Dienstag, 12. November 2013
Fettes Brot: Wackelbilder
Rumschreien, zutexten, anlabern, wer sich mit Fettes Brot im Hamburger "Nachthafen" auf Sauftour begibt, der muss schon einiges aushalten - das Video zu "Wackelige Angelegenheit", der nächsten Auskopplung aus dem fabelhaften Album "3 is ne Party" kommt tatsächlich ziemlich chaotisch daher. Auch wenn's ziemlich eng und laut war, Jever und Astra werden sich über ein paar schicke Einblendungen freuen - die komplette Sause hier bei Halt die Fresse auf AggroTV.
Gregor McEwan: Liebe und Lärm
Eigentlich heißt der Junge ja Hagen Siems, aber weil das nicht so viel hermacht, nennt er sich Gregor McEwan, also quasi der Com Truise der Musikbranche - nun ja. Auch beim Titel seines nunmehr zweiten Albums war man nicht kleinlich, "Much Ado About Loving" wird in Kürze erscheinen und mit "Oh Daddy" gibt es bei Soundcloud schon mal den ersten Song - melancholischer und elektrisch verstärkter Songwriterpop aus der Hauptstadt und auch bald in Deutschland unterwegs.
08.01. Münster, Teilchen & Beschleuniger
09.01. Hagen, Kulturzentrum Pelmke (Pelmke Noir)
10.01. Essen, Weststadthalle
11.01. Aachen, Raststätte
12.01. Krefeld, Blauer Engel
17.01. Friedrichshafen, Caserne
18.01. Lindau, Großstadt
19.01. Fürth, Kofferfabrik...
... mehr Termine und ältere Songs unter www.gregormcewan.com
08.01. Münster, Teilchen & Beschleuniger
09.01. Hagen, Kulturzentrum Pelmke (Pelmke Noir)
10.01. Essen, Weststadthalle
11.01. Aachen, Raststätte
12.01. Krefeld, Blauer Engel
17.01. Friedrichshafen, Caserne
18.01. Lindau, Großstadt
19.01. Fürth, Kofferfabrik...
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Metronomy: Auf leisen Sohlen
Wie gewohnt auf sehr leisen Sohlen kommen Metronomy daher: Das Trio aus England hat gerade den Nachfolger für sein letztes Album "The English Riviera" (2011) angekündigt, "Love Letters" soll es heißen und daraus gibt es nun auf Soundcloud mit "I'm Aquarius" schon den ersten Track zu hören.
Montag, 11. November 2013
Kele Okereke: Housemeister
Da war wahrscheinlich wieder mal etwas Abwechslung nötig: Kele Okereke, bei gutem Binnenklima als Sänger der britischen Bloc Party tätig, hat einen erneuten Soloausflug unternommen. Nach "The Boxer" und "The Hunter" ist nun Anfang Dezember die 4-Track-EP "Heartbreaker" (via Crosstownrebels) an der Reihe - und dem Titeltrack nach zu urteilen hat der Mann (hier zusammen mit der Londoner Sängerin Bobbie Gordon) einmal mehr Gefallen am House gefunden - zu hören bei Pitchfork.
Morrissey: Liebeserklärung
Sie könnten auf den ersten Blick gegensätzlicher nicht sein, in puncto Eigensinn und Charisma dürften Lou Reed und Morrissey allerdings auf einer Wellenlänge gelegen haben. Aus Anlass der Veröffentlichung seiner bislang so erfolgreichen Autobiografie in den USA als Audiobook (also quasi eine Audiobiografie) wird Morrissey eine Liveversion des Reed-Klassikers "Satellite Of Love" in digitaler und physischer Form herausbringen. Nachfolgend eine Kostprobe von Youtube aus Las Vegas (2011), gefunden bei CoS.
