Donnerstag, 18. Dezember 2014

John Carpenter: Der Klang des Grauens

Nun, so ganz genau weiß man noch nicht, was von der Nachricht zu halten ist. Aber schließlich hat man vor Jahren auch David Lynch, einem anderen großen Mann des Kinos, eine Chance gegeben und ist keinesfalls enttäuscht worden. Ende Januar 2015 jedenfalls soll John Carpenter, Regisseur von Filmen wie "Halloween", "They Live", "Die Klapperschlange" und "Nebel des Grauens", sein musikalisches Debüt "Lost Themes" bei Sacred Bones veröffentlichen. Was etwas verwunderlich klingt, hat er doch schon zu zahlreichen seiner Erfolge die Scores selbst komponiert und eingespielt. Sei's drum - was uns dabei erwartet, ist ungewiß, über Kollaborationen und Ähnliches wurde noch nichts bekannt - einzig die erste Auskopplung namens "Vortex", eine dunkle, TRON-hafte Klangkulisse, ist vorab im Stream zu hören. Auf der Seite des Labels gibt es zum Sound derzeit auch noch ein paar allseits bekannte Filmausschnitte zu sehen.

St. Vincent: Frei Haus für Sitzenbleiber

Tja, Chance gehabt - jetzt bleiben nur noch Tulsa, Sydney, Brisbane, Singapore, Melbourne, Osaka oder Koutou-Ku. Das nämlich sind die nächsten Stationen der laufenden Tournee von St. Vincent, die es ja eigentlich nicht nötig hätte, ein so feines Album wie ihr aktuelles noch zu promoten. Macht sie aber trotzdem, erfreulicherweise für uns Stubenhocker auch noch mit einem aktuellen Videoclip zum Song "Birth In Reverse" - hier bei Vevo.

Emily Haines: Girl Power

Man kann wirklich nicht behaupten, dass Emily Haines in den letzten Jahren an Unterbeschäftigung gelitten hätte: Die Arbeit mit ihrer Band Metric ließ ihr immerhin noch genügend Zeit, sich um zwei Soloalben ("Cut In Half And Also Double"/"The Knife Don't Have Your Back") und eine beachtliche Zahl an Gastauftritten zu kümmern (u.a. Julian Plenti, Broken Social Scene, Stars, The Stills, MSTRKRFT, etc.). Weniger bekannt dagegen ist ihr Engagement für das Charity-Projekt FLEET4HearMe, eine Zusammenarbeit des Schmuckherstellers Fleet Jewelery (Kampagnenbild oben) mit der Organisation HearMe, die sich für die Möglichkeit stark macht, Kindern an öffentlichen Schulen Zugang zu Musikunterricht zu ermöglichen. Aus einer ähnlichen Intention heraus ist wohl auch Haines' neuerliche Aktion mit der amerikanischen Spielzeugserie Goldie Blox entstanden - im Video zu ihrem aktuellen Song "Lightning Strikes", nebenbei ein verteufelt eingängiges Stück Pop - singt sie zu hübschen Girlpower-Cartoons, nicht schwer zu erraten also, um welches Anliegen es der gebürtigen Kanadierin diesmal geht.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

The Wombats: Back again

Und noch eine Neuerscheinung, für die jetzt schon mal vorgeplant werden darf: The Wombats aus Liverpool haben Album Nummer drei im Kasten, "Glitterbug" werden sie es nennen und auch wenn es noch kein aktuelles Tonmaterial davon gibt, haben die drei Jungs vorsorglich schon mal ein paar Livetermine zum mitschreiben dabei:

18.03.  Frankfurt, Batschkapp
19.03.  Bremen, Aladin
25.03.  Hamburg, Große Freiheit
26.03.  Berlin, Astra
27.03.  München, Tonhalle
29.03.  Stuttgart, LKA Longhorn
30.03.  Köln, E-Werk
31.03.  Zürich, Xtra
05.04.  Wien, Arena

Laura Marling: Kurzfilm

Laura Marling, Englands zur Zeit fragilster und zugleich erfolgreichster Export in Sachen Folkpop, hat die Veröffentlichung ihres mittlerweile fünften Albums für Mitte März 2015 angekündigt. "Short Film" wird es heißen und zur Begleitband sollen auch wieder Tom Hobden, Violinist und Keyboarder bei Noah And The Whale und die Cellistin Ruth De Turberville gehören. Den Titeltrack kann man sich schon heute zusammen mit einem kleinen Zeichentrick anhören bzw. -sehen.


