Nun kommen sie also doch und mit dem formidablen Album im Gepäck sollte das auch ein Selbstläufer werden: Vampire Weekend geben sich hierzulande für vier Termine im Juli die Ehre:
02.07. Köln, E-Werk
03.07. München, Tonhalle
16.07. Berlin, Tempodrom
17.07. Hamburg, Große Freiheit
Dienstag, 14. Mai 2013
Sonntag, 12. Mai 2013
Und jetzt alle!
Autokorso, Rathausbalkon - who cares?
Bartels - Ginczek - Bartels - Bruns - Ebbers Fussballgott.
Und jetzt noch mal:
K L A S S E N E R H A L T !
Forza St. Pauli, sonst nix.
Bartels - Ginczek - Bartels - Bruns - Ebbers Fussballgott.
Und jetzt noch mal:
K L A S S E N E R H A L T !
Forza St. Pauli, sonst nix.
Vervollständigung
Schon klar, diese Hobbyfilmer sind schon ein extrem nerviges Völkchen und es gibt ja genügend Ansätze, um hier Abhilfe zu schaffen. Wenn es allerdings hilft, eine solche Aufnahme wie die folgende zu Gesicht zu bekommen, hält sich der Groll in Grenzen: Als die Breeders am 9. Mai im Bostoner Royale Nightclub ihre Full-Album-Show zum Jubiläum von "Last Splash" spielten, gesellte sich auch Ur-Mitglied Tanya Donelly (Throwing Muses, Belly) für zwei Songs zur gutgelaunten Damenpartie - Donelly gehörte zur Startbesetzung der Band und hatte u.a. am Debüt "Pod" mitgewirkt. Zu hören gab es in diesem erweiterten Rahmen "Do You Love Me Now" und den Beatles-Klassiker "Happiness Is A Warm Gun". Also: Nice Shot, Pal!
Freitag, 10. Mai 2013
Begnadete Tragikomiker
Vampire Weekend
„Modern Vampires Of The City“
(XL Recordings)
Nichts für ungut, aber Vampire Weekend sind eine komische Band. Sie waren es, als sie 2006 mit ihrem Debüt den altbackenen Indierock in ein völlig neues Kostüm steckten – „Mansard Roof“, „A-Punk“, „Oxford Comma“, das war Paul Simon auf 45 RPM, Punk mit Funk, Spaß und Stil. Stil, jawohl, eigenartigem wohl gemerkt, schließlich sahen sie aus wie schnöselige rich kids mit ihren Button-Down-Hemden, Strickjacken und quietschbunten Sommershorts. Putziger Klassensprecherpop, aber eben auch verdammt catchy, wem das nicht in die Beine ging, der durfte sich schon einige Grobheiten anhören. Sie blieben komisch, als „Contra“ kam, zu den gewohnten Klängen kamen nun die klassischen, barocken hinzu, virtuos, verspielt, klug und keine Spur von lächerlich. Und immer noch Ezra Koenigs quengelige Stimme, die selbst die traurigsten Erfahrungen mit einer unverschämten Lässigkeit besingen konnte – „Cousins“, „Horchata“, „Giving Up The Gun“, wieder jede Menge Killer.
Wen überrascht es also, dass die New Yorker auch mit ihrem neuen, dritten Album eine komische Band geblieben sind, viel zu clever, als dass sie alles über den Haufen werfen würden, was bisher so gut geklappt hat, ehrgeizig genug, um ihrem Sound doch wieder ein paar neue und überraschende Facetten hinzuzufügen. Es gibt die Nummern mit unverwechselbaren Sound der ersten Tage - „Unbelievers“, der vielleicht bestgelaunteste Song zum Fegefeuer überhaupt, der quirlig schräge Bigbeat von „Diane Young“, ein Stück, das sich die Fans der Automarke Saab wohl auf ewig zum Feind gemacht hat, „Finger Back“ dazu, nicht weniger skurril und flott, Teufelstänze allesamt. Auf der anderen Seite die entspannten Lieder, die so laid back, so einängig geraten, dass einem vor Bewunderung nicht selten der Mund offen stehen bleibt: Der Sonnenaufgang in „Obvious Bicycle“ zu metallisch klackenden Drums, das gewitzte „Step“ mit seinen verfremdeten Stimmen und honigsüßen Melodien – „…and punks who would laugh when they saw us together, well, they didn't know how to dress for the weather“, haha, und dann – ganz bitter – „Hannah Hunt“. Koenig trägt seine Liebe zu Grabe, doch selbst wenn er gegen Ende etwas wehleidig zetert („If I can't trust you then damn it Hannah, there's no future, there's no answer, though we live on the US dollar, you and me, we got our own sense of time“), selbst dann hat das noch Charme, bleibt er sympathisch.
