Mittwoch, 5. Oktober 2016

Le Butcherettes: Mit Haut und Haar

Le Butcherettes
Support: The Picturebooks
Kranhalle, München, 4. Oktober 2016

An einem Abend, den man gut unter das Motto „Hingabe“ stellen könnte, dürfen getrost auch einmal ein paar Worte über den sonst ja eher stiefmüttlerlich behandelten Support verloren werden: The Picturebooks sind eine höllisch laute Zweimannmusikkraftmaschine, Fynn Claus Grabke und Philipp Mirtschink stammen aber nicht, wie vielleicht vorschnell vermutet, aus Wisconsin oder Texas, sondern dem beschaulichen Gütersloh, Ostwestfalen-Lippe. Wer den beiden vollbärtigen (und nebenbei überaus sympathischen) Gestalten bei ihrem leidenschaftlichen Tun zuhört, mag das kaum glauben, denn amerikanischer kann eigentlich kaum etwas klingen. Während Grabke zu röhrendem Gesang voller Inbrunst seine Gitarre malträtiert, pflegt Mirtschink wohl eine Art Haßliebe zu seinem Arbeitsgerät, wie von Sinnen haut der Mann mit zwei extragroßen Hölzern auf die Trommeln ein, als wolle er sie endgültig in Stücke hacken. Bikermucke für’s Delirium, Steppenwerwolf, man ist beeindruckt.

Von Teresa Suárez aka. Teri Gender Bender ohnehin – wegen ihr sind schließlich alle gekommen. Die Frontfrau der mexikanischen Garagenband Le Butcherettes ist das, was man ehrfurchtsvoll ein Ereignis nennt: Optisch zwischen Zombie-Rotkäppchen und Guerilla-Girl, fegt die Frau wie eine wildgewordene Furie über die kleine Bühne und scheint doch, einer Marionettenpuppe gleich, von unsichtbaren Fäden gelenkt. Schrille Beschwörungen und seltsam gedoppeltes Geschrei begleiten ihre Ausbrüche (die sie auch gern mal ins Publikum führen), mal entstellte Fratze, mal entrückte Zärtlichkeit, der Körper zittert im Voodoo-Fieber – “we don’t know you, but we own you … they fuck you over, come fuck me over!” Vielleicht sind die Stücke des neuen Albums “ A Raw Youth” nicht mehr ganz so wahnsinnig wie die älterer Platten, live merkt man dennoch keinen Unterschied.

Aktuell begleitet von Schlagfrau Alejandra Luna Robles und dem schmächtigen Gitarristen Riko Rodríguez-López, entfacht diese Frau jedenfalls ein wahrhaft ohrenbetäubendes Getöse, man mag sich gar nicht vorstellen, was denn passiert, wenn ihre Anhängerschaft nicht, wie in München, aus vornehm zurückhaltenden Menschen besteht, die höflich applaudieren und ihre Begeisterung ansonsten in mitteleuropäischer Zurückhaltung zu verstecken wissen. Wahrscheinlich frißt sie die aufgeputschte Menge anderswo einfach mit Haut und Haaren – Teri Gender Bender sieht trotzdem nicht so aus, als würde sie das groß schrecken. Standesgemäß derangiert und einigermaßen abgerockt geht sie auch an diesem Abend von der Bühne, in Sachen “Dedicatión” gibt es eben bei dieser Band keine halben Sachen.






Kings Of Leon: Gemischte Gefühle [Update]

Ein kleines Round-Up noch kurz vor Wochenschluss von den Kings Of Leon: Kürzlich ist ja ihr Clip zum Song "Walls", einer ziemlich abgebremsten Ballade erschienen, auf dem sich Sänger Caleb Followill durchs Studiodunkel fahren lassen darf, heute nun geht deutlich beschwingtere "Around The World" als Audio-Stream auf Reisen - zum Album selbst ist es nicht mehr lang hin, am 14. Oktober soll "Walls" erscheinen.

Update: Und hier noch ein paar hübsche Bilder aus dem Reisealbum der Jungs - "Around The World" im Videoclip.



Babeheaven: Sanfte Verführung [Update]

Hohes Rating, beste Aussichten, das könnte auf das Londoner Quintett Babeheaven durchaus zutreffen: Der trippige Electrosoul um Sängerin Nancy Andersen und Gitarrist Jamie Travis kommt tatsächlich so geschmeidig rüber, daß man sich dem Zauber schwerlich entziehen kann und unweigerlich an Massive Attack oder Morcheeba denken muss. Hier zu sehen das Video zur etwas älteren Single "Heaven" und das aktuelle Stück "Moving On" im Stream.