Jake Bugg: Kann warten
Jake Bugg
„Shangri La“
(Virgin)
Gleich vorweg: An der Stimme hat sich nichts geändert, sie hat noch immer diesen leicht enervierenden, nasalen Klang. Die gute Nachricht ist, dass es das mit den schlechten Nachrichten schon war. Und bei allem Respekt, obschon zwei fabelhafte Platten aus Jake Bugg noch lange keinen neuen Dylan machen, auch His Bobness ist nicht gerade durch seinen bestechenden und zauberhaften Gesang verhaltenesauffällig geworden – es war wohl eher der Mut, einige Traditionen seiner Zeit auf links zu wenden und mit Sicherheit die Güte seiner Songs, die ihm Anerkennung und Respekt verschafften. Mut wiederum ist keine Eigenschaft, die Bugg im Überfluss braucht, denn wie schon sein selbstbetiteltes Debüt aus dem vergangenen Jahr enthält “Shangri La” jede Menge erstklassiger Stücke, mit denen sich der Erfolg des Einstands mühelos wiederholen lassen dürfte.
Gleich mehrere Personalien sprechen für diese Vermutung: Den Produzentenjob hat der knapp Zwanzigjährige mit Rick “Nummer sicher” Rubin besetzt, auch Ian Archer, der ihm schon die Handvoll Hits des Erstlings auf den Leib schrieb, ist wieder mit von der Partie, außerdem durfte sich Bugg über jede Menge prominente Unterstützung wie Peppers-Drummer Chad Smith, Jason Lader (The Mars Volta), Matt Sweeney und Pete Thomas freuen, letzterer schwang immerhin schon für Elvis Costello und Tom Waits die Stöcke. Das Ergebnis kann sich hören lassen – ein prächtiges Dreierpack aus schnörkellosem Rock’n Roll zählt das Album ein, inklusive der ersten Single “What Doesn’t Kill You”. Und auch wenn die Drehzahl gedrosselt wird, verlieren die Songs nichts von ihrem Reiz, “Me And You”, “Song About Love” und der Powerrock von “Simple Pleasures” erinnern angenehm an die Großtaten von Ryan Adams.
Ein Beatles-Song wie “Two Fingers” ist zwar diesmal nicht dabei, dafür (s.o.) der obligatorische Bob Dylan (“Storm Passes Away”), bei “All Your Reasons” grüßt der elektrische Blues von Neil Young zwischen den Akkorden und das knapp fünfminütige “Kitchen Table” glänzt mit einer entspannten Mischung aus Jazz und Psychrock. Ob er in diesem Jahr für den Mercury Prize vielleicht doch noch zu jung war oder man sich hier lieber mit dem verkopfteren Stilisten James Blake schmücken wollte – Jake Bugg wird, wenn ihm nicht die Luft ausgeht, noch genügend Gelegeheit haben, sein Talent in Verkaufszahlen und die entsprechenden Auszeichnungen umzumünzen. Einen Ritterschlag hat er ja, wie man häufig lesen konnte, schon bekommen, Noel Gallagher nannte ihn “the future of music” – wer sich davon überzeugen möchte, darf sich den Jungen aus Nottingham bald wieder auf deutschen Bühnen ansehen. http://jakebugg.com/
19.11. Berlin, Huxley’s Neue Welt
24.11. Köln, Live Music Hall
29.11. Hamburg, Grosse Freiheit
03.12. München, Muffathalle
05.12. Wien, Gasometer
06.12. Zürich, Harterei
„Shangri La“
(Virgin)
Gleich vorweg: An der Stimme hat sich nichts geändert, sie hat noch immer diesen leicht enervierenden, nasalen Klang. Die gute Nachricht ist, dass es das mit den schlechten Nachrichten schon war. Und bei allem Respekt, obschon zwei fabelhafte Platten aus Jake Bugg noch lange keinen neuen Dylan machen, auch His Bobness ist nicht gerade durch seinen bestechenden und zauberhaften Gesang verhaltenesauffällig geworden – es war wohl eher der Mut, einige Traditionen seiner Zeit auf links zu wenden und mit Sicherheit die Güte seiner Songs, die ihm Anerkennung und Respekt verschafften. Mut wiederum ist keine Eigenschaft, die Bugg im Überfluss braucht, denn wie schon sein selbstbetiteltes Debüt aus dem vergangenen Jahr enthält “Shangri La” jede Menge erstklassiger Stücke, mit denen sich der Erfolg des Einstands mühelos wiederholen lassen dürfte.
