Montag, 11. März 2013

Blood on the tracks

Bester Song - krasser Clip: Die Foals haben sich von Regisseur Nabil, der auch schon Frank Oceans "Pyramids" in den Händen hatte, ihren Song "Late Night" ins Bild setzen lassen. Wie schon bei "My Number" gibt's auch hier zum Start eine szenische Fahrt mit der Kamera, die jetzt aber weitaus blutiger gerät - alles dabei: Anfang, Ende, Schöpfung, Abschied - bei Tape.TV.

Sonntag, 10. März 2013

Richtig sauer [Update]

Kaum ein Tag ohne eine Meldung von Azealia Banks: Nicht nur dass sie gerade das ziemlich schaurige Cover ihrer neuesten Single "Yung Rapunxel" vorgestellt hat, ganz offensichtlich haben die - aus ihre Sicht greisen - Herren der Stone Roses einen ihrer Auftritte durch einen Soundcheck gestört, das wiederum hat sie so enorm mitgenommen, dass sich das Fräulein zu folgendem doch recht bösen Statement hinreißen ließ:

"Fuck those old saggy white niggas stone roses. I wish them nothing but excrement and death. Wow! I must really fucking be a superstar... You've got an established band trying to sabotage my lil rap bitch shine. Wow a bunch of old white men trying to bully a young black girl.... What the fuck else is new in this world ???"

Update: Das Ganze natürlich auch audio - bei Soundcloud.

Samstag, 9. März 2013

Kürbisreise 4.0

Für alle Nachkommer: Sollte sie tatsächlich in dieser Formation noch wer sehen wollen, dann ist bald Gelegenheit dazu - die Smashing Pumpkins (4.0) gehen auf Tour und machen auch bei uns Station:

20.06.  Köln, Live Music Hall
21.-23.06.  Tuttlingen, Southside Festival
21.-23.06.  Scheessel, Hurricane Festival
10.07.  Wien, Open Air Arena

Freitag, 8. März 2013

Tanz dich frei

Die Anzeichen mehren sich, dass das neue Album von The Knife tatsächlich das erwartet große Ding werden könnte: Nach dem knapp zehminütigen "Full Of Fire" und dem dazugehörigen Video von Marit Östberg gibt es nun mit "A Tooth For An Eye" das nächste Package aus Ton und Bild, wobei letzteres diesmal Roxy Farhat und Kakan Hermansson stammt.

Trockenschwimmen

Viele warten, wenige dürfen hören und von ganz wenigen möchte man wissen, wie es denn gewesen ist: Das Trockenschwimmen hat bei einigen Portalen und Magazinen schon eine lange Tradition und man kann geteilter Meinung darüber sein, wie informativ das ist (also die Sache mit dem Sex ohne Anfassen wieder) - wenn allerdings ein Redakteur von The Quietus seine ersten Eindrücke vom neuen Album von Depeche Mode überliefert, darf man schon mal hinhören. Schließlich lautet sein abschießendes Fazit: "...the best, most powerful, gothic, twisted, electronic album since Violator." Na, doch Lust bekommen? Mehr davon - hier.

Neigungsgruppe

Sie haben einen wirklich lange warten lassen: Ende März erscheint das neue Album "Change Becomes Us" von Wire - nun gibt es mit "Love Bends" einen ersten Titel zum Vorhören - exklusiv bei Stereogum.

Donnerstag, 7. März 2013

Schon besser

Wem der Single Edit zum neuen Song "2013" von Primal Scream zu brav war und den gewohnten Groove vermissen ließ, dem kann nun geholfen werden: Andrew Weatherall hat aus dem Stück einen wahren Killertrack gebastelt - satte 08:20 lang und keine Sekunde verschenkt. Geht ab - auch bei The Quietus.

Doch eher die Peitsche

Das nennt man dann wohl ein Gegensatzpaar: Im Vergleich zum gerade vorgestellten Titel "Home" von Austra (s.u.) wirkt die erste Auskopplung resp. der Titelsong aus der 3-Track-EP "Sugarbread" der Österreicherin Anja Plaschg, besser bekannt unter Soap And Skin, geradezu beklemmend düster: gruseliges Geschrei, gregorianische Chöre, dumpfes Schlagzeug - hier kommt der Teufel in Menschengestalt. Huhhhhh ... bei The Quietus.