Update: Und schnell noch die Flipside hintendrein - hier kommt "Ode To Dom" als Zugabe.



Dienstag, 4. Oktober 2016

Forth Wanderers: Jahrgangstreffen [Update]

Zum Schluß des Tages noch etwas Fleißarbeit von ganz jungen Menschen: Die Forth Wanderers sind eine Kapelle aus Montclair/New Jersey - Sängerin Ava Trilling ist gerade mal achtzehn und auch der Rest des ambitionierten Gitarren-Quintetts entstammt ungefähr dem selben Jahrgang (Beweis: Das Klo-Foto). Der Song "Slop" kommt von der gleichnamigen EP, die gerade bei Marathon Artists und Father/Daughter erscheint. Wer mehr hören möchte, ist bei Bandcamp wie immer gut aufgehoben.

Update: Mit "Know Better" kommt gerade ein zweiter Song der EP herein, den wir keinesfalls vorenthalten wollen.

Samstag, 1. Oktober 2016

BOY: Nachschlag

Mit dem September endete auch die offizielle Tour von BOY - einzig Stuttgart und die Schweiz bekommen noch einen Nachschlag serviert. Dass der sich lohnt, wissen alle, die bislang dabei waren und das aktuelle Album "We Were Here" ihr eigen nennen. Aus diesem gibt es nun noch einen neuen Clip zu sehen - die Bilder von "Fear" stammen von Joachim Zunke (Gallon Drunk, Herrenmagazin, Findus, Frau Potz).

28.10.  Stuttgart, New Fall Festival
29.10.  Buchs (CH), Krempel
30.10.  Lyss (CH), Kufa
01.11.  Basel (CH), Baloise Session
02.11.  Schaffhausen, Kammgarn
03.11.  Aarau, Kiff

Casper: Melancholie im Goldregen

Casper
Support: Drangsal
Muffathalle, München, 30. September 2016

Man wüßte schon mal gern, was der Junge hat. Woran es liegt, dass ihm vom ersten Takt an eine vollgestopfte, überhitzte Halle zu Füßen liegt, bis in die letzte Reihe seinen Anweisungen folgt und das alles aussieht wie ein Heimspiel. Ist natürlich keins – Casper kommt aus der ostwestfälischen Provinz, wo Bielefeld so etwas wie die nächste Großstadt ist. Und auch sonst: Blasser, schlacksiger Körper, immer etwas fertig, etwas abgekämpft, die Stimme eher ein kehliges Krächzen als Gesang. Und dennoch wird er geliebt wie kaum ein zweiter, hängt ihm ein enthusiastisches Publikum an den Lippen, wenn er sich durch seine Songs rappt, bellt, schreit. Songs, die auch vom Leben in ebenjener Provinz, dem „Hinterland“, handeln und sie in warmem, aber trübem Glanz erscheinen lassen. Vielleicht ist es das, was die Leute mögen, daß da einer ist, der sich nicht schämt, wenn er von seiner Heimat erzählt, sei sie noch so trist, der immer noch so wirkt, als wäre er ein Stück weit da geblieben, dem unverstellte Ehrlichkeit über die Attitüde geht. Man nimmt ihm ab, was er auf die Bühne bringt, auch wenn es mittlerweile viel größer ist als er selbst.

Der Charme tut dann ein Übriges. Anderen in seiner Branche wird schnell als kalkuliertes Understatement ausgelegt, wenn sie sich zu oft und zu höflich für den Applaus bedanken, derlei Rangekumpel ist gerade im beinharten Hip-Hop-Geschäft nicht unbedingt üblich – Casper kokettiert sogar damit, daß sein Management leere Hallen angesichts des verspäteten neuen Albums befürchtet hatte. Und bekommt selbst dafür wohlwollenden Applaus. Der freundliche Typ da oben ist zudem ein hoffnungsloser Romantiker, einer, der Melancholie in Versalien schreibt und dem eine zauberhafte Melodie nicht peinlich ist. Der sich lieber einmal mehr für eine innige Umarmung, also den eingängigen Refrain, entscheidet als mit verkniffner Mine den Bösen zu spielen und seinen Gegenüber zu verschrecken. Irgendwie bildet man sich ein, er wäre auch für Coldplay (hüstel…) nicht zu cool, wenn die denn noch von dieser Welt wären und nicht schon in ihrer eigenen Galaxie schweben würden – das Glitzern und Funkeln ihrer alten Hymnen dürften ihm wohl gefallen.

