Mittwoch, 10. Oktober 2012

Zur späteren Verwendung

Benjamin Gibbard
„Former Lives“
(City Slang)

Ist der nett. Denkt man sich – jedes Mal, wenn man etwas von ihm zu hören bekommt. Natürlich ist er das, und zwar besonders, aber nicht nur. Ben Gibbard, hauptberuflich der Kopf von Death Cab For Cutie, einer Band also, die Gitarrenpop nicht nur macht, sondern ist, quasi als Inbegriff – der Mann aus dem Staate Washington hat also wieder eine Soloplatte vorgelegt und “Former Lives” hält wie erwartet genau das, was man sich davon versprochen hatte.

Schon das letzte Album seiner Band, “Codes And Keys”, war voll von diesem verträumten, hochmelodischen Stoff – immer berückend, nie schlecht gelaunt, wenn auch desöfteren etwas bedrückt und ratlos wirkend, Gibbard wäre verrückt, wenn er seine Erfolgsformel einfach so aufgäbe. Aus diesem Grunde variiert er sein Repertoire auch solo nur in Nuancen, es gibt wieder ein paar mehr Gitarren, sogar deutlich elektrische, im Studio (“Oh, Woe”, “Duncan, Where Have You Gone”), hier eine Hinwendung zum Folk (“Lily”), da zum Countrypop (“Lady Adelaide”, “Broken Yolk In Western Sky”). Es gibt die Songs, die ihm so unglaublich schön gelungen sind, dass man sich unweigerlich fragt, wem er seine Seele dafür wohl verkaufen mußte – “Dream Song” und “Bigger Than Love” perlen in bester DCFC-Manier. Zuweilen schießt er auch schon mal über’s Ziel hinaus, da will er dann zuviel des Guten (“Something‘s Rattling”) und man selbst ist nahe daran, sich am Zuckerguß den Magen zu verderben.

“The night is only a temporary absence of light” singt Gibbard im letzten Stück “I’m Building A Fire”, dazu rauscht es gar mächtig im Hintergrund und zum live aufgenommenen Gesang wird beschaulich die Akkustische gezupft – manche nennen es Kitsch, ungehörige Vereinfachung, was immer. Man kann es sich aber auch als trostreichen Augenblick einfach mal unter die Mütze stecken, denn die Zeiten, in denen solche Worte Verwendung finden, sie kommen schneller als man meint. Für’s Herz also, das schon.

Komplettstream des Albums bei valve.

Ben Gibbard live unterwegs:
29.11.  Hamburg, Kulturkirche
30.11.  Berlin, Passionskirche

Von früher

Erst kürzlich ist ihr wunderbares, neues Album "I Bet On Sky" erschienen, nun legen Dinosaur jr bzw. ihr Label Merge Records nach: Mitte November soll demnach aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums von "You're Living All Over Me", der zweiten Platte der Band, ein Livemitschnitt aus den Niederlanden von 1987 erscheinen. Der Titel wird "Chocomel Daze" heißen, die Tracklist sieht wie folgt aus: 1. Severed Lips, 2. In a Jar, 3. The Lung, 4. Tarpit, 5. Does It Float, 6. Repulsion, 7. Lose, 8. Gargoyle, 9. Raisans, 10. Mountain Man, 11. SludgeFeast.

Grand Opening

Jetzt steht der Termin: Am Mittwoch, den 17. Oktober eröffnet im Münchner Glockenbachviertel die Live-Bühne des Millaphon-Labels von Till Hofmann, Mehmet Scholl und Gerd Baumann, das Milla, auch Sportfreunde-Sänger Peter Brugger soll mit von der Partie sein. In den Räumen des alten "Bachbett" (Holzstraße 28) gibt es künftig von Mittwoch bis Sonntag jede Menge Konzerte, Lesungen und auch Modenschauen, das Programm (s.u.) ist durchaus ambitioniert und hält auch manche Überraschung bereit. Karten gibt es bei MünchenTicket oder im guten, alten Optimal Recordstore.