Die richtig guten Nummern haben sich die vier für den Schluß aufgehoben, die also, die ihrem Sound wieder den speziellen Extradreh geben. „Worship You“ ist ein überhitzter Squaredance, nervöse Drums, Saxophon, Bonanza Baby! Die zwei Stücke danach sind mit „großartig“ noch zurückhaltend bezeichnet – „Ya Hey“ (ist das etwa Koenigs „Banana Boat Song“?), lautmalerisch, verquerer Text, das Piano auf Fuge komponiert und dazu diese dramatischen Chöre, unglaublich. Ebenso – „Hudson“. Auch hier eine ähnliche Dramatik, jetzt aber eher Morricone, Gewehrsalven, Marschmusik, staatstragende Historie – „All you who changed your stripes can wrap me in the flag“, man sollte es trotzdem nicht zu ernst nehmen. Diese drei letzten Stücke außen vor, haben Vampire Weekend so viel nicht verändert – ein anderes Licht, eine differente Stimmung, und dennoch ist das Album nicht kleiner als die vorangegangenen. Es bleibt ihr Geheimnis, wie sie zu all den fabelhaften Ideen kommen, wie sie ihrer Lebendigkeit und Freakness immer noch eins draufzusetzen vermögen. Wochenendvampire, die sie nun mal sind, werden sie schon ihre geschützten Quellen haben, um auch für die nächsten Jahre bei Kräften zu bleiben. www.vampireweekend.com
„Modern Vampires Of The City“
(XL Recordings)
Nichts für ungut, aber Vampire Weekend sind eine komische Band. Sie waren es, als sie 2006 mit ihrem Debüt den altbackenen Indierock in ein völlig neues Kostüm steckten – „Mansard Roof“, „A-Punk“, „Oxford Comma“, das war Paul Simon auf 45 RPM, Punk mit Funk, Spaß und Stil. Stil, jawohl, eigenartigem wohl gemerkt, schließlich sahen sie aus wie schnöselige rich kids mit ihren Button-Down-Hemden, Strickjacken und quietschbunten Sommershorts. Putziger Klassensprecherpop, aber eben auch verdammt catchy, wem das nicht in die Beine ging, der durfte sich schon einige Grobheiten anhören. Sie blieben komisch, als „Contra“ kam, zu den gewohnten Klängen kamen nun die klassischen, barocken hinzu, virtuos, verspielt, klug und keine Spur von lächerlich. Und immer noch Ezra Koenigs quengelige Stimme, die selbst die traurigsten Erfahrungen mit einer unverschämten Lässigkeit besingen konnte – „Cousins“, „Horchata“, „Giving Up The Gun“, wieder jede Menge Killer.
Wen überrascht es also, dass die New Yorker auch mit ihrem neuen, dritten Album eine komische Band geblieben sind, viel zu clever, als dass sie alles über den Haufen werfen würden, was bisher so gut geklappt hat, ehrgeizig genug, um ihrem Sound doch wieder ein paar neue und überraschende Facetten hinzuzufügen. Es gibt die Nummern mit unverwechselbaren Sound der ersten Tage - „Unbelievers“, der vielleicht bestgelaunteste Song zum Fegefeuer überhaupt, der quirlig schräge Bigbeat von „Diane Young“, ein Stück, das sich die Fans der Automarke Saab wohl auf ewig zum Feind gemacht hat, „Finger Back“ dazu, nicht weniger skurril und flott, Teufelstänze allesamt. Auf der anderen Seite die entspannten Lieder, die so laid back, so einängig geraten, dass einem vor Bewunderung nicht selten der Mund offen stehen bleibt: Der Sonnenaufgang in „Obvious Bicycle“ zu metallisch klackenden Drums, das gewitzte „Step“ mit seinen verfremdeten Stimmen und honigsüßen Melodien – „…and punks who would laugh when they saw us together, well, they didn't know how to dress for the weather“, haha, und dann – ganz bitter – „Hannah Hunt“. Koenig trägt seine Liebe zu Grabe, doch selbst wenn er gegen Ende etwas wehleidig zetert („If I can't trust you then damn it Hannah, there's no future, there's no answer, though we live on the US dollar, you and me, we got our own sense of time“), selbst dann hat das noch Charme, bleibt er sympathisch.
