Rich Girls
„Black City“
(Tricycle Records)
Am Ende ist man dann doch immer ganz froh, dass sich alle Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben. Wobei das mit dem Ende ja genaugenommen auch nicht stimmt. Denn das Ende soll ja hier eher der Anfang sein und für eine Band wie die Rich Girls aus New York City vielleicht ja sogar der Anfang von etwas Großem. Darauf hofft man ja schließlich, wenn das Debütalbum endlich erscheint. Vor einem Jahr haben Luisa Black (mit deren Soloarbeiten alles angefangen hatte), August Churchill und Gavin Haag ja schon eine vielbeachtete EP mit dem Titel „Love Is The Dealer“ veröffentlicht. Und auch die ersten Singles von „Black City“ kamen als großes Versprechen – das sie jetzt mit dieser Platte eingelöst haben. Sie ist nicht ganz so hart und düster geworden, wie das Eröffnungsstück „In The Streets“ vielleicht vermuten ließ, dafür läßt sich jetzt hören, dass die drei ein feines Händchen für schön verschlungene Melodien und basslastigen Dreampop haben, der zwar angemessen melancholisch, aber nicht allzu traurig daherkommt. Songs wie „Wayne“, „Blood Brother“ oder „Laid Eyes“ werden von schönen, fast anmutigen Gitarrenakkorden und Synthpassagen getragen, die Harmonien verschwenderisch, Blacks Stimme (die nicht selten an Siouxsie Sioux erinnert) angenehm vielfarbig – die neun Stücke haben einen schnell auf ihrer Seite. Als ihre erste Band – passenderweise: The Blacks – auseinanderbrach, fiel auch Black, so konnte man lesen, in ein tiefes Loch, schließlich schien damit auch ihre Berufung zur Musikerin in Frage gestellt. Hört man sich die Songs dieser Platte an, möchte man sie von ihren Zweifeln erlösen – sie klingen wirklich nach einem verheißungsvollen Anfang.
Sonntag, 8. April 2018
Samstag, 7. April 2018
Alice Merton: Wieder von vorn
Da ist man immer hin- und hergerissen, wenn ein Song das Zeug zum Indiehit hat und dann doch in der heavy rotation der größeren Funkstationen landet. Schlechter ist er deswegen ja nicht geworden und heißt es nicht immer so schön: Man muß auch mal loslassen können? Haha. So erlebt Anfang 2017 bei der Deutsch-Kanadierin Alice Merton und dem Titelsong ihrer EP "No Roots" - ein Stück, dem man im vergangenen Jahr kaum entkam (und zu dem es hernach auch noch eine ganze Reihe an Dance-Reworks und auch den obligatorischen Late-Night-Auftritt gab). Gerade hat sie sich mit "Lash Out" wieder zurückgemeldet und nun geht das gleiche Spiel wohl wieder von vorn los - ihr kann es Recht sein.
Freitag, 6. April 2018
Sisteray: Abrechnung
Und noch ein paar Comebacker: Auch die Londoner Krachkapelle Sisteray melden sich heute mit einem neuen Track zurück. Mit "Algorithm Prison" läutet das Quartett die Veröffentlichung einer neuen EP bei Vallance Records für Mai ein, der Titel beschäftigt sich, wie könnte es anders sein, mit einem der großen Themen dieser Tage - der Datensicherheit und Cambridge Analytica, Niall Rowan rotzt dazu die Zeile "We ain't your target market!" Angeblich soll bei der Aufnahme auch eine Original-Gitarre von Pete Townsend mit von der Partie gewesen sein, ob das herauszuhören ist, muss dann jede/r für sich selbst entscheiden.