Gleich mehrere Personalien sprechen für diese Vermutung: Den Produzentenjob hat der knapp Zwanzigjährige mit Rick “Nummer sicher” Rubin besetzt, auch Ian Archer, der ihm schon die Handvoll Hits des Erstlings auf den Leib schrieb, ist wieder mit von der Partie, außerdem durfte sich Bugg über jede Menge prominente Unterstützung wie Peppers-Drummer Chad Smith, Jason Lader (The Mars Volta), Matt Sweeney und Pete Thomas freuen, letzterer schwang immerhin schon für Elvis Costello und Tom Waits die Stöcke. Das Ergebnis kann sich hören lassen – ein prächtiges Dreierpack aus schnörkellosem Rock’n Roll zählt das Album ein, inklusive der ersten Single “What Doesn’t Kill You”. Und auch wenn die Drehzahl gedrosselt wird, verlieren die Songs nichts von ihrem Reiz, “Me And You”, “Song About Love” und der Powerrock von “Simple Pleasures” erinnern angenehm an die Großtaten von Ryan Adams.
Ein Beatles-Song wie “Two Fingers” ist zwar diesmal nicht dabei, dafür (s.o.) der obligatorische Bob Dylan (“Storm Passes Away”), bei “All Your Reasons” grüßt der elektrische Blues von Neil Young zwischen den Akkorden und das knapp fünfminütige “Kitchen Table” glänzt mit einer entspannten Mischung aus Jazz und Psychrock. Ob er in diesem Jahr für den Mercury Prize vielleicht doch noch zu jung war oder man sich hier lieber mit dem verkopfteren Stilisten James Blake schmücken wollte – Jake Bugg wird, wenn ihm nicht die Luft ausgeht, noch genügend Gelegeheit haben, sein Talent in Verkaufszahlen und die entsprechenden Auszeichnungen umzumünzen. Einen Ritterschlag hat er ja, wie man häufig lesen konnte, schon bekommen, Noel Gallagher nannte ihn “the future of music” – wer sich davon überzeugen möchte, darf sich den Jungen aus Nottingham bald wieder auf deutschen Bühnen ansehen. http://jakebugg.com/
19.11. Berlin, Huxley’s Neue Welt
24.11. Köln, Live Music Hall
29.11. Hamburg, Grosse Freiheit
03.12. München, Muffathalle
05.12. Wien, Gasometer
06.12. Zürich, Harterei
Sonntag, 10. November 2013
Miraculous Mule: White men's blues
Miraculous Mule
„Deep Fried“
(Bronze Rat)
Spätestens mit den ersten Tagen des heiligen Jon Spencer hat sich das Bild des weißen Blues doch gehörig gewandelt, vorbei die Zeiten der verwilderten, blassgesichtigen Wanderprediger, die eher dem Folk verfangen waren – hier kamen Punk, Rockabilly und Soul mit in den Topf und die Suppe schmeckte deshalb nicht schlechter. Mittlerweile existieren mannigfaltige Spielarten und Subgenres, Kapellen wie 16 Horsepower, Wovlot, Claw Boys Claw und Woven Hand bis hin zu Jack White’s Lieblingsspielzeug The Death Weather bereichern die Szenerie, selbst Depeche Mode oder Marilyn Manson sind ohne Blues nicht mehr zu denken – schwere Zeit für Puristen. Michael Sheehy, Pat McCarthy und Ian Burns nun spielten früher etwas, was sich „gothic American roots“ nannte, bevor sie diese einzigartige, explosive Mischung aus Rock’n Roll, Bluegrass, Psychobilly und Soul für sich entdeckten. Dabei hat sich ihr Sound von den traditionellen Wurzeln gar nicht so weit entfernt, auf dem Debüt „Deep Fried“ findet sich mit „I Just Can’t Keep From Crying“ ein Song, der eher an klassischen Gospel erinnert, Stücke wie „Run Out“ oder „Early In The Mornin‘“ ließen sich ohne weiteres um einige Jahrzehnte zurückdatieren. Dagegen steht allerdings ihr kantiger, smarter Auftritt, schwarze Gewänder, ernste Blicke, zum „Dangerous Blues“ trägt man gern mal furchterregende Wrestlermasken, keine Klischees, mehr Stil heißt die Devise. Nicht nur der Killertrack „Satisfied“ läßt vermuten, dass die Herren live noch mehr Biss haben müssen – der Sound schreit förmlich nach einer anständig verschwitzten Moshpit. Ach übrigens: Kahlköpfige Frauen sollten sich den Konzertbesuch besser sparen, die mögen die drei nämlich ebensowenig wie Zucker im Kaffee („Bal‘ Headed Woman“) – klare Ansage, immerhin. Also: Fair enough.