Milla live heißt:
18.10. Gregor Hübner, El Violin Latino
20.10. Simon Reynolds, Retro Mania (Lesung)
26.10. Roman Fischer
27.10. Alex Czinke Trio feat. Julia Fehenberger
30.10. Valkyrien Allstars
31.10. Claus Reichstaller Jamsession
03.11. Sirius Quartet
15.11. Israel Nash Gripta
24.11. Kristoffer & The Harbour Heads
07.12. Snorri Helgason samt All-Star-Band
28.12. Dobré, Do the Dobré again (Millaphon)
24.01. Elenie Mandell feat. Silvie Lewis

Dienstag, 9. Oktober 2012

Topf und Deckel

Metz „Metz“
(Sub Pop)

Platten wie das Debüt der kanadischen Dreimannkombo Metz haben in gewisser Weise etwas Tröstliches. Sie zeigen, dass trotz aller ehrenwerten, perfektionistischen Produktionsstandards und zu Zeiten multiinstrumentaler, hochtalentierter Klangkollektive die Wirkung einer Band noch immer darauf beruht, mit wieviel Leidenschaft, Energie und Entschlossenheit sie zu Werke geht, und dass dies auch mit der fast urzeitlichen Minimalbesetzung aus Gitarre, Bass und Drums bestens möglich ist. Kurz: Der Deckel muß auf den Topf passen, egal wie groß dieser ist und was drinnen kocht.

Alex Edkins, Hayden Menzies und Chris Slorach spielen derben Noisepunk, somit sind Anspruch und Ausrichtung klar vorgegeben: Es muß krachen. Und das tut es ausgiebig in den knapp 35 Minuten. Die elf Songs des Albums oszillieren fabelhaft zwischen dem wilden Gekreisch der Pixies und den brachialen Schwermetallriffs von Pantera, mal schneller („Get Off“), mal dröhnend („Knife In The Water“) und mal mit viel Noise („Negative Space“). Dass die drei aus Toronto gern in die Nähe der frühen Nirvana geschoben werden, hängt wohl weniger mit dem Sound zusammen – Nirvana waren ebenso wie die beiden vorher genannten Beispiele Zeit ihres Bestehens keine Hardcore-Band.

Stücke wie „Headache“, „Wasted“ und vor allem das grandiose „The Mule“ wecken eher die immergleiche Sehnsucht nach der ungezügelten Wucht, die Nirvana in den Tagen vor dem sagenumwobenen und zugleich tragischen Durchbruch in die Clubs brachte. Metz machen in dieser Hinsicht nichts falsch, sie bleiben durchweg roh und laut, experimentieren selten und wenn, dann an den richtigen Stellen. Produziert wurde das Ganze im Übrigen von Graham Walsh (Holy Fuck) und Alex Bonenfant (u.a. Crystal Castles), ein Umstand, den man nach dem ersten Durchgang vielleicht nicht gleich vermutet hätte – offensichtlich ist die Freude an derart grobkörniger Arbeit aber durchaus genreübergreifend. Gut so.
(Metz Labelsite bei Sub Pop)

Geschenkt

Super 700, Café Muffathalle München
8. Oktober 2012

Der Münchner Szenegänger tritt dem Kulturschaffen angereister Hauptstädter ja gern mit einer Mischung aus sorgsam gepflegtem Misstrauen und freundlichem Desinteresse entgegen. Insofern stand zu befürchten, dass sich auch die letzten wackeren Besucher des Konzerts von Super 700 an diesem kühlen Herbstabend doch lieber ins benachbarte Ampere zu den greisen, schmerbäuchigen Fans der Veteranenkapelle The Pretty Things gesellen würden – immerhin war dort Willy Michl gesichtet worden, Isarflimmern, woast eh. Das ursprünglich geplante Konzert im Mai musste wegen Krankheit von Sängerin Ibadet Ramadani kurzfristig abgesagt, der Veranstaltungsort für die Wiederholung zwangsweise downgegradet werden – es gibt sicher angenehmere Begleitumstände als diese, um eine neue Platte zu bewerben.

Aber glücklicherweise, und da sind wir auch schon bei den Pluspunkten, sollte sich „Under The No Sky“ auch jetzt noch als eine Platte mit viel Substanz und langem Atem, die Band in ihrer neuen und verkleinerten Besetzung als durchweg sympathisch erweisen und so war von Vorbehalten oder fehlender Spielfreude so gar nichts zu spüren. Mit „We Will Never Drown“ gab‘s für den Auftritt dann auch gleich zu Beginn die passende Überschrift, es folgten hauptsächlich Stücke des aktuellen Albums und seines Vorgängers „Lovebites“. Dabei beschränkten sich Gitarrist Jan Terstegen, Sebastian Schmidt am Schlagwerk und Michael Haves mit Bass und Keyboard im schummrigen Tresenlicht nicht nur auf gefühligen Kammerpop, sondern ließen es zuweilen recht anständig rocken. Ein zackiges „Self Control“ aus den Anfangstagen der Band, das frisch vorwärts gehauene „S.T.T.S.M.C.“, ebenso „Fortuneteller“ und „Tango“, kamen mit ordentlich Schmackes daher, desgleichen „Dear Wolf“, der ruppigste Song des neuen Albums.

