So nach und nach wird's komplett: Poliça haben einen weiteren Track aus ihrem neuen Album "United Crushers", geplant via Memphis Industries für den 4. März, ins Netz gestellt, "Lately" folgt damit den bisher bekannten Stücken "Lime Habbit" und "Wedding". Zudem gibt es für den Herbst auch noch ein paar Tourtermine zu vermelden.
11.10. Zürich, Mascotte
27.10. Köln, Die Kantine
28.10. Frankfurt, Batschkapp
29.10. Hamburg, Uebel und Gefährlich
04.11. Berlin, Astra Kulturhaus
05.11. München, Technikum
Donnerstag, 18. Februar 2016
Mittwoch, 17. Februar 2016
The Boxer Rebellion: Luft nach oben
Schön ist das nicht: Für das Cover haben sich The Boxer Rebellion schon mal nicht allzu viel Arbeit gemacht, die neue Single "Keep Me Close" zum mittlerweile fünften Longplayer "Ocean By Ocean" kommt mit bunten Schlieren und Standardschriften daher, da hat man weiß Gott schon Einfallsreicheres gesehen. Könnte aber im Umkehrschluss bedeuten, dass alle Inspiration in die Musik geflossen ist, was nach der letzten Platte "Promises" auch dringend angeraten war. Die aktuelle Vorauskopplung jedenfalls klingt schon mal ungewöhnlich elektronisch, der Rest bleibt abzuwarten.
12.05. Köln, Luxor
13.05. Hamburg, Schanzenpark
12.05. Köln, Luxor
13.05. Hamburg, Schanzenpark
Neonschwarz: Wieso? Weshalb? Warum?
08.04. Hamburg, Uebel und Gefährlich
16.04. Zürich, m4music Ticketlink
15.05. Flensburg, Dockyard Festival
27.05. Augsburg, Kongress am Park (Modular Festival)
25.06. Leipzig, Laut und Live
15.07. Jena, JG Stadtmitte
16.07. Goldenstedt, Afdreiht un Buten
22.07. Wiesen, Hip Hop Open Austria
06.08. Hamburg, Spektrum Festival
11.08. Püttlingen, Rocco del Schlacko
27.08. Hannover, Irie Revoltés Open Air
Foreign Air: Vorausschauend [Update]
Der Kicker des Tages kommt heute vom amerikanischen Indietronik-Duo Foreign Air: Die beiden Jungs Jesse und Jacob werden schon vollmundig als die legitimen Nachfolger von Alt-J und den Glass Animals gepriesen und auch wenn das vielleicht etwas voreilig sein mag, ist ihre erste Single "Free Animal" gar nicht mal so ohne - die EP dazu soll im Februar kommenden Jahres erscheinen.
Update: Neues Jahr, neue Single - jetzt also noch "In The Shadows" im Stream.
Update: Neues Jahr, neue Single - jetzt also noch "In The Shadows" im Stream.
Tamper: Sonderangebot
Ganz so billig hätten sie es dann aber nicht machen müssen: Tamper, australisch-irisches Duo, hatte ja im vergangenen Jahr mit einer Reihe sehr gelungener Coverversionen einigen Applaus eingesammelt, bevor sie nun 2016 ihr komplettes Debütalbum angehen, wird noch eine weitere EP erwartet. Zu dieser gehört der feine, vorabgestreamte Song "Bought And Sold", der laut Anspielung auf dem Cover für schlappe 99 Cent über den Ladentisch gehen soll - fischen die beiden Herren da nach Komplimenten?