Sein Set ist nicht weniger beeindruckend und ein Textheft braucht an diesem Abend offenkundig keiner. Weil es mit der Vorstellung der neuen Platte noch etwas dauert, gibt es von „Lang lebe der Tod“ nur wenig zu hören – den Titelsong natürlich, dazu „Velroll“ und die Ballade „Zehn (Einfach untergehen im Applaus)“, der große und schöne Rest stammt überwiegend von den beiden bisherigen Alben „XOXO“ und „Hinterland“. Eine Setlist, die es im Frühjahr ’17, wenn die großen Hallen kommen, so wohl nicht mehr geben wird, denn hier, so sagt er, sei einiges zum ersten, aber auch vieles zum letzten Mal dabei. „Kreis“ zum Beispiel oder „Hin zur Sonne“, „Mittelfinger hoch“ kommt mit witzigem Bilderbuch-Intro – die Halle ist seelig und tobt. Und hüpft wie gewünscht. Gefeiert wird der perfekte Moment und der dauert an diesem Abend samt Goldregen und echten Feuerzeugen ganze zwei Stunden. Ganz schön okay also. Am Schluß hat er – abgedroschener Casper-Witz – doch gelogen, denn nicht nur alles andere, sondern auch die Musik endet. Ist aber nicht schlimm, er kommt ja bald wieder.

23.02.  Erfurt, Messehalle
24.02.  Münster, Halle Münsterland
25.02.  Hannover, Swiss Life Hall
28.02.  München, Zenith
03.03.  Zürich, Eventpark
08.03.  Hamburg, Sporthalle
10.03.  Dortmund, Westfalenhalle
11.03.  Würzburg, S. Oliver Arena
12.03.  Wien, Stadthalle
15.03.  Stuttgart, Schleyer-Halle
17.03.  Bremen, ÖVB-Arena
18.03.  Leipzig, Arena
28.03.  Frankfurt am Main, Festhalle
30.03.  Berlin, Max-Schmeling-Halle

Freitag, 30. September 2016

Pixies: Aus Erfahrung gut

Pixies
„Head Carrier“
(Pixiesmusic)

Das sagt sich immer so leicht dahin – „Die klingen wie in ihren ersten Tagen“. Dreißig Jahre sind die Pixies mit Unterbrechungen nun auf den Beinen, zumindest die Männer im Bunde haben mittlerweile mehr oder weniger deutlich die Fünfzig gerissen und allein schon deshalb darf man das Verdienst nicht zu gering schätzen, daß sich auch jetzt kaum musikalische Abnutzungserscheinungen heraushören lassen. Das aktuelle Album, ihr sechstes, wenn wir richtig zählen, kommt ja diesmal wieder am Stück, nachdem man für den Vorgänger „Indy Cindy“ noch die einzelnen EP zusammensuchen mußte. Und es kommt mit Macht. Der Vorteil hohen Alters ist ja bekanntlich das, was man (für unsere Kleinen zum Buchstabieren) Erfahrungswerte nennt. Was wiederum der Fehlervermeidung dient. Mach es also besser kurz, mach es laut, mach es schnörkellos, kein Song kratzt die Vierminuten-Marke. Alles beherzigt, Frank Black, David Lovering, Joey Santiago und erstmals auch am Bass Paz Lenchantin deklinieren für „Head Carrier“ den kompletten Pixies-Kosmos durch und man hört, weiß Gott, daß das für sie immer noch ein Riesengaudi ist.

Alles dabei demnach. Die kunstvoll zerrissenen Melodien, die einem das Herz in zwei Hälften teilen können, der Sehnsuchtskrach, das entfesselte Geschrei, die wunderbaren Albernheiten, und und und. Mit „Talent“ ein Song, der sich so locker wegrockt wie selten etwas, ein herrlich schiefes „Oona“, mit „Classic Masher“ und „Bel Esprit“ auch Stücke, mit denen sich die Band auf angenehme Weise den verblichenen Go-Betweens nähert. Und natürlich und zu allererst: „All I Think About Now“. Es ist ja schon herzallerliebst, daß Black offenbar festgelegt hat, ab jetzt werden auch wieder diese bezaubernden Duette geträllert, für die früher natürlich Kim Deal halberweise zuständig war und die in keinem Best-Of-Set fehlen durften. Und Lenchantin macht das ganz und gar unprätentiös und bestmöglich gut. Daß aber der Banddiktator höchstselbst bestimmt hat, sie müsse auch noch seine rührende Entschuldigungsode an die ehemalige Freundin singen, ist ein so starkes wie witziges Stück.