Auch Ibadet Ramadani, nach eigener Auskunft durch ausgiebiges Wirtshausessen mit genügend stimmungsaufhellenden Opiaten ausgestattet, war der Spaß am Set deutlich anzusehen, als nunmehr einzige Leadsängerin genießt sie den Focus in gleichem Maße wie sie ihn auszufüllen versteht. Mit gebremster Wucht bei den lauteren, mit viel Gespür für die leisen Töne und die Pausen dazwischen bei den getrageneren Stücken, mal ausgelassen („Live With Grace“), mal melancholisch („My Bones“, „Under The No Sky“) – Ramadani gelang es scheinbar mühelos, die Spannung über alle Songs halten. Ihren stärksten Moment hatte sie, wie auch schon auf der aktuellen Platte selbst, beim zauberhaft versponnenen „Make Rain“, wo sich zarter Acapella-Gesang und dunkel instrumentierte Passagen in stetem Wechsel befinden.

Dass „I Love You“, einer der ersten und zwingendsten Hits der Berliner, am Ende nicht zur Aufführung kam, ließ sich verschmerzen, Respekt und Applaus hatten sich die vier mit Charme und Empathie auch so schon verdient. Die Taschen prall gefüllt mit so liebens- wie preiswert gehandelten Tonträgern (nimm drei, kauf zwei) durfte man das Café mit dem guten Gefühl verlassen, diesen Abend sicher nicht den Falschen geschenkt zu haben. Und nebenan bei Willy Michl und den Pretty Things waren sowieso schon lange die Lichter aus.

Ganz die Mutter

Auch ein schöner Name für eine Remix-Platte: Björk lässt ihr letztes Album "Biophilia" von einer Reihe angesagter Musiker durch den Fleischwolf drehen - heraus kommt "Bastards", bestückt mit dreizehn Neubearbeitungen, am 13. November. An der Kurbel standen u.a. Death Grips, These New Puritans, 16Bit und Matthew Herbert, zwei Stücke kann, wer will, schon hier und hier vorhören.

Montag, 8. Oktober 2012

Zeitgeschichte, reinvented

Da haben sich die Richtigen gefunden, möchte man meinen: Für den 26. November haben Chris Carter und Cosey Fanni Tutti, zwei der drei noch lebenden Mitglieder der Industrial-Legenden Throbbing Gristle, unter dem Pseudonym X-TG die Veröffentlichung ihrer Überarbeitung des kompletten "Desertshore"-Albums von Nico (Velvet Underground) angekündigt. In den Linernotes wird auch noch das vierte, 2010 verstorbene, TG-Mitglied Peter Christopheresen geführt, mit ihm soll u.a. die ebenfalls beiliegende Aufnahme für "The Final Report", bestehend aus Live-Sessions der Jahre 2009/10, entstanden sein. Mit dabei bei der Reminiszenz an Nico waren unter anderem Antony Hegarty, Blixa Bargeld, Marc Almond und Sasha Grey - bei Pitchfork gibt es einen Remix des zweiten Titels des Coveralbums, "Abschied" (mit Blixa Bargeld), zu hören, der in dieser Form aber nicht auf dem Werk zu finden sein wird - dazu noch Verpackungsbilder, Tracklist und ein Albumteaser.

Comebäck

Sonntag geht es los - Die Ärzte starten ihre Comback-Tour und zwar in Freiburg. Wie zu erwarten sind einige Städte schon ausverkauft, Karten gibt's neben dem KickOff auch noch für Regensburg, Augsburg, Passau, Friedrichshafen, Oldenburg und Düsseldorf. Also - ranhalten. Und zum Warmmachen hier schon mal das offizielle Live-Video zu "Ist das noch Punkrock?" aus der Berliner Waldbühne.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Mal anders

Kein schlechter Weg, einem schon altersschwachen Ohrwurm Beine zu machen: Die achtköpfige Jazz-Supergroup Montalban Quintet aus San Diego, bestehend aus Mitgliedern von Pinback, Boilermaker, Sleeping People, Tanner und anderen, hat vor nicht allzulanger Zeit Adeles Hit "Rolling In The Deep" auf ihre spezielle Art überarbeitet - das Ergebnis kann sich in jedem Falle hören lassen. Ende Oktober ist dem Vernehmen nach ein neues Album zu erwarten.


