Mittwoch, 9. Januar 2013

Leben und sterben

Von Luis Vasquez und dem düsterem Wavegeplucker und -gezerre seines Projektes The Soft Moon war ja an gleicher Stelle schon belobigend die Rede, im Folgenden schiebt der Mann nun zum Song "Die Life" einen passenden Clip nach.

Dienstag, 8. Januar 2013

Doch nichts Schlechtes

Achtung: Vorhang auf für's Bildungsbloggertum! Wir wollen heute noch einmal über die neue Platte "Mala" von Devendra Banhart sprechen und eines geraderücken: "Mala" heißt keineswegs 'schlecht', wie sich das der ausgebrannte, normaldeprimierte Westeuropäer gern vorstellen will, sondern gründet auf einem osteuropäischen Kosenamen. So. Und weil wir gerade bei erstaunlichen Dingen sind - liest man sich das Tracklisting von Banharts kommender Platte durch, findet sich neben so lautmalerischen Titeln wie "Taurobolium" und "Cristobal" auch ein Song namens "Für Hildegard von Bingen". Der Künstler selbst dazu:
 

"In my head there was this little movie, an alternative universe, I guess - Hildegard is sequestered in her cloister, and one day she gets a VHS cassette and it's the prime era of the MTV VJ, and she just goes wild. 'That’s it for me,' she says. 'That's how I'm going to get my message across.' So she escapes the cloister…and becomes a VJ."

Dankenswerterweise hat Wikipedia natürlich die Hintergründe und Pitchfork die passenden Töne dazu.

Keine Angst

Yo La Tengo 
„Fade“ 
(Matador)

Fast dreißig Jahre im Geschäft, das haben beileibe nicht viele geschafft. Sonic Youth fallen einem da ein (obschon hier die Meinungen auseinander gehen, ob man diese noch als band in duty dazuzählen darf), Guided By Voices vielleicht und eben auch Yo La Tengo. Das charmant verschrobene Trio aus New Jersey hat sich, einige Umbesetzungen mal außen vor gelassen, mit fast schon erschreckender Konstanz durch die vergangenen Jahrzehnte gearbeitet, hat das an den späten 60ern gerettet, was ihnen interessant und beschützenswert erschien und auf seine eigene, unverwechselbare Art angereichert – und dennoch gibt es nicht wenige Anhänger, die jedes Mal, wenn eine neue Platte zur Veröffentlichung ausgeschrieben wird, verdammt nervös werden: Kommt er jetzt, der unvermeidliche Durchhänger? Setzt die Formation um die Gründungsmitglieder Georgia Hubley und Ira Kaplan, die selbst Coveralben noch anständig und unpeinlich an die Kundschaft brachte, den nächsten Wurf nun doch in den Sand? Rein statistisch wär’s nach zwölf Platten eigentlich mal an der Zeit.

Keine Angst – sie sind sich im besten Sinne treu geblieben und geben dem noch jungen Jahr mit “Fade” gleich ein ordentliches Schwergewicht mit auf den Weg. Zehn Stücke, vielleicht nicht mehr ganz so knarzig und verschrammelt wie so mancher ihrer früheren Songs aus dem umfangreichen Kanon, dennoch: Der wohlige Schauer erfaßt einen wie eh und je, gleich beim ersten, dem längsten Track “Ohm” heißt man sich selbst willkommen im YLT-Kosmos und wird diesen auch die nächsten gut fünfzig Minuten nicht mehr verlassen müssen. Zauberhafte Miniaturen in Text und Ton, gebremster Noise (“Paddle Forward”), flinker Swing (“Well You better”), viel Gefühl und Wärme, keine Übertreibungen, alles ausgewogen bis auf die letzte Note.