„Deep Fried“
(Bronze Rat)
Spätestens mit den ersten Tagen des heiligen Jon Spencer hat sich das Bild des weißen Blues doch gehörig gewandelt, vorbei die Zeiten der verwilderten, blassgesichtigen Wanderprediger, die eher dem Folk verfangen waren – hier kamen Punk, Rockabilly und Soul mit in den Topf und die Suppe schmeckte deshalb nicht schlechter. Mittlerweile existieren mannigfaltige Spielarten und Subgenres, Kapellen wie 16 Horsepower, Wovlot, Claw Boys Claw und Woven Hand bis hin zu Jack White’s Lieblingsspielzeug The Death Weather bereichern die Szenerie, selbst Depeche Mode oder Marilyn Manson sind ohne Blues nicht mehr zu denken – schwere Zeit für Puristen. Michael Sheehy, Pat McCarthy und Ian Burns nun spielten früher etwas, was sich „gothic American roots“ nannte, bevor sie diese einzigartige, explosive Mischung aus Rock’n Roll, Bluegrass, Psychobilly und Soul für sich entdeckten. Dabei hat sich ihr Sound von den traditionellen Wurzeln gar nicht so weit entfernt, auf dem Debüt „Deep Fried“ findet sich mit „I Just Can’t Keep From Crying“ ein Song, der eher an klassischen Gospel erinnert, Stücke wie „Run Out“ oder „Early In The Mornin‘“ ließen sich ohne weiteres um einige Jahrzehnte zurückdatieren. Dagegen steht allerdings ihr kantiger, smarter Auftritt, schwarze Gewänder, ernste Blicke, zum „Dangerous Blues“ trägt man gern mal furchterregende Wrestlermasken, keine Klischees, mehr Stil heißt die Devise. Nicht nur der Killertrack „Satisfied“ läßt vermuten, dass die Herren live noch mehr Biss haben müssen – der Sound schreit förmlich nach einer anständig verschwitzten Moshpit. Ach übrigens: Kahlköpfige Frauen sollten sich den Konzertbesuch besser sparen, die mögen die drei nämlich ebensowenig wie Zucker im Kaffee („Bal‘ Headed Woman“) – klare Ansage, immerhin. Also: Fair enough.
Putins Prügelknaben: Schrei nach Liebe
Ganz offensichtlich besteht auch bei den Sicherheitsorganen des postsowjetischen Staatsapparates ein großes Bedürfnis nach Glückseligkeit, man will nicht nur wahrgenommen werden als gewalttätige Befehlsempfänger, die tagaus, tagein nichts anderes zu tun haben als Nationalisten zu eskortieren, rebellische Frauen mit Strickmasken zu verhaften und Homosexuelle zu drangsalieren. Die Ärzte würden es einen "Schrei nach Liebe" nennen, die russische Polizei intoniert ihre ganz eigene Version von Daft Punks "Get Lucky" (via CoS) - irritierend, oder?
Samstag, 9. November 2013
Chvrches vs. Tourist: Vertrauenswürdig
Auch die Remixkultur ist in den vergangenen Jahren zusehends in die Binsen gegangen - handwerklich fragwürdige bis grottenschlechte Beispiele finden sich zu Hauf im Netz und die Feststellung, das Allzeithoch des House habe entscheidenden Anteil daran, trügt sicher nicht. Schön deshalb, wenn sich ab und an mal ein positives Beispiel findet: Die schottischen Chvrches haben dem Londoner DJ Tourist ihr Stück "Lies" anvertraut und damit sicher keinen Fehler gemacht - auch Haim ("The Wire") oder Sharon van Etten ("We Are Fine") hatten ähnlichen Erfolg mit dieser Wahl - hier bei Soundcloud.