Die richtig guten Nummern haben sich die vier für den Schluß aufgehoben, die also, die ihrem Sound wieder den speziellen Extradreh geben. „Worship You“ ist ein überhitzter Squaredance, nervöse Drums, Saxophon, Bonanza Baby! Die zwei Stücke danach sind mit „großartig“ noch zurückhaltend bezeichnet – „Ya Hey“ (ist das etwa Koenigs „Banana Boat Song“?), lautmalerisch, verquerer Text, das Piano auf Fuge komponiert und dazu diese dramatischen Chöre, unglaublich. Ebenso – „Hudson“. Auch hier eine ähnliche Dramatik, jetzt aber eher Morricone, Gewehrsalven, Marschmusik, staatstragende Historie – „All you who changed your stripes can wrap me in the flag“, man sollte es trotzdem nicht zu ernst nehmen. Diese drei letzten Stücke außen vor, haben Vampire Weekend so viel nicht verändert – ein anderes Licht, eine differente Stimmung, und dennoch ist das Album nicht kleiner als die vorangegangenen. Es bleibt ihr Geheimnis, wie sie zu all den fabelhaften Ideen kommen, wie sie ihrer Lebendigkeit und Freakness immer noch eins draufzusetzen vermögen. Wochenendvampire, die sie nun mal sind, werden sie schon ihre geschützten Quellen haben, um auch für die nächsten Jahre bei Kräften zu bleiben. www.vampireweekend.com
Donnerstag, 9. Mai 2013
Agenda 2026
Da muß Fan jetzt nicht gleich in Schnappatmung verfallen: In einem Interview mit der australischen Seite noise11.com, so der deutsche Metal-Hammer, hat der Gitarrist von Guns N'Roses, Richard Fortus, ein neues Album der Band für das kommenden Jahr angekündigt - einige Songs seien sogar schon im Kasten. Wenn wir dieser Meldung jetzt die Erfahrungen mit der letzten Platte "Chinese Democracy", die ja ursprünglich 1996 erscheinen sollte, zu Grunde legen, dann darf sich die Vorfreude getrost bis 2026 gedulden - nach eine Reihe von Umbesetzungen, Rehabs und sonstigem medialen Gedöns sollten es Axl und seine Jungs dann geschafft haben.
Mittwoch, 8. Mai 2013
Großer Pop für kleine Dinge
Still Corners
„Strange Pleasures“
(Sub Pop)
Soweit sind wir also schon. Kaum hört man eine Melodie, die sich auf ganz hinterhältige Art und Weise im Gehörgang festhaken konnte, hat man auch schon die passende TV-Kampagne vor Augen – Dandy Warhols, Lenka, Empire Of The Sun, Chromatics, Grouplove, ein neues Betriebssystem, überzuckerte Softdrinks, ein Kommunikationsspielzeug oder das Netz zu selbigem, irgendetwas findet sich immer und trotz aller ehrbaren Vorsätze hat es bisher noch jeden erwischt. Was nichts anderes heißt als: Still Corners können sich schon mal überlegen, wie sie auf lästige Anfragen der PR-Agenten reagieren wollen, denn ihr aktuelles Album „Strange Pleasures“ bietet jede Menge dieser eingängigen, lässigen Superpopsongs, mit denen sich umtriebige Konzerne gern schmücken.
Greg Hughes und Tessa Murray, die sich hinter dem Alias verstecken und mit ihrem Projekt in London beheimatet sind, verfertigen seit ihrem Debüt „Creatures Of An Hour“ einen stark elektronisch geprägten Dreampop, der sich gern mit der einen oder anderen Gitarrenspur schmückt. Die im Allgemeinen recht luftigen Tanznummern liegen nahe bei Anthony Gonzalez aka. M83 oder den Cvrches, man darf aber auch – gerade wegen Murrays zartem Stimmchen inmitten der sythetischen Klänge – Querverweise auf die Cocteau Twins notieren. Die zwölf auf dem Album enthaltenen Titel lassen sich dabei jeweils zur Hälfte in die besagten Ohrwürmer mit hohem Wiedererkennungsfaktor und in eher zurückhaltenende, sphärische Midtempostücke unterteilen.