Produziert hat im Übrigen John McEntire, der – selbst Mitglied der Postrocker Tortoise – schon Hand an Werke von TransAM, Smog, Stereolab und der Bright Eyes legte. Elektronische Verzierungen werden stets sparsam und am richtigen Ort verwendet, Stücke wie “I’ll Be Around”, “Cornelia And Jane” und “Two Trains” bestechen durch ihre Behutsamkeit, ihre Zartheit und vertragen trotzdem den einen oder anderen Bläsersatz. Es ist nicht so, dass man das Quietschen von Fingerkuppen auf dem verzwirbelten Saitenmetall nicht auch schon anderswo gehört hätte, die Dosierung allerdings, mit der hier zur Sache gegangen wird, ist gleichwohl beeindruckend und höchst professionell. Selbst das vergleichsweise laute Getrommel, mit dem sich die drei bei “Before We Run” vom Hörer verabschieden, wird noch von Streichern eingefangen – “Fade” ist und bleibt so ein wohltuend austarriertes Meisterwerk, ein Scheitern ist nicht in Sicht. http://www.yolatengo.com/

Komplettstream des Albums bei Pitchfork Advance.

Die fünf Verschworenen

Neues auch von der mutmaßlichen Traumkombi des laufenden Jahres, vormals auch Supergroup genannt: Atoms For Peace, die Band von Thom Yorke, Nigel Godrich, Flea, Joey Waronker und Mauro Refosco, wird ja bekanntlich Ende Februar ihr Album "Amok" veröffentlichen, nach dem ersten Song "Default" gibt es nun mit "Judge Jury And Executioner" einen weiteren, sogar visualisierten Leckerbissen.

Hurra, es wird kälter!

Und dann gleich Nummer drei, wieder andere Kiste, auch nicht zu verachten: Die Dänen von Iceage habe ja erst kürzlich ein paar Notizen zum neuen Album "You're Nothing" in die Runde gestreut, nun folgen mit "Coalition" die erste Auskopplung und auch ein paar Livetermine für das Frühjahr.

31.01.  Berlin, CTM Festival
08.03.  Münster, Gleis 22
10.03.  Hamburg, Hafenklang

Geschenk vom Jubilar

Aber nun mal ehrlich - was ist eine angebliche Single von Depeche Mode gegen die Nachricht, dass der Thin White Duke, also David Bowie himself, für den März sein bislang 30stes Studioalbum mit Namen "The Next Day" angekündigt hat? Knappe zehn Jahre sind seit dem Erscheinen des letzten ("Reality") vergangen, es wurde also allerhöchste Zeit. Mitgebastelt hat im Übrigen wieder Tony Visconti, und weil das noch nicht genug ist, gibt es mit "Where Are We Now?" auch gleich einen brandneuen Track inklusive Lyrics-Video dazu - da kiekste, wa?

Ach ja, Geburtstag hat er heute auch noch, 66 wird er, na denn - Glückwunsch!

Gen Himmel

Nachdem ja seit einigen Tagen Fotomaterial von einem angeblichen Videodreh im Netz rotiert, hier nun weitere semiharte Fakten: Die erste Single des neuen, bislang noch unbetitelten Albums von Depeche Mode wird angeblich "Heaven" heißen und wohl am 25. Januar in Deutschland erscheinen. In welchen Formaten, wurde bisher noch nicht bekannt, klar ist allerdings, dass es sich hierbei nicht um den Song handelt, der bei der Preesekonferenz der drei Ende vergangenen Jahres eingespielt worden ist.

Montag, 7. Januar 2013

Sport ist Mord

Vor ein paar Tagen gab es ja schon eine erste, etwas verwirrende Zwischenmeldung von Brett Anderson zur neuen Platte der Britpopper Suede - die Rede war von "aniseed kisses and lipstick traces, lemonade sipped in Belgian rooms" und "we jumped over the barriers". Nun, nach der letzten Verlautbarung sieht man etwas klarer: Im März soll also "Bloodsports", das mittlerweile sechste Studioalbum des Quintetts erscheinen und mit "Barriers" gibt es auch schon die erste Single zum Warmhören - bei Soundcloud.

