Viet Cong
„Viet Cong“
(Jajaguwar)
Mit der Wahl des Labels aus dem beschaulichen Studentenstädtchen Bloomington haben die vier Männer von Viet Cong schon mal keinen Fehler gemacht – Jagjaguwar gilt mit Black Mountain, Foxygen, Volcano Choir und den Pink Mountaintops im weitesten Sinne als Musterinternat für Post-, Prog-, Art- und Psychrock und genau irgendwo dazwischen läßt sich auch die Musik des Quartetts aus dem kanadischen Calgary verorten. Nachdem sich Sänger und Bassist Matthew Flegel und Drummer Michael Wallace mit den Kollegen ihrer früheren Band Women im buchstäblichen Sinne in die Haare bekommen hatten und die Formation ein so unrühmliches wie tragisches Ende nahm, soll es also nun gemeinsam mit den Gitarristen Scott Munro und Daniel Christiansen in professionelleren Bahnen laufen – ruhiger, das kann man hören, wird es dabei trotzdem nicht. Wenigstens vier der sieben Stücke auf dem Debütalbum wollen sich, mal langsamer, mal schneller, auf keines der oben genannten Subgenres allein festlegen lassen und setzen sich besser gleich zwischen alle Stühle. Das wummert mal gewaltig und dumpf („Newspaper Spoons“, „March In Progress“), dazu werden einem elektrisch verstärkte Gitarren um die Ohren gehauen („Pointless Experience“), das elfminütige Schlußstück „Death“ vereint all das und schwankt zwischen geordnetem Lärm und treibenden Akkorden. Einzig die beiden Singles „Continental Shelf“ und „Silhouettes“ gönnen dem Zuhörer ein wenig mehr an Eingängigkeit, letzteres lehnt sich etwas an den Wavesound der frühen 80er an, auch „Bunker Buster“ geht diesen Weg und gemahnt etwas an die (allerdings späten) Gang Of Four. Mithin wohl eine der spannenderen Veröffentlichungen in diesem Jahr, die live mit Sicherheit noch an Intensität gewinnen wird. http://vietcong.bandcamp.com/
11.02. Berlin, West Germany
15.02. Hamburg, Hafenklang
Mittwoch, 7. Januar 2015
Belle And Sebastian: Für Ohr und Augen
Gestern hatten wir's vom vorfreudigen Kribbeln, auch dieses Album verursacht selbiges: Nicht mehr lang hin, und "Girls In Peacetime Want To Dance" von unseren Lieblingsschotten Belle And Sebastian steht im Regal. Und wie auch schon bei den vorangegangenen Platten wurde auch bei dieser ein erfreulich großes Augenmerk auf die Optik gelegt - soll heißen, auch die aktuelle Single "The Cat With The Cream" präsentiert sich smart und ausgefallen. Reinhören kann wer will unter anderem bei In The Line Of Best Fit.
The Go! Team: Für immer bunt
Brighton's calling again: Das britische Indiepop-Sextett The Go! Team hat für den März sein viertes Album angekündigt, der Nachfolger der 2011er Platte "Rolling Blackouts" wird, das läßt der Titelsong "The Scene Between" schon ahnen, wieder eine sportlich poppige Mischung aus diesem und jenem werden.
Dienstag, 6. Januar 2015
The Prodigy: Alte Feindbilder
Sehr viel heißeren Scheiß wird es wohl in diesem Jahr nicht mehr geben: Denn dafür sind sie noch immer selbst zuständig - Keith Flint, Liam Howlett und Keith Palmer, besser bekannt als The Prodigy. Das altehrwürdige englische Elektropunktrio hatte für 2015 ja schon neues Material angekündigt, nun kommen die hard facts. Ende März wird "The Day Is My Enemy", das sechste Album der Band, erscheinen, das Album-Artwork gibt's oben, die erste Single "Nasty" hat auch schon eine passende Verpackung gefunden und - sehr spannend - für den Track "Ibiza" haben sich die Herren mit den Sleaford Mods zusammengetan. Einen ersten Teaser kann man sich übrigens u.a.bei Do Androids Dance anschauen.