Laura Marling - Short Movie from Art&Graft on Vimeo.

D'Angelo: The time is always right...

D’Angelo And The Vanguard
„Black Messiah“
(RCA)

Na toll. Die Jahreslisten über kurz und lang sind gemacht und dann kommt zu einem Zeitpunkt, wo man sich gemeinhin nur noch mit dem wiedergekäuten Süßstoff der Weihnachtsindustrie herumärgern muss, dieses tatsächlich herausragende Album daher und wirft alle Polls und Rückblicke einfach über den Haufen. Nun gut, man muss jetzt nicht in hysterische Hektik verfallen, sondern tut besser so, als wäre D’Angelos drittes Album für Mitte Januar 2015 geplant – was ja auch stimmt. Nur hat der traurige Lauf der Dinge im Mittleren Westen Amerikas, namentlich die Erschießung des achtzehnjährigen Michael Brown in Ferguson und der darauf folgende Freispruch des Todesschützen, Michael Archer wie viele andere derart aufgewühlt, dass er sich – auch zur Überraschung seines eigenen Labels – dazu entschloss, die Platte mittels mehrerer Nachschichten vorfristig fertigzustellen und quasi als Statement (auch als optisches) schon jetzt zu verkaufen. “The one way I do speak out is through music,” soll D’Angelo seinem Manager gesagt haben, “I want to speak out.”

Und läßt man jetzt mal alle Nebengeräusche und meinetwegen auch das wirtschaftliche Kalkül beiseite, dann wird recht schnell klar, dass dieses Album, ganze vierzehn Jahre nach dem Grammy-Gewinner “Voodoo”, hätte erscheinen können wann es wollte – jeder Zeitpunkt wäre für Songs dieser Klasse der richtige gewesen. Das beginnt mit der Auswahl eines formidablen Kreises an Studiomusikern, neben D’Angelos Begleitband The Vanguard zeichnen auch noch A Tribe Called Quest’s Q-Tip, The-Roots-Drummer Questlove, Kendra Foster aus George Clintons Funk-AG Parliament-Funkadelic und Bassist Pino Palladino im Impressum verantwortlich. Sie alle und Ausnahme-Soulist D’Angelo erschaffen über die zwölf Stücke einen schwarzen Messisas, der weit organischer, menschlicher und auch dringlicher daherkommt als das hochgezüchtete Hologramm des „Black Yeezus“ von Kanye West.

Es ist nicht nur allerfeinster (Neo-)Soul, der einen hier in den Bann zieht, der mal an den Philli-Sound der Delfonics und an anderer Stelle an den Prince früher Tage denken läßt. Archer bringt eine Vielschichtigkeit in die Songs, die einen desöfteren staunen macht. Wie nach dem klassischen Intro „It Ain’t Easy“ das gewaltig wummernde Drone-Stück „1000 Deaths“ hereinbricht und trotz seiner Wucht klug verzwirbelten Jazztunes die Ehre erweist, später gefolgt vom grandiosen Pluckerbeat des „Sugah Daddy“ (nahe bei Gil Scott-Heron und Richard Russell), bevor kurz darauf zarte Streicher und lateinamerikanische Saitenklänge „Really Love“ einleiten – das ist schon irre gut gemacht. Dazu die zahlreichen Gitarrensoli, gekonnt platziertes Bläserblech („Betray My Heart“) und Handclaps, die wie Peitschenhiebe schnalzen („Prayer“), des Erstaunlichen ließe sich vieles mehr aufzählen. Ganz zum Schluss bei „Another Life“ geht Archer mit seinem Falsett derart himmelwärts, dass einem fast die Luft wegbleibt. So borgt man sich die Schlußpointe nicht bei den Decemberists („The Wrong Year“), sondern besser bei Martin Luther King: „The time is always right to do what's right.”