Drama in Fernost

Bild folgt Ton: Das asiatisch anmutende Jingle-Jangle hat also nicht getäuscht - das Video zu "Entertainment", dem ersten Song aus dem neuen Album "Bankrupt!" von Phoenix, erweist sich als dramatischer Zusammenschnitt aus Gangsterfilm und historisierten Traumsequenzen. Der Song bleibt, sorry, mau, das Filmchen ist einigermaßen unterhaltsam.

In höchste Höhen

Lang schon nimmer g'hört: Austra, das Projekt der Kanadierin Katie Stelmanis, war mit dem Album "Feel It Break" neben Planningtorock, Zola Jesus und Fever Ray wohl eines der Aushängeschilder der NuGoth-Welle in all ihren Schattierungen. Stelmanis tendierte unter den Genannten eher zum Tanzboden und so überrascht es nicht, dass auch die erste Auskopplung aus ihrem neuen Album "Olympia", das in diesem Sommer erscheinen soll, sehr luftig und poppig klingt - "Home" heißt der Track und steht bei Soundcloud bereit.

Am 14. Juni gastiert Austra im Übrigen im Berliner Lido.

Nicht zu fassen

The Men 
„New Moon“ 
(Sacred Bones)

Nein, es hat sich nichts geändert. Als The Men nach dem Brachialpunk von „Leave Home“ schon ein Jahr später mit „Open Your Heart“ den nächsten Longplayer vorstellten, gab es nicht wenige, die sich verwundert die Ohren rieben, mancher war sogar richtiggehend enttäuscht: Was denn, werden die jetzt etwa zahm und verabschieden sich Stück für Stück von der reinen Lehre? Dabei hatten die fünf nur begonnen, verschiedensten Einflüssen mehr Raum zu geben, Country, Psychrock, Blues – all das sollte einen höheren Stellenwert erhalten und so wurde schon dieses Album deutlich abwechslungsreicher und spannender als die beiden recht starr arrangierten Vorgänger. Keinem anderen Prinzip folgt nun auch „New Moon“, das Quintett um Sänger Mark Perro bleibt der sprichwörtliche Pudding, den an die Wand zu nageln so schnell keinem gelingen soll, The Men fürchten nichts so sehr wie den Stillstand und ihre neue Platte gibt ein gutes Beispiel dafür.

Und zwar gleich zu Beginn – sie wollen wohl sofort klarstellen, woran man ist: „Open The Door“ kommt fast wie ein Shanty daher – Barpiano, Madoline, es wird geschunkelt. Bleibt natürlich nicht so beschaulich, spätestens mit „Without A Face“ weiss man auch wieder, dass Neil Young zu einem der ganz großen Vorbilder der Band zählen muss – wäre er etwas jünger, er würde wohl, samt seiner Mundharmonika, so klingen. Mit „I Saw Her Face“ ist schon der nächste Höhepunkt erreicht, das scheppert ganz wundervoll und borgt sich den Gitarrenkrach bei den späten 60ern, feine Sache.

„High And Lonesome“ wird kurz als ein Countryinstrumental platziert – dann allerdings gibt’s für den Rest des Albums keine Gnade: Bei „The Brass“ versucht das Piano noch gegen den geballten Noise anzuhämmern, reizvoll, aber zwecklos. „Electric“, „I See No One“, „Freaky“ lassen alle Zurückhaltung fahren, vorbei die Irritationen, hier wird ausgeschenkt. Vom Kaliber „Supermoon“, dem Schlußakt, hatte auch „Open Your Heart“ schon zwei Stücke zu bieten, hier sind es acht Minuten mit Maximalausschlag, ein gewaltiges Getöse, die Stimmen brummeln im Hintergrund, Knattern, Ächzen, Schreddern, es bleibt nichts beisammen. „New Moon“ ist zum Glück die Platte geworden, die man sich erhofft hat, The Men bleiben für Überraschungen gut und können es dennoch in punkto Lautstärke mit jeder noch so garstigen Punkkapelle aufnehmen, Respekt dafür. http://wearethemen.blogspot.de/

22.03.  Berlin, Festsaal Kreuzberg
24.03.  Wien, Arena


Ganz ohne Catwalk

Und weiter geht's. Gerade erst durfte man lesen, dass Yves Saint Laurents Enfant Terrible Hedi Slimane auf der Pariser Fashion Week seine Models mit bitterbösem Blick zu den Klängen von "Tidal Wave" der Thee Oh Sees auflaufen (oder -staksen) ließ, da kommt auch schon die Nachricht um die Ecke, dass die fünf aus Kalifornien mit "Toe Cutter - Thumb Buster" einen ersten Track aus ihrem Album "Floatin Coffin" (VÖ 12. April) anbieten. Puhh, Schachtelsatz. Der Track bei Soundcloud, Punkt.