Låpsley: In der Schwebe
Låpsley
„Understudy EP“
(XL Recordings)
Für all jene, die im kürzlich verabschiedeten Jahr nicht genug von der Modedroge Electronic RnB abbekommen haben, nicht genug also von BANKS, SOHN, Jessie Ware und The Weeknd, für die hält auch 2015 zum Einstand einen wahren Leckerbissen bereit. Holly Lapsley Fletcher, kurz Låpsley, gerade einmal achtzehnjährige Musikerin aus dem County Merseyside im Nordwesten Englands, hat nämlich nach ihrer Entdeckung duch BBC Radio 1 und dem darauf folgenden Wechsel zum angesagten Label von Richard Russell soeben ihre zweite EP „Understudy“ veröffentlicht. Die Erwartungen waren nach dem ersten Kurzformat und dem zauberhaften Cover des Überhits „Blue Monday“ von New Order entsprechend groß – und werden keinesfalls enttäuscht. Vier Tracks zählt die 12“, allesamt zart und zerbrechlich angelegt. Drums – wenn vorhanden – mischen sich wie bei „Brownlow“ eher als als sanfte Hintergrundbegleitung dazu, Dominanz erhält hier einzig Fletchers soulige Stimme, sie hält die Stücke gleichsam in der Schwebe und gibt ihnen einen warmen, betörenden Klang. Ein Song wie „Dancing“ kommt nahezu ohne einen einzigen Beat aus, das Tanzen ist hier eher ein geschmeidiges Wiegen. Reduktion scheint also ein bestimmendes Thema zu sein, auch das Video zur Single „Falling Short“ ist danach angelegt – die Sängerin als mechanisch anmutende Pietá in stilvollem schwarz/weiß, jeder Ton, jede Bewegung mit Bedacht gesetzt. Sehr eindrucksvoll das Ganze, da darf gern mehr kommen. https://www.facebook.com/LapsleyMusic
Die EP gibt's u.a. bei Hillydilly im Stream.
„Understudy EP“
(XL Recordings)
Für all jene, die im kürzlich verabschiedeten Jahr nicht genug von der Modedroge Electronic RnB abbekommen haben, nicht genug also von BANKS, SOHN, Jessie Ware und The Weeknd, für die hält auch 2015 zum Einstand einen wahren Leckerbissen bereit. Holly Lapsley Fletcher, kurz Låpsley, gerade einmal achtzehnjährige Musikerin aus dem County Merseyside im Nordwesten Englands, hat nämlich nach ihrer Entdeckung duch BBC Radio 1 und dem darauf folgenden Wechsel zum angesagten Label von Richard Russell soeben ihre zweite EP „Understudy“ veröffentlicht. Die Erwartungen waren nach dem ersten Kurzformat und dem zauberhaften Cover des Überhits „Blue Monday“ von New Order entsprechend groß – und werden keinesfalls enttäuscht. Vier Tracks zählt die 12“, allesamt zart und zerbrechlich angelegt. Drums – wenn vorhanden – mischen sich wie bei „Brownlow“ eher als als sanfte Hintergrundbegleitung dazu, Dominanz erhält hier einzig Fletchers soulige Stimme, sie hält die Stücke gleichsam in der Schwebe und gibt ihnen einen warmen, betörenden Klang. Ein Song wie „Dancing“ kommt nahezu ohne einen einzigen Beat aus, das Tanzen ist hier eher ein geschmeidiges Wiegen. Reduktion scheint also ein bestimmendes Thema zu sein, auch das Video zur Single „Falling Short“ ist danach angelegt – die Sängerin als mechanisch anmutende Pietá in stilvollem schwarz/weiß, jeder Ton, jede Bewegung mit Bedacht gesetzt. Sehr eindrucksvoll das Ganze, da darf gern mehr kommen. https://www.facebook.com/LapsleyMusic
Die EP gibt's u.a. bei Hillydilly im Stream.
