Freitag, 7. März 2014

Big Deal: Warnung

Gute Nachrichten für Fans des Londoner Duos Big Deal: Nachdem Alice Costelloe und Kacey Underwood zunächst als Support von Depeche Mode unterwegs waren, gibt es nun ein paar neue Termine, den die zwei als Headliner bestreiten werden. Dabei rühren sie noch immer die Werbetrommel für ihr letztes Jahr erschienenes Album "June Gloom" - daraus ist zudem für die Single "Catch Up" ein Videoclip entstanden, der als deutliche Warnung an alle sogenannten iPhone-Väter zu verstehen ist, hier bei Vevo.

28.05.  München, Milla
29.05.  Berlin, Comet
30.05.  Hanburg, Prinzenbar
31.05.  Dortmund, Way Back When Festival

Donnerstag, 6. März 2014

Eels: Jugendsünden

Na, wenn denn einer schon mal seine Jugendsünden bekennt, sollte man ihn auch nach Kräften unterstützen. Heißt hier: Posten. Denn Mark Oliver Everett aka Eels, der am 18. April sein neues Album "The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett" veröffentlicht, hat nun nach "Agatha Chang" einen weiteren Song der Platte bei Soundcloud eingestellt - eben "Mistakes Of My Youth". Am 24. Juni spielt der Mann übrigens ein Konzert im Berliner Tempodrom - bestuhlt (soviel zur Jugend).

Lyla Foy: Federleicht

Das Q-Magazine tönt schon mal vollmundig: "South London's answer to St. Vincent" - nun, das ist gerade jetzt, da Annie Clark mit ihrem neuen Album verdiente Erfolge feiert, vielleicht etwas vermessen. Zumindest aber wissen wir jetzt, woher Lyla Foy, um deren Musik es hier geht, denn kommt. Ihr Debütalbum "Mirrors In The Sky" wird am 21. März bei Sub Pop erscheinen und ob die Single "Feather Tongue" an die Stücke von St. Vincent heranreicht, darf nun jeder selbst beurteilen.

How To Dress Well: Ein Anfang

Zurück für mehr? Darüber schweigt sich Tom Krell alias How To Dress Well laut Stereogum noch aus. Sein letztes Album "Total Loss", eine Lektion in unterkühltem R'n'B anno Neuzeit, stammt aus dem Jahr 2012 - jetzt gibt es mit "Words I Don't Remember" wenigstens einen neuen Song, zu hören ist der hier.

Dum Dum Girls: Alles in Ordnung?

Eine Kollaboration, die einen gewissen Klang hat: Die Dum Dum Girls machen gemeinsame Sache mit Bret Easton Ellis ("American Psycho") und haben sich um ihren Song "Are You Okay" der aktuellen Platte "Too True" vom Erfolgsautor einen elfminütigen Kurzfilm schreiben lassen. Die Arbeit dazu leisteten Brewer, Drew McDowell und Tamaryn, Hauptdarstellerin - nicht verwunderlich - Sängerin Dee Dee.

Miraculous Mule: Ass Kickin'

Miraculous Mule
Milla, München, 5. März 2014

Support: Paul & Gwen

Natürlich hätte man es gern gesehen, wenn die drei Jungs aus dem Londoner Nordwesten standesgemäß - aus lauter Begeisterung, versteht sich - mit Bierbechern beworfen und frenetisch bejubelt worden wären, das scheiterte aber leider schon an der spärlichen Besucherzahl im Münchner Clubschlauch Milla. Die wenigen Unbeirrbaren versuchten dennoch ihr Bestes - verdient war es allemal (und wäre mehr gewesen), denn das Hillbilly-Goth-Blues-Gospel-Garage-Spacerock-Whatever-Monster, das Ian Burns an den Drums und das kahlköpfige Geschwisterpaar Michael und Patrick McCarthy auf die Bühne bringen, haut derart laut und direkt in Richtung Magengrube, wie man es bei einer solchen Kleinstbesetzung nicht unbedingt erwartet hätte. Der elektrisch verstärkte, im Grunde klassische Blues ihres angenehm unzeitgemäßen Debütalbums “Deep Fried” legt also live noch einmal eine mächtige Schippe drauf – auch wenn Patrick McCarthy am Bass in Sachen Coolness als Bruce-Willis-Lookalike einige Punkte dazuverdienen könnte, versteht er sein Handwerk vorzüglich und kann zudem im Wechsel mit seinem Bruder am Mikrophon den Songs die nötige Energie und ordentlichen Biss mitgeben. Ob altehrwürdiges Traditional (“Lord, I Just Can’t Keep From Crying”), zäher Gitarrenstomp (“I’m A Soldier”, “Evil On My Mind”) oder das wunderbar griffige und treibende “Satisfied” als lang erwartete Zugabe, Miraculous Mule sind eine gut geschmierte Livemaschine, der gerissene Saiten oder durchgeknallte Amps nicht den Spaß am Spielen nehmen können und die sich, so hatte man den Eindruck, unabhängig vom Zuspruch des Publikums in einen sich selbst genügenden Rausch zu spielen vermag. Kürzer: These Guys kick ass!

