganze kann auch als Hommage an Produzentenlegende und Buddy J Dilla verstanden werden, nicht nur der erste geleakte Track "Dilla Plugged In" setzt ihm ein Denkmal, auch das zweite, nun ins Netz gestellte Stück "Vocabulary Spills" nutzt Dillas Beats.

Thee Oh Sees: Vertrauenssache

In Sachen Psychedelic macht den Thee Oh Sees so schnell niemand etwas vor: Zu ihrem aktuellen Song "The Lens" haben die Kalifornier zusammen mit Alex Theodoropulos ein reichlich verschwurbeltes, farbenfrohes Video geliefert - anzuschauen bei Youtube. Was genau in dem kurzen Streifen passiert, wissen wohl wirklich nur die engsten Vertrauten der Band...

Schlachthofbronx: Back for Rave and Romance

Eigentlich hatte man ja gedacht, die Jungs legen in der Superbowl-Halftime auf, aber weil man den zweiten nicht vor dem ersten Schritt tun soll, kommt jetzt erst mal ein neues Album: Schlachthofbronx aus Minga werden am 28. Mai mit "Rave And Romance" um die Ecke kommen - mit dabei u.a. Nicky Da B, Warrior Queen, Bonde Do Role und - hört, hört - Candelilla. Wer Lust auf die Record-Release-Party im Münchner Kesselhaus hat, sollte sich schon mal den 31. Mai vormerken, dann nämlich spielen Bene und Jakob auf dem Organic Dance Music Festival zusammen mit Modeselector, Rustie, The Bug und anderen.

Joy Division: Geburtsstunde revisited

Ein punktgenaues Ostergeschenk gibt es laut Pitchfork für alle Fans von Joy Division: Zum diesjährigen Record Store Day am 19. April wird es von Rhino eine Wiederveröffentlichung der Debüt-EP der Band aus Manchester geben, entstanden kurz nach der Umbenennung von Warsaw zu Joy Division. "An Ideal For Living" enthält alle vier Songs von 1978 in geremasterter Version, einzig das umstrittene HJ-Cover wurde durch ein unverfängliches ersetzt.

Donnerstag, 20. März 2014

Johnny Cash: Good to hear

Johnny Cash
„Out Among The Stars“
(Columbia Records)

Natürlich darf spekuliert werden, warum gerade dieses Album, warum gerade diese Songs aus dem angeblich doch so umfangreichen Nachlass jetzt veröffentlicht wurden – vielleicht hilft dabei ja ein Blick auf das Entstehungsdatum und den, der den Prozess in Gang gebracht hat. Alle zwölf Aufnahmen stammen aus den Jahren zwischen 1981 und 1984, Johnny Cash war gerade in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen worden, mithin eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Musiker seines Fachs mit noch nicht einmal fünfzig erreichen konnte – dennoch hatte er nach allgemeiner Ansicht seine besten Momente schon hinter ihm, der Zenit schien überschritten. Erneute Tablettensucht, Flucht auf die einsame Blockhütte, es war nicht seine beste Zeit. Und vielleicht hat es seinen umtriebigsten Verehrer und Nachlaßverwalter in Personalunion, den Sohn John Carter Cash, einfach nur gestört, dass von seinem Vater aus dieser Periode nur ein paar Abstürze, ein paar wenig rühmliche Gastrolle in Film und TV und kaum gute Musik in Erinnerung geblieben sind, vielleicht wollte er mit dieser posthum veröffentlichten Sammlung zeigen, dass Cash Anfang der Achtziger sehr wohl bemerkenswerte Stücke aufgenommen hat, die dann aber leider im Giftschrank der Columbia verschwunden sind.

