Donnerstag, 4. Juli 2013

So nicht

Da drüben mag das ja der große Aufreger sein, doch hierzulande: Zu einem lauen Song von einem ebenso lauen Album läßt sich Herzchen Justin Timberlake mal schnell ein paar mäßig bekleidete Damen ins Bild schneiden - "Tunnel Vision" bleibt aber trotzdem durchschnittlicher, neuzeitlich aufgemöbelter R'n'P(op) der bekannten Sorte. Der Rest zum Song ist allzu billig ... hier bei Perez Hilton.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Der nächste Brecher

Gerade erst war Jagjaguwar mit Lightning Dust und ihrem wunderbaren Album "Fantasy" im Gespräch, da kommt mit Volcano Choir schon die nächste Band um die Ecke, ein nicht minder interessantes Album im Gepäck. "Repave" ist das zweite Werk des Sextetts um Bon-Iver-Mastermind Justin Vernon, mit "Byegone" gibt es daraus nun eine erste Single zum Vorhören bei Soundcloud, Ende August folgt dann der Rest.

Fade Tour

Was so ein Bindestrich doch ausmachen kann: Yo La Tengo kommen im Herbst dieses Jahres noch einmal nach Deutschland und zwar für ganze vier Termine, promotet wird, wie auch schon im Frühjahr, ihre äußerst gelungene Platte "Fade".

05.11.  München, Muffathalle
07.11.  Wien, Wuk
10.11.  Heidelberg, Enjoy Jazz
11.11.  Dresden, Hellerau
12.11.  Hamburg, Grünspan

Werden nicht schwächer

Na, noch immer auf der Suche nach den neuen The XX? Da kann man nur immer wieder antworten: Versuch's halt mal mit London Grammar! Die werden einfach nicht schwächer. Gerade kommt Gorilla vs. Bear passenderweise mit dem neuesten Song "Strong" um die Ecke und wieder, wieder, immer wieder...

Gut im Geschäft

Pharrell Williams scheint gut im Geschäft zu sein - Jay-Z, Filmsoundtrack, Daft Punk nicht zu vergessen, da geht wieder was. Nun hat der Junge auch einen Track mit Darling Azealia Banks zusammengeschraubt - den "ATM Jam" konnte man schon auf dem Glastonbury Festival hören, nun gibt es das Stück als Radiorip von HOT 97 - hier bei Soundcloud.

Komplette Performance Glastonbury inkl. "ATM Jam"

Nie wirklich weg

So kann es kommen, wenn man allzulange Pause macht: Auf der deutschen Wikipedia-Seite findet man als Eintrag unter The Chills "... waren eine neuseeländische Indie-Rock-Band". Okay, das letzte reguläre Album "Sunburnt" liegt schon ganze siebzehn Jahre zurück, aber wirklich aufgelöst hat sich die Formation um Sänger Martin Phillipps nie - nun jedenfalls kommt die Rückmeldung mit dem Stück "Molten Gold" (Fire Records), wann genau dem Song das Album folgen wird, ist allerdings noch unklar. Nachfolgend eines ihrer Glanzlichter: Der "Heavently Pop Hit" aus dem Jahr 1990.


Dienstag, 2. Juli 2013

Love it or leave it

Altbekanntes Motto, aber nirgendwo scheint es besser hinzupassen als zu diesem Post: New Order, oder besser die vier, die derzeit unter diesem Namen auftreten, waren im vergangenen Jahr auf vielen Festivals unterwegs, teilweise auch aus karitativen Gründen. Einen der nach ihrer Meinung gelungensten Auftritte, nämlich den beim Bestival auf der Isle Of Wight, haben sie auf einen Tonträger gepresst - der britische Guardian hat davon nun exklusiv einen Stream online gestellt und so kann jeder selbst probieren, ob ihm "Transmission", "Isolation", "Blue Monday" oder auch "Love Will Tear Us Apart" mit dieser Besetzung gefallen (oder eben nicht). Zu kaufen gibt es den Silberling hierzulande ab Freitag.

Everybody's darlings

Gewohnt schöner Titel, garantiert wunderbare Songs: "The Third Eye Centre" heißt eine Compilation von Raritäten, B-Seiten und Remixen, die Ende August via Matador von unser aller Lieblingsband Belle And Sebastian erscheinen wird. Laut Pitchfork wird die Zeit zwischen den Longplayern "Dear Catastrophe Waitress" (2003) und "Write Above Love" (2010) abgedeckt - u.a. enthalten der nachfolgende Miaoux-Miaoux-Remix von "Your Cover's Blown".