Freitag, 8. November 2013
Weekend: Nachtflug
Der Protagonist taumelt durch's Bild und einem selbst wird bei anhaltender Betrachtung des Clips auch etwas schwummrig: Wie Kevin Johnson und Shaun Durkan das Video zum Song "Rosaries" von Weekend aus San Francisco aufgenommen haben, bleibt ihr Geheimnis (sind denn Drohnen in Brooklyn überhaupt erlaubt?), zum psychedelischen Sound des Quartetts gibt es jedenfalls ein paar sehr deprimierende Bilder zu sehen. Die Platte zum Lied mit dem Titel "Jinx" ist übrigens im Sommer via Slumberland erschienen.
Beady Eye: Fremdgehen
Na was ist denn das, wer wird denn da fremdgehen? Beady Eye haben gestern Abend in Dublin ein Konzert gegeben und den Kollegen Ben Archer wieder auf der Bühne begrüßen dürfen - zur Feier des Tages spielten die ausgewiesenen Beatles-Fans einen (oder den?) Song der Stones und nicht nur Mapambulo meint, dass sie den wohl besten erwischt haben - bitte sehr: "Gimme Shelter" at the Olympia/Dublin.
Donnerstag, 7. November 2013
SixToes feat. Dave Gahan: Extended SlowMo
Es muss sich um bisher unentdeckte Bilder der legendären Schlacht um Ravenscourt Park, eine Londoner U-Bahn-Station, handeln: Six Toes, das Folkrock-Ensemble, dass gerade von sich Reden machte, weil es mit Dave Gahan, Leadsänger von Depeche Mode, den Song "Low Guns" einspielte, hat nun zu diesem Stück von Regisseur Henry Cowling ein sehenswertes Video drehen lassen - ein sogenannter Extendet Shot (wie auch bei Massive Attacks "Unfinished Sympathy" oder "Wannabe" von den Spice Girls) - und wer weiß, wer lange genug hinschaut, wird vielleicht auch irgendwann Gahan selbst entdecken, hier bei Vimeo.
Anna Calvi: Licht und Schatten
Kontrastreiche Bilder liefert Anna Calvi für das Video ihres aktuellen Songs "Suddenly" - der ganz in schwarz/weiß gehaltene Clip stammt von Regisseurin Emma Nathan, die schon diverse Filme mit der Künstlerin aufgenommen hat, hier bei Dailymotion.
London Grammar: Kurzes Vergnügen
London Grammar
Atomic Café, München, 6. November 2013
Noch vor vier Jahren spielten The XX, die Band also, deren Sound dem von London Grammar am nächsten kommt, in den ähnlich großen Räumen des 59:1, allerdings konnte damals das Publikum dank ausreichender Beinfreiheit noch etwas entspannter mitwippen. Das nun war im restlos ausverkauften Atomic Café kaum mehr möglich – der Coolnessfaktor der von der Kritik bejubelten Band war schon komplett durchgeschlagen und so erwartete die drei Twens ein Club, vollgestopft mit neugierigem Szenepublikum, das endlich wissen wollte, ob der Hype, der um ihr erstes Album veranstaltet wurde, auch berechtigt ist. Passenderweise heißt das Debüt “If You Wait”, was man gern programmatisch verstehen durfte – warten musste man wirklich einige Zeit, ehe sich das Trio um Sängerin Hannah Reid mit verhuschtem Lächeln vor den Glitzervorhang traute.
Auch das kein Problem gewesen, wenn nicht die Deckenbeleuchtung nach einer knappen Stunde schon wieder angegangen wäre – ein sehr kurzes Vergnügen also. Dennoch: Der Umstand, dass das Publikum den meistenteils besinnlich-schummrigen, gedämpften Synthienummern derart gebannt lauschte, läßt auf gehörigen Respekt auf der einen und unstrittige Qualität auf der anderen Seite schließen. Geführt von der seltsam rauen und markanten Stimme Reids, wurden die bekanntesten Stücke wie “Sights”, “Wasting My Young Years”, “Metal & Dust” und “Strong” raumgreifend und anrührend in Szene gesetzt – die angestrengte Stirnfalte der Sängerin wich in den Pausen einem sympathischen Plauderton, der Keyboarder Dot Major gab sich als launiger Münchenliebhaber zu erkennen und selbst Gitarrist Dan Rothman ließ sich ab und an zu einem verstohlenen Lächeln hinreißen.