Sei’s drum, über eine erneute Coverwidmung von Rick Rubin hätte man sich möglicherweise nicht ganz so sehr gefreut, von den Auswüchsen eines Gunter Gabriel mal ganz zu schweigen. Und so ist es wohl kein Fehler, sich „Out Among The Stars“ so vorbehaltlos wie möglich zu nähern, schließlich bietet es ohne Zweifel Beachtliches. Cashs Stimme klingt hier noch fest und klar, noch keine Spur von Krankheit zu herauszuhören. Die klassischen Mann-Frau-Outfits gelingen ihm mindestens routiniert: „She Used To Love Me A Lot“ als Anfang vom traurigen Ende, dem erfreulicherweise zum Schluss noch der einigermaßen überraschende Remix von Elvis Costello beigegeben wurde, und das Gegenstück, ein melancholisch-versöhnlicher Beziehungsabgesang „After All“ – Cash beweist sich einmal mehr als feiner Beobachter und rühriger Erzähler.

Die Duette mit Ehefrau June Carter und dem späteren Highwayman Waylon Jennings sind wunderbar gelungen, Banjoskiffle und Steelguitar geben dem Ganzen den nötigen Schmiss. Dass Johnny Cash nicht nur der Mann mit der großen Geste und dem schwarz gefärbten Habitus war, sondern auch einen ebenso schwarzen Humor besaß, geht manchmal ein bisschen unter, auf der vorliegenden Platte finden sich dazu gleich zwei Erinnerungen. Für „Call Your Mother“ schickt er die Ex-Freundin zurück zu den Schwiegereltern, soll sie denen doch mal klarmachen, was so alles im Argen lag – eine zärtliche Liebererklärung ist das weiß Gott nicht. Noch einen Dreh sarkastischer geht’s in „I Drove Her Out Of My Mind“ zur Sache, Cash im Cadillac auf dem Weg zum Sprung in den Abgrund, irgendwie kommt einem Eminem und sein Song „Stan“ in den Kopf, die beiden hätten sicher ein gutes Paar abgegeben. Der Rest des Albums ist klassisches Handwerk, nicht immer hohe Kunst, wenigstens aber lohnendes Zeitdokument. „Good  to hear from you“ – viel mehr als diesen kurzen, aber ehrlichen Gruß braucht man nicht nach oben zu schicken.

Der komplette Stream des Albums steht zur Zeit bei Amazon.com.

Weezer mit Teezer

Für manche Überschriften muss man dem Himmel ewig dankbar sein - die Kernbotschaft hier: Unsere Lieblings-Collegepunks von Weezer sind offenbar wieder im Studio gelandet, um den Nachfolger zu "Hurley", ihrem letzten Studioalbum aus dem Jahr 2010, aufzunehmen. Sagt zumindest der Rolling Stone. Sehr viel mehr gibt es eigentlich nicht zu berichten, den einundzwanzig Sekunden ist nur noch zu entnehmen, dass die Gitarren wieder fleißig röhren werden - hoffentlich.

Mittwoch, 19. März 2014

Fred Raspail: Schöne Halbwahrheiten

Fred Raspail
„French Ghost Songs Part II“

(Gutfeeling Records)

