Montag, 2. April 2012

Neue Lügen



Und weiter geht's im Vorankündigungsreigen - auch die Liars stehen mit einem neuen Album in den Startlöchern. "WIXIW" wird das nach "Sisterworld" nunmehr sechste Album heißen und mit "No. 1 Against The Rush" gibt es hier das erste Stück daraus - Cover, Tracklist und Teaserfilmchen bei stereogum.

Zwoviernfuffzsch: Bitterfeld calling



Definitiv dem Status des Geheimtipps entwachsen und definitiv eine der interessantesten Veröffentlichungen in diesem Jahr: Das Londoner Geschwisterpaar Colette und Hannah Thurlow, ergänzt um zwei männliche Mitstreiter, hat unter dem Namen 2:54 mit einer EP für mehr Wirbel gesorgt als manche Band mit ihrem Gesamtwerk. "Scarlet" weckte in der Tat hohe Erwartungen, Vergleiche mit Warpaint, The XX, Lush oder Mazzy Star waren schnell gefunden. Nun gibt es zum im Juni erscheinenden Longplayerdebüt eine erste Single - und zwar zum Hören und Anschauen. Der wunderschöne Clip zu "You're Early" stammt von Jeppe Kolstrup und sieht aus, als wäre er zu Vorwendezeiten in Bitterfeld gedreht worden. Ansonsten: Große Klasse - hier.

Kostprobe



Nun also der erste Song - mit "Mnemosyne" stellen iLiKETRAiNS den ersten Song ihres kommenden Albums "The Shallows" ins Netz - zu haben bei Soundcloud.

Freitag, 30. März 2012

XX kann schöner



Erasure möchte man heutzutage wirklich nicht mehr hören, selbst Vince Clarke sucht sich ja schon neue Betätigungsfelder (VCMG). In der Version von Jamie Stewarts Xiu Xiu ist allerdings selbst ein so träniger Song wie "Always" ein Glücksfall - veröffentlicht wird das Dingens auf einer Split-Single zusammen mit Dirty Beaches (wagt sich an Francoise Hardys "Tu Ne Dis Rien") aus Anlaß des Record Store Days.

Monumental [wahrscheinlich]



Wo wir gerade bei neuen Platten sind: Am 7. Mai erscheint das zweite Album der Indiekombo Tu Fawning aus Portland. Nach dem fulminanten Aufschlag mit ihrem Debüt "Hearts On Hold" im vergangenen Jahr nun also "A Monument", von welchem sich bisher mit dem siebeneinhalbminütigen "Bones" und "Anchor" zwei Stücke im Netz herumtreiben. Im Mai wird das Quartett dann auch in Deutschland zu sehen sein:

04.05. Leipzig, Früh Auf!
05.05. Berlin, HAU 2
15.05. Dortmund, FZW
19.05. Mannheim, Maifeld Derby
20.05. München, Feierwerk
27.05. Frankfurt, Zoom
31.05. Hamburg, Kampnagel

Für Weghörer



Super Idee: "Das von Jack White gegründete Label Third Man Records veröffentlicht zu seinem dritten Geburtstag eine Schallplatte mit jeder Single der "Blue Series". Das besondere oder viel eher der Haken an der Sache ist, dass die LP mit 3 RPM (statt 33 oder 45 Umdrehungen) abgespielt werden muss. Somit kann man die Schallplatte mit keinem gängigen Schallplattenspieler wiedergeben."
Visions.de, 29.03.2012

Anfüttern



Albumteaser sind ja groß in Mode, Feist hatte Verstörendes zu bieten, die Roots bastelten gleich für jeden Track ein Filmchen und für das neue Album der Liars läuft es nach der selben Methode. Auch The Walkmen aus New York nutzen die Möglichkeit des audiovisuellen Anfütterns und machen dem Publikum so ihr für Anfang Juni geplantes, sechstes Album "Heaven" schmackhaft, samt schönem Pressefoto und der Ankündigung, dass Robin Pecknold, umtriebiger Sänger der Fleet Foxes, für eine Gastrolle zu haben war - Cover und Einstimmung: hier.