Mittwoch, 6. März 2013

Klein ist fein

Der heutige Tag ist nach der anfänglich traurigen Meldung offensichtlich dem Krach gewidmet - nach Herrn Osterberg haben nun auch Mudhoney für ihr neues Album "Vanishing Point" nachgelegt - "I Like It Small", so der neue Song, kann bei Soundcloud angehört und heruntergeladen werden, die Livetermine der Band stehen unverändert fest.

Iggy zündelt

Kaum hat Buddie Bowie seine neue Platte draußen, legt auch Iggy Pop zusammen mit den Stooges nach - zum kommenden Album "Ready To Die" geht nun der zweite offizielle Leak ins Rennen. Der heißt "Burn" und steht bei Soundcloud bereit.

Goodbye, Otto

Der Dicke ist weg, eine wirklich traurige Sache - Dieter Pfaff ist im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs verstorben. Wer ihn noch als den schusseligen Otto Schatzschneider aus dem "Fahnder" mit dem ebenfalls zu früh gegangenen Klaus Wennemann kennt, der hat ihn schon früh liebgewonnen, weit vor Sperling, Bloch etc. Dass Pfaff auch singen konnte, hat er bei Ina Müllers "Late Night" bewiesen - eine Träne hinterher, bitteschön.

Dienstag, 5. März 2013

Wiederholungstäter

David Bowie
„The Next Day“

(Sony)

Kürzlich hat man sie noch einmal alle zusammen mit dem Thin White Duke gesehen, die einstigen Weggefährten, wenn auch nur als Schauspieler in der grandiosen Videohommage „Dave“ des belgischen DJ-Duos Radio Soulwax. Freddie Mercury, Lou Reed und Iggy Pop, sie alle garnieren Bowies Lebenswerk als Clip in Überlänge, eine Offenbarung fürwahr, und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird klar, dass Bowie unter den Vieren der Einzige ist und bleibt, der auch heute noch in der Lage ist, einen interessanten und zugleich populären Sound zu kultivieren – Mercury ist leider schon länger nicht mehr im Rennen, Reed grantelt unentwegt und versucht sich lieber an einer verunglückten Neuauflage seiner Metallmaschinenmusik und Herr Osterberg wiederum gefällt sich als vereinsamter Punk mit frankophilem Bildungshintergrund. Bowie also – und dieser hat, so die zweite Einsicht aus dem vertonten Bilderreigen, im Laufe der Jahrzehnte als optisches und musikalisches Chamäleon eine Unzahl von Volten gedreht und so ein derart buntes und reichhaltiges Oevre angesammelt, dass es einem schier den Atem nimmt.

Nun also „The Next Day“, zehn Jahre nach der letzten Platte „Reality“, das dreißigste (!) reguläre Studioalbum, natürlich mit unvergleichlichem Trara durch die Medien getrommelt und als glückseligmachendes Wunder angepriesen. Wirklich? Nun, auch wenn Bowie den Einstieg mit den Worten nimmt „Here I am, not quite dying“, er wird darüber schmunzeln können und beweist schon mit der Wahl des Covers von Jonathan Barnbrook reichlich Humor – der gesichtslose Retroheld mimt den Wiederholungstäter und Einfallslosen, toller Witz! Dabei sind schon die ersten vier, fünf Stücke des Albums so kraftvoll und  - jawoll! – bowiesk, als wäre er nur mal auf eine schnelle Fluppe aus dem Zimmer gewesen. Alles da, vom schneidigen Gitarrenfunk der „Dirty Boys“ und den bratzigen Saxsoli ebenda, elegante Popmomente („The Stars...“) und düstere Heavyness plus synthetische Unterkühltheit („Love Is Lost“) – schon da hat der Herr mehr Pfeffer im Arsch als der Rest der früheren Clique und so mancher Jungspund sowieso.

