Montag, 30. April 2012

Unterwegs in Sachen Unmut


Mitte Mai kommt die neue Fehlfarben "Album Xenophonie" - schon jetzt ist Sänger Peter Hein unterwegs als lebende Litfasssäule, um die erste Single "Platz da" zu promoten - bald auch in Deiner Stadt: hier.

Sonntag, 29. April 2012

War's das?

Da gibt es nichts zu hadern - für den Kampf um die Relegation war das 0:1 aus Sicht der Kiezkicker zu wenig, kaum Chancen, zu nervös und zu viele Fehler. St. Pauli hat somit für's kommende Finalwochenende die schlechtesten Karten der drei Anwärter auf Platz 3, Glückwunsch an Dresden, dickes Sorry! an Rostock, Liga 2 - wir bleiben.

Samstag, 28. April 2012

Nimmermüde

G.Rag Y Los Hermanos Patchekos „Pain Perdu“
(Gutfeeling Records)

Von Hans-Dietrich Genscher, dem Mann mit den Segelohren und dem gelben Pullunder, geht die Rede, er sei sich einst während einem seiner zahllosen Flüge als ruheloser Außenminister selbst begegnet und habe sich freundlich am Fenster seines Jets zuwinken können. Von einer näheren Verwandtschaft der G.Rags mit dem großen, alten Mann der Liberaldemokratie ist Näheres nicht bekannt, ihr Auftrittspensum kann man aber durchaus mit dem seinen vergleichen. Tucson, Monterey, Santa Cruz, Lugano, Zürich, Basel, Hamburg – dazwischen natürlich jede Menge Monaco, Wiesn sowieso – dass dem begabten Haufen dazu noch ein ums andere Mal ganz feine Alben gelingen, darf man getrost als kleines, bajuwarisches Wunder betrachten.

Nun also „Pain Perdu“ – es sollte die Nummer sechs sein. Zur Eröffnung eine wunderbar verschnörkelte „Cumbia Oriental“, das darauf folgende Stück ist wie gemacht für’s imaginäre Roadmovie: Man muss also nicht unbedingt auf der Straße unterwegs sein, es reicht manchmal, einfach nur die Augen zu schließen und der Fantasie die Sporen zu geben – dazu der staubige, hitzeschwere Sound des „Train Song“, paßt. Für zwei Städte gibt’s eine extra Widmung, neben dem „Swing Genéve“ kommt hier auch eine sattere Version des „Swing Monaco“ ins Programm, von dem man ja auf dem neuen „München 7“-Soundtrack schon die akkustische Version hören durfte.

Sehr gelungen: der saftige Blues-Stomp „Uncle Mike“, vom quirligen „Carouselle“ dürften die G.Rags gern mal eine Kopie an Gravenhurst schicken, die gerade auf ihrem aktuellen Album ein ähnlich betiteltes Lied zum Besten geben – spielten die Engländer ihres auf der Wiesnkrinoline, Ärger und deftige Unmutsäußerungen wären vorprogrammiert. Aufmerken läßt „King Of The Hill“, ungewohnte Töne – Karibik, Postpunk, Bigband, was noch, whatever, klasse Song. Abschluß: „Gaita Del Guiro“, noch mal was zum Federn und Hüftkreisen, mit „Edna Lake“ geht’s stimmungsvoll und besinnlich zu Ende. Nach „Hold Fast“ also keine Ermüdungserscheinungen zu erkennen, Pain perdu, Langeweile ebenso – schöne Platte. www.gutfeeling.de

Freitag, 27. April 2012

Klangzauber

Gravenhurst „The Ghost In Daylight“ (Warp)

Man wird diesen Satz so oder ähnlich sehr häufig lesen – wahr bleibt er trotzdem: Die Musik von Gravenhurst läßt sich am ehesten mit einer warmen Jacke vergleichen, die man anzieht, wenn es ungemütlich wird, wenn es einen fröstelt und eine schützende Hülle dringend Not tut. An der garstigen „Wetterlage“ hat sich dann zwar nichts geändert, der Klangzauber der drei tut aber sein Bestes, dass man es halt irgendwie aushalten kann da draußen.

Nick Talbot, Alex Wilkins und Robin Allender werden für die Musik ihrer Band ja gern als Neofolkies tituliert, in der Tat besteht der Großteil ihrer Songs aus fein gewobenem Material, elektronisch verziert, das ab und an auch mal kratzt. Auf „The Ghost In Daylight“ tut sie letzteres zu Beginn – bei „Circadian“ und „The Prize“ wagen sich jeweils gegen Ende ein paar ruppige Gitarren aus der Deckung, ansonsten geht es weitestgehend ruhig und besinnlich zu Werke. Das hätte man sich vielleicht etwas häufiger gewünscht, doch auch wenn die vornehmlich akkustischen Klangmalereien nicht so recht in den übermütigen Frühling passen wollen – die Jungs aus Bristol wären schlecht beraten, würden sie ihr Konzept dem jahreszeitlichen Befinden anpassen.

Mit „Fitzrovia“ und „Islands“ haben sie zwei der zehn Stücke auf beachtliche acht Minuten Spielzeit gebracht, das summt und zupft sich ganz herzerwärmend über die Zeit. Sie sind halt keine Krachmacher, keine Lautsprecher und pflegen zu dieser zurückhaltenden Innerlichkeit – in ihrem Video zur Vorabsingle „The Prize“ konnte man es sehen – eher eine Vorliebe für die Ästhetik vergangener Jahrzehnte. Trotzdem gilt: Wenn man diese Platte zum richtigen Zeitpunkt hört, kann sie einem ein paar behagliche Momente schenken. http://gravenhurstmusic.com/

Draußen unterwegs:
23. Juni Frankfurt, Lüften Festival
24. Juni Köln, Gebäude 9
25. Juni Berlin, Comet Club
25. August Hannover, Bootboohook Festival

Haut rein


Wo wir's gerade von MashUps haben: Mark Foster und Isom Innis, bekannt vom kalifornischen Indietrio Foster The People, haben unter dem Namen Smims&Belle Lana Del Reys "Blue Jeans" und Azealia Banks miteinander - ja, gekreuzt, herausgekommen ist ein wahrlich leckerer Happen - kurz und länger: hier.

Donnerstag, 26. April 2012

Meine Frau sagt ...


... dass das MashUp Adele vs. Daft Punk "Something About The Fire" im Carlos Serrano Mix ziemlich heißer Scheiß (sinngemäße Wiedergabe) ist - und was soll man sagen, wo sie Recht hat - hier. Als guter Ehemann setzt man natürlich gern noch einen drauf, soll heißen, Skrillex mit dem Mädchen ist auch nicht ohne - dann hier.

Ach nee! [Update]


Das zählt hoffentlich unter die Rubrik "Eine Amöbe zum Elefanten aufgeblasen": Die britische Website music-news.com vermeldet, dass The Smiths trotz aller hartnäckigen Dementis angeblich eine Reunion für diesen Herbst planen. Das wäre um so erstaunlicher, als dass Johnny Marr im März noch dem NME in die Tastatur diktierte: "We won't be reforming this week. Maybe if the government stepped down. If this government stepped down, I'll reform the band. How's that? That's a fair trade, isn't it? I think the country would be better off, don't you? I'll do it if the coalition steps down."