Hier also „The Trip“, das schon unverschämt poppt, perlt und glitzert, „Berlin Lovers“ – der Song mit dem hübsch schnulzigen Rollschuh-Video, dazu noch „Beatcity“, „Fireflies“ und „We Killed The Moonlight“, alles mit einer wohldosierten Prise Melancholie versehen. Auch „Midnight Drive“ hat diesen Schmelz, diese dicken 90er Powerpopchords, das große Gefühl. Dagegen stehen dann die eher behäbigen, verträumten Nummern – „Beginning To Blue“, „Can’t Sleep“, „Going Back To Strange“ und das großformatige Titelstück am Ende. Hughes meint ja: „All these little bits, these tiny moments, that’s what I was trying to go back to. To bottle that up and put it into a song”, bei den letztgenannten muß er dann schon die XXL-Packung nehmen, um sie in vier Minuten unterzubringen. Doch auch wenn sich die beiden bei dem einen oder anderen Stück mal verheben, es bleibt doch ein gutes Sommeralbum – und jetzt her mit der klebrigen Zuckerbrause!
"Berlin Lovers" bei Subpop als kostenloser Download - hier.
„Strange Pleasures“
(Sub Pop)
Soweit sind wir also schon. Kaum hört man eine Melodie, die sich auf ganz hinterhältige Art und Weise im Gehörgang festhaken konnte, hat man auch schon die passende TV-Kampagne vor Augen – Dandy Warhols, Lenka, Empire Of The Sun, Chromatics, Grouplove, ein neues Betriebssystem, überzuckerte Softdrinks, ein Kommunikationsspielzeug oder das Netz zu selbigem, irgendetwas findet sich immer und trotz aller ehrbaren Vorsätze hat es bisher noch jeden erwischt. Was nichts anderes heißt als: Still Corners können sich schon mal überlegen, wie sie auf lästige Anfragen der PR-Agenten reagieren wollen, denn ihr aktuelles Album „Strange Pleasures“ bietet jede Menge dieser eingängigen, lässigen Superpopsongs, mit denen sich umtriebige Konzerne gern schmücken.
Greg Hughes und Tessa Murray, die sich hinter dem Alias verstecken und mit ihrem Projekt in London beheimatet sind, verfertigen seit ihrem Debüt „Creatures Of An Hour“ einen stark elektronisch geprägten Dreampop, der sich gern mit der einen oder anderen Gitarrenspur schmückt. Die im Allgemeinen recht luftigen Tanznummern liegen nahe bei Anthony Gonzalez aka. M83 oder den Cvrches, man darf aber auch – gerade wegen Murrays zartem Stimmchen inmitten der sythetischen Klänge – Querverweise auf die Cocteau Twins notieren. Die zwölf auf dem Album enthaltenen Titel lassen sich dabei jeweils zur Hälfte in die besagten Ohrwürmer mit hohem Wiedererkennungsfaktor und in eher zurückhaltenende, sphärische Midtempostücke unterteilen.
Hier also „The Trip“, das schon unverschämt poppt, perlt und glitzert, „Berlin Lovers“ – der Song mit dem hübsch schnulzigen Rollschuh-Video, dazu noch „Beatcity“, „Fireflies“ und „We Killed The Moonlight“, alles mit einer wohldosierten Prise Melancholie versehen. Auch „Midnight Drive“ hat diesen Schmelz, diese dicken 90er Powerpopchords, das große Gefühl. Dagegen stehen dann die eher behäbigen, verträumten Nummern – „Beginning To Blue“, „Can’t Sleep“, „Going Back To Strange“ und das großformatige Titelstück am Ende. Hughes meint ja: „All these little bits, these tiny moments, that’s what I was trying to go back to. To bottle that up and put it into a song”, bei den letztgenannten muß er dann schon die XXL-Packung nehmen, um sie in vier Minuten unterzubringen. Doch auch wenn sich die beiden bei dem einen oder anderen Stück mal verheben, es bleibt doch ein gutes Sommeralbum – und jetzt her mit der klebrigen Zuckerbrause!