Dienstag, 16. Februar 2016
Isolation Berlin: Ausbruch oder Einschluss
Isolation Berlin
„Und aus den Wolken tropft die Zeit“
(Staatsakt)
Platten, in deutscher Sprache gesungen, die einen Lied für Lied aus den Schuhen zu hauen vermögen, sind rar gesät. Zuletzt gelang das Anfang des vergangenen Jahres den Berliner Grimepoeten von Zugezogen Maskulin, die Liebe, Schmerz und Wut aus dem betonierten Plattenghetto in die heile Welt hinausschrien, „Alles brennt“ kam daher wie ein Fanal, vollkommen überdreht, kurzatmig und fast schon soziopathisch. Und nun schon wieder die Hauptstadt, diesmal sogar gebürtig – Tobias Bamborschke, Max Bauer, David Specht und Simeon Köster sind die jungen Kinder einer Stadt, die sie mit ihrer Tristesse, Anonymität und fieberhaften Geschäftigkeit in die Isolation, also die gemeinsame Einsamkeit als Band getrieben hat. „Wenn es dir dreckig geht, bist du nicht zu beneiden, passiert dir das in Berlin, bist du am Arsch“ – ein Satz, den Sänger Bamborschke wohl unterschreiben würde. Dem grellen Zorn von ZM setzt der Junge eine offenherzige Dünnhäutigkeit entgegen, die einen sofort für ihn einnimmt.
Sven Regener und seine Kapelle Element Of Crime in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, wäre für einen Rezensenten nicht nur kaum möglich, sondern sogar eine grobe Unterschlagung, denn des Bremers hohe Kunst, dunkle Gedanken in tröstlich-melancholische Reime zu fassen, war für Bamborschke Erweckungserlebnis und hohe Schule zugleich, hier fand er nach eigenen Angaben die einzige Möglichkeit, aus eigenem Leid Gewinn zu schöpfen. Und auch wenn einen die Optik eher auf Rio Reiser tippen läßt und die seltenen Wutausbrüche vielleicht Peter Heins Fehlfarben ins Bild rücken – es bleibt Regener, der die meisten Ansatzpunkte bietet. Stücke wie „Aufstehn, losfahrn“, „Du hast mich nie geliebt“ und „Der Garten Deiner Seele“ atmen so viel von der Grauzonenromantik des knurrigen Hanseaten, dass diesen fast schon väterliche Gefühle überkommen müssten.
Auch an beißend ironischer Schwarzmalerei mangelt es den Texten nicht, Bamborschke besingt die Vergeblichkeit, die ihn dem Alkohol in die Arme treibt, weil doch zu Hause nur die Depression lauert und nicht nur die: „… in der Dusche hockt die nackte Angst und der Menschenhass im Bücherregal“. Die Bereitwilligkeit, mit der hier der Düsternis, dem Misstrauen und selbst dem Wahn Platz gemacht werden, verblüfft, man möchte den Jungen fast in den Arm nehmen, so verfahren und ausweglos erscheint die Welt seiner Lieder, so unnachgiebig bestehen Band und Sänger auf Trübsinn und Niedergeschlagenheit. Unterstrichen wird die frostige Stimmung zuweilen von einem Sound, der Isolation Berlin nicht ganz zu Unrecht das Etikett des Post-Punk einbrachte – die schmissigen Funkgitarren bei „Verschließe Dein Herz“, knirschende New-Wave-Beats in „Ich küss dich“ und das Lärmcrescendo von „Ich wünschte, ich könnte“ kontrastieren fabelhaft mit dem Kaschemmenblues an anderer Stelle.
So vielschichtig und wandelbar die vier sich musikalisch präsentieren, so wenige Alternativen bieten sie dem zunehmend traurigen Gemüt, von Rettungsanker oder Hoffnung möchte man erst gar nicht sprechen. Abhauen wäre eine Möglichkeit, sich aus dem Staub machen („Fahr weg“) oder eben die Flucht in den Fatalismus, von der Bamborschke zum Schluss dieses großartigen Albums („Herz aus Stein“) erzählt. Kurz gesagt: Wer den Ausbruch nicht wagt, dem bleibt am Ende nur eines – der Einschluss. Unbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle noch die zeitgleich veröffentlichte Zusammenfassung der beiden ersten EP („Körper“ und „Aquarium“) der Band unter dem ziemlich albernen resp. irreführenden Titel „Berliner Schule/Protopop“, denn hier finden sich neben dem sinnstiftenden Song „Isolation Berlin“ auch noch zwei glänzende Coverversionen. Zum einen Nina Hagens „Fall In Love Mit Mir“ und die Übersetzung des Joy-Division-Klassikers – na?! – „Isolation“, ersteres herrlich übergeschnappt, letzteres überraschend stimmig. Dass schlechte Laune und gute Musik durchaus harmonieren können, haben die Herren aus Manchester ja schon länger bewiesen – nicht die schlechteste Schule, möchte man meinen.