Update: Johnny Marr via Zuckerbook: "The rumour of the Smiths reunion is untrue. It's not happening." God save the queen!

Lost & found

Rufus Wainwright „Out Of The Game“
(Universal)

Wie er da so steht, gockelbunt zwischen Mustertapete und Brokatvorhang, mit Totenkopfknauf und Lilienbrosche, das Ergebnis der Maniküre begutachtend, gibt Rufus Wainwright auf dem Cover seines neuen Albums ein köstliches Bild ab. Für diese Extraportion Ironie gibt’s natürlich, ähnlich wie zuvor bei Jack White, schon mal einen Zuschlag in der B-Note. Humor steht ja nicht gerade an erster Stelle der Dinge, die man von einem Rufus-Wainwright-Album erwartet, manches seiner Werke erinnert schon eher an weihevolle, lithurgische Choräle, „Want One“ und „Want Two“ waren reicht damit bestückt und auch „All Days Are Nights“ machte seinem Namen alle Ehre.

Umso überraschender also die Meldung vor einigen Monaten, Wainwright habe sich mit dem Produzenten Mark Ronson zusammengetan, einem Mann also, der den Pop als Berufung versteht und der sich durch die Kollaborationen mit Amy Winehouse, Robbie Williams und Lily Allen schon zu frühen Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat. Schwermütiges ist mit ihm kaum denkbar, und so klingt auch „Out Of The Game“ trotz der manchmal recht bissigen Texte ungewöhnlich leicht, aufgehellt, ja an einigen Stellen fast schon fröhlich. Country, Soul, Rock’n’Roll – die Hardcorejünger mögen ihren Ohren nicht trauen – die Dab Kings als famose Begleitband tun ein Übriges zu dieser neuen, beschwingten Mischung.

Schon der Titelsong ist so ein Zwitter aus bösem Lamento und streichzartem Soul: „You're only a child, with the mind of a senile man, you're only a young thing,
'bout to sleep with a sea of men, ... look at you suckers“, auch das folgende „Jericho“ schimmert mit Chor und Bigband sonnig zwischen den Zeilen – man hört die Songs und meint sie schon ewig zu kennen. Kein geringzuschätzendes Verdienst von Ronson, dem sich Wainwright nach eigener Auskunft mehr als bereitwillig ausgeliefert hat – „He’s the full package, ... We both wanted something for each other, and I think we both got it“ (quietus). „Rashida“ wiederum erinnert mit seinem kräftigen, grellen Arrangement an frühere Queen-Sachen – hat eigentlich mal jemand an Rufus Wainwright gedacht als es galt, die Nachfolge von Freddy Mercury neu zu besetzen? Okay, vergessen wir.

Dass es am Ende doch wieder die Lieder mit dem schwermütigen Nachgeschmack sind, die in Erinnerung bleiben, ist seltsam, aber nicht weiter schlimm. Und irgendwie passt es auch zu einer Platte, die zwischen den Spannungspunkten Verlust und Gewinn entstanden ist – Wainwright selbst gibt ja bereitwillig Auskunft darüber, dass der Tod der Mutter Kate MacGarrigle vor gut zwei Jahren schwer zu schließende Wunden hinterlassen hat – gleichermaßen ermuntert ihn die Geburt seiner Tochter im Februar letzten Jahres. Das ihr gewidmete, behutsame „Montauk“ vereint Wehmut und Frohsinn auf unnachahmliche Weise: „One day you will come to Montauk, and you will see your dad wearing a kimono, and see your other dad pruning roses, hope you won’t turn around and go.“

Neben dem lässigen „Perfect Man“ mit einer Extraportion Popsahne obendrauf, neben dem ausgelassenen „Welcome To The Ball“ bleiben also vor allem der betörende Liebesschwur von „Respectable Dive“, das theatralisch, schmelzige „Song For You“ („So i’m gonna fly in the sky so high in the wind and i’m gonna try, really, really try so hard not to give in ...") und die Resignation und das überspannte Pathos von „Candles“ im Gedächtnis haften. Er möchte, so Wainwright selbst, seine Platten nicht mehr oder weniger wichten – das eine allerdings kann man ihm attestieren: Mit „Out Of The Game“ ist ihm sicher kein kleiner Wurf gelungen. http://www.rufuswainwright.com/

Mittwoch, 25. April 2012

Bunt tanzt gut


Auffällig geworden sind AU (sprich: Äih-Juh) aus Portland kürzlich nicht zuletzt als Support von James Stewarts Xiu Xiu - das fidele Duo frickelte dort live eine wunderbar kunterbunte Mischung tanzbarer Beats zusammen, die man auch auf ihrem letzten Album "Get Alive" bewundern kann. Das farbenfrohe Video zu ihrer letzten Single "OJ" gibt es nun hier.

Gute Besserung in Sicht


Nun, das letzte Album von Konstantin Gropper alias Get Well Soon war, um es wohlwollend zu formulieren, etwas gewöhnungsbedürftig (wer es nicht so gut meint, sagt: dünn und überproduziert) - egal, der Junge ist immer für eine positive Überraschung gut. Laut visions.de erscheint am 24. August nun sein drittes Werk mit dem Titel "The Scarlet Beast O'Seven Heads - La Bestia Scarlatta Con Sette Teste" - nicht minder lang auch der Titel des ersten Stückes, welches man als Kostprobe gereicht bekommt: "You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)" - na, hoffentlich verhaspelt sich da mal keiner: hier.

Tanz der alten Tanten


Man hatte ihn fast schon vergessen - im letzten Jahr waren The Rapture mit "How Deep Is Your Love?" beim Jahresranking der besten Tracks ganz vorn mit dabei. Nun gibt es für den nicht mehr ganz so neuen Song einen frischen Clip - Luke Jenner als Gulliver beim Tantentanz, große Klasse: hier.

Dienstag, 24. April 2012

Teufelstanz in der Spelunke

Jack White „Blunderbuss“
(XL Recordings)

Gut, für das Cover bekommt der umtriebige Kerl schon mal den ersten Fleißpunkt. Ansonsten gilt: Wer befürchtet hatte, Jack White werde auf seinem Solodebüt einen spannungsarmen Zweitaufguß der White Stripes abliefern, der wird mit "Blunderbuss" positiv enttäuscht. Eine Komplettverwandlung zum introvertierten Electrofreak war natürlich nicht zu erwarten - White wird immer der Typ mit den Roots-Schellacks bleiben, der auf rührende Weise dem analogen, dem ursprünglichen Sound huldigt und sich mit Herzblut in die alten Gassenhauer hineinwühlt.

Die ersten drei Songs auf "Blunderbuss" gehen noch klar in Richtung des rohen, unbehauenen Indieblues, es beginnt mit dem unaufdringlichen "Missing Pieces", "Sixteen Saltines" legt dann jede Zurückhaltung ab, hier jault und kracht es schon mächtig im Gebälk, bevor dann mit "Freedom At 21" ein wahrer Killertrack die Rücksichtslosigkeit des weiblichen Geschlechts beklagt - White rappt und rockt, dass es eine wahre Freude ist.