Samstag, 3. Januar 2015
Leonie singt: Wenn schon, dann so
Leonie singt
„Leonie singt“
(Gutfeeling Records)
Dunkle Gedanken können durchaus eine geeignete (wenn nicht sogar die einzig gültige) Triebfeder für das Gelingen wirklich guter Songs abgeben – das weiß nicht nur, wer sich die wohltuende Schwermut von Element of Crime seit Jahren über die gebeugte Schulter legt wie einen wärmenden Schal aus dicker, weicher Wolle. Und passenderweise klingt die Musik von Leonie Felle manchmal wie die jüngere, weibliche Entsprechung zum alten Grummler Sven Regener. So und noch viel mehr. Denn nur mit dieser einen Referenz würde man der Fotografin, Künstlerin und Sängerin, die gerade bei Gutfeeling Records ihr mit Spannung erwartetes Debüt veröffentlicht, wohl kaum gerecht werden. Allein der Umstand, dass „Leonie singt“ von Andreas Staebler, Kopf und Stimme des Münchner Vielklangkollektivs G.Rag Y Los Patchekos Hermanos, produziert worden ist, bürgt für Abwechslung und Eigenständigkeit gleichermaßen – die ersten zwölf Songs zusammen mit Hagen Keller, Sascha Schwegeler und Jakob Egenrieder bestechen dann auch durch Vielfalt und Originalität.
Genausowenig, wie sich Felle für eine Sprache entscheiden mag (und gut daran tut), so wenig lässt sie sich auf einen Stil festlegen: Da stehen sparsame, fast zarte Arrangements neben raumgreifenden Rocknummern, treffen erdiger Blues und schiefer Honkytonksound auf chansonhafte Melodien, Akkordeon auf Kontrabass, Mundharmonika auf Megaphon und elektrische Gitarre auf eine singende Säge. Im Gedächtnis haften dabei, wie erwähnt, vor allem die Stücke von der Schattenseite des Lebens, es hat hier viele davon. Schon die Einstiegszeilen lassen angenehm frösteln: „Yesterday it killed me, today I’m dead, but I’m sleeping and dreaming in heavens bed … sure I’m six feet under, sure I’m dead and cold, sure we come asunder, sure I wasn’t old“ – ein “bag of bones”, lebendig begraben, drastischer kann man Trennungsschmerz kaum illustrieren. Dazu das wohldosierte Geraspel der Leadgitarre, das später auch „Schön“ und „Abend“ begleitet, wunderbar traurige Lieder von nüchterner Ehrlichkeit. „Es gibt nicht vieles auf der Welt was zählt, doch du und ich allein, das wär doch schon was – oder nicht? Ich würd nichts sagen, würd nur zuhörn, würd nichts fragen, bin ganz da – da nur für dich. Ach, wär das schön!“ Und später: „Was soll ich um was trauern, das es ja gar nicht gibt? Was soll ich um wen trauern, der mich ja gar nicht liebt?“
Natürlich passt auch das Covermotiv der schweren, aufgewühlten See (eine Arbeit von Felle selbst), bestens zu den Enttäuschungen, vergeblichen Sehnsüchten und trostsuchenden Gedanken, die Felle in bildhafte Worte fasst, zu einem Album also, wo Schönheit und Glück zumeist nur im Konjunktiv erscheinen. Denn selbst wenn das Wasser anfangs noch den kindlichen Träumen von unbekümmerter Sorglosigkeit als Kulisse dient („I Wish I Could Sleep Like A Child“) – am Ende ist es doch nur das kalte Dunkel, welches erbarmungslos über einem zusammenschlägt: „Make a hole for me in the sea, waves ought to go down above me. They should rage and romp, let them whirl me around, until I have found my deep blue bed in the sea…“ („Watery Grave“). Vielleicht nicht gerade der passende Soundtrack für einen erwartungsfrohen Jahresanfang, aber keine Sorge, auch in den kommenden Monaten wird sich reichlich Gelegenheit bieten, der Lakonie und Melancholie in den Liedern von Leonie Felle nachzuhören. Denn: Wenn schon betrübt, dann bitte so. www.leoniesingt.de
Leonie singt tritt im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung "15 Jahre Club Zwei" am 31. Januar in der Münchner Muffathalle auf.