“I try to think about tomorrow, but I always think about the past, about the things that didn’t last, if I could go to the beginning, then for sure I would be another way, make it better for today, if I could go to the beginning, I would be another way, make it better for today, remember when we were happy?” – schon beim Hinschreiben bekommt man feuchte Augen und ist ehrlich geplättet. Kann schon sein, daß ihn ein übermäßig schlechtes Gewissen sehr spät dazu getrieben hat (recht so), vielleicht meint er’s auch gar nicht ernst und lacht sich über die Welle im Netz zum Kringel (geschenkt), es klingt einfach zu schön um falsch zu sein. Dazu noch dieses Riff, von dem man zunächst glaubt, sie hätten sich selbst zitiert, um dann nach einigem Stöbern darauf zu stoßen, daß es doch bei Interpol und „Rest My Chemistry“ geklaut und nur beschleunigt ist (die es aber dann doch vorher bei „Where Is My Mind?“ ausgeliehen hatten…) – Lieblingslied jedenfalls, ohne Abstriche. Und auch wenn’s in der Summe kein „Doolittle“ geworden ist (und auch nicht werden kann), es bleibt dabei: Good to have you here! http://www.pixiesmusic.com/

16.11.  Wien, Gasometer
24.11.  Köln, Palladium

Robbie Williams: Ultimate Fighting [Update]

Okay, das nehmen wir jetzt einfach mal so mit, weil er immer noch einen gut hat: Robbie Williams, etwas in die Jahre gekommene Rampensau und offensichtlich unkaputtbar, hat für den 4. November sein neues Album "Heavy Entertainment Show" angekündigt. Der letzte offizielle Eintrag in Sachen Album ist auch schon wieder drei Jahre her, da nämlich erschien "Swings Both Ways" - Guy Chambers, Rufus Wainwright, es war beileibe kein schlechtes. Ob das für's neue auch gilt, wird sich weisen, neben den beiden Genannten sind diesmal auch Stuart Price, Brandon Flowers und Ed Sheeran mit dabei. Einen ersten Teaser gibt's schon mal - mehr dann vielleicht später.

Update: Und hier zum Wochenende noch schnell hinterher das aktuelle Video zu "Party Like A Russian".







Faith No More: Nachdreher

Knappe achtzehn Jahre hatte es kein neues Album von Faith No More gegeben und viel Hoffnung bestand schon deshalb nicht, weil Mike Patton mit seinen Nebenprojekten (Mr. Bungle, Fantômas, Tomahawk, Peeping Tom, The Moonchild Trio, etc.) mehr als ausgelastet schien. Dann aber kam "Sol Invictus" und alles war wieder gut. Gerade sind die Deluxeausgaben der beiden früheren Werke "King Of A Day ... Fool For A Lifetime" und "Album Of The Year" erschienen, da liefern die Herren auch noch ein aktuelles Video zum Song "Cone Of Shame" nach, Regie führte Goce Cvetanovski.

Donnerstag, 29. September 2016

Bildbuch: Schockfolgen [Update]

Da darf man auch mal ganz platt und laut "Leiwand!" rufen: Bilderbuch haben eine neue Single samt Video fertig, "Sweetlove", so wird allseits vermutet, weist auf ein neues Album, den Nachfolger des grandiosen "Schick Schock", hin. Mehr ist noch nicht zu haben.

Update: Endlich alle Lifetermine (haha) komplett, auch der VÖ-Termin für das neue Album "Magic Life" steht schon - 17. Februar ist's soweit.