Ladytron: Rückmeldung
Als hätten wir dieser Tage nicht oft genug an Liverpool denken müssen, gibt es nun auch noch eine weitere gute Nachricht aus der Stadt an der Mersey: Ladytron, eine der dienstältesten Synthpop-Bands der Insel, haben gerade nach Auflösungserscheinungen und Schaffenspausen ihr neues, sechstes Album angekündigt. Die erste Single der noch unbetitelten Platte nennt sich "The Animals" und wurde gerade mit einem Video von Fernando Nogari veröffentlicht, ebenso erwähnenswert ist der feine Remix des Titels durch keinen Geringenen als Depeche-Mode-Gründer Vince Clarke.
The Magic Numbers: Writings on the wall [Update]
Protestsongs? Och nö, wer macht denn das heute noch? Typische Frage der Generation Y. Klar brauchen wir die, gibt es ohnehin viel zu wenige davon in diesen Brennstoffzeiten, wo man manchmal das Gefühl hat, die Jugend gibt sich lieber konsumsediert als rebellisch. Interessant deshalb der Slogan, den sich die Londoner Geschwisterkombi The Magic Numbers für die Präsentation ihres neuen Albums "Outsiders" an die Wand gesprüht haben: "This is our music. These are rebel songs. Are you in or out?" Am 11. Mai soll die Platte (ihre fünfte) bei Role Play Records erscheinen und Romeo Stodart hat schon mal ein kleines Flugblatt dazu erarbeitet: "I never wanted to be a part of anything, the cool kids at school, the pretend outlaws. I was always an outsider, we’ve always been an outsider band. We don’t fit in, never have and never will. Especially now. As you get older you realise your strength in not giving a fuck. You realise what you’ve been trying to do your whole life. Create something that’s yours, your own world, your own views, make something special, start your own gang but always be YOU within it. Don’t conform. Don’t fall in line. Be free. Be inspired. Inspire. Live & Love. To all the Outsiders!" Die erste Single "Sweet Divide" gleich hier vor Ort.
Update: Auch für die aktuelle Single gibt es natürlich einen Videoclip - und dann auch gleich noch die nächste Hörprobe mit "Ride Against The Wind".
Update: Auch für die aktuelle Single gibt es natürlich einen Videoclip - und dann auch gleich noch die nächste Hörprobe mit "Ride Against The Wind".
Team Picture: Besser bunt [Update]
Neues aus Leeds - schon wieder, möchte man fast sagen: Gerade melden sich Team Picture, sechsköpfiges Ensemble mit speziellen Kenntnissen in der Sparte Fuzzrock zurück, zuletzt hatten wir sie mit neuem Material 2016 auf dem Schirm. Nun also die Ankündigung einer neuen EP mit dem Titel "Recital" und einem lustig bunten Retro-Video zur Single "(I Want Your) Life Hack", das Komplettwerk ist für den 1. Juni bei Big Dumb Music geplant. Als Zugabe noch den Song "(I Have A) Little Secret", der vor einem Monat erschienen und mutmaßlich auch auf der 12" zu finden ist.
Update: Und noch eine Ergänzung - Single Nummer drei ist mit "Strange Year" nun im Rennen.
Update: Und noch eine Ergänzung - Single Nummer drei ist mit "Strange Year" nun im Rennen.
Arctic Monkeys: Genug der Häme
Recht machen kann man es keinem, das ist soweit klar, aber die Arctic Monkeys haben sich in den letzten Wochen viel anhören müssen. Weil die Band aus Sheffield treffsicher jedes Festival bebucht hat, was in diesem Sommer an welchem Ende der Welt auch immer stattfindet, witzelten schon manche, man könne ja einfach für das heimische Kuhdorf auf die Schnelle eine Veranstaltung erfinden, den Headliner habe man ja schon sicher. Haha. Soviel Häme haben die vier Herren gar nicht verdient, denn ihr letztes Album "AM" war, auch wenn es schon wieder ein paar Jährchen her ist, zweifellos ein gutes und das neue, mit dem sie nun um die Ecke kommen, könnte durchaus wieder toppen. Am 11. Mai also soll die Platte mit dem ungewöhnlich vertrackten Titel "Tranquility Base Hotel + Casino" nämlich bei Domino Records erscheinen, mehr als einen Teaser gibt es noch nicht zu hören, aber wir wissen immerhin von elf neuen Songs und kennen schon mal die Verpackung. Mehr folgt bald.