Donnerstag, 29. März 2012

Tiefgestapelt


Fuck Art, Let’s Dance! „Lovers Arcade” (Audiolith)
Okay, über den Bandnamen kann man durchaus geteilter Meinung sein – der halbspießige Mittvierziger wird ihn bestenfalls als “altersgerecht” bezeichnen, klingt er doch eher nach Deichkind-Coverband als nach hipper Electromucke. Das Gute daran ist allerdings, dass eben dieser Name so dermaßen tief stapelt, dass die drei Jungs aus Hamburg eigentlich beim arrivierten Publikum nur gewinnen können. Denn nicht wenige werden sich überrascht ihre Ohren reiben, denn eine derart ausgefeilter Dancepop ließ sich hinter hinter diesem Etikett keineswegs vermuten. Was Romeo Sfendules (Gitarre), Tim Hansen (Schlagzeug) und Sänger Nico Cham da zusammengeschraubt haben, pocht und perlt mit feinsten Gitarrenhooks höchstverträglich durch die Membranen, erstklassiger Tanzstoff dazu, der zu Vorbildern wie Who Made Who, Bloc Party und We Have Band nicht von weit unten aufschauen muß. Augenhöhe ist angesagt, locker bleiben, so locker wie die Beats der ersten Single des Albums „The Conqueror“. Man kann sich leicht ausmalen, dass auf ihren Konzerten die Beine der Besucher nicht allzu lang unbenutzt am Boden herumstehen werden, muß kein Kristallkugelexperte sein, um ein umtriebiges Hüpfen und beglücktes Federn vorauszuahnen – zu smarten und luftigen Nummern wie „Those Dancing Days“ oder „Encore“ ebenso wie zu den fetten Loops von „Dejá Vú“. Selbst ein so bratziges Stück wie „Headliner der Herzen“ von Saalschutz bekommen FALD auf charmante Art geglättet und tanzbar getrimmt – das darf man sich dann gern mal als Zugabe anhören. Ansonsten empfiehlt es sich, einen der demnächst anstehenden Clubtermine in Deutschland wahrzunehmen, denn egal ob vierzig oder drunter, die Wirkung dürfte am Ende die gleiche sein. Mehr davon unter www.faldmusic.com oder bei Audiolith selbst - bei Soundcloud gibt's noch dazu einen Sack voll Remixe für lau.

Gehüpft werden dürfte unter anderem am/in:
19./20.04. Hamburg/Uebel & Gefährlich
26. 04. Ilmenau/BD Club
27.04. München/Feierwerk
28.04. Würzburg/Cairo
12.05. Nürnberg/Hörkunstfestival
17.05. Erlangen/E-Werk
18.05. Erfurt/Ega Box
02.06. Augsburg/Modular-Festival

Weiberg'schrei



Gerade gemerkt, dass an dieser Stelle noch nicht vom nächstens zu erwartenden, neuen Album "Ugly" der Screaming Females berichtet wurde - eine nicht zu entschuldigende Unterlassung! Das Trio aus New Jersey hat nämlich nicht nur den Preis für einen der schönsten Bandnamen der Neuzeit verdient, sie machen auch wirklich sehr anheimelnden Garagenpunk. Wer also bis Mitte April nicht warten möchte, darf sich mit "Expire" und "It All Means Nothing" schon mal ein Stück vom fetten Albini-Sound gönnen, obendrein gibt's bei npr noch eines dieser kleinen, lustigen Minikonzertmitschnitte. Hatte ich schon erwähnt, dass die Leadsängerin auf den Namen Marissa Paternoster hört? Sag ich doch - herzallerliebst.

Polka am Indieballermann



Kleiner Nachtrag zum alljährlichen SXSW-Festival in Austin/Texas - dieses Jahr unter anderem dabei die sympathische Krachkapelle Attwenger. Von ihrem Ausflug über's große Wasser, der ja nun beileibe nicht ihr weitester war, gibt es in der Mediathek deBild hinzufügens ORF ein kleines Filmchen - hier.

Verneigung



Das Label Saint Cecilia Knows hat gerade ein umfangsreiches Boxset des 2002 verstorbenen amerikanischen Songwriters Mickey Newbury veröffentlicht - zu dieser Triologie gibt es nun eine Split-Single, welche unter anderem eine Coverversion des Newbury-Stücks "Heaven Help The Child" von Bill Callahan enthält - Ton und Bild: hier.