Man muß Bowie fast dankbar sein, dass er diese Brillanz nicht über das komplette Werk halten kann – mit „If You Can See Me“ und „(You Will) Set The World On Fire“ sind durchaus auch mittelmäßige Stücke auf der Platte gelandet, zu indifferent das eine, mit breitbeinigen Rockriffs der 90er mehr verunstaltet als veredelt das andere. Er fängt sie trotzdem auf, kann mit den wehmütigen, schwelgerischen Klängen von „Where Are We Now“, „I’d Rather Be High“ und auch „You Look So Lonely...“ die Herzen wärmen, gibt zum satten Gitarrensound von „Boss Of Me“ den erfahrenen Liebhaber und Tröster oder swingt sich einfach leichtfüßig durch Raum und Zeit („Dancing Out Of Space“). Ganz zum Schluß wird’s dann doch noch bedrohlich, Bowie dimmt für „Heat“ das Licht und irritiert mit kryptischen Zeilen: „The world would end, and night was always falling ... my father ran the prison, I can only love you by hating him more ... and I tell myself, I don't know who I am.“ Frohnaturen klingen anders – Hörer ratlos, Ende offen. Er hat sich wohl noch nicht entschieden und wird mit uns, so bleibt zu hoffen, noch ein paar Takte zu reden haben, in naher Zukunft. www.davidbowie.com

Montag, 4. März 2013

Zwischenspeicher

FIA mal in gänzlich anderem, angenehmerem Kontext: Nicht die korrupte Rasselbande um den zwergigen Schweizer, den falschen Fuff- ähh, Zwanziger und den lockigen Plattüdi, sondern die Wiener Formation Francis International Airport, die Anfang Mai ihr zweites Album veröffentlicht. Nach "In The Woods" kommt nun "Cache" bei Siluh Records um die Ecke, elektronisch veredelte Indiemusik "die der Geometrie folgt und trotzdem die Räume biegt" (Joachin Hentschel) - bei Soundcloud gibt's mit "The Right Ones" den ersten Leckerbissen und hier die nächsten Livetermine:

22. Mai  Leipzig, Werk 2
23. Mai  Berlin, HBC
24. Mai  Hamburg, Uebel und Gefährlich

Aufgeschürfte Herzchen

Seit dem vergangenen Freitag ist das vorzügliche Album "Eiscafe Ravetto" der neuen Audiolith-Lieblinge TUBBE beim Plattendealer auf Vorrat gestapelt und findet, wenn diese Welt auch nur halbwegs gerecht ist, reißenden Absatz, am Donnerstag, den 7. März laden Steffi Jacobs und Klaus Scheuermann zum Release-Rave in's Münchner Atomic Cafe. Und weil nicht nur die Kombi München-Berlin-Hamburg einige Fragen aufwirft, hat Mapambulo ein paar davon gesammelt und den beiden gestellt.

Wie hättet Ihrs denn gern: Sind Tubbe Clubtechno oder Electro oder Synthpop oder Dance oder ...?
Das Regal mit den möglichen Schubladen ist ein riesiges. Das Problem ist nur...wir sind so schlecht mit Regalen und deren Aufbau. Wir fangen oben an, wenn man doch eigentlich unten beginnen sollte. Wir leimen die Schubladen, wo man sie doch schrauben sollte, dann hauen wir uns auf den Daumen und gehen lieber Kaffee trinken ... es ist schwierig. Wir glauben aber ... für jeden was dabei,

Würden Tubbe auch in der Halle funktionieren oder sollen es doch besser die kleinen, intimen Clubs bleiben?
Och ... wir sperren uns gegen nichts. Warum im Keller musizieren, wenn die Welt mit Scheinwerferlicht um sich schmeißt.

Die ewige Frage des Münchners an die Münchner auf Abwegen: Warum dann doch Berlin, was haben die, was München nicht hat?
Ach München, gräme dich nicht. Es liegt nicht an dir, es lag an uns. Alles war so gewohnt und so Routine. So oft war man die gleichen Wege gegangen und immerzu zu spät gekommen. Eine neue Stadt mit neuen Gefühlen musste her. Und so wurde es Berlin, der Schmelztiegel des Irrsinns und der bizarren Öffnungszeiten.

Und wie ging's dann mit Audiolith, Hamburg, zusammen?
Wir haben einen reizenden Freund, der nahm uns bei der Hand. Dasselbe machte er mit Audiolith. Und dann hat er uns einfach verkuppelt. Wir sind ihm ewiglich zu Dank verpflichtet und basteln bereits an Geschenkkörben für ihn. Hinein packen wir Badeschaum in Form eines Elefanten, ein Füllhorn mit Eiscreme und so viele Küsschen, dass ihm seine Haut abhanden kommen wird.