27.03.  Offenbach, Capitol
28.03.  Köln, Paladium
29.03.  Berlin, Columbiahalle
30.03.  München, Zenith
31.03.  Leipzig, Haus Auensee
02.04.  Stuttgart, Im Wizemann
03.04.  Hamburg, Docks



Mittwoch, 28. September 2016

Merchandise: Nicht üblich

Merchandise
„A Corpse Wired For Sound“

(4AD)

Na aus denen werde mal einer schlau: Merchandise haben in ihrer Karriere schon ziemlich viele Stile ausprobiert – Wankelmütigkeit sagen die einen, Wagemut die anderen. Für die Fans des Trios aus Tampa, Florida, ist das jedenfalls eine gehörige Herausforderung. Als Punkband gestartet, fanden sie für ihr Album “Children Of Desire” Gefallen an der Überlänge, für den Nachfolger “Total Nite” sollte es dann Psychrock sein und wieder eine Platte später (“After The End”) setzten sie plötzlich auf den gefälligen Breitwandsound der 90er und ernteten dafür wider Erwarten ordentlich Beifall. Nun, beim aktuellen “A Corpse Wired For Sound” ist kein nochmaliger Komplettschwenk zu erwarten, Carson Cox und Kollegen versuchen sich vielmehr an einer Mischung aus allem, was bisher angerissen wurde. Wer einen Anhaltspunkt sucht, findet ihn möglicherweise bei Wayne Hussey und seiner fast vergessenen Gothrocktruppe The Mission – ähnlich wie die Briten haben Merchandise den dick und dunkel stampfenden Bombast der Endachtziger auf’s Schild gehoben, auch wenn sie in Sachen Instrumentierung etwas abwechslungsreicher zu Werke gehen. Das meint, zu den schwelgerischen Hooklines werden interessante, vertrackte Synthpassagen gepackt, somit kommen die Stücke in der Regel nicht allzu breitbeinig rüber, auch Cox’ waviger Gesang tut ein Übriges, den Stücken einen gewissen Reiz ververpassen. An der einen oder anderen Stelle dröhnt und wummert es dennoch allzu wuchtig (“Silence”, haha), da wäre dann etwas weniger deutlich mehr gewesen, und auch auf manch schlieriges Gitarrenriff (“Lonesome Sound”) hätte man gern verzichtet. Unterm Strich trotzdem erheblich besser gelungen als der Vorgänger und – ja, eben: mutig.

28.10.  Bielefeld, Nr. z. P.
29.10.  Leipzig, Westwerk
30.10.  Berlin, Tiefgrund
11.11.  Bern, Rossli

Pumarosa: Mit Zugabe [Update]

Heute - London calling: Pumarosa, das hoffnungsvolle Quintett aus der britischen Hauptstadt, haben mit "Honey" einen neuen Track online gestellt und gleich ein paar Konzerttermine dazugegeben, wer sie hören will, bekommt als Headliner noch die Glass Animals dazu - ist doch auch was. Hier auch noch mal der Hinweis auf die bisherigen Singles "Priestess" und "Cecile".

05.11.  Hamburg, Mojo
07.11.  Berlin, Columbia Theater
10.11.  Wien, WUK
12.11.  Zürich, Plaza

Update: Und hier ist das aktuelle Lyric-Video zu "Honey".



Sparrows: Mach es locker

Wer es lieber mal locker haben möchte, ist bei Sparrows aus Sydney genau an der richtigen Adresse: Vor knapp einem Jahr überraschte die bezaubernde australische Sängerin mit ihrem Song "On Your Own", nun legt sie das Video zu "Get To Know You" nach - LoFi zum Mitwippen, maximal entspannt, gedreht von Nick McKinlay und einer Reihe von tiermaskenbewährten Schauspielern.



Dienstag, 27. September 2016

Muuy Biien: Ästhetik ist alles

Sie mögen es offensichtlich grobkörnig und kontrastreich. Und elektrisch natürlich. Muuy Biien kommen aus Athens, Georgia und waren ursprünglich ein Ambientprojekt ihres Sängers Joshua Evans. Mittlerweile und mehrere Alben und EPs später ist daraus ein ziemlich lautes, dreckiges Stück Bastard-Rock geworden, aus dem die 70er und 80er zu gleichen Teilen durchschimmern. Am 28. Oktober erscheint nun ihre nächste Platte "Age Of Uncertainty" via Autumn Tone und wir haben gleich drei Stücke davon zum Probieren parat - "Another Chore" als fahrigen Tourclip und "Mara" plus das aktuelle "Bitter Blessings" im Stream.