Für all jene, die sich bislang gefragt haben, wie es wohl klingen mag, wenn sich Franzosen um Countryfolk kümmern, haben die umtriebigen Perlentaucher vom Obersendlinger Label Gutfeeling für etwas Nachhilfe gesorgt: Seit Ende vergangenen Jahres taucht auch Fred Raspail in ihrem gut sortierten Portfolio auf und legt nun endlich sein neues Album vor. „These are dirty french folk songs“ steht auf dem Cover zu lesen – der Mann klebt das Etikett gleich selbst auf die Packung. Dennoch verbergen sich in der Einleitung gleich drei kleinere Ungenauigkeiten. Denn Fred Raspail stammt zwar aus Thonon-Les-Bains am Genfer See, ist aber ebensogut in Berlin zu Hause und – wirft man einen Blick auf seinen Tourplan – ohnehin ständig unterwegs. Seine Musik beschränkt sich zudem nicht nur (oder besser: kaum) auf den handelsüblichen Folk, sondern wildert gern auch abseits bei Blues, Rockabilly und Chanson, gerade so, wie es ihm in den Kram passt. Zum dritten ist auch „french“ nur die halbe Wahrheit, denn als Jünger Johnny Cashs bedient sich Raspail natürlich auch ab und an der englischen Sprache – auf der aktuellen Platte ganze vier Mal für die durchweg knackigen Heuler „Honest Man“, „The Devil Wants A Girl“ und „My Baby Left Me“ und den feinen und bedächtigen Spätsechziger-Ausklang „I’m In Love With A Girl Who Doesn’t Care“. War er früher auf der Bühne eher als Einzeltäter anzutreffen, holt sich Raspail nun desöfteren Unterstützung hinzu – auch „French Ghost Songs“ wurde zum Teil mit Hilfe von Gastmusikern wie zum Beispiel Pierre Omer (Dead Brothers) und Xavier Bray (Mama Rosin) eingespielt. Allen Stücken gemeinsam, seinen sie nun so besinnlich und verträumt angelegt wie „Die Geiste“ oder verwegen und schwungvoll wie „Lasse Vegas“ und „Chout Mi Sou“ ist ihre einfache und unbehauene Anmutung, man merkt ihnen an, dass sie für die Bühne gemacht sind. Raspail singt mit großem Herzen, das – so liegen die Dinge eben – öfters auch ein gebrochenes ist; selbst wenn er sich in der Welt der Sagen bewegt („Ulysee“), steht er doch mit beiden Beinen im Hier und Jetzt. Klingt so, als habe der Mann einen guten Weg gefunden hat, mit widersprüchlichen Gefühlen umzugehen – gut möglich, dass er auch für uns noch einen Ratschlag übrig hat – am 4. April kann man sich den gern im Ampere abholen, am 10. Mai dann beim Labelwochenende in der Milla, beides in Monaco di Bavaria. http://www.fredraspail.com/

WinWin: Für den ersten Komplettleser eine kleine Aufmerksamkeit - eine kurze Mail an info@mapambulo.de mit Betreff, Name und Adresse und schon kommt Fred frei Haus!

Lykke Li: Ruhelos

Ein neuer Song folgt dem erstgenannten: "No Rest For The Wicked" ist das zweite Stück, das wir aus "I Never Learn", dem neuen Album von Lykke Li zu hören bekommen - nach "Love Me Like I'm Not Made Of Stone" gibt es nun also eine epische Ballade.

Interpol: Nachgebessert

Okay, die Tour ist am Laufen und sofort kann nachgebessert werden: Interpol sind derzeit mit dem NME unterwegs und gestern Abend in Glasgow wurde endlich auch "All Rage Back Home" von eifrigen Telefontouristen mitgeschnitten, von "My Desire" gibt es zudem eine längere Aufnahme.

Wu-Tang Clan: Wachsam bleiben

Zeitsprung gefällig? Dann schnell zu Audiomack und "Keep Watch", den aktuellen Track des Wu-Tang Clan angehört. Das Stück wurde von DJ Mathematics produziert und findet sich auf dem bald erscheinenden Album "A Better Tomorrow" - wann genau das dann kommt, steht noch nicht fest, aber es darf schon mal geordert werden, hier.

Dienstag, 18. März 2014

Fucked Up: Coole Wampe

Das Brecht-Zitat in der Überschrift muss man auch erst mal knacken, belassen wir es bei: Album Nummer vier haben die kanadischen Hardcore-Punks Fucked Up angekündigt, das Ganze soll "Glass Boys" heißen und laut CoS Anfang Juni bei Matador erscheinen. Und weil die Nachricht allein ziemlich trocken wäre, gibt es noch einen neuen Song davon - "Paper The House" samt Video, voilá:

Liars: Spätstarter

Liars
„Mess“

(Mute Records)