Danach der Break - die erste Single des Albums, "Love Interruption" mit Ruby Amanfu aus Nashville, hat schon einen behutsameren, gleichwohl noch immer anrührenden Soul: "Yeah I won't let love disrupt, corrupt, or interrupt me anymore", ach Junge ... Einige der folgenden Stücke würden gut für ein verrauchten Salloon, an ein klappriges, lautes Piano passen - der Stomp von "Hypocritical Kiss", auch die Progrockanleihen von "Weep Themselves To Sleep", die so kräftig scheppern und kreischen. Der fiebrige Teufelstanz von "I'm Shakin'" ist dort ebenso gut aufgehoben - hier scheint White die Essenz seines Schaffens in die Rillen gepreßt zu haben: "I feel like I've been run right through the mill, and I can't move around and I can't stand still, I'm Bo Biddley - oh, you got me shakin'", herrlich durchgeknallt.

Nach dem vertonten Kinderreim ("Two monkeys jumping on the bed ...") bei "Trash Tongue Talker" und dem entmutigten Wink mit der weißen Fahne ("I Guess I Should Go To Sleep") folgt mit "On And On And On" wohl so etwas wie ein Blick in die gepeinigte Seele des Mannes aus Detroit, der von seinen geliebten White Stripes lassen mußte und dem diese Entscheidung noch immer nachgetragen wird: "The people around me won't let me, become what I need to, they want me the same, I look at myself and I want to just cover my eyes and give myself a new name ... alone may I go, where God only knows just where I am going." Wie zur Versöhnung läßt er es am Ende ("Take Me With You When You Go") noch einmal richtig donnern - kein einfaches Album, sicher aber auch kein langweiliges, und mithin die Garantie, dass auch die drei Deutschlandtermine seiner diesjährigen Tour fest auf der mustlist bleiben. http://jackwhiteiii.com/

26.06. Berlin, Tempodrom
27.06. Köln, E-Werk
05.07. Hamburg, Docks

Montag, 23. April 2012

Nachtschatten

The Raveonettes
"Into The Night"

(Raveonettes)

Letztes Jahr erst die gar nicht mal so üble "Raven In The Grave" - jetzt schieben die Raveonettes eine durchaus gelungene EP nach. Vier Songs nur, aber alle von bestechender Qualität, wie man sie zuletzt vom makellosen "Lust Lust Lust" (2007) kannte. Schon der Titeltrack "Into The Night" ist watteweicher, verträumter Shoegazing-Zauber, "Night Comes Out" wirkt noch etwas nachgedunkelt und schwerer, wohingegen "Too Close To Heartbreak" beschleunigt und verzerrt daherkommt. Den Abschluß bildet der griffige Noise'n'Roll von "Bad Ghosts" - eine blitzsaubere Zwischenmeldung, komplette Schnipsel: hier.

Laid back


Zur Zeit dreht ja Norah Jones mit ihrer neuesten Scheibe "Little Broken Hearts", produziert von Danger Mouse, die ersten Runden - passend dazu hat das Herzchen zum Record Store Day eine schöne Doppelsingle mit TVOTR-Mastermind David Sitek unters Volk gebracht - "After The Fall" und "She's 22" sind darauf zu hören - ersteres auch hier.

Danach ist davor

Nun also auch er: Gerade erst den 65sten erfolgreich und vor allem: lebendig (!) hinter sich gebracht, plant Iggy Pop, der Mann mit der Plastikhose, für Anfang Mai sein höchst eigenes Cover-Album, Titel "Aprés". Sehr frenchy wird es werden, weil Herr Osterberg meint, die französische Hochkultur "has most stubbornly resisted the mortal attacks of the Anglo-American music machine." (NME) Ah - ja. Mit dabei neben Serge Gainsbourgs "La Javanaise" und Edith Piafs "La Vie En Rose" auch Songs von Frank Sinatra, den Beatles ("Michelle") und Yoko Ono. Man darf gespannt sein.

Relegation, Baby?


Prestigeduell mit 3:0 deutlich gewonnen, die Rückkehr von Doppelpack-Ebbers und nun steht St. Pauli nur noch einen Punkt hinter Düsseldorf - auch wenn keiner träumt, rückt die Relegation doch wieder ins Blickfeld. Jetzt also: Dranbleiben!

Sonntag, 22. April 2012

Ein Rätsel auf sechs Beinen


Die Ärzte „Auch“
(Hot Action Records)

Eigentlich muß man die Überschrift um mindestens einen Pferdefuß ergänzen, denn auch nach dreißig Jahren konnte dieser Band noch keiner das diabolische Grinsen aus dem Gesicht wischen – dreißig Jahre mit der immergleichen Mischung aus allerfeinstem, pubertärem Humor weit unterhalb der politisch korrekten Gürtellinie, mit „Hau drauf!“-Mucke und sauber gefeilter „Leck mich!“-Attitüde, die meisten machen noch immer mit und wenige wissen wieso. Die drei Berliner belassen es selbst bei eher spaßig-platten Deutungsversuchen („TCR“), warum auch etwas kompliziert erklären, wenn es doch so einfach funktioniert.

Wenn die Süddeutsche schreibt, man könne froh sein, dass sich die Band noch nicht auf‘s Altenteil zurückgezogen habe, so ist das natürlich nur die halbe Wahrheit, denn einige Songs auf „Auch“ klingen schon verdammt nach Zurücklehnen und „Wird-schon-irgendwie-klappen“ – einer erfolgsverwöhnten Fußballmannschaft würde man in so einem Falle wohl fehlenden Erfolgshunger attestieren. Ob „Bettmagnet“, „Sohn der Leere“, das alberne „Tamagochi“, „Angekumpelt“ oder „Die Hard“ – mittelmäßige Mitgrölnummern, aus einem lustigen Spruch versucht, einen kompletten Song zu zimmern, auch musikalisch eher dünn.

Aber Farin Urlaub, Rod González und Bela B. hätten nicht diesen Erfolg, wären nicht diese allerbeste Band, wenn sie zum Durchschnittlichen nicht immer ein paar einzigartige Juwelen stellen würden, Lieder also, die nur sie auf dieser Welt so hinbekommen, dass man fast in (naja, heiterer) Andacht erstarren möchte. Nur sie beginnen ihr zwölftes Album mit der ketzerischen Frage an ihre Anhängerschaft „Ist das noch Punkrock?“, wohl wissend, dass diese wie ihre Idole selbst mittlerweile im ehemals verteufelten Spießeridyll namens „Familie“ angekommen ist. Solange man sich nicht selbst belügt, darf und muss man also auch herzlich über sich selbst lachen können.

Als Update zur Peinlichkeit heterosexuellen Paarungsverhaltens ist „M&F“ ein wahres Schmuckstück, selten gelang ein simples „Ist doch egal“ treffender als hier: „Manche Männer lieben Männer, manche Fraun lieben Fraun, da gibt’s nichts zu bedauern und nichts zu staun, das ist genauso normal wie Kaugummikaun, doch die meisten werden sich das niemals traun“ – schönster 70er Diskoschwof drunter gemischt, fertig ist die Wunderkiste. Nicht weniger gut gelungen der Kastratentwang in „Waldspaziergang mit Folgen“, witziger kann eine Meditation über religiösen Kokolores kaum sein. Nahe dran und deshalb auf der Habenseite: „Freundschaft ist Kunst“ als amüsante Persiflage auf überkommenen Kulturlagerkoller und das breitbeinige, fast barocke Riffgegniedel des „Cpt. Metal“ als Brückenkopf gegen grassierende Formatradio-Diarrhö. „Fiasko“ resp. „Miststück“ beweisen: Die Ärzte schreiben mit knapp 50 noch immer die Tagebuchsprüche für adoleszente Rumdruckser oder mittelalte Beziehungsopfer und wirken dabei noch erstaunlich glaubhaft.