Mittwoch, 28. März 2012

Zauber


Sashienne „Unknown“ (Kompakt)
Man muß sicher kein großer Kenner der Techno-Szene sein, um zu wissen, dass dieses Album ein ausgezeichnetes ist. Sasha Funke, deutscher DJ und Produzent, seit 1999 solo und in allerlei Projekten unterwegs, hat zusammen mit seiner Partnerin Julienne Dessagne, Französin und Wahllondonerin, unter dem Pseudonym Sashienne ein kleines hypnotisches Meisterwerk aufgenommen. Acht Stücke, unaufgeregt, unaufdringlich, dennoch mit fesselndem Beat – „Unknown“ klingt wie etwas, das es nach gängigem Vorurteil eigentlich so gar nicht geben dürfte: Charmante, lebendige Künstlichkeit. Das liegt natürlich zuvorderst an Dessagnes voller, samtweicher Stimme, die sich im ersten Stück („Unknown“) unnachahmlich präsent im Klangraum platziert und von da an die Geschicke der Tracks durch feinste Nuancierungen und Variationen zu lenken versteht. Die Stimme als analoges Gegenstück zu pulsierender Synthetik, trotzdem in vollkommenem Einklang mit ihr, mal als bloßes Raunen („November“), mal mit dem sanften Idiom der Muttersprache („Aile Mut“), dann in Zwiesprache mit Funkes Rezitativ („Grand Cru“). Die Beats dazu mal satt und vorlaut, gegen Ende dann entspannt und zurückgelehnt, wie man es auch an The Whitest Boy Alive mag. „No order, no rules. A chaos coming out of the explosion of a meteoric love. It took us quite a lot of time and reflection to give it a shape that others could see and hopefully appreciate", so die Erklärung für ihre gemeinsame Unternehmung. Herausgekommen ist ein großer Zauber – wenn das der Techno von heute ist, dann sind wir gern dabei. Sashienne bei Kompakt

Gibt's nicht mehr



"Am 3. Mai zeigt Sat.1 die 'Die Harald Schmidt Show' zum letzten Mal. Darauf hätten sich der Sender und die Kogel & Schmidt GmbH verständigt. Harald Schmidt wird in einer Mitteilung von Sat.1 nur mit dem Wort 'Schade' zitiert."
Kress-Report, 28.03.2012

Gibt's noch



In der Tat - man mag es ja kaum glauben - Paul Smith und Band wagen nach diversen Soloausflügen das Comeback. Am 11. Juni soll die neue, vierte Platte von Maximo Park erscheinen, heißen wird sie "The National Health". Tracklisting und Titelsong - hier.

Mutmacher



Paul Weller “Sonik Kicks” (Universal)
Wir fangen am besten ganzen hinten an, bei „Be Happy Children“ also. Seien wir ehrlich, es gibt nur wenige, die solch einen Schmus verzapfen und ihren Fans danach noch gerade in die Augen blicken können: “For my love knows no limit, when it comes to loving you, and my heart is always with you“ croont Weller am Kinderbettchen, das Piano säuselt dazu, Hannah Andrews, Wellers zweite Frau, gibt ein wiederholtes Stelldichein und am Ende darf noch was auf’s Band gebrabbelt werden – wer keinen Spaß an seiner Karriere hat, dem reicht so ein Song in der Regel zum sicheren Untergang. Nicht so bei Paul Weller. Der geht mit seiner neuen Platte allem Geunke zum Trotz schnurstracks an die Spitze der heimatlichen Charts und wer bisher noch Zweifel am britischen Humor hatte, dem sollten sie jetzt genommen sein.

Nun ist es nicht so, dass der Mann dem Gefühligen jemals abgeneigt gewesen wäre – er hat schließlich schon Songs wie „Moon On Your Pyjamas“ oder „You Do Something To Me“ gesungen und zu seiner Ehrenrettung sollte man ihm zugestehen, dass er als später Nochmal-Vater allen Grund zur Rührseligkeit hat – erstaunlich ist nur die Konsequenz, mit der sich Weller in zunehmendem Alter jedweder Erwartungshaltung entzieht. Und davon kann „Sonik Kicks“ wahrlich mehr als ein Lied singen. Das zackige „Green“ schon rennt gerupft von rechts nach links und wieder zurück, auf das skizzenhafte, recht beschwingte „The Attic“ folgt mit „Kling/Klang“ ein Krautrockbrocken allererster Güte – Weller huldigt dem Augenblick, was war, ist egal, was kommt, wird schon klappen: „And I don't care about the coming wave, I take my chances in the grave, it’s only one moment that is now, I can't undo what I don't know how“.