"Berlin Lovers" bei Subpop als kostenloser Download - hier.
Himmelherrgottsakrament!
Man kann sagen was man will, aber auf die SPEX ist Verlaß: Nun ist endlich auch der neue Clip von David Bowie zur Single "The Next Day" hierzulande zu sehen (deshalb eben: Danke, SPEX), nach dem Großaufgebot bei "The Stars (Are Out Tonight)" kann Bowie hier mit Marion Cotillard und Gary Oldman auftrumpfen, das Ganze dann wieder von Floria Sigismondi in eine reichlich ulkige, pseudosakrale Szenerie verpackt, einen Sackvoll Kunstblut dazu - alle Achtung. Zu sehen bei Muzu.TV.
Die Hoffnung bleibt
Die Hoffnung stirbt zuletzt - was'n blöder Spruch! Die Chance allerdings, die Breeders bald wieder einmal live auf deutschen Bühnen bewundern zu dürfen, stehen im Moment nicht gerade gut, jetzt, die die Termine für Europa soweit gemacht sind. Gestern Abend jedenfalls waren sie zu Gast bei Jimmy Fallon Late Night und haben dort neben "Driving On 9" auch "Cannonball" gespielt - hach, die Deal-Schwestern gemeinsam auf der Bühne, das wär' schon was ...
Lachnummer
Ein Mann macht sich zum "Vollhorst" (Klopp) und alle lachen mit: Fran Healey von Travis läßt sich im Video zur neuen Single "Where You Stand" von einer rothaarigen Dame kräftig verulken und die versammelte Weiblichkeit darf dazu schadenfroh in die Hände klatschen - wer's mag, hier bei Dailymotion.
Dienstag, 7. Mai 2013
Augen zu!
Wer sich lieber überraschen lassen will in ein paar Wochen, für den tönt jetzt der berühmte Gong und der macht mal besser die Augen zu - für alle anderen hier die Setlist des WarmUp-Gigs von Depeche Mode in Nizza vom vergangenen Samstagabend. Und nachfolgend noch das mutmaßliche Highlight des Abends - "Black Celebration". So, nun ist aber gut.
Herz und Seele
Der Ire ist im Allgemeinen ein unbeirrbarer Traditionalist. Er mag Menschen, die möglichst viel Seele und Sentiment in ihre Songs packen, dabei dürfen sie gern auch die handelsüblichen Grenzen des guten Geschmacks touchieren. Nur so ist es zu erklären, dass dieses Volk einer Band wie U2 auf eine derart lange Zeit die Treue hält. Wen sie einmal ins Herz geschlossen haben, den geben sie so leicht nicht mehr verloren - so geht es auch den Jungs von Bell X1 aus Celbridge/Kildare. Hierzulande noch immer ein weitestgehend unbekannte Nischentruppe, haben sie daheim ihren Kultstatus sicher - Ende Juni erscheint nun mit "Chop Chop" (Belly Up Records) ihr bislang sechstes Album. Zum Clip der ersten Single "Starlings Over Brighton Pier" wird einem ganz schwummerig im Hirn angesichts der hin- und herschaukelnden Vogelschwärme, von einem weiteren Stück ("Careful What You Wish For") gibt es bei Soundcloud einen feinen Remix aus dem Hause Chad Valley.
Schattenspiele
Schon im Januar kam die erste Nachricht vom neuen Album der Editors, nun allerdings mit einigen Eckdaten: "The Weight Of Your Love" wird das gute Stück nun wohl heißen, am 1. Juli erscheint's und mit "A Ton Of Love" gibt's hier auch schon die erste Single - bei Vimeo.
Vorgeschmack
Bis zum nächsten Live-Erlebnis in Deutschland ist es noch eine Weile hin, dafür bekommt Fan jetzt mit dem Video zur aktuellen Single "Mermaids" etwas Pausenfutter zum Durchhalten: Nick Cave und die Bad Seeds haben dafür einen Auftritt im Los Angeles Fonda Theater am 21. Februar diesen Jahres von Iain Forsyth und Jane Pollard filmen lassen.