Es waren also nicht nur kurze, sondern auch kurzweilige sechzig Minuten – die Wahl zum Publikumsliebling (der Band) und ein kleines Geburtstagsständchen für den Tourmanager gaben dem Ganzen fast etwas familiäres, und wenn die drei da oben dann doch mal etwas schneller und lauter musizierten, so wurde das dankbar aufgenommen. Zum Abschied das zweite Cover des Abends, nach Kavinsky’s wunderbarem “Nightcall” aus dem Soundtrack zu “Drive” ein nicht minder gelungenes “Wicked Game” von Chris Isaak – einmal mehr erweisen sich London Grammar hier als geschmackssicher bei der Auswahl und versiert in der Umsetzung der Interpretation. Das Fazit ist schnell gezogen: Mit etwas mehr Material ließen sich die Konzerte schnell auf die handelsübliche Länge bringen, hätte dies dann noch die Güte des bisherigen – um so besser!
Atomic Café, München, 6. November 2013
Noch vor vier Jahren spielten The XX, die Band also, deren Sound dem von London Grammar am nächsten kommt, in den ähnlich großen Räumen des 59:1, allerdings konnte damals das Publikum dank ausreichender Beinfreiheit noch etwas entspannter mitwippen. Das nun war im restlos ausverkauften Atomic Café kaum mehr möglich – der Coolnessfaktor der von der Kritik bejubelten Band war schon komplett durchgeschlagen und so erwartete die drei Twens ein Club, vollgestopft mit neugierigem Szenepublikum, das endlich wissen wollte, ob der Hype, der um ihr erstes Album veranstaltet wurde, auch berechtigt ist. Passenderweise heißt das Debüt “If You Wait”, was man gern programmatisch verstehen durfte – warten musste man wirklich einige Zeit, ehe sich das Trio um Sängerin Hannah Reid mit verhuschtem Lächeln vor den Glitzervorhang traute.
Auch das kein Problem gewesen, wenn nicht die Deckenbeleuchtung nach einer knappen Stunde schon wieder angegangen wäre – ein sehr kurzes Vergnügen also. Dennoch: Der Umstand, dass das Publikum den meistenteils besinnlich-schummrigen, gedämpften Synthienummern derart gebannt lauschte, läßt auf gehörigen Respekt auf der einen und unstrittige Qualität auf der anderen Seite schließen. Geführt von der seltsam rauen und markanten Stimme Reids, wurden die bekanntesten Stücke wie “Sights”, “Wasting My Young Years”, “Metal & Dust” und “Strong” raumgreifend und anrührend in Szene gesetzt – die angestrengte Stirnfalte der Sängerin wich in den Pausen einem sympathischen Plauderton, der Keyboarder Dot Major gab sich als launiger Münchenliebhaber zu erkennen und selbst Gitarrist Dan Rothman ließ sich ab und an zu einem verstohlenen Lächeln hinreißen.
Es waren also nicht nur kurze, sondern auch kurzweilige sechzig Minuten – die Wahl zum Publikumsliebling (der Band) und ein kleines Geburtstagsständchen für den Tourmanager gaben dem Ganzen fast etwas familiäres, und wenn die drei da oben dann doch mal etwas schneller und lauter musizierten, so wurde das dankbar aufgenommen. Zum Abschied das zweite Cover des Abends, nach Kavinsky’s wunderbarem “Nightcall” aus dem Soundtrack zu “Drive” ein nicht minder gelungenes “Wicked Game” von Chris Isaak – einmal mehr erweisen sich London Grammar hier als geschmackssicher bei der Auswahl und versiert in der Umsetzung der Interpretation. Das Fazit ist schnell gezogen: Mit etwas mehr Material ließen sich die Konzerte schnell auf die handelsübliche Länge bringen, hätte dies dann noch die Güte des bisherigen – um so besser!