19.02. Berlin, Feierhalle am Südstern
30.03. Leipzig, Moritzbastei
31.03. Rostock, Peter-Weiss-Haus
01.04. Hamburg, Molotow
02.04. Münster, Gleis 22
03.04. Hannover, Faust
04.04. Haldern, Pop Bar
05.04. Wiesbaden, Schlachthof
06.04. Nürnberg, MUZclub
07.04. Coburg, Sonderbar
08.04. Karlsruhe, Kohi
09.04. Stuttgart, Goldmark's
10.04. München, Feierwerk
... weitere Termine auf der Facebook-Seite der Band
„Und aus den Wolken tropft die Zeit“
(Staatsakt)
Platten, in deutscher Sprache gesungen, die einen Lied für Lied aus den Schuhen zu hauen vermögen, sind rar gesät. Zuletzt gelang das Anfang des vergangenen Jahres den Berliner Grimepoeten von Zugezogen Maskulin, die Liebe, Schmerz und Wut aus dem betonierten Plattenghetto in die heile Welt hinausschrien, „Alles brennt“ kam daher wie ein Fanal, vollkommen überdreht, kurzatmig und fast schon soziopathisch. Und nun schon wieder die Hauptstadt, diesmal sogar gebürtig – Tobias Bamborschke, Max Bauer, David Specht und Simeon Köster sind die jungen Kinder einer Stadt, die sie mit ihrer Tristesse, Anonymität und fieberhaften Geschäftigkeit in die Isolation, also die gemeinsame Einsamkeit als Band getrieben hat. „Wenn es dir dreckig geht, bist du nicht zu beneiden, passiert dir das in Berlin, bist du am Arsch“ – ein Satz, den Sänger Bamborschke wohl unterschreiben würde. Dem grellen Zorn von ZM setzt der Junge eine offenherzige Dünnhäutigkeit entgegen, die einen sofort für ihn einnimmt.
Sven Regener und seine Kapelle Element Of Crime in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, wäre für einen Rezensenten nicht nur kaum möglich, sondern sogar eine grobe Unterschlagung, denn des Bremers hohe Kunst, dunkle Gedanken in tröstlich-melancholische Reime zu fassen, war für Bamborschke Erweckungserlebnis und hohe Schule zugleich, hier fand er nach eigenen Angaben die einzige Möglichkeit, aus eigenem Leid Gewinn zu schöpfen. Und auch wenn einen die Optik eher auf Rio Reiser tippen läßt und die seltenen Wutausbrüche vielleicht Peter Heins Fehlfarben ins Bild rücken – es bleibt Regener, der die meisten Ansatzpunkte bietet. Stücke wie „Aufstehn, losfahrn“, „Du hast mich nie geliebt“ und „Der Garten Deiner Seele“ atmen so viel von der Grauzonenromantik des knurrigen Hanseaten, dass diesen fast schon väterliche Gefühle überkommen müssten.
Auch an beißend ironischer Schwarzmalerei mangelt es den Texten nicht, Bamborschke besingt die Vergeblichkeit, die ihn dem Alkohol in die Arme treibt, weil doch zu Hause nur die Depression lauert und nicht nur die: „… in der Dusche hockt die nackte Angst und der Menschenhass im Bücherregal“. Die Bereitwilligkeit, mit der hier der Düsternis, dem Misstrauen und selbst dem Wahn Platz gemacht werden, verblüfft, man möchte den Jungen fast in den Arm nehmen, so verfahren und ausweglos erscheint die Welt seiner Lieder, so unnachgiebig bestehen Band und Sänger auf Trübsinn und Niedergeschlagenheit. Unterstrichen wird die frostige Stimmung zuweilen von einem Sound, der Isolation Berlin nicht ganz zu Unrecht das Etikett des Post-Punk einbrachte – die schmissigen Funkgitarren bei „Verschließe Dein Herz“, knirschende New-Wave-Beats in „Ich küss dich“ und das Lärmcrescendo von „Ich wünschte, ich könnte“ kontrastieren fabelhaft mit dem Kaschemmenblues an anderer Stelle.