Montag, 15. Dezember 2014

Wild Beasts: Mehr als ein Comicstrip

Nicht weniger ausgefallen präsentieren sich die englischen Synthpopper Wild Beasts: Als Auftragsarbeit des irischen Whiskey-Herstellers Jameson kreierte das Quartett, das in diesem Jahr mit "Present Tense" bereits das vierte Album vorlegte, zusammen mit dem Pariser Künstler Mattis Dovier eine musikalisch untermalte und animierte Grafic Novel. Für diese steuerte die Band zwei neue Stücke bei - "Soft Future" und "Blood Knowledge" kann man sich bei Soundcloud anhören, das Gesamtwerk selbst steht bei www.wildbeasts.thejamesonworks.com zur Ansicht.

The Notwist: Sammelsurium

Einigermaßen überraschend gelangt man dieser Tage an neue Töne der Weilheimer Band The Notwist. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit dem Label Alientransistor gab es seit 2003 eine Reihe verschiedenster Veröffentlichungen, neben Single- oder EP-Pressungen erschien dort u.a. auch die DVD "Music No Music", die gemeinsam mit Filmemacher Jörg Adolph entstand und die Tour und das MakingOf des 2008er Albums "The Devil, You+Me" sowie die Arbeit einer weiteren Band (Andromeda Mega Express Orchestra) dokumentiert. Das neueste Werk nennt sich "The Messier Objects" und enthält eine Reihe von Instrumentalstücken, die während der Aufnahmen des aktuellen Album "Close To The Class" entstanden sind - dank Clash gibt es den Titel "Object 06" hier in ganzer Länge, den Rest kann man sich auf der Labelsite in Ausschnitten anhören. Offizieller VÖ-Termin für das Album ist im Übrigen Anfang Februar.

Modest Mouse: Fast humorlos

Das soll an dieser Stelle noch einmal gesagt werden: Modest Mouse sind nicht nur die bekannteste Indierockband aus Issaquah, Washington, sie sind auch die ungekrönten Könige des Albumtitels. Wir erinnern uns: "This Is A Long Drive For Someone With Nothing To Think About", "Good News For People Who Love Bad News" und "We Were Dead Before The Ship Even Sank" - allesamt Platten der Formation um Sänger Isaac Brock. Dagegen nimmt sich das neue Album, welches im März kommenden Jahres erscheinen soll, recht harm-, ja richtiggehend humorlos aus - "Strangers To Ourselves", naja. Wenigstens die erste Single (Artwork oben) hat einen leicht schrägen Klang, "Lampshades On Fire" (was irgendwie nicht weit weg ist von Jarmusch's "Night On Earth" und Helmet/Lampshade/etc.) kann man sich in einer Live-Version schon mal im Stream anhören.

Panda Bear: Komische Pflanze

Anfang Januar solle es kommen, das neue Album "Panda Bear Meets The Grim Reaper" von Noah Benjamin Lennox bka. Panda Bear, nun gibt es zur zweiten Vorauskopplung "Boys Latin" ein hübsch buntes Animationsvideo aus dem Hause Encyclopedia Pictura (Isaiah Saxon/Sean Hellfritsch) zu sehen. 

Charli XCX: Schon bald ein Klassiker

Charly XCX
„Sucker“
(Asylum Records)