St. Vincent: Nachlieferung

Ein wichtige Nachlieferung gibt es Dank Stereogum noch zu vermelden: Zur Single "Digital Witness" von St. Vincent ist nun auch die dazugehörige B-Seite ins Netz gelangt - "Del Rio" gibt es als Stream bei Youtube. Das Album zur Single zur B-Seite heißt immer noch "St. Vincent" und ist - ja: eine Wucht.

Christopher Owens: Weg mit dem Ex

Wirklich Neues von Ex-Girls-Frontmann Christopher Owens, der bei diesem Veröffentlichungsturnus das "Ex-" sicher bald endgültig los ist. 2013 erschien sein Solodebüt "Lysandre", nun gibt es mit "It Comes Back To You" einen ersten Song vom noch unbetitelten Nachfolger.

Holograms: Neue Bilder

Die Schweden von Holograms sind an gleicher Stelle schon oft für ihren tiefdunklen Garagenpunk gelobt worden, auch das letzte Album "Forever" fand große Zustimmung. Von diesem stammt auch die neue Single "Lay Us Down", die nun mit einem passenden Filmchen untermalt wurde.

Mittwoch, 5. März 2014

Elbow: Die Unverbesserlichen

Elbow
„The Take Off And Landing Of Everything“

(Universal)

Guy Garvey und seine Band Elbow sind weit davon entfernt, ein Rätsel zu sein. Das Etikett wird Musikern ja immer gern dann aufgeklebt, wenn sich so schnell keine Erklärung dafür findet, warum dieser oder jener nahezu ohne jede Unterbrechung und auf scheinbar mühelose Art ein erfolgreiches Album nach dem anderen vorlegt, wo anderen trotz vieler Mühen kein zweites Mal Vergleichbares gelingen will. Nun, Elbow musizieren ein knappes Vierteljahrhundert in gleicher Besetzung, quasi als Schulfreunde miteinander, die fünf pflegen, so hört man, ein fast schon familiäres Verhältnis – man kennt sich so gut, dass man vielen ihrer Songs diese emotionale Ausgeglichenheit anzuhören glaubt. Zudem gehört Garvey selbst, stimmlich bei Peter Gabriel, optisch mehr und mehr bei Stephen Fry, zu der Sorte Sängern, deren ungekünstelte, solide Lebenseinstellung, dieses „down to earth“, sich schon äußerlich manifestiert – Joe Goddard, James Murphy, fast ist man geneigt, hier Parallelen zu ziehen.

Nun ist es nicht so, dass Elbow seit Bestehen am immer gleichen Song stricken, sie haben sogar schon – „The Seldom Seen Kid“ eingedenk – bessere, auch krachigere als diese hier gemacht. Doch mit dem Vorgängeralbum „Build A Rocket Boys!“ ist offenbar die Entscheidung für eine deutlich ruhigere, fast sanfte Gangart gefallen und der bleiben sie auch auf dieser Platte treu. Eher Choräle also als Songs, schon der Einstieg mit dem bedächtigen „This Blue World“ zeigt, wohin die Reise geht – Ausdauer ist gefragt, Innerlichkeit, Melancholie satt. Ohne nennenswerte Ausreißer verfeinern Elbow ihr Klangkonzept, streuen programmierte Beats und analoge Synthesizer zu den gewohnten Streicher- und Bläsersätzen und schaffen so eine angenehm warme Atmosphäre.