Forth Wanderers: Bild und Ton
Vor zwei Jahren, als sie hier mit ihren Singles aufschlugen, waren die Forth Wanderers - wir haben das neidvoll vermerkt - unverschämt jung. Sie sind es heute immer noch und das Schöne daran ist, daß sie auch musikalisch nicht nachgelassen haben. Die Gitarren scheppern wie in den Anfangstagen, der Gesang von Ava Trilling ist nach wie vor sehr präsent, kurz: Das bleibt gut. Erfreulich deshalb, daß die Band für den 27. April ihr selbstbetiteltes Labeldebüt bei Sub Pop angekündigt hat und dafür eine recht große Anzahl der zehn neuen Songs mit den Zeichnungen von Gitarrist Ben Guterl versehen hat. In diesem Falle dürfen wir uns also mal mit Texten zurückhalten - hier kommen Ton und Bild zu "Ages Ago", "Nevermine" und "Not For Me".
Donnerstag, 5. April 2018
Chris Liebing: Wieder im Gespräch
Daß diese Gattung Musik anders gewichtet und gewertet, überhaupt anders wahrgenommen wird, ist kein Geheimnis. Daß es sich lohnt, auch heute noch über deutschen Techno zu reden, ist unbestritten und gerade mit Veröffentlichung von Sven Regeners Roman "Magical Mystery" noch eine Spur klarer. Fangen wir also damit an: Das Label Mute Records hat gerade mit stolzgeschwellter Brust bekanntgegeben, einen Vertrag mit Chris Liebing abgeschlossen zu haben. Die Jünger der Bewegung kennen den Mann natürlich bestens, Begriffe wie Loveparade, Mayday, Omen und Speedy J setzen die Meilensteine und Trivia wie seine Teilnahme bei Stefan Raabs "Schlag den Raab" interessieren da nur am Rande. Liebing hat nicht gerade viele Alben veröffentlicht (in seinem Genre zählen solche Sachen nicht zur harten Währung), bei Mute hat er aber mit "Novembergrey" zumindest eine erste Single platziert. Was darüberhinaus noch kommen wird, wird sich zeigen.
12.05. München, Blitz
13.05. Berlin, Berghain
12.05. München, Blitz
13.05. Berlin, Berghain
The Vaccines: Raus auf die Straße
The Vaccines
"Combat Sports"
(RCA)
Worauf es ankommt? Auf die Hits! Zumindest manchmal und bei dieser Band schon mal um so mehr. Seit acht Jahren sind The Vaccines mittlerweile am rocken, haben dabei zweieinhalb gute Platte abgeliefert, wobei das letzte schon erste Ermüdungserscheinungen aufwies. Ganz offensichtlich hat aber Justin Young den "Push"-Bottom bei seiner Band gefunden und dann auch gleich mächtig draufgehauen, denn "Combat Sports" bietet für den Moment alles, was man so braucht. Und das sind ... ? Eben. Spätestens bei "I Can't Quit" ist alles klar, Drums mit Wumms, Gitarren satt - ein Song für's Freidrehen, und beileibe nicht der einzige auf der Platte. "Surfing In The Sky", "Nightclub", "Out On The Street", Proklamationspop der schnellen, feinen Sorte, da wird nicht lange überlegt, sondern einfach rausgezimmert. Mal ein Schweinerock-Riff, zwischendurch ein bisschen Psychedelia zum Durchschnaufen, und schon zucken die Takte für den nächsten Abräumer. Zwischendrin haben sie mit dem balladesken "Young American" sogar einen kleinen Bowie-Moment, bei dem allerdings nicht ganz so klar ist, wieviel Ironie bei dem ganzen Schwulst mit im Spiel ist. Egal, danach geht es ohnehin wieder in die Vollen. Alles in allem ein Album, bei dem man nicht lange überlegen muß (und sollte), wer das kann, hat hier - versprochen - sehr viel Spaß. http://www.thevaccines.com/