Krimskrams

Na gut, der Kommentar wird nicht lange auf sich warten lassen: "Das hätte mein Zweijähriger auch hinbekommen!" Das ewige Lied - rückt die Veröffentlichung einer neuen Platte von Depeche Mode in greifbare Nähe, wird plötzlich jede noch so kleine Veränderung lebenswichtig. Wie gewohnt ändern die drei unter Federführung von Anton Corbijn für das nächste Album wieder einmal ihre CI, also Bandlogo, Schriften, etc. Diesmal sind's, es geht also noch simpler, drei schwarze Dreiecke, die sich zu einem DM gruppieren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Corbijn in punkto Film und Fotografie als Genie, was Schriften und deren Arrangements anbelangt, aber eher unglücklich agiert - das infantile Bilderpatchwork von "Songs Of Faith And Devotion", die tote Ente von "Playing The Angle" und das Aschenbechermotiv von "Sounds Of The Universe" sind noch in schlechter Erinnerung. Nun, sei's drum, es gibt eine neu gestaltete Website (mit Countdown zur PK), jede Menge neuer Fotoaufnahmen aus dem Studio und hoffentlich bald auch mal was für die Ohren.

Freitag, 5. Oktober 2012

Perlentaucher

Einige Zeit, nachdem die erste Platte von The XX durch war, konnte man auf gezielten Streifzügen durch's "alberne Intenet" (Uli Hoeneß) eine Unmenge an lohnenden Remixen und Coverversionen entdecken. Gleiches gilt natürlich auch für das aktuelle Album "Coexist". Zeit, mal die ersten Perlen zu präsentieren:

"Angels" (Sköllo Remix)
"Sunset" (Volta Remix)
"Try" (Abisko Remix)
"Reunion" (Owl Vision Remix)
"Fiction" (Synapson Remix)
"Angels" (Four Tet Remix/Radio Rip)
"Sunset" (Libations And Oscillations Remix)
"Fiction" (Aimon Remix)
"Chained" (Panic City Remix)
"Angels" (Love Thy Brothers Remix)

Blaulicht und Zwielicht

Endlich auch mal was zum Angucken: Der formidablen Platte der Divine Fits folgt nun der Clip zum Song "Would That Not Be Nice" - ein sparsames, verruckeltes Farbenspiel, arrangiert von Regisseur Brian Butler. Und noch immer keine Termine für good old Europe ...

Klopperei

Kennt man ja - läßt man sie zu lange allein, die Schratzen, dann kann's ganz schön zur Sache gehen: So auch im neuen Video von Bloc Party zum Song "Kettling". Schon der Sound ist ungewohnt schroff, nun schenken sich auch die dreikäsehohen Darsteller nichts. Wie sang schon Farin Urlaub: "Immer mitten in die Fresse rein!"

Im Namen ihrer Majestät

Das Rätsel ist seit einigen Tagen endgültig gelöst, nun gibt's das gute Stück, das zuvor nur geschnipselt im Angebot war, in Gänze zu hören: Wer wann und wie das James-Bond-Theme singen darf, ist im Königreich nach wie vor eine Frage von höchster Wichtigkeit - so auch im Falle von "Skyfall", dem dritten Agentenfilmchen mit Spaßkanone Daniel Graig. Nun hat man sich also, welch Riesenüberraschung, für Darling Adele entschieden, die ihr Liedchen staatstragend und etwas bieder in die Runde trällern darf. Nach den letzten Unfällen mit Jack White und Alicia Keys, Chris Cornell und Madonna war eine Rückbesinnung auf royale Traditionen allerdings auch mehr als notwenig.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Zu viel Sonne

Tame Impala
„Lonerism“
(Modular Records)

Man möchte nicht glauben, dass Kevin Parker, Sänger des Trios aus dem australischen Perth, zu übermäßigen Grübeleien und Selbstbespiegelungen neigt, auch wenn die Titel der Werke seiner Kombo Tame Impala – erst „Innerspeaker“, jetzt „Lonerism“ – genau das vermuten lassen. Parker gibt in Interviews allerdings bereitwillig zu Papier, dass er mit seinem Wohnort eigentlich recht zufrieden ist – Perth hätte die richtige Größe und den optimalen Abstand zur Sonne, um ein halbwegs zufriedenes Leben führen zu können. Und wirklich, genau das meint man der Musik von Tame Impala auch anhören zu können. „Psychedelic hypno-groove melodic rock music“ machen die drei laut Selbstanzeige und dieser Sammelbegriff umfasst alles, was man über den Sound der Band wissen muss.