Vor dem Hype

Was es nicht alles gibt: Die juvenile Tanzkombo der Geschwister Haim aus Los Angeles hat gerade bei der BBC das Ranking auf die Frage für sich entschieden, welchem Newcomer in den kommenden Monaten wohl am ehesten der große Durchbruch zuzutrauen ist. Nun, in einer fragwürdigen Umfrage den ersten Titel abzuräumen - geht so. Allerdings hört sich der locker-flockige Girlpop von Este, Danielle und Alana in der Tat nicht schlecht an, bezeichnenderweise sind die drei Mädels im San Fernando Valley aufgewachsen - da hört man doch den ABBA-Vergleich förmlich schon als Nachtigall durch die Gegend trampeln. Zwei Songs gibt es, die man sich besser früher als später anhören und -schauen sollte, um nicht am Ende wie der letzte Depp sagen zu müssen, man habe von denen noch nie nix mitbekommen: "Forever" und "Don't Save Me" - na dann mal los!

Goodbye

Ein allzu frühes Farewell, sowohl was das Jahr betrifft als auch den Output: Die britische Band Standard Fare hat nach neun Jahren gemeinsamen Musizierens und nur zwei Platten leider ihre Trennung bekanntgegeben. Das Ende 2011 erschienene Album "Out Of Sight, Out Of Town" fand auch hierzulande viele Anhänger, dennoch ist nach zwei Gigs in ihrer Geburtsstadt Sheffield und London Anfang März endgültig Schluß.

Waldspaziergang

Es hat einige Zeit gedauert, bis man sich den neuen Clip von Nick Cave zum Song "We No Who U R" ohne komplizierte Plugins auch hier in Deutschland anschauen konnte - nun ist es soweit: Gedreht hat den düsteren Waldspaziergang der argentinische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Gaspar Noé und außer einer Menge fahl beleuchteter Bäume und einer taumelnden Schattengestalt bekommt man eigentlich nichts weiter zu sehen. Spooky, Alter - bei Dailymotion.

Freitag, 4. Januar 2013

Bild das Jammers

Der Mann, der die päpstliche Unfehlbarkeit ins Diesseits herübergerettet hat - der hochverehrte Karl Bruckmaier also, schreibt über das neue Album "Awayland" der irischen Villagers "Fängt gut an, das neue Jahr" und vergibt gleich einmal maßlose, verwegene 5 Sterne, was nach seiner Meßlatte kurz vor dem Weltkulturerbe rangiert. Nun, hierzulande steht es am 11. Januar im Regal, das Video zur Single "Nothing Arrived" kann und sollte man sich trotzdem schon mal anschauen. Conor J. O'Brien besingt hier 24 Stunden im Leben von Terrence Bliss - diesen Mann (gespielt von Adam Cole) durch sein verkorkstes Tagwerk zu begleiten läßt den Betrachter mit einer schaurigen Mischung aus Fremdscham, Mitleid und verständnislosem Kopfschütteln zurück - zu sehen bei Dailymotion.

Die schon wieder

Da war "The Road" wohl nur die Vorabnummer, denn das hier wird als offiziell erste Single promotet: Hurts geben also "Miracle" aus dem am 11. März erscheinenden Album "Exile" in den Äther - Airplay nennt man das, heiße Luft kann man auch sagen, Luftnummer etc. Na, soll sich jeder selbst ein Urteil bilden - den Radiorip gibt's bei Soundcloud.

Tanz der Vampire

Ganz so beschaulich bleibt das nicht, keine Angst: Im Video zur aktuellen Vorauskopplung "Auf dem Pfad der Dämmerung" von Tocotronic gibt es ganz texttreu jede Menge Splatter, Kunstblut, spitze Zähne und blasstote Haut zu sehen, mit denen sich die Protagonistin im Schulalltag herumschlagen muß. Die Idee dazu stammt dem Vernehmen nach von Dirk von Lowtzow selbst, Regie führte wieder Stephanie von Beauvais ("Im Zweifel für den Zweifel"/"Mach es nicht selbst") - den Clip gibt's bei Tape.tv.

