Dienstag, 13. August 2013

Marius Ziska: Inselträumereien

Vielleicht schon ein wenig in Vergessenheit geraten, aber immer noch von Belang: Im Frühjahr erschien das Debütalbum "Recreation" von Marius Ziska, eine beachtliche Platte des Songwriters von den Färöer Inseln. Daraus wird nun mit "While You Were Dreaming" die zweite Single ausgekoppelt, die man sich auch bei Soundcloud anhören kann - dazu kommen noch ein paar Livetermine für die kommenden Wochen.

16.09.  Hamburg, Nachtasyl
17.09.  Kiel, Prinz Willy
18.09.  Husum, Living Room Concert
19.09.  Düsseldorf, Kassette
20.09.  Köln, Die Wohngemeinschaft
21.09.  Stuttgart, Café Galao
23.09.  Lindau, Zur alten Fähre
24.09.  Karlsruhe, Living Room Concert
25.09.  Zürich, Kafi Für Dich
28.09.  St. Gallen, Keller der Rosen

Savages: Extratour

Wer hätte das gedacht? Die Savages kommen Ende diesen Jahres noch einmal für vier Termine nach Deutschland, um ihrem Album "Silence Yourself" ein wenig auf die Sprünge zu helfen - Tickets hier.

20.11.  Köln, Gebäude 9
21.11.  Frankfurt, Zoom
23.11.  Hamburg, Grünspan
25.11.  München, Strom

Montag, 12. August 2013

Lady Gaga: Beifall wofür?

Und dafür das ganze Geschrei? Ganz im shakespearischen Sinne darf man nun, da Lady Gaga die neue Single "Applause" ihres bald erscheinenden Albums "Artpop" nach ersten, vorschnellen Leaks schnell selbst ins Netz gestellt hat, konstatieren: Viel Lärm um nichts. Damit unterscheidet sich der Song zwar nicht wesentlich von den früheren, wirkt aber nach all dem Getrommel im Vorfeld um so ärmer. Zu hören bei iheart.com.

Swim Deep: Sommerrätsel

Swim Deep
“Where The Heaven Are We”

(RCA/Sony)

Wo sie immer wieder herkommen… Es scheint einer festgeschriebenen Gesetzmäßigkeit zu folgen, dass immer genau dann, wenn draußen die Hitze unerträglich drückt, jene Bands auftauchen, die für diese Gelegenheit den passenden Sound zur Hand haben. Wir hatten vor Jahren die fabelhaften Drums, später die noch fabelhafteren Vampire Weekend und nun eben Swim Deep aus Birmingham. Und das, was das Quartett da auf seinem Debüt anbietet, ist lupenreiner, erfrischender Dreampop zum Mitwippen, Entspannen, Herumhüpfen (you name it) – eben Musik auf Urlaubsmodus. Und das heißt dann: Catchy Synthiebeats, einschmeichelnde und perlende Hooklines, mal ein wenig ‘Rave On!’ aus der Madchester-Ära, Stone Roses und James (“Stray”, “Soul Trippin”), auch die neuseeländischen Chills werden beliehen (“Red Lips I Know”), dazu ein paar unverfängliche und gutgelaunte Boy-meets-Girl-meets-Boy-Reime, viel mehr braucht man jetzt nicht da draußen. Alle vier Singles des Albums – “King City”, “Honey”, “The Sea” und “She Changes The Weather” kommen unverschämt locker und griffig daher und gäbe es spezielle Sommercharts – die smarten Swim Deep wären schwerlich aus den Top Five zu kicken. http://swim-deep.tumblr.com/

11.11.  Berlin, Magnet Club
12.11.  Köln, Stadtgarten
13.11.  München, Atomic Cafe
14.11.  Hamburg, Molotow
19.11.  Zürich, Exil
20.11.  Wien, B72

Nine Inch Nails: Für umsonst

Das ist mal sympathisch: Aus dem neuen, kommenden Album "Hesitation Marks" der Nine Inch Nails ist mit "Copy Of A" ein weiterer Song als Studioversion aufgetaucht und selbigen kann man nun sogar bei amazon.uk gratis downloaden - wenn das mal nix ist.