10.11. Hamburg, Sporthalle
12.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
13.11. Offenbach, Stadthalle
21.11. München, Zenith
10.11. Hamburg, Sporthalle
12.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
13.11. Offenbach, Stadthalle
21.11. München, Zenith
Living Dead
Ein paar Wochen noch, dann kommt das neue Album der Queens Of The Stone Age "...Like Clockwork", jetzt wird der nächste Titel nachgelegt: "I Appear Missing" kommt als schwerblütiger Stonerfetzen samt trashigem Cartoonclip daher - anschauen hier bei dooloop.
Montag, 6. Mai 2013
Not amused
Fünfzehn Jahre Sendepause, eine lange Zeit: Das letzte und einzige Soloalbum aus dem Studio kann Lauryn Hill 1998 ausweisen, davor die Fugees, danach nichts Weltbewegendes mehr. Dass sie mit "The Miseducation Of Lauryn Hill" zu Recht eine Unmenge an Preisen abgeräumt hat, ist anscheinend weitestgehend in Vergessenheit geraten, die Gerüchte, sie hätte den neuen Deal mit SONY Music nur deshalb unterschrieben, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, haben einen hämisch-böswilligen Beigeschmack. Zum ersten wirklich neuen Song seit Jahren "Neurotic Society (Compulsory Mix)" gibt es deshalb von ihr auch ein paar klärende Worte:
"Only a completely complicated set of traps, manipulations, and inequitable business arrangements could put someone who has accomplished the things that I have, financially in need of anything. I am one artist who finds value in openly discussing the dynamics within this industry that force artists to compromise or distort themselves and what they do, rather than allowing them to make the music that people need. There are volumes that could (and will) be said.”
"Only a completely complicated set of traps, manipulations, and inequitable business arrangements could put someone who has accomplished the things that I have, financially in need of anything. I am one artist who finds value in openly discussing the dynamics within this industry that force artists to compromise or distort themselves and what they do, rather than allowing them to make the music that people need. There are volumes that could (and will) be said.”
Freitag, 3. Mai 2013
Neuer Dreh
Kurz gestutzt: Polizei-Verkehrs-Technik? Im Remix? Ist natürlich Quatsch. Hinter dem Kürzel PVT versteckt sich ein australisches Projekt, das sich früher mal Pivot nannte, dann aber namensrechtliche Probleme (nicht mit dem Erfinder der Pivot-Tabelle) bekam und fortan unter dem genannten Alias die Bühnen der Welt bespielte. Im vorliegenden Fall hat sich das Trio des ohnehin schon sehr gelungenen Songs der Local Natives "Heavy Feat" angenommen und daraus ein feines Stück Tanzmusik gezaubert - hier bei Soundcloud.
Certainment!
Die neue Platte ist ja eher mau, live sollen die Frenchies aber noch immer eine sichere Nummer sein. Deshalb die Stifte gespitzt für weitere Konzerttermine von Phoenix:
11.06. Hamburg, Stadtpark
18.11. Frankfurt, Jahrhunderthalle
19.11. München, Zenith
21.11. Berlin, Columbiahalle
22.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
11.06. Hamburg, Stadtpark
18.11. Frankfurt, Jahrhunderthalle
19.11. München, Zenith
21.11. Berlin, Columbiahalle
22.11. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
Donnerstag, 2. Mai 2013
Kriegerinnen
Savages
„Silence Yourself“
(Matador)
Um ehrlich zu sein, es würde einen kaum wundern, wenn diese vier Mädchen demnächst mit der Gesichtsbemalung nach Art amerikanischer Footballspieler auf die Bühne träten. Sie sind auf Kriegspfad, ihre Statements, ihre Musik, die Attitüde, alle Zeichen auf Sturm gesetzt: „The world is with me and call me for the fight, I am here, I won’t hide.“ Kampfansage, unmissverständlich. Kaum eine Band hat in letzter Zeit mit so großer Ernsthaftigkeit das mediale Wechselspiel der Branche thematisiert wie die Londoner Savages. Foto- und Filmaufnahmen während der Konzerte bitten sie zu unterlassen, ab und an liest man von Fotografen, denen diese Bitte mittels Androhung einer Tracht Prügel auch schon mal weniger höflich nähergebracht worden ist. Das Manifest auf dem Plattencover, auch dieses läßt keinen Zweifel zu, dass den vieren die Übermacht der digitalen Verfügbarkeit, gespeist aus Verharmlosung, Abgestumpftheit und einem diffusen Drang zur ständigen Präsenz, gehörig suspekt ist, dass sie nicht müde werden, dagegen zu wettern und davor zu warnen.