Sie wird also, meistenteils zu Recht, gefeiert werden, diese neue Platte, auch wenn es nicht ihre beste ist. Doch gilt der Beifall hier weniger der innovativen Überraschung als vielmehr dem demonstrativen Behauptungswillen, auch weiter drei große, sympathische Jungs mit viel Unsinn im Kopf und rechtschaffener Wut im Bauch bleiben zu wollen. Solange sie das schaffen, sind ihnen die Herzen ihrer Anhänger sicher, und solange darf das Rätsel ihres Erfolges weiterhin gern ein ungelöstes bleiben. www.bademeister.com

Mit Liebe gemacht


Spiritualized „Huh?“
(Domino Records)

Es bleibt eine schöne Randnotiz, dass der Bandgründer von Spiritualized (und gleichzeitig deren einzig dauerhaftes Mitglied) Jason Pierce Mitte der Sechziger im englischen Rugby geboren wurde – ein Leben, welches in einem Ort mit solchem Namen seinen Anfang nimmt, hat seine Überschrift schon gefunden: hart, roh, selten angenehm, doch nicht unterzukriegen. Ähnliches läßt sich auch von Pierce‘ Werdegang sagen, dem bei Wikipedia nicht ohne Grund eine Rubrik „Gesundheit“ beigegeben ist: Der Mann sollte wissen, wie man Nahtoderfahrung buchstabiert, so oft hat er, zwanghaft schon, die Nähe zu verschiedensten, bewußtseinserweiternden Substanzen gesucht und ebenso oft haben diese ihn an den Rand des körperlich Ruins gebracht. Nicht wenige seiner Werke und Stücke sind in dieser und durch diese Zeit gemacht und hätte er nicht gleichermaßen Glück, Genie und gehörige Nehmerqualitäten vorzuweisen gehabt – es hätte auch diese, seine siebte Platte nie gegeben.

Karl Bruckmaier, gern abgefragte Instanz musikalischen Sachverstands, adelte „Huh?“ kürzlich mit blau hinterlegtem Kaufbefehl und den Worten: “atmet in jeder Sekunde die Liebe zur Musik“ – viel besser kann man uneingeschränktes Lob nicht auf den Punkt bringen. Pierce ist kein Mann, der sich mit Halbgarem und Beschaulichem um des Erfolges wegen zufrieden gibt, nicht dann, wenn er mit einem Song noch eine Runde extra drehen kann, wenn für die Gesamtwirkung noch eine Spur draufgesetzt werden muß. Das galt für seine Meisterwerke „Ladies And Gentlemen We Are Floating In Space“ und „Let It Come Down“ am nachdrücklichsten, das ist auch beim aktuellen Album nicht anders. Zwei satte Achtminüter hat er mit „Hey Jane“ und „Headin‘ For The Top Now“ auf „Huh?“ gepackt, beide allerschönster Psych-Rock, mal frühe Primal Scream, mal ehrwürdige Velvets, Gezeter, Gezerre, es schmirgelt, raspelt und nölt ganz wunderbar unter dem zwingenden Beat. Das kann er, das sind seine Standards, damit kriegt er einen immer – für „Get What You Deserve“ verzwirbelt er noch ein paar Streicherteppiche ins schräge Muster, „I Am What I Am“ glänzt mit souligen Backroundchören, alles mit Schmackes und, ja – „Liebe“ gemacht.

Um die geht’s auch in „Too Late“, einem anrührenden Schmachtfetzen über falsche Versprechungen, all die verdammten Gefühle und Hoffnungen, über alles, wovon man besser die Hände gelassen, wenn das Herz nicht anders entschieden hätte. Das gleiche Großkaliber auch der Bittgesang an „Mary“, angstfreier Soulrock, was muß, das muß. Bei „Freedom“ gibt Pierce den Dylan, pur, die Akustische und das Piano, mehr nicht, für „Life Is A Problem“ ist Johnny Cash zu früh gegangen, das Stück, welches etwas an den alten, gleichnamigen Bluegrassklassiker erinnert, wäre mit Sicherheit auf einer der folgenden Cover-Compilationen des Man In Black erschienen. „So Long You Pretty Thing“ darf der Mann sich dann gern für die große Oasis-Reunion aufheben – Banjo, Chöre, Bläser, alle, alles, Rock’n’Roll, herje … schönes Ende für eine ganz dicke Nummer. www.spiritualized.com

Ehrensalut

Noch einmal Fremdstoffverwertung: Auch die Red Hot Chili Peppers werden bald eine EP mit nachbearbeiteten Titeln einiger ihrer Favoriten herausbringen. "We Salute You" soll das gute Stück heißen, folgende sechs Songs, bisher allenfalls auf Sonderpressungen enthalten, lauten gelistet:

1. “A Teenager in Love” (Dion and the Belmonts)
2. “Havana Affair” (Ramones)
3. “Search & Destroy” (Iggy and the Stooges)
4. “Everybody Knows This is Nowhere” (Neil Young) [live]
5. “I Get Around” (The Beach Boys) [live]
6. “Suffragette City” (David Bowie) [live]

Donnerstag, 19. April 2012

Lebenszeichen


Das Alter Ego von Paul Banks, Sänger der New Yorker Kapelle Interpol, Julian Plenti meldet sich dieser Tage zurück - sein Label Matador kündigte gerade neben der in Bälde geplanten zweiten Soloplatte eine EP, also kleine Zwischenmalzeit, mit dem unzweideutigen Titelhinweis "Julian Plenti Lives" an. Der Longplayer kommt nicht, bevor die Blätter fallen, die EP dafür schon am 12. Juni. Interessant dürfte der Inhalt werden, neben Covern von J Dilla sollen auch Stücke von Frank Sinatra und Harold Faltermeyer (ganz recht: tü tü tütütütütüt - Beverly Hills Cop!) enthalten sein - der Banks, der alte Schlingel ...

Mittwoch, 18. April 2012

Puppenspieler


Es ist vielleicht der einzige Titel des aktuellen Albums "Port Of Morrow", der den vorauseilenden Enthusiasmus wirklich verdient hat - The Shins haben nun für diese, ihre zweite Single "The Rifle's Spiral" ein Video präsentiert, eine amüsante Mischung aus "Momo" und "The Corpse Bride", verantwortet von Regisseur Jamie Caliri - hier.

Herr Hütter spricht



Und wenn er das als maßgebliches Mitglied von Kraftwerk tut, dann hat er natürlich auch etwas zu sagen. Der New York Times verriet er jetzt, dass nach den ausstellungsbegleitenden Konzerten in München und im New Yorker MoMA bald mit einem neuen Album der Düsseldorfer Kling-Klang-Pioniere zu rechnen sei - denn: "We didn't fall asleep." Kompletter Wortlaut - hier.