Das ist sicher jedem schon mal aufgefallen: Keiner hat wirklich Lust darauf, sich seinen Jahrgang madig machen zu lassen und so läßt sich die folgende Argumentationslinie beliebig variieren und fortsetzen. Beispiel: Als die New Kids On The Block auf dem Schirm auftauchten, galten sie nach dem atomaren Erstschlag und der Schweinepest als das drittgrößte Übel der Generation 1984. Schon drei Jahre später allerdings mussten sie als originäres Boybandwunder herhalten für alle, die sich von Leichtgewichten wie Bros einlullen ließen. Diese wiederum erwiesen sich gegenüber Take That zu Beginn der 90er noch als okay und halbwegs geschmackvoll, bevor die Jungs um Gary, Mark und Robbie gegenüber Boyzone als nächste Entschuldigung herhalten mussten – weiter mit Westlife (98), US5 (05), One Direction (10) und, und, und … Auch Charlotte Aitchison aka. Charli XCX läßt sich mühelos in eine solche Besserwisserkette einbauen, die irgendwo bei einer gewissen Sabrina Ende der 80er beginnt und später die Namen Spears, Aguilera, Lavigne, Perry aufgefädelt bekommt – heute allesamt schon wieder begnadete Klassiker. Was Aitchison auf „Sucker“ zu Gehör bringt, ist also keinesfalls neu – bunter und maßvoll provokanter Parolenpop der unterhalterhaltsamen Sorte. „I don’t wanna go to school, I just wanna break the rules…“, es wird schnell klar, für wen hier die Großraumdisko gefüttert wird. Muß man das ernst nehmen? Nicht unbedingt. Kann man das mögen? Durchaus. Schließlich arbeitet die zweiundzwanzigjährige Britin, Tochter eines Schotten und einer Inderin, die ihren größten Hit („I Love It“) dummerweise nicht einmal selbst singen sollte, gekonnt mit einer ansprechenden Palette verschiedener Stile. Zu knorrigen Gitarrenriffs gibt’s bei „London Queen“ den passenden „Oi!Oi!Oi!“-Chorus, „Breaking Up“ kommt mit rotzigem College-Rock und „Boom Clap“ als satter und äußerst eingängiger Bassbumper daher. Schon klar, zu Zeilen wie „I don’t need you, my touch is better“ („Body Of My Own”) gab es in diesem Jahr von BANKS und FKAtwigs schon Subtileres, wirklich wichtig ist das aber nicht. Auch wenn’s mit zunehmender Spieldauer etwas eintönig wird – zeitgemäßer kann massenkompatibler Dancepop dieser Tage kaum klingen. Und über den wahren Wert der Platte wird, siehe oben, ohnehin erst der nächste Jahrgang entscheiden…

26.02.  Wien, Stadthalle
01.03.  Zürich, Hallenstadion
02.03.  München. Olympiahalle
05.03.  Köln, Lanxess Arena
12.03.  Hamburg, O2-World
13.03.  Berlin, O2-World

Sonntag, 14. Dezember 2014

Leon Bridges: Für die Zukunft

Von einem ungeschliffenen Diamant zu sprechen wäre hier irgendwie nicht passend, klingt die Musik von Leon Bridges doch schon erstaunlich ausgefeilt und reif: Gerade für die Tour von Sharon Van Etten gebucht, schickt sich der Junge aus Fort Worth, Texas an, in Sachen Soul und Blues der Shooting Star des kommenden Jahres zu werden. Ganze zwei Stücke kursieren von ihm zur Zeit im Netz, aber "Coming Home" und "Better Man" sollten alle Zweifler überzeugen können - man wird von ihm hören, soviel ist sicher.

Night Beds: Genug der Einsamkeit

Da hat sich doch etwas geändert: Um Winston Yellen und sein Einmannprojekt Night Beds war es seit dem famosen Debütalbum "Country Sleep" (das er ja bekanntlich in Johnny Cash's einsamer Waldhütte bei Nashville geschrieben haben soll) wieder recht ruhig geworden - nun kommt der junge Mann mit einer neuen Single und deren Sound ist um einiges elektronischer als die folkigen Stücke der letzten Platte. "Me, Liquor And God" heißt der Neuling, dem dann recht bald ein kompletter Longplayer folgen soll.

Freitag, 12. Dezember 2014

The Soft Moon: RTMT

Vier Großbuchstaben, die mal ein Zitat waren und dann zu einem Song wurden: Ein Journalist hat mal über die New Yorker No-Wave-Band Mars despektierlich gemeint, sie seinen nicht mehr als "arty and empty" - das hat denen so gut gefallen, dass sie schnell ein Stück danach benannten - deshalb die Initialen. Irgendwie passt das auch zur Musik von Luis Vasquez. Unter dem Moniker The Soft Moon verfertigt der Mann aus Oakland, Kalifornien seit ein paar Jahren tiefdüstere, verstörende Klänge aus dem Tiefkühlregal. Auf das gleichnamige Debüt und die zweite LP "Zeros" folgt nun via Captured Tracks Ende März Platte Nummer drei "Deeper" - die Vorauskopplung "Black" färbt die Stimmung schon mal vorfrostig - äh, -fristig ein...