Kagoule: Trostpflaster [Update]

Eigentlich sollten Kagoule heute in Köln und morgen in München spielen, die Konzerte mussten leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden - produktionstechnische Gründe, sagt man. Wenn dahinter die neue Platte steckt, dann ist das wenigstens ein ganz kleiner Trost, denn man hätte die drei natürlich gern auf der Bühne gesehen. So also kommt morgen zunächst die neue Single "Magnified" in den Handel, das mutmaßlich gleichnamige Album ist dann wohl auch bald on it's way, Informationen dazu sobald zu haben.

Update: Das komplette Video zu "Magnified" gibt es nun bei Vevo zur Ansicht.

Mittekill: Selbstmontage

Ach schön, die schon wieder, paßt eh: Mittekill aus Berlin, Projekt von Friedrich Greiling, kommen mit einem neuen Album für die dringend anstehende Horizonterweiterung. Obwohl, die, denen's gut täte, geht's ohnehin hintenrum vorbei und am Ende hören's doch immer wieder die gleichen. Egal. "Die montierte Gesellschaft" wird am 25. November bei Weltgast Music erscheinen und für die erste Ahnung der Tragweite hier schon mal Titel Nummer 1 "Herbsttag".

25.11.  Berlin, Kantine am Berghain
15.12.  Hamburg, MS Stubnitz
17.12.  Köln, Stereo Wonderland

New Order: Boombox

Irgendwer hier noch mit den schönen Erinnerungen an den Film "Beatstreet" von Stan Lathan aus dem Jahr 1984? War damals ein Straßenfeger - zumindest im Osten Deutschlands - warum ausgerechnet dort, weiß eigentlich keiner so genau. Wer sich das Video zur aktuellen Single "People Of The High Line" von New Order anschaut, wird da sicher ein paar Querverbindungen entdecken, vielleicht fällt jemandem auch noch "Fame" ein ... Schöne Zeit, damals.

Montag, 26. September 2016

Few Bits: Funkenflug

Neues von der Band mit dem schlecht gelaunten Kind: Bald kommt ihr neues Album "Big Sparks" und von diesem spendieren die belgischen Few Bits heute den Titelsong, nachdem wir hier schon "Summer Sun", "Anyone Else" und "Sweet Warrior" präsentieren durften.

Jez Dior: Aus dem Schatten

Jez Dior
„YOUTHanasia“

(Steel Wool)

Es ist wohl nicht mehr nur der Vater, der ihn umtreibt. Zumindest nicht musikalisch. Jez hat sich am langen Schatten von Steve Dior die letzten Jahre ausgiebig abgearbeitet – des früheren Punksängers (The London Cowboys, The Idols) Drogensucht, sein Tod, der damit verbundenen Schmerz, all das hat das Leben des Sohnes verändert und seine Musik maßgeblich beeinflußt. Daß mit „YOUTHanasia“ einiges anders geworden ist, läßt sich leicht hören – vorbei der krude Stilmix aus Grungegitarren und biggest beats, mit dem der Junge noch im vergangenen Jahr seine EP „The Funeral“ bestückte und so für einiges Aufsehen sorgte. Die neue EP dagegen kommt als Mischung aus trippigen, verschleppten Beats und gerappten Passagen daher (also so in etwa The XX meets Eminem), mehr noch, Dior versucht sich neben schmachtendem Croonen („Loved You First“) auch am erstaunlich lockeren Popsong („Forever“). Inwieweit das denen gefallen wird, die ihn gerade für seinen verschrobenen Sound ins Herz geschlossen hatten, bleibt abzuwarten, mutig ist es allemal und dabei gar nicht so schlecht anzuhören. Und mal ehrlich, wer wollte schon auf ewig die eigene Enttäuschung kultivieren, wenn es noch so vieles mehr zu entdecken und auszuprobieren gilt.

05.10.  Köln, Yuca
06.10.  Hamburg, Molotow
14.10.  Berlin, Be Nuu
16.10.  München, Ampere
17.10.  Wien, Grelle Forelle
18.10.  Zürich, Exil

Sonntag, 25. September 2016

Fear Of Men: Im Künstlergarten

Den Clip wenigstens gilt es noch nachzureichen, bevor die neue Woche startet: Fear Of Men waren in diesem Jahr mit ihrem Album "Fall Forever" zu Recht im Gespräch, aus diesem folgt nun noch der Clip zu "Sane", Regie führten Rosie Carr und Lucy Jones und nehmen uns dabei mit den reichlich geheimnisvollen Garten der Bildhauerin Judy Wiseman im Norden Londons.