Arctic Monkeys: Verformung

Die Vor- und Nachteile übermäßigen Alkoholgenusses dürften soweit bekannt sein - Alex Turner von den Arctic Monkeys möchte im Video zur aktuellen Single "Why'd You Only Call Me When You're High?" trotzdem noch einmal ein anschauliches Beispiel dafür liefern, wie schnell einem ein Abend mit etwas zu viel hinter der Binde entgleiten kann. Anschauungsmaterial - hier bei visions.

Freitag, 9. August 2013

Janelle Monae: Vervollständigung

Anfang September kommt das neue Album von Janelle Monae, mit dabei bekanntlich Prince, Erykah Badu, Miguel, Esperanza Spalding und Solange - nun ist auch das Artwork inklusive Tracklisting draußen - letzteres zu lesen (als Doppel-CD!) bei CoS.

London Grammar: Für Fortgeschrittene

Okay, für manchen mag das schon etwas zwanghaft erscheinen, wie hier ein Stück nach dem anderen von London Grammar abgefeiert wird, dabei ist ihre Debütplatte noch nicht mal draußen. Dennoch, wat mut dat mut - vor allem, weil es sich beim folgenden Track a) um einen handelt, der zu dem Trio passt wie der Topf auf den Deckel und weil b) derselbe auf dem besagten Album nicht enthalten sein wird: Für eine Radio-Session der BBC haben sich die drei nämlich Chris Isaaks "Wicked Game" vorgenommen - muss man sagen, dass es wieder mal ganz wunderbar klingt? Hier - bei Soundcloud.

Mittwoch, 7. August 2013

Bill Callahan: In Dub

Überraschendes erreicht uns aus Chicago, der Heimatstadt von Drag City, dem Label von Bill Callahan: Vom lang erwarteten, neuen Album "Dream River" heißt es, es werde hauptsächlich Dub-Versionen enthalten und damit einem lang gehegten Wunsch von Callahan entsprechen, der solche Sounds endlich in seinen Arbeit einfließen lassen wollte. Das sagte er zumindest der New York Times und deren Modemagazin T. Ein erster Track daraus darf auch schon probiert werden - heißt dementsprechend "Expanding Dub" - bitteschön, bei Soundcloud.

King Krule: Joe läßt grüßen

Nicht mehr lang hin bis zum lang erwarteten Release-Date: King Krule bringt noch in diesem Monat sein Debüt-Album "6 Feet Beneath The Moon" (True Panther) in die Läden, für den vorab geleakten Song "Easy Easy" gibt es nun auch ein offizielles Video - wem beim Hören nicht olle Joe Strummer einfällt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Dienstag, 6. August 2013

Yo La Tengo: Stammbaum

Irgendwo standen sie auch bei Jack Black's "School Of Rock" an der Tafel, aber für alle diejenigen, die das gerade nicht präsent haben, gibt es hier Nachhilfe: Yo La Tengo haben ihre eigene Historie und die aller Vorbilder und Einflüsse in ein sehr putziges Zeichentrickvideo zum Song "Is That Enough", einer Ergänzung der früheren Single "Ohm" ihres immer noch aktuellen Albums "Fade" gesteckt. Gebastelt hat das Ganze Donick Cary, der auch für die Simpsons Drehbücher schrieb - Anschauen lohnt sich also.

The Civil Wars: Weiche Ziele

The Civil Wars
„The Civil Wars“

(Smi Col/Sony)

So ein kleiner Satz kann vieles. Zwar nicht da Rote Meer teilen, aber sehr wohl die Zahl der Interessenten in solche, die lieber gleich die Finger von lassen und die, denen genau das Ansporn ist, sich ein wenig ausführlicher mit John Paul White und Joy Williams zu beschäftigen. Der Satz lautet: „Der Titelsong wurde in einer Folge von ‚Grey’s Anatomy‘ verwendet“, steht bei Wikipedia und betrifft eine der ersten EPs von The Civil Wars, wie sich das Duo aus Nashville nennt. Natürlich ist es Quatsch, sich von so einer kleinen Bemerkung abschrecken zu lassen, schließlich gewinnt einen Grammy nicht jeder dahergelaufene Schmusebarde, klar ist jedoch auch, dass die beiden keine Musik machen, die man mit blutigen Schlachten und heroischen Waffenkämpfen assoziiert, der Krieg bezieht sich hier eher auf die kleinste zivile Krisengemeinschaft, die partnerschaftliche Beziehung eben, und trifft deshalb eher weiche, um nicht zu sagen: sehr weiche Ziele – blumig gesprochen also das Ringen der Herzen, das Lassen und das Tun mit- und gegeneinander.