„We live in an age of many stimulations, if you are focused, you are harder to reach, if you are distracted, you are available…“, liest man auf dem Cover und “…if the world would shut up, even for a while, perhaps we would start hearing the distant rhythm of an angry young tune.” Ihren Rhythmus, ihre Schreie also, die so zornig, so gereizt und so gehetzt aus den Songs des Albums herausbrechen. Beth Jenny, rein äußerlich die weibliche Entsprechung eines Ian Curtis, die Stimme zwischen Siouxsie Sioux, Polly Jean Harvey und Karen O, der dunkel rollende Bass von Ayse Hassan, die agressive Gitarrenchords von Gemma Thompson und das trocken polternde Schlagwerk von Fay Milton, Post-Punk der härteren Sorte, oft schnell, knochig, selten eingängig oder gefällig. Melodien werden fast verschämt versteckt – hier die perlende Hookline im anfangs zitierten „I Am Here“, die unvermittelte, verträumt Passage bei „City’s Full“ oder der irritierend gutgelaunte Beginn von „She Will“, der doch in einer lauten, schmerzhaften Klage über die Unabänderlichkeit, über das, was man gern verharmlosend den „Gang der Dinge“ nennt, enden muss.
„Silence Yourself“ ist voll von diesen schlecht gelaunten, bitterbösen, ja zynischen Stimmungsbildern, das messerscharfe „No Face“, das hyperventilierende, sperrige „Husbands“ und der behäbige, kratzige Beat bei „Strife“ – sie sprachen in den letzten Wochen oft von der Hoffnung, die Energie und Intesität ihrer Liveauftritte in die Studioaufnahmen packen zu können – nun, es scheint ihnen wohl gelungen zu sein. Wo nötig, beschränken sie sich auf knappe zwei oder drei Minuten („Hit Me“, „Husbands“), braucht es mehr, wird schon auch mal ein länger anhaltendes Noisegewitter („Waiting For A Sign“) oder das anrührende Miteinander von Piano und Saxophon („Marshal Dear“) aus der Kulisse gezaubert. Sie werden es, soviel ist klar, nicht einfach haben, sich gegen Vereinnahmungen und mehr oder weniger wohlmeinende Umarmungen zur Wehr zu setzen, zu gut passen sie als Projektionsfläche in die Vermarktungsstrategien allzeit gieriger A+R-Strategen, Weltschmerz verkauft sich schließlich gut da draußen. Wenn sie aber nur halbsogute Kriegerinnen sind, wie ihr Klappentext vermuten läßt, werden ihnen Trotz, Wut und Beharrlichkeit auch weiterhin lohnende Wegweiser sein. http://silenceyourself.savagesband.com/
16. Mai Köln, Gebäude 9
17. Mai Berlin, Lido
19. Mai Frankfurt, Zoom
20. Mai Zürich, Kinski
18. Juni Berlin, Zitadelle (mit Portishead)
„Silence Yourself“
(Matador)
Um ehrlich zu sein, es würde einen kaum wundern, wenn diese vier Mädchen demnächst mit der Gesichtsbemalung nach Art amerikanischer Footballspieler auf die Bühne träten. Sie sind auf Kriegspfad, ihre Statements, ihre Musik, die Attitüde, alle Zeichen auf Sturm gesetzt: „The world is with me and call me for the fight, I am here, I won’t hide.“ Kampfansage, unmissverständlich. Kaum eine Band hat in letzter Zeit mit so großer Ernsthaftigkeit das mediale Wechselspiel der Branche thematisiert wie die Londoner Savages. Foto- und Filmaufnahmen während der Konzerte bitten sie zu unterlassen, ab und an liest man von Fotografen, denen diese Bitte mittels Androhung einer Tracht Prügel auch schon mal weniger höflich nähergebracht worden ist. Das Manifest auf dem Plattencover, auch dieses läßt keinen Zweifel zu, dass den vieren die Übermacht der digitalen Verfügbarkeit, gespeist aus Verharmlosung, Abgestumpftheit und einem diffusen Drang zur ständigen Präsenz, gehörig suspekt ist, dass sie nicht müde werden, dagegen zu wettern und davor zu warnen.