„Leonie singt“
(Gutfeeling Records)
Dunkle Gedanken können durchaus eine geeignete (wenn nicht sogar die einzig gültige) Triebfeder für das Gelingen wirklich guter Songs abgeben – das weiß nicht nur, wer sich die wohltuende Schwermut von Element of Crime seit Jahren über die gebeugte Schulter legt wie einen wärmenden Schal aus dicker, weicher Wolle. Und passenderweise klingt die Musik von Leonie Felle manchmal wie die jüngere, weibliche Entsprechung zum alten Grummler Sven Regener. So und noch viel mehr. Denn nur mit dieser einen Referenz würde man der Fotografin, Künstlerin und Sängerin, die gerade bei Gutfeeling Records ihr mit Spannung erwartetes Debüt veröffentlicht, wohl kaum gerecht werden. Allein der Umstand, dass „Leonie singt“ von Andreas Staebler, Kopf und Stimme des Münchner Vielklangkollektivs G.Rag Y Los Patchekos Hermanos, produziert worden ist, bürgt für Abwechslung und Eigenständigkeit gleichermaßen – die ersten zwölf Songs zusammen mit Hagen Keller, Sascha Schwegeler und Jakob Egenrieder bestechen dann auch durch Vielfalt und Originalität.
Genausowenig, wie sich Felle für eine Sprache entscheiden mag (und gut daran tut), so wenig lässt sie sich auf einen Stil festlegen: Da stehen sparsame, fast zarte Arrangements neben raumgreifenden Rocknummern, treffen erdiger Blues und schiefer Honkytonksound auf chansonhafte Melodien, Akkordeon auf Kontrabass, Mundharmonika auf Megaphon und elektrische Gitarre auf eine singende Säge. Im Gedächtnis haften dabei, wie erwähnt, vor allem die Stücke von der Schattenseite des Lebens, es hat hier viele davon. Schon die Einstiegszeilen lassen angenehm frösteln: „Yesterday it killed me, today I’m dead, but I’m sleeping and dreaming in heavens bed … sure I’m six feet under, sure I’m dead and cold, sure we come asunder, sure I wasn’t old“ – ein “bag of bones”, lebendig begraben, drastischer kann man Trennungsschmerz kaum illustrieren. Dazu das wohldosierte Geraspel der Leadgitarre, das später auch „Schön“ und „Abend“ begleitet, wunderbar traurige Lieder von nüchterner Ehrlichkeit. „Es gibt nicht vieles auf der Welt was zählt, doch du und ich allein, das wär doch schon was – oder nicht? Ich würd nichts sagen, würd nur zuhörn, würd nichts fragen, bin ganz da – da nur für dich. Ach, wär das schön!“ Und später: „Was soll ich um was trauern, das es ja gar nicht gibt? Was soll ich um wen trauern, der mich ja gar nicht liebt?“
Natürlich passt auch das Covermotiv der schweren, aufgewühlten See (eine Arbeit von Felle selbst), bestens zu den Enttäuschungen, vergeblichen Sehnsüchten und trostsuchenden Gedanken, die Felle in bildhafte Worte fasst, zu einem Album also, wo Schönheit und Glück zumeist nur im Konjunktiv erscheinen. Denn selbst wenn das Wasser anfangs noch den kindlichen Träumen von unbekümmerter Sorglosigkeit als Kulisse dient („I Wish I Could Sleep Like A Child“) – am Ende ist es doch nur das kalte Dunkel, welches erbarmungslos über einem zusammenschlägt: „Make a hole for me in the sea, waves ought to go down above me. They should rage and romp, let them whirl me around, until I have found my deep blue bed in the sea…“ („Watery Grave“). Vielleicht nicht gerade der passende Soundtrack für einen erwartungsfrohen Jahresanfang, aber keine Sorge, auch in den kommenden Monaten wird sich reichlich Gelegenheit bieten, der Lakonie und Melancholie in den Liedern von Leonie Felle nachzuhören. Denn: Wenn schon betrübt, dann bitte so. www.leoniesingt.de
Leonie singt tritt im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung "15 Jahre Club Zwei" am 31. Januar in der Münchner Muffathalle auf.