Samstag, 14. April 2012

Das Lied vom Tod



Die Ähnlichkeit mit Ennio Morricones Titelmelodie zum Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" sind kaum zu leugnen: New Order veröffentlichen knappe 32 Jahre nach dem tragischen Selbstmord von Joy Divisions Ian Curtis die ungekürzte Fassung ihres dem Frontmann gewidmeten Trauermarsches "Elegia", mit einer Gesamtspielzeit von siebzehneinhalb Minuten geht sie weit über das hinaus, was ursprünglich unter gleichem Namen auf dem Album "Low Life" aus dem Jahr 1985 zu hören war. Worte braucht es natürlich immer noch keine, sie wären auch denkbar unpassend gewesen, schließlich es galt ja den Verlust des Leadsängers zu beklagen - eine monumentale, düstere Fuge, kein Ton zuviel. Das Stück gibt es als EP zusammen mit einer Aufnahme von "5-8-6" aus den Peel Sessions und dem nicht minder beeindruckenden "The Him" vom Debüt "Movement" - eleganter leiden: hier.

Donnerstag, 12. April 2012

Letzte Chance [reloaded]



Na ja, nicht ganz - der gute Johnny Depp hat ja durch seine Zweitprofession Bandleader (The Kids, P) und Gastgitarrist (Oasis!) eine gewisse Grundbildung, was geschmackvollen Krach angeht, in punkto Coolness macht Don Juan, Bella Lugosi und Captain Jack Sparrow ohnehin kaum jemand etwas vor. Ob er mit seinem neuerlichen Ausflug ins Muckerbusiness an die Seite von Marilyn Manson nun allerdings etwas danebengegriffen hat, muss ein jeder selbst entscheiden. Bei den Revolver Golden Gods Awards (?) in Los Angeles stand er jedenfalls schon mal für zwei Songs ("Sweet Dreams", "The Beautiful People") mit auf der Bühne, an Mansons aktuellem Album "Born Villain" soll er ebenfalls mit herumgefrickelt haben. Kann man nur hoffen, dass da der Sound etwas besser ausfällt als bei diesem unterirdischen Konzertmitschnitt - hier.

Was bleibt

G.Rag Y Los Hermanos Patchekos
„München 7/3“

(Gutfeeling)

Man tut sich schwer damit, die Betrachtungen über die Filmmusik vom Schicksal der aktuellen, dritten Staffel von „München 7“ zu trennen, als solche bekommen diese unweigerlich eine gehörige Portion Wehmut mit auf den Weg. Xaver Bartl und Felix Kandler versuchen ja seit einigen Wochen leidlich, sich im aufgebrezelten Vorabendprogramm der ARD freizuschwimmen, während beim Haussender BR der Folkloremarathon „Dahoam is dahoam“ als inspirationsarme „Telenovela Bavarese“ sich selbst genügen darf.

Es sind andere Zeiten, welche die beiden Komissare rundum und über den Viktualienmarkt treiben – eine Einkehr in Fales „Trattoria 30%“ ist ihnen verwehrt, auch Eisi Gulp leistet keinen Beistand mehr, stattdessen müssen sie sich am Zickenzank Elfi vs. Moni abplagen – sie sind nicht zu beneiden. Selbst die grantelnde Gruberin vermag jedoch den Abgang früherer Sympathieträger nicht wettzumachen, auch die Geschichten kommen zuweilen seltsam hölzern und konstruiert daher, fast so, als hätte dem Bogner jemand gesagt, er solle doch dem weltstädtischen München bitteschön auch mal die dringenden Probleme gleichgeschlechtlicher Partnerschaften oder zeitgemäßer Flashmobs auf den Serienleib schneidern – allein, es passt nicht immer.

Und mittendrin die G.Rags, selbst schon ins Schaupielerensemble verpflichtet, und das leider in einer Folge („München Melodie“), die neben feiner Musik leider auch recht talentfreie Vorstellungen der Herren Hanitzsch und Schuhbeck zu bieten hatte. Eine Portion Mitleid also auch für die Band? Keineswegs. Denn was sie tun können, das tun sie mit Bravour, immer noch. Schließlich gelingt ihnen, die sie mit der Serie nicht groß, aber doch etwas größer geworden sind, mit ihren liebenswerten, skizzenhaften Miniaturen, was den Schauspielern bisweilen verwehrt bleibt – die zusätzliche, musikalische Dimension verleiht dem Darsteller und der Szenerie mittels Erkennungsmelodie einen Erinnerungswert. Der Sound also bleibt. Nicht alle Stücke des vorliegenden Scores sind für die Serie geschrieben, was aber nicht weiter stört, sind G.Rag Y Los Hermanos Patchekos doch so unverbrüchlich in München verwurzelt, dass fast jedes ihrer Lieder hierhin verortet oder im Zweifelsfall umgedeutet werden kann.

Noch dazu war die Einbettung verschiedener Musikstile und Klangfarben schon immer ihre offenkundige Berufung – vom bayerischen Humptata sind sie soweit entfernt wie Xaver Bartl vom Status des Vorzeigebeamten. Es gibt griechischen Blues (Rembetika Landwehrstraße/Schillerstraße), die erwartete, weil fast zwangsläufige osteuropäische Einfärbung, Swing (Swing Monaco), Jazz, Calypso (Jeux De Dames), Walzer, Stücke zum Sandeln (Sonne, Das Nichts) und einen wundervollen Zwiefachen zum Schluß. Ein wenig fehlen die eingestreuten Dialogsequenzen, ein paar von den weltumspannenden Gedanken der Herren Bartl, Kandler und Zagreb hätte man gern verewigt gehabt – sei’s drum, diese Musik fungiert hier also nicht nur als Ehrenrettung, sondern sorgt auch für das lässige, sonnenträge Wohlgefühl, wie nur München es kennt. http://www.gutfeeling.de/

Mittwoch, 11. April 2012

Letzte Chance



Nicht viel übrig geblieben von der großartigen Reputation einer Scarlett Johansson - selbst die Marilyn spielt nun Michelle Williams, Johansson dagegen müht sich an der Seite von Matt Damon durch Cameron Crowe's "Wir kaufen einen Zoo" - puhhh. Da kann etwas Coolness nicht schaden, also her mit den Produzenten 3D (Massive Attack) und DFA's Tim Goldsworthy und eine fette Version von George Gershwins "Summertime" aufgenommen. Erschienen auf dem Soundtrack zu Everardo Valerio Gouts Thriller "Days Of Grace" - nun, wenn's denn hilft.

Geteiltes Leid

Xiu Xiu, Kranhalle, München, 10. April 2012 (Support: AU)
Konzerte von Xiu Xiu sind so etwas wie Leiden im halböffentlichen Raum, der Besucher zahlt also einen kleinen Beitrag, um einen bestmöglichen Ausblick auf die Selbstgeißelung von Jamie Stewart, vorgetragen mit seiner derzeit dreiköpfigen Begleitband, zu erhaschen. So auch am gestern in der mäßig gefüllten Kranhalle des Münchner Feierwerks. Fairerweise sollte man keinem Menschen vorwerfen, sich an diesem Abend für eine andere Form der Unterhaltung entschieden zu haben – die Auftritte der Amerikaner gelten als nicht sonderlich einfach rezipierbar, angefangen bei der quasi nicht vorhandenen Interaktion mit dem Publikum, verbreiten die vier auf und vor der Bühne ein körperlich spürbares Unwohlsein, eine unangenehme Schnittmenge aus schroffer, abweisender Gestik und gehetzter Unruhe. Am deutlichsten fokussiert sich das natürlich in der Person Jamie Stewarts selbst – ein Getriebener, der sich mit entrücktem Blick über seiner Gitarre krümmt, seine (selbstbezeugt) kranke Gefühlswelt den neugierigen Blicken da unten zum Fraß vorwirft und dabei augenscheinlich derart unter Druck steht, dass man meint, er werde den Abend nicht heil zu Ende bringen können.