Das vorsichtig angerissene Gitarrenpicking von „Charge“, die zweigeteilte Leichtigkeit bei „Fly Boy Blue/Lunette“ können sich also hören lassen, auch der „New York Morning“ gelingt so einfach wie zwingend als Hommage an eine Stadt, die doch so weit weg ist von Garveys eigentlichem Wohnort in der nordenglischen Provinz. Weiß man, dass sich der Mann während der Arbeit am Album von seiner langjährigen Partnerin getrennt hat, erstaunt es eher, dass von Selbstmitleid und übermäßiger Traurigkeit auf „The Take Off...“ kaum etwas zu hören ist (womit wir wieder beim Naturell wären), einzig das besagte „This Blue World“ und „My Sad Captains“ thematisieren Verlust und Verlassenheit auf deutlichere Weise. Bezeichnenderweise haben sich Elbow beim Video zur ersten Single für eine Bildgeschichte entschieden, die ein musikverrücktes Ehepaar zeigt, was volle vierzig Jahre ununterbrochen miteinander verbracht hat – man mag das kitschig finden, zu Garvey, seiner Band und diesen Songs aber passt nichts besser als solch eine anrührende Dokumentation. http://www.elbow.co.uk/

White Hinterland: Nachwuchs

"Casey Dienel bekommt ein Baby" wäre vielleicht als Nachricht etwas zu missverständlich formuliert. Besser also: White Hinterland veröffentlicht Anfang April mit "Baby" (Dead Oceans) ein neues Album, den Titelsong darf man sich nun schon mal bei Soundcloud anhören.

Dienstag, 4. März 2014

Hercules And Love Affair: Auferstehung

Okay, das Cover mit den gruseligen Steinzeitfiguren kann man schwer herzeigen, ohne sich die Optik des Blogs zu zerschießen, die Nachricht an sich ist aber durchaus eine gute: Hercules And Love Affair, queeres House-Kollektiv aus New York, werden Ende Mai via Moshi Moshi ihre neue Platte "The Feast Of The Broken Heart", den Nachfolger von "Blue Songs" (2011), veröffentlichen - die Single "Do You Feel The Same" gibt's vorab im Stream.

Brian Eno x Karl Hyde: Irgendwann

Vor einiger Zeit schon die Nachricht, dass Musiklegende Brian Eno für ein Album gemeinsame Sache mit Karl Hyde, der einen Hälfte des Elektronik-Duos Underworld, macht - nun gibt es davon einen ersten Song zu hören. Die Platte "Someday World" soll hierzulande via Warp Records am 2. Mai erscheinen, die Single "The Satellites" nun hier.

Pixies: Farbenspiel

Nein, man muß nicht unbedingt etwas eingeworfen haben, wenn man sich die Pixies und ihren Song "Greens And Blues" anhört - allein beim Betrachten der Bilder des dazugehörigen Videos wird einem ganz angenehm blümerant zumute. Gedreht wurde von Josh Frank, zu sehen gibt's den Streifen u.a. bei Dailymotion.Orange. Ach ja: Schönen Gruß an Helene Fischer!

Lykke Li: Nicht aus Stein

Die guten Nachrichten aus Schweden halten an: Nachdem wir von Lykke Li zunächst den üblichen Albumteaser für "I Never Learn" serviert bekamen, gibt es nun für den Song "Love Me Like I'm Not Made Of Stone" sogar ein Video (Regie: Tarik Saleh). Doch damit nicht genug - Ende April/Anfang Mai kommt die Dame für drei Konzerttermine nach Deutschland.

29.04.  Berlin, Astra
30.04.  München, Kesselhaus
02.05.  Cologne, E-Werk

Jan Delay: Alte Liebe

Ehrlich - könnte es einen schöneren Tag geben als den nach dem formidablen und lang ersehnten Heimsieg des Herzensklubs gegen die Förster von Eisern Union? Der Dank geht natürlich an die Kollegen von Testspiel: Seit Tagen rauf und runter im Radio, nun gerippt bei Soundcloud zu finden - Jan Delay und seine Auskopplung aus "Hammer und Michel", immer wieder und jetzt erst recht - "Sankt Pauli". Ach ja, fehlt noch: Fin Bartels, Fußballgott!