Pop etc: Noch nicht vorbei
Sie machen nicht viel anders als auf ihrem letzten Album: Pop etc aus dem sonnigen, kalifornischen Berkeley hatten schon auf ihrer selbstbetitelten Platte aus dem Jahr 2012 einen fetten Sticker mit 'Superpop' kleben, das wird aller Voraussicht nach auch bei der nächsten so sein. Das lässt zumindest die erste Auskopplung "Running In Circles" ahnen, die gerade im Netz zu finden ist - Artwork und Sound machen klar: Die 80er sind noch lange nicht vorbei! Wer möchte, kann sich im Übrigen bei Turntable Kitchen auch noch mal die EP "Covers" des Trios vornehmen - Wham!, Bee Gees, Rick Springfield, etc...
Dienstag, 30. Dezember 2014
Broken Social Scene: Nahe beieinander
Schön, nicht wahr? Dummerweise waren nicht alle Bilder, die uns das auslaufende Jahr hinterlässt, ein so erhabener Anblick. Die kanadische Zeitung The Globe And Mail hat einen eigen Musiksampler mit dem Namen "Broadsheet Music: A Year In Review" veröffentlicht - darauf enthalten ist bekanntlich auch ein bislang unveröffentlichter Song der Indierocker Broken Social Scene. "Golden Facelift" beginnt eigentlich ganz beschaulich - so wie das jetzt veröffentlichte Video dazu auch - bevor es zu weitaus krasseren Bildern ordentlich scheppert und knallt. Wer's aushält, darf hier selber gucken. Die Band zum Clip im O-Ton: "2014 has not been without its beauty, but it has also been a year of
incredible brutality and all of humanity has a great deal to answer for."
Mø: Das Beste zum Schluß
Tja, selbst wenn man wollte - es gibt einfach in musikalischer Hinsicht nicht viel zu verkünden dieser Tage. Unter den Stiefeln knirscht der Schnee und alles erscheint seltsam gedämpft. Schön deshalb, dass wenigstens die Dänin Karen Marie Ørsted, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Mø, ein stimmungsvolles Jahresendliedchen für alle Trostbedürftigen bereithält. Der Song stammt im Übrigen nicht von ihrem diesjährigen Erfolgsalbum "No Mythologies To Follow" und weil "New Year's Eve" grad so gelungen ist, kann es sich schon mal auf einen Spitzenplatz bei "Last Post Of The Year" freuen...
Samstag, 27. Dezember 2014
Metric: Jetzt aber alle
Hatten wir nicht gerade erst... - hatten wir: Emily Haines, die bezaubernde Frontfrau der kanadischen Synthrock-Band Metric, war vor ein paar Tagen ein Vorfeiertagsthema, nachdem sie sich solistisch für die Geschicke junger und sehr junger Mädchen stark gemacht hat. Nun sind auch ihre Kollegen zusammen mit ihr im Studio verschwunden und melden die Arbeit an einem neuen Album (dem Nachfolger also zum 2012er "Synthetica") - ein erster Track, die Ballade "The Fatal Gift" in einer Demofassung - wurde schon mal zum Vorhören geschickt.
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Sleaford Mods: What focking alternative?
Sie sind, das darf man wohl so sagen, zumindest auf der Insel die Band der Stunde: Die Sleaford Mods aus Nottingham haben sich in einer Weihnachts- und Neujahrsansprache an das Empire gewannt und es ist nicht schwer zu erraten, dass nicht wenige mächtig Fett wegbekommen. UKIP, Torys - oder, wie sie sagen: "all these focking cunts" - ein gelungener Rundumschlag. Hier beim NME.
Monobo Son: Zeitschleife
Schon witzig: Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren stand hier ein Post, der ein Konzert von Monobo Son am 30. Dezember im Münchner Substanz ankündigte und darüberhinaus auf ein paar noch herrenlose Tracks bei Soundcloud verwies. Heute nun gibt es die fast gleichlautende Mitteilung, denn am Dienstag kommender Woche stellt das Brassquintett um La-Brass-Banda-Posaunist Manuel Winbeck sein in Kürze erscheinendes Debütalbum "Jambo" vor, natürlich wieder am selben Ort. Den Titelsong kann man sich übrigens dieser Tage schon für lau (unten) im Netz besorgen...