30.08.  Zürich, Open Air Festival

Frischobst

Fast dreißig Jahre im Dienst und noch immer Hunger: Die Goldenen Zitronen werden in diesem Jahr, genauer am 27. September, bei Buback Tonträger ihr neues Album - Codename: "Who's Bad" - veröffentlichen, darauf finden sich u.a. Titel mit so klangvollen Namen wie "Der Investor", "Duisburg", "Ritterspiele" oder "Kaufleute 2.0.1". Ein anderer alter Bekannter, nämlich Jochen Distelmeyer, durfte wohl schon mal vorhören und vermerkte darauf: "...als wäre Kim Kardashians Mann mit seinem letzten Album bei ihnen in die Lehre gegangen", und ferner "Jetzt auch mit Melodien!" Mal sehen, vielleicht gibt es ja auf den beiden anstehenden Liveterminen etwas mehr zu hören:

09.08.  Haldern Open Air
10.08.  Berlin, About Blank

Unschuldsvermutung

Das letzte Album "Destroyed" liegt zwei Jahre zurück und große Pausen hat er nie gemocht: Richard Melville, besser bekannt unter seinem Moniker Moby, kehrt nach offizieller Verlautbarung (s.u.) Anfang Oktober mit "Innocents", seiner elften Platte, zurück. Mit dabei eine Reihe prominenter Gastarbeiter/innen wie Wayne Coyne von den Flaming Lips, der unvermeidliche Mark Lanegan, Damien Jurado und - dies auch für die erste Single "A Case For Shame" - Cold Specks.

Dauert noch was

Mit dem neuen Album dauert es wohl noch etwas, dafür gibt es was für zwischendurch: Die schwedischen Holograms haben nach "Flesh And Bone" mit "Meditations" einen zweiten Song aus der für die nahe Zukunft geplanten Platte "Forever" parat - hier bei Soundcloud.

Immer noch perfekt

Ein guten Geschmack hat er ja, der Junge: Brett Nelson, Bassist der amerikanischen Langzeitlegenden Built To Spill, hat für sein The Electronic Anthology Project schon diverse seiner Lieblingssongs und -platten synthetisch überarbeiten lassen - aktuell ist dies "Soul Meets Body" von Death Cab For Cutie, der wohl perfekteste unter all den perfekten Songs vom Album "Plans" (2005) - hier bei pitchfork.

Montag, 1. Juli 2013

Wieder einer

Kaum ein paar Grade mehr auf dem Quecksilberstäbchen, schon kriechen all die potentiellen Sommerhits aus ihren Löchern und wollen präsentiert werden: So auch "East Coast Girl" von den Cayucas aus dem kalifornischen Santa Monica. Im Mai haben die Jungs ihre Platte "Bigfoot" samt erster Single "High School Lover" veröffentlicht, nun gibt es das zweite Video dazu. Und wenn es draußen wieder etwas kälter wird, dann darf man sich auf drei Terminen hierzulande wenigstens noch ein paar warme Gedanken machen.

06.09.  Köln, Gebäude 9
25.09.  Berlin, Prince Charles
26.09.  Hamburg, Reeperbahn Festival

Personal Yeezus

Schon Marilyn Manson hatte sich im weitesten Sinne für "Beautiful People" bei Depeche Mode bedient, auch Kanye West hat für "Black Skinhead" vom neuen Album "Yeezus" nicht lange gezögert: Da die Verwandschaft mit "Personal Jesus" so offensichtlich war, brauchte es nur noch einen findigen Kopf, der sich des MashUps annehmen würde. In Dan Chamberlain aka. Chambaland, einem amerikanischen Comedian, hat sich der nun gefunden - voilá, "Personal Yeezus" is on the way - hier bei Consequence Of Sound.

Come on, Pilgrims!

Erst der neue Song, jetzt auch eine Tour - die Pixies wollen es noch mal wissen: Im Oktober kommt die nunmehr um Kim Deal geschrumpfte Truppe für ein paar Termine nach Europa und Deutschland ist auch (ein Mal) dabei. Zeit für eine Wallfahrt - Tickets hier.