Tut er natürlich doch – bei allem Befremden muss man ihm und seiner Band zugute halten, dass die Musik, die diese zur Schau gestellte Qual untermalt und transformiert, wunderbarer, feinster Indie- und Postrock ist – kalt, natürlich, aber eben auch faszinierend. Das gilt für die Stücke seines fabelhaften neuen Albums „Always“, hier vor allem die Single „Hi“, „Joey’s Song“ und „Beauty Towne“, genauso wie für ältere Songs, mit „Fabulous Muscles“, „The Fox And The Rabbit“, „I Love The Valley, OH!“ mischt er sein Set ausgewogen zwischen früher und heute. Zwischendurch immer wieder die fast zwanghafte Mundspülung mittels zweier verschiedener Flüssigkeiten, das eigenhändige Wechseln einer Gitarrensaite (anderswo vom emsigen Roadie mittels Zweitinstrument schnell überbrückt) gerät bei Stewart – keiner im Publikum wagt auch nur einen Laut von sich zu geben – zur spannungsgeladenen, sprichwörtlichen Zerreißprobe. Um so lauter dann der Jubel für zwei gelungene Coverversionen: Schon „Ceremony“ aus dem Spätwerk von Joy Division scheint wie für diese Band und diesen Abend gemacht, bei der furiosen Zugabe „Frankie Teardrop“ von Suicide taumelt und springt Stewart, vom eigenen Mikrofonkabel gewürgt, mit luzidem Grinsen über die Bühne – die ganz große Show. Und mit Sicherheit das Ende eines eigenwilligen, aber gelungenen Abends. Xiu Xiu "Gray Death", Bowery Ballroom, 2010

Dienstag, 10. April 2012

Muss man nicht



Kann man mögen - muss man aber nicht: Würde hinter dem Projekt nicht ein honorabler Name wie Brett Nelson, Bassist der Formation Built To Spill, stecken, man müsste glauben, hier hätte sich jemand einen ganz üblen Scherz erlaubt. Denn einen Titel wie Dinosaur jr.'s "The Lung" derart verunstaltet und fast ohne jeden Wiedererkennungswert nochmals einzuspielen - dazu gehören jede Menge Mut und Humor. Zum Record Store Day am 21. April ist jedoch, wie man weiß, nahezu alles erlaubt, und so machte sich Nelson für sein Electronic Anthology Project an die Bearbeitung einiger Mascis-Klassiker und bekam dazu höchstselbst vom Meister neue Vocals samt Absolution gereicht. Ein Vergleich gefällig? Bitte: alt und neu.

Sonntag, 8. April 2012

Halbsowild


The Wedding Present „Valentina“ (Scopitones)
Diese neue Platte ist eine eigenartige geworden – keine schlechte, gewiß nicht, aber etwas seltsam schon. Seit 1985 kämpfen Wedding Present, wenn man das so sagen darf, an vorderster Schrammelfront, „Valentina“ ist ihre achte Platte. In der Zeit zwischen den Jahrtausenden, immerhin acht Jahre, schien es, als ob sich Bandgründer, Ideengeber und Sänger David Gedge mit dem Ende der Band abgefunden hätte – und doch gab es mit „Take Fountain“ 2005 eine überraschende Rückkehr. Heute weiß man, dass das Quartett aus Leeds seine besten Zeiten, trotz der Wiederauferstehung, da schon gesehen hatte – „George Best“, „Bizarro“ und „Seamonsters“ erscheinen mit jedem neuen Album ein Stück größer und es ist sicher kein Zufall, dass Wedding Present seit dem vergangenen Jahr nicht mit den neuen Songs, sondern – der derzeitigen Mode folgend – mit einer Komplettaufführung ihres 91’er Albums „Seamonsters“ touren. Neues für die Couch, altes für die Clubs? Ganz so schlimm ist es nun doch nicht geworden, auch wenn es den letzten Platten, „Valentina“ eingeschlossen, an dem Furor und der unvergleichlichen Energie der Frühwerke fehlt, für den Tanztee kommen sie gottlob noch zu krachert daher.

Über die Themenauswahl muß sich bei Wedding Present niemand beschweren – Gedge war und ist seit jeher ein Mann, der seinen Beziehungswirrwar mit Vorliebe in die eigenen Lieder packt – so handelt auch der Großteil der zehn Stücke des vorliegenden Albums vom Lieben und Scheitern, vom Wollen und Müssen und Lassen. Der Start gerät als Mischung aus Carl Barats Dirty Pretty Things und Nancy Sinatra – beide haben sich am großen Bang! schon abgearbeitet, Gedge tut nun seinen Teil dazu, und gibt am Ende doch den Kleinlauten („Okay, call me“). „You Jane“ erinnert am ehesten an zurückliegende, wildere Glanzzeiten – das ist schnell, das tut gut. In der Folge wird das Zwischenmenschliche in allen Erscheinungsformen bespiegelt und variiert, selbst vor astronomischen Bezügen schreckt Gedge nicht zurück („524 Fidelio“). Textlich wirkt das manches Mal ein wenig platt wie bei „Deer Caught In The Headlights“, wenn er räsoniert: „If I were a painter, I just paint portraits of you, you’ld been everything I do”, auch “End Credits” kann mit solchen Weisheiten aufwarten: “… the closer I get to you, the further I get away from me…”.

Der interessanteste Ausflug gelingt ihm allerdings mit der späten Beichte “The Girl From The DDR“ – und das meint nicht die eingehauchte Triviallyrik wie „Ich warte auf Dich!“ und „Ruf mich an!“ – das Lied führt einem schmerzhaft den Sommer 1988 in Erinnerung, da man als Heranwachsender, dem die nötige Stromlinienförmigkeit nicht anerzogen war, die schmerzvolle Erfahrung der Entbehrung machen musste: Zum Geburtstag der FDJ waren damals nicht nur The Wedding Present, sondern auch Depeche Mode in die Berliner Seelenbinder-Halle geladen – drinnen die Funktionäre, draußen die Fans, ein Jammer. Vorbei. Was Wedding Present auf „Valentina“ musikalisch bieten, bleibt unentschieden, zu oft zurückhaltend, so als trauten sie sich das laute Getöse ihrer alten Songs „Brassneck“, „Suck“ oder „Getting Nowhere Fast“ nicht mehr zu. Das ist schade, im Lichte der Altersmilde betrachtet, der man selbst ja auch verpflichtet fühlt, lässt sich trotzdem damit leben. Man wird halt bis zum Herbst durchhalten müssen und dann kontrollieren, ob ihnen die Monster noch aus der Hand fressen. Und für die kleineren Beziehungsstürme zwischendurch taugt „Valentina“ ja allemal … The Wedding Present bei www.scopitones.co.uk