"Combat Sports"
(RCA)
Worauf es ankommt? Auf die Hits! Zumindest manchmal und bei dieser Band schon mal um so mehr. Seit acht Jahren sind The Vaccines mittlerweile am rocken, haben dabei zweieinhalb gute Platte abgeliefert, wobei das letzte schon erste Ermüdungserscheinungen aufwies. Ganz offensichtlich hat aber Justin Young den "Push"-Bottom bei seiner Band gefunden und dann auch gleich mächtig draufgehauen, denn "Combat Sports" bietet für den Moment alles, was man so braucht. Und das sind ... ? Eben. Spätestens bei "I Can't Quit" ist alles klar, Drums mit Wumms, Gitarren satt - ein Song für's Freidrehen, und beileibe nicht der einzige auf der Platte. "Surfing In The Sky", "Nightclub", "Out On The Street", Proklamationspop der schnellen, feinen Sorte, da wird nicht lange überlegt, sondern einfach rausgezimmert. Mal ein Schweinerock-Riff, zwischendurch ein bisschen Psychedelia zum Durchschnaufen, und schon zucken die Takte für den nächsten Abräumer. Zwischendrin haben sie mit dem balladesken "Young American" sogar einen kleinen Bowie-Moment, bei dem allerdings nicht ganz so klar ist, wieviel Ironie bei dem ganzen Schwulst mit im Spiel ist. Egal, danach geht es ohnehin wieder in die Vollen. Alles in allem ein Album, bei dem man nicht lange überlegen muß (und sollte), wer das kann, hat hier - versprochen - sehr viel Spaß. http://www.thevaccines.com/
Therese Lithner: Einzelleistung [Update]
Jemanden gleich anhand eines einzigen Songs zu bewerten ist natürlich unsinnig. Es nicht zu tun, ist es ebenso. Therese Lithner aus dem schwedischen Umea konnte schon in verschiedenen Bands ihrer Heimat Erfahrungen sammeln, nun schickt sie sich an, zusammen mit Andreas Sandberg und Co-Produzent Linus Johansson eine Solokarriere zu starten. Erste beslastbare Arbeit hierfür ist die eben erschienene Single "Drown" - ansprechend wavig und düster, wie sich das für skandinavische Verhältnisse gehört, was sonst noch von ihr bei Lazy Octopus Records kommt, werden wir sehen.
Update: Und auch das dazugehörige Video hat diese düstere Aura, die einen sofort für den Song einnimmt. Bei Facebook kann man im Übrigen sehen, daß es tatsächlich noch drei weitere Stücke gibt, die eine EP ergeben - sicher bald via Lazy Octopus Records.
Update: Und auch das dazugehörige Video hat diese düstere Aura, die einen sofort für den Song einnimmt. Bei Facebook kann man im Übrigen sehen, daß es tatsächlich noch drei weitere Stücke gibt, die eine EP ergeben - sicher bald via Lazy Octopus Records.
Mittwoch, 4. April 2018
Boys: Wieder an der Zeit [Update]
Dann ging es ja doch schneller als gedacht: Im Oktober letzten Jahres hatten wir die Schwedin Nora Karlsson mit ihrem Projekt Boys schon mal im Sucher, gerade war ihre Single "Rabbits" erschienen. Allerdings als Split-7", von einer ganzen LP war da noch nicht die Rede. Diese soll nun aber unter dem Titel "Rest In Peace" am 11. Mai beim Label PNKSLM erscheinen und zum Anteasern gibt es den ersten Vorabtrack "End Of Time" zu hören.