Es gibt in der Tat nur wenige Stücke, die dem neuerlich Experimentierfreudigen in althergebrachter Tonlage gefallen haben müssen – bei „Dragonfly“ pumpt ein dunkler Bass für gut abgehangenen Postrock, „Around The Lake“ läßt sich am straighten Beat festmachen und „Paperchase“ wird zwar elektrisch satt unterfüttert, gefällt aber mit kantigen Psychrockgitarren. Der Rest – sechseinhalbminütiger Blubberpop mit Familienduett („Study In Blue“), soulige Sonnenklänge („When Your Garden‘s Overgrown“), „Shoowap, shoowap“ im gefährlichsten aller Zeitalter und ein völlig abgedrehtes, fiebriges „Drifters“ – der Mann weiß noch immer zu irritieren.

Hat man die Platte einige Male am Stück gehört, kommt man zu dem Schluß, dass das alles so schlimm gar nicht klingt, von wenigen Ausnahmen abgesehen ist nichts wirklich Schlechtes dabei und mit Ungewöhnlichem durfte man ja durchaus rechnen. Ehrenwert im Übrigen nicht nur die anhaltende Bereitschaft, sich auf neue Dinge einzulassen, auch die Begründung für diese Lust kommt durchaus sympathisch rüber: „It’s not a „Fuck-you-thing“ – it’s a trying to encourage people to listen to something new“, so Weller zum Rolling Stone, dafür gibt’s auf der – für ihn ohnehin nach oben offenen – Wertschätzungsskala ein paar Punkte extra: Wir haben verstanden. http://www.paulweller.com/

Dienstag, 27. März 2012

Mönchengladbach - ah, ja.



Nun gut, mit Berlin hatte man ja gerechnet, aber mit Mönchengladbach? Fast sieht es so aus, als wolle sich jemand für das Pokalaus rächen, denn es gibt bis jetzt nur diese zwei offiziellen Deutschlandtermine für die Europatour von Leonard Cohen. Die Fans des FCB werden es verkraften, allen anderen bleibt ein sehnsüchtiger, trauriger Blick gen Westen.

5. September Berlin, Wuhlheide
6. September Mönchengladbach, Hockeypark

Schulte sein Schreibtisch - Vorgriff Nr. 2



Es sind ja noch ein paar Spiele hin bis zum Saisonausklang, der Aufstieg wäre nicht weniger als eine große Überraschung und insgeheim denken nicht wenige, es wäre besser, die Sensation bliebe aus. Am Kader des FC St. Pauli für die neue Saison wird jedenfalls schon kräftig gebastelt, vor einigen Tagen hat Sören Gonther, 25jähriger Rechtsverteidiger vom SC Paderborn, am Kiez unterschrieben. Geboren wurde der Mann im hessischen Schrecksbach, was laut Wiki eher mit "schräg zum Bach" als mit fürchertlichem Schrecken zu übersetzen ist, er gesellt sich im Übrigen zu seinem Paderborner Kollegen Florian Mohr, der ab Juli in Hamburg die Innenverteidigung besetzt.

Feier zu zweit



Erst die Ankündigung, jetzt Butter bei die Fische: Die kanadischen Japandroids haben endlich ein paar Daten für ihr nächstes Album "Celebration Rock", VÖ 15. Mai, auf den Tisch gelegt. Knappe acht Titel lang, beim Artwork gespart, dafür gibt es die erste Single "The House That Heaven Built" auf der Website schon mal als Gratisdownload, auf die dazugehörige B-Seite, ein Cover von Nick Cave's "Jack The Ripper", muß man wohl noch etwas warten. Livetermine sind auch schon gelistet, für Deutschland ist aber leider noch nichts bekannt - Musik & Daten: hier.

Montag, 26. März 2012

Possierlich



Nicht die Steinläuse, sondern die Bastelpuppen im neuen Video von Belle And Sebastian: Diese haben anläßlich ihrer Zusammenarbeit mit der Labelreihe Late Night Tales einen Clip zu ihrer Coverversion von "Crash", einem Song der britischen Indie-Kombo The Primitives, veröffentlicht - schön anzuschauen, kitzelt beim Hören, hier.