Wir reden von Country- und Folkrock, selten so harsch wie bei dem angebluesten „I Had Me A Girl“, meistenteils stimmungsvoll, liebesversonnen und fast durchgängig als Wechselgesang konzipiert. Es klingt betörend, wie die beiden den Sturm auf die eilig errichteten Schutzmauern des Partners einsingen („Dust To Dust“), wie sie wegwollen vom anderen und doch nicht können („Same Old, Same Old“). Da ist von Schuldbekenntnissen die Rede („Devil’s Backbone“), von bitteren Gebeten („From The Valley“) und von verzweifelter Enttäuschung („Tell Mama“). Religiöse Bezüge dürfen hier nicht überraschen, schließlich war Williams - wieder so eine zwiespältige Bemerkung - schon solo in Sachen christlicher Popmusik unterwegs, bevor sie mit White in den Schützengraben sprang. Stören tut das kaum, nur manchmal wollen sie es etwas zu schön machen – das Cover des Smashing-Pumpkins-Songs „Disarm“ läßt die Dringlichkeit, auch das Destruktive, Gebrochene vermissen, hier ist der ganze Zauber fehl am Platz. Dennoch: Gut für’s Gemüt. http://thecivilwars.com/

Kitchens Of Distinction: Alte Helden

Was lehrt uns die folgende Nachricht? Sie kommen alle wieder. Irgendwann. Auch die Kitchens Of Distinction, Shoegazer der ersten Stunde und seit knapp zwanzig Jahren ohne Album, haben sich zur Rückkehr entschlossen und so wird Ende September "Folly", ihr bislang fünftes Album erscheinen - weiß zumindest The Quietus. Ebendie haben auch den ersten Track gepostet und der nennt sich "Japan To Jupiter" und ist mit einer niedlichen Fancollage als Zeitreise ausgestattet.

Candelilla: Zusammen/gepresst

Da sage einer, man könne nicht mit den Schwaben: Die Münchnerinnen von Candelilla haben sich für eine Splitsingle laut SPEX mit den Stuttgartern von Die Nerven zusammengetan - prägnanter Titel "Fick dich, Alter!" Da beide Bands in letzter Zeit schon ausgiebig miteinander tourten, lag das Projekt nahe, schließlich geht es hier noch immer um die Promotion für die beiden erstklassigen Alben "Fluidum" und "Heart Mutter". Allerdinsg stammt die A-Seite "17" vom nicht ganz so frischen Candelilla-Album "reasonreasonreasonreason", die Nerven steuerten "Dienstag Nachmittag 16:30 Uhr" bei. München setzt im Übrigen noch einen drauf und präsentiert für "17" ein neues Video - hier. Wer mehr will - SPEX hat alles inklusive ein paar neuer Livetermine.

Kings Of Leon: Euphoriebremse

Was haben wir da? Ein neues Cover und eine knuffige Rockballade, die sich "Wait For Me" nennt und sie stammt, unschwer an Calleb Followills Stimme zu erkennen, von den Kings Of Leon und deren kommendem Album "Mechanical Bull". Nach "Super Soaker" ist das die zweite Hörprobe der nächsten Platte und die Sehnsucht wird, sagen wir es vorsichtig, nicht eben größer ...

Montag, 5. August 2013

Chvrches: Vorbote

Neuigkeiten auch aus Glasgow: Die Chvrches, ebenfalls garantiert im September mit ihrem neuen Debüt "The Bones Of What You Believe" im Gespräch, haben für ihre Single "The Mother We Share" einen hübschen Clip nachgeliefert - zu finden bei Vevo.