Update: Von der Platte gibt es nun mit "That Weekend" auch einen zweiten Song zu hören.
Update: Von der Platte gibt es nun mit "That Weekend" auch einen zweiten Song zu hören.
Fazerdaze: Gute Vorzeichen
31.07. München, Unter Deck
01.08. Düsseldorf, International Music Summer
02.08. Elend, Rock am Brocken
03.08. Elsdorf, Oakfield Festival
Mourn: Schöne Überraschung
Schnell noch ein paar News posten, bevor auch wir auf der Blacklist landen: Wenn alles hierzulande weiter den verqueeren, kaum nachvollziehbaren Weg geht, der sich qua Rechtsprechung gerade andeutet, dann werden die Einwohner Kataloniens im Allgemeinen und der Landeshauptstadt Barcelona im Besonderen in den nächsten Tagen und Wochen nicht sonderlich gut auf alles zu sprechen sein, was irgendwie deutsch ist oder klingt. Da gehören dann selbst wir dazu, obwohl die Verbindung von Musikblog zur Causa Puigdemont die denkbar längste der infragekommenden ist. Sei's drum, es sei dennoch erwähnt, daß Mourn aus Barcelona mit "Sorpresa Familia" das Nachfolgealbum für die vor knapp zwei Jahren erschienene Platte "Ha, Ha, He." für den 15. Juni via Captured Tracks vorbereiten. Daß Jazz Rodríguez Bueno, Carla Pérez Vas, Antonio Postius und Leia Rodríguezüber viel Humor verfügen, haben sie damals schon bewiesen, mit der Vorauskopplung "Barcelona City Tours" hat sich daran offenkundig nichts geändert und so nehmen sie uns mit auf einen quietschvergnügten Tripp durch eine der (nicht gelogen) schönsten Städte Westeuropas.
Dienstag, 3. April 2018
Beach House: Grautöne
Auch Beach House haben eine weitere Singleauskopplung aus ihrem für den 11. Mai geplanten Album "7" für den Wochenbeginn mitgebracht - nachdem die Clips zu den beiden ersten, also "Dive" und "Lemon Glow", mit geometrischen Mustern in schwarz und weiß auskamen, gibt es für "Dark Spring" einen schönen Film von Zia Anger (Angel Olsen, Julianna Barwick, Jenny Hval) mit ein paar mehr Grautönen.
Ganser: Größer fühlen
Ein vorgezogenes Finale also, zumindest wenn es nach der Band geht: Unsere Post-Punk-Lieblinge Ganser aus Chicago haben gerade ihre finale Single "Satsuma" geteilt und das vor Veröffentlichung des sehnsüchtig erwarteten Debütalbums "Odd Talk", die für den 20. April angekündigt ist. Nach "PSY OPS" und "Avoidance" ist das also Track Nummer drei, der die Vorfreude noch steigern sollte, auch wenn das größte Glück - Ganser live in Germany - nach Auskunft der Band noch nicht so bald ansteht. Den schönen Kommentar des Quartetts zum neuen Song wollen wir auch nicht unterschlagen: "It is a song to feel big when you feel small".