Steffi  – du hast u.a. bei Rosalie und Jacob so gänzlich andere Musik gemacht – wie kam's jetzt zu diesem Sound und warum in aller Welt singst Du mit dieser Stimme erst jetzt?
Ich würde gerne sagen, dass ich die ganze Zeit über einfach nur sehr verschnupft war. Nun habe ich meine Nebenhöhlen im Griff und kann mich endlich der hohen Kunst des Gesangs widmen ... und wie immer liegt die Wahrheit irgendwo anders in der Sonne und bestellt sich Pina Colada. Der Sound hat sich entwickelt, man darf nicht immerzu das Gleiche machen. Davon wird man so träge und trübsinnig wie vom ewigen Winter.

Es wird bei Euch viel über die Liebe gesungen – dennoch kommt sie eher als Mangelerscheinung zur Sprache - warum so traurig?
Weil es manchmal schmerzhaft ist, das Pflaster von den aufgeschürften Herzchen zu reißen. Vor allem, wenn es zu langsam passiert. Wenn man ein wenig ruppiger vorgeht, kann man diesen unnötigen Schmerz vermeiden.

Das Spiel mit den Geschlechterrollen – siehe Mess/This One - scheint bewußt gewählt. Wollt ihr nur irritieren oder steckt da mehr dahinter?
Kein Kalkül. Keine Neutrumsquote. Vielleicht fangen wir aber an, uns Masken aus Zweigen zu basteln und die Vokale in unseren Texten als Universum darzustellen. Das wäre irritierend.

Die unvermeidliche Faktenfrage: Was bedeutet oder woher kommt TUBBE?
TUBBE beschreibt den unerbittlichen Kampf zweier Stoffhasen aus Eisen um ein Blatt Papier, das die einzige Möglichkeit bietet eine wichtige Idee zu vor dem Schlafengehen zu notieren. Wenn dies nämlich nicht geschieht, findet keiner der Hasen Ruhe und dann ist am nächsten Tag die Stimmung wieder mal im Keller.

Leisetreter

Isbells
„Stoalin“

(Cargo Records)

Leuven, aha. Flandern, Belgien also. Musikalisch wohl nicht gerade der Schmelztiegel Europas, obwohl – ein kleines Ausrufezeichen konnte der Ort schon setzen, als 2008 ein gewisser Milow den 50Cent-Song „Ayo Technology“ auf reizvolle Art neu verpackte und so ganz ohne Bling und Beep zurück in die Charts brachte. Nice to know, das schon, aber mit solcherart Verwirrspielen haben die vier Isbells aus der gleichen Stadt wirklich nichts am Hut. Sänger Gaetan Vandewoude pflegt mit seiner Band seit dem selbstbetitelten Debüt 2011 den Leisetreterfolk, selbst technische Sperenzchen wie bei seinen Kollegen Local Natives oder den Villagers sucht man bei diesem Quartett vergebens. Zehn Stücke hat „Stoalin“ zu bieten und nur zwei fallen etwas aus dem Rahmen: „Heading For The Newborn“ klingt zupackender als der Rest, die leicht knirschenden Gitarrenriffs schieben sich erfreulich weit nach vorn – das folgende „Heart Attacks“ kann mit einem nervösen Drumbeat aufwarten, soweit, so auffällig. Die Mehrheit der Stücke bleibt jedoch zurückhaltend, behutsam, zart (you name it) – melancholischer Countryfolk, wie ihn auch Midlake oder Bon Iver zelebrieren. Mit dem Motto „weniger ist mehr“ läßt sich fast jeder der Songs überschreiben, mal reicht allein die Akkustische („Letting Go“), dann gastiert für ein paar Takte eine helle Trompete („One Day“) und bei „Elation“ frischen dezente Handclaps das Klangbild auf. Überraschend deshalb der opulente Bläsersatz beim abschließenden „Erase And Detach“ – Breitseite Orchester meets Kammermusik, schöne Idee. Und ein Hinweis darauf, dass von den Isbells auch zukünftig noch einige lohnende Einfälle zu erwarten sind. http://isbells.be/

27.04.  Münster, Gleis 22
28.04.  Berlin, Privatclub
29.04.  Frankfurt, Brotfabrik
30.04.  Hamburg, Prinzenbar

Teilchenwanderung

Na also, geht doch: Die Atoms For Peace werden mit komplettem LineUp eine Runde quer durch Europa drehen und diesmal, liebe Leute, ist nicht nur Berlin, sondern auch - tadaa! - München auf dem Zettel. Da möchte man doch Juchheisassa schreien, ganz leise... Presale am Mittwoch, ordentlicher VVK ab Freitag, so.

10.07.  München, Zenith
21.07.  Berlin, Melt Festival