08.10.  Berlin, Huxleys
01.11.  Wien, Gasometer
02.11.  Genf, Thonex

Sonntag, 30. Juni 2013

Trikot tristesse

„Dieses Element ist eines der klassischsten Designs im Fußball und wir alle hoffen, dass es mit einer aufregenden und erfolgreichen  Spielzeit assoziiert werden wird.“

Der Satz stammt von Bernd von Geldern, dem Chef des Sportartikelherstellers Do You Football und gemeint ist das Design des neuen Trikots des FC St. Pauli. Weiterhin ist die Rede von dem zentralen Gestaltungselement, das "in Anlehnung an den südamerikanischen Fußball dessen Leichtigkeit und Spielfreude transportieren soll." Ahhh, ja. Selbst dem wohlwollenden Betrachter fällt aber auf, dass dieses Trikot - wie im Übrigen schon das der Vorsaison - so gar nichts "Aufregendes" hat, maue Farben, gewöhnungsbedürftiger Schnitt und, tja, einen Querstreifen. Mehr is nich, so liebe Jungs und Mädels vom Marketing, wird das nix mit der Vorfreude (mehr: hier)...

Samstag, 29. Juni 2013

Sieben Leben

Cat Power
Theaterfabrik, München, 28.06.2013

Support: Joashino

Eine gute Freundin hatte kürzlich gemeint, sie würde wohl kaum noch einmal zu einem Konzert von Cat Power gehen wollen, dass Risiko, enttäuscht zu werden, sei ihr mit den Jahren doch zu groß geworden. Mit etwas Glück könne man Chan Marshall an einem ihrer guten Tage in vortrefflicher Stimmung und mit guter Physis erwischen, leider aber eben auch (und oft genug) am Rande des Nervenzusammenbruchs, körperlich indisponiert und bemitleidenswert desorientiert. Nun, so gesehen war das Konzert in der Münchner Theaterfabrik eines ihrer besseren, Marshall erwies sich an diesem Abend als gut gelaunte, stimmkräftige und erfreulich ausdauernde Musikerin, gekommen, um zusammen mit einer ebenfalls gut aufgelegten Liveband ihr aktuelles Album „Sun“ und zugleich die abermalige Wiederauferstehung zu feiern.

Die sieben Katzenleben, bei ihr dürfen sie als sprichwörtlich gelten: Noch Ende des vergangenen Jahres war sie gezwungen, ihre laufende Tournee wegen des verschlechterten Gesundheitszustandes – sie leidet an einem Angioödem, einer Form der Atemwegserkrankung – abzubrechen, auch wenn sie noch immer von der Krankheit gezeichnet scheint, meldet sie sich nun wieder in der Öffentlichkeit zurück. Und sie blickt nach vorn. Denn auch wenn der Abend mit einem Klassiker, dem Stück „The Greatest“ vom gleichnamigen Album, eröffnet wird – deutlich mehr als die Hälfte der präsentierten Songs sind aktuellen Datums und das kürzlich hinzugekommene „Bully“ gehört ebenfalls zum Repertoire. Die neuen Stücke sind ja, ein deutlicher Schwenk im Vergleich zu den früheren, um einiges druckvoller, vielschichtiger arrangiert, „Cherokee“, „Silent Machine“, „Peace And Love“ und „Ruin“ gelingen mit Band recht ansprechend, auch der Sound geht über weite Strecken in Ordnung.

Schwieriger wird es immer dann, wenn Zurückhaltung gefragt ist, da ist von der brüchigen Zartheit der Kompositionen weit weniger zu spüren, kommt auch Marshalls Stimme nicht so gut zur Geltung. Das feingliedrige „Manhattan“ zum Beispiel verliert dadurch viel von seiner Unbeschwertheit. Dennoch gibt es große Momente: „Nothin But Time“ schwingt zusammen mit dem Aaron-Rose-Clip im Hintergrund ganz zauberhaft im Raum, die beiden älteren Stücke „I Don’t Blame You“ im grellen Gegenlicht und „Metal Heart“ mit seiner unendlichen Traurigkeit – beide sind, obwohl etwas zu aufdringlich arrangiert, trotzdem beeindruckend. Am Ende gibt’s von der Bühne Blumen für’s Publikum, auch das sieht man nicht alle Tage. Komplimente von beiden Seiten, hier das treue, ergebene Publikum, froh, Chan Marshall wenigstens für diesen Abend in guter Verfassung zu wissen, dort die offensichtlich erleichterte, vielleicht auch gerührte Künstlerin, den Applaus für ihre Beharrlichkeit dankbar entgegennehmend.