Tubbe: Raus aus dem Prospekt!

Auch unser Hamburger Lieblingslabel Audiolith will noch ein paar Grüße an's neue Jahr loswerden und kündigt deshalb gleich mal forsch ein neues Album des Elektropopduos Tubbe an. Steffi Jakobs und Klaus Scheuermann hat man wegen ihrer letzten Platte "Eiscafe Ravetto" noch in bester Erinnerung, nun soll am 13. März "Keine Arbeit Lieber Tanzen" erscheinen. Klingt ein bisschen nach Deichkind, aber man darf sicher sein, dass die beiden ein ganz eigenen Dreh für das griffige Sponti-Motto finden werden. Für den ersten Vorgeschmack bitten Tubbe gleich mal Torsun von Egotronic zu sich ans Mikro, "Punkopa" heißt der Song und hämmert schon mal gewaltig.

Nicki Minaj: Don't mess with political correctness

Sieht ganz so aus, als wäre die Aufregung umsonst gewesen: Gerade erst musste sich die amerikanische Rapperin Nicki Minaj für das Lyric-Video zur Single "Only" des allzu sorglosen Umgangs mit assoziativem Nazischick schimpfen lassen (siehe unten), nun, da der endgültige Clip erscheint, ist von dem Comicstrip nicht mehr viel geblieben. Lil Wayne, Chris Brown und Drake stehen neben der schwarzledernen Actress etwas verloren in der Kulisse, die wiederum aus Tarnnetz, einem klapprigen Flaschenregal und handelsüblichen SM-Utensilien besteht und so gar nicht bedrohlich wirken will. Trotzdem war ein Statement von Minaj gefordert: "I'd never condone Nazism in my art" - viel Lärm um nichts? Sei's drum - der Clip steht hier bei Vevo.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Interpol: Noch mehr neue Töne

Nun wollen wir nicht ständig darauf herumreiten, dass das aktuelle Album nicht ganz das Erwartete gebracht hat - Strich drunter also und sich an Sachen gefreut, die Interpol auch ausmachen: Ihre Lust an neuen Tönen, die sie häufiger denn je Jobs an bekannte Remixer, Produzenten und DJs geben lassen. Nachdem sie erst kürzlich "My Desire" auf diese Art veredelten, passiert nun Gleiches mit dem Stück "Same Town, New Story", hier durfte sich der Schwede Axel Willner alias The Field in ganzen elfeinhalb Minuten zu schaffen machen, zu hören gibt es das Stück exklusiv bei Stereogum.

Spank Rock: Pump den Bass

Was man nicht alles findet, wenn man ein wenig durch's Netz streunt: Das Onlinemagazin Dazed hat seit einigen Tagen den Stream der aktuellen EP von Spank Rock im Programm und wie man sich vielleicht erinnert, hatte diese Website hier das letzte, fulminate Album von Naeem Juwan (so der Klarname des Mannes aus Baltimore) komplett verschlafen. 2011 war das und nach dem besagten "Everything Is Boring And Everyone Is A Fucking Liar" war es lange ziemlich still. Nun also "The Upside", mittendrin das hypernervöse "Gully", diesmal sind wir mit dabei auf dem Hypetrain...

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Nun also die Alben des Jahres - wichtig hier: Überblick behalten. Nicht nur der Menge an guter Musik wegen, die Schnelllebigkeit verführt zur Hast und man vergisst leicht, dass auch zu Beginn der Saison schon Wunderbares in den Regalen stand ... Natürlich sind zehn Plätze viel zu wenig, um allen und allem gerecht zu werden, so können St. Vincent, FKA Twigs, Ja, Panik und selbst der ehrenwerte Damon Albarn nicht mit ins Bild, auch wenn sie es verdient hätten. Dass sich andererseits Interpol und der Wu-Tang Clan nicht gerade aufgedrängt haben, überraschte etwas, fiel aber beim dem Überangebot nicht weiter ins Gewicht. Also denn, Zeit für etwas Rückbesinnung (denn die Reviews sind wie gewohnt verlinkt) und Rückschau.