27.12. Straubing, Raven
28.12. Aldersbach, Bräustüberl
29.12. Traunstein, Festung
30.12. München, Substanz
27.12. Straubing, Raven
28.12. Aldersbach, Bräustüberl
29.12. Traunstein, Festung
30.12. München, Substanz
Montag, 22. Dezember 2014
Kraftklub: Erfreulich deutlich
Ein Song und ein Video, das an keinem besseren Tag kommen konnte: Kraftklub vernetzen den Clip zu "Schüsse in die Luft" und werden somit an einem Tag zwischen #Pegida und #NoPegida erfreulich deutlich.
Sonntag, 21. Dezember 2014
Heinz Strunk: Fertig, Schnauze, Danke
Na wenigstens der Meister selbst beömmelt sich, wenn er sein neues Werk der Gemeinde verkündet und damit auch gleich noch die komplette Zeitrechnung des kommenden Jahres verschiebt: Am 30. Januar nämlich erscheint bei Audiolith das neue Album des hochverehrten Fleischgemüsefachhändlers Heinz Strunk und der Titel entbehrt nicht einer gewissen provinziellen Westernromantik - "Sie nannten ihn Dreirad", was soll man da noch Lustiges hinzufügen? Eben. Der Teaser kommt selbstredend ansprechend humorvoll daher (sein Handwerkszeug hat er sich schließlich in einer knochenharten Ausbildung im Studio Braun draufgeschafft), die Föhnwelle sitzt - Näheres zu den zwölf psychedelischen Kleinkunstwerken von mutmaßlich atemberaubender Schönheit und Eleganz dann später an gleicher Stelle.
04.02. Flensburg, Max
05.02. Lüneburg, Salon Hansen
06.02. Münster, Museum für Kunst und Kultur
07.02. Lingen, Centralkino
10.02. Berlin, Volksbühne
12.02. Lübeck, Filmhaus
13.02. Rostock, Mau Club
14.02. Potsdam, Waschhaus
16.02. Kiel, Metro Kino
18.02. Bremen, Schwankhalle
19.02. Köln, Gloria
20.02. Bielefeld, Skala
21.02. Hannover, Faust
22.02. Leipzig, Täubchenthal
23.02. Dresden, Groove Station
24.02. Würzburg, Kellerperle
25.02. Bochum, Bahnhof Langendreer
04.03. Düsseldorf, Zakk
05.03. Frankfurt, Mousonturm
06.03. Stuttgart, Wagenhallen
07.03. Heidelberg, Karlstorbahnhof
08.03. Regensbur, Alte Mälzerei
09.03. München, Freiheizhalle
10.03. Erlangen, E-Werk
11.03. Linz, Posthof
12.03. Graz, Literaturhaus
13.03. Wien, Rabenhof
23.03. Hamburg, Fabrik
24.03. Hamburg, Fabrik
05.05. Marburg, KFZ
06.05. Koblenz, Circus Maximus
07.05. Trier, Ex-Haus
08.05. Karlsruhe, Tollhaus
09.05. Aachen, Rathaus
04.02. Flensburg, Max
05.02. Lüneburg, Salon Hansen
06.02. Münster, Museum für Kunst und Kultur
07.02. Lingen, Centralkino
10.02. Berlin, Volksbühne
12.02. Lübeck, Filmhaus
13.02. Rostock, Mau Club
14.02. Potsdam, Waschhaus
16.02. Kiel, Metro Kino
18.02. Bremen, Schwankhalle
19.02. Köln, Gloria
20.02. Bielefeld, Skala
21.02. Hannover, Faust
22.02. Leipzig, Täubchenthal
23.02. Dresden, Groove Station
24.02. Würzburg, Kellerperle
25.02. Bochum, Bahnhof Langendreer
04.03. Düsseldorf, Zakk
05.03. Frankfurt, Mousonturm
06.03. Stuttgart, Wagenhallen
07.03. Heidelberg, Karlstorbahnhof
08.03. Regensbur, Alte Mälzerei
09.03. München, Freiheizhalle
10.03. Erlangen, E-Werk
11.03. Linz, Posthof
12.03. Graz, Literaturhaus
13.03. Wien, Rabenhof
23.03. Hamburg, Fabrik