Kein Grund zur Sorge

Bell X1
„Chop Chop“

(Belly Up Records)

Paul Noonans Aufregung in allen Ehren, aber viel Grund zur Sorge hat der Sänger der irischen Bell X1 wirklich nicht. Kurz vor der Jahrtausendwende haben die vier Jungs aus Dublin begonnen, zusammen Musik zu machen und mit fünf Alben sollten sie einiges an Erfahrung gesammelt haben. Zudem holten sie sich für die aktuelle Platte gleich zwei Schwergewichten an die Seite: Der eine, Peter Katis, hat schon das sagenhafte Debüt der New Yorker Interpol “Turn On The Bright Light” und die beiden Glanzlichter von The National, “Boxer” und “Alligator”, produziert, der andere, Thomas Bartlett, war immerhin schon mit Rufus und Martha Wainwright, Sharon van Etten und Antony Hegarty und seinen Johnsons im Studio – was also sollte da noch schiefgehen? Natürlich nichts, das kann man gleich vorwegnehmen, “Chop Chop” ist wirklich sehr schönes Album geworden – traditioneller, geerdeter als die Vorgänger und so abwechslungsreich und ausgewogen, wie man es bei der geballten Prominenz und Kompetenz erwarten konnte.

Was die Band da über vierzig Minuten zum klingen bringt, sind im besten (und irischen) Sinne zunächst einmal ganz klassische, solide Popsongs – der Ire liebt bekanntlich handwerkliches Grundverständnis. Noonan sagte dazu kürzlich Überraschendes über sein Verhältnis zu Depeche Mode: “The way Depeche Mode’s writing, I’ve always loved, in that their songs are very sort of you know electro-driven, but at their core, they’re really great, sort of moving, some of them are great, moving songs that you can play quite easily on the piano or acoustic guitar.“ Die Struktur, die Basis muss also vorhanden sein – klar soweit. Dass die Stücke aber länger als gut abgehangene Standardware vorhalten, liegt wohl zum einen an der stets variierten Grundstimmung der neun Songs und auch an der Art, wie hier versucht wurde, durch kleinere Ergänzungen, Verzierungen jedem der Lieder eine besondere Note, einen eigenen Charakter zu verleihen.

“Starlings Over Brighton Pier” bringt zu den getupften Drums und dem sich stets wiederholenden Pianothema – letzteres scheint eine Lieblingsmasche des Komponisten zu sein – einen sehr jazzigen Einschlag unter, bei “A Thousand Little Downers” darf zwischendrin auch mal chaotisch durcheinandermusiziert werden, bevor sich dann alles wieder zu einem prächtigen Finale ordnet. Erstmals lassen sich Bell X1 auch von einer Backroundsängerin (Hannah Cohen) unterstützen und so wird aus “Drive-By Summer” ein angenehm beschwinger Sonnengesang. Verfeinerung überall – bei “Motorcades” und “I Will Follow You” ist es das trockene Schlagwerk, bei “Feint Praise” der sehr entspannte, von Bläsern unterlegte Rhythmus, selbst den krachigen Rock am Schluß bei “The End Is Nigh”, auf dem Album ja sonst in der Minderheit, fangen sie schnell wieder ein, nichts wirkt übertrieben, alles bedacht dosiert. Sie klingen jetzt wie die smoothere Variante der amerikanischen Cold War Kids und das ist beileibe kein Schaden. Zweifel sind also fehl am Platz – man wird diese Platte lieben. http://bellx1.com/

Freitag, 28. Juni 2013

Jetzt erst recht

Gerade ist Kim Deal offiziell weg, da geht der Rest in die Offensive: Die Pixies haben auf ihrer Website den ersten neuen Song seit neun Jahren zum Download bereitgestellt - und was soll man sagen, "Bagboy" knallt ganz schön.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Doppeltes Vergnügen

Zumindest haben sich das Franz Ferdinand so vorgestellt und deshalb gibt es mit dem heutigen Tag die Doppel-A-Single "Love Illumination/Right Action" als offiziellen Vorboten für's kommenden Album "Right Thoughts, Right Words, Right Action" zu kaufen - wer hineinhören will, tut das am besten auf der Labelseite der Jungs aus Glasgow selbst.