1  My Brightest Diamond "This Is My Hand"

Ein Album, so zart, so überreich an Geist, Gefühl und wundervollen Tönen, das alles zwischen Kate Bush, Laurie Anderson und Antony Hegarty - unzweifelhaft ganz oben.



2  The Notwist "Close To The Glass"

Nicht genug damit, dass sich die Weilheimer Frickelkommune mit einem grandiosen Album zurückmeldete, die dazugehörige Tour war nicht weniger beeindruckend.



3  The Sleaford Mods "Devide And Exit"

Weit mehr als nur billiges Prollpunk-MashUp von der Insel - Jason Williamson und Andrew Fearn sind so böse und bissig wie lang keiner vor ihnen und ihr Sound ist frisch und originell. Ass-kickin' - die erste.



4  Run The Jewels "RTJ2"

Sie haben mit ihren kraftvollen Beats den altehrwürdigen Wu-Tang Clan in den Schatten gestellt und die schottischen Young Fathers auf die hinteren Plätze verwiesen. Ass-kickin' - die zweite.



5  Warpaint "Warpaint"

Ganz früh im Jahr geglänzt und zu Recht nicht aus den Augen verloren - das Psychrock-Quartett aus Los Angeles liefert schon mit dem zweiten Album ein Meisterstück ab.



6  Future Islands "Singles"

Natürlich das Letterman-Video, auch wenn es Samuel T. Herring, Sänger und Tänzer der Band, wahrscheinlich schon nicht mehr sehen kann. Nicht vergessen: Auch der Rest des Albums wunderbarer Popsound mit Ohrwurmqualitäten - durchgängig.



7  Iceage "Plowing Into The Field Of Love"

Sie haben wahrscheinlich die größte Kurve gedreht - die Dänen starteten mit krachigem Noise-Punk und präsentierten sich auf dem neuen Album als verschlurfte Rock'n Roller - glaubhaft.



8  Metronomy "Love Letters"

So englisch wie kaum eine andere Band hier, verspielter Nerdpop allererster Güte, der richtig Spaß macht.



9  Jan Delay "Hammer und Michel"

Hat er richtig Kloppe für bekommen, der gute Herr Eißfeldt, dabei macht der große und bestgelaunte Vereinfacher der deutschen Popmusik alles wie immer, nur mit ein paar Gitarren. Dauerbrenner.



10  Blonde Redhead "Barragán"

Bei Erscheinen in die Top Ten getippt und natürlich Recht behalten - nach Iceage die Band mit der mutigsten Umwendung, früher verhangener Indiepop, jetzt federnd und soulful.

NÖRD: Mit Ö

Wie - hatten wir hier noch nicht?! Wird's aber langsam Zeit für die volle Breitseite. NÖRD also, das Berliner Geschwisterpaar Paul und Leo Eisenach, haben, wie man hört, ihr Debütalbum gerade fertiggstellt und weil das einen so ausgesucht schönen Titel hat, möchten wir den hier gleich mal in Versalien bringen: "NA UND? WIR KENNEN EUCH DOCH AUCH NICHT!" Flasht, würde der Eißfeldt sagen. Stimmt. Und da es noch ein bisschen hin ist bis zur Veröffentlichung, gibt's hier gleich mal eine ganze Karre voller Videos, Songstreams und Downloadlinks. Und wo wir gerade dabei sind, schieben wir noch die aktuellen Tourtermine hinterher. Und wer immer noch nicht genug hat, der kann dann die 'ö' hier im Text zählen - zu gewinnen gibt's aber nix ...

09.01. Berlin, Fluxbau "Don t panic" Party
05.03. Berlin, Badehaus Berlin
03.02. Hannover, Theater am Aegi
04.02. Osnabrück, Lagerhalle
05.02. Bochum, Zeche
06.02. Gütersloh, Die Weberei
07.02. Plauen, Malzhaus
11.02. Berlin, Frannz Club
12.02. Fürstenwalde, Kulturfabrik
13.02. Halle, Projekt 5
14.02. Worpswede, Music Hall

Hier steht schon mal der kostenlose Download von "Ich breche zusammen" im Alle-Farben-Remix.