Selbst ist die Band



Super 700 “Under The No Sky” (Motor)
Die Frage muss erlaubt sein: Stammt dieses Album denn tatsächlich von derselben Band, die vor gut drei Jahren mit „Lovebites“ ein zwar lang erwartetes, aber etwas unentschlossenes und zum Teil doch recht dünnes Werk abgeliefert hat? Sind das die Super 700, die vor nicht allzulanger Zeit noch mit Produzentenidolen wie Gordon Raphael und Rob Kirwan hausieren gehen konnten, die sich auf Pressefotos gern den verlebten und harten Charme der Straße attestieren liessen, Ledermontur, Kampfhund, Attitüde rules? Die Antwort: Ein klares Jein. Denn die Familie ist kleiner geworden, von der ursprünglichen Besetzung sind mit Ibadet Ramadani, Michael Haves und Sebastian Schmidt nur noch drei an Bord, neben anderen haben sich auch zwei der Ramadani-Schwestern verabschiedet, Bassist Jan Terstegen dagegen ist neu dabei. Entschlackung könnte man das nennen, Konzentration – ein Aderlass, wie vielleicht vermutet, ist es nicht geworden, denn das aktuelle Album klingt mit weniger Personal um einiges stringenter, reifer und kompakter als der Vorgänger. Und das, obwohl diesmal keine der hochgelobten Koryphäen die Regler im Auge hatte – die vier haben das Album selbst produziert und dies war – je öfter man es anhört, desto klarer wird das – eine gute Entscheidung.

Denn „Under The No Sky“ hat, was „Lovebites“ über weite Strecken vermissen lies: die Ideen, die Ruhe und die Tiefe, der Sound wirkt klarer und kraftvoller als beim zweiten Album. Die Keyboards flogen zugunsten eines schwerblütigen, analogen Klangs nahezu komplett über die Reeling, Piano und Streicher ergänzen das klassische Instrumentarium der meist im Midtempo gehaltenen Stücke. Schon „21st Century Girl“ zu Beginn rollt behäbig an, Ramadanis dunkler, erdiger Gesang harmoniert wundervoll mit dem zeternden Gitarrenlärm ihrer Mitstreiter. Das elegante und locker angezählte „Live With Grace“ setzt einen vorsichtigen Kontrapunkt, es folgen eine Handvoll großartiger Songs, denen man nichts Unrechtes tut, rückt man sie in die Nähe der frühen Goldfrapp zu Zeiten von „Felt Mountain“ und „Seventh Tree“: geheimnisvoll, melancholisch, verwunschen, das kann sich jeder selbst aussuchen, in jedem Falle Songs mit verteufelt eingängigen Melodien. Zur Ergründung des Herzens bei „One Of A Kind“ wagt sich die Band sogar an ein Riff, wie es The Edge nicht besser hätte spielen können, das traumhafte Titelstück kommt mit einem Anflug von Westernromantik daher und – nicht weniger rührend – „When The Evening Comes“ stolpert gekonnt zu einer Reihe von endzeitlichen Ratschlägen: „And when your love is gone, love that was all you have, cook all your favorite meals, salt them with all your tears, …, burn what you have to burn, and when the evening comes, there’ll be no time for rest, put on your favorite shoes for it might be the last“.

Trotz des weitestgehenden Verzichts synthetischer Kulissen ist “Under The No Sky” kein Rockalbum im eigentlichen Sinne geworden – sie können es wohl, tun es aber nicht so oft – das kratzig ungestüme „Dear Wolf“ bleibt hier gemeinsam mit dem Eingangsstück die Ausnahme. Der Fokus bleibt auf die schattige Erhabenheit solcher Stücke wie „Make Rain“ oder „My Bones“ gerichtet, gebremste Emphase, hintergründig, mal gruselig, dann wieder mit ausgelassener Choreinlage („Queen Of Inbetween“) – wie sie’s auch anpacken, es scheint ihnen spielend zu gelingen. Diese Selbstverständlichkeit ist’s, die an „Under The No Sky“ beeindruckt und den Rezensenten zu uneingeschränktem Lob befeuert, wo sich zuvor Häme und Enttäuschung breit gemacht hatten. Gestärkt zurück also im zweiten Anlauf, viele versuchen es, wenigen gelingt es – Respekt dafür. http://www.super700.de/

Unterwegs:
28.03. Berlin, Astra Kulturhaus (mit Cäthe)
29.03. Dresden, Scheune (mit Cäthe)
30.03. Kiel, Orange Club (mit Cäthe)
18.05. Berlin, Lido
19.05. Köln, Luxor
20.05. Hamburg, Goldener Salon
23.05. München, Ampere
24.05. Stuttgart, Goldmanns