Freitag, 6. April 2012

Gar nicht komisch



Screaming Females "Ugly"
(Don Giovanni Records)
Marissa Paternoster also. Das entbehrt natürlich für eine Rezension, die man am Karfreitag schreibt, nicht einer gewissen Komik. Haha – und aus. Denn komisch wollen die Screaming Females aus New Jersey nun wirklich nicht sein – eher heiliger Ernst, Knochenarbeit: Paternoster (Geschrei/Gitarre), Jarett Dougherty (Drums) und King Mike (Bass) legen los, als hätten die 90er nicht aufgehört und als gelte es, dem Grunge ein weiteres, schmutziges Kapitel hinzuzufügen. An diesem Kapitel arbeiten die drei im Übrigen schon seit 2006, bis heute sind nicht weniger als fünf Alben und diverse Singles zusammengekommen, zum großen Durchbruch hat’s bisher trotzdem nicht gereicht. Woran genau dieser gescheitert ist, bleibt unklar – „Ugly“ jedenfalls ist neben allen Grungereminiszenzen ein mehr als gelungenes Stück Garagepunk, roh, unmittelbar und böse. Was die Frontfrau da ins Mikro spuckt, hat mit dem „Vaterunser“ herzlich wenig zu tun. Das hier sind eher die Wutgesänge einer unverstandenen und enttäuschten Generation („Nobody knows just how I feel“/“5 High“) – die mantraartig vorgetragene Liedzeile „I’m a rotten apple“ klingt wohl eher nach hoffnungslosem Selbstekel als nach demütigem Bittgebet. Die Begleitmusik dazu ist herrlich schroffer Hardcore, hart angerissene Chords, gemischt mit der ausufernden, zerfransten Saitenquälerei ebenjener Grunge-Ikonen wie den frühen Pearl Jam, den Screaming Trees oder auch Janes Addiction. Das darf dann schon auch mal länger dauern – das grandiose „Doom 84“ schafft es immerhin auf knappe acht Minuten und trotzdem ist keine zuviel dabei. Stilbruch am Schluß: „It’s Nice“ präsentiert sich als Akustik-Ballade mit trügerisch süßen Streichern – „… they take me out, they make it fair, and everyone is running scared, the biggest joke, the brightest smile, I feel just like a little child – and it’s nice …”, was wie versöhnliches Sentiment anmutet, ist doch nur trauriger Abgesang. Große Platte – und überhaupt nicht häßlich. Live-Stream auf valve, Website unter http://screamingfemales.com

Donnerstag, 5. April 2012

Das also auch



Das, was den deutschen Betrachter ein wenig an die infantilen Klecksereien eines Udo Lindenberg erinnert, stammt in Wahrheit von Kurt Cobain und befindet sich laut Internetmagazin the fix in einem Lager in Los Angeles. Es handelt sich um insgesamt fünf Bilder, die nach dem Willen von Witwe Courtney Love achtzehn Jahre nach dem Selbstmord des Sängers und Bandleaders von Nirvana baldmöglichst meistbietend verscherbelt werden sollen.

Stahlgewitter?



Oder doch eher Leichtmetallschnulze? Zum Film "Iron Sky" hatten wir's hier ja schon, nun gibt es den ersten Song "Under The Iron Sky" aus dem Soundtrack, der bekanntermaßen von Laibach stammt. Diese werden laut thequietus resp. Label Mute Records im Sommer auch noch eine weitere Platte mit dem Titel "An Introduction To ... Laibach / Reproduction Prohibited" mit größtenteils bekanntem Material veröffentlichen, dazu allerdings auch noch zwei neue Titel: ein Cover zu "Warm Leatherette" von The Normal (hier "Warme Lederhaut") und eine Neubearbeitung von Dylans "Ballad Of A Thin Man" - machen dann hoffentlich etwas mehr her als die kitschige Untermalung des Nazi-SciFis.

Gute Wahl



Die dürfen das: Die hochverehrten Wild Flag haben während ihres Tourstopps in Boston "Margin Walker" der ebenso vergötterten Fugazi zum Besten gegeben - zu sehen/hören bei pitchfork.

Draußen nur Kännchen


Die SPEX hat also einen neuen Chefredakteur - Jan Kedves und Wibke Wetzker sind es nicht mehr, nun versucht sich Torsten Groß, gerade erst beim deutschen Rolling Stone geschasst, an der Fürhungsrolle. Ein paar Ausblicke, was von und mit ihm zu erwarten ist und seine Sicht auf die bisherige Rolle der SPEX in der hiesigen, musikmedialen Landschaft ("randständig", "Kaffeetisch-Magazin") kann man in einem Interview mit Spiegel Online schon erfahren. Wer wie ich sein RS-Abo schon zu Groß' Zeiten gekündigt hat, weil die Themenauswahl dort arg betulich und die ewige Heldenverehrung greiser Herren wie Springsteen, McCartney, Dylan, Jagger und Richards enervierend war, dem wird ein wenig Angst bei dem Gedanken, dass eben dieser Mann die SPEX nun "einem breiteren Publikum zugänglich machen" möchte. Es gilt also: Paß Obacht!

Mittwoch, 4. April 2012

Kleines Derby, großer Sieg



Es gibt durchaus noch denkwürdige Spiele am Millerntor, die noch dazu gewonnen werden. Am heutigen Mittwoch gewann die Mannschaft des FC St. Pauli II im Stadtderby gegen die Elf des Hamburger SV II von Rodolfo Cardoso mit 1:0 - Kristof Kurczynski erzielte in den Treffer in der vierten Minuten. Die wichtigste Nachricht für die erste Garnitur: Philipp Tschauner ist nach langer Verletzungspause wieder fit und dürfte in einer der nächsten Partien der 2. Liga wieder zur Verfügung stehen.

Umsonst & Draußen



Fünf Live-Aufnahmen der Europatour 2011 der Red Hot Chili Peppers kann man sich laut valve ganz legal und für umme auf der Website der Band herunterladen, die EP "I'm With You Europe" listet neben "Monarchy Of Roses", "Look Around" und "Dani California" auch zwei ältere Stücke, nämlich "If You Have To Ask" und "Give It Away". Also - her damit: hier.

Zur Sache, Schätzchen!



Im Videoclip zu Rufus Wainwrights erster Single "Out Of The Game" aus dem bald erscheinenden, gleichnamigen Album gibt Helena Bonham Carter die verwirrte, verzweifelte Tagträumerin und Bibliothekarin, während sich Rufus gleich durch mehrere Rollen albert - sehenswert, witzig: hier.

Windmühlen



Eine schöne Meldung, die da heute bei pitchfork zu lesen ist: Neil Young, ewiger Grantler, Gitarrengott und Klangbewahrer, ist offensichtlich dabei, ein neues, digitales Datenformat zu entwickeln, welches annähernd die Qualität wiederzugeben in der Lage ist, die Musiker und Produzenten in den Aufnahmeräumen ihrer Studios genießen dürfen - das Ganze soll, so Young, auch als Download funktionieren. Nach dem ganzen Papierkram hat sich der Mann nun beim zuständigen Patentamt einige Namen sichern lassen, die da wären: Ivanhoe, 21st Century Record Player, Earth Storage, Storage Shed, Thanks for Listening und SQS (Studio Quality Sound). Wobei auffällt, dass Don Quijote nicht als ritterliche Alternative in Betracht gezogen wurde - Young war seit eh und je ein Kämpfer und obschon ihm klar sein müßte, dass der Feldzug gegen minderwertige Soundfiles einer gegen Windmühlen ist, wählte er dennoch lieber den schwarzen Ritter nach Sir Walter Scott. Humor und Behauptungswillen - man muß ihn einfach lieben.