Haim: Die Nächsten bitte

Newcomer reloaded: AlunaGeorge sind durch, jetzt legen Haim nach. Für Ende September kündigt das Geschwistertrio aus Kalifornien ihr Debüt mit dem Titel "Days Are Gone" an, was für Mädchen dieses Alters schon reichlich unverschämt klingt. Bei Soundcloud findet sich daraus auch der nächste Song - "The Wire", wir sind also gespannt.

Freitag, 2. August 2013

Rammstein: Geteilte Meinung

Ein wenig Tagesgespräch: Rammstein haben auf dem diesjährigen Wacken Open Air ihre Drohung wahrgemacht und ein gemeinsames Duett mit Heino auf die Bühne gebracht - "Sonne" wurde zum Besten (oder, je nach Sichtweise: Schlechten) gegeben und die Meinungen über diese absonderliche Paarung, der Heinz Georg Kramm mit seiner etwas albernen Coverversion den Weg geebnet hatte, sind recht unterschiedlich - siehe: Rammstein/Facebook. Vor diesem Hintergrund ist es wohl auch zu verkraften, dass der bislang einzige längere Videomitschnitt bei Youtube von erbärmlicher Qualität ist. Trotzdem? Aber bitte - hier.

Casper: Bullen im Regenwald

"Ein Drittel Heizöl und zwei Drittel Benzin" - Casper zittiert die "Bullenschweine" von Slime und macht sich energisch im Regenwald zu schaffen - die Teaserszenen zum Album "Hinterland" geben nun auch die Kulisse für den ersten Song "Ascheregen" - zu sehen und zu hören bei Vimeo. Zudem gibt es noch ein paar Termine für das Frühjahr als Zugabe, weil der Rest schon ausverkauft ist.

06.03. Saarbrücken, Garage
11.03. Hannover, Capitol
13.03. Erfurt, Stadtgarten
14.03. München, Zenith
15.03. Leipzig, Haus Auensee
17.03. Fürth, Stadthalle
18.03. Offenbach, Stadthalle
19.03. Stuttgart, Schleyerhalle
21.03. Hamburg, Sporthalle
22.03. Dortmund, Westfalenhalle

Donnerstag, 1. August 2013

No Age: Alleskönner

No Age
„An Object“

(Sub Pop)

Es ist die dritte Platte, die No Age aus Los Angeles da vorgelegt haben und es hat sich, zum Glück möchte man sagen, so viel nicht geändert. Unter all den Noise- und Garage-Punk-Bands ist die Formation von Sänger/Drummer Dean Allen Spunt und Gitarrist Randy Randall die eigenwilligste, die sperrigste gewesen und geblieben – anders als beispielsweise die Japandroids beschränkt sich das Duo nicht auf den brachialen Lärm, sondern irritiert die auf Krawall gebürstete Kundschaft auch gern durch liedhafte, instrumentale oder verhalten psychedelische Klänge. Da macht auch „An Object“ keine Ausnahme. Wie auch schon der grandiose Vorgänger „Everything In Between“ erhebt auch dieses Album die Abwechslung zum Prinzip: Mit „No Ground“, „C’mon Stimmung“ und „Lock Box“ bedienen die zwei mühelos die Hey-Ho-Let’s-Go-Fraktion, es knirscht und kreischt ganz vortrefflich, ebenso gut beherrschen sie den zuckenden, basslastigen Post-Punk-Sound mit Blickpunkt Manchester („I Won’t Be Your Generator“, „Defector/Ed“, „Circling With Dizzy“). Kurz darauf zaubern sie dann „An Impression“ aus dem Hut, ein Stück, das so unverschämt leicht und fast vergnügt daherkommt. Die Wall Of Sound ist ihnen natürlich auch nicht fremd, es wird auch auf diesem Album kräftig übersteuert und verzerrt, allerdings – und das ist dann wirklich auffällig – mit einer deutlich verbesserten Produktionsqualität. Hatte man gerade beim Debüt „Nouns“ noch den Eindruck, alles solle extra second-hand und billig daherkommen, ist davon jetzt nichts mehr zu hören – satte, saubere Power, inspiriert und irgendwie, naja, alters- ähm, zeitlos. Tolle Platte. http://noagela.org/

24.10.  Wien, Flex

Downloads "An Impression" und "C'mon Stimmung" bei SubPop.