24.03. Hamburg, Fabrik
05.05. Marburg, KFZ
06.05. Koblenz, Circus Maximus
07.05. Trier, Ex-Haus
08.05. Karlsruhe, Tollhaus
09.05. Aachen, Rathaus
Madonna: Naja
Ganz ehrlich, wer hat nicht in den letzten Tagen mal in seiner Cloud vorbeigeschaut, ob da nicht die neue Madonna, namentlich "Rebel Heart", für lau zu finden sei? Fehlanzeige, für Mdme. Ciccone sind Streams und Leaks (siehe unten) bekanntlich Teufelszeug, Terrorismus gar, wie zu lesen war. Trotzdem hat sie der Verschwiegenheit ihrer eigenen Entourage (aus gutem Grund) wohl nicht getraut und entschloß sich flux, die ersten sechs Songs des Albums via iTunes anzubieten, wer eine Spotify-Zugang sein eigen nennt, darf auch dort schon mal reinhören. Allen anderen bleibt YouTube oder ein ähnliches Portal, um herauszufinden, dass gerade mal die knappe Hälfte der ersten Lieferung halbwegs interessant sind - also "Illuminati", "Bitch, I'm Madonna (Feat. Nicki Minaj)" und vielleicht noch "Ghosttown". Und auch die nur bei ersten Durchlauf. Schade, aber irgendwie auch erwartbar ...
Freitag, 19. Dezember 2014
MPMBL Live Best 2014: Besser vor Ort
Musik vom Hörensagen ist nett, aber eben nur ein Bruchteil dessen, was sie ausmachen kann. Besser also, man ist vor Ort und überzeugt sich selbst. Das kann ernüchternd sein, aber auch überwältigend. Und man kommt in den knapp zwei, drei Stunden an die einfachsten Wahrheiten. 2014 hießen die: The Notwist sind die Magischsten, Jan Delay und Disco No. 1 türlich die Geilsten, die Swans noch immer die Lautesten, Future Islands die Verausgabtesten und Sharon Jones ist zweifellos die Verdiensteste - die Top Five der Livekonzerte, garniert mit Reviews und Mitschnitten (leider nicht vom jeweiligen Ereignis selbst).
1 The Notwist - Circus Maximus
2 Jan Delay - Macht was gegen häßlich
3 Swans - Das freundliche Grollen des Donnergottes
4 Future Islands - Pop und Pose
5 Sharon Jones And The Dap-Kings - Up and Out
1 The Notwist - Circus Maximus
2 Jan Delay - Macht was gegen häßlich
3 Swans - Das freundliche Grollen des Donnergottes
4 Future Islands - Pop und Pose
5 Sharon Jones And The Dap-Kings - Up and Out
Marilyn Manson: Verläßlich
Marilyn Manson macht die Mutti? Weit davon entfernt - trotz Raute reverse. Strange und spooky kann er natürlich trotzdem, auch im neuen Video von Bart Hess zum Song "Deep Six", den es gerade bei Vevo zu sehen gibt. Das Album "The Pale Emperor" (Cover unten) folgt dann im kommenden Jahr.
TV On The Radio: Move ya!
Wären es nur die Moves - halboriginell. Aber TV On The Radio spielen samt Moshpit an einer Skater-Bowl und das macht, wie man sieht, mächtig Laune. Der Clip zur Single "Laserray" stammt von Atiba Jefferson, Fotograf und Mitbegründer des amerikanischen Independent-Magazins The Skateboard Mag, und der nerdige Auskenner wird die Gesichter von Szenegrößen wie Eric Koston, Lance Mountain, Sean Malto und Andrew Reynolds wiedererkennen - der Clip findet sich u.a. bei Complex.com. Also dann - Stöpsel raus und ab dafür!