Dienstag, 3. April 2012

Melodien



Uuups, das kann man sich ja sogar ohne präventive Schutzmaßnahmen anhören: A Place To Bury Strangers werden Ende Juni ihre dritte Platte "Worship" veröffentlichen - nachdem schon die kürzlich erschienene EP "Onwards To The Wall" ungewohnt eingängig gelang, klingt nun auch der erste Track des Albums, "You Are The One", für ihre Verhältnisse regelrecht melodiös - wer's nicht glaubt: hier.

Nachgereicht



Das war der Blog noch schuldig: Die B-Seite zur neuen Single der Japandroids "The House That Heaven Built" - immerhin ein Cover des Nick-Cave-Songs "Jack The Ripper" - jetzt hier.

Married in a fever



Eines der schönsten Duette der neuzeitlichen Musikgeschichte - "Jackson" von Johnny und June Carter Cash - erfuhr kürzlich bei MTV-Unplugged eine unerwartete Wiederaufführung. Im Mikro diesmal Florence Welch, hier ohne Machine, und Stoner-Urgestein Josh Homme - CD und DVD dazu kommen in ein paar Tagen, den Track kann man sich aber schon mal hier anhören.

Auf die Fresse



Schlachthofbronx „Dirty Dancing“ (Disko B)
Möchte man den zum Duo geschrumpften Schlachthofbronx, den Buddies Bene und Jakob also, glauben, dann sollte eine CD wie die vorliegende eigentlich keine adäquate Ausdrucksform für ihre Musik und den damit verbundenen Anspruch sein. Einmal auf den Silberling Gepresstes ist unwiderruflich gefixt, in der vorliegenden Fassung unabänderlich und – trotz unleugbarer Qualitäten – nur in dieser starren, immergleichen Version wiederholbar. Dass sie diese strikt geregelte Abfolge von Bits und Bytes insgeheim so ganz und gar nicht mögen, vermutet, wer sie hinter all ihrem Equipment auf der Bühne selig lächelnd schwitzen sieht, sicher nicht zu Unrecht – sie lieben die Roughness, das Unbehauene, Schiefe, Spontane, geben der ausgelassenen, hungrigen Crowd gern das, was sie gerade braucht – und es gibt wohl nicht viele Beispiele, in denen der von der „Basswatschn“ (BR2) gehörige Geprügelte gleichermaßen selig zurücklächelt.

Seit 2008 verquirlen die Münchner nun schon Dancehall, Dub, Electro, Breakbeats und Baile Funk zu einer wilden, explosiven Mischung, eine Reihe von EPs und nunmehr zwei Alben sind das unbedingt hörenswerte Ergebnis, sie bespielen – ihrer Heimatstadt längst entwachsen – als „Bavarian Bulldozers“ (Selbstbezichtigung) die verschiedensten Flecken der Erde, und mit „Dirty Dancing“, ihrem neuen Longplayer, wird sich daran so schnell nichts ändern. Es ist wieder fett geworden – schon die ersten Takte von „Slowine“ lassen daran keinerlei Zweifel aufkommen: träge noch, aber schon raumgreifend, spätestens bei „Juego“ mit ihrem alten Bekannten Doubla J ist es an der Zeit, seinen Füssen (ungefragt) Auslauf zu gönnen – sie werden, das ist sicher, bis zum Schluß nicht mehr zur Ruhe kommen.

Das analoge Schlagwerk bei „Agwazo“ könnte man schon mal als Vorgriff auf den im Interview geäußerten Wunsch der beiden werten, irgendwann mal eines ihrer Sets dem Publikum komplett live zu präsentieren. Vorerst geht’s jedoch auch bestens ohne Band, dafür mit anständiger Gästeliste: Natalie Storm aus Jamaika scattet sich durch den nervösen Breakbeat von „Touch Your Toes“, die Puppetmastaz geben sich bei „One Hand“ die Ehre und Gnucci Banana, gerade erst auf dem Album „Father Creeper“ von Partner Spoek Mathambo veredelt, meldet sich für die Dancehallbeats von „Singstar“ zu Wort.

Im Vergleich zum Vorgänger präsentiert sich die vorliegende Platte zwar formstark und bis zum Ende ohne jeden Hänger, die Schlachthofbronx gestatten sich allerdings weitaus weniger Ausflüge jenseits des beschriebenen Parcours. Kein „Schorschl“ also, auch kaum etwas von dem, was man platterdings gern als „Balkanbeat“ verallgemeinert – gut möglich, dass sich den beiden da mittlerweile zu viele Wannabees im Ring tummeln. Wirklich schmerzhaft ist das nicht, denn auch die „Nummer Sicher“ bringt einen genügend aus der Puste und am Ende gibt’s mit „Copenhagen“ immerhin noch ein sattes Technobiest auf die Ohren. Allzulang sollte man sich mit der CD allerdings nicht aufhalten, denn mehr als bei anderen Platten kann das hier nur der erste Schritt sein – zum besseren Verständnis ist ein baldiger Konzertbesuch dringend anzuraten. Für's erste - Stream bei Soundcloud, Infos bei Schlachthofbronx.

Und live/dirty in nächster Zeit:
20. April Hannover, Weidendamm
21. April Krefeld, Schlachthof
04.05. Köln, Uni Mensa
05.05. Mühlheim/Ruhr, Ringlokschuppen

Montag, 2. April 2012

Neue Lügen



Und weiter geht's im Vorankündigungsreigen - auch die Liars stehen mit einem neuen Album in den Startlöchern. "WIXIW" wird das nach "Sisterworld" nunmehr sechste Album heißen und mit "No. 1 Against The Rush" gibt es hier das erste Stück daraus - Cover, Tracklist und Teaserfilmchen bei stereogum.

Zwoviernfuffzsch: Bitterfeld calling



Definitiv dem Status des Geheimtipps entwachsen und definitiv eine der interessantesten Veröffentlichungen in diesem Jahr: Das Londoner Geschwisterpaar Colette und Hannah Thurlow, ergänzt um zwei männliche Mitstreiter, hat unter dem Namen 2:54 mit einer EP für mehr Wirbel gesorgt als manche Band mit ihrem Gesamtwerk. "Scarlet" weckte in der Tat hohe Erwartungen, Vergleiche mit Warpaint, The XX, Lush oder Mazzy Star waren schnell gefunden. Nun gibt es zum im Juni erscheinenden Longplayerdebüt eine erste Single - und zwar zum Hören und Anschauen. Der wunderschöne Clip zu "You're Early" stammt von Jeppe Kolstrup und sieht aus, als wäre er zu Vorwendezeiten in Bitterfeld gedreht worden. Ansonsten: Große Klasse - hier.

Kostprobe



Nun also der erste Song - mit "Mnemosyne" stellen iLiKETRAiNS den ersten Song ihres kommenden Albums "The Shallows" ins Netz - zu haben bei Soundcloud.