So vielschichtig und wandelbar die vier sich musikalisch präsentieren, so wenige Alternativen bieten sie dem zunehmend traurigen Gemüt, von Rettungsanker oder Hoffnung möchte man erst gar nicht sprechen. Abhauen wäre eine Möglichkeit, sich aus dem Staub machen („Fahr weg“) oder eben die Flucht in den Fatalismus, von der Bamborschke zum Schluss dieses großartigen Albums („Herz aus Stein“) erzählt. Kurz gesagt: Wer den Ausbruch nicht wagt, dem bleibt am Ende nur eines – der Einschluss. Unbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle noch die zeitgleich veröffentlichte Zusammenfassung der beiden ersten EP („Körper“ und „Aquarium“) der Band unter dem ziemlich albernen resp. irreführenden Titel „Berliner Schule/Protopop“, denn hier finden sich neben dem sinnstiftenden Song „Isolation Berlin“ auch noch zwei glänzende Coverversionen. Zum einen Nina Hagens „Fall In Love Mit Mir“ und die Übersetzung des Joy-Division-Klassikers – na?! – „Isolation“, ersteres herrlich übergeschnappt, letzteres überraschend stimmig. Dass schlechte Laune und gute Musik durchaus harmonieren können, haben die Herren aus Manchester ja schon länger bewiesen – nicht die schlechteste Schule, möchte man meinen.
19.02. Berlin, Feierhalle am Südstern
30.03. Leipzig, Moritzbastei
31.03. Rostock, Peter-Weiss-Haus
01.04. Hamburg, Molotow
02.04. Münster, Gleis 22
03.04. Hannover, Faust
04.04. Haldern, Pop Bar
05.04. Wiesbaden, Schlachthof
06.04. Nürnberg, MUZclub
07.04. Coburg, Sonderbar
08.04. Karlsruhe, Kohi
09.04. Stuttgart, Goldmark's
10.04. München, Feierwerk
... weitere Termine auf der Facebook-Seite der Band
Montag, 15. Februar 2016
Alibis: The kids are allright
Neues aus dem Londoner Süden: Alibis sind ein noch sehr junges Duo, Richie Skint und Harvey Lee sind beide gerade mal 22 und haben mit "Therapy" dieser Tage ihre erste EP veröffentlicht - produziert hat Cam Blackwood (George Ezra, London Grammar), klanglich geht das schon sehr in Richtung The Clash oder Richard Hawley, also beileibe nicht die schlechtesten Vorbilder.
Samstag, 13. Februar 2016
Fortressless: Wahlverwandtschaften
Wer sich ein paar Stichworte zum Projekt Fortressless zusammensammelt, erhält dabei ein bunt gemischtes Potpourri aus Namen wie Beta Band, Talk Talk, Pet Shop Boys, Candelilla, Die Nerven, Serengeti und Oval (um nur einige wenige zu nennen). Das deutsch-schweizerische Joint Venture von Fabian Tormin (Hamburg) und Christian Keller (Zürich) bezieht sich mit seinem vertrackten Electronik-Mashup stilistisch auf eine Schnittmenge aus den drei Erstgenannten, Tormin betreibt zudem ein Mastering-Studio und hatte dort schon eine ganze Reihe einheimischer Bands zu Besuch. Und die beiden derzeit bekanntesten Stücke der beiden "Smoke Bomb Blisters" und "Neoteny" wurden u.a. auch von Oval und Serengenti (David Cohn, Collab-Partner von Sufjan Stevens bei "Sisyphus") veredelt. Alles zusammen und mehr wird Mitte April auf dem Hamburger Label Insular erscheinen - reinhören hier, zugreifen später. Das Foto da oben ist im Übrigen das einzig verfügbare von Fortressless - wer nun wer ist, ließ sich beim besten Willen nicht so schnell herausfinden, ebensowenig, warum aus dem Duo hier ein Trio geworden ist ...