Montag, 3. März 2014

Klaxons: Getauft

Nun hat das neue Baby auch einen Namen: "Love Frequency" soll es also heißen, das nächste Album der Klaxons und Anfang Juni im Regal stehen. Mit dabei unter anderem James Murphy, Erol Alkan, Tom Rowlands von den Chemical Brothers und die beiden nachfolgenden Tracks.

Die Heiterkeit: Hamburger Arroganz

Die Heiterkeit
„Monterey“

(Staatsakt)

Lügt, wer sie im Überschwang lobt? Die Heiterkeit sind irgendwie nicht die Band für (sorry) zügellose Begeisterung, nichts, sie schreiben keine Lieder, bei denen einem vor lauter Freude (nochmals sorry) die Pferde durchgehen. Und natürlich hat das Methode, natürlich legen sie es genau darauf an: Wieder pflegen die drei so ernst dreinblickenden Damen ihre unterkühlte Distanziertheit, noch immer wollen sie keine Musik machen, die man einfach so nebenbei weghört, keine stereotypen Klangtapeten – sie klingen auch auf „Monterey“ ein bisschen gelangweilt, ein bisschen arrogant, bleiben also gottlob: lakonisch, unverwechselbar und widersprüchlich.

Sonst eher selten – Stella Sommer, Rabea Erradi und Stefanie Hochmuth stellen ihren Songs eine Art Gebrauchsanweisung voran: „Es wird Zeit kosten, nur so kann es auch wachsen, und es wächst und blüht und gedeiht, es ist jetzt soweit… Es wird ernst, ab jetzt gilt’s, wir bringen neue Lieder“ („Factory“) und wie schon beim Debüt „Herz aus Gold“ formen sie, getragen von Sommers sonorer Stimme, mit einfachen Worten Sätze ganz eigener Art. Das klingt manchmal etwas unzugänglich, antiquiert vielleicht, hebt sie aber immer noch wohltuend von Indiegeschrammel und allzu plattem Befindlichkeitsrock einiger Kollegen ab. Deshalb wieder: Ein paar schöne Erinnerungen an Velvet Underground (und Nico) beim ungelenken Liebesgeständnis („Kalifornien“), auch die bitterböse Verachtung von „Daddy’s Girl“ hat, obschon nicht frei von Herablassung, ihren ganz speziellen Charme.

Cary Grant, Frühlingsjunge, Kapitän, auch Die Heiterkeit sind nicht frei von mädchenhafter Bewunderung, scherengeschnittenem Liebeskitsch und Beschützerinstinkten, selbst das Schwermütige darf mal kindisch, schutz- oder anlehnungsbedürftig sein. Es bleiben immer Lieder, die sich dank der eigenwilligen Poesie in der Erinnerung festhaken – der Sound allein, soviel ist auch klar, würde dies nicht schaffen. Am Ende gehen sie, die Pferde sind müde, mit „Pauken und Trompeten“ und einem Anflug von Beschwingtheit – „Die Heiterkeit ist hier gewesen“ – Hamburger Arroganz, so sympathisch wie selten zuvor, oh ja. http://dieheiterkeit.de/

12.03.  Berlin, Privatclub
13.03.  Hamburg, Goldener Salon/Hafenklang
10.04.  Dresden, OstPol
11.04.  Wien, Rhiz
12.04.  Klagenfurt, Kamot
13.04.  München, Feierwerk
14.04.  Köln, Schauspiel Köln
23.04.  Leipzig, Ilses Erika
24.04.  Augsburg, Soho Stage
25.04.  St.Gallen, Palace
27.04.  Frankfurt, Mousonturm

Coldplay: Weiter so

Es pluckert als weiter und bleibt spannend: Coldplay haben einen zweiten Song aus dem nächsten Album "Ghost Stories" ins Netz gestellt, nach "Midnight" nun "Magic" - wir hören, staunen und warten.

Samstag, 1. März 2014

Fennesz: Aus den Fugen

Das klirrt und kratzt und kommt damit natürlich aus Wien: Christian Fennesz, kurz Fennesz, hat für Ende April ein neues Album angekündigt. "Bécs" erscheint auf Editions Mego und mit "The Liar" darf man sich schon einmal einen ersten Eindruck von dieser Platte verschaffen.