Anna Burch: Lebensweise Zwischentöne [Update]
Anna Burch
"Quit The Curse"
(Polyvinyl)
Es muß nicht immer der militante Kaufbefehl sein, manchmal reicht auch eine wohlwollende Empfehlung: Zu Anna Burch und ihrem Debütalbum passen allzu laute Töne ohnehin nicht so gut, die Dame aus Detroit bevorzugt mit ihrer Musik eher die eindringlicheren, meist sparsamen Arrangements. "Quit The Curse" (VÖ 9. Februar via Polyvinyl) ist eine sehr persönliche Platte geworden, in ihren Texten durchmißt Burch das Auf und Ab zwischenmenschlicher Beziehungen - die Gitarre knurrt dazu, ohne von der Leine zu gehen, beschaulich oder gefällig ist das trotzdem nicht. Früher mit diversen Bands unterwegs, traut sie sich nun auch solistisch einiges mehr zu - jetzt also ihre Akkorde, ihre Erfahrungen: "And all the time we had to run around, and all the trips we took to settle down" heißt es zum Beispiel im Titelsong, an anderer Stelle: "You scare me with your indifference, I like the best when you're a mess." Lebensweise Zwischensätze, die so jedem von uns beizeiten schon mal durch den Kopf gegangen sind - unprätentiös, ehrlich, auf den Punkt. Wir hören zu. https://annaburchmusic.com/
Update: Wir wollen nicht müde werden, auf die Qualitäten dieser Platte hinzuweisen - dankenswerterweise spendiert Anna Burch gerade einen Videoclip zur Single "With You Every Day" - ja und die Tour ist ja immer noch aktuell...
11.05. Dortmund, Etepetete
12.05. Offenbach, Hafen 2
13.05. Berlin, Monarch
14.05. München, Unter Deck
16.05. Schaffhausen, Tap Tab
"Quit The Curse"
(Polyvinyl)
Es muß nicht immer der militante Kaufbefehl sein, manchmal reicht auch eine wohlwollende Empfehlung: Zu Anna Burch und ihrem Debütalbum passen allzu laute Töne ohnehin nicht so gut, die Dame aus Detroit bevorzugt mit ihrer Musik eher die eindringlicheren, meist sparsamen Arrangements. "Quit The Curse" (VÖ 9. Februar via Polyvinyl) ist eine sehr persönliche Platte geworden, in ihren Texten durchmißt Burch das Auf und Ab zwischenmenschlicher Beziehungen - die Gitarre knurrt dazu, ohne von der Leine zu gehen, beschaulich oder gefällig ist das trotzdem nicht. Früher mit diversen Bands unterwegs, traut sie sich nun auch solistisch einiges mehr zu - jetzt also ihre Akkorde, ihre Erfahrungen: "And all the time we had to run around, and all the trips we took to settle down" heißt es zum Beispiel im Titelsong, an anderer Stelle: "You scare me with your indifference, I like the best when you're a mess." Lebensweise Zwischensätze, die so jedem von uns beizeiten schon mal durch den Kopf gegangen sind - unprätentiös, ehrlich, auf den Punkt. Wir hören zu. https://annaburchmusic.com/
Update: Wir wollen nicht müde werden, auf die Qualitäten dieser Platte hinzuweisen - dankenswerterweise spendiert Anna Burch gerade einen Videoclip zur Single "With You Every Day" - ja und die Tour ist ja immer noch aktuell...
11.05. Dortmund, Etepetete
12.05. Offenbach, Hafen 2
13.05. Berlin, Monarch
14.05. München, Unter Deck
16.05. Schaffhausen, Tap Tab
Montag, 2. April 2018
PAAR vs. Bleib Modern: Happy House
Bleib Modern
Tapefruit Konzerte
Milla, München, 1. April 2018
Eine Heimsuchung sollte es also werden. So hatte es jedenfalls der Veranstalter auf dem Plakat versprochen. Und da man das englische "haunt" auch mit Spuk und Grusel verbindet, war klar, daß mit Jubel, Trubel, Heiterkeit kaum zu rechnen sein würde - es sollte dunkel, es sollte frostig werden. Aber freudlos? Post-Punk, Dark Wave, Cold Wave - schon klar. Trotzdem fallen einem zu diesen Stichworten und erst recht zum Münchner Trio PAAR, das den ersten Teil des Abends übernahm, auch die fabelhaften Siouxsie And The Banshees und ihr Song "Happy House" ein: "We're happy here in the Happy House, to forget ouselves and pretend all's well. There is no hell." Soll heißen: Kann schon sein, daß um uns herum alles ziemlich trübe ist, aber weshalb sollte man deshalb keinen Spaß haben? Oder zumindest für ein, zwei Stunden so tun, als wäre alles bestens? Mit der Musik von Rico Sperl, Matthias Zimmermann und Ly Nguyen, die seit 2016 gemeinsam unterwegs sind, läßt sich das Düstere prächtig feiern - die schroffen, kalten Beats kommen wie die Synthpassagen standesgemäß aus der Konserve, die Gitarren formen dazu eine Sound, der sehr gothy, in sich gekehrt erscheint und auch Nguyen beschränkt sich bei ihrem Auftritt auf wenige Gesten und bleibt sonst eher distanziert. Selten, daß sich ihre Stimme mal überschlägt, sie ist mehr Klage als Wut - um so überraschender, wenn sie diese Kontrolle kurz durchbricht und zum Publikum springt, um sich dort vom Sound ihrer eigenen Stücke tragen zu lassen.