Shearwater: Freundschaftsdienste
Nicht wenige werden schon bei der eigentümlichen Verpackung hängen geblieben sein, aber auch der Inhalt lohnt die Aufmerksamkeit: Shearwater aus Texas haben eine ungewöhnliche Idee für ein Coveralbum in die Tat umgesetzt - Songs von Bands, die sie im Laufe ihres Bestehens auf Tourneen begleitet haben, wurden von ihnen neu aufgenommen, die ausgewählten Künstler durften auch selbst an der Platte mitarbeiten, allerdings nicht an dem Stück, welches von ihnen stammt. Verwirrend? Alles halb so schlimm. Mit dabei nun also u.a. Coldplay, St. Vincent, Clinic, Xiu Xiu und Sharon Van Etten. "Fucked Up Life" von The Baptist Generals gibt es mit Unterstützung von Clinic nun bei Soundcloud, ebenso "I Love The Valley OH!!" von Xiu Xiu.
Marteria: Bissiger Vorbote [Update]
Dunkel wummert's, düster ist der Text: Marteria hat einen Vorabtrack seines kommenden Album "Zum Glück in die Zukunft 2" fertig - "Bengalische Tiger" gibt es inklusive praktischer Sprühschablone auf seiner Website zu holen, die Tourdaten stehen schon hier.
06.03. Rostock, Stadthalle
07.03. Dresden, Alter Schlachthof
08.03. Magdeburg, Stadthalle
09.03. München, Tonhalle
11.03. Wien, Arena
12.03. Zürich, Komplex
14.03. Stuttgart, Porsche Arena
15.03. Frankfurt, Hugenottenhalle
16.03. Köln, Palladium
18.03. Hamburg, Sporthalle
10.04. Erfurt, Stadtgarten
11.04. Hannover, Capitol
12.04. Berlin, Max-Schmeling-Halle
Update: Jetzt auch mit Bildern...
06.03. Rostock, Stadthalle
07.03. Dresden, Alter Schlachthof
08.03. Magdeburg, Stadthalle
09.03. München, Tonhalle
11.03. Wien, Arena
12.03. Zürich, Komplex
14.03. Stuttgart, Porsche Arena
15.03. Frankfurt, Hugenottenhalle
16.03. Köln, Palladium
18.03. Hamburg, Sporthalle
10.04. Erfurt, Stadtgarten
11.04. Hannover, Capitol
12.04. Berlin, Max-Schmeling-Halle
Update: Jetzt auch mit Bildern...
Mittwoch, 6. November 2013
ClickClickDecker: Deutlicher geht's nicht
An Zweideutigkeit nicht zu überbieten, so sind sie halt: ClickClickDecker, also Kevin Hamann und Oliver Stangl, haben ihr neues Album fertig und nennen es mal eben "Ich glaube Dir gar nichts und irgendwie doch alles". Na, das kann ja was werden. Ende des Monats wird dann vom generalbevollmächtigten Label Audiolith eine erste Digitalsingle gereicht, die wiederum "Tierpark Neumünster" heißt und deshalb mit viel Spannung erwartet werden darf. Ach ja, eine Filmdoku gibt's auch noch, „Emmelsbüll und die letzten 12“ wird zeitgleich mit dem Longplayer erscheinen. Ansonsten - soll's auch ein bisschen Tour sein? Bitteschön:
13.02. Münster, Gleis 22
14.02. Oberhausen, Druckluft
15.02. Köln, Werkstatt
16.02. München, Feierwerk
17.02. Stuttgart, Keller
18.02. Wiesbaden, Schlachthof
19.02. Hannover, Lux
20.02. Kassel, Schlachthof
21.02. Leipzig, Elipamanoke
22.02. Dresden, Beatpol
23.02. Berlin, Roter Salon
26.02. Hamburg, Uebel & Gefährlich
27.02. Kiel, Hansa 48
28.02. Flensburg, Volksbad
01.03. Bremen, Tower
Snowbird: Leicht zerbrechlich
Derbes war bei der Paarung nun wirklich nicht zu erwarten: Simon Raymonde, einst Gitarrist und Bassist bei den wunderbaren Cocteau Twins und Sängerin Stephanie Dosen, schon in Lohn und Brot bei Massive Attack, Midlake und den Chemical Brothers, haben zusammen ein Projekt mit dem Namen Snowbird ins Leben gerufen. Ihr erstes Album wird nun im Januar 2014 unter dem Titel "Moon" via Bella Union erscheinen, daran mitgewirkt haben u.a. auch Ed O'Brien und Phil Selway von Radiohead und Midlake's Eric Pulido. Eine erste Kostprobe namens "Porcelain" kann bei Soundcloud vorgehört werden.