Eine unschöne Erfahrung, die jeder schon mal machen musste: Du bist auf eine Party eingeladen und vor lauter Angst, nur ja nichts zu verpassen, landest du deutlich zu früh – noch kein Schwein da, nichts passiert, der DJ baut auf, der Gastgeber mustert dich mit mitleidigem Blick und im schlechtesten Falle trinkst du aus lauter Frust und Langeweile so viel, dass du später, wenn’s wirklich losgeht, keinen Spaß mehr hast. Dumm gelaufen. Ähnlich fühlt man sich mit der neuen Liars. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, die drei New Yorker nutzen die ersten zwanzig Minuten des Albums, also vier ganze Songs, um ihre Instrumente (meint hier: Synthesizer) einzupegeln, alle Geräte zu booten und aus lauter Spaß dem zu früh Gekommenen jede Menge BPM um die Ohren zu hauen. Eine Technoplatte, klar, das haben wir dann auch verstanden, und es ist auch keine Schande, dass sie die Gitarren gleich im Koffer gelassen haben, nur – etwas mehr Inspiration hätte für den Start bitteschön nicht geschadet.

Krach gab es auch früher schon reichlich, aber das spielte sich stets neben der Spur ab, war verkantet, man lief immer Gefahr, sich einen Schiefer einzuziehen – die Gefahr besteht hier nicht. Fangen wir also mit „Can’t Hear Well“ noch einmal neu an und siehe da, plötzlich ist es wieder da, das vertraut Vertrackte, mit dem sie schon 2012 auf dem fabelhaften „WIXIW“ zu gefallen wussten. Statt des Holzhammers nun die Nadelstiche – „Mess On A Mission“ ist schon eine verteufelt gut gemachter Track, „Facts are facts, and fiction’s fiction“, keifende Kopfstimmen treiben die Beats voran und wer nach Haue zu Beginn noch einen halbwegs klaren Kopf hat, der wird hier mitmüssen. Auch danach nichts mehr mit plattem Geböller, die Klangkulisse brummt und zirpt und ruckelt, die „Boyzone“ wird zum „Poison“ und das gut neunminütige „Perpetual Village“ vermag einen vollumfänglich für den verschenkten Einstieg zu entschädigen. Fazit: Die Liars sind selbst in ihren schwächeren Momenten noch lange nicht bei Scooter, der Gefahr allzugroßer Beliebigkeit können sie aber nur dank starker zweiter Hälfte noch einmal entgehen. http://www.liarsliarsliars.com/

Der Komplettstream des Albums steht zur Zeit bei NPR.

Soak: Schon so weit

Ein schönes Fundstück gibt's gerade bei CoS zu entdecken: Bridie Monds-Watson, eine erst 17jährige Irin, hat unter ihrem Pseudonym Soak gerade bei Goodbye Records, dem Label der Chvrches, unterschrieben. Bisher war nur ihre EP "Blud" samt Video bekannt, nun darf man in das wundervolle "24 Windowed House" reinhören. Bitteschön.

Montag, 17. März 2014

Interpol: Zurück auf der Bühne

Das ist eine Nachricht, auf die viele Fans von Interpol schon sehnsüchtig gewartet haben: Bei ihrem ersten Live-Auftritt seit langer Zeit im Riverside in Newcastle gab die Band die ersten Hörproben neuer Stücke zum Besten. Mit dabei Titel wie "Anywhere", "My Desire" und "All The Rage Back Home" - anhören kann man sich Snippets davon schon mal bei Youtube.

DŸSE: Zwei Mann, ein Song

Neues vom deutsch-niederländischen Joint-Venture (haha!) DŸSE: Andrej Dietrich und Jarii van Gohl haben mit "Spinne" den ersten Song ihres am 21. März via Cargo Records erscheinenden Albums "Das Nation" bereitliegen und liefern auch gleich noch ein Video dazu. Reichlich Tourdaten der zwei für Deutschland gibt es übrigens hier - http://www.dyse-band.de/shows/...

Against Me! Schattenspiele

Wer den wirklich sehr lohnenswerten Artikel von Joachim Hentschel in der SZ zu Against Me! und ihrer Platte "Transgender Dysphoria Blues" verpasst hat, der darf sich jetzt bei Muzu.TV wenigstens das aktuelle Video zum Song "Black Me Out" anschauen.