Wenn es dem Liveauftritt des Post-Punk-Quintetts Bleib Modern dagegen vielleicht etwas an Vielschichtigkeit mangelt, so machen das die Jungs locker durch ihre kraftvolle, unbedingte Präsenz wieder wett. Ganze drei Gitarren stehen dem Bass zur Seite, im Hintergrund wummert das Schlagwerk. Auch hier unfreiwillige Komik: Auf der engen Bühne nehmen sich die vier Gitarristen wie bei einem Casting-Wettbewerb aus, ein jeder den hochkonzentrierten, tiefernsten Blick ausschließlich aufs eigene Instrument gerichtet, nur Sänger Philipp Läufer starrt über das Mikrophon ins Leere. Die Wucht, die Bleib Modern ihren Songs mitgeben, ist zweifellos beeindruckend und wird durch den schmal zulaufenden, mäßig beleuchteten Schlauch des Milla quasi noch potenziert. Drei Platten hat die Band seit 2014 veröffentlicht, zuletzt im April letzten Jahres das Album "Antagonism", auch dieses wieder gefüllt mit treibenden Akkorden, sehnsuchtsvoller Melancholie und schaurig schönen Melodien. Wobei sie einmal mehr mit dem Stilmittel der Repetition einen Sog entfachen, der ihre Stücke so unverwechselbar macht und ein Grund dafür ist, daß man sich ihnen auch an einem Abend wie diesem kaum entziehen kann.
Sonntag, 1. April 2018
Sera EKE: Mit Spannung erwartet
Wir bleiben in London, wir bleiben synthetisch: Sera EKE, Songschreiberin und Sängerin mit südkoreanischen Wurzeln, hat gerade ihre zweite EP "White Room" angekündigt. Drei Stücke werden darauf enthalten sein, dunkle Soundflächen, garniert mit stampfenden Perkussions und geloopten Stimmsequenzen, ein durchaus reizvolle Mischung mit Bezügen zu Björk und Depeche Mode. Die 12" folgt den Veröffentlichungen "Coup! Coup! Coup!" und "The Space Between Us" aus dem vergangenen Jahr und unten mit kunstvollen Videoarbeiten zu sehen, hier schon mal der aktuelle Titeltrack - wir sind gespannt, wie's weitergeht.
Crooked Teeth: Tastenmänner
Keyboarder sehen meistens etwas unglücklich oder sogar albern aus, man muss nicht erst Flakes "Tastenficker" gelesen haben, um das zu wissen. Auch Crooked Teeth macht da keine Ausnahme - sie spielen Synthpop, sie kommen also gar nicht ohne aus. Im Clip zur aktuellen Single "Mountain Song" jedenfalls hampelt der Mann am Elektroklavier ziemlich wild umher, dem Stück selbst kann das nichts anhaben, das bleibt gut. Das Trio aus London war letztes Jahr mit "Mirrors" auf dem Radar, jetzt kündigen sie eine neue EP an - wir wollten es nur mal erwähnt haben.
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