Man hört ihnen gern zu, diesen halluzinierenden Tripps mit ihren verschwurbelten Synthies, den Raspelgitarren („Endors Toi“) und Jay Watsons trockenem Geböller, die manchmal so wirken, als haben die Jungs tatsächlich einen Moment zu lang in der Mittagshitze verbracht. In der Mehrzahl charmant ausufernde, mehrfach verschränkte Klanggebilde (die so auch zuweilen die beiden Franzosen von Air im Repertoire haben), seltener zupackend wie im grandiosen Stonerfetzen „Elephant“. Über die Verwandschaft zu den Beatles, die desöfteren in den Songs durchschlägt, muss nicht gestritten werden, Parker selbst weist sie neben MGMT und Mark Ronson als Hauptinspirationsquelle aus. Ansonsten gilt die Liebe dem rohen, experimentellen und doch zugleich melodieverliebten Sound, verspielt und mit langem Atem. Oder wie es in einem Stück heißt: „Music to walk home by“ – ob man dort auch ankommt, ist dabei zweitrangig. http://www.tameimpala.com/

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Gejammert wird später

Zweite Liga, zweite Wahl? Nun, die Vermutung liegt nahe, nachdem der erste Kandidat abgesagt hatte: Michael Frontzeck ist neuer Trainer des FC St. Pauli, weil Marco Kurz nicht (mehr) wollte. Klingt nicht danach, als wäre das optimal gelaufen, schade auch, gerade auch weil der Verein einen weniger holprigen Übergang dringend gebraucht hätte. Nun denn, immerhin stimmt die Frisur (wahrscheinlich hatte Kurz zuvor die Komplettrasur einfach abgelehnt), für allerlei kieztypische Wortspiele auch der Name und für's Rumunken ist später noch genügend Zeit. Jetzt heißt's: gegen Union, dann weiter. Forza St. Pauli!

Schwacher Trost

Immer nur am Bildschirm macht auch keinen Spaß, aber momentan bleibt einem nichts anderes übrig: Die Savages gastierten kürzlich bei "Later with ... Jools Holland" in der BBC, den Song "Husbands" kann sich wer möchte hier (weiter unten) anschauen. Ansonsten bleibt die Hoffnung, dass die Mädels im November noch Platz für ein paar Termine in Deutschland finden werden.

Trimm dich, Minga

Die Spex zeigt das neue Video von Candelilla und wir zeigen gerne mit. Im Januar erscheint das nächste Album der vier Münchnerinnen "HeartMutter", daraus gibt es jetzt einen ersten Song. Für die visuelle Umsetzung von "30" war Muskelarbeit im Gebirge gefragt, für die anstehende Tour braucht es dann Puste und Stehvermögen.

05. Oktober  Crailsheim, JuZe
06. Oktober  Hamburg, Nachtasyl
10.
Oktober  Wetzlar, Franzis
11.
Oktober  Frankfurt, Das Bett
25.
Oktober  Innsbruck, Café Decentral
02. November  München, Import Export
10.
November  Regensburg, W1
23.
November  Pasing, Pasinger Fabrik
08. Januar  Wien, Rhiz
09. Februar  Passau, Treibhaus


Ähmbeior

"Cool Britannia" und kein Ende: Kaum ist das olympische Feuer in London verloschen, schickt sich die sächsische Landeshauptstadt Dresden an, ihre alljährlichen Musikfestspiele im kommenden Jahr unter das Motto "Empire" zu stellen - Gastspiele von Joshua Bell, der Schottin Nicola Benedetti, der Sinfoniker aus London, New York und Birmingham sind geplant, dazu The Tallis Scholars, The Ukulele Orchestra Of Great Britain, London Brass und ein Ballettprojekt der Forsythe Company - der Sachse klotzt. Zum Schluß dann ein Leckerbissen der besonderen Art - am 2. Juni kommt Rufus Wainwright in den Lichthof des Albertinums und präsentiert Ausschnitte aus seiner Oper "Prima Donna", Teile der "Five Shakespeare Sonnets", Arien von Mascagni, Berlioz und natürlich auch Stücke seiner letzten Alben. Karten sind noch zu bekommen - hier.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Seltsame Pfade

Schon wieder da: Am 5. Oktober wird das neue Album "DEN" der Avantgarde-Formation Kreidler erscheinen, schon im vergangenen Jahr machte das Trio aus Düsseldorf mit "Tank" die große Kritikerwelle. Auf der Platte zu hören ist auch der Track "Rote Wüste", zu dem eine gut 21-minütige Videoarbeit von Heinz Emigholz existiert. Für die abgefilmte Fahrt durch den Dschungel der Pazifikinsel Tinian braucht es zugegeben etwas Muße und Geduld - sie findet ihr Ende und ihre Erklärung an einem schlichten Gedenkstein.