Dienstag, 7. Februar 2017

Fufanu: Aufgespürt

Fufanu
„Sports“

(One Little Indian)

Man möchte es gern noch einmal erwähnen: Wer immer noch behauptet, die Geschichte der isländischen Rock- und Popmusik beschränke sich auf drollige Elfengesänge und garstigen Deathmetal, muß sich zu Recht der böswilligen Ignoranz bezichtigen lassen und selbst der Einwurf, mit Gus Gus, Björk und Sigur Rós gäbe es ja ein paar hörenswerte Ausnahmen, liegt schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Bestes Beispiel: Seit einiger Zeit darf man dem kleinen Inselstaat auch den Post-Punk zuschlagen, spätestens mit Kaktus und Guðlaugur "Gulli" Einarsson und ihrer Band Fufanu ist die Verbindung von Coolness und Tristesse zumindest in der Hauptstadt Reykjavik angekommen. War das erste Album des Trios „Few More Days to Go” noch so eine Art Rohdiamant, entfaltet sich das Talent der Herren auf dem Nachfolger „Sports“ nun zu voller Blüte. Das wiederum kann natürlich auch daran liegen, daß ein gewisser Nick Zinner, hauptberuflich Gitarrist der New Yorker Indie-Kapelle Yeah Yeah Yeahs und nebenher noch Fotograf, Produzent und Spürnase aus Leidenschaft, schon am Debüt Gefallen gefunden hatte und nun kräftig am neuen, deutlich elektronischeren Sound von Fufanu mitgedreht hat. Kompakter, direkter kommen sie also daher, die Stücke sind mit trockenen, meist dunklen Beats verbaut, ein paar schiefe, schlingernde Synthloops und Kaktus Einarssons schnoddrige Stimme tun ein Übriges, damit Fufanu dem Hörer zwar interessant, aber bloß nicht zu sympathisch erscheinen. Warum nun gerade der Sport zum Thema des Albums gewählt wurde, erschließt sich einem nicht so recht – Island ist nun nicht als olympische Nation bekannt und neben unserem ehemaligen Handballtrainer und ein paar lustig benamsten Fußballern, die laut Huh! brüllen können, fällt einem so recht keine Berühmtheit ein. Für Fufanu kein Problem, sie meinen zur Begründung: „Athletes are always competing against themselves and so are we in our music”. Ah ja. Ein bisschen Ironie dürfte auf dem Coverfoto aber dennoch mitschwingen. Eine tolle bleibt es ohnehin, Anspieltips neben dem Titelsong und der Single „Bad Rockets“ in jedem Fall die Tracks „Tokyo“ und „Liability“, so etwas wie die Essenz des neuen Sounds. http://www.fufanu.net/

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