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Silk Rhodes: Der Seele ein verrücktes Lächeln
Silk Rhodes
„Silk Rhodes“
(Stones Throw)
Und schon wieder eine Platte, die im Schatten des allgegenwärtigen Weihnachtsgebimmels komplett unterzugehen droht, schon wieder auch: Soul – Neo, Retro, whatever. Die Lobby allerdings (ganz im Gegensatz zum verfrühten Auftritt von Superstar D’Angelo), die sich hinter dem Weirdo-Duo Silk Rhodes aus Baltimore versammelt, ist weitaus überschaubarer. Ein rühriges Label und eine unermüdliche Fancrowd brachte das ans Tageslicht, was der Legende nach von Michael Collins und Sasha Desree in einem zum Tonstudio umgebauten Honda CRV in zahlreichen Sessions ‚on the road‘ aufgenommen worden ist – geloopte Stimmen und Töne von all jenen, die gerade ihren Kopf zur Tür herein steckten und dabeisein wollten bei dem Spektakel. Herausgekommen ist dabei tatsächlich Soul (und nicht nur eine Anspielung darauf), der Soul zweier weißer Männer, die ihn bis auf das Nötigste entkernt haben und der dennoch prächtig wippt und federt. Und das trotz all der elektronischen Gerätschaften, die man dem skizzenhaften Dutzend natürlich anhört (und anhören darf) und das nur zur Hälfte vom warmen Falsett Desrees begleitet wird. Da wäre ein zart schmelzendes „Pains“ und der zwingende Vibe von „Face 2 Face“, später die Vermutung, für „This Painted World“ und „Hold Me Down“ hätten selbst Sly Stone und Al Green durch die offenen Scheiben des alten Geländewagens hereingegrüßt. Soul, Funk, RnB, alles minimal arrangiert, aber von erstaunlicher Wirkung, selbst das derbe auf House gebürstete „Personal Use“ fängt sich zum Ende hin wieder. Überraschende Kleinkunst von zwei Typen, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen, wohl aber die Seele ihrer Musik.
Das Album bei Bandcamp im Stream - hier.
„Silk Rhodes“
(Stones Throw)
Und schon wieder eine Platte, die im Schatten des allgegenwärtigen Weihnachtsgebimmels komplett unterzugehen droht, schon wieder auch: Soul – Neo, Retro, whatever. Die Lobby allerdings (ganz im Gegensatz zum verfrühten Auftritt von Superstar D’Angelo), die sich hinter dem Weirdo-Duo Silk Rhodes aus Baltimore versammelt, ist weitaus überschaubarer. Ein rühriges Label und eine unermüdliche Fancrowd brachte das ans Tageslicht, was der Legende nach von Michael Collins und Sasha Desree in einem zum Tonstudio umgebauten Honda CRV in zahlreichen Sessions ‚on the road‘ aufgenommen worden ist – geloopte Stimmen und Töne von all jenen, die gerade ihren Kopf zur Tür herein steckten und dabeisein wollten bei dem Spektakel. Herausgekommen ist dabei tatsächlich Soul (und nicht nur eine Anspielung darauf), der Soul zweier weißer Männer, die ihn bis auf das Nötigste entkernt haben und der dennoch prächtig wippt und federt. Und das trotz all der elektronischen Gerätschaften, die man dem skizzenhaften Dutzend natürlich anhört (und anhören darf) und das nur zur Hälfte vom warmen Falsett Desrees begleitet wird. Da wäre ein zart schmelzendes „Pains“ und der zwingende Vibe von „Face 2 Face“, später die Vermutung, für „This Painted World“ und „Hold Me Down“ hätten selbst Sly Stone und Al Green durch die offenen Scheiben des alten Geländewagens hereingegrüßt. Soul, Funk, RnB, alles minimal arrangiert, aber von erstaunlicher Wirkung, selbst das derbe auf House gebürstete „Personal Use“ fängt sich zum Ende hin wieder. Überraschende Kleinkunst von zwei Typen, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen, wohl aber die Seele ihrer Musik.
Das Album bei Bandcamp im Stream - hier.
Wild Beasts: Pfeif(en)konzert
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