Minor Alps: Vorbeugende Maßnahme
Minor Alps
“Get There”
(Ye Olde Records)
Hier heißt es, Supergroup mal etwas kleiner zu denken: Matthew Caws, im Hauptberuf Sänger der New Yorker Band Nada Surf, und Juliana Hatfield haben sich für das Projekt Minor Alps zusammengetan und ganz so düster und schaurig, wie das Cover ihres Debüts vermuten läßt, ist die Platte dann doch nicht geworden. Im Stile der gefühlig beseelten Mann-Frau-Kapellen wie The Civil Wars oder Lightning Dust versuchen sich auch die Minor Alps an einer Mischung aus elektronisch verziertem Folk, traditionellem Americana-Sound und elegischen Countryballaden. Richtig gerockt wird auf “Get There” nur zweimal, zunächst gibt’s für das fabelhafte “I Don’t Know What To Do With My Hands” ein wenig Indie-Noise, etwas konventioneller gerät später der Kracher “Mixed Feelings”. Davor, danach und zwischendrin dann das, was Kritiker gern als akustisches Lagerfeuer bezeichnen – berückende Downtempo-Duette mit Wohlfühlfaktor, manche wie der Einstieg “Burried Plans” oder “Radio Static” recht spannend arrangiert, viele mit programmierten Drums versehen und allesamt recht schön anzuhören. In der musikalischen Hochgebirgsfamilie (Vermerke dazu: Alps, Sic Alps, Nine Black Alps) sind die beiden ganz im Sinne von Caws’ Hauptanstellung Nada Surf eher die Feinmechaniker, die Goldschmiede – wer sich also gerade die passende Untermalung für die kalten Winterabende zusammenstellt, der darf hier gerne zugreifen.
“Get There”
(Ye Olde Records)
Hier heißt es, Supergroup mal etwas kleiner zu denken: Matthew Caws, im Hauptberuf Sänger der New Yorker Band Nada Surf, und Juliana Hatfield haben sich für das Projekt Minor Alps zusammengetan und ganz so düster und schaurig, wie das Cover ihres Debüts vermuten läßt, ist die Platte dann doch nicht geworden. Im Stile der gefühlig beseelten Mann-Frau-Kapellen wie The Civil Wars oder Lightning Dust versuchen sich auch die Minor Alps an einer Mischung aus elektronisch verziertem Folk, traditionellem Americana-Sound und elegischen Countryballaden. Richtig gerockt wird auf “Get There” nur zweimal, zunächst gibt’s für das fabelhafte “I Don’t Know What To Do With My Hands” ein wenig Indie-Noise, etwas konventioneller gerät später der Kracher “Mixed Feelings”. Davor, danach und zwischendrin dann das, was Kritiker gern als akustisches Lagerfeuer bezeichnen – berückende Downtempo-Duette mit Wohlfühlfaktor, manche wie der Einstieg “Burried Plans” oder “Radio Static” recht spannend arrangiert, viele mit programmierten Drums versehen und allesamt recht schön anzuhören. In der musikalischen Hochgebirgsfamilie (Vermerke dazu: Alps, Sic Alps, Nine Black Alps) sind die beiden ganz im Sinne von Caws’ Hauptanstellung Nada Surf eher die Feinmechaniker, die Goldschmiede – wer sich also gerade die passende Untermalung für die kalten Winterabende zusammenstellt, der darf hier gerne zugreifen.
Dienstag, 5. November 2013
Chrysta Bell: Berühmter Ziehvater
Die Bilder sind beeindruckend, der Fürsprecher ist es nicht minder: Vor dreizehn Jahren hat David Lynch die Texanerin Chrysta Bell entdeckt und seit dieser Zeit intensiv mit ihr gearbeitet. Im Januar wird das erste, von Lynch produzierte Album der Künstlerin mit dem Titel "This Train" erscheinen, vorab soll Ende November die EP "Friday Night Fly" in den Handel kommen - zum Titelsong derselben gibt es bei Vimeo das entsprechende Video.
09.12. Berlin, Grüner Salon
09.12. Berlin, Grüner Salon
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