Endlich elektrisch

Zwei schöne Sätze zu einem schönen Song: Mackanzie Scott, 22-jährige Musikerin aus Nashville, die sich, wenn es gerecht zugeht, unter dem Pseudonym Torres bald problemlos ihren Lebensunterhalt verdienen kann, sagte zu dem von ihr präferierten Instrument, einer Gibson 335: "I didn't quite find the sound I was looking for until I started playing electric." Dazu noch Pitchfork zitiert: "'Honey' feels like an arena-rock moment happening on an empty stage." Ein Stück also zunächst, das selbstbetitelte Album dazu erscheint am 22. Januar im Fachhandel, Erinnerungen an Sharon van Etten, Kristin Hersh, irgendwo dazwischen - hier bei Soundcloud.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Schwerer Gang

Es wird nicht wirklich schlechter: Die Local Natives haben einen neuen Song aus ihrem Album "Hummingbird" (VÖ 28. Januar) in's Netz gestellt - nach "Breakers" also nun "Heavy Feet" - hier bei Soundcloud.

Auf die 12

Es soll ja wirklich Menschen geben, die von dieser Band und diesem Album nicht genug bekommen - genau für diese Spezies hat nun Apple, also iTunes, noch einmal in die Geschenkekiste gegriffen und bietet für lau u.a. eine nachträgliche Weihnachts-EP von The XX an - neben zwei Videos bekommt man dann auch einen recht ordentlichen Remix des "Coexist"-Tracks "Sunset" von Jamie XX. Also - entweder App "12 Tage Geschenke" herunterladen oder warten, bis das Zeug anderswo verfügbar ist...

Guter Junge

Das Album gab's noch im alten Jahr, den Clip zum aktuellen Song "Backseat Freestyle" bringt das neue: Kendrick Lamar, dem 2012 mit "Good Kid M.a.a.d. City" der längst überfällige Durchbruch gelang, hat für das Stück ein wirklich feines, monochromes Filmchen drehen lassen - der Track selbst ist natürlich auch nicht ohne und bringt großzügig die Herren West und Jay-Z mit ihrem "Niggas in Paris" ("Watch The Throne", 2011) zurück ins Spiel.

Deal des Jahres

Liest man die ersten, noch recht spärlichen News, dann könnte 2013 auch das Jahr der Kim Deal werden. Denn zum einen wird sie - schon länger bekannt - recht bald zusammen mit ihren Bandkolleginnen von den Breeders eine Neuauflage des zweiten Albums "Last Splash" (1993veröffentlichen, den obligatorischen Teaser dazu gibt's jetzt schon zu sehen. Laut SPIN werden sich die Damen auch in Originalbesetzung zum Rerelease im laufenden Jahr auf die Bühne(n) begeben, dem Auftritt beim ATP-Festival im Juni neben Kim Gordon, den Black Lips und No Age sollen also noch einige andere folgen.

Mehr als ein Zeitvertreib dürfte es zudem sein, sich die Exemplare der Solo Single Series von Kim Deal zu Gemüte zu führen - das erste mit den Stücken "Walking With A Killer" und "Dirty Hessians" kann man auf ihrer Website schon bestellen. Was genau Frau Deal gegen Frankfurt und Äbbelwoi hat, weiß man nicht so genau, ebenso kryptisch liest sich auch die Botschaft der Pixies bei Facebook - nun, wir werden's früh genug erfahren ...

Mittwoch, 2. Januar 2013

Böse Mädchen

Manches am neuen Jahr erinnert sehr an das alte und das ist nicht immer das Schlechteste: Den Startschuss für 2013 gibt Azealia Banks mit einem neuen Track, entstanden in Zusammenarbeit mit Apple Juice Kid und Sup Doodle. Was die Versalien bei "BBD" bedeuten, läßt sich beim Hören des Stücks relativ schnell herausfinden - hier.