„We live in an age of many stimulations, if you are focused, you are harder to reach, if you are distracted, you are available…“, liest man auf dem Cover und “…if the world would shut up, even for a while, perhaps we would start hearing the distant rhythm of an angry young tune.” Ihren Rhythmus, ihre Schreie also, die so zornig, so gereizt und so gehetzt aus den Songs des Albums herausbrechen. Beth Jenny, rein äußerlich die weibliche Entsprechung eines Ian Curtis, die Stimme zwischen Siouxsie Sioux, Polly Jean Harvey und Karen O, der dunkel rollende Bass von Ayse Hassan, die agressive Gitarrenchords von Gemma Thompson und das trocken polternde Schlagwerk von Fay Milton, Post-Punk der härteren Sorte, oft schnell, knochig, selten eingängig oder gefällig. Melodien werden fast verschämt versteckt – hier die perlende Hookline im anfangs zitierten „I Am Here“, die unvermittelte, verträumt Passage bei „City’s Full“ oder der irritierend gutgelaunte Beginn von „She Will“, der doch in einer lauten, schmerzhaften Klage über die Unabänderlichkeit, über das, was man gern verharmlosend den „Gang der Dinge“ nennt, enden muss.
„Silence Yourself“ ist voll von diesen schlecht gelaunten, bitterbösen, ja zynischen Stimmungsbildern, das messerscharfe „No Face“, das hyperventilierende, sperrige „Husbands“ und der behäbige, kratzige Beat bei „Strife“ – sie sprachen in den letzten Wochen oft von der Hoffnung, die Energie und Intesität ihrer Liveauftritte in die Studioaufnahmen packen zu können – nun, es scheint ihnen wohl gelungen zu sein. Wo nötig, beschränken sie sich auf knappe zwei oder drei Minuten („Hit Me“, „Husbands“), braucht es mehr, wird schon auch mal ein länger anhaltendes Noisegewitter („Waiting For A Sign“) oder das anrührende Miteinander von Piano und Saxophon („Marshal Dear“) aus der Kulisse gezaubert. Sie werden es, soviel ist klar, nicht einfach haben, sich gegen Vereinnahmungen und mehr oder weniger wohlmeinende Umarmungen zur Wehr zu setzen, zu gut passen sie als Projektionsfläche in die Vermarktungsstrategien allzeit gieriger A+R-Strategen, Weltschmerz verkauft sich schließlich gut da draußen. Wenn sie aber nur halbsogute Kriegerinnen sind, wie ihr Klappentext vermuten läßt, werden ihnen Trotz, Wut und Beharrlichkeit auch weiterhin lohnende Wegweiser sein. http://silenceyourself.savagesband.com/
16. Mai Köln, Gebäude 9
17. Mai Berlin, Lido
19. Mai Frankfurt, Zoom
20. Mai Zürich, Kinski
18. Juni Berlin, Zitadelle (mit Portishead)
Le Freak C'est Chic [Update]
Sehr schick: Janelle Monáe hat für ihr Video zum Song "Q.U.E.E.N.", den sie zusammen mit Erykah Badu eingespielt hat und der ihre Platte "The Electric Lady" ankündigt, offensichtlich eine Schar von Stylisten beschäftigt, die ihr "Living Museum" zusammenbasteln durften - freaky, hier bei Youtube (solange jedenfalls, wie das Ding für Deutschland noch scharfgeschaltet ist...).
Update: Jetzt in echt bei musicplayon.com.
Update: Jetzt in echt bei musicplayon.com.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Heißer Scheiß
Das Gerücht, Kim Deal würde mit den Breeders bald wieder in Ring steigen, nachdem sie gerade zusammen eine Reihe von Jubiläumskonzerten aus Anlaß des zwanzigsten Geburtstages von "Last Splash" gegeben haben, hält sich hartnäckig. Hört man sich ihre neue Single "Hot Shot" (b/w "Likkle More") an, wünscht man sich, es würde bald Wirklichkeit werden - good rocking stuff das. Hier bei pitchfork, zu bestellen auf ihrer Labelseite.
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