Satangkai: Freudiges Rätselraten [Update]
Göteborg ist unbestritten momentan eines der kreativsten Pflaster unter der Sonne und auch diese beiden wollen ihren Teil dazu beitragen: Das schwedische Electro-Duo Satangkai hat gerade seine erste EP "Jimmy Says/An Object" online gestellt, der Rest ist zu gleichen Teilen aufrichtige Freude über feinen Retrosound und lustiges Rätselraten, was es wohl mit dem geheimnisvollen, asiatisch anmutenden Bandnamen auf sich hat. Wurde die philippinische Insel Sitangkai samt aller zweitausend Einwohner etwa vom Teufel im Sturm genommen oder handelt es sich eher um eine brandneue, höllische Rosensorte? Nun, wir werden's bald erfahren...
Update: Okay, wir können lösen: Enja Kronlid und Sebastian Olsson sind beide leidenschaftliche Fans der TV-Serie "How The West Was Won" aus den 70ern, Satangkei nannte sich dort der Häuptling eines Sioux-Stammes, der einen bleibenden Eindruck bei den beiden hinterlassen haben muss.
Update: Okay, wir können lösen: Enja Kronlid und Sebastian Olsson sind beide leidenschaftliche Fans der TV-Serie "How The West Was Won" aus den 70ern, Satangkei nannte sich dort der Häuptling eines Sioux-Stammes, der einen bleibenden Eindruck bei den beiden hinterlassen haben muss.
Tender: Der Name ist Programm
Freitag, 12. Februar 2016
Dirk Darmstaedter: Schon Sommer
Dass Dirk Darmstaedter, der Mann also, der mal die Jeremy Days groß machte (und keinesfalls umgekehrt), ein neues Album plant, ist schon seit einiger Zeit bekannt, nun dürfen wir das Ganze auch mit Tönen und Bildern unterfüttern und deshalb muss das hier schnell raus: Für den 8. April ist die Platte mit dem Titel "Beautiful Criminals" auf Darmstaedters Label Beg Steal And Borrow angekündigt und folgt damit dem vorzüglichen "Before We Leave" aus dem Jahr 2014, die erste Single heißt "Summer Camp Girls" und klingt tatsächlich sommerlich entspannt.
06.05. Magdeburg, HofGalerie
06.05. Magdeburg, HofGalerie
08.05. Leipzig, Täubchenthal
09.05. Frankfurt, Mousonturm
10.05. Berlin, AusterClub
(Ex-Privatclub)
11.05. Hamburg, Knust
12.05. Düsseldorf, Pitcher
13.05. Köln, Stereo Wonderland
17.05. München, Milla
24.05. Dresden, Bärenzwinger
Black Mountain: Eindeutig und vierhändig
Beginnen wir den Tag mit etwas Schwarzem: Dass das neue Video der Black Mountains zur ersten Single "Mothers Of The Sun" mit einem düsteren Bergmassiv startet, ist vielleicht nicht ganz so doppeldeutig, aber durchaus konsequent, schließlich haben sie auch ihr Debüt schon mit einem ähnlichen Gesteinsbrocken geschmückt. Die achteinhalb Minuten vom für den April bei Jagjaguwar angekündigten Album "IV" wurden von Ben Jacques ins Szene gesetzt und dass Stephen McBean mehr als zwei Arme sein Eigen nennt, war allen Fans des bärtigen Gitarrenmannes ohnehin schon vorher klar.
06.04. Zürich, Bogen F
07.04. Genf, PTR Usine
16.04. Berlin, Lido
06.04. Zürich, Bogen F
07.04. Genf, PTR Usine
16.04. Berlin, Lido
Donnerstag, 11. Februar 2016
Peaches: What's up, bitch!?
OK Go: Less gravity, more fun
So, jetzt mal alle schön festhalten: Damian Kulash und seine Band OK Go sind also nicht so die Weicheier, die nur Popmusik am Motherboard machen und sich ansonsten lieber ins flauschige Hinterstübchen verziehen. Beweise? Im Video zu ihrem Song "Upside Down And Inside Out" (vom letzten Album "Hungry Ghosts", 2014) präsentieren sich die vier Herren aus Chicago inklusive zweier gut trainierter Stewardessen ziemlich gravitationslos - entstanden ist der ganze Spaß auf diversen Parabelflügen über russischem Boden und wenn einem selbst beim Zuschauen schon schlecht wird, dann weiß man, welche Leistung hinter dieser Gaudi steckt.
The Cult: Wieder mehr Kredit
The Cult
„Hidden City“
(Cooking Vinyl)
Keine Ahnung, wie nahe sich olle Lemmy Kilmister und Ian Astbury zu Lebzeiten von Motörhead gestanden sind – irgendeine engere Verbindung aber sollte es gegeben haben. Die Vermutung jedenfalls liegt nahe, dass Kilmister gleich nach dem Gang an die himmlischen Whisky-Reserven schnurstracks in der überirdischen Gebetsannahmestelle eingefallen sein muss, um sich dort lauthals darüber zu beschweren, dass die göttliche Vorsehung eine so wunderbare Band wie The Cult über die Jahre, ja fast Jahrzehnte mit gröbster Ignoranz und ungerechtfertigten Schaffenskrisen bestraft, wo doch zu gleicher Zeit so viele mittelmäßige Untalente mit den Durchmarsch in den Rockhimmel belohnt werden.
Nun, er scheint mächtig Eindruck hinterlassen zu haben, denn kurz darauf veröffentlicht Astbury und Billy Duffy mit "Hidden City" erstmals ein Album, das sich ansatzweise mit der letzten Großtat der Band, dem auf ewig unterbewerteten, selbstbetitelten und grungebeeinflussten Werk von 1994 messen lassen kann. Denn: Sie haben wieder Melodien, sie haben wieder die Power, den Zug, es brettert und kracht gar mächtig im Gebälk. Ob böllerndes „Dark Energy“ oder schepperndes „Hinterland“ – wenn es nicht zu platt rüberkäme, man würde gern von einer späten Wiedergeburt sprechen wollen. Auf ewig in den Händen von Bob Rock, hier hat der Mann mal wieder vieles richtig gemacht und am Ende stören nicht einmal die Streicher von „Deeply Ordered Chaos“ und das spärlich klimpernde Piano bei „Sound And Fury“. Und auch wenn der leidenschaftliche Lärm von Stücken wie „Black Sun“ und „Star“ oder die Inbrunst eines „Saints Are Down“ nicht ganz erreicht werden, Astbury scheint wieder etwas Kredit von oben bekommen zu haben. Lemmy sei Dank! http://thecult.us
„Hidden City“
(Cooking Vinyl)
Keine Ahnung, wie nahe sich olle Lemmy Kilmister und Ian Astbury zu Lebzeiten von Motörhead gestanden sind – irgendeine engere Verbindung aber sollte es gegeben haben. Die Vermutung jedenfalls liegt nahe, dass Kilmister gleich nach dem Gang an die himmlischen Whisky-Reserven schnurstracks in der überirdischen Gebetsannahmestelle eingefallen sein muss, um sich dort lauthals darüber zu beschweren, dass die göttliche Vorsehung eine so wunderbare Band wie The Cult über die Jahre, ja fast Jahrzehnte mit gröbster Ignoranz und ungerechtfertigten Schaffenskrisen bestraft, wo doch zu gleicher Zeit so viele mittelmäßige Untalente mit den Durchmarsch in den Rockhimmel belohnt werden.
Nun, er scheint mächtig Eindruck hinterlassen zu haben, denn kurz darauf veröffentlicht Astbury und Billy Duffy mit "Hidden City" erstmals ein Album, das sich ansatzweise mit der letzten Großtat der Band, dem auf ewig unterbewerteten, selbstbetitelten und grungebeeinflussten Werk von 1994 messen lassen kann. Denn: Sie haben wieder Melodien, sie haben wieder die Power, den Zug, es brettert und kracht gar mächtig im Gebälk. Ob böllerndes „Dark Energy“ oder schepperndes „Hinterland“ – wenn es nicht zu platt rüberkäme, man würde gern von einer späten Wiedergeburt sprechen wollen. Auf ewig in den Händen von Bob Rock, hier hat der Mann mal wieder vieles richtig gemacht und am Ende stören nicht einmal die Streicher von „Deeply Ordered Chaos“ und das spärlich klimpernde Piano bei „Sound And Fury“. Und auch wenn der leidenschaftliche Lärm von Stücken wie „Black Sun“ und „Star“ oder die Inbrunst eines „Saints Are Down“ nicht ganz erreicht werden, Astbury scheint wieder etwas Kredit von oben bekommen zu haben. Lemmy sei Dank! http://thecult.us
Feine Sahne Fischfilet: Abschied mit Gebrüll
Mit dem Album sind wir an dieser Stelle ja nicht so gnädig zu Werke gegangen, dieses Video ändert zwar nicht alles, entschädigt aber für vieles: Feine Sahne Fischfilet haben zur letzten Auskopplung aus "Bleiben oder gehen" einen Kurzfilm konzipiert, der ganz schön an die Nieren geht - "Warten auf das Meer" handelt von Liebe und Abschied, von Schmerz, Verlust und heiligen Erinnerungen und passenderweise spielen im Clip von Aron Krause Charly Hübner und Bruno Alexander die Hauptrollen.
Yeasayer: Bilder einer Ausstellung
Die New Yorker Kapelle Yeasayer hat gerade das komplette Artwork für ihr neues Album "Amen And Goodbye" vorgestellt - was sonst eher eine Randnotiz wäre, ist hier ein regelrechtes Happening, wurde doch die Platte vom kanadischen Bildhauer David Altmejd gestaltet. Yeasayer dazu stolz: "Sgt. Pepper meets Hieronymus Bosch meets Salvadore Dalí meets PeeWee's Playhouse", da muss dann schon ein ordentliches Gatefold-Cover her. Durch die Skulpturensammlung führt übrigens auch der neue Teaser, das Album kommt samt erster Single "I Am Chemistry" am 1. April in den Handel.
Mittwoch, 10. Februar 2016
Eliza Shaddad: Weitverzweigt
Das ist schon von einer bemerkenswerten Intensität, was diese junge Dame hier abliefert: Eliza Shaddad, Tochter eines sudanesisch-schottischen Elternpaares und in der Tradition eines weitverzweigten Künstlerstammbaumes, hat gerade die zweite Single ihrer kommenden EP "Run" veröffentlicht - der Titelsong folgt dem Song "Wars", zu dem es mittlerweile auch ein Video gibt. Mitte März soll das Kurzformat via Beatnik Creative erscheinen, wer mag, kann sich Shaddad im Übrigen auch hierzulande noch auf zwei Kurzabstechern ansehen bzw. -hören.
12.04. Berlin, Privatclub
13.04. Köln, Studio 672
12.04. Berlin, Privatclub
13.04. Köln, Studio 672
Porches: Nicht so hastig!
Porches
„Pool“
(Domino Records)
Über die Musik von Aaron Maine gibt es, das ist nicht weiter überraschend, mehr als zwei Meinungen. Die einen halten den New Yorker für ein exaltiertes Genie und den Sound seiner Band Porches für ausgesprochen lässig und unaufgeregt, anderen stoßen Auftreten und Aussehen des Mannes gewaltig auf und widmen deshalb seinen Stil schnell mal zu prätentiös-schwülstigem Kitsch um. Man muss die „Erlaubt ist was gefällt“-Karte aber erst gar nicht ziehen, Maine liebt die Gratwanderung und das Spiel in den Grenzbereichen, alles andere wäre für ihn wohl keine Herausforderung. Auf seinem neuen Album hat er sich einmal mehr dem warmen, analogen Klang programmierter Synthetik verschrieben, anschmiegsame, weiche Melodieflächen, die ein sanftes Gitzern verursachen und die entspannte Bewegungsunfähigkeit feiern. Viel ist von Wasser, Poolatmosphäre, von „slow motion“ die Rede, nur keine ruckartigen, überhasteten Bewegungen, „Weck mich nicht zum Dinner“, just relax! Mal ein hübsches Saxophon-Solo erholungshalber eingebaut („Shaver“), ein wenig House kann auch nicht schaden („Braid“) oder ein paar schimmernde Gitarrenakkorde wie bei „Car“ – nichts da, was überfordern könnte, eine Platte wie ein Sedativum. Dabei ist das Hin und Her durchaus nicht ohne Reiz: Im Video zur Single „Be Apart“, einem der beiden Stücke, die Maine mit seiner Freundin Greta Kline aka. Frankie Cosmos gemeinsam singt, bewegt sich die Kamera auf schwerem Plüsch zwischen gelangweilten Upperclass-Gesichtern und der Refrain läßt den Zuhörer rätseln – singt er nun “I wanna be a part” oder doch “I wanna be apart”? Nun, er wird sich nicht erklären, denn genau das ist das Spiel. Kein so schlechtes, nebenbei … https://porchesmusic.bandcamp.com/
„Pool“
(Domino Records)
Über die Musik von Aaron Maine gibt es, das ist nicht weiter überraschend, mehr als zwei Meinungen. Die einen halten den New Yorker für ein exaltiertes Genie und den Sound seiner Band Porches für ausgesprochen lässig und unaufgeregt, anderen stoßen Auftreten und Aussehen des Mannes gewaltig auf und widmen deshalb seinen Stil schnell mal zu prätentiös-schwülstigem Kitsch um. Man muss die „Erlaubt ist was gefällt“-Karte aber erst gar nicht ziehen, Maine liebt die Gratwanderung und das Spiel in den Grenzbereichen, alles andere wäre für ihn wohl keine Herausforderung. Auf seinem neuen Album hat er sich einmal mehr dem warmen, analogen Klang programmierter Synthetik verschrieben, anschmiegsame, weiche Melodieflächen, die ein sanftes Gitzern verursachen und die entspannte Bewegungsunfähigkeit feiern. Viel ist von Wasser, Poolatmosphäre, von „slow motion“ die Rede, nur keine ruckartigen, überhasteten Bewegungen, „Weck mich nicht zum Dinner“, just relax! Mal ein hübsches Saxophon-Solo erholungshalber eingebaut („Shaver“), ein wenig House kann auch nicht schaden („Braid“) oder ein paar schimmernde Gitarrenakkorde wie bei „Car“ – nichts da, was überfordern könnte, eine Platte wie ein Sedativum. Dabei ist das Hin und Her durchaus nicht ohne Reiz: Im Video zur Single „Be Apart“, einem der beiden Stücke, die Maine mit seiner Freundin Greta Kline aka. Frankie Cosmos gemeinsam singt, bewegt sich die Kamera auf schwerem Plüsch zwischen gelangweilten Upperclass-Gesichtern und der Refrain läßt den Zuhörer rätseln – singt er nun “I wanna be a part” oder doch “I wanna be apart”? Nun, er wird sich nicht erklären, denn genau das ist das Spiel. Kein so schlechtes, nebenbei … https://porchesmusic.bandcamp.com/
Palace Winter: Neue Töne
Neues Logo, neue Töne: Das dänisch-kanadische Duo Palace Winter läßt dem Achtungserfolg ihrer EP "Medication" im Juni endlich ein Debütalbum folgen. "Waiting For The World To Turn" wird bei Tambourhinoceros erscheinen und mit "Positron" stellen Carl Coleman und Caspar Hesselager schon mal einen Happen Psychrock zum